[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer Bewegung eines Werkzeugs
und ein Hydrauliksystem. Weiter betrifft die Erfindung eine Ziehkissenpresse und eine
Steuereinrichtung.
[0002] Ziehkissenpressen werden heute zur Bearbeitung von Werkstücken verbreitet eingesetzt.
Ziehkissenpressen weisen ein Werkzeug auf, das mit einem Werkstück, insbesondere einem
Blech, bestückt wird. Das Blech wird mit einem Presswerkzeug, das sich periodisch
nach unten bewegt, bearbeitet. Das Werkzeug, auf dem das Werkstück positioniert ist,
fährt verzögert ebenfalls nach unten. Durch eine Koordinierung der Bewegung des Presswerkzeugs
und des Werkzeugs sind eine Prozesskraft und eine Prozessgeschwindigkeit einstellbar.
Die Prozesskraft und die Prozessgeschwindigkeit sind für eine schonende Bearbeitung
des Werkstückes einzustellen bzw. zu regeln, um das Werkstück bei der Bearbeitung
nicht zu zerstören.
[0003] Eine Regelung der Prozesskraft und der Prozessgeschwindigkeit erfolgt vorzugsweise
durch ein Hydrauliksystem. Ein modernes Hydrauliksystem weist eine Pumpe auf, wobei
die Pumpe mit Hilfe eines Drucksensors regelbar ist. Pumpen weisen normalerweise einen
Durchflussregler und eine elektrische Maschine auf.
[0005] Weiter beschreibt
DE 196 00 650 C2 einen Antrieb für einen hydraulischen doppelwirkenden Aktuator (Hydraulikzylinder),
wobei zwei Pumpen einen Zwei-Quadranten-Betrieb ermöglichen. Nachteilig am bisherigen
Stand der Technik sind die aufwendigen und ungenauen Konzepte zur Steuerung der Bewegung
des Werkzeugs.
[0006] Daher ist es Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes Konzept zur Steuerung der Bewegung
eines Werkzeugs, insbesondere bei einer Ziehkissenpresse, anzugeben.
[0007] Insbesondere ist es Aufgabe der Erfindung, ein Hydrauliksystem für eine Ziehkissenpresse
bereitzustellen, die ohne empfindliche Bauteile wie Drucksensoren auskommt.
[0008] Weiter ist es Aufgabe der Erfindung, bei der Bearbeitung eines Werkstücks Energie
einzusparen und auf empfindliche Bauteile wie Drucksensoren zu verzichten.
[0009] Die Aufgabe wird durch ein Hydrauliksystem zur Steuerung oder Regelung einer Bewegung
eines Werkzeugs, insbesondere eines Ziehkissens einer Ziehkissenpresse, nach Anspruch
1 gelöst.
[0010] Das Hydrauliksystem weist einen Hydraulikzylinder auf, der mit dem Werkzeug gekoppelt
ist, einen Durchflussregler, der mit dem Hydraulikzylinder verbunden ist, wobei der
Durchflussregler an eine elektrische Maschine gekoppelt ist, eine Steuereinrichtung,
die zur Steuerung der elektrischen Maschine ausgebildet ist, mindestens ein Messmittel
zum Erfassen eines Belastungszustandes und/oder einer Bewegung des Werkzeugs oder
der elektrischen Maschine.
[0011] Gemäß der Erfindung ist das mindestens eine Messmittel zur Ausgabe eines Signals
bei Vorliegen eines Belastungszustands und/oder einer Bewegung des Werkzeugs oder
der elektrischen Maschine an die Steuereinrichtung ausgebildet, wobei das Mittel zur
Erfassung des Belastungszustandes und/oder der Bewegung als Kraftsensor, als Positionssensor
und/oder als Elektrizitätssensor und/oder als Geber ausgebildet ist.
[0012] Weiter weist die Steuereinrichtung ein Modell des Hydrauliksystems auf. Das Modell
stellt Bewegungsparameter für die elektrische Maschine bereit.
[0013] Die elektrische Maschine wird anhand der Bewegungsparameter gesteuert oder geregelt.
[0014] Die Aufgabe wird weiter durch eine Ziehkissenpresse nach Anspruch 10 gelöst.
[0015] Die Aufgabe wird weiter durch ein Verfahren nach Anspruch 11 gelöst.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Steuerung und/oder Regelung einer Bewegung eines
Werkzeugs mittels eines Hydrauliksystems, umfasst die Schritte:
- A) Erfassen eines Belastungszustandes und/oder einer Bewegung eines Werkzeugs und/oder
einer elektrischen Maschine (M) mit einem Messmittel;
- B) Erzeugen eines Signals an eine Steuereinrichtung des Hydrauliksystems, wenn ein
Belastungszustand und/oder eine Bewegung des Werkzeugs und/oder der elektrischen Maschine
erfasst ist;
- C) Bereitstellen des Signals als Eingangsgröße für ein Modell des Hydrauliksystems;
- D) Bereitstellen von zumindest einem Bewegungsparameter zur Steuerung oder Regelung
der elektrischen Maschine des Hydrauliksystems.
[0017] Das mindestens eine Messmittel ist als Kraftsensor, als Positionssensor, als Geber
und/oder als Elektrizitätssensor ausgebildet. Die Bereitstellung des zumindest einen
Bewegungsparameters zur Steuerung oder Regelung der elektrischen Maschine erfolgt
mittels eines Modells.
[0018] Die Aufgabe wird auch durch eine Steuereinrichtung nach Anspruch 14 gelöst.
[0019] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Teil der abhängigen Ansprüche.
[0020] Ein vorteilhaftes Merkmal der Erfindung ist es, ohne den Einsatz eines Drucksensors,
eine stabile Steuerung oder Regelung der Bewegung des Werkzeugs anzugeben.
[0021] Gemäß dem Stand der Technik benötigt die Steuereinrichtung das (Ausgangs-)Signal
des Drucksensors, also den ermittelten Druck des Hydraulikmediums, zur Regelung der
elektrischen Maschine.
[0022] Der Druck des Hydraulikmediums wird hier entweder mit Hilfe des Modells berechnet
und/oder durch zumindest ein Signal eines Messmittels ersetzt.
[0023] Das dient zur Aufnahme eines Werkstücks. Das Werkstück wird durch ein Presswerkzeug
bearbeitet. Bei der Bearbeitung, insbesondere bei der Verformung, des Werkstücks wird
eine hohe Kraft auf das Werkstück ausgeübt. Das Werkzeug wird bei der Bearbeitung
des Werkstücks nach unten bewegt.
[0024] Die Bewegung des Werkzeugs wird durch das Presswerkzeug initiiert. Die Unterseite
des Werkzeugs ist mit dem Hydraulikzylinder verbunden. Die Bewegung des Werkzeugs
führt zu einer Veränderung einer Ausfahrstellung des Hydraulikzylinders. Der Hydraulikzylinder
weist zumindest eine Kammer auf, die mit einem Hydraulikmedium gefüllt ist. Bei einer
Bewegung des Werkzeugs strömt das Hydraulikmedium durch einen Durchflussregler. Der
Durchflussregler dient zur Umsetzung der Strömung des Hydraulikmediums in eine Rotationsbewegung.
Die Rotationsbewegung wird von der elektrischen Maschine aufgenommen. Bei einer Bewegung
des Werkzeugs, insbesondere bei der Bearbeitung des Werkstücks, wird mechanische Energie
durch die elektrische Maschine in elektrische Energie umgewandelt. Die elektrische
Maschine kann somit vorteilhaft zur Rückgewinnung von Energie eingesetzt werden. Die
elektrische Energie kann zu diesem Zweck in einem Energiespeicher gespeichert werden.
[0025] Es ist auch möglich, dass das Werkzeug zur Aufnahme des Werkstücks mit mehreren Hydraulikzylindern
verbunden ist. Die mehreren Hydraulikzylinder können mit einem Durchflussregler wirkverbunden
sein. Für eine besonders flexible Bewegungsmöglichkeit des Werkzeugs ist das Werkzeug
an seiner Unterseite mit zwei, drei oder vier Hydraulikzylindern verbunden. Vorteilhaft
sind die Hydraulikzylinder mit je einem Durchflussregler verbunden.
[0026] Der Durchflussregler und die elektrische Maschine bilden eine Pumpe. Weist die elektrische
Maschine einen Geber auf, dann ist die Pumpe eine Servopumpe. Der Durchflussregler
in Kombination mit der elektrischen Maschine dient zur Steuerung der Position des
Werkzeugs, der Prozessgeschwindigkeit, der Prozesskraft sowie der Rückführung des
Werkzeugs an die Ausgangsposition.
[0027] Die Drehzahl der elektrischen Maschine hängt von der Geschwindigkeit des Werkzeugs
ab. Die Geschwindigkeit des Werkzeugs bei der Bearbeitung des Werkstücks wird auch
als Prozessgeschwindigkeit bezeichnet. Die Drehzahl der elektrischen Maschine kann
mit Hilfe eines Gebers an der elektrischen Maschine bestimmt werden. Die Drehzahl
kann überdies mit dem Elektrizitätssensor bestimmt werden. Bei einer Synchronmaschine
hängt die Frequenz der Spannung und des Stroms von der Drehzahl ab. Die Frequenz der
Spannung und/oder des Stroms wird vorteilhaft mit Hilfe des Elektrizitätssensors bestimmt.
[0028] Das Drehmoment, welches auf die elektrische Maschine, insbesondere auf den Rotor
der elektrischen Maschine, wirkt, hängt von der Kraft ab, die das Presswerkzeug auf
das Werkstück und/oder das Werkzeug ausübt. Die Kraft, die auf das Werkzeug wirkt,
wird auch als Prozesskraft bezeichnet.
[0029] Das Messmittel kann als Kraftsensor ausgeführt sein. Ein Kraftmesser dient zur Ermittlung
der Kraft, die auf das Werkzeug und/oder das zu bearbeitende Werkstück ausgeübt wird.
[0030] Das Messmittel kann auch als Positionssensor zur Bestimmung der Position des Werkzeugs
vorgesehen sein. Der Positionssensor ist vorteilhaft dem Hydraulikzylinder zugeordnet.
Der Positionssensor dient vorteilhaft zur Bestimmung der Ausfahrstellung des Kolbens
des Hydraulikzylinders. Der Positionssensor kann auch zur Bestimmung der Prozessgeschwindigkeit
dienen. Die Prozessgeschwindigkeit ist hierbei die erste zeitliche Ableitung der ermittelten
Position.
[0031] Bewegungsparameter sind Drehmoment der elektrischen Maschine, Drehgeschwindigkeit
der elektrischen Maschine, Versorgungsspannung der elektrischen Maschine, Versorgungsstrom
der elektrischen Maschine, Frequenz der Spannung und/oder des Stroms für die elektrische
Maschine. Bewegungsparameter können auch eine vorgesehene Prozesskraft und/oder eine
vorgesehene Prozessgeschwindigkeit sein. Die Versorgungsspannung und/oder der Versorgungsstrom
für die elektrische Maschine ist der Strom bzw. die Spannung, die auf die Spulen der
elektrischen Maschine beaufschlagt werden. Die Beaufschlagung erfolgt mit Hilfe der
Steuereinrichtung.
[0032] Die elektrische Maschine ist mit der Steuereinrichtung verbunden. Bewegt sich das
Werkzeug und damit der Rotor der elektrischen Maschine, wird Energie in der elektrischen
Maschine in die Steuereinrichtung übertragen. Für eine Bewegung des Werkzeugs in eine
Ausgangsstellung stellt die Steuereinrichtung vorteilhaft elektrische Energie für
die elektrische Maschine zur Verfügung.
[0033] Die Steuereinrichtung dient zur Steuerung und/oder zur Regelung der Bewegung des
Werkzeugs. Die Steuereinrichtung dient zur Steuerung bzw. zur Regelung der Bewegung
in der elektrischen Maschine. Die elektrische Maschine dient zur Steuerung der Bewegung
des Werkzeugs. Die Steuereinrichtung stellt die Spannung und/oder den Strom für die
elektrische Maschine bereit. Die Steuereinrichtung stellt die Versorgungsspannung
bzw. den Versorgungsstrom für die elektrische Maschine anhand der Bewegungsparameter
bereit. Zur Bereitstellung der Versorgungsspannung bzw. des Versorgungsstroms dienen
ein Spannungswandler und/oder ein Umrichter.
[0034] Die Steuereinrichtung kann auch zur Entnahme der elektrischen Energie aus der elektrischen
Maschine ausgebildet sein, wobei die elektrische Energie einem Energiespeicher und/oder
einem Versorgungsnetz bereitgestellt wird. Zur Umformung der Spannung bzw. des Stromes
dient vorteilhaft der Umrichter.
[0035] Das Modell dient zur Berechnung der Bewegungsparameter für die elektrische Maschine.
Das Modell kann ein autarkes Modell sein. Autark heißt hier, dass das Modell ohne
weitere Eingangsgrößen wie ein Signal eines Messmittels auskommt. Mit einem autarken
Modell werden Bewegungsparameter aufgrund physikalischer Zusammenhänge, insbesondere
unter Berücksichtigung der Ausgestaltung des Hydrauliksystems, berechnet. Beispielsweise
weist das Modell einen empirisch ermittelten oder durch eine Simulation ermittelten
Zusammenhang zwischen der Position des Werkzeugs und einem Bewegungsparameter, z.B.
dem Drehmoment, für die elektrische Maschine auf.
[0036] Das Modell kann aber auch weitgehend autark sein, so dass ein Signal eines Messmittels
lediglich zur Verbesserung des Modells vorgesehen ist. Die Berechnung der Bewegungsparameter
erfolgt auch beim weitgehend autarken Modell ohne das Signal.
[0037] In einer vorteilhaften Ausgestaltung berechnet das Modell einen Druckwert. Ein Druckwert
ist das Signal eines Drucksensors. Dabei berechnet das Modell den Druckwert anhand
der unten ausgeführten Methoden. Der Druckwert wird der Steuereinrichtung bereitgestellt.
Mit Hilfe des Druckwertes steuert und/oder regelt die Steuereinrichtung die elektrische
Maschine. Durch die Steuerung oder Regelung der elektrischen Maschine steuert oder
regelt die Steuereinrichtung die Bewegung des Werkzeugs und somit die Bearbeitung
des Werkstücks.
[0038] Das Modell berechnet in einer vorteilhaften Ausgestaltung anhand der Bewegung der
elektrischen Maschine das Drehmoment der elektrischen Maschine oder ein Gegendrehmoment
der elektrischen Maschine. Das Gegendrehmoment ist das Drehmoment, welches die elektrische
Maschine einer Bewegung des Rotors durch den Durchflussregler entgegensetzt. Das Modell
greift hierbei insbesondere auf ein Signal von einem Elektrizitätssensor zu. Je nach
anliegendem Drehmoment bei der elektrischen Maschine oder nach induzierter Drehzahl
stellt die Steuereinrichtung eine Spannung bzw. einen Strom für die elektrische Maschine
bereit, um die Bewegung zu regeln.
[0039] Zur Berechnung der Bewegungsparameter kann das Modell folgende Berechnungsmethoden
umfassen:
- 1) Eine einfache Momentenregelung der elektrischen Maschine. Bei der Momentenregelung
wird anhand einer Drehzahl der elektrischen Maschine, zumindest ein Bewegungsparameter
berechnet und anhand der Bewegungsparameter die elektrische Maschine gesteuert. Vorteilhaft
kann der Bewegungsparameter ein Drehmoment und/oder eine, insbesondere vorgesehene,
Drehzahl der elektrischen Maschine sein. Die Momentenregelung kann anhand einer Kennlinie
oder eines Kennfelds realisiert sein. Dabei stellt das Kennfeld oder die Kennlinie
einen Zusammenhang zwischen der Drehzahl der elektrischen Maschine oder dem Signal
eines Messmittels, insbesondere des Kraftsensors, her. Je nach Berechnungsmethode
kann der Druck des Hydraulikmediums durch das Modell berechnet werden und der Steuereinrichtung
bereitgestellt werden. Durch dieses Vorgehen kann eine Steuereinrichtung gemäß dem
Stand der Technik erweitert werden.
- 2) Einen Fuzzy-Regler zur Bereitstellung von Bewegungsparameter der elektrischen Maschine.
Vorteilhaft dient eine Fuzzy-Regelung zur Berechnung eines Druckwertes und/oder zur
Berechnung von Bewegungsparametern und stellt diese für die Steuereinrichtung bereit.
Fuzzy-Regler sind aufgrund ihrer hohen Stabilität besonders gut für diesen Einsatz
geeignet. Der Fuzzy-Regler kann überdies mit einem PI-Regler und/oder einem PID-Regler
kombiniert werden.
- 3) Einen Modell-basierten Regler. Modell-basierte Regler, auch als Modell-prädikative
Regelungen bezeichnet, eignen sich insbesondere zur Regelung der nicht-linearen Anteile.
Vorteilhaft sind Modell-basierte Regler geeignet, eine Störungsanfälligkeit des Modells
zu reduzieren. Besonders geeignet für die hier genannte Aufgabe sind Prozessleitsysteme.
- 4) Ein repetetitive-controll basiertes Modell eignet sich besonders gut zur Regelung
von periodischen Prozessen, wie dies bei der wiederkehrenden Bearbeitung von Werkstücken
der Fall ist.
- 5) "Signal-Wandler"-Modelle, die ein Signal von zumindest einem Messmittel in ein
Signal eines anderen, nicht vorhandenen, Sensors, insbesondere eines Drucksensors,
umwandeln. Solche Modelle eignen sich besonders gut zum Einsatz in bereits bestehenden
Hydrauliksystemen.
[0040] Das Modell ist vorzugsweise ein ausführbares Computerprogramm und zur Ausführung
auf einer Recheneinheit installiert. Ein solches Modell kann als Zusatzprogramm, als
"App" (Applikation) oder als Software-Erweiterung bzw. Software-Modul ausgestaltet
sein.
[0041] Die Modelle 2), 3) und 4) stellen weitgehend Beobachtersysteme dar, die sowohl direkt
Bewegungsparameter berechnen können. Die Modelle können Größen wie die Temperatur
des Hydraulikmediums, die Viskosität des Hydraulikmediums oder Alterungserscheinungen
des Hydrauliksystems berücksichtigen oder berechnen.
[0042] Mit dem Hydrauliksystem lässt sich zudem ein Teil der Energie bei der Bearbeitung
des Werkstücks einsparen. Zum einen dient die elektrische Maschine bei einer induzierten
Bewegung in der elektrischen Maschine als Generator und erzeugt elektrische Energie.
Die Energie kann mit Hilfe der Steuereinrichtung an einen Energiespeicher und/oder
ein Versorgungsnetz übertragen werden. Die in dem Energiespeicher gespeicherte Energie
kann, insbesondere mit Hilfe der elektrischen Maschine, zur Rückführung des Werkzeugs
in die Ausgangsstellung eingesetzt werden.
[0043] Durch eine Berechnung der zu erwartenden Bewegung mit Hilfe des Modells können die
elektrische Maschine und/oder die Steuereinrichtung so ausgestaltet werden, dass der
Energieverbrauch minimal ist.
[0044] Das Modell in Form einer Software ist vorteilhaft auf einer Recheneinheit installiert,
wobei die Recheneinheit der Steuereinrichtung zugeordnet ist.
[0045] Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Hydrauliksystems ist dadurch gekennzeichnet,
dass der Kraftsensor dem Werkzeug zugeordnet ist.
[0046] Der Kraftsensor kann an der Oberfläche des Werkzeugs im Bereich der Auflagefläche
für das Werkstück positioniert sein. Der Kraftsensor kann auch dem Presswerkzeug,
der das Werkzeug nach unten bewegt, zugeordnet sein.
[0047] Besonders vorteilhaft kann durch einen Kraftsensor am Werkzeug die Prozesskraft direkt
ermittelt werden. Anhand der direkt ermittelten Prozesskraft kann die Regelung der
elektrischen Maschine stabilisiert werden.
[0048] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Hydrauliksystems ist das Modell
zur Berechnung einer Prozesskraft und/ oder einer Prozessgeschwindigkeit vorgesehen.
[0049] Die Prozesskraft kann entweder mit Hilfe des Kraftsensors bestimmt werden oder mit
Hilfe des Modells berechnet werden. Die Prozesskraft wird dem Modell und/oder der
Steuereinrichtung zur Steuerung und/oder Regelung der elektrischen Maschine zur Verfügung
gestellt.
[0050] Die Prozessgeschwindigkeit kann mit dem Positionssensor und/oder dem Elektrizitätssensor
bestimmt werden. Der Elektrizitätssensor bestimmt die Spannung und/oder den Strom
in der elektrischen Maschine. Insbesondere durch die Frequenz der Spannung bzw. des
Stroms ist eine sehr genaue Bestimmung der Drehzahl der elektrischen Maschine möglich.
Durch eine zeitabhängige Bestimmung der Position des Werkzeugs mit Hilfe des Positionssensors
kann eine direkte Bestimmung der Prozessgeschwindigkeit erfolgen.
[0051] Die Prozesskraft und/oder die Prozessgeschwindigkeit werden der Steuereinrichtung
zur Regelung der elektrischen Maschine bereitgestellt. Die Prozesskraft und/oder die
Prozessgeschwindigkeit können auch als Eingangsgröße für das Modell vorgesehen sein.
Das Modell berechnet aus der Prozessgeschwindigkeit und/oder der Prozesskraft vorteilhaft
die Bewegungsparameter. Die Prozesskraft und/oder die Prozessgeschwindigkeit können
auch selbst als Bewegungsparameter der Steuereinrichtung zur Verfügung gestellt werden.
[0052] Besonders vorteilhaft dienen die Prozesskraft und die Prozessgeschwindigkeit zur
Verbesserung des Modells, so dass das Modell regelmäßig an das Hydrauliksystem angepasst
werden kann.
[0053] Durch die Bestimmung der Prozesskraft und/oder die Prozessgeschwindigkeit ist ein
besonders intuitives Engineering der Steuereinrichtung bzw. des Hydrauliksystems möglich.
[0054] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Hydrauliksystems berechnet das
Modell einen Druckwert eines Hydraulikmediums, insbesondere zur Regelung der elektrischen
Maschine.
[0055] Bei dieser Ausgestaltung wird der Druckwert, der gemäß dem Stand der Technik mit
einem Drucksensor bestimmt wird, mit Hilfe des Modells berechnet. Somit ist das Modell
zum Ersatz des Drucksensors vorgesehen.
[0056] Besonders vorteilhaft an dieser Ausgestaltung ist die Einsparung des Drucksensors.
[0057] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Hydrauliksystems umfasst das Modell
einen Zusammenhang des Signals mit der Belastung und/oder der Bewegung des Werkzeugs.
So kann eine Überlastung des Hydrauliksystems verhindert werden.
[0058] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Hydrauliksystems sind der Geber
und/oder der Elektrizitätssensor der elektrischen Maschine zugeordnet.
[0059] Der Geber bestimmt die Winkellage des Rotors der elektrischen Maschine. Der Geber
ist somit dazu geeignet, die Drehzahl der elektrischen Maschine zu bestimmen. Somit
kann über den Geber indirekt die Geschwindigkeit des Werkzeugs bestimmt werden. Der
Elektrizitätssensor bestimmt die Spannung und/oder den Strom der elektrischen Maschine
- insbesondere deren zeitlichen Verlauf.
[0060] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Hydrauliksystem in der Lage, einen Teil
des Hydraulikmediums in einen Tank zu überführen oder aus dem Tank zu entnehmen. Durch
eine variable Menge von Hydraulikmedium in dem Hydrauliksystem ist eine einfache Regulierung
der Ausgangsstellung des Werkzeugs sowie des Druckwertes des Hydraulikmediums möglich.
Zur Regulierung des Zuflusses/Abflusses des Hydraulikmediums kann ebenfalls die Steuereinrichtung
vorgesehen sein.
[0061] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Hydrauliksystems weist die Steuereinrichtung
einen Umrichter auf, wobei der Umrichter zum Steuern und/oder Regeln der elektrischen
Maschine vorgesehen ist.
[0062] Bei dem Umrichter handelt es sich um einen Frequenzumrichter zur Stromversorgung
bzw. Stromentnahme der elektrischen Maschine. Vorteilhaft handelt es sich bei dem
Umrichter um einen fremdgeführten Umrichter. Vorteilhaft handelt es sich bei der elektrischen
Maschine um eine Synchronmaschine.
[0063] Der Umrichter kann in die Steuereinrichtung integriert sein. Der Umrichter steuert
die elektrische Maschine anhand der Bewegungsparameter, die von dem Modell und/oder
der Steuereinrichtung vorgegeben werden.
[0064] Durch den Einsatz eines Umrichters, insbesondere eines fremdgeführten Frequenzumrichters,
kann elektrische Energie aus der elektrischen Maschine in den Energiespeicher und/oder
das Versorgungsnetz überführt und aus denen wieder der elektrischen Maschine zugeführt
werden. So kann ein Teil der Energie bei der Bearbeitung des Werkstücks zurückgewonnen
werden.
[0065] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Hydrauliksystems dient der zumindest
eine Elektrizitätssensor zur Ermittlung des Stroms und/oder der Spannung in der elektrischen
Maschine, wobei der Elektrizitätssensor zur Bereitstellung des Signals an den Umrichter
ausgebildet ist. Der Umrichter dient zur Steuerung und/oder Regelung des Stroms und/oder
der Spannung in der elektrischen Maschine.
[0066] Der Elektrizitätssensor kann auch der Steuereinrichtung zugeordnet sein. Der Elektrizitätssensor
ist vorteilhaft dem Umrichter zugeordnet. Vorteilhaft dient diese Ausführung einer
kompakten Ausgestaltung des Hydrauliksystems. Die Ausführung weist kurze Wege für
das Signale auf, die von dem Messmittel bereitgestellt wird.
[0067] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des Hydrauliksystems ist das Modell autark.
[0068] In dieser Ausgestaltung stellt das Modell die Bewegungsparameter und/oder den Druck
des Hydraulikmediums ohne ein Signal des Messmittels zur Verfügung. Das Messmittel
und das Signal dienen optional zur Verbesserung des Modells, welches in diesem Fall
unregelmäßig auf das Signal zugreift. Durch diese Ausgestaltung sind die Messmittel
nicht mehr zur Regelung der elektrischen Maschinen und somit zur Regelung des Hydrauliksystems
bzw. der Ziehkissenpresse notwendig. Ein Defekt eines Messmittels führt daher vorteilhaft
nicht mehr zu einem Ausfall des Hydrauliksystems.
[0069] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Hydrauliksystems ist das Modell
ein selbstlernendes Modell.
[0070] Das Modell ist vorteilhaft mit einem neuronalen Netz erweiterbar. Das neuronale Netz
kann durch eine Lernkurve Informationen über das Hydrauliksystem sammeln und diese
Information vorteilhaft zur Verbesserung der Regelung der elektrischen Maschine bzw.
des Hydrauliksystems dienen.
[0071] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens erfolgt die Berechnung der Bewegungsparameter
weitgehend autark. Das durch das mindestens eine Messmittel bereitgestellte Signal
dient optional zur Verbesserung des Modells.
[0072] Das Verfahren zur Steuerung der Bewegung des Werkzeugs wird durch das Modell unterstützt.
Das Modell berechnet Bewegungsparameter und/oder Größen wie den Druck des Hydraulikmediums
in dem Hydrauliksystems. Weitgehend autark bedeutet hier, dass die Berechnung der
oben genannten Größen ohne Bezug auf das Eingangssignal erfolgt. Lediglich zur Verbesserung
und/oder zum Abgleich des Modells mit dem Hydrauliksystem wird das Signal herangezogen.
[0073] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens sind die Bewegungsparameter
ein Drehmoment oder eine Drehzahl der elektrischen Maschine. Die (vorgesehene) Drehzahl
und das (vorgesehene) Drehmoment werden durch das Modell bereitgestellt. Vorteilhaft
dienen die Größen zur Steuerung und/oder Regelung der elektrischen Maschine.
[0074] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens berechnet das Modell
eine Prozesskraft, einen Druckwert eines Hydraulikmediums und/oder eine Prozessgeschwindigkeit.
Anhand der Prozesskraft, des Druckwertes des Hydraulikmediums und/ oder der Prozessgeschwindigkeit
wird die elektrische Maschine gesteuert oder geregelt.
[0075] Die hier berechneten Größen werden der Steuereinrichtung bereitgestellt. Die Größen
können zum Teil die Signale von Drucksensoren ersetzen. Vorteilhaft kann durch eine
Berechnung der oben genannten Größen ein Drucksensor und/oder ein Kraftsensor entfallen
oder zeitweilig fehlerhaft sein, ohne dass die Steuereinrichtung ausfällt.
[0076] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren weiter beschrieben und erläutert.
Dabei können einzelne Merkmale aus den einzelnen Figuren durch den Fachmann zu neuen
Ausgestaltungen der Erfindung kombiniert werden, ohne den Erfindungsgedanken zu verlassen.
Es zeigen
- FIG 1
- eine erste Ausführung des Hydrauliksystems,
- FIG 2
- eine zweite Ausführung des Hydrauliksystems,
- FIG 3
- eine dritte Ausführung des Hydrauliksystems sowie
- FIG 4
- eine vierte Ausführung des Hydrauliksystems.
[0077] FIG 1 zeigt eine erste Ausführungsform des Hydrauliksystems. Das Hydrauliksystem
weist ein Werkzeug W auf, auf dem ein Werkstück WS positioniert ist. Das Werkzeug
W ist mit einem Hydraulikzylinder HZ verbunden. Der Hydraulikzylinder HZ weist eine
untere Kammer K1 und eine obere Kammer K2 auf. Die untere Kammer K1 des Hydraulikzylinders
HZ ist mit einem Hydraulikmedium K gefüllt. Das Hydraulikmedium K wird bei einer Bewegung
des Werkzeugs W nach unten (dargestellt durch den Pfeil) durch einen Durchflussregler
DR in einen Tank T überführt. Beim Durchströmen des Hydraulikmediums K durch den Durchflussregler
DR überführt der Durchflussregler DR die Strömungsenergie des Hydraulikmediums K in
eine Rotationsenergie, wobei die Rotationsenergie zu einer elektrischen Maschine M
übertragen wird.
[0078] Die elektrische Maschine M weist einen Geber G auf, wobei der Geber G zur Bestimmung
der Winkelstellung bzw. zur Bestimmung der Drehgeschwindigkeit der elektrischen Maschine
M vorgesehen ist. Der Durchflussregler DR und die elektrische Maschine M sind durch
eine Welle gekoppelt. Die Welle ist mit dem Rotor der elektrischen Maschine M verbunden.
Die elektrische Maschine M und der Durchflussregler DR ergeben zusammen eine Pumpe
P. Da die elektrische Maschine M einen Geber G aufweist, bildet die elektrische Maschine
M, der Durchflussregler DR sowie der Geber G eine Servopumpe. Die elektrische Maschine
M ist mit einer Steuereinrichtung SE verbunden. Die Steuereinrichtung SE weist weiter
einen Eingang für den Geber G auf. Die Steuereinrichtung SE umfasst einen Umrichter
U. Zur Berechnung von Bewegungsparametern wie Drehgeschwindigkeit und/oder Drehmoment
der elektrischen Maschine M weist die Steuereinrichtung SE ein Modell MD auf. Das
Modell MD weist optional eine Kennlinie KL auf. Die Kennlinie KL verbindet beispielsweise
die induzierte Bewegung der elektrischen Maschine M mit einem Drehmoment oder einer
Versorgungsspannung, wobei die Versorgungsspannung mit Hilfe des Umrichters U auf
die elektrische Maschine M beaufschlagt wird. Das Hydraulikmedium K, das aus dem Durchflussregler
DR ausströmt, wird in einen Tank T überführt. Der Durchflussregler DR in Verbindung
mit der elektrischen Maschine M kann das Hydraulikmedium K auch von dem Tank T wieder
zurück in die untere Kammer K1 des Hydraulikzylinders HZ überführen. Zur Regelung
der elektrischen Maschine M ist aufgrund des Modells MD kein Drucksensor DS notwendig.
Dies ist durch Durchstreichen gekennzeichnet.
[0079] FIG 2 zeigt eine zweite Ausführung des Hydrauliksystems. Bei der zweiten Ausführung
des Hydrauliksystems ist die untere Kammer K1 des Hydraulikzylinders HZ über einen
ersten Durchflussregler DR und über einen zweiten Durchflussregler DR mit der oberen
Kammer K2 des Hydraulikzylinders HZ verbunden.
[0080] Hierbei dient der erste Durchflussregler DR zur Umwandlung der Strömungsenergie des
Hydraulikmediums K mit Hilfe der elektrischen Maschine M in elektrische Energie. Die
Strömungsenergie des Hydraulikmediums K wird mit Hilfe der elektrischen Maschine M
in elektrische Energie umgewandelt. Die elektrische Energie wird mit Hilfe des Umrichters
U, insbesondere ein Stromrichter, einem Energiespeicher B zugeführt. In dem Energiespeicher
B kann die elektrische Energie, die bei der Bearbeitung des Werkstücks WS frei wird,
gespeichert werden. Die elektrische Energie, die im Energiespeicher B gespeichert
ist, wird vorteilhaft zur Rückführung des Hydraulikmediums K von der oberen Kammer
K2 wieder in die untere Kammer K1 verwendet. Dazu dient der weitere Durchflussregler
DR in Verbindung mit einer (weiteren) elektrischen Maschine M. Zum Ausgleich des Druckwertes
in dem Hydrauliksystem dient ein Tank T, der zur Aufnahme bzw. zur Abgabe des Hydraulikmediums
K vorgesehen ist.
[0081] Die elektrische Maschine M, welche mit dem Geber G ausgestattet ist, kann auch über
ein autarkes Modell MD als Teil der Steuereinrichtung SE gesteuert werden. Zur Steuerung
bzw. Regelung der elektrischen Maschine M ist das Signal S des Gebers G nicht notwendig.
Somit ist bei einer Fehlfunktion des Gebers G das Hydrauliksystem weiterhin einsatzbereit.
Die fehlende Notwendigkeit des Gebers G zur Steuerung oder Regelung der elektrischen
Maschine M ist durch die gestrichelte Verbindung gekennzeichnet. Weiter kann, wie
bereits ausgeführt, der Geber G nur zeitbereichsweise mit der Steuereinrichtung SE
verbunden sein.
[0082] FIG 3 zeigt eine dritte Ausführung des Hydrauliksystems. Bei der gezeigten Ausführung
weist das Hydrauliksystem einen Elektrizitätssensor ES auf, der der Steuereinrichtung
SE zugeordnet ist. Der Elektrizitätssensor ES misst die Spannung U_ist und/oder den
Strom I_ist in der elektrischen Maschine M. Der Elektrizitätssensor ES ist vorteilhaft
dem Umrichter U zugeordnet, wobei der Umrichter U der Steuereinrichtung SE zugeordnet
ist. Der Elektrizitätssensor ES stellt ein Signal S bereit, wobei das Signal S an
das Modell MD übertragen wird. Das Modell MD berechnet aus dem Signal S zumindest
einen Bewegungsparameter, welcher an die Steuereinrichtung und/ oder den Umrichter
U übertragen wird. Anhand des Bewegungsparameters wird die elektrische Maschine M
gesteuert bzw. geregelt ohne dass ein Geber G ein Signal S an die Steuereinrichtung
SE übertragen muss. Das Signal S kann auch von einer sonstigen Stelle der Steuereinrichtung
bereitgestellt werden. Beispielsweise kann das Signal S von einer übergeordneten Steuerung
der Presse bereitgestellt werden.
[0083] Anstelle des Elektrizitätssensors ES kann die Steuereinrichtung SE auch ein Signal
von einem weiteren Messmittel wie einem Geber G, einem Positionssensor PS oder einem
Kraftsensor KS erhalten, wobei das Signal S insbesondere zur Verbesserung des Modells
MD vorgesehen ist.
[0084] FIG 4 zeigt eine vierte Ausführung des Hydrauliksystems. Bei dieser Ausführung ist
dem Hydraulikzylinder HZ bzw. dem Werkzeug W ein Positionssensor OS zugeordnet. Der
Positionssensor OS bestimmt die Position des Werkzeugs W. Der Positionssensor OS stellt
ein Signal S für die Steuereinrichtung SE zur Verfügung. Weiter weist das Werkzeug
W einen Kraftsensor KS auf. Der Kraftsensor KS stellt ebenfalls ein Signal S der Steuereinrichtung
SE zur Verfügung. Die Steuereinrichtung SE dient zur Steuerung und/oder Regelung der
elektrischen Maschine M anhand der zugeführten Signale S. Zumindest ein, der Steuereinrichtung
SE zugeführtes, Signal S dient entweder zur Verbesserung des Modells MD oder als Ausgangspunkt
zur Berechnung eines Bewegungsparameters durch das Modell MD. Vorteilhaft wird das
zumindest eine Signal S in einen Druckwert D umgewandelt, wobei der Druckwert D dem
Modell MD und/oder der Steuereinrichtung SE zur Verfügung gestellt wird. Das Modell
MD berechnet aus dem Druckwert D einen Bewegungsparameter, wobei der Bewegungsparameter
von dem Modell MD an den Umrichter U überführt wird. Der Umrichter U kann anhand der
Bewegungsparameter die elektrische Maschine M regeln.
[0085] Durch die Regelung der elektrischen Maschine M wird die Position bzw. die Bewegung
des Werkzeugs W geregelt.
[0086] Zusammenfassend betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Steuerung oder Regelung
einer Bewegung eines Werkzeugs W und ein Hydrauliksystem zur Steuerung oder Regelung
eines Werkzeugs W. Weiter betrifft die Erfindung eine Ziehkissenpresse und eine Steuereinrichtung
SE. Ein Modell MD als Teil einer Steuereinrichtung SE berechnet einen Druckwert D,
eine Prozessgeschwindigkeit, eine Prozesskraft und/oder weitere Bewegungsparameter,
die zur Stabilisierung einer Regelung einer elektrischen Maschine M als Teil des Hydrauliksystems
vorgesehen ist. Mit Hilfe der elektrischen Maschine M und einem Durchflussregler DR,
lassen sich die Bewegung des Werkzeugs W durch die elektrische Maschine M steuern
oder regeln. Mit Hilfe der Bewegungsparameter wird die elektrische Maschine M gesteuert.
Durch die Berechnung des Druckwerts, der Prozessgeschwindigkeit und/oder der Prozesskraft
durch das Modell MD und die Bereitstellung der Werte an die Steuereinrichtung SE kann
die elektrische Maschine M geregelt werden. Ein bisher notwendiger Drucksensor DS
kann somit entfallen.
1. Hydrauliksystem zur Steuerung oder Regelung einer Bewegung eines Werkzeugs (W), insbesondere
eines Ziehkissens einer Ziehkissenpresse, aufweisend
- einen Hydraulikzylinder (HZ), der mit dem Werkzeug (W) gekoppelt ist,
- einen Durchflussregler (DR), der mit dem Hydraulikzylinder (HZ) verbunden ist, wobei
der Durchflussregler an eine elektrische Maschine (M) gekoppelt ist,
- eine Steuereinrichtung (SE), die zur Steuerung der elektrischen Maschine (M) ausgebildet
ist,
- mindestens ein Messmittel (KS, OS, G, ES) zum Erfassen eines Belastungszustandes
und/oder einer Bewegung des Werkzeugs (W) oder der elektrischen Maschine (M),
wobei das mindestens eine Messmittel (KS, OS, G, ES) zur Ausgabe eines Signals (S)
bei Vorliegen eines Belastungszustands und/oder einer Bewegung des Werkzeugs (W) oder
der elektrischen Maschine (M) an die Steuereinrichtung (SE) ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Messmittel (KS, OS, G, ES) als Kraftsensor (KS), als Positionssensor (OS) und/oder
als Elektrizitätssensor (ES) und/oder als Geber (G) ausgebildet ist, und dass die
Steuereinrichtung (SE) ein Modell (MD) des Hydrauliksystems aufweist und dass das
Modell (MD) Bewegungsparameter zur Steuerung oder Regelung der elektrischen Maschine
(M) bereitstellt.
2. Hydrauliksystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kraftsensor (KS) dem Werkzeug (W) zugeordnet ist.
3. Hydrauliksystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Modell (MD) einen Druckwert (D) eines Hydraulikmediums (D), insbesondere zur
Regelung der elektrischen Maschine (M), berechnet.
4. Hydrauliksystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Modell (MD) zur Berechnung einer Prozesskraft und/oder eine Prozessgeschwindigkeit
vorgesehen ist.
5. Hydrauliksystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das der Geber (G) und/oder der Elektrizitätssensor (SE) der elektrischen Maschine
(M) zugeordnet sind.
6. Hydrauliksystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (SE) einen Umrichter (U) aufweist, und der Umrichter (U) zum
Steuern und/oder Regeln der elektrischen Maschine (M) vorgesehen ist.
7. Hydrauliksystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrizitätssensor (ES) zur Ermittlung des Stroms (I_ist) in der elektrischen
Maschine (M) und/oder der Spannung (U_ist) in der elektrischen Maschine (M) ausgebildet
ist, dass der Elektrizitätssensor (ES) zur Bereitstellung eines Signals (S) an den
Umrichter (U) ausgebildet ist und dass der Umrichter (U) zur Steuerung und/oder Regelung
des Stroms (I_ist) und/oder der Spannung (I_ist) in der elektrischen Maschine (M)
vorgesehen ist.
8. Hydrauliksystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Modell (MD) autark ist.
9. Hydrauliksystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Modell (MD) ein selbstlernendes Modell ist.
10. Ziehkissenpresse, aufweisend ein Hydrauliksystem nach einem der vorangehenden Ansprüche.
11. Verfahren zur Steuerung und/oder Regelung einer Bewegung eines Werkzeugs (W) mittels
eines Hydrauliksystems, umfassend die Schritte:
A) Erfassen eines Belastungszustandes und/oder einer Bewegung eines Werkzeugs (W)
und/oder einer elektrischen Maschine (M) mit einem Messmittel (ES, OS, KS, G);
B) Erzeugen eines Signals (S) an eine Steuereinrichtung (SE) des Hydrauliksystems,
wenn ein Belastungszustand und/oder eine Bewegung des Werkzeugs (W) und/oder der elektrischen
Maschine (M) erfasst ist;
C) Bereitstellen des Signals (S) als Eingangsgröße für ein Modell (MD) des Hydrauliksystems;
D) Bereitstellen von zumindest einem Bewegungsparameter zur Steuerung oder Regelung
der elektrischen Maschine (M) des Hydrauliksystems,
dadurch gekennzeichnet dass, dass Messmittel (ES, OS, KS, G) als Kraftsensor (KS), als Positionssensor (OS), als
Geber (G) und/oder als Elektrizitätssensor (ES) ausgebildet ist, und dass die Bereitstellung
des zumindest einen Bewegungsparameter zur Steuerung oder Regelung der elektrischen
Maschine (M) mittels eines Modells (MD) erfolgt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Berechnung der Bewegungsparameter weitgehend autark erfolgt und dass das durch
das mindestens eine Messmittel (KS, ES, OS, G) bereitgestellte Signal (S) zur Verbesserung
des Modells (MD) dient.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungsparameter ein Drehmoment oder eine Drehzahl der elektrischen Maschine
(M) sind.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Modell (MD) eine Prozesskraft oder eine Prozessgeschwindigkeit berechnet und
anhand der Prozesskraft und/oder der Prozessgeschwindigkeit die elektrische Maschine
(M) steuert oder regelt.
15. Steuereinrichtung (SE) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 11
bis 14.