[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verschlusselement für eine Boroskopöffnung
einer Gasturbine, insbesondere Fluggasturbine, wobei die Boroskopöffnung einen einem
Gas führenden Ringkanal der Gasturbine zugewandten radial inneren Öffnungsrand aufweist,
wobei das Verschlusselement einen Hauptabschnitt und einen mit dem Hauptabschnitt
verbundenen Verschlussabschnitt aufweist, und wobei der Verschlussabschnitt bezogen
auf eine Längsachse des Verschlusselements wenigstens teilweise rotationssymmetrisch
ausgebildet ist.
[0002] Richtungsangaben wie "Axial-" bzw. "axial", "Radial-" bzw. "radial" und "Umfangs-"
sind grundsätzlich auf die Maschinenachse der Gasturbine bezogen zu verstehen, sofern
sich aus dem Kontext nicht explizit oder implizit etwas anderes ergibt.
[0003] Derartige Verschlusselemente, die auch als Boroskopstopfen bezeichnet werden können,
sind bekannt. Solche Boroskopstopfen werden in der Regel über Gewinde eingeschraubt,
wobei der rotationssysmmetrische, in der Regel kugelförmige Verschlussabschnitt tangential
mit einer Innenkontur des Ringkanals abschließt. Aufgrund dieser Anordnung des Verschlusselements,
das mit seinem Verschlussabschnitt quasi in der Boroskopöffnung bzw. in der Innenkontur
des Ringkanals versenkt ist, ergeben sich zwischen der Außenkontur des Verschlussabschnitts
und einer die Boroskopöffnung begrenzenden Wandung große Zwischenräume, die zu Störungen
der Heißgasströmung führen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist, ein Verschlusselement derart weiterzubilden, dass die
obigen Nachteile vermindert werden können.
[0005] Zur Lösung wird vorgeschlagen, dass das Verschlusselement derart dimensioniert ist,
dass der Verschlussabschnitt im eingesetzten Zustand in die Boroskopöffnung teilweise
über den radial inneren Öffnungsrand der Boroskopöffnung vorsteht.
[0006] Es hat sich gezeigt, dass ein Vorstehen des Verschlussabschnitts über den Öffnungsrand
hinaus, also in den Ringkanal hinein dazu führt, dass die Boroskopöffnung besser durch
den Verschlussabschnitt ausgefüllt ist, so dass die Dimensionen der nachteiligen Zwischenräume
verkleinert werden können. Dabei hat sich überraschend gezeigt, dass ein Vorstehen
des Verschlussabschnitts in den Ringkanal, insbesondere durch die rotationssymmetrische
Ausgestaltung des Verschlussabschnitts sich weniger störend auf die Strömung auswirkt,
als das Vorliegen von größeren Zwischenräumen im Falle von Verschlussabschnitten,
die tangential mit der Innenkontur des Ringkanals abschließen.
[0007] Damit ein solches Verschlusselement unabhängig von seiner Einbauwinkellage bezogen
auf die Innenkontur des Ringkanals eingesetzt werden kann, ist es bevorzugt, dass
der Verschlussabschnitt kugelförmig oder kegelförmig oder kegelstumpfförmig ausgebildet
ist.
[0008] Dabei kann der Verschlussbschnitt derart dimensioniert sein, dass er im Zusammenwirken
mit einer sich an den radial inneren Öffnungsrand anschließenden Öffnungswandung den
Heißgas führenden Ringkanal abdichtet.
[0009] Weiterbildend wird vorgeschlagen, dass der maximale Durchmesser des Verschlussabschnitts
im Wesentlichen dem Innendurchmesser der durch die Öffnungswandung gebildeten Boroskopöffnung
entspricht. Bei einem kugelförmig ausgebildeten Verschlussabschnitt ist der maximale
Durchmesser des Verschlussabschnitts gleich dem Durchmesser der entsprechenden Kugel.
Bei einem kegelförmig oder kegelstumpfförmig ausgebildeten Verschlussabschnitt ist
der maximale Durchmesser des Verschlussabschnitts der größte Durchmesser, der der
Kegel bzw. Kegelstumpf aufweist.
[0010] Bevorzugt weist der Hauptabschnitt eine Länge auf, die derart bemessen ist, dass
der in seinen Dimensionen abhängig vom Innendurchmesser der Boroskopöffnung festgelegte
Verschlussabschnitt über den radial inneren Öffnungsrand vorsteht.
[0011] Die Erfindung betrifft ferner eine Gasturbine, insbesondere Fluggasturbine, mit wenigstens
einer Turbinenstufe und einem der Turbinenstufe zugeordneten, Heißgas führenden Ringkanal,
und/oder mit wenigstens einer Verdichterstufe und einem der Verdichterstufe zugeordneten
Gas führenden Ringkanal, wobei der Ringkanal der Turbinenstufe oder/und der Verdichterstufe
eine radiale Außenwand aufweist, in der wenigstens eine Boroskopöffnung vorgesehen
ist, wobei die Boroskopöffnung einen in der radialen Außenwand ausgebildeten Öffnungsrand
aufweist, an den sich in im Wesentlichen radialer Richtung eine Öffnungswandung anschließt,
wobei in der Boroskopöffnung ein Verschlusselement eingesetzt ist, das einen Hauptabschnitt
und einen Verschlussabschnitt umfasst, wobei der Verschlussabschnitt von der Öffnungswandung
umgeben ist, so dass der Heißgas führende Ringkanal abgedichtet ist, wobei zur Lösung
der obigen Aufgabe vorgeschlagen wird, dass der Verschlussabschnitt im eingesetzten
Zustand in die Boroskopöffnung teilweise über den radial inneren Öffnungsrand der
Boroskopöffnung vorsteht.
[0012] Dabei kann die Außenwand des Ringkanals bezogen auf die Axialrichtung der Gasturbine
wenigstens abschnittsweise geneigt sein, so dass die Außenwand im Wesentlichen die
Form einer Mantelfläche eines Kegelstumpfs aufweist. Es wird dabei darauf hingewiesen,
dass die Außenwand des Ringkanals nicht über ihre gesamte axiale Länge geradlinig
bzw. linear ausgeprägt ist, wie die Mantellinie bei einem üblich definierten Konus,
vielmehr kann die Mantelfläche auch leicht gewellt ausgebildet sein.
[0013] Hierzu wird weiterbildend vorgeschlagen, dass der Verschlussabschnitt bezogen auf
einen axialen Längsschnitt durch die Bororskopöffnung über eine gedachte Linie in
den Ringkanal vorsteht, die einen axial vorderen Öffnungsrandabschnitt des Öffnungsrandes
und einen axial hinteren Öffnungsrandabschnitt des Öffnungsrandes entlang der Mantelfläche
geneigt zur Axialrichtung verbindet. Diese gedachte Verbindungslinie kann auch als
diejenige Linie verstanden werden, die gemäß dem Stand der Technik eine Tangente zum
Verschlussabschnitt gebildet hat, wenn der Verschlussabschnitt in der Boroskopöffnung
quasi versenkt war bzw. tangetial mit einer Innenkontur des Ringkanals abgeschlossen
hat.
[0014] Damit die Strömung von Heißgas durch den in den Ringkanal vorstehenden Verschlussabschnitt
nur geringfügig gestört wird, ist es bevorzugt, dass der Verschlussabschnitt in einer
zur gedachten Linie orthogonal gemessene Distanz in den Ringkanal vorsteht, wobei
die Distanz etwa 2% bis 30%, vorzugsweise 10% bis 24%, höchst vorzugsweise 14% bis
18% des in axialer Richtung gemessenen Durchmessers der Boroskopöffnung beträgt. Anders
ausgedrückt, soll die Distanz des Vorstehens in den Ringkanal nicht mehr als etwa
2% bis 30% des Durchmessers eines kugelförmigen Verschlusselements betragen, dessen
Außendurchmesser in der Regel im Wesentlichen dem Innendurchmesser der Bororskopöffnung
entspricht.
[0015] Im bevorzugten Fall, dass der Verschlussabschnitt kugelförmig ausgebildet ist, kann
ein Kugelsegment des Verschlussabschnitts in den Ringkanal vorstehen. Dabei kann die
Höhe des Kugelsegments der orthogonal gemessenen Distanz entsprechen.
[0016] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Figuren beispielhaft
und nicht einschränkend beschrieben.
Fig. 1 eine schematische und vereinfachte Längsschnittdarstellung eines Ausschnitts
einer Turbinenstufe einer Gasturbine mit darin eingesetztem Verschlusselement für
eine Boroskopöffnung.
Fig. 2 zeigt in den Teilfiguren A) und B) zwei vergrößerte Darstellungen des mit II
in Fig. 1 bezeichneten Bereichs, wobei in Fig. 2A) zusätzlich ein Verschlussabschnitt
in einer bekannten Positionierung angedeutet ist, und wobei in Fig. 2B) eine andere
erfindungsgemäße Positionierung des Verschlussabschnitts angedeutet ist.
[0017] Fig. 1 zeigt eine teilweise Darstellung eines Heißgas führenden Ringkanals 10 einer
nicht näher bezeichneten Turbinenstufe einer ebenfalls nicht näher dargestellten Gasturbine.
Die bezogen auf die Maschinenachse der Gasturbine axiale Richtung ist mit AR bezeichnet
und die radiale Richtung ist mit RR bezeichnet.
[0018] Der Ringkanal 10 wird zumindest abschnittsweise durch eine Ringkanalwandung 12 begrenzt
mit einer dem Heißgasstrom zugewandten Innenseite 14. Die Ringkanalwandung 12 ist
mit weiteren nicht näher beschriebenen Komponenten der Turbinenstufe bzw. der Gasturbine
verbunden, insbesondere einer Gehäusekomponente 16. Um eine betreffende Turbinenstufe,
insbesondere deren Laufschaufeln inspizieren zu können, ist in der Ringkanalwandung
12 eine Boroskopöffnung 18 vorgesehen. Entsprechende Zugänge, etwa in der Gehäusekomponente
16 und ggf. radial noch weiter außen liegenden Bauteilen der Gasturbine sind üblicherweise
vorhanden, so dass ein Boroskop durch diese Zugänge und durch die Boroskopöffnung
18 in der Ringkanalwandung 12 eingeführt und die Turbinenstufe untersucht werden kann.
[0019] Der Ringkanal 10 weist eine der Innenseite 14 entsprechende Kontur auf, wobei die
Innenseite 14 geneigt zur axialen Richtung AR verläuft. Die Innenseite 14 des Ringkanals
10 weist vereinfacht gesagt im Wesentlichen die Form einer Mantelfläche eines Konus
auf, wobei, wie dies aus der Fig. 1 ersichtlich ist, die Innenseite 14 nicht über
ihre gesamte axiale Länge geradlinig bzw. linear ausgeprägt ist, wie die Mantellinie
bei einem üblich definierten Konus. Andersausgedrückt kann auch gesagt werden, dass
sich der Ringkanal entlang der axialen Richtung AR, die im Wesentlichen der Strömungsrichtung
von Heißgas entspricht, in radialer Richtung RR aufweitet. In dieser geneigten Innenseite
14, die üblicherweise auch in Umfangsrichtung um die Maschinenachse gebogen ist, ist
die Bororskopöffnung 18 eingelassen, wobei als Übergang zwischen der Boroskopöffnung
18 und der Innenseite 14 ein radial innen liegender Öffnungsrand 20 ausgebildet ist.
In radialer Richtung RR schließt sich an den Öffnungsrand 20 eine Öffnungswandung
22 der Bororskopöffnung 18 an. Diese Öffnungswandung 22 ist im vorliegenden Beispiel
in der Ringkanalwandung 12 ausgebildet.
[0020] Die Boroskopöffnung 18 ist im Betrieb der Gasturbine durch ein Verschlusselement
24, das auch als Boroskopstopfen bezeichnet werden kann, verschlossen. Das Verschlusselement
24 wird im Wesentlichen gebildet aus einem Hauptabschnitt 26 und einem Verschlussabschnitt
28, die miteinander verbunden sind, insbesondere einstückig miteinander ausgebildet
sind. Der Verschlussabschnitt 28 ist üblicherweise rotationssymmetrisch ausgebildet
um eine Rotationsachse, die in der vorliegenden Ausführungsform der Längsachse LA
des Verschlusselements 24 entspricht. Im gezeigten Beispiel ist das Verschlusselement
24 so in der Turbinenstufe bzw. der Gasturbine eingesetzt, dass sich die Längsachse
LA im Wesentlichen parallel zur radialen Richtung RR erstreckt. Es sind allerdings
auch andere Einbaulagen des Verschlusselements 24 denkbar, bei denen die Längsachse
bezogen auf die radiale Richtung RR nach axial vorne bzw. axial hinten geneigt ist.
Ferner kann die Längsachse LA auch in Umfangsrichtung von der radialen Richtung RR
abweichen. Durch Verwendung eines rotationssymmetrischen Verschlusselements 24, insbesondere
in Form einer Kugel oder eines Kegels, kann ein gleiches Verschlusselement in unterschiedlichen
Einbaulagen eingesetzt werden.
[0021] In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform ist der Verschlussabschnitt 28 kugelförmig
ausgebildet. Das Verschlusselement 24 ist ferner derart ausgestaltet, dass es im in
die Bororskopöffnung 18 eingesetzten Zustand mit seinem Verschlussabschnitt 28 in
den Ringkanal 10 vorsteht bzw. in diesen teilweise hineinragt. Im dargestellten Beispiel
steht der Verschlussabschnitt 28 über eine gedachte Verbindungslinie VL vor, die (in
axialer Richtung AR) den vorderen Öffnungsrandabschnitt 20a und den hinteren Öffnungsrandabschnitt
20b miteinander verbindet. In der Schnittdarstellung der Fig. 1 kann diese Verbindungslinie
VL auch als gedachte Ergänzung der Innenseite 14 der Ringkanalwandung gesehen werden,
wenn keine Boroskopöffnung 18 vorgesehen wäre. Die Verbindungslinie VL ist ebenfalls
geneigt zur radialen Richtung RR und zur axialen Richtung AR. Der Verschlussabschnitt
28 steht mit seiner Außenfläche 30 um einen Abstand AB, der orthogonal zur Verbindungslinie
VL gemessen ist, in den Ringkanal 10 vor, so dass der Verschlussabschnitt über den
radial innen liegenden Öffnungsrand 20 der Boroskopöffnung 18 vorsteht. Der Verschlussabschnitt
28 kommt in dieser Positionierung mit seiner Außenfläche 30 in Kontakt mit der Öffnungswandung
22, so dass eine Abdichtung des Ringkanals 10 der Turbinenstufe erreicht werden kann.
[0022] Fig. 2A zeigt einen vergrößerten Ausschnitt entsprechend dem gestrichelt umrandeten
Bereich II der Fig. 1. In Fig. 2A ist ebenfalls der Verschlussabschnitt 28 dargestellt
in seiner eingesetzten Position in der Boroskopöffnung 18. Gestrichelt ist ein Verschlussabschnitt
28a dargestellt, der in einer aus dem Stand der Technik bekannten Position in der
Boroskopöffnung 18 eingesetzt ist. Dabei schließt der Verschlussabschnitt 28a mit
der Innenseite 14 bzw. der Kontur des Ringkanals 10 so ab, dass die Verbindungslinie
VL eine Tangente zur Außenfläche 30a des Verschlussabschnitts 28a bildet. Der Verschlussabschnitt
28a ist quasi versenkt in der Boroskopöffnung aufgenommen.
[0023] Bei der Positionierung des Verschlusselements 28 derart, dass es in den Ringkanal
10 vorsteht, wird ein zwischen der Außenfläche 30 und der Öffnungswandung 22 gebildeter
Zwischenraum 32 (einfach schraffierte Fläche) verkleinert, verglichen mit der bekannten
Positionierung des gestrichelt dargestellten Verschlusselements 28a, bei der der Zwischenraum
32 noch um den Bereich 32a (gekreuzt schraffierte Fläche) bzw. ein entsprechendes
Volumen vergrößert ist. Ferner bildet sich bei der bekannten Anordnung des Verschlusselements
28a auch ein zusätzlicher Zwischenraum 32b aus, auf der in Strömungsrichtung hinteren
Seite des Verschlussabschnitts 28a.
[0024] Durch die Verkleinerung des Zwischenraums 32 können Störungen der Heißgasströmung,
insbesondere Verwirbelungen im Zwischenraum 32 vermindert werden. Aufgrund der rotationssymmetrischen,
vorzugsweise kugelförmigen Ausgestaltung des Verschlussabschnitts 32, kann der in
den Ringkanal 10 vorstehende Teil des Verschlussabschnitts mit wenig Widerstand umströmt
werden. Die Verkleinerung des Zwischenraums 32, insbesondere um die Volumina in den
Bereichen 32a und 32b führt in Kombination mit dem Vorstehen des Verschlussabschnitts
32 in den Ringkanal 10 zu weniger Störungen der Strömung von Heißgas, so dass insgesamt
ein verbesserter Betrieb und ein verbesserter Wirkungsgrad der Turbinenstufe erreicht
werden kann.
[0025] Aus der Fig. 2A ist ferner ersichtlich, dass für die geänderte Positionierung des
Verschlusselements 24 in der Boroskopöffnung 18 keine Anpassung am rotationssymmetrischen,
insbesondere kugelförmigen Verschlussabschnitt 28 erforderlich ist, sondern dass der
Hauptabschnitt 26, beispielsweise um einen Betrag HL verlängert wird, verglichen mit
einem bekannten Verschlusselement. Die Verlängerung HL des Hauptabschnitts 26 kann
an einer beliebigen Position entlang der Längsachse LA erfolgen. Entsprechend kann
die vorgeschlagene Lösung auch für bereits bestehende Gasturbinen umgesetzt werden,
indem bestehende kürzere Verschlusselemente durch neue längere Verschlusselemente
24 ersetzt werden.
[0026] Fig. 2B zeigt in gestrichelter Darstellung eine andere Positionierung des Verschlussabschnitts
28, derart dass er noch etwas mehr in den Ringkanal 10 vorsteht (Abstand AB'), aber
gerade noch mit seiner Außenfläche 30 in Berührung kommt mit dem axial hinteren Öffnungsrand
20b der Boroskopöffnung 18. Wie oben unter Bezugnahme auf die Fig. 2A beschrieben,
kann auch in diesem Fall der Hauptabschnitt 26 gegenüber einem Hauptabschnitt 26 gemäß
Fig. 1 bzw. 2A um den Betrag HL' verlängert werden. Der Zwischenraum 32 ist um den
Bereich bzw. das Volumen 32c (gekreuzt schraffiert) kleiner geworden, wobei der Abstand
AB' etwas größer geworden ist. Die übrigen in der Figur 2B enthaltenen Bezugszeichen
bezeichnen die gleichen Komponenten wie unter Bezugnahme auf die Fig. 1 und 2A bereits
beschrieben und sind in der Fig. 2B erneut enthalten, auch wenn sie nicht nochmals
beschrieben werden.
[0027] Der in den Fig. 1, 2A und 2B eingezeichnete Abstand AB zwischen der gedachten Verbindungslinie
und der Außenfläche 30 des Verschlussabschnitts beträgt etwa 2% bis 30% des Durchmessers
DM der Boroskopöffnung 18. Anders ausgedrückt beträgt der Abstand AB etwa 2% bis 30%
des Durchmessers DM des kugelförmigen Verschlussabschnitts 24. Bevorzugte Größenbereiche
des Abstands AB liegen bei etwa 10-24% und weiter bei 14-18% des Durchmessers DM.
Das Vorstehen des Verschlussabschnitts 28 um den Abstand AB in den Ringkanal 10 hinein
kann in Abhängigkeit der Ausrichtung und Geometrie der Boroskopöffnung sowie der Kontur
des Ringkanals 10 gewählt werden, derart, dass eine insgesamt wenig gestörte Strömung
von Heißgas erreicht werden kann, wobei Zwischenräume 32, 32a, 32b zwischen dem Verschlussabschnitt
28 und der Öffnungswandung 22 minimiert werden durch Vergrößerung des Abstands AB
der Außenfläche 30 von der Verbindungslinie VL.
[0028] Insgesamt ergibt sich durch das vorgeschlagene Verschlusselement 24 für eine Boroskopöffnung
18 die Möglichkeit die Strömungsverhältnisse in einem Ringkanal 10 einer Turbinenstufe
zu verbessern, wobei entgegen bisheriger Lehren ein Vorstehen des Verschlussabschnitts
in den Ringkanal in Kauf genommen wird, weil dies zu einer geringen Störung der Strömung
führt, insbesondere bei Verwendung eines kugelförmigen Verschlussabschnitts.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 10
- Ringkanal
- 12
- Ringkanalwandung
- 14
- Innenseite
- 16
- Gehäusekomponente
- 18
- Boroskopöffnung
- 20
- Öffnungsrand
- 20a
- axial vorderer Öffnungsrandabschnitt
- 20b
- axial hinterer Öffnungsrandabschnitt
- 22
- Öffnungswandung
- 24
- Verschlusselement (Boroskopstopfen)
- 26
- Hauptabschnitt
- 28
- Verschlussabschnitt
- 30
- Außenfläche
- 32
- Zwischenraum
- 32a
- Vergrößerung Zwischenraum
- 32b
- Zwischenraum
- 32c
- Verkleinerung Zwischenraum
- AB
- Abstand
- AR
- axiale Richtung
- DM
- Durchmesser
- HL
- Verlängerung Hauptabschnitt
- LA
- Längsachse
- RR
- radiale Richtung
- SR
- Strömungsrichtung
- VL
- Verbindungslinie
1. Verschlusselement für eine Boroskopöffnung (18) einer Gasturbine, insbesondere Fluggasturbine,
wobei die Boroskopöffnung (18) einen einem Gas führenden Ringkanal (10) der Gasturbine
zugewandten radial inneren Öffnungsrand (20, 20a, 20b) aufweist, wobei das Verschlusselement
(24) einen Hauptabschnitt (26) und einen mit dem Hauptabschnitt (26) verbundenen Verschlussabschnitt
(28) aufweist, und wobei der Verschlussabschnitt (28) bezogen auf eine Längsachse
(LA) des Verschlusselements (24) wenigstens teilweise rotationssymmetrisch ausgebildet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (24) derart dimensioniert ist, dass der Verschlussabschnitt
(28) im eingesetzten Zustand in die Boroskopöffnung (18) teilweise über den radial
inneren Öffnungsrand (20, 20a, 20b) der Boroskopöffnung (18) vorsteht.
2. Verschlusselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussabschnitt (28) kugelförmig oder kegelförmig oder kegelstumpfförmig
ausgebildet ist.
3. Verschlusselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussbschnitt (28) derart dimensioniert ist, dass er im Zusammenwirken mit
einer sich an den radial inneren Öffnungsrand (20, 20a, 20b) anschließenden Öffnungswandung
(22) den Heißgaskanal (10) abdichtet.
4. Verschlusselement nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser Verschlussabschnitts (28) im Wesentlichen dem Innendurchmesser (D)
der durch die Öffnungswandung (22) gebildeten Boroskopöffnung (18) entspricht.
5. Verschlusselement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Hauptabschnitt (26) eine Länge aufweist, die derart bemessen ist, dass der in
seinen Dimensionen abhängig vom Innendurchmesser (DM) der Boroskopöffnung (18) festgelegte
Verschlussabschnitt (28) über den radial inneren Öffnungsrand (20, 20a, 20b) vorsteht
und zwar vorzugsweise um einen Betrag, der wenigstens 2% des maximalen Durchmessers
(DM) des Verschlussabschnitts (28) entspricht.
6. Gasturbine, insbesondere Fluggasturbine, mit wenigstens einer Turbinenstufe und einem
der Turbinenstufe zugeordneten, Heißgas führenden Ringkanal (10), und/oder mit wenigstens
einer Verdichterstufe und einem der Verdichterstufe zugeordneten Gas führenden Ringkanal,
wobei der Ringkanal (10) der Turbinenstufe oder/und der Verdichterstufe eine radiale
Außenwand (12) aufweist, in der wenigstens eine Boroskopöffnung (18) vorgesehen ist,
wobei die Boroskopöffnung (18) einen in der radialen Außenwand (12) ausgebildeten
Öffnungsrand (20, 20a, 20b) aufweist, an den sich, vorzugsweise in im Wesentlichen
radialer Richtung (RR), eine Öffnungswandung (22) anschließt, wobei in der Boroskopöffnung
(18) ein Verschlusselement (24) eingesetzt ist, das vorzugsweise nach einem der vorhergehenden
Ansprüche ausgebildet ist und das einen Hauptabschnitt (26) und einen Verschlussabschnitt
(28) umfasst, wobei der Verschlussabschnitt (28) von der Öffnungswandung (22) umgeben
ist, so dass der Heißgas führende Ringkanal (10) abgedichtet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussabschnitt (26) im eingesetzten Zustand in die Boroskopöffnung (18)
teilweise über den radial inneren Öffnungsrand (20, 20a, 20b) der Boroskopöffnung
(18) vorsteht.
7. Gasturbine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenwand (12) des Ringkanals (10) bezogen auf die Axialrichtung (AR) der Gasturbine
wenigstens abschnittsweise geneigt ist, so dass die Außenwand (12) im Wesentlichen
die Form einer Mantelfläche eines Kegelstumpfs aufweist.
8. Gasturbine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussabschnitt (26) bezogen auf einen axialen Längsschnitt durch die Bororskopöffnung
(18) über eine gedachte Linie (VL) in den Ringkanal (10) vorsteht, die einen axial
vorderen Öffnungsrandabschnitt (20a) des Öffnungsrandes (20) und einen axial hinteren
Öffnungsrandabschnitt (20b) des Öffnungsrandes (20) entlang der Mantelfläche geneigt
zur Axialrichtung (AR) verbindet.
9. Gasturbine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussabschnitt (28) in einer zur gedachten Linie (VL) orthogonal gemessene
Distanz (AB) in den Ringkanal (10) vorsteht, wobei die Distanz (AB) etwa 2% bis 30%,
vorzugsweise 10% bis 24%, insbesondere 14% bis 18% des in axialer Richtung (AR) gemessenen
Innendurchmessers (DM) der Boroskopöffnung (18) beträgt.
10. Gasturbine nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussabschnitt (28) kugelförmig ausgebildet ist, wobei ein Kugelsegment
des Verschlussabschnitts (28) in den Ringkanalkanal vorsteht.
11. Gasturbine nach Anspruch 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Kugelsegments der orthogonal gemessenen Distanz (AB) entspricht.