[0001] Die Erfindung betrifft ein Mautsystem, eine Fahrzeugeinrichtung und ein Verfahren
zur Erkennung von Fehlern in einer von einem Fahrzeug mitgeführten Fahrzeugeinrichtung
eines Mautsystems nach den Oberbegriffen der unabhängigen Ansprüche.
[0002] Fahrzeugeinrichtungen, die der Mauterhebung dienen und dazu in einem Fahrzeug mitgeführt
werden; sind demgemäß ausgebildet, Positionsdaten von Positionen des Fahrzeugs zu
erfassen und in Abhängigkeit von mehreren Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung
die Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten abgeleitete Daten zum Zwecke der
Erhebung einer auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr zu verarbeiten, die für die Nutzung
einer Verkehrsfläche durch das Fahrzeug zu erheben ist, die anhand der erfassten Positionsdaten
identifizierbar ist.
Dabei kann entweder die Fahrzeugeinrichtung selbst in Abhängigkeit von mehreren Zustandsvariablen
der Fahrzeugeinrichtung unter Identifizierung wenigstens einer von dem Fahrzeug genutzten
mautpflichtigen Verkehrsfläche anhand der Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten
abgeleiteter Daten eine auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die Nutzung der identifizierten
Verkehrsfläche durch das Fahrzeug erheben oder eine zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
des Mautsystems, die von der Fahrzeugeinrichtung die Positionsdaten und/ oder aus
den Positionsdaten abgeleitete Daten im Ergebnis einer Verarbeitung der Positionsdaten
und/ oder aus den Positionsdaten abgeleiteter Daten empfangen hat, anhand der erfassten
Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten abgeleiteter Daten eine auf das Fahrzeug
bezogene Mautgebühr für die Nutzung der identifizierten Verkehrsfläche durch das Fahrzeug
erheben.
[0003] Die Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung sind derart, dass sie die Verarbeitung
der Positionsdaten oder der aus den Positionsdaten abgeleiteten Daten beeinflussen
- beispielsweise ermöglichen oder verhindern - in dem Sinne, dass das Ergebnis der
Verarbeitung von den Zustandsvariablen abhängig ist. Eine Zustandsvariable kann beispielsweise
eine registrierte Kennung der Fahrzeugeinrichtung oder des Fahrzeugs sein, die benötigt
wird, um eine Zuordnung einer Mautgebühr zu dem Fahrzeug zu erhalten, mit dem die
mautpflichtige Verkehrsfläche benutzt wird. Eine andere Zustandsvariable kann ein
registrierter Betriebsbereitschaftszustand der Fahrzeugeinrichtung sein, für den im
Falle einer mangelnden Betriebsbereitschaft eine zweckgebundene Verarbeitung der Positionsdaten
oder von den Positionsdaten abgeleiteter Daten unterbunden ist.
Fahrzeugeinrichtungen, die der Erhebung von Maut dienen, weisen in der Regel eine
Vielzahl von Zustandsvariablen auf, die die Mauterhebung beeinflussen. Die Werte dieser
Zustandsvariablen sind in einem Speicher der Fahrzeugeinrichtung in Form von Ausgangsdaten
gespeichert, die in Abhängigkeit von empfangenen oder erzeugten Eingangsdaten erzeugt
wurden. Beispielsweise können Eingangsdaten der Fahrzeugeinrichtung über eine Schnittstelle
zugeführt werden oder durch die Fahrzeugeinrichtung selbst erzeugt werden.
Bei der Inbetriebnahme der Fahrzeugeinrichtung werden auf diese durch den Empfang
von Eingangsdaten Ausgangsdaten erzeugt, die einen Betrieb der Fahrzeugeinrichtung
im Sinne ihres Zweckes ermöglichen. Auch im Betrieb der Fahrzeugeinrichtung kann die
Fahrzeugeinrichtung Eingangsdaten empfangen, deren Verarbeitung dann eine Änderung
der Ausgangsdaten mit dem Ergebnis zur Folge hat, dass ein geänderter Wert der betroffenen
Zustandsvariablen in der Fahrzeugeinrichtung gespeichert wird. Außerdem kann die Fahrzeugeinrichtung
im Betrieb selbst Eingangsdaten erzeugen, deren Verarbeitung dann ebenfalls eine Änderung
der Ausgangsdaten mit dem Ergebnis zur Folge hat, dass ein geänderter Wert der betroffenen
Zustandsvariablen in der Fahrzeugeinrichtung gespeichert wird.
[0004] Ein bestimmter Wert einer Zustandsvariablen kann beispielsweise zur Folge haben,
dass eine Mautgebühr gar nicht mehr erhoben wird oder falsch erhoben wird oder nicht
dem richtigen Fahrzeug zugeordnet wird. Ein solcher bestimmter Wert kann korrekt sein.
Aufgrund der komplexen Verarbeitung von Eingangsdaten kann es unter unvorhergesehenen
Bedingungen, denen nicht abgeholfen werden kann, dazu kommen, dass ein solcher bestimmter
Wert nicht korrekt ist. So bedeutet eine Änderung eines Wertes einer Zustandsvariablen
ohne die dafür nötigen Voraussetzungen - ebenso wie die Beibehaltung eines aufgrund
geänderter Randbedingungen oder Eingangsdaten ungültig gewordenen Wertes einer Zustandsvariablen
- einen ungerechtfertigten Einfluss auf die Mauterhebung - sprich einen Fehler. Im
Interesse sowohl des Mautbetreibers als auch des Nutzers ist in einem solchen Fall
zu bestimmen, dass es einen Fehler gibt und ggf. in wessen Verantwortungsbereich er
fällt. So kann ein Fehler auf die Fahrzeugeinrichtung des Mautbetreibers oder auf
die fehlende Mitwirkung des Nutzers zurückzuführen sein.
[0005] Die vorliegende Erfindung hat es sich zur Aufgabe gemacht, derartige fehlerhafte
Werte einer Zustandsvariablen einer Fahrzeugeinrichtung eines Mautsystems aufzudecken.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
sind Gegenstand der Unteransprüche. Merkmale von Weiterbildungen unabhängig beanspruchter
Erzeugnisse und Verfahren gelten als efindungsübergreifend untereinander austauschbar
und aufeinander übertragbar, soweit dies technisch möglich ist.
[0007] Zusammengefasst sieht die Erfindung vor, zur Erkennung von fehlerhaften Zustandsvariablen
einer zur Mauterhebung dienlichen Fahrzeugeinrichtung, Eingangsdaten aus denen durch
die Fahrzeugeinrichtung Ausgangsdaten in Form eines Wertes der Zustandsvariablen erzeugt
werden, in einem Ereignisprotokoll und die Ausgangsdaten in einem Statusprotokoll
abzuspeichern, um dann ausgehend von zu prüfenden Eingangsdaten mittels eines Regelwerkes
in dem Statusprotokoll nach zu erwartenden und/ oder verbotenen Ausgangsdaten zu suchen
oder ausgehend von zu prüfenden Ausgangsdaten mittels eines Regelwerkes in dem Ereignisprotokoll
nach zu erwartenden und/ oder verbotenen Eingangsdaten zu suchen, wobei eine Fehlermeldung
ausgegeben wird, wenn die eine oder die andere Suche nach zu erwartenden Daten erfolglos
ist und/ oder die eine oder andere Suche nach verbotenen Daten erfolgreich ist..
[0008] Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird ein Mautsystem bereitgestellt, das wenigstens
eine von einem Fahrzeug mitgeführte Fahrzeugeinrichtung umfasst, die ausgebildet ist,
(a) Positionsdaten von Positionen des Fahrzeugs zu erfassen, (b) in Abhängigkeit von
mehreren Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung die Positionsdaten und/ oder aus
den Positionsdaten abgeleitete Daten zum Zwecke der Erhebung einer auf das Fahrzeug
bezogenen Mautgebühr zu verarbeiten, die für die Nutzung einer Verkehrsfläche durch
das Fahrzeug zu erheben ist, die anhand der erfassten Positionsdaten identifizierbar
ist, (c) Eingangsdaten zu empfangen oder zu erzeugen und (d) in Abhängigkeit von den
empfangenen oder erzeugten Eingangsdaten Ausgangsdaten zu erzeugen, die jeweils einen
Wert einer Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung repräsentieren, und dadurch gekennzeichnet
ist, das die Fahrzeugeinrichtung ausgebildet ist, (e) Statusinformationen, die jeweils
mit einem Statuszeitwert verknüpfte erzeugte Ausgangsdaten umfassen, in einem in der
Fahrzeugeinrichtung gespeicherten Statusprotokoll einzutragen, (f) Ereignismeldungen,
die jeweils mit einem Ereigniszeitwert verknüpfte empfangene oder erzeugte Eingangsdaten
umfassen, in einem in der Fahrzeugeinrichtüng gespeicherten Ereignisprotokoll einzutragen,
und das Mautsystem ausgebildet ist, (g) anhand wenigstens eines im Mautsystem gespeicherten
Regelwerkes zu ermitteln, ob i) zu wenigstens einer zu prüfenden Ereignismeldung des
Ereignisprotokolls in dem Statusprotokoll gemäß wenigstens eines im Mautsystem gespeicherten
Regelwerkes zu erwartende und/ oder verbotene Ausgangsdaten in wenigstens einer Statusinformation
enthalten sind, deren Statuszeitwert innerhalb wenigstens eines vorgegeben zeitlichen
Bereiches um den Ereigniszeitwert der zu prüfenden Ereignismeldung liegt, und/ oder
ii) zu wenigstens einer zu prüfenden Statusinformation des Statusprotokolls in dem
Ereignisprotokoll gemäß wenigstens eines im Mautsystem gespeicherten Regelwerkes zu
erwartende und/ oder verbotene Eingangsdaten in wenigstens einer Ereignismeldung enthalten
sind, deren Ereigniszeitwert innerhalb wenigstens eines vorgegebenen zeitlichen Bereiches
um den Statuszeitwert der zu prüfenden Statusinformation liegt, und (h) bei der Feststellung
eines Mangels an gemäß des wenigstens einen Regelwerks zu erwartenden Ausgangsdaten
und/ oder zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder bei Feststellung eines Vorliegens
von gemäß des wenigstens einen Regelwerks verbotenen Ausgangsdaten und/ oder verbotenen
Eingangsdaten eine Fehlermeldung zu erzeugen.
[0009] Das Merkmal (g) i) entspricht einer erfindungsgemäßen Protokollprüfung mit der Suche
nach einem oder mehreren Ergebnissen in Form von Ausgangsdaten im Statusprotokoll,
die durch einen oder mehrere Auslöser in Form der zu prüfenden Eingangsdaten im Ereignisprotokoll
gemäß des Regelwerkes zu erwarten (d. h. zu erwartend) und/ oder nicht zu erwarten
(d. h. verboten) sind, und wird kurz als "Vorwärtssuche" bezeichnet.
Das Merkmal (g) ii) entspricht einer erfindungsgemäßen Protokollprüfung nach einem
oder mehreren Auslösern in Form von Eingangsdaten im Ereignisprotokoll, die ein oder
mehrere gemäß des Regelwerkes zu erwartende Ergebnisse in Form der zu prüfenden von
Ausgangsdaten im Statusprotokoll gemäß des Regeiwerkes bedingen (und damit zu erwartend
für das Vorliegen der zu prüfenden Ausgangsdaten sind) oder nicht bedingen dürften
(und damit bei Vorliegen der zu prüfenden Ausgangsdaten verboten sind), und wird kurz
als "Rückwärtssuche" bezeichnet.
Zu erwartende Eingangs- oder Ausgangsdaten können sowohl erforderliche Eingangs- oder
Ausgangsdaten einer einzigen Ereignismeldung oder Statusinformation sein, die laut
Regelwerk auftreten müssen, als auch zulässige Eingangs- oder Ausgangsdaten mehrerer
Ereignismeldungen oder Statusinformationen sein, von denen Eingangs- oder Ausgangsdaten
wenigstens einer Ereignismeldung oder Statusmeldung erforderliche Eingangs- oder Ausgangsdaten
sind. Das Merkmal (d) beschreibt den Soll-Zustand der erfindungsgemäßen Fahrzeugeinrichtung.
Das Merkmal (h) beschreibt mit dem Ergebnis, das aus der Vorwärts- und/ oder Rückwärtssuche
resultieren kann, den meldepflichtigen fehlerhaften Ist-Zustand der erfindungsgemäßen
Fahrzeugeinrichtung.
[0010] Dabei bedingt die Formulierung eines vorgegeben zeitlichen Bereiches (kurz: Zeitbereiches)
um den jeweiligen Zeitwert der zu prüfenden Ereignismeldung oder Statusinformation
nicht zwangsläufig, dass der jeweilige Zeitwert der zu prüfenden Ereignismeldung oder
Statusinformation in dem vorgegeben Zeitbereich enthalten sein muss (diese Bedingung
trifft nur auf den Zeitwert der Statusinformation(en) oder der Ereignismeldung(en)
zu, die im Rahmen der Prüfung gesucht werden). Es kann der jeweilige Zeitwert der
zu prüfenden Ereignismeldung oder Statusinformation auch außerhalb des vorgegebenen
Zeitbereiches liegen, wobei dann in der Definition des vorgegebenen Zeitbereiches
die Grenzen des Zeitbereiches mit zwei relativen zeitlichen Abständen mit jeweils
negativen Vorzeichens festgelegt werden, wenn der vorgegebene Zeitbereich gänzlich
vor dem jeweiligen Zeitwert der zu prüfenden Ereignismeldung oder Statusinformation
liegt, und mit zwei relativen zeitlichen Abständen mit jeweils positiven Vorzeichen,
wenn der vorgegebene Zeitbereich gänzlich nach dem jeweiligen Zeitwert der zu prüfenden
Ereignismeldung oder Statusinformation liegt. Für den Fall, dass der jeweilige Zeitwert
der zu prüfenden Ereignismeldung oder Statusinformation eine Grenze bildet, so dass
ein relativer Abstand gleich Null ist, genügt die Angabe eines einzigen zeitlichen
Abstandes zu dem jeweiligen Zeitwert der zu prüfenden Ereignismeldung oder Statusinformation
zur Definition des Zeitbereiches.
Insbesondere können die zeitlichen Bereiche für die Suche nach verbotenen Eingangs-
oder Ausgangsdaten von den zeitlichen Bereichen für die Suchen nach zu erwartenden
Eingangs- oder Ausgangsdaten verschieden sein. Bevorzugt kann beispielsweise der Zeitbereich
für die Suche nach verbotenen Eingangs- oder Ausgangsdaten zeitlich nach dem jeweiligen
Zeitwert der zu prüfenden Statusinformation oder Ereignismeldung angeordnet sein,
weil ausgehend von zu prüfenden Ereignismeldungen oder Statusinformationen bestimmte
nachfolgende Ereignismeldungen oder Statusinformationen nicht auftreten dürften, und
der Zeitbereich für die Suche nach zu erwartenden Eingangs- oder Ausgangsdaten zeitlich
vor dem jeweiligen Zeitwert der zu prüfenden Statusinformation oder Ereignismeldung
angeordnet sein, weil die Existenz der zu prüfenden Statusinformationen oder Ereignismeldungen
das Vorliegen bestimmter Eingangs- oder Ausgangsdaten vorangehender Ereignismeldungen
oder Statusinformationen voraussetzt. Umgekehrt kann aber auch der Zeitbereich für
die Suche nach verbotenen Eingangs- oder Ausgangsdaten zeitlich vor dem jeweiligen
Zeitwert der zu prüfenden Statusinformation oder Ereignismeldung angeordnet sein,
weil ausgehend von zu prüfenden Ereignismeldungen oder Statusinformationen bestimmte
vorhergehende Ereignismeldungen oder Statusinformationen nicht auftreten dürfen, deren
verbotene Eingangsdaten andere Ausgangsdaten als die der zu prüfenden Statusinformation
oder deren verbotenen Ausgangsdaten andere Eingangsdaten als die der zu prüfenden
Ereignismeldung erzeugt hätten. Ebenso kann der Zeitbereich für die Suche nach.zu
erwartenden Eingangs- oder Ausgangsdaten zeitlich nach dem jeweiligen Zeitwert der
zu prüfenden Statusinformation oder Ereignismeldung angeordnet sein, weil ausgehend
von zu prüfenden Ereignismeldungen oder Statusinformationen bestimmte nachfolgende
Ereignismeldungen oder Statusinformationen auftreten sollten.
Die zeitliche Nachordnung oder Voranstellung des Zeitbereiches schließt nicht aus,
dass der jeweilige Zeitwert der zu prüfenden Statusinformation oder Ereignismeldung
eine untere beziehungsweise obere Grenze des betreffenden Zeitbereiches bildet.
[0011] Insbesondere kann das Mautsystem insofern ausgebildet sein, (g) anhand wenigstens
eines im Mautsystem gespeicherten Regelwerkes zu ermitteln, ob i) zu wenigstens einer
zu prüfenden Ereignismeldung des Ereignisprotokolls in dem Statusprotokoll gemäß wenigstens
eines im Mautsystem gespeicherten Regelwerkes zu erwartende und/ oder verbotene Ausgangsdaten
in wenigstens einer Statusinformation enthalten sind, deren Statuszeitwert innerhalb
eines vorgegeben zeitlichen Abstandes nach dem Ereigniszeitwert der zu prüfenden Ereignismeldung
liegt und/ oder ob ii) zu wenigstens einer zu prüfenden Statusinformation des Statusprotokolls
in dem Ereignisprotokoll gemäß wenigstens eines im Mautsystem gespeicherten Regelwerkes
zu erwartende und/ oder verbotene Eingangsdaten in wenigstens einer Ereignismeldung
enthalten sind, deren Ereigniszeitwert innerhalb eines vorgegebenen zeitlichen Abstandes
vor dem Statuszeitwert der zu prüfenden Statusinformation liegt, und (h) bei der Feststellung
eines Mangels an gemäß des wenigstens einen Regelwerks zu erwartenden Ausgangsdaten
und/ oder zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder bei Feststellung eines Vorliegens
von gemäß des wenigstens einen Regelwerks verbotenen Ausgangsdaten und/ oder verbotenen
Eingangsdaten eine Fehlermeldung zu erzeugen.
[0012] Damit wird es möglich, im Rahmen einer Rückwärtssuche zu prüfen, ob der Wert einer
bestimmten Zustandsvariablen, der durch Ausgangsdaten repräsentiert ist, korrekt aus
zu erwartenden Eingangsdaten erzeugt wurde, fehlerhaft aus nicht zu erwartenden Eingangsdaten
oder keinen Eingangsdaten erzeugt wurde oder aufgrund verbotener Eingangsdaten gar
nicht hätte erzeugt werden dürfen. Ebenso wird es möglich, im Rahmen einer Vorwärtssuche
zu prüfen, ob Eingangsdaten korrekt zu zu erwartenden Ausgangsdaten, die den Wert
einer bestimmten Zustandsvariablen repräsentieren, verarbeitet wurden oder nicht.
Mit dem erfindungsgemäßen Regelwerk wird ein Überwachungswerkzeug bereitgestellt,
das die beabsichtigte Ausführung der Fahrzeugeinrichtung überprüft. Abweichungen von
der beabsichtigten Ausführung, die von unvorhergesehenen Einflüssen abhängen, können
damit als Fehler des Mautsystems - insbesondere der Fahrzeugeinrichtung - identifiziert
werden. In diesem Fall ist belegt, dass den Nutzer keine Schuld trifft, wenn Kombinationen
von Eingangs- und Ausgangsdaten identifiziert werden, die einander widersprechen,
weil sie zum Beispiel in keinem Kontext miteinander stehen.
[0013] Vorzugsweise umfasst das Regelwerk eine Datenbank, in der Eingangsdaten einer oder
mehrerer Ereignismeldungen mit Ausgangsdaten einer oder mehrerer Statusinformationen
verknüpft sind, wobei für eine Vorwärtssuche die mit den zu prüfenden Eingangsdaten
einer oder mehrerer Ereignismeldungen verknüpften Ausgangsdaten zu erwartende Ausgangsdaten
sind und für eine Rückwärtssuche die mit den zu prüfenden Ausgangsdaten einer oder
mehrerer Statusinformationen verknüpften Eingangsdaten zu erwartende Eingangsdaten
sind.
Mit einer solchen Datenbank werden die Kombinationen zueinander kompatibler Eingangs-
und Ausgangsdaten bereitgestellt.
Vorzugsweise sind in derselben oder einer weiteren Datenbank des Regelwerks Eingangsdaten
einer oder mehrerer Ereignismeldungen mit Ausgangsdaten einer oder mehrerer Statusinformationen
verknüpft, wobei für eine Vorwärtssuche die mit den zu prüfenden Eingangsdaten einer
oder mehrerer Ereignismeldungen verknüpften Ausgangsdaten verbotene Ausgangsdaten
sind und für eine Rückwärtssuche die mit den zu prüfenden Ausgangsdaten einer oder
mehrerer Statusinformationen verknüpften Eingangsdaten verbotene Eingangsdaten sind.
Mit einer solchen Datenbank werden die Kombinationen zueinander inkompatibler Eingangs-
und Ausgangsdaten bereitgestellt.
[0014] Vorzugweise beträgt die Dauer des besagten zeitlichen Bereiches oder der besagte
zeitliche Abstand eine Stunde oder weniger als eine Stunde. Besonders bevorzugt beträgt
die Dauer des besagten zeitlichen Bereiches oder der besagte zeitliche Abstand weniger
als eine Minute. Die Dauer des besagten zeitlichen Bereiches oder der besagte zeitliche
Abstand kann von der zu prüfenden Statusinformation oder der/ den zu prüfenden Ereignismeldung/en
abhängen. Die Dauer des besagten zeitlichen Bereiches oder der besagte zeitliche Abstand
kann zudem abhängig sein von einem Statuszeitwert einer anderer Statusinformationen
als der der zu prüfenden Statusinformationen oder zusätzlich zu dem Statuszeitwert
der zu prüfenden Statusinformation auch von dem Statuszeitwert einer anderer Statusinformationen
als der der zu prüfenden Statusinformationen.
[0015] Das Mautsystem kann ausgebildet sein, aus dem Statusprotokoll eine erste Statusinformationen
und eine bezüglich ein- und derselben Zustandsvariablen unmittelbar nachfolgend in
das Statusprotokoll eingetragene zweite Statusinformation auszuwählen, erste Ausgangsdaten
der ersten Statusinformation und zweite Ausgangsdaten der zweiten Statusinformation
auf eine Änderung des Wertes der Zustandsvariablen zu prüfen, zu ermitteln, ob in
dem Ereignisprotokoll gemäß wenigstens eines im Mautsystem gespeicherten Regelwerkes
zu erwartende Eingangsdaten wenigstens einer Ereignismeldung enthalten sind, deren
Verarbeitung gemäß der Verarbeitungsanweisungen eine entsprechende Änderung des Wertes
der Zustandsvariablen auslösen würde und deren Ereigniszeitwert zwischen dem ersten
Statuszeitwert der ersten Statusinformation und dem zweiten Statuszeitwert der zweiten
Statusinformation liegt und bei der Feststellung, dass keine gemäß des Regelwerkes
zu erwartenden Eingangsdaten in dem Ereignisprotokoll enthalten sind, die Fehlermeldung
zu erzeugen.
Bei dieser Form der Rückwärtssuche wird ermittelt, ob die für eine bestimmte Änderung
des Wertes einer Zustandsvariablen von einem ersten Wert zu einem zweiten Wert maßgeblichen
Eingangsdaten vorliegen.
[0016] Die Fahrzeugeinrichtung kann ausgebildet sein, in vorgegebenen Zeitabständen oder
auf den Empfangs einer entsprechenden Anweisung hin aus Eingangsdaten Ausgangsdaten
zu erzeugen und diese und/ oder bereits zuvor erzeugte Ausgangsdaten in ein Statusprotokoll
zu schreiben. Dieses Statusprotokoll kann bereits vor dem Schreibakt in der Fahrzeugeinrichtung
gespeichert gewesen sein, so dass in das Statusprotokoll geschriebene Statusinformationen
den bereits im Statusprotokoll bestehenden Statusinformationen hinzugefügt werden
oder diese bezüglich derselben Zustandsvariablen ersetzen. Im letzteren Fall gehen
vorangegangene Werte von Zustandsvariablen im Statusprotokoll verloren. Dennoch bleibt
ein Vergleich im Sinne der zuvor beschriebenen Rückwärtssuche möglich, wenn zunächst
ein zu einem ersten Zeitpunkt geschriebenes erstes Statusprotokoll mit jeweils ersten
Statusinformationen zu jeweils einer Zustandsvariablen durch die Fahrzeugeinrichtung
mittels einer von der Fahrzeugeinrichtung umfassten Mobilfunk-Kommunikationseinrichtung
an eine außerhalb - insbesondere abseits - des Fahrzeugs angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
gesendet wird und später ein zu einem zweiten Zeitpunkt geschriebenes zweites Statusprotokoll
mit jeweils zweiten Statusinformationen zu jeweils einer Zustandsvariablen durch die
Fahrzeugeinrichtung mittels der von der Fahrzeugeinrichtung umfassten Mobilfunk-Kommunikationseinrichtung
an die zentralen Datenverarbeitungseinrichtung gesendet wird, die eine mögliche Überschreibung
des ersten Statusprotokoll durch das zweite unterbindet. Alternativ kann die Fahrzeugeinrichtung
ausgebildet sein, gleichzeitig mehrere Statusprotokolle zu speichern, die bezüglich
derselben Zustandsvariablen zu verschiedenen Zeiten erzeugt wurden.
In beiden Fällen kann das Mautsystem ausgebildet sein, aus einem zu einem ersten Zeitpunkt
geschriebenen ersten Statusprotokoll eine erste Statusinformationen und aus einem
zu einem zweiten Zeitpunkt geschriebenen zweiten Statusprotokoll eine zweite Statusinformation
bezüglich ein- und derselben Zustandsvariablen wie der ersten Statusinformation auszuwählen,
erste Ausgangsdaten der ersten Statusinformation und zweite Ausgangsdaten der zweiten
Statusinformatipn auf eine Änderung des Wertes der Zustandsvariablen zu prüfen, zu
ermitteln, ob in dem Ereignisprotokoll gemäß wenigstens eines im Mautsystem gespeicherten
Regelwerkes zu erwartende Eingangsdaten wenigstens einer Ereignismeldung enthalten
sind, deren Verarbeitung gemäß der Verarbeitungsanweisungen eine entsprechende Änderung
des Wertes der Zustandsvariablen auslösen würde und deren Ereigniszeitwert zwischen
dem ersten Statuszeitwert der ersten Statusinformation und dem zweiten Statuszeitwert
der zweiten Statusinformation liegt und bei der Feststellung, dass keine gemäß des
Regelwerkes zu erwartenden Eingangsdaten in dem Ereignisprotokoll enthalten sind,
die Fehlermeldung zu erzeugen.
[0017] Das Mautsystem kann auch ausgebildet sein, aus dem Ereignisprotokoll Eingangsdaten
einer ersten Ereignismeldung und Eingangsdaten einer zweiten Ereignismeldung auszuwählen,
zu ermitteln, ob in dem Statusprotokoll gemäß wenigstens eines im Mautsystem gespeicherten
Regelwerkes zu erwartende Ausgangsdaten wenigstens einer Statusinformation enthalten
sind, die aus der konsekutiven Verarbeitung der Eingangsdaten der ersten Ereignismeldung
und der Eingangsdaten der zweiten Ereignismeldung durch die Fahrzeugeinrichtung resultieren
würde und deren Statuszeitwert innerhalb eines vorgegeben zeitlichen Abstandes nach
dem Ereigniszeitwert der zweiten Ereignismeldung liegt, und bei der Feststellung,
dass keine gemäß des Regelwerkes zu-erwartenden Ausgangsdaten in dem Ereignisprotokoll
enthalten sind, die Fehlermeldung zu erzeugen.
Bei dieser Form der Vorwärtssuche wird ermittelt, ob für ein bestimmtes Ereignispaar
die aus der Verarbeitung von deren Eingangsdaten erwarteten Ausgangsdaten in einer
Statusinformation des Statusprotokolls vorliegen.
Eine entsprechende Rückwärtssuche nach den Eingangsdaten zweier Ereignismeldungen
ist ausgehend von einer zu prüfenden Statusinformation analog möglich.
[0018] Das Mautsystem kann auch ausgebildet sein, aus dem Ereignisprotokoll Eingangsdaten
einer zu prüfenden Ereignismeldung auszuwählen, zu ermitteln, ob in dem Statusprotokoll
gemäß wenigstens eines im Mautsystem gespeicherten Regelwerkes zu erwartende Ausgangsdaten
wenigstens einer ersten Statusinformation und zu erwartende Ausgangsdaten wenigstens
einer zweiten Statusinformation enthalten sind, die aus der konsekutiven Verarbeitung
der Eingangsdaten der zu prüfenden Ereignismeldung durch die Fahrzeugeinrichtung resultieren
würde und deren Statuszeitwert jeweils innerhalb eines vorgegeben zeitlichen Abstandes
nach dem Ereigniszeitwert der zu prüfenden zweiten Ereignismeldung liegt, und bei
der Feststellung, dass keine gemäß des Regelwerkes zu erwartenden Ausgangsdaten in
dem Ereignisprotokoll enthalten sind, die Fehlermeldung zu erzeugen.
Bei dieser Form der Vorwärtssuche wird ermittelt, ob für ein bestimmtes Ereignis erwartete
Ausgangsdaten mehrerer aus der Verarbeitung von deren Eingangsdaten resultierender
Statusinformation in dem Statusprotokoll vorliegen.
Eine entsprechende Rückwärtssuche nach den Eingangsdaten einer Ereignismeldung ist
ausgehend von mehreren zu prüfenden Statusinformationen analog möglich.
[0019] Insbesondere ist das Mautsystem ausgebildet, in Abhängigkeit von mehreren Zustandsvariablen
der Fahrzeugeinrichtung unter Identifizierung wenigstens einer von dem Fahrzeug genutzten
mautpflichtigen Verkehrsfläche anhand der erfassten Positionsdaten eine auf das Fahrzeug
bezogene Mautgebühr für die Nutzung der identifizierten Verkehrsfläche durch das Fahrzeug
zu erheben.
Vorzugsweise umfasst das Mautsystem eine außerhalb des Fahrzeugs angeordnete zentrale
Datenverarbeitungseinrichtung und umfasst die Fahrzeugeinrichtung eine Drahtlos-Kommunikationseinrichtung
zumindest zum Versand von Daten an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung.
Insbesondere ist die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung abseits des Fahrzeugs
angeordnet.
Damit kann die Fahrzeugeinrichtung Positionsdaten an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
versenden, die ausgebildet sein kann, die Positionsdaten zu empfangen und unter Identifizierung
wenigstens einer von dem Fahrzeug genutzten mautpflichtigen Verkehrsfläche anhand
der erfassten Positionsdaten eine auf das Fahrzeug bezogene Mautgebühr für die Nutzung
der identifizierten Verkehrsfläche durch das Fahrzeug zu erheben.
Alternativ oder optional kann die Fahrzeugeinrichtung aus den Positionsdaten abgeleitete
Daten - beispielsweise die einer Kennung einer anhand der Positionsdaten durch die
Fahrzeugeinrichtung identifizierten Verkehrsfläche oder die einer auf das Fahrzeug
bezogenen Mautgebühr, die die Fahrzeugeinrichtung unter Identifizierung wenigstens
einer von dem Fahrzeug genutzten mautpflichtigen Verkehrsfläche anhand der erfassten
Positionsdaten bestimmt hat - an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung versenden.
Im Falle einer Übermittlung einer Kennung einer identifizierten Verkehrsflächen, bestimmt
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung aus der Kennung der identifizierten Verkehrsfläche
eine Mautgebühr. Die durch die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung empfangene oder
alternativ/ optional bestimmte Mautgebühr wird durch die zentrale Datenverarbeitung
einem Nutzerkonto zugeordnet, bezüglich dessen die zentrale Datenverarbeitung eine
Aufforderung zur Abbuchung der Mautgebühr und Aufbuchung auf ein Konto des Mautbetreibers
an eine Kontoverwaltungs-Datenverarbeitungseinrichtung sendet.
[0020] Bevorzugt versendet die Fahrzeugeinrichtung eine Kennung der Fahrzeugeinrichtung,
des Fahrzeugs oder des Nutzers zusammen mit den Positionsdaten und/ oder den aus den
Positionsdaten abgeleiteten Daten an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung. Die
Kennung der Fahrzeugeinrichtung oder des Fahrzeugs dient der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung
dazu, die erhobene Mautgebühr auf das Fahrzeug zu beziehen,'von dem die Positionsdaten
stammen, um den Nutzer mit einer Mautgebühr zu belegen, der die identifizierte Verkehrsfläche
auch tatsächlich befahren hat. Dazu ist in der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung
die Kennung der Fahrzeugeinrichtung, des Fahrzeugs oder des Nutzers in Verknüpfung
mit den Kontodaten des Nutzers gespeichert. Anhand der von der Fahrzeugeinrichtung
empfangenen Kennung der Fahrzeugeinrichtung, des Fahrzeugs oder des Nutzers die fahrzeugeinrichtungsseitig
mit den Positionsdaten, der Kennung der identifizierten Verkehrsfläche und/ oder der
Mautgebühr verknüpft versendet wurde, kann die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
die Positionsdaten, die Kennung der identifizierten Verkehrsfläche und/ oder die Mautgebühr
dem Nutzerkonto zuordnen.
Die Kennung der Fahrzeugeinrichtung, des Fahrzeugs oder des Nutzers ist eine mögliche
Zustandsvariable der Fahrzeugeinrichtung. Im Sinne der Erfindung verläuft in diesem
Fall der Positionsdatenverarbeitungsprozess, mit dem die Fahrzeugeinrichtung die Positionsdaten
und/ oder aus den Positionsdaten abgeleitete Daten zum Zwecke der Erhebung einer auf
das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr verarbeitet, die für die Nutzung einer Verkehrsfläche
durch das Fahrzeug zu erheben ist, die anhand der erfassten Positionsdaten identifizierbar
ist, insofern in Abhängigkeit von der Kennung der Fahrzeugeinrichtung, des Fahrzeugs
oder des Nutzers, als dass die Positionsdatenverarbeitung die Verknüpfung der Positionsdaten
und/ oder der aus den Positionsdaten abgeleiteten Daten mit der Kennung der Fahrzeugeinrichtung,
des Fahrzeugs oder des Nutzers beinhaltet.
[0021] Bevorzugt ist die Fahrzeugeinrichtung ausgebildet, nur bei gegebener Betriebsbereitschaft
der Fahrzeugeinrichtung die Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten abgeleitete
Daten zum Zwecke der Erhebung einer auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr, die für
die Nutzung einer Verkehrsfläche durch das Fahrzeug zu erheben ist, die anhand der
erfassten Positionsdaten identifizierbar ist, ein einem Positionsdatenverarbeitungsprozess
zu verarbeiten.
Dazu ist ein Wert eines Betriebsbereitschaftszustands - der im übrigen eine Zustandsvariable
der Fahrzeugeinrichtung bildet - in der Fahrzeugeihrichtung gespeichert, der einem
von zumindest zwei Werten einer gegebenen und einer - mangelnden Betriebsbereitschaft
entsprechen kann. Die Fahrzeugeinrichtung ist ausgebildet, ihren Betriebsbereitschaftszustand
zu überwachen und infolge einer Änderung des Wertes des Betriebsbereitschaftszustandes
von "gegeben" auf "mangelnd" den Positionsdatenverarbeitungsprozess einzustellen,
d. h. auch bei gegebenenfalls weiterhin bestehender Erfassung von Positionsdaten nicht
mehr durchzuführen. Mithin kann die Fahrzeugeinrichtung alternativ oder optional ausgebildet
sein, nur bei gegebener Betriebsbereitschaft der Fahrzeugeinrichtung die Positionsdaten
von Positionen des Fahrzeugs zu erfassen, was impliziert, dass bei mangelnder Betriebsbereitschaft
dann auch der Positionsdatenverarbeitungsprozess ausbleibt.
[0022] Bevorzugt ist das erfindungsgemäße Mautsystem dadurch gekennzeichnet, dass eine erste
Zustandsvariable der Fahrzeugeinrichtung eine registrierte Kennung der Fahrzeugeinrichtung,
des Fahrzeugs oder eines Nutzers des Fahrzeugs und eine zweite Zustandsvariable der
Fahrzeugeinrichtung ein registrierter Betriebsbereitschaftszustand der Fahrzeugeinrichtung
ist.
Bevorzugt ist in diesem Fall die Fahrzeugeinrichtung ausgebildet, in Abhängigkeit
von wenigstens der Kennung der Fahrzeugeinrichtung, des Fahrzeugs oder des Nutzers
und von dem registrierten Betriebsbereitschaftszustand die Positionsdaten und/ oder
aus den Positionsdaten abgeleitete Daten zum Zwecke der Erhebung einer auf das Fahrzeug
bezogenen Mautgebühr zu verarbeiten, die für die Nutzung einer Verkehrsfläche durch
das Fahrzeug zu erheben ist, die anhand der erfassten Positionsdaten identifizierbar
ist,
Vorzugsweise umfasst das Mautsystem in diesem Fall eine außerhalb des Fahrzeugs angeordnete
zentrale Datenverarbeitungseinrichtung und umfasst die Fahrzeugeinrichtung eine Drahtlos-Kommunikationseinrichtung
in Form einer Mobilfunk-Kommunikationseinrichtung zumindest zum Versand von Positionsdaten
und/ oder aus den Positionsdaten abgeleiteten Daten zusammen mit der Kennung der Fahrzeugeinrichtung,
des Fahrzeugs oder des Nutzers an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung. Dabei
ist die Fahrzeugeinrichtung ausgebildet, im Rahmen des Positionsdatenverarbeitungsprozesses
der Verarbeitung der Positionsdaten und/ oder den aus den Positionsdaten abgeleiteten
Daten zum Zwecke der Erhebung einer auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr die Positionsdaten
und/ oder die aus den Positionsdaten abgeleiteten Daten zusammen mit der Kennung der
Fahrzeugeinrichtung, des Fahrzeugs oder des Nutzers mittels der Mobilfunk-Kommunikationseinrichtung
an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu versenden.
Vorzugsweise ist in diesem Fall die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung ausgebildet,
die empfangenen aus den Positionsdaten abgeleiteten Daten und/ oder aus den empfangenen
Positionsdaten abgeleitete Daten, beispielsweise eine Mautgebühr, mit einem Konto
eines Nutzers zu verknüpfen, das verknüpft mit der der Kennung der Fahrzeugeinrichtung,
des Fahrzeugs oder des Nutzers in der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung gespeichert
ist.
[0023] Ein Beispiel für eine Kennung der Fahrzeugeinrichtung ist eine Seriennummer der Fahrzeugeinrichtung.
Ein anderes Beispiel für eine Kennung der Fahrzeugeinrichtung ist die Mobilfunk-(Ruf-)Nummer
(z. B. MSISDN, "Mobile Subscriber Integrated Services Digital Network Number") der
Mobilfunk-Kommunikationseinrichtung der Fahrzeugeinrichtung ein Beispiel für eine
Kennung des Fahrzeugs ist das Fahrzeugkennzeichen des frontseitig und'rückseitig am
Fahrzeug befestigten Kennzeichenschildes (umgangssprachlich "Nummernschild"). Ein
anderes Beispiel für eine Kennung des Fahrzeugs ist die Fahrzeug-Identifizierungsnummer
(umgangssprachlich: "Fahrgestellnummer") der amtlichen Zulassungsbescheinigung des
Fahrzeugs. Ein Beispiel für eine Kennung des Nutzers ist eine von dem Mautbetreiber
vergebene oder vom Nutzer selbst gewählte Nutzerkennung, die aus einem Nutzernamen
und einem Passwort bestehen kann.
[0024] Weitere Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung können sein: eine registrierte
Fahrzeugklasse des Fahrzeugs, eine registrierte Feststellung der Nutzung oder Nichtnutzung
einer mautpflichtigen Verkehrsfläche durch das Fahrzeug, ein registrierter Mautpflicht-
oder Mautfreiheitstatbestand des Fahrzeugs, ein registrierter Verfügbarkeitszustand
eines bestimmten Dienstes der Fahrzeugeinrichtung.
[0025] Beispiele für die Fahrzeugklasse sind eine Gewichtsklasse, eine Längenklasse, eine
Achsklasse und eine Schadstoffklasse. Die Höhe der Mautgebühr als aus den Positionsdaten
abgeleitete Daten ist in diesem Fall abhängig von der Fahrzeugklasse oder gegebenenfalls
von mehreren verschiedenen Arten von Fahrzeugklassen. Insofern ist auch die Fahrzeugklasse
eine erfindungsgemäße Zustandsvariable der Fahrzeugeinrichtung, weil der Positionsdatenverarbeitungsprozess
unabhängig davon, ob die Fahrzeugeinrichtung die Höhe der Mautgebühr bestimmt (erster
Fall) oder die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung die Höhe der Mautgebühr aus
den von der Fahrzeugeinrichtung übermittelten Positionsdaten oder aus den Positionsdaten
abgeleiteten Daten bestimmt (zweiter Fall), abhängig ist von der dem Wert der Fahrzeugklasse,
der im zweiten Fall zusammen mit den Positionsdaten oder den aus den Positionsdaten
abgeleiteten Daten von der Fahrzeugeinrichtung im Rahmen der Positionsdatehverarbeitung
an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung versendet wird.
[0026] Die registrierte Feststellung der Nutzung oder Nichtnutzung einer mautpflichtigen
Verkehrsfläche durch das Fahrzeug kann Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie
die Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten abgeleitete Daten durch die Fahrzeugeinrichtung
verarbeitet werden, so dass das Ergebnis der Positionsdatenverarbeitung abhängig davon
ist, ob das Fahrzeug sich auf einer mautpflichtigen Verkehrsfläche befindet oder nicht.
[0027] Von dem registrierten Mautpflicht- oder Mautfreiheitstatbestand hängt ab, ob die
Fahrzeugeinrichtung die Positionsdatenverarbeitung überhaupt durchführen muss. Denn
wenn das Fahrzeug in der Fahrzeugeinrichtung als mautfrei deklariert wurde, so muss
eine Mauterhebung durch die Fahrzeugeinrichtung ausgeschlossen werden.
[0028] Von einem registrierten Verfügbarkeitszustand eines bestimmten Dienstes der Fahrzeugeinrichtung
kann zum Beispiel abhängen, ob und wenn ja, wann die Fahrzeugeinrichtung Positionsdaten
oder von Positionsdaten abgeleitete Daten an eine zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
und/ oder gegebenenfalls an welche von mehreren zentralen Datenverarbeitungseinrichtungen
sendet. So kann die Fahrzeugeinrichtung beispielsweise bei der Verfügbarkeit des Dienstes
"Anonyme Positionsdatenbereitstellung" ausgebildet sein, die erfassten Positionsdaten
anstatt an eine zentrale Datenverarbeitungseinrichtung des Mautbetreibers an eine
zentrale Datenverarbeitungseinrichtung eines Anonymisierungsdienstes zu versenden,
die die Positionsdaten mit einer eigenen Kennung an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
des Mautbetreibers weiterleitet, die aus Sicht der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung
keinen Rückschluss auf das Fahrzeuggerät, von dem sie stammen, zulässt. Nach Ermittlung
der Mautgebühr aus den Positionsdaten empfängt die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
des Mautbetreibers die Kennung der Fahrzeugeinrichtung, des Fahrzeugs oder des Nutzers
von der zentralen Datenverarbeitung des Anonymisierungsdienstes. Ist der Dienst "Anonyme
Positionsdatenbereitstellung" nicht verfügbar, so versendet die Fahrzeugeinrichtung
die Positionsdaten direkt an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung des Mautbetreibers.
[0029] Eine weitere mögliche Zustandsvariable ist die Kennung der mautpflichtigen Verkehrsfläche,
deren Nutzung durch das Fahrzeug anhand der Positionsdaten durch die Fahrzeugeinrichtung
festgestellt wurde. Die Positionsdaten oder in einem Zwischenschritt im Prozess zur
Ermittlung der genutzten mautpflichtigen Verkehrsfläche aus den Positionsdaten abgeleitete
Daten bilden in diesem Fall die erfindungsgemäßen Eingangsdaten.
[0030] Bevorzugt weist das erfindungsgemäße Mautsystem wenigstens eine außerhalb des Fahrzeugs
angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung auf und umfasst die Fahrzeugeinrichtung
wenigstens eine Mobilfunk-Kommunikationseinrichtung zum Versand und/ oder zum Empfang
von Daten an die und/ oder von der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung, wenigstens
eine Positionsbestimmungseinrichtung, die ausgebildet ist, Signale eines Globalen
Navigationssatellitensystems zu empfangen, zu verarbeiten und durch ihre Verarbeitung
Positionsdaten zu erzeugen, wenigstens einen Weggeber zur Erfassung von zurückgelegten
Wegstrecken, wenigstens einen Beschleunigungs- oder Gierratensensor zur Erfassung
von Fahrtrichtungsänderungen des Fahrzeugs, wenigstens einen Datenspeicher, in dem
Software der Fahrzeugeinrichtung gespeichert ist, wenigstens einen Arbeitsspeicher,
in den Software zur Verwendung durch die Fahrzeugeinrichtung geladen wird, wenigstens
einen Datenspeicher, in dem wenigstens ein Zeitwert des Ablaufs der Gültigkeit von
durch die Fahrzeugeinrichtung zu verwendender Software gespeichert ist, wenigstens
einen Datenspeicher, in dem zumindest zeitweise Positionsdaten, Daten von identifizierten
Verkehrsflächen und/ oder Daten von Mauterhebungen gespeichert werden, wenigstens
einen Datenspeicher, in dem ein Fahrzeugkennzeichen des Fahrzeugs gespeichert ist,
wenigstens einen Datenspeicher, in dem eine Fahrzeugklasse des Fahrzeugs gespeichert
ist, wenigstens einen Prozessor, der konfiguriert ist, durch die Verarbeitung der
Eingangsdaten die Ausgangsdaten zu erzeugen, wenigstens einen Zeitgeber und wenigstens
einen Ladungsspeicherelement zur zumindest zeitweisen Stromversorgung von wenigstens
einem Prozessor der Fahrzeugeinrichtung, wobei die Eingangsdaten eines oder mehrere
der folgenden Ereignisse repräsentieren: (i) das Ausbleiben des Empfangs von Signalen
eines Globalen Navigationssatellitensystems an der Positionsbestimmungseinrichtung;
(ii) das Ausbleiben des Erzeugens von Positionsdaten aus Signalen eines Globalen Navigationssatellitensystems
durch die Positionsbestimmungseinrichtung; (iii) das Unterschreiten einer Mindestgüte
der Qualität von wenigstens einem Signal eines Globalen Navigationssatellitensystems
und/ oder wenigstens einer von der Positionsbestimmungseinrichtung bestimmten Position;
(iv) das Ausbleibens des Empfangs von Signalen an der Schnittstelle zum Empfang von
Signalen eines Weggebers; (v) die mangelnde Übereinstimmung von aus Signalen eines
Globalen Navigationssatellitensystems bestimmten Fahrtrichtungswinkeln und aus von
dem Beschleunigungssensor/ Gierratensensor erfassten Fahrrichtungsänderungen bestimmten
Fahrtrichtungswinkeln; (vi) das Laden von Software zur Verarbeitung von Positionsdaten
und/ oder aus den Positionsdaten abgeleiteten Daten aus dem Datenspeicher in den Arbeitsspeicher
schlägt fehl; (vii) das Überschreiten des Zeitwertes des Ablaufs der Gültigkeit der
Software; (viii) das Ausbleiben eines Zeitsignals des Zeitgebers; (ix) der Ladungszustand
des Ladungsspeicherelementes unterschreitet einen vorgegebenen Grenzwert, (x) das
Ausbleiben des Empfangs von Signalen von Basisstationen eines Mobilfunknetzes an der
Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung; (xi) das Überschreiten eines bestimmten Umfangs
an Mauterhebungen, die nicht mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung an eine
zentrale Datenverarbeitungseinrichtung des Mautsystems übermittelt werden konnten;
(xii) der Empfang einer Anweisung zur Sperrung eines Dienstes der Fahrzeugeinrichtung
über die Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung; (xiii) den Empfang einer Anweisung zur
Änderung des Fahrzeugkennzeichens des Fahrzeugs; (xiv) den Empfang einer Anweisung
zur Änderung der Fahrzeugklasse des Fahrzeugs; (xv) die Durchführung eines Selbsttests
der Fahrzeugeinrichtung; (xvi) den Empfang einer Freischaltung oder Sperrung eines
Dienstes der Fahrzeugeinrichtung; (xvii) den Empfang einer Anweisung zur Änderung
des Tatbestandes hinsichtlich einer Mautpflicht oder einer Mautfreiheit des Fahrzeugs.
Jedes dieser Ereignisse kann einzeln oder in Verknüpfung mit anderen Ereignissen aufgrund
der Ausführung von Anweisungen zu ihrer Verarbeitung, die in dazu in der Fahrzeugeinrichtung
gespeichert sind, eine Änderung eines Wertes einer Zustandsvariablen auslösen.
[0031] So können sowohl jedes einzelne der Ereignisse (i) bis (v) oder eine bestimmte Kombination
dieser Ereignisse nach Ablauf einer Zeitdauer des Auftretens eines oder mehrerer dieser
Ereignisse einen Wechsel des Wertes der Betriebsbereitschaft der Fahrzeugeinrichtung
von "betriebsbereit" zu "nicht betriebsbereit" auslösen.
Das gleiche gilt für die Ereignisse (vi) bis (xi).
Es sind jedoch auch weitere Differenzierungen hinsichtlich des Betriebsbereitschaftszustandes
der Fahrzeugeinrichtung möglich. So kann bei einem erstmaligen Auftreten oder bei
einem für eine kurze Zeitdauer von beispielsweise 10 Sekunden anhaltenden Ausbleiben
des Erzeugens von Positionsdaten aus Signalen eines Globalen Navigationssatellitensystems
durch die Positionsbestimmungseinrichtung der Wert der Betriebsbereitschaft von "betriebsbereit"
zu "eingeschränkt betriebsbereit" wechseln. Erst, wenn die Bereitstellung von Positionsdaten
aus Signalen eines Globalen Navigationssatellitensystems durch die Positionsbestimmungseinrichtung
für eine längere Zeitdauer von beispielsweise 1 Minute ausbleibt, wechselt der Wert
der Betriebsbereitschaft von "eingeschränkt betriebsbereit" zu "nicht betriebsbereit".
Werden vor Ablauf der längeren Zeitdauer von 1 Minute erneut Positionsdaten aus Signalen
eines Globalen Navigationssatellitensystems durch die Positionsbestimmungseinrichtung
bereitgestellt, so kann der Wert der Betriebsbereitschaft von eingeschränkt betriebsbereit"
zurück zu "betriebsbereit" wechseln.
Die Folgen des Eintretens der Ereignisse (xii) bis (xvii) sind im Hinblick auf die
vorhergehenden Ausführungen selbsterklärend. Bei den Ereignissen (xii) bis (xvii)
ist zu beachten, dass diese Ereignisse jeweils nur eines von mehreren aufeinander
aufbauenden Ereignissen bilden, die in kombinierter Weise zu den Ergebnissen führen,
die durch sie bezweckt werden. So kann das Ereignis des Empfangs einer Anweisung zur
Änderung des Fahrzeugkennzeichens eine Kette mehrerer aufeinander aufbauender Ereignisse
(Passwortabfrage, Passworteingabe, Authentifizierung, Versenden einer Anfrage an die
zentrale Datenverarbeitungseinrichtung, die Verschlüsselung dieser Anfrage usw.) auslösen,
die schließlich zu dem Eintrag des geänderten Fahrzeugkennzeichens in das Statusprotokoll
führen.
Hinsichtlich des Überschreitens eines bestimmten Umfangs an Mauterhebungen, die nicht
mittels der ersten Kommunikationsvorrichtung an eine zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
des Mautsystems übermittelt werden konnten, werden als Beispiele für den bestimmten
Umfang eine Anzahl an Mauterhebungen (beispielsweise die Anzahl der erkannten benutzten
Verkehrsflächen) oder eine Summe an Mautgebühren, die für zeitlich aufeinanderfolgend
benutzte Verkehrsflächen berechnet wurden.
Es genügt ein einziger Datenspeicher, um besagten Daten abzuspeichern; bevorzugt sind
es aber mehrere Datenspeicher: Ein erster Datenspeicher für die Speicherung der Software
zur Verarbeitung von Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten abgeleiteter
Daten, ein zweiter Datenspeicher für die vorübergehende Speicherung der Positionsdaten
und wenigstens ein dritter Datenspeicher für die Speicherung des Zeitwertes des Ablaufs
der Gültigkeit der zur Verarbeitung von Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten
abgeleiteten Daten verwendeten Software, von Daten von identifizierten Verkehrsflächen
und/ oder von Mauterhebungen, von Daten des Fahrzeugkennzeichens des Fahrzeugs und
von Daten der Fahrzeugklasse des Fahrzeugs.
[0032] Bevorzugt ist das Mautsystem in einer Ausführungsform der dezentralen Fehlerprüfung
dadurch gekennzeichnet, zumindest die Schritte g) und h) anhand wenigstens eines in
der Fahrzeugeinrichtung gespeicherten Regelwerkes durchzuführen und die allfällig
erzeugte Fehlermeldung in der Fahrzeugeinrichtung abzuspeichern und/ oder mittels
einer von der Fahrzeugeinrichtung umfassten Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung an
eine außerhalb des Fahrzeugs angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung des
Mautsystems zu versenden.
[0033] Bevorzugt ist die Fahrzeugeinrichtung eines solchen erfindungsgemäßen Mautsystems
mit dezentraler Fehlerprüfung weitergebildet, ereignisabhängig, zeitabhängig, ortsabhängig
und/ oder zufällig einen Selbsttest auszuführen, in dem die Fahrzeugeinrichtung für
wenigstens eine zu prüfende Ereignismeldung des Ereignisprotokolls die Schritte g)
i) und h) durchgeführt, wobei das Ereignis der Durchführung des Selbsttests als Eingangsdaten
zusammen mit dem Zeitwert der Durchführung des Selbsttests als Ereignismeldung in
dem Ereignisprotoll abgespeichert wird und wobei die wenigstens eine zu prüfende Ereignismeldung
dadurch definiert ist, dass sie einen gegenüber dem Zeitwert des zuletzt vorangegangenen
Selbsttestes verspäteten Ereigniszeitwert aufweist.
Damit wir ein Mautsystem geschaffen, in dem eine Fahrzeugeinrichtung beispielsweise
bei jedem Einschalten der Fahrzeugeinrichtung; bei jeder erneuten Stromversorgung
der Fahrzeugeinrichtung, bei jeder vollendeten Betriebsstunde der Fahrzeugeinrichtung,
bei jedem erneuten Befahren eines zusammenhängenden Straßennetzes von mautpflichtigen
Streckenabschnitten, bei jedem erneuten Zurücklegen eines Weges von 100 Kilometern
Länge und/ oder zu einem zufälligen Zeitpunkt während des Betriebs der Fahrzeugeinrichtung
für eine Auswahl.an oder alle seit dem zuletzt durchgeführten Selbsttest neu im Ereignisprotokoll
registrierten Ereignismeldungen zu prüfen, ob ihnen zugeordnet erwartete Statusinformationen
im Statusprotokoll vorliegen.
[0034] Bevorzugt weist die Fahrzeugeinrichtung eines solchen erfindungsgemäßen Mautsystems
mit dezentraler Fehlerprüfung eine Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung zum drahtlosen
Versand des Statusprotokolls über wenigstens ein Mobilfunknetz an wenigstens eine
außerhalb des Fahrzeugs angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung des Mautsystems
auf und ist ausgebildet, das Statusprotokoll mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu versenden, von der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung
mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung eine Anweisung zum Durchführen des
Schrittes g) ii) bezüglich wenigstens einer von der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung
definierten zu prüfenden Statusinformation zu empfangen, den Schritt g) ii) bezüglich
der von der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung definierten wenigstens einen zu
prüfenden Statusinformation durchzuführen und h) bei der Feststellung eines Mangels
an gemäß des wenigstens einen Regelwerks zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder bei
der Feststellung eines Vorliegens von gemäß des wenigstens einen Regelwerks verbotenen
Eingangsdaten wenigstens eine Fehlermeldung zu erzeugen und diese Fehlermeldung mittels
der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
zu versenden.
Dabei ist insbesondere die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung ausgebildet, das
Statusprotokoll zu empfangen, anhand vorgegebener Kriterien die zu prüfende Statusinformation
zu bestimmen und eine Prüfungsaufforderung bezüglich der zu prüfenden Statusinformation
an die Fahrzeugeinrichtung zu versenden.
[0035] Bevorzugt ist das Mautsystem in einer Ausführungsform der zentralen Fehlerprüfung
dadurch gekennzeichnet, dass das Mautsystem wenigstens eine außerhalb des Fahrzeugs
angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung umfasst, die Fahrzeugeinrichtung
wenigstens eine fahrzeugseitige Kommunikationsvorrichtung zum drahtlosen Versand des
Ereignisprotokolls an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung und wenigstens eine
fahrzeugseitige Kommunikationsvorrichtung zum drahtlosen Versand von wenigstens einer
Statusinformation des Statusprotokolls an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
aufweist und ausgebildet ist, das Ereignisprotokoll und zumindest eine Statusinformation
des Statusprotokolls an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu versenden, wobei
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung ausgebildet ist, das von der Fahrzeugeinrichtung
versendete Ereignisprotokoll und die von der Fahrzeugeinrichtung versendete wenigstens
eine Statusinformation zu empfangen und zumindest die Schritte g) und h) anhand wenigstens
eines in der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung gespeicherten Regelwerkes durchzuführen.
Versendet die Fahrzeugeinrichtung - weil sie entsprechend ausgebildet ist - nur jeweils
eine einzige Statusinformation, so ist diese Statusinformation die zu erfindungsgemäße
zu prüfende Statusinformation. Versendet die Fahrzeugeinrichtungweil sie entsprechend
ausgebildet ist - einen Auszug des Statusprotokolls, der mehrere Statusinformationen
umfasst, oder das gesamte, mehrere Statusinformationen umfassende, Statusprotokoll,
so.ist die zentrale Datenverarbeitungsanlage ausgebildet, aus den mehreren Statusinformationen
des Statusprotokolls oder des Auszugs davon diejenige Statusinformation zu bestimmen,
die die erfindungsgemäß zu prüfende Statusinformation ist.
[0036] Ein solches Mautsystem mit zentraler Fehlerprüfung umfasst bevorzugt wenigstens eine,
kommunikationstechnisch an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung gekoppelte,
straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung zum Empfang der wenigstens einen Statusinformation
des Statusprotokolls von der Fahrzeugeinrichtung, während die die Fahrzeugeinrichtung
eine erste fahrzeugseitige Kommunikationsvorrichtung in Form einer Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
zum drahtlosen Versand des Ereignisprotokolls an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
über wenigstens ein Mobilfunknetz und eine zweite fahrzeugseitige Kommunikationsvorrichtung
in Form einer fahrzeugseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung zum drahtlosen Versand
der wenigstens einen Statusinformation des Statusprotokolls an die straßenseitige
DSRC-Kommunikationsvorrichtung aufweist und ausgebildet ist, das Ereignisprotokoll
mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung über wenigstens ein Mobilfunknetz
an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu versenden und wenigstens eine Statusinformation
des Statusprotokolls mittels der fahrzeugseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung an
die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung des Mautsystems zu versenden.
Dabei kann die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung oder eine straßenseitige
Kontrolleinrichtung, die die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung umfasst,
ausgebildet sein, die von der Fahrzeugeinrichtung empfangene Statusinformation an
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu versenden - entweder von sich aus oder
aufgrund einer Anfrage seitens der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung nach Statusinformationen,
die seit dem letzten Versand von der DSRC-Kommunikationseinrichtung empfangen wurden.
Versendet die Fahrzeugeinrichtung einen Auszug des Statusprotokolls, der mehrere Statusinformationen
umfasst, oder das gesamte, mehrere Statusinformationen umfassende, Statusprotokoll,
so kann die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung oder eine straßenseitige
Kontrolleinrichtung, die die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung umfasst,
ausgebildet sein, aus den mehreren Statusinformationen des Statusprotokolls oder des
Auszugs davon diejenige Statusinformation zu bestimmen, die die erfindungsgemäß zu
prüfende Statusinformation ist, und die bestimmte zu prüfende Statusinformation an
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu versenden. Alternativ kann die kann
die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung oder eine straßenseitige Kontrolleinrichtung,
die die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung umfasst, ausgebildet sein, den
vollständigen empfangenen Auszug des Statusprotokolls oder das vollständige Statusprotokoll
an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu versenden.
[0037] Einen besonderen Vorteil verschafft das erfindungsgemäße Mautsystem im Falle einer
Kontrolle, bei der durch eine straßenseitige Kontrolleinrichtung Referenzdaten mit
Ausgangsdaten einer von der Fahrzeugeinrichtung empfangenen Statusinformation auf
Übereinstimmung verglichen werden. Abhängig vom Ausgang dieses Vergleiches besteht
dann eine Veranlassung zu einer kontrollbedingten Protokollprüfung, bei der durch
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung im Rahmen einer zentralen Prüfung oder
durch die Fahrzeugeinrichtung im Rahmen einer dezentralen Prüfung die Statusinformation
anhand des Ereignisprotokolls geprüft wird, um zu ermitteln, ob unerwartete Ausgangsdaten
auf einen Fehler der Fahrzeugeinrichtung (d. h. des Mautsystems) oder auf einen Fehler
des Nutzers zurückzuführen sind.
[0038] Beispielsweise umfasst das erfindungsgemäße Mautsystem zur kontrollbedingten Protokollprüfung
im Falle einer zentralen Prüfung dazu wenigstens eine außerhalb des Fahrzeugs angeordnete
zentrale Datenverarbeitungseinrichtung und wenigstens eine straßenseitige Kontrolleinrichtung
mit wenigstens einer straßenseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung zum Empfang von
wenigstens einer Statusinformation des Statusprotokolls von der Fahrzeugeinrichtung,
wobei die Fahrzeugeinrichtung eine erste Kommunikationsvorrichtung in Form einer Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
zum drahtlosen Versand des Ereignisprotokolls an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
über wenigstens ein Mobilfunknetz und eine zweite Kommunikationsvorrichtung in Form
einer fahrzeugseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung zum drahtlosen Versand von wenigstens
einer Statusinformation des Statusprotokolls an die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung
aufweist und ausgebildet ist, das Ereignisprotokoll mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
wenigstens ein Mobilfunknetz an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu versenden
und wenigstens eine Statusinformation des Statusprotokolls mittels der fahrzeugseitigen
DSRC-Kommunikationsvorrichtung an die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung
des Mautsystems zu versenden, wobei die straßenseitige Kontrolleinrichtung ausgebildet
ist, wenigstens eine Statusinformation des Statusprotokolls von der Fahrzeugeinrichtung
mittels der straßenseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung zu empfangen, Ausgangsdaten
der wenigstens einen Statusinformation des Statusprotokolls mit Referenzdaten auf
Übereinstimmung zu vergleichen, und abhängig von dem Ergebnis des Vergleiches eine
Problem-Nachricht über die mangelnde oder gegebene Übereinstimmung der Ausgangsdaten
mit den Referenzdaten an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu senden, und
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung ausgebildet ist, die Problem-Nachricht
über die mangelnde oder gegebene Übereinstimmung der betreffenden Ausgangsdaten mit
den Referenzdaten zusammen mit der betreffenden Statusinformation von der straßenseitigen
Kontrolleinrichtung zu empfangen und eine Ereignisprotoll-Anforderungsnachricht über
wenigstens ein Mobilfunknetz an die Fahrzeugeinrichtung zur Anforderung des Ereignisprotokolls
zu versenden, die Fahrzeugeinrichtung ferner ausgebildet ist, die Ereignisprotokoll-Anforderungsnachricht
mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung zu empfangen und in Antwort auf die
Ereignisprotokoll-Anforderungsnachricht das Ereignisprotokoll mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
über das Mobilfunknetz an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu versenden,
und die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung ferner ausgebildet ist, anhand des
Regelwerkes zu ermitteln, ob in dem Ereignisprotokoll eine Ereignismeldung mit zu
erwartenden Eingangsdaten enthalten ist, deren Verarbeitung durch die Fahrzeugeinrichtung
gemäß des Regelwerkes die betreffende Statusinformation mit den betreffenden Ausgangsdaten
erzeugen sollte, und/ oder eine Ereignismeldung mit verbotenen Eingangsdaten enthalten
ist, deren Verarbeitung durch die Fahrzeugeinrichtung gemäß des Regelwerkes nicht
die die betreffende Statusinformation mit den betreffenden Ausgangsdaten erzeugen
sollte, bei der Feststellung eines Mangels an gemäß des Regelwerks im Ereignisprotokoll
zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder der Feststellung des Vorliegens an gemäß des
Regelwerks im Ereignisprotokoll verbotenen Eingangsdaten wenigstens eine Mautsystemfehlermeldung
zu erzeugen und bei der Feststellung eines Vorliegens an gemäß des Regelwerkes im
Ereignisprotokoll zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder bei Feststellung eines Mangels
an gemäß des Regelwerks im Ereignisprotokoll verbotenen Eingangsdaten eine Nutzerfehlermeldung
zu erzeugen.
Versendet die Fahrzeugeinrichtung - weil sie entsprechend ausgebildet ist - das mehrere
Statusinformationen umfassende Statusprotokoll oder einen mehrere Statusinformationen
umfassenden Auszug des Statusprotokolls, so kann die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung
ausgebildet sein, das Statusprotokoll oder den Auszug des Statusprotokolls mit mehreren
Statusinformation zu empfangen, wobei die straßenseitige Kontrolleinrichtung in diesem
Fall ausgebildet ist, aus dem Statusprotokoll die Statusinformation mit den Ausgangsdaten
zu gewinnen, mit denen die Referenzdaten zu vergleichen sind.
[0039] Im Falle einer dezentralen Prüfung umfasst das erfindungsgemäße Mautsystem zur kontrollbedingten
Protokollprüfung beispielsweise wenigstens eine außerhalb des Fahrzeugs angeordnete
zentrale Datenverarbeitungseinrichtung und wenigstens eine straßenseitige Kontrolleinrichtung
mit wenigstens einer straßenseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung zum Empfang von
wenigstens einer Statusinformation des Statusprotokolls, wobei die Fahrzeugeinrichtung
eine erste Kommunikationsvorrichtung in Form einer Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
zum drahtlosen Versand des Ereignisprotokolls an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
über wenigstens ein Mobilfunknetz und eine zweite Kommunikationsvorrichtung in Form
einer fahrzeugseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung zum drahtlosen Versand von wenigstens
einer Statusinformation des Statusprotokolls an die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung
aufweist und ausgebildet ist, das Ereignisprotokoll mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu versenden und wenigstens eine Statusinformation
des Statusprotokolls mittels der fahrzeugseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung an
die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung des Mautsystems zu versenden, wobei
die straßenseitige Kontrolleinrichtung ausgebildet ist, wenigstens eine Statusinformation
des Statusprotokolls von der Fahrzeugeinrichtung mittels der straßenseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung
zu empfangen, Ausgangsdaten der wenigstens einen Statusinformation des Statusprotokolls
mit Referenzdaten auf Übereinstimmung zu vergleichen, und abhängig von dem Ergebnis
des Vergleiches eine Problem-Nachricht über die mangelnde oder gegebene Übereinstimmung
der Ausgangsdaten mit den Referenzdaten an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
zu senden, und die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung ausgebildet ist, die Problem-Nachricht
über die mangelnde oder gegebene Übereinstimmung der betreffenden Ausgangsdaten mit
den Referenzdaten zusammen mit der betreffenden Statusinformation von der straßenseitigen
Kontrolleinrichtung zu empfangen und eine Prüfungsanweisungsnachricht über wenigstens
ein Mobilfunknetz an die Fahrzeugeinrichtung zur Prüfung des Ereignisprotokolls bezüglich
der betreffenden Statusinformation zu versenden, die Fahrzeugeinrichtung ferner ausgebildet
ist, die Prüfungsanweisungsnachricht mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
zu empfangen, in Antwort auf die Prüfungsanweisungsnachricht anhand des Regelwerkes
zu ermitteln, ob in dem Ereignisprotokoll eine Ereignismeldung mit zu erwartenden
Eingangsdaten enthalten ist, deren Verarbeitung durch die Fahrzeugeinrichtung gemäß
des Regelwerkes die betreffende Statusinformation mit den betreffenden Ausgangsdaten
erzeugen sollte, und/ oder eine Ereignismeldung mit verbotenen Eingangsdaten enthalten
ist, deren Verarbeitung durch die Fahrzeugeinrichtung gemäß des Regelwerkes nicht
die die betreffende Statusinformation mit den betreffenden Ausgangsdaten erzeugen
sollte, bei der Feststellung eines Mangels an gemäß des Regelwerks im Ereignisprotokoll
zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder der Feststellung des Vorliegens an gemäß des
Regelwerks im Ereignisprotokoll verbotenen Eingangsdaten wenigstens eine Mautsystemfehlermeldung
mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
zu senden und bei der Feststellung eines Vorliegens an gemäß des Regelwerkes im Ereignisprotokoll
zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder bei Feststellung eines Mangels an gemäß des
Regelwerks im Ereignisprotokoll verbotenen Eingangsdaten eine Nutzerfehlermeldung
mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
zu senden. Versendet die Fahrzeugeinrichtung - weil sie entsprechend ausgebildet ist
- das mehrere Statusinformationen umfassende.Statusprotokoll oder einen mehrere Statusinformationen
umfassenden Auszug des Statusprotokolls, so kann die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung
ausgebildet sein, das Statusprotokoll oder den Auszug des Statusprotokolls mit mehreren
Statusinformation zu empfangen, wobei die straßenseitige Kontrolleinrichtung in diesem
Fall ausgebildet ist, aus dem Statusprotokoll die Statusinformation mit den Ausgangsdaten
zu gewinnen, mit denen die Referenzdaten zu vergleichen sind.
[0040] Mit der erfindungsgemäßen kontrollbedingten Protokollprüfung kann bei einer Abweichung
oder Übereinstimmung der von der Fahrzeugeinrichtung bereitgestellten Ausgangsdaten
von oder mit an der Kontrolleinrichtung erfassten oder bereitgestellten Referenzdaten
vorteilhaft ermittelt werden, ob diese Abweichung oder Übereinstimmung auf einen Fehler
des Mautsystems oder einen Fehler des Nutzers - beispielsweise einen Bedienungsfehler,
einen Verhaltensfehler (Vernachlässigung der Mitwirkungspflicht) oder eine ordnungswidrigen
Akt (Manipulation, Fälschung oder Beeinträchtigung von Daten oder Signalen) - zurückzuführen
sind.
[0041] Mit den folgenden Ausführungsformen zu derartigen kontrollbedingten Protokollprüfungen
wird die Bedeutung der Erfindung für die Kontrollpraxis in Mautsystemen verdeutlicht:
[0042] So können in einem Mautsystem mit kontrollbedingter dezentraler oder zentraler Protokollprüfung
die Ausgangsdaten einen registrierten Betriebsbereitschaftszustand der Fahrzeugeinrichtung
repräsentieren, die Referenzdaten einen Zustand der mangelnde Betriebsbereitschaft
der Fahrzeugeinrichtung repräsentieren, und die straßenseitige Kontrolleinrichtung
ausgebildet sein, in dem Fall, dass der Betriebsbereitschaftszustand der der mangelnden
Betriebsbereitschaft ist, eine Problem-Nachricht über die mangelnde Betriebsbereitschaft
an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu senden.
Insbesondere kann die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung ausgebildet sein,
das Statusprotokoll oder einen Auszug des Statusprotokolls mit mehreren Statusinformation
zu empfangen, wobei die straßenseitige Kontrolleinrichtung in diesem Fall ausgebildet
ist, aus dem Statusprotokoll die Statusinformation mit den Ausgangsdaten in Form des
registrierten Kennzeichens des Fahrzeugs zu gewinnen.
Eingangsdaten können durch Daten hinsichtlich der folgenden Ereignisse repräsentiert
werden: (i) das Ausbleiben des Empfangs von Signalen eines Globalen Navigationssatellitensystems
an der Positionsbestimmungseinrichtung; (ii) das Ausbleiben des Erzeugens von Positionsdaten
aus Signalen eines Globalen Navigationssatellitensystems durch die Positionsbestimmungseinrichtung;
(iii) das Unterschreiten einer Mindestgüte der Qualität von wenigstens einem Signal
eines Globalen Navigationssatellitensystems und/ oder wenigstens einer von der Positionsbestimmungseinrichtung
bestimmten Position; (iv) das Ausbleibens des Empfangs von Signalen an der Schnittstelle
zum Empfang von Signalen eines Weggebers; (v) die mangelnde Übereinstimmung von aus
Signalen eines Globalen Navigationssatellitensystems bestimmten Fahrtrichtungswinkeln
und aus von dem Beschleunigungssensor/ Gierratensensor erfassten Fahrrichtungsänderungen
bestimmten Fahrtrichtungswinkeln; (vi) das Fehlschlagen des Ladens des Betriebssystems
aus dem Datenspeicher in den Arbeitsspeicher; (vii) das Überschreiten des Zeitwertes
des Ablaufs der Gültigkeit der Verarbeitungsanweisungen; (viii) das Ausbleiben eines
Zeitsignals des Zeitgebers; (ix) der Ladungszustand des Ladungsspeicherelementes unterschreitet
einen vorgegebenen Grenzwert, (x) das Ausbleiben des Empfangs von Signalen von Basisstationen
eines Mobilfunknetzes an der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung; (xi) das Überschreiten
eines bestimmten Umfangs an Mauterhebungen, die nicht mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
an eine zentrale Datenverarbeitungseinrichtung des Mautsystems übermittelt werden
konnten.
[0043] Weiterhin können in einem Mautsystem mit kontrollbedingter dezentraler oder zentraler
Protokollprüfung die Ausgangsdaten eine Kennung eines von der Fahrzeugeinrichtung
zuletzt als befahren identifizierten mautpflichtigen Streckenabschnitts repräsentieren,
die Referenzdaten einen der Position der Kontrolleinrichtung entsprechende Kennung
eines zu kontrollierenden mautpflichtigen Streckenabschnittes, an der die Kontrolleinrichtung
angeordnet ist, repräsentieren, und die straßenseitige Kontrolleinrichtung ausgebildet
sein, in dem Fall, dass die Kennung des von der Fahrzeugeinrichtung zuletzt als befahren
identifizierten mautpflichtigen Streckenabschnitts nicht mit der Kennung des zu kontrollierenden
Streckenabschnitts übereinstimmt, eine Problem-Nachricht über die mangelnde Übereinstimmung
der Kennung des von der Fahrzeugeinrichtung zuletzt als befahren identifizierten mautpflichtigen
Streckenabschnitts mit der Kennung des zu kontrollierenden Streckenabschnitts an die
zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu senden. Insbesondere kann die straßenseitige
DSRC-Kommunikationsvorrichtung ausgebildet sein, das Statusprotokoll oder einen Auszug
des Statusprotokolls mit mehreren Statusinformation zu empfangen, wobei die straßenseitige
Kontrolleinrichtung in diesem Fall ausgebildet ist, aus dem Statusprotokoll die Statusinformation
mit den Ausgangsdaten in Form der Kennung des von der Fahrzeugeinrichtung zuletzt
als befahren identifizierten mautpflichtigen Streckenabschnitts zu gewinnen. Eingangsdaten
können durch aufgezeichnete Positionsdaten von einer oder mehreren der Identifizierung
des zuletzt als befahren identifizierten mautpflichtigen Streckenabschnitts dienlichen
Positionen repräsentiert sein. Korrespondieren bei der Protokollprüfung die aufgezeichneten
Positionsdaten nicht mit dem identifizierten Streckenabschnitt, so ist von einem Erkennungsfehler
der Software zur Verarbeitung der Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten
abgeleiteter Daten auszugehen, und es wird eine Mautsystemfehlernachricht erzeugt.
Korrespondieren bei der Protokollprüfung die aufgezeichneten Positionsdaten mit dem
identifizierten Streckenabschnitt, so ist von einem Bedienungsfehler auszugehen, und
es wird eine Nutzerfehlernachricht erzeugt.
[0044] Alternativ oder optional können in einem Mautsystem mit kontrollbedingter dezentraler
oder zentraler Protokollprüfung die Ausgangsdaten eine von der Fahrzeugeinrichtung
zuletzt registrierten Position repräsentieren, die Referenzdaten einer der Kontrolleinrichtung
zugeordneten Position repräsentieren, und die straßenseitige Kontrolleinrichtung ausgebildet
sein, in dem Fall, dass die von der Fahrzeugeinrichtung zuletzt registrierten Position
nicht im Rahmen einer zulässigen Abweichung (von beispielsweise 100 Metern) mit der
der Kontrolleinrichtung zugeordneten Position übereinstimmt, eine Problem-Nachricht
über die mangelnde Übereinstimmung der von der Fahrzeugeinrichtung zuletzt registrierten
Position mit der der Kontrolleinrichtung zugeordneten Position an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
zu senden. Insbesondere kann die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung ausgebildet
sein, das Statusprotokoll oder einen Auszug des Statusprotokolls mit mehreren Statusinformation
zu empfangen, wobei die straßenseitige Kontrolleinrichtung in diesem Fall ausgebildet
ist, aus dem Statusprotokoll die Statusinformation mit den Ausgangsdaten in Form der
von der Fahrzeugeinrichtung zuletzt registrierten Position zu gewinnen.
[0045] Außerdem kann ein Mautsystem mit kontrollbedingter dezentraler oder zentraler Protokollprüfung
dadurch gekennzeichnet sein, dass die straßenseitige Kontrolleinrichtung wenigstens
eine Bildaufnahmeeinrichtung (beispielsweise eine Kamera) zur Erzeugung wenigstens
einer Bildaufnahme eines Kennzeichenschildes des Fahrzeugs und wenigstens eine Bildverarbeitungseinrichtung
zur Gewinnung eines Kennzeichens aus der Bildaufnahme des Kennzeichenschildes des
Fahrzeugs umfasst und ausgebildet ist, mittels der Kamera wenigstens eine Bildaufnahme
eines Kennzeichenschildes des Fahrzeugs zu erzeugen und mittels der Bilddatenverarbeitungseinrichtung
ein aufgenommenes Kennzeichen aus der Bildaufnahme des Kennzeichenschildes des Fahrzeugs
zu gewinnen, die Ausgangsdaten ein registriertes Kennzeichen des Fahrzeugs repräsentieren
und die Referenzdaten das aufgenommene Kennzeichen des Fahrzeugs repräsentieren, und
die straßenseitige Kontrolleinrichtung ferner ausgebildet sein, in dem Fall, in dem
das registrierte Kennzeichen und das aufgenommene Kennzeichen verschieden sind, eine
Problem-Nachricht über die Verschiedenartigkeit des registrierten und des aufgenommenen
Kennzeichens an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu senden. Insbesondere
kann die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung ausgebildet sein, das Statusprotokoll
oder einen Auszug des Statusprptokolls mit mehreren Statusinformation zu empfangen,
wobei die straßenseitige Kontrolleinrichtung in diesem Fall ausgebildet ist, aus dem
Statusprotokoll die Statusinformation mit den Ausgangsdaten in Form des registrierten
Kennzeichens des Fahrzeugs zu gewinnen.
[0046] Ferner kann ein Mautsystem mit kontrollbedingter dezentraler oder zentraler Protokollprüfung
dadurch gekennzeichnet sein, dass die straßenseitige Kontrolleinrichtung wenigstens
eine Erfassungsvorrichtung zur Erfassung eines Bildes und/ oder einer Kontur des Fahrzeugs
und wenigstens eine Klassifizierungseinrichtung zur Bestimmung einer Fahrzeugklasse
des Fahrzeugs aus dem erfassten Bild und/ oder der erfassten Kontur des Fahrzeugs
aufweist und ausgebildet ist, wenigstens die Statusinformation mit den Ausgangsdaten
in Form der registrierten Fahrzeug- und/ oder Achsklasse des Fahrzeugs von der Fahrzeugeinrichtung
mittels der straßenseitigen DSRC-Einrichtung zu empfangen, mittels der Erfassungsvorrichtung
wenigstens ein Bild und/ oder wenigstens eine Kontur des Fahrzeugs zu erfassen und
mittels der Klassifikationseinrichtung eine erfasste Fahrzeugklasse des Fahrzeugs
aus dem erfassten Bild und/ oder der erfassten Kontur des Fahrzeugs zu bestimmen,
die Ausgangsdaten eine registrierte Fahrzeugklasse des Fahrzeugs repräsentieren, die
Referenzdaten die erfasste Fahrzeugklasse des Fahrzeugs repräsentieren und die straßenseitige
Kontrolleinrichtung ferner ausgebildet ist, in dem Fall, in dem die registrierte Fahrzeugklasse
und die erfasste Fahrzeugklasse verschieden sind, eine Problem-Nachricht über die
Verschiedenartigkeit der registrierten und der erfassten Fahrzeugklasse an die zentrale
Datenverarbeitungseinrichtung zu senden.
Insbesondere kann die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung ausgebildet sein,
ein Statusprotokoll mit mehreren Statusinformation zu empfangen, wobei die straßenseitige
Kontrolleinrichtung in diesem Fall ausgebildet ist, aus dem Statusprotokoll die Statusinformation
mit den Ausgangsdaten in Form der registrierten Fahrzeugklasse des Fahrzeugs zu gewinnen,
[0047] Es ist jeweils auch möglich, dass die Fahrzeugeinrichtung ausgebildet ist, von der
Statusinformation nur die Ausgangsdaten an die Kontrolleinrichtung zu versenden, denn
die Ausgangsdaten genügen der Kontrolleinrichtung für den Vergleich mit den Referenzdaten.
Im Falle der zentralen Prüfung durch die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung ist
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung dabei ausgebildet, von der Fahrzeugeinrichtung
zusätzlich zu dem Ereignisprotokoll auch den Statuszeitwert der Statusinformation
der Ausgangsdaten anzufordern, und die Fahrzeugeinrichtung ist ausgebildet den Statuszeitwert
der Statusinformation der Ausgangsdaten zusammen mit dem Ereignisprotokoll an die
zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu versenden.
[0048] Es ist jeweils auch möglich, dass die Fahrzeugeinrichtung ausgebildet, nur einen
Auszug des Ereignisprotokolls mit mehreren Ereignismeldungen zu versenden. In diesem
Sinne ist der besagte Auszug auch als Ereignisprotokoll zu verstehen.
Damit kann das Datenvolumen im Rahmen des Versands des Ereignisprotokolls beschränkt,
zumindest jedoch erniedrigt werden.
[0049] Es ist jeweils möglich, dass die Fahrzeugeinrichtung ausgebildet ist, Ereignismeldungen
aus dem Ereignisprotokoll zu löschen, die sich auf Statusinformationen beziehen, die
nicht mehr aktuell oder nicht mehr vorhanden sind, insofern als dass nicht mehr aktuelle
Werte ihrer Zustandsvariablen durch aktuelle Werte von Zustandsvariablen aktualisiert
wurden. Damit kann der Umfang des Ereignisprotokolls begrenzt werden.
[0050] In den Fällen, in denen die Fahrzeugeinrichtung eine fahrzeugseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung
zum drahtlosen Versand von wenigstens einer Statusinformation des Statusprotokolls
an die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung aufweist, ist die Fahrzeugeinrichtung
vorzugsweise einen ein ersten Geräteteil und wenigstens einen, von dem ersten Geräteteil
beanstandeten und kommunikationstechnisch mit dem ersten Geräteteil gekoppelten, zweiten
Geräteteil unterteilt, wobei der erste Geräteteil einen ersten Prozessor aufweist,
der zumindest ausgebildet ist, in Abhängigkeit von mehreren Zustandsvariablen der
Fahrzeugeinrichtung die Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten abgeleitete
Daten zum Zwecke der Erhebung einer auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr zu verarbeiten,
die für die Nutzung einer Verkehrsfläche durch das Fahrzeug zu erheben ist, die anhand
der erfassten Positionsdaten identifizierbar ist, sowie wenigstens einen ersten Datenspeicher
aufweist, wobei der zweite Geräteteil die fahrzeugseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung
mit einem zweiten Prozessor, der ausgebildet ist, eine DSRC-Kommunikation der fahrzeugseitigen
DSRC-Kommunikationseinrichtung mit der straßenseitigen DSRC-Kommunikation zu steuern,
und wenigstens einem zweiten Datenspeicher aufweist, und wobei die Fahrzeugeinrichtung
ausgebildet ist, das Ereignisprotokoll im ersten Datenspeicher zu speichern und das
Statusprotokoll im zweiten Datenspeicher zu speichern. Mit dieser Ausführungsform
kann das Statusprotokoll oder wenigstens eine Statusinformation des Statusprotokolls
im Zuge einer Vorbeifahrt des Fahrzeugs an einer straßenseitigen DSRC-Kommunikationseinrichtung
durch die Fahrzeugeinrichtung zügig zum Versand von der fahrzeugseitigen DSRC-Kommunikationseinrichtung
an die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung bereitgestellt werden.
[0051] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Fahrzeugeinrichtung zur Erfassung
von Positionen eines Fahrzeugs, von dem sie mitgeführt wird, bereitgestellt, wobei
die Fahrzeugeinrichtung ausgebildet ist (a) Positionsdaten von Positionen des Fahrzeugs
zu erfassen (b) in Abhängigkeit von mehreren Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung
die Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten abgeleitete Daten zum Zwecke der
Erhebung einer auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr zu verarbeiten, die für die Nutzung
einer Verkehrsfläche durch das Fahrzeug zu erheben ist, die anhand der erfassten Positionsdaten
identifizierbar ist, (c) Eingangsdaten zu empfangen oder zu erzeugen und (d) in Abhängigkeit
von den empfangenen oder erzeugten Eingangsdaten Ausgangsdaten zu erzeugen, die jeweils
einen Wert einer Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung repräsentieren, dadurch
gekennzeichnet, dass die Fahrzeugeinrichtung ferner ausgebildet ist, (e) Statusinformationen,
die jeweils mit einem Statuszeitwert verknüpfte erzeugte Ausgangsdaten umfassen, in
einem in der Fahrzeugeinrichtung gespeicherten Statusprotokoll einzutragen, (f) Ereignismeldungen,
die jeweils mit einem Ereigniszeitwert verknüpfte empfangene oder erzeugte Eingangsdaten
umfassen, in einem in der Fahrzeugeinrichtung gespeicherten Ereignisprotokoll einzutragen,
(g) anhand wenigstens eines in der Fahrzeugeinrichtung gespeicherten Regelwerkes zu
ermitteln, ob i) zu wenigstens einer zu prüfenden Ereignismeldung des Ereignisprotokolls
in dem Statusprotokoll gemäß des wenigstens einen Regelwerkes zu erwartende und/ oder
verbotene Ausgangsdaten in wenigstens einer Statusinformation enthalten sind, deren
Statuszeitwert innerhalb eines vorgegeben zeitlichen Bereiches um den Ereigniszeitwert
der zu prüfenden Ereignismeldung liegt, und/ oder ii) zu wenigstens einer zu prüfenden
Statusinformation des Statusprotokolls in dem Ereignisprotokoll gemäß des wenigstens
einen Regelwerkes zu erwartende und/ oder verbotene Eingangsdaten in wenigstens einer
Ereignismeldung enthalten sind, deren Ereigniszeitwert innerhalb eines vorgegeben
zeitlichen Bereiches um den Statuszeitwert der zu prüfenden Statusinformation liegt,
und (h) bei der Feststellung eines Mangels an gemäß des wenigstens einen Regelwerks
zu erwartenden Ausgangsdaten und/ oder zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder bei
Feststellung eines Vorliegens von gemäß des wenigstens einen Regelwerks verbotenen
Ausgangsdaten und/ oder verbotenen Eingangsdaten eine Fehlermeldung zu erzeugen.
Insbesondere kann die erfindungsgemäße Fahrzeugeinrichtung ausgebildet sein, (g) anhand
wenigstens eines in der Fahrzeugeinrichtung gespeicherten Regelwerkes zu ermitteln,
ob (i) zu wenigstens einer zu prüfenden Ereignismeldung des Ereignisprotokolls in
dem Statusprotokoll gemäß des wenigstens einen Regelwerkes zu erwartende und/ oder
verbotene Ausgangsdaten in wenigstens einer Statusinformation enthalten sind, deren
Statuszeitwert innerhalb eines vorgegeben zeitlichen Abstandes nach dem Ereigniszeitwert
der zu prüfenden Ereignismeldung liegt, und/ oder (ii) zu wenigstens einer zu prüfenden
Statusinformation des Statusprotokolls in dem Ereignisprotokoll gemäß des wenigstens
einen Regelwerkes zu erwartende und/ oder verbotene Eingangsdaten in wenigstens einer
Ereignismeldung enthalten sind, deren Ereigniszeitwert innerhalb eines vorgegeben
zeitlichen Abstandes vor dem Statuszeitwert der zu prüfenden Statusinformation liegt,
und (h) bei der Feststellung eines Mangels an zu erwartenden Ausgangsdaten und/ oder
an gemäß des wenigstens einen Regelwerkes zu erwartenden Eingangsdaten eine Fehlermeldung
zu erzeugen. Vorzugsweise weist die erfindungsgemäße Fahrzeugeinrichtung eine fahrzeugseitige
DSRC-Kommunikationseinrichtung zum drahtlosen Versand von wenigstens einer Statusinformation
des Statusprotokolls an die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung auf und
ist in einen ersten Geräteteil und wenigstens einen, von dem ersten Geräteteil beanstandeten
und kommunikationstechnisch mit dem ersten Geräteteil gekoppelten, zweiten Geräteteil
unterteilt, wobei der erste Geräteteil einen ersten Prozessor aufweist, der zumindest
ausgebildet ist, in Abhängigkeit von mehreren Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung
die Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten abgeleitete Daten zum Zwecke der
Erhebung einer auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr zu verarbeiten, die für die Nutzung
einer Verkehrsfläche durch das Fahrzeug zu erheben ist, die anhand der erfassten Positionsdaten
identifizierbar ist, sowie wenigstens einen ersten Datenspeicher aufweist, wobei der
zweite Geräteteil die fahrzeugseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung mit einem zweiten
Prozessor, der ausgebildet ist, die DSRC-Kommunikation der fahrzeugseitigen DSRC-Kommunikationseinrichtung
mit der straßenseitigen DSRC-Kommunikation zu steuern, und wenigstens einem zweiten
Datenspeicher aufweist, und wobei die Fahrzeugeinrichtung ausgebildet ist, das Ereignisprotokoll
im ersten Datenspeicher zu speichern und das Statusprotokoll im zweiten Datenspeicher
zu speichern. Mit dieser Ausführungsform kann das Statusprotokoll oder wenigstens
eine Statusinformation des Statusprotokolls im Zuge einer Vorbeifahrt des Fahrzeugs
an einer straßenseitigen DSRC-Kommunikationseinrichtung durch die erfindungsgemäße
Fahrzeugeinrichtung zügig zum Versand von der fahrzeugseitigen DSRC-Kommunikationseinrichtung
an die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung bereitgestellt werden.
[0052] Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung wird Verfahren zur Erkennung von Fehlern
in einer von einem Fahrzeug mitgeführten Fahrzeugeinrichtung eines Mautsystems bereitgestellt
mit folgenden Schritten: (a) Erfassung von Positionsdaten von Positionen des Fahrzeugs
durch die Fahrzeugeinrichtung, (b) Verarbeitung der Positionsdaten und/ oder von aus
den Positionsdaten abgeleiteten Daten durch die Fahrzeugeinrichtung in Abhängigkeit
von mehreren Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung zum Zwecke der Erhebung einer
auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr, die für die Nutzung einer Verkehrsfläche durch
das Fahrzeug zu erheben ist, die anhand der erfassten Positionsdaten identifizierbar
ist, (c) Empfang oder Erzeugung von Eingangsdaten durch die Fahrzeugeinrichtung und
(d) Erzeugung von Ausgangsdaten, die jeweils einen Wert einer Zustandsvariablen der
Fahrzeugeinrichtung repräsentieren, in Abhängigkeit von den empfangenen oder erzeugten
Eingangsdaten durch die Fahrzeugeinrichtung, gekennzeichnet durch die weiteren Schritte
der (e) Eintragung von Statusinformationen, die jeweils mit einem Statuszeitwert verknüpfte
erzeugte Ausgangsdaten umfassen, in einem in der Fahrzeugeinrichtung gespeicherten
Statusprotokoll durch die Fahrzeugeinrichtung, (f) Eintragung von Ereignismeldungen,
die jeweils mit einem Ereigniszeitwert verknüpfte empfangene oder erzeugte Eingangsdaten
umfassen, in einem in der Fahrzeugeinrichtung gespeicherten Ereignisprotokoll durch
die Fahrzeugeinrichtung, (g) Ermittlung durch die Fahrzeugeinrichtung und/ oder durch
eine außerhalb des Fahrzeugs angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung des
Mautsystems anhand wenigstens eines in der Fahrzeugeinrichtung und/ oder in der zentralen
Datenverarbeitungseinrichtung gespeicherten Regelwerkes, ob (i) zu wenigstens einer
zu prüfenden Ereignismeldung des Ereignisprotokolls in dem Statusprotokoll gemäß des
Regelwerkes zu erwartenden Ausgangsdaten in wenigstens einer Statusinformation enthalten
sind, deren Statuszeitwert innerhalb eines vorgegeben zeitlichen Bereiches um den
Ereigniszeitwert der zu prüfenden Ereignismeldung liegt und/ oder (ii) zu wenigstens
einer zu prüfenden Statusinformation des Statusprotokolls in dem Ereignisprotokoll
gemäß des Regelwerkes zu erwartende Eingangsdaten in wenigstens einer Ereignismeldung
enthalten sind, deren Ereigniszeitwert innerhalb eines vorgegeben zeitlichen Bereiches
um den Statuszeitwert der zu prüfenden Statusinformation liegt, und (h) Erzeugung
einer Fehlermeldung bei Feststellung eines Mangels an gemäß des Regelwerkes zu erwartenden
Ausgangsdaten und/ oder an zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder bei Feststellung
eines Vorliegens von gemäß des wenigstens einen Regelwerks verbotenen Ausgangsdaten
und/ oder verbotenen Eingangsdaten durch die Fahrzeugeinrichtung und/ oder die zentrale
Datenverarbeitungseinrichtung.
Insbesondere kann das Verfahren folgende Schritte vorsehen: (g) Ermittlung durch die
Fahrzeugeinrichtung und/ oder durch eine außerhalb des Fahrzeugs angeordnete zentrale
Datenverarbeitungseinrichtung des Mautsystems anhand wenigstens eines in der Fahrzeugeinrichtung
und/ oder in der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung gespeicherten eines Regelwerkes,
ob (i) zu wenigstens einer zu prüfenden Ereignismeldung des Ereignisprotokolls in
dem Statusprotokoll gemäß des Regelwerkes zu erwartende und/ oder verbotene Ausgangsdaten
in wenigstens einer Statusinformation enthalten sind, deren Statuszeitwert innerhalb
eines vorgegeben zeitlichen Abstandes nach dem Ereigniszeitwert der zu prüfenden Ereignismeldung
liegt und/ oder (ii) zu wenigstens einer zu prüfenden Statusinformation des Statusprotokolls
in dem Ereignisprotokoll gemäß des Regelwerkes zu erwartende und/ oder verbotene Eingangsdaten
in wenigstens einer Ereignismeldung enthalten sind, deren Ereigniszeitwert innerhalb
eines vorgegeben zeitlichen Abstandes vor dem Statuszeitwert der zu prüfenden Statusinformation
liegt, durch den dezentralen Prozessor und/ oder einen zentralen Prozessor einer zentralen
Datenverarbeitungseinrichtung des Mautsystems, die das Ereignisprotokoll und das Statusprotokoll
von der Fahrzeugeinrichtung empfangen hat, und (h) Erzeugung einer Fehlermeldung bei
Feststellung eines Mangels an gemäß des Regelwerkes zu erwartenden Ausgangsdaten und/
oder an zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder bei Feststellung eines Vorliegens von
gemäß des wenigstens einen Regelwerks verbotenen Ausgangsdaten und/ oder verbotenen
Eingangsdaten durch die Fahrzeugeinrichtung und/ oder die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung.
Bevorzugt erfolgt die Eintragung von Ereignismeldungen, die jeweils mit einem Ereigniszeitwert
verknüpfte empfangene oder erzeugte Eingangsdaten umfassen, in einem in einem ersten
Datenspeicher eines ersten Geräteteils der Fahrzeugeinrichtung gespeicherten Ereignisprotokoll
und die die Eintragung von Statusinformationen, die jeweils mit einem Statuszeitwert
verknüpfte erzeugte Ausgangsdaten umfassen, in einem in einem, von dem ersten Geräteteil
beanstandeten und kommunikationstechnisch mit dem ersten Geräteteil gekoppelten, zweiten
Geräteteil der Fahrzeugeinrichtung gespeicherten Statusprotokoll, wobei ein erster
Prozessor des ersten Geräteteils die Verarbeitung der Positionsdaten und/ oder von
aus den Positionsdaten abgeleiteten Daten in Abhängigkeit von mehreren Zustandsvariablen
der Fahrzeugeinrichtung zum Zwecke der Erhebung einer auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr,
die für die Nutzung einer Verkehrsfläche durch das Fahrzeug zu erheben ist, die anhand
der erfassten Positionsdaten identifizierbar ist, durchführt und ein zweiter Prozessor
des zweiten Geräteteils eine im Rahmen einer DSRC-Kommunikation durch den zweiten
Geräteteil erfolgende Versendung von Statusinformationen steuert.
[0053] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen erläutert.
Dazu zeigen
- Fig. 1
- schematisch eine erfindungsgemäße Fahrzeugeinrichtung
- Fig. 2
- schematisch ein erfindungsgemäßes Mautsystem
[0054] Eine erfindungsgemäße Fahrzeugeinrichtung 20 umfasst - wie schematisch in Fig. 1
dargestellt - ein Fahrzeuggerät 10 mit einem dezentralen Prozessor 11 sowie ein DSRC-Kommunikationsmodul
22 und einen Weggeber 21 (beispielsweise ein Kilometerzähler oder ein Odometer), die
mit dem Fahrzeuggerät 10 datentechnisch gekoppelt sind. Datentechnische Kopplungen
zwischen datentechnisch miteinander gekoppelten Komponenten sind in Fig. 1 durch durchgängige
Verbindungsstriche zwischen den gekoppelten Komponenten verdeutlicht. Sie können durch
Schnittstellen, Verbindungsleitungen oder Drahtlos-Kommunikationsmittel (z. B. bluetooth)
realisiert sein. Der dezentrale Prozessor 11 ist durch die Ausführung eines Computerprogramms,
das zur Ausführung aus dem Daten-Schreib-Lese-Speicher 17a in den Arbeitsspeicher
17b geladen wird, ausgebildet, den DSRC-Kommunikationsmodul-Prozessor 22d zu steuern
und von ihm Daten zu empfangen. Eine GNSS-Positionsbestimmungseinrichtung 12 empfängt
mittels ihrer GNSS-Empfangsantenne 12b Signale von Satelliten eines Globalen Navigationssatellitensystems
(GNSS), beispielsweise GPS, und ermittelt aus den empfangenen Satellitensignalen mittels
ihres GNSS-Empfängers 12a ihre vorläufige Position - und damit die vorläufige Position
eines Fahrzeugs 30 (siehe Fig. 2), von dem die Fahrzeugeinrichtung 20 mitgeführt wird.
Die ermittelte vorläufige Position wird durch den Prozessor 11 anhand von Fahrtrichtungsänderungswerten,
die von einem Gyroskop 16 des Fahrzeuggerätes bereitgestellt werden, und anhand von
relativen Weglängenwerten eines in einer bestimmten Zeit zurückgelegten Weges, die
von dem Weggeber 21 bereitgestellt werden, weiter zu einer gegenüber der vorläufigen
Position genaueren endgültigen Position (im folgenden nur noch als "Position" bezeichnet)
im Zuge eines als Koppelortung an sich bekannten Verfahrens verarbeitet.
[0055] In einer alternativen Ausführungsvariante können die Signale des Gyroskops 16 und
des Weggebers 21 anstatt auf den Prozessor 11 auf die GNSS-Positionsbestimmungseinrichtung
12 geleitet werden, wobei die die GNSS-Positionsbestimmungseinrichtung 12 die Koppelortung
durchführt.
Die Positionsbestimmung durch den Prozessor 11 und die GNSS-Positionsbestimmungseinrichtung
12 erfolgt wiederholtbeispielsweise im Sekundentakt - im Laufe der Fortbewegung des
Fahrzeugs 30 durch die Fahrzeugeinrichtung 20.
[0056] Der dezentrale Prozessor 11 ist an ein Sicherheitsmodul 18 gekoppelt, das als eigenständige
Datenverarbeitungseinheit (beispielsweise eine Chipkarte) ausgebildet ist, die wenigstens
ein autonomes Steuermodul 18a und einen Speicherbereich 18b aufweist, wobei das autonome
Steuermodul 18a dazu konfiguriert ist, Anfragen nach einer Herausgabe von Daten aus
dem Speicherbereich 18b und/ oder der Änderung oder Aufnahme von Daten im Speicherbereich
18b nur gegen eine Authentifizierung auszuführen. Die Durchführung der Authentifizierungsprozedur
kann durch die Analyse einer digitalen Signatur mittels eines vom Signierenden im
Speicherbereich 18b des Sicherheitsmoduls 18 abgelegten öffentlichen Schlüssels erfolgen.
Anstelle des Sicherheitsmoduls 18 kann ein kryptographischer Datenspeicher (nicht
dargestellt) vorgesehen sein, in den der Prozessor 11 Daten nur mit entsprechender
Authentifizierung verschlüsselt ablegen kann und entschlüsselnd auslesen kann.
Eine Fahrzeugkennung des Fahrzeugs 30 ist in Form des Fahrzeugkennzeichens, das von
wenigstens einem Fahrzeugschild des Fahrzeugs 30 umfasst ist, im Speicherbereich 18b
des Sicherheitsmoduls 18 oder kryptographischen Datenspeichers gespeichert. Alternativ
oder optional kann die Fahrzeugkennung in dem Daten-Schreib-Lese-Speicher 17a gespeichert
sein.
Des Weiteren sind eine Achsklasse und eine Schadstoffklasse, deren Kombination eine
Fahrzeugklasse bildet, in dem Speicherbereich 18b des Sicherheitsmoduls 18 gespeichert.
Eine Erstregistrierung oder Änderung der Fahrzeugkennung, der Achsklasse und/ oder
der Schadstoffklasse kann durch den Nutzer bewirkt werden, indem er entsprechende
Daten und Anweisungen über eine nicht dargestellte Benutzerschnittstelle (Bluetooth-Schnittstelle,
USB-Schnittstelle, Tastatur.oder berührungssensitive Anzeigevorrichtung) an den Prozessor
11 der Fahrzeugeinrichtung übermittelt.
Sie kann auch durch die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 (siehe Fig. 2) bewirkt
werden, zu der der Nutzer zuvor die Daten der Erstregistrierung oder Änderung übermittelt
hat, indem die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 eine entsprechende Anweisung
zur Erstregistrierung oder Änderung der Fahrzeugkennung, der Achsklasse und/ oder
der Fahrzeugklasse über das Mobilfunknetz 40 (siehe Fig. 2) an die Fahrzeugeinrichtung
20 versendet, welche diese Anweisung zusammen mit den neuen Daten mittels eines Mobilfunk-Sendeempfängers
13 empfängt und mittels des dezentralen Prozessors 11 verarbeitet.
Derartige eingehende Anweisungen bilden erfindungsgemäße erste Eingangsdaten, die
vom dezentralen Prozessor 11 in einem im Daten-Schreib-Lese-Speicher 17a dafür vorgesehenen
Ereignisprotoll zusammen mit einem ersten Ereigniszeitwert des Eingangs der jeweiligen
Anweisung als erst Ereignismeldung abspeichert werden.
Die verschlüsselte Speicherung von der Fahrzeugkennung, der Achsklasse und/ oder der
Schadstoffklasse im Speicherbereich 18b des Sicherheitsmoduls 18 oder im kryptographischen
Datenspeicher kann mittels entsprechender Anweisungen durch den dezentralen Prozessor
11 veranlasst werden. Diese - fahrzeuggeräteinternen - Anweisungen bilden erfindungsgemäße
zweite Eingangsdaten, die zusammen mit einem zweiten Ereigniszeitwert im Ereignisprotokoll
als zweite Ereignismeldung abgespeichert werden. Nachdem die Speicherung im Speicherbereich
18b des Sicherheitsmoduls 18 erfolgreich erfolgt ist, gibt das autonome Steuermodul
18a des Sicherheitsmoduls 18 ein entsprechendes Bestätigungssignal an den dezentralen
Prozessor 11 ab, welches als erfindungsgemäße dritte Eingangsdaten mit einem dritten
Ereigniszeitwert im Ereignisprotokoll durch den dezentralen Prozessor 11 als dritte
Ereignismeldung gespeichert wird.
Erst nach der erfolgten Speicherbestätigung des Sicherheitsmoduls 18 veranlasst der
dezentrale Prozessor 11 die empfangene Fahrzeugkennung, die empfangene Achsklasse
und/ oder die empfangene Schadstoffklasse als erfindungsgemäße Ausgangsdaten zusammen
mit einem Statuszeitwert in dem Statusprotokoll. Dieser Statuszeitwert kann dem ersten
Ereigniszeitwert entsprechen, dem dritten und letzten Ereigniszeitwert oder einem
Zeitwert, der noch später liegt als der des dritten und letzten Ereigniszeitwertes
und dem Zeitwert der Eintragung der Ausgangsdaten in das Statusprotokoll entspricht.
Dies ist zwar nur eine Frage der Definition; diese hat aber Einfluss auf die Festlegung
des vorgegebenen Zeitbereiches hat, in dem für eine Statusinformation des Statusprotokolls
nach relevanten Ereignismeldungen des Ereignisprotokolls im Zuge der erfindungsgemäßen
Protokollprüfung gesucht werden soll.
Im Falle dieses Ausführungsbeispiels ist der Statuszeitwert der Zeitwert der Eintragung
der Ausgangsdaten in das Statusprotokoll und liegt damit zeitlich gesehen nach dem
ersten, zweiten und dritten Ereigniszeitwert. Der vorgegebene zeitliche Abstand innerhalb
dessen die Ereigniszeitwerte von Ereignismeldungen, die der Eintragung der Statusinformation
vorangehen, liegen müssen, beträgt für Fahrzeugdaten (Fahrzeugkennung, Fahrzeugklasse)
beispielsweise 10 Sekunden. Diese Größe würde auch auf einen zeitlichen Bereich zutreffen,
innerhalb dessen die Ereigniszeitwerte von Ereignismeldungen, die die Eintragung der
Statusinformation bedingen, liegen müssen, wenn der Statuszeitwert nicht nach dem
dritten Ereigniszeitwert liegen würde, sondern beispielsweise auf den ersten Ereigniszeitwert
fallen würde; es müssten nur die zeitliche Lage des zeitlichen Bereiches von gleicher
zeitlicher Breite wie der Abstand entsprechend angepasst werden.
Das Statusprotokoll ist dabei in dem DSRC-Kommunikationsmodul-Daten-Schreib-Lese-Speicher
22d eines fahrzeugseitigen DSRC-Kommunikationsmoduls gespeichert, welches beabstandet
von dem Fahrzeuggerät 10 an der Innenseite der Frontscheibe des Fahrzeugs 30 so befestigt
ist, dass der DSRC-Sendeempfänger 22a mittels seiner DSRC-Antenne 22b mit einer außerhalb
des Fahrzeugs 30 angeordneten straßenseitigen DSRC-Kommunikationseinrichtung 63a einer
straßenseitigen Kontrolleinrichtung 60 (siehe Fig. 2) kommunizieren kann. Der DSRC-Kommunikationsträger
ist Mikrowelle im Frequenzbereich von 5,8 GHz. Alternativ oder optional ist als DSRC-Kommunikationsträger
Infrarotlicht (850 nm) möglich, wobei dafür als Empfangselemente Photodioden und als
Sendeelemente IR-Leuchtdioden zu verwenden wären.
Zur Speicherung von Statusinformationen in dem DSRC-Kommunikationsmodul-Daten-Schreib-Lese-Speicher
22d kommuniziert der dezentrale Prozessor 11 über eine Kommunikationsverbindung drahtlos
oder im Leitungswege mit dem DSRC-Kommunikationsmodul-Prozessor 22c des DSRC-Kommunikationsmoduls
22.
[0057] Der Prozessor 11 erfasst - wie bereits erwähnt - im Sekundentakt - eine Position
des Fahrzeugs 30 und verarbeitet die erfassten Positionsdaten dieser Positionen zum
Zwecke der Erhebung einer auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr, die für die Nutzung
eines Streckenabschnitts durch das Fahrzeug 30 zu erheben ist, die anhand der erfassten
Positionsdaten identifizierbar ist.
Im Zuge einer dezentralen Mautgebührenermittlung vergleicht der dezentrale Prozessor
11 dazu mittels eines im Arbeitsspeicher 17b ausgeführten Mautgebührenermittlungsprogramms
Positionsdaten einer oder mehrerer erfasster Positionen mit geographischen Elementen
einer digitalen Karte, denen jeweils eine Kennung eines Streckenabschnittes zugeordnet
ist. Bei hinreichender geographischer Übereinstimmung der erfassten Positionsdaten
mit einem bestimmten geographischen Element, wird der Streckenabschnitt, dessen Kennung
mit dem bestimmten geographischen Element verknüpft ist, als befahren erkannt. Anschließend
ermittelt der dezentrale Prozessor 11 anhand der Kennung des als befahren erkannten
Streckenabschnittes eine Mautgebühr, die von der Achsklasse und der Schadstoffklasse
des Fahrzeugs 30 abhängt.
Insofern sind Achsklasse und Schadstoffklasse erfindungsgemäße Zustandsvariablen der
Fahrzeugeinrichtung, weil sie die Höhe der Mautgebühr bestimmen und insofern die Verarbeitung
der Positionsdaten zu einer auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr beeinflussen.
Anschließend weist der zentrale Prozessor 11 den Mobilfunk-Sendeempfänger 13 an, die
ermittelte Mautgebühr zusammen mit der Fahrzeugkennung über das Mobilfunknetz 40 an
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 einer Mautzentrale 58 (siehe Fig. 2)
zu versenden. Die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 der Mautzentrale 58 ordnet
die Mautgebühr anhand der Fahrzeugkennung einem Nutzerkonto zu, von dem die Mautgebühr
durch eine Datenverarbeitungseinrichtung einer Bank (nicht dargestellt) abgezogen
dem Konto des Mautbetreibers gutgeschrieben wird.
Insofern ist auch die Fahrzeugkennung eine erfindungsgemäße Zustandsvariable der Fahrzeugeinrichtung,
weil sie die die Zuordnung der Mautgebühr zu einem Nutzer bestimmt und insofern die
Verarbeitung der Positionsdaten zu einer auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr beeinflussen.
[0058] Im Zuge einer alternativen oder optionalen zentralen Mautgebührenermittlung weist
der zentrale Prozessor 11 mittels eines im Arbeitsspeicher 17b ausgeführten Positionsdatenverarbeitungsprogramms
den Mobilfunk-Sendeempfänger 13 an, erfasste Positionsdaten - insbesondere Positionsdaten
mehrerer in unmittelbarer Folge erfasster Positionen - zusammen mit der Fahrzeugkennung,
Achsklasse und Schadstoffklasse des Fahrzeugs 30 - an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
50 zu senden.
Im Zuge einer zentralen Mautgebührenermittlung vergleicht der zentrale Prozessor 51
der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung 50 dazu die empfangenen Positionsdaten
einer oder mehrerer erfasster Positionen mit geographischen Elementen einer digitalen
Karte, denen jeweils eine Kennung eines Streckenabschnittes zugeordnet ist. Bei hinreichender
geographischer Übereinstimmung der erfassten Positionsdaten mit einem bestimmten geographischen
Element, wird der Streckenabschnitt, dessen Kennung mit dem bestimmten geographischen
Element verknüpft ist, als befahren erkannt. Anschließend ermittelt der zentrale Prozessor
51 anhand der Kennung des als befahren erkannten Streckenabschnittes eine Mautgebühr,
die von der Achsklasse und der Schadstoffklasse des Fahrzeugs 30 abhängt. Fahrzeugkennung,
Achsklasse und Schadstoffklasse sind auch in diesem Falle erfindungsgemäße Zustandsvariablen
der Fahrzeugeinrichtung, weil sie die Höhe der Mautgebühr und die Zuordnung der Mautgebühr
zu einem Nutzer bestimmen und insofern die Verarbeitung der Positionsdaten zu einer
auf das Fahrzeug bezogenen Mautgebühr beeinflussen.
[0059] Im Falle der dezentralen Mautgebührenermittlung stellt auch der als befahren erkannte
Streckenabschnitt eine Zustandsvariable der Fahrzeugeinrichtung dar, deren Kennung
als Ausgangsdaten einer Statusinformation in dem Statusprotokoll als aktuell befahrener
Streckenabschnitt auf Veranlassung des dezentralen Prozessors 11 in dem DSRC-Kommunikationsmodul-Daten-Schreib-Lese-Speicher
22d gespeichert werden.
[0060] Insbesondere ist der dezentrale Prozessor 11 ausgebildet, bei Eintreten einer Stromversorgung
des Fahrzeuggerätes 10 über den Stromversorgungsanschluss 19 oder in Folge eines Einschaltens
des Fahrzeuggerätes 10, die Betriebsbereitschaft der Fahrzeugeinrichtung 20 zu prüfen
und soweit möglich die Fahrzeugeinrichtung in Betrieb zu nehmen. Dazu unternimmt der
dezentrale Prozessor 11 zunächst zumindest den Versuch das Mautgebührenermittlungsprogramm
aus dem Daten-Schreib-Lese-Speicher 17a in den Arbeitsspeicher 17b zu laden. Schlägt
das Laden des Mautgebührenermittlungsprogramms in den Arbeitsspeicher 17b fehl, so
schreibt er eine Ereignismeldung über Versuch des Ladens und eine Ereignismeldung
über das Fehlschlagen des Ladens in das Ereignisprotokoll, das in dem Daten-Schreib-Lese-Speicher
17a gespeichert ist. Ferner ist er durch das Fehlschlagen des Ladens veranlasst, einen
Betriebsbereitschaftszustand auf "mangelnd" zu setzen, dies dem Nutzer über die Anzeigeeinrichtung
15 darzustellen und die Speicherung einer Statusinformation über die mangelnde Betriebsbereitschaft
der Fahrzeugeinrichtung in das Statusprotokoll zu schreiben, welches in dem DSRC-Kommunikationsmodul-Daten-Schreib-Lese-Speicher
22d gespeichert ist.
Gelingt das Laden des Mautgebührenermittlungsprogramms in den Arbeitsspeicher 17b,
so wird eine entsprechende Ereignismeldung in das Ereignisprotokoll eingetragen.
Daraufhin prüft der dezentrale Prozessor 11, ob die Software, die das Mautgebührenermittlungsprogramm
und die digitale Karte umfasst, noch gültig ist, indem er einen Zeitwert des Ablaufs
der Gültigkeit der Software aus dem Speicherbereich 18b des Sicherheitsmoduls 18 ausliest
und mit einem aktuellen Zeitwert des Zeitgebers 14, beispielsweise einer Funkuhr,
vergleicht. Ist die Software ungültig, weil der aktuelle Zeitwert des Zeitgebers größer
ist als der Zeitwert des Ablaufs der Gültigkeit der Software, so schreibt der dezentrale
Prozessor 11 eine Ereignismeldung über die Durchführung der Gültigkeitsprüfung und
eine Ereignismeldung über das negative Ergebnis der Gültigkeitsprüfung in das Ereignisprotokoll,
das in dem Daten-Schreib-Lese-Speicher 17a gespeichert ist.
Ferner ist er durch das Ergebnis der Ungültigkeit der Software veranlasst, einen Betriebsbereitschaftszustand
Fahrzeugeinrichtung auf "mangelnd" zu setzen, dies dem Nutzer über die Anzeigeeinrichtung
15 darzustellen und die Speicherung einer Statusinformation über die mangelnde Betriebsbereitschaft
der Fahrzeugeinrichtung in das Statusprotokoll zu schreiben, welches in dem DSRC-Kommunikationsmodul-Daten-Schreib-Lese-Speicher
22d gespeichert ist.
Der Versuch des Ladens des Mautgebührenermittlungsprogramms in den Arbeitsspeicher
17b und das Prüfen der Gültigkeit der Software kann auch in der umgekehrten Reihenfolge
erfolgen.
Das Statusprotokoll kann alternativ oder optional zur Speicherung in dem DSRC-Kommunikationsmodul-Daten-Schreib-Lese-Speicher
22d auch in dem Daten-Schreib-Lese-Speicher 17a des Fahrzeuggeräts gespeichert sein.
[0061] Nachdem der dezentrale Prozessor 11 die Fahrzeugeinrichtung 20 - unter der Voraussetzung
des erfolgreichen Ladens und der Gültigkeit der Software - derart in Betrieb genommen
hat, führt er im Rahmen eines Selbsttests eine interne Protokollprüfung durch, die
Ereignismeldungen und Statusinformationen aus einem vorangegangen Betriebszyklus der
Fahrzeugeinrichtung betrifft. Das sind alle in dem Ereignisprotoll gespeicherten Ereignismeldungen,
deren Ereigniszeitwerte zwischen dem vorletzten Ereignis des Einschaltens oder des
Einrichtens einer Stromversorgung der Fahrzeugeinrichtung 20 oder des Fahrzeuggerätes
10 über den Stromversorgungsanschluss 19 und dem letzten Ereignis des Ausschaltens
oder des Aufhebens der Stromversorgung der Fahrzeugeinrichtung 20 oder des Fahrzeuggerätes
10 über den Stromversorgungsanschluss 19 liegen.
[0062] Dazu prüft der dezentrale Prozessor 11 anhand wenigstens eines im Daten-Schreib-Lese-Speicher
17a gespeicherten Regelwerkes, ob zu jeder Ereignismeldung des Ereignisprotokolls
in dem Statusprotokoll - soweit im Regelwerk bestimmt - gemäß des Regelwerks zu erwartenden
Ausgangsdaten in wenigstens einer Statusinformation enthalten sind, deren Statuszeitwert
innerhalb eines vorgegeben zeitlichen Abstandes von beispielsweise 10 Sekunden nach
dem Ereigniszeitwert der zu prüfenden Ereignismeldung liegt, und erzeugt bei der Feststellung
eines Mangels an gemäß des wenigstens einen Regelwerks zu erwartenden Ausgangsdaten
eine Fehlermeldung, zu deren Anzeige auf der Anzeigevorrichtung 15 der dezentrale
Prozessor keine Anweisung an die Anzeigevorrichtung 15 ereilt, sondern zu deren Versand
an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 (siehe Fig. 2) der Mobilfunk-Sendeempfänger
13 durch den dezentralen Prozessor angewiesen wird.
Das Regelwerk umfasst dabei eine Datenbank, in der Eingangsdaten einer oder mehrerer
Ereignismeldungen mit Ausgangsdaten einer oder mehrerer Statusinformationen verknüpft
sind, wobei für eine Vorwärtssuche die mit den zu prüfenden Eingangsdaten einer oder
mehrerer Ereignismeldungen verknüpften Ausgangsdaten zu erwartende Ausgangsdaten sind.
Beispielsweise sind in der Datenbank die Eingangsdaten der drei Ereignismeldungen
"Versuch des Ladens des Mautgebührenermittlungsprogramms in den Arbeitsspeicher 17b",
"Fehlschlagen des Ladens des Mautgebührenermittlungsprogramms in den Arbeitsspeicher
17b" und "Registrierung eine mangelnden Betriebsbereitschaft" verknüpft mit den Ausgangsdaten
einer Statusinformation "mangelnde Betriebsbereitschaft". Dies entspricht der Regel,
dass die Eingangsdaten der drei genannten Ereignismeldungen im Ereignisprotokoll gespeichert
sein müssen, wenn im Statusprotokoll die Statusinformation "mangelnde Betriebsbereitschaft"
eingetragen ist, beziehungsweise, dass aus den Eingangsdaten der drei genannten Ereignismeldungen
im Ereignisprotokoll die Statusinformation "mangelnde Betriebsbereitschaft" im Statusprotokoll
resultieren muss und nur zwei der drei genannten Ereignismeldungen im Ereignisprotokoll
nicht ausreichend dafür sein dürfen, dass die Statusinformation "mangelnde Betriebsbereitschaft"
im Statusprotokoll eingetragen wird. Zwar kann es sein, dass aufgrund der Eingangsdaten
anderer Ereignismeldungen auch die Statusinformation "mangelnde Betriebsbereitschaft"
im Statusprotokoll (erstmalig oder erneut) eingetragen wird. Die erfindungsgemäße
Protokollprüfung sieht jedoch vor - und das ist einer ihrer wesentlichen Vorteile
- dass die Ereignismeldungen und die Statusinformationen über den vorgegebenen zeitlichen
Bereich miteinander korreliert sind. Ereignismeldungen die bezüglich einer Statusinformation
außerhalb dieses vorgegebenen zeitlichen Bereiches liegen, sind nicht Gegenstand der
Protokollprüfung und können somit auch nicht zu einer Fehlermeldung führen.
Der dezentrale Prozessor 11 ist dazu ausgebildet, nach Ablauf einer vorgegebenen Zeitdauer
seit der Feststellung der mangelnden Betriebsfähigkeit aufgrund des vergeblichen Versuches,
das Mautermittlungsprogramm in den Arbeitsspeicher 17b zu laden, erneut einen Versuch
des Ladens des Mautgebührenermittlungsprogramms in den Arbeitsspeicher 17b durchzuführen.
Der dezentrale Prozessor 11 ist ausgebildet, im Falle eines erfolgreichen Ladens des
Mautgebührenermittlungsprogramms in den Arbeitsspeicher 17b den Wert der Statusinformation
des Betriebsbereitschaftszustandes von "mangelnde Betriebsbereitschaft" auf "gegebene
Betriebsbereitschaft" zu ändern.
[0063] Nach Durchführung dieses Selbsttests ist die Fahrzeugeinrichtung 20 betriebsbereit
(sofern sie sich nicht im Status der mangelnden Betriebsbereitschaft befindet) und
zeigt diese gegebene Betriebsbereitschaft auf der Anzeigeeinrichtung 15 an.
[0064] Für den Fall, dass die Fahrzeugeinrichtung 20 ohne Anschluss an eine äußere Stromversorgung
(z. B. Fahrzeugbatterie) betrieben wird, erhält die Fahrzeugeinrichtung den Betriebsstrom
von einer wiederaufladbaren Batterie (Akkumulator als Beispiel für ein Ladungsspeicherelement)
19a, die von dem Fahrzeuggerät 10 umfasst ist. In diesem Fall ist der dezentrale Prozessor
11 ausgebildet, in vorgegebenen Zeitabständen (von beispielsweise 10 Minuten) Messwerte
des Ladungszustands der Batterie 19a zu empfangen und diese zusammen mit dem Messzeitpunkt
als Ereigniszeitwert in als Ereignismeldung in das Ereignisprotokoll zu schreiben.
Der dezentrale Prozessor 11 ist ausgebildet, den Messwert des Ladungszustands bei
jeder Messung mit einem Grenzwert des Ladungszustands zu vergleichen und das Unterschreiten
des Grenzwertes als Eingangsdaten einer Ereignismeldung im Ereignisprotokoll zu speichern.
Der dezentrale Prozessor 11 ist ferner ausgebildet, die Einträge von denjenigen unmittelbar
aufeinanderfolgenden Messungen des Ladungszustandes zu zählen, deren Messwerte den
Grenzwert unterschreiten, den Zähler auf Null zu setzen, wenn bei einer Messung des
Ladungszustandes der Messwert den Grenzwert nicht unterschreitet, und eine mangelnde
Betriebsfähigkeit der Fahrzeugeinrichtung 20 festzustellen, wenn der Zähler auf Drei
steht. Die Zählerstände werden durch den dezentralen Prozessor 11 ebenso als Eingangsdaten
von Zählerstandsereignissen in das Ereignisprotokoll eingetragen wie die Feststellung
der mangelnden Betriebsfähigkeit, welche zudem anschließend zusammen mit dem Zeitpunkt
der Feststellung als Statusinformation in das Statusprotokoll geschrieben wird.
Der dezentrale Prozessor 11 ist dazu ausgebildet, nach Ablauf einer vorgegebenen Zeitdauer
seit der Feststellung der mangelnden Betriebsfähigkeit aufgrund des unzureichenden
Ladungszustands erneut Messwerte zu erfassen und zu prüfen ob der Messwert des Ladungszustands
der Batterie 19a noch immer den Grenzwert unterschreitet. Der dezentrale Prozessor
11 ist ausgebildet, im Falle dessen, das drei unmittelbar aufeinander folgend erfasste
Messwerte des Ladungszustands den Grenzwert nicht unterschreiten, den Wert der Statusinformation
des Betriebsbereitschaftszustandes von "mangelnde Betriebsbereitschaft" auf "gegebene
Betriebsbereitschaft" zu ändern.
[0065] Während des Betriebs der Fahrzeugeinrichtung 20 ist der dezentrale Prozessor 11 des
Fahrzeuggeräts 10 - und damit Fahrzeugeinrichtung 20 - ausgebildet, vorläufige Positionsdaten
mittels der GNSS-Positionsbestimmungseinrichtung 12 zu erfassen und aus diesen vorläufigen
Positionsdaten anhand von Weglängendaten des Weggebers 21 und Fahrtrichtungswinkeländerungsdaten
des Gyroskops 16 endgültige Positionsdaten (nachfolgend kurz "Positionsdaten" genannt)
zu erzeugen und diese Positionsdaten wie zuvor beschrieben in Abhängigkeit von mehreren
Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung zum Zwecke der Erhebung einer auf das Fahrzeug
bezogenen Mautgebühr zu verarbeiten, die für die Nutzung eines mautpflichtigen Streckenabschnitts
durch das Fahrzeug zu erheben ist, das anhand der erfassten Positionsdaten identifizierbar
ist.
Der Prozessor 11 ist ausgebildet die Ereignisse, (i) des Ausbleibens des Empfangs
von Signalen eines Globalen Navigationssatellitensystems an der Positionsbestimmungseinrichtung
12, (ii) des Ausbleibens des Erzeugens von Positionsdaten aus Signalen eines Globalen
Navigationssatellitensystems durch die Positionsbestimmungseinrichtung 12, (iii) des
Unterschreitens einer Mindestgüte der Qualität von wenigstens einem Signal eines Globalen
Navigationssatellitensystems und/ oder wenigstens einer von der Positionsbestimmungseinrichtung
12 bestimmten Position, (iv) des Ausbleibens des Empfangs von Signalen an der Schnittstelle
zum Empfang von Signalen eines Weggebers 21 und/ oder (v) der mangelnden Übereinstimmung
von aus Signalen eines Globalen Navigationssatellitensystems bestimmten Fahrtrichtungswinkeln
und aus von dem Gyroskop 16 erfassten Fahrrichtungsänderungen bestimmen Fahrtrichtungswinkeln
festzustellen, diese Ereignisse mit entsprechenden Eingangsdaten in das Ereignisprotokoll
einzutragen und bei der einmaligen oder mehrmaligen - insbesondere unmittelbar aufeinander
folgenden - Feststellung derartiger Ereignisse den Wert des Betriebsbereitschaftszustand
der Fahrzeugeinrichtung auf "mangelnd" zu setzen und eine entsprechende Statusinformation
in das Statusprotokoll einzutragen.
Der dezentrale Prozessor 11 ist dazu ausgebildet, nach Ablauf einer vorgegebenen Zeitdauer
seit der Feststellung der mangelnden Betriebsfähigkeit aufgrund des unzureichenden
Ladungszustands erneut Messwerte zu erfassen und zu prüfen ob der Messwert des Ladungszustands
der Batterie 19a noch immer den Grenzwert unterschreitet. Der dezentrale Prozessor
11 ist ausgebildet, im Falle dessen, dass drei unmittelbar aufeinander folgend erfasste
Messwerte des Ladungszustands den Grenzwert nicht unterschreiten, den Wert der Statusinformation
des Betriebsbereitschaftszustandes von "mangelnde Betriebsbereitschaft" auf "gegebene
Betriebsbereitschaft" zu ändern.
[0066] Die weitere Beschreibung des Betriebs der erfindungsgemäßen Fahrzeugeinrichtung 20
in einem erfindungsgemäßen Mautsystem wird anhand von Fig. 2 beschrieben.
[0067] Während des Betriebs der Fahrzeugeinrichtung 20 (Fig. 1) ist der dezentrale Prozessor
11 (Fig. 1) des Fahrzeuggeräts 10 - und damit die Fahrzeugeinrichtung 20 - ausgebildet,
im Takt von zwei Betriebsstunden den Mobilfunk-Sendeempfänger 13 (Fig 1) anzuweisen,
das Statusprotokoll über ein Mobilfunknetz 40 an die außerhalb und abseits des Fahrzeugs
angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 zu versenden. Die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
50 ist von einer Zentrale 58 des Mautsystems umfasst und weist eine zentrale Kommunikationseinrichtung
53, einen zentralen Prozessor 51, einen ersten zentralen Datenspeicher 56 und einen
zweiten zentralen Datenspeicher 57 auf. Beispielsweise ist die zentrale Kommunikationseinrichtung
53 eine Netzwerkkarte (Netzwerkadapter, network interface card), die die Schnittstelle
zwischen dem öffentlichen Telefonnetz, Mobilfunknetz 40 und/ oder dem Internet und
dem von der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung 50 umfassten zentralen Prozessor
51 ist.
Der erste zentrale Datenspeicher 56 umfasst Nutzerdaten verknüpft mit einer Kennung
des Fahrzeugs 30 (Fahrzeugkennzeichen), mit einem Nutzerkonto und mit Mautgebühren
zugeordnet zu Kennungen von mautpflichtigen Streckenabschnitten, welche von der Fahrzeugeinrichtung
20 zusammen mit dem Fahrzeugkennzeichen jeweils nach der Erkennung der Befahrung wenigstens
eines mautpflichtigen Streckenabschnitts an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
gesendet wurden.
Der zweite zentrale Datenspeicher 57 ist vorgesehen für die Speicherung von mit den
Fahrzeugkennzeichen von Fahrzeugen, beispielsweise des Fahrzeugs 30, verknüpften Statusinformationen
von Statusprotokollen und Ereignismeldungen von Ereignisprotokollen, die die zentrale
Datenverarbeitungseinrichtung 50 von Fahrzeugeinrichtungen, beispielsweise der Fahrzeugeinrichtung
20, empfängt.
[0068] Unabhängig davon kann die Fahrzeugeinrichtung 20 ausgebildet sein, über das Mobilfunknetz
40 mittels des Mobilfunk-Sendeempfängers 13 eine Anweisung zu Übermittlung des Statusprotokolls
zu empfangen und dieser Anweisung nachzukommen, indem der dezentrale Prozessor 11
des Fahrzeuggeräts 10-und damit die Fahrzeugeinrichtung 20-den Mobilfunk-Sendeempfänger
13 anweist, das Statusprotokoll über ein Mobilfunknetz 40 an die außerhalb und abseits
des Fahrzeugs angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 zu versenden.
[0069] Der zentrale Prozessor 51 ist ausgebildet, das über das Mobilfunknetz 40 mittels
der zentralen Kommunikationseinrichtuhg 53 empfangene Statusprotokoll im zweiten zentralen
Datenspeicher 57 zu speichern und auf das Vorliegen von außergewöhnlichen Statusinformationen
oder außergewöhnlichen Kombinationen von Statusinformation zu prüfen. Eine außergewöhnliche
Statusinformation kann beispielsweise diejenige sein, deren Ausgangsdaten eine mangelnde
Betriebsfähigkeit der Fahrzeugeinrichtung repräsentieren. Eine außergewöhnliche Kombination
von Statusinformationen kann beispielsweise durch zwei Statusinformationen gebildet
werden, diesbezüglich eines befahrenen Streckenabschnittes unmittelbar nacheinander
registriert wurden, und deren Ausgangsdaten dieselbe Kennung des befahrenen Streckenabschnittes
repräsentieren.
Identifiziert der zentrale Prozessor 51 eine außergewöhnliche Statusinformation oder
eine außergewöhnliche Kombination von Statusinformationen, so weist er die zentrale
Kommunikationseinrichtung 53 an, eine Anweisung zur Übermittlung des Ereignisprotokolls
an die Fahrzeugeinrichtung 20 zu versenden.
Die außergewöhnliche Statusinformation und/ oder die Statusinformationen der außergewöhnlichen
Kombination von Statusinformationen bilden erfindungsgemäß zu prüfende Statusinformationen.
[0070] Die Fahrzeugeinrichtung 20 ist ausgebildet, über das Mobilfunknetz 40 mittels des
Mobilfunk-Sendeempfängers 13 eine Anweisung zu Übermittlung des Ereignisprotokolls
zu empfangen und dieser Anweisung nachzukommen, indem der dezentrale Prozessor 11
des Fahrzeuggeräts 10 - und damit die Fahrzeugeinrichtung 20 - den Mobilfunk-Sendeempfänger
13 anweist, das Ereignisprotokoll über ein Mobilfunknetz 40 an die außerhalb und abseits
des Fahrzeugs angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 zu versenden.
[0071] Die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 ist ausgebildet, das von der Fahrzeugeinrichtung
20 versendete Ereignisprotokoll zu empfangen und im zweiten zentralen Datenspeicher
57 zu speichern. Darüber hinaus ist die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50
ist ausgebildet, zu ermitteln, ob für zu prüfende Statusinformationen des Statusprotokolls
in dem Ereignisprotokoll gemäß wenigstens eines in dem ersten Datenspeicher 56 gespeicherten
Regelwerkes zu erwartende Eingangsdaten in wenigstens einer Ereignismeldung enthalten
sind, deren Ereigniszeitwert innerhalb eines vorgegebenen zeitlichen Bereiches um
den Statuszeitwert der zu prüfenden Statusinformation liegt, und bei der Feststellung
eines Mangels an gemäß des wenigstens einen Regelwerks zu erwartenden Ausgangsdaten
und/ oder zu erwartenden Eingangsdaten eine Fehlermeldung zu erzeugen und diese Fehlermeldung
in dem ersten zentralen Datenspeicher 56 gespeicherten demjenigen Datensatz hinzufügen,
der das Fahrzeugkennzeichen des Fahrzeugs 30 aufweist.
[0072] Im Zuge seiner Fahrt auf mautpflichtigen Streckenabschnitten gelangt das Fahrzeug
30 an eine Kontrolleinrichtung 60 des Mautsystems, die es ohne anzuhalten passiert.
Die Kontrolleinrichtung 60 weist eine Kontrollbrücke 61 auf, die den mautpflichtigen
Streckabschnitt quer zur Fahrtrichtung überspannt, so dass das Fahrzeug 30 unter ihr
hindurchfahren kann. Oberhalb des mautpflichtigen Streckenabschnitts sind an der Kontrollbrücke
61 ein Kontrollgerät 63 mit einer straßenseitigen DSRC-Kommunikationseinrichtung 63a,
eine Bildaufnahmeeinrichtung 62 und eine Fahrzeugkontur-Erfassungseinrichtung 64 befestigt.
Die Bildaufnahmeeinrichtung 62 nimmt wenigstens ein Bild von dem herannahenden Fahrzeug
30 auf und ermittelt mittels einer Bilddatenverarbeitungseinrichtung (nicht dargestellt)
aus Bilddaten des Bildes des herannahenden Fahrzeugs 30 das Fahrzeugkennzeichen des
Fahrzeuges, das auf dem Fahrzeugkennzeichenschild 31 des Fahrzeugs 30 abgedruckt ist.
Die Fahrzeugkontur-Erfassungseinrichtung 64 erfasst die Kontur des Fahrzeugs 30 und
bestimmt mittels einer Klassifizierungseinrichtung (nicht dargestellt) aus der erfassten
Kontur eine Fahrzeugklasse des Fahrzeugs 30 - in diesem Fall eine Achsklasse des Fahrzeugs
30, die sich anhand der Anzahl der Achsen des Fahrzeugs 30.
Dem Fachmann geläufige Beispiele für Mittel zur Fahrzeugkonturerfassung, die von der
Fahrzeugkontur-Erfassungseinrichtung 64 umfasst sind, sind: ein Radar, ein LIDAR,
eine time-of-flight-Kamera (TOF-Kamera), eine Stereokamera-Anordnung, ein Lichtschnitt-Sensor
mit strukturierter Beleuchtung/ Beschattung des Fahrzeugs.
[0073] Im Zuge der Passage des Fahrzeugs 30 an der Kontrolleinrichtung 60 empfängt das fahrzeugseitige
DSRC-Kommunikationsmodul 22 der Fahrzeugeinrichtung 20 von der straßenseitigen DSRC-Kommunikationseinrichtung
63a eine Aufforderung, einen kontrollrelevanten Auszug des Statusprotokolls an die
straßenseitige Kontrolleinrichtung zu senden. Der kontrollrelevante Auszug des Statusprotokolls
enthält Statusinformationen mit Ausgangsdaten, die jeweils den Wert einer Zustandsvariablen
der Fahrzeugeinrichtung 20 in Form eines registrierten Fahrzeugkennzeichens des Fahrzeugs
30, einer registrierten Achsklasse des Fahrzeugs 30, einer registrierten Schadstoffklasse
des Fahrzeugs 30, eines registrierten Betriebsbereitschaftszustands der Fahrzeugeinrichtung
20, einer registrierten Kennung eines zuletzt als befahren erkannten mautpflichtigen
Streckenabschnitts und einerregistrierten Kennung eines zuvorletzt als befahren erkannten
mautpflichtigen Streckenabschnitts repräsentieren, nebst den zugehörigen Statuszeitwerten.
Der DSRC-Kommunikationsmodul-Prozessor 22c stellt den angeforderten Auszug des Statusprotokolls
durch Zugriff auf den DSRC-Kommunikationsmodul-Daten-Schreib-Lese-Speicher 22d dem
fahrzeugseitigen DSRC-Sendeempfänger 22a zum Versand bereit, der den Auszug mittels
der DSRC-Antenne 22b an die straßenseitigen DSRC-Kommunikationseinrichtung 63a versendet.
Das Kontrollgerät 63 ist ausgebildet, den Auszug des Statusprotokolls mittels der
straßenseitigen DSRC-Kommunikationseinrichtung 63a ebenso zu empfangen, wie das von
der Bildaufnahmeeinrichtung 62 ermittelte aufgenommene Fahrzeugkennzeichen des Fahrzeugs
30 und die von der Fahrzeugkontur-Erfassungseinrichtung 64 ermittelte erfasste Achsklasse
des Fahrzeugs 30, und jeden Empfang mit einem Empfangszeitpunkt zu registrieren.
Über die Empfangszeitpunkte des Auszugs des Statusprotokolls der Fahrzeugeinrichtung
20 sowie der Bildaufnahme und Fahrzeugkonturerfassung des Fahrzeugs 30 der Information
ordnet das Kontrollgerät 63 das aufgenommene Fahrzeugkennzeichen dem registrierten
Fahrzeugkennzeichen zu und die erfasste Achsklasse der registrierten Achsklasse zu.
Das Kontrollgerät 63 ist zunächst ausgebildet, aus dem empfangenen Auszug des Statusprotokolls
die Statusinformation mit den Ausgangsdaten zu gewinnen, die mit Referenzdaten der
Kontrolleinrichtung 60 zu vergleichen sind.
Dann ist das Kontrollgerät 63 ausgebildet, den von der Fahrzeugeinrichtung 20 empfangenen
registrieren Betriebsbereitschaftszustand der Fahrzeugeinrichtung 20 daraufhin zu
prüfen, ob er dem der mangelnden Betriebsbereitschaft entspricht und bejahendenfalls
eine Problem-Nachricht über die mangelnde Betriebsbereitschaft der Fahrzeugeinrichtung
20 zusammen mit dem Empfangszeitpunkt des Auszugs des Statusprotokolls über das Mobilfunknetz
40 an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 senden.
Weiterhin ist das Kontrollgerät 63 ausgebildet, die von der Fahrzeugeinrichtung 20
empfangene Streckenabschnittskennung daraufhin zu prüfen, ob sie der Streckenabschnittskennung
des Streckenabschnittes entspricht, den die Kontrolleinrichtung überbrückt, und im
Falle mangelnder Übereinstimmung eine Problem-Nachricht über die mangelnde Übereinstimmung
der Kennung des von der Fahrzeugeinrichtung 20 zuletzt als befahren erkannten mautpflichtigen
Streckenabschnitts mit der Kennung des kontrollierten Streckenabschnitts an die zentrale
Datenverarbeitungseinrichtung zu senden.
Überdies ist das Kontrollgerät 63 ausgebildet, das von der Fahrzeugeinrichtung 20
versendete registrierte Fahrzeugkennzeichen auf Übereinstimmung mit dem von der Bildaufnahmeeinrichtung
62 aufgenommenen Fahrzeugkennzeichen zu prüfen und im Falle mangelnder Übereinstimmung
eine Problem-Nachricht über die mangelnde Übereinstimmung des empfangenen mit dem
registrierten Fahrzeugkennzeichen des Fahrzeugs 20 an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
zu senden.
Schließlich ist das Kontrollgerät 63 ausgebildet, die von der Fahrzeugeinrichtung
20 versendete registrierte Achsklasse auf Übereinstimmung mit dem von der Fahrzeugkontur-Erfassungseinrichtung
64 erfasste Achsklasse zu prüfen und im Falle mangelnder Übereinstimmung eine Problem-Nachricht
über die mangelnde Übereinstimmung der erfassten mit der registrierten Achsklasse
des Fahrzeugs 20 an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung zu senden.
[0074] Die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 ist ausgebildet, jede der Problem-Nachrichten
zu empfangen, wobei der Empfang einer einzigen Problem-Nachricht, deren problematische
Statusinformation in diesem Fall die zu prüfende Statusinformation bildet, dafür ausreicht,
dass die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung mittels der zentralen Kommunikationseinrichtung
53 über das Mobilfunknetz 40 eine Aufforderung an die Fahrzeugeinrichtung 20 sendet,
das Ereignisprotokoll zu übermitteln.
[0075] Die Fahrzeugeinrichtung 20 ist ausgebildet, über das Mobilfunknetz 40 mittels des
Mobilfunk-Sendeempfängers 13 eine Anweisung zu Übermittlung des Ereignisprotokolls
zu empfangen und dieser Anweisung nachzukommen, indem der dezentrale Prozessor 11
des Fahrzeuggeräts 10 - und damit die Fahrzeugeinrichtung 20 - den Mobilfunk-Sendeempfänger
13 anweist, das Ereignisprotokoll über ein Mobilfunknetz 40 an die außerhalb und abseits
des Fahrzeugs angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 zu versenden.
[0076] Die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung 50 ist ausgebildet, mittels der zentralen
Kommunikationseinrichtung 53 das Ereignisprotokoll von der Fahrzeugeinrichtung 20
zu empfangen und in dem zweiten zentralen Datenspeicher 57 verknüpft mit der/ den
zu prüfenden Statusinformation/en zu speichern. Der zentrale Prozessor 51 ist ausgebildet,
für jede der zu prüfenden Statusinformation zu ermitteln, ob in dem Ereignisprotokoll
gemäß wenigstens eines in dem ersten Datenspeicher 56 gespeicherten Regelwerkes zu
erwartende Eingangsdaten in wenigstens einer Ereignismeldung enthalten sind, deren
Ereigniszeitwert innerhalb eines vorgegebenen zeitlichen Bereiches um den Statuszeitwert
der zu prüfenden Statusinformation liegt.
[0077] In dem Fall, dass die zu prüfende Statusinformation Ausgangsdaten in Form des Wertes
der mangelnden Betriebsbereitschaft der Fahrzeugeinrichtung 20 der Zustandsvariablen
"Betriebsbereitschaftszustand" aufweist, ist der zentrale Prozessor 51 ausgebildet
gemäß des Regelwerkes zu prüfen, ob in dem übermittelten Ereignisprotokoll eine oder
mehrere Ereignismeldungen von eine mangelnde Betriebsbereitschaft auslösenden Eingangsdaten
(Beispiele dafür sind weiter oben genannt) vorliegen, deren Ereigniszeitwert nicht
früher als 10 Sekunden vor dem und nicht später als der Statuszeitwert der registrierten
mangelnden Betriebsbereitschaft liegt. Der zentrale Prozessor 51 ist ausgebildet,
eine Mautsystemfehlermeldung zu erzeugen, wenn keine oder nicht alle Ereignismeldungen,
deren Eingangsdaten eine mangelnde Betriebsbereitschaft auslösen, in dem genannten
ersten Zeitbereich von10 Sekunden im Ereignisprotokoll vorliegen, und eine Nutzerfehlermeldung
zu erzeugen, wenn alle Ereignismeldungen, deren Eingangsdaten eine mangelnde Betriebsbereitschaft
auslösen, in dem genannten ersten Zeitbereich im Ereignisprotokoll vorliegen.
Es kann beispielsweise ein Fehler des Nutzers sein, mit einer nicht betriebsbereiten
Fahrzeugeinrichtung 20 einen mautpflichtigen Streckenabschnitt zu befahren, wenn er
diese nicht betriebsbereite Fahrzeugeinrichtung nicht zuvor außer Betrieb genommen
(z: B. ausgeschaltet) hat und auf eine zur Fahrzeugeinrichtung 20 alternative Einrichtung
zur Mautgebührenerhebung- und/ oder -entrichtung zurückgreift.
Darüber hinaus ist der zentrale Prozessor 51 ausgebildet, gemäß des Regelwerkes zu
prüfen, ob in dem übermittelten Ereignisprotokoll eine oder mehrere Ereignismeldungen
von eine mangelnde Betriebsbereitschaft aufhebenden Eingangsdaten (Beispiele dafür
sind weiter oben genannt) vorliegen, deren Ereigniszeitwert in einem zweiten Zeitbereich
von später als der Statuszeitwert der registrierten mangelnden Betriebsbereitschaft
und früher als der Empfangszeitpunkt des kontrollrelevanten Auszugs des Statusprotokolls
durch das Kontrollgerät 63 liegt. Der zentrale Prozessor 51 ist ausgebildet, eine
Mautsystemfehlermeldung zu erzeugen, wenn in dem zweiten Zeitbereich eine oder mehrere
Ereignismeldungen vorliegen, deren Eingangsdaten das Aufheben einer mangelnden Betriebsbereitschaft
auslösen, und eine Nutzerfehlermeldung zu erzeugen, wenn keine Ereignismeldung im
zweiten Zeitbereich vorliegt, deren Eingangsdaten eine Aufhebung der mangelnden Betriebsbereitschaft
auslöst oder dazu beiträgt.
Der Prozessor 51 ist insbesondere ausgebildet, eine Nutzerfehlermeldung nur dann zu
erzeugen, wenn alle Ereignismeldungen, die nötig sind, eine mangelnde Betriebsbereit
auszulösen im ersten Zeitbereich vorliegen und nicht alle Ereignismeldungen, die nötig
sind, eine mangelnde Betriebsbereitschaft aufzuheben, im zweiten Zeitbereich vorliegen.
[0078] In dem Fall, dass die zu prüfende Statusinformation Ausgangsdaten in Form der Kennung
des von der Fahrzeugeinrichtung 20 zuletzt als befahren erkannten mautpflichtigen
Streckenabschnitts aufweist, ist der zentrale Prozessor 51 ausgebildet gemäß des Regelwerkes
zu prüfen, ob in dem übermittelten Ereignisprotokoll eine oder mehrere Ereignismeldungen
von diese Streckenabschnittskennung erzeugenden Eingangsdaten vorliegen, deren Ereigniszeitwert
nicht früher als der Statuszeitwert der registrierten Kennung des zuvorletzt als befahren
erkannten mautpflichtigen Streckenabschnitts und nicht später als der Statuszeitwert
der registrierten Kennung des zuletzt als befahren erkannten mautpflichtigen Streckenabschnitts
liegt. Der zentrale Prozessor 51 ist ausgebildet, eine Mautsystemfehlermeldung zu
erzeugen, wenn keine oder nicht alle Ereignismeldungen, deren Eingangsdaten Voraussetzung
für eine Erkennung des zuletzt befahrenen Streckenabschnittes sind, in dem genannten
Zeitbereich zwischen zwei unmittelbar aufeinander registrierten Streckenabschnittskennungen
im Ereignisprotokoll vorliegen, und eine Nutzerfehlermeldung zu erzeugen, wenn alle
Ereignismeldungen, deren Eingangsdaten Voraussetzung für eine Erkennung des zuletzt
befahrenen Streckenabschnittes sind, in dem genannten Zeitbereich zwischen zwei unmittelbar
aufeinander registrierten Streckenabschnittskennungen im Ereignisprotokoll vorliegen.
Ein Nutzerfehler kann in diesem Fall darin bestehen, dass ein Nutzer der GNSS-Positionsbestimmungseinrichtung
12 falsche Navigationssatellitensignale vorspielt, die die GNSS-Positionsbestimmungseinrichtung
12 anstelle der korrekten Navigationssatellitensignale, die von den Navigationssatelliten
des GNSS stammen, zur Bestimmung ihrer Position verwendet. Dieses sogenannten Spoofing
führt die Fahrzeugeinrichtung dazu, Positionsdaten einer anderen, beispielsweise mautfreien,
Fahrtroute zu verarbeiten mit dem Ergebnis, keine der eigentlich zu erkennenden mautpflichtigen
Streckenabschnitte zu erkennen. Ein ähnlicher Effekt kann durch das Vorspielen von
Störsignalen (jamming) hervorgerufen werden, welches dazu führt, dass die GNSS-Positionsbestimmungseinrichtung
12 ihre Position gar nicht bestimmen kann.
[0079] Eingangsdaten können in diesem Fall sein: Ein räumlicher und/ oder ein zeitlicher
Mittelwert von Positionen, die dem Vergleich mit den geographischen Elementen der
digitalen Karte unterworfen wurden, ein räumlicher und/ oder ein zeitlicher Mittelwert
von Fahrtrichtungen, deren Positionen dem Vergleich mit den geographischen Elementen
der digitalen Karte unterworfen wurden, das beim Vergleich identifizierte geographische
Element, ein Maß für die Qualität der GNSS-Positionsbestimmung der Positionen, die
dem Vergleich mit den geographischen Elementen der digitalen Karte unterworfen wurden.
[0080] In dem Fall, dass die zu prüfende Statusinformation Ausgangsdaten in Form des registrierten
Fahrzeugkennzeichens aufweist, ist der zentrale Prozessor 51 ausgebildet gemäß des
Regelwerkes zu prüfen, ob in dem übermittelten Ereignisprotokoll eine oder mehrere
Ereignismeldungen mit Eingangsdaten vorliegen, die zur Registrierung des registrierten
Fahrzeugkennzeichens führen und deren Ereigniszeitwert nicht früher als 10 Sekunden
vor dem und nicht später als der Statuszeitwert des registrierten Fahrzeugkennzeichens
liegt. Der zentrale Prozessor 51 ist ausgebildet, eine Mautsystemfehlermeldung zu
erzeugen, wenn keine oder nicht alle Ereignismeldungen, deren Eingangsdaten maßgeblich
für eine Registrierung des registrierten Kennzeichens sind, in dem genannten 10-Sekunden-Zeitbereich
im Ereignisprotokoll vorliegen, und eine Nutzerfehlermeldung zu erzeugen, wenn alle
Ereignismeldungen, deren Eingangsdaten maßgeblich für eine Registrierung des registrierten
Fahrzeugkennzeichens sind, in dem genannten 10-Sekunden-Zeitbereich im Ereignisprotokoll
vorliegen.
Es kann beispielsweise ein Fehler des Nutzers sein, sein Fahrzeugkennzeichenschild
31 gewechselt zu haben, ohne eine entsprechende Änderung des Fahrzeugkennzeichens
in die Fahrzeugeinrichtung eingegeben oder an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
übermittelt zu haben.
Eingangsdaten, die maßgeblich für eine Registrierung des registrierten Fahrzeugkennzeichens
sind, wurden weiter vorne im Beschreibungstext beispielhaft angeführt.
[0081] In dem Fall, dass die zu prüfende Statusinformation Ausgangsdaten in Form der registrierten
Achsklasse aufweist, ist der zentrale Prozessor 51 ausgebildet, gemäß des Regelwerkes
zu prüfen, ob in dem übermittelten Ereignisprotokoll eine oder mehrere Ereignismeldungen
mit Eingangsdaten vorliegen, die zur Registrierung der registrierten Achsklasse führen
und deren Ereigniszeitwert nicht früher als 10 Sekunden vor dem und nicht später als
der Statuszeitwert der registrierten Achsklasse liegt. Der zentrale Prozessor 51 ist
ausgebildet, eine Mautsystemfehlermeldung zu erzeugen, wenn keine oder nicht alle
Ereignismeldungen, deren Eingangsdaten maßgeblich für eine Registrierung der registrierten
Achsklasse sind, in dem genannten 10-Sekunden-Zeitbereich im Ereignisprotokoll vorliegen,
und eine Nutzerfehlermeldung zu erzeugen, wenn alle Ereignismeldungen, deren Eingangsdaten
maßgeblich für eine Registrierung der registrierten Achsklasse sind, in dem genannten
10-Sekunden-Zeitbereich im Ereignisprotokoll vorliegen.
Es kann beispielsweise ein Fehler des Nutzers sein, seine dreiachsige Zugmaschine
mit einem zweiachsigen Auflieger versehen zu haben, ohne eine entsprechende Änderung
der Achsklasse von drei Achsen auf fünf Achsen in die Fahrzeugeinrichtung eingegeben
oder an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung übermittelt zu haben.
Beispiele für Eingangsdaten, die maßgeblich für eine Registrierung der registrierten
Achsklasse sind, wurden weiter vorne im Beschreibungstext angeführt.
Bezugszeichenliste
[0082]
- 10
- Fahrzeuggerät
- 11
- dezentraler Prozessor
- 12
- GNSS-Positionsbestimmungseinrichtung
- 12a
- GNSS-Empfänger
- 12b
- GNSS-Empfangsantenne
- 13
- Mobilfunk-Sendeempfänger (fahrzeugseitig)
- 13b
- Mobilfunk-Antenne (fahrzeugseitig)
- 14
- Funkuhr
- 15
- Anzeigeeinrichtung
- 16
- Gyroskop
- 17a
- Daten-Schreib-Lese-Speicher
- 17b
- Arbeitsspeicher
- 18
- Sicherheitsmodul
- 18a
- autonomes Steuermodul des Sicherheitsmoduls 18
- 18b
- Speicherbereich des Sicherheitsmoduls 18
- 19
- Stromversorgungsanschluss
- 19a
- Batterie, Superkondensator
- 20
- Fahrzeugeinrichtung
- 21
- Weggeber
- 22
- DSRC-Kommunikationsmodul (fahrzeugseitig)
- 22a
- DSRC-Sendeempfänger (fahrzeugseitig)
- 22b
- DSRC-Antenne
- 22c
- DSRC-Kommunikationsmodul-Prozessor
- 22d
- DSRC-Kommunikationsmodul-Daten-Schreib-Lese-Speicher
- 30
- Fahrzeug
- 31
- Fahrzeugkennzeichenschild
- 40
- Mobilfunknetz
- 50
- zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
- 51
- zentraler Prozessor
- 53
- zentrale Kommunikationseinrichtung
- 56
- erster zentraler Datenspeicher
- 57
- zweiter zentraler Datenspeicher
- 58
- Mautzentrale
- 60
- Kontrolleinrichtung
- 61
- Kontrollbrücke
- 62
- Bildaufnahmeeinrichtung
- 63
- Kontrollgerät
- 63a
- DSRC-Kommunikationseinrichtung (straßenseitig)
- 64
- Fahrzeugkontur-Erfassungseinrichtung
1. Mautsystem, umfassend
wenigstens eine von einem Fahrzeug (30) mitgeführte Fahrzeugeinrichtung (20), die
ausgebildet ist,
a) Positionsdaten von Positionen des Fahrzeugs (30) zu erfassen,
b) in Abhängigkeit von mehreren Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung (20) die
Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten abgeleitete Daten zum Zwecke der Erhebung
einer auf das Fahrzeug (30) bezogenen Mautgebühr zu verarbeiten, die für die Nutzung
einer Verkehrsfläche durch das Fahrzeug (30) zu erheben ist, die anhand der erfassten
Positionsdaten identifizierbar ist,
c) Eingangsdaten zu empfangen oder zu erzeugen und
d) in Abhängigkeit von den empfangenen oder erzeugten Eingangsdaten Ausgangsdaten
zu erzeugen, die jeweils einen Wert einer Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung
(20) repräsentieren,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Fahrzeugeinrichtung (20) ausgebildet ist,
e) Statusinformationen, die jeweils mit einem Statuszeitwert verknüpfte erzeugte Ausgangsdaten
umfassen, in wenigstens einem in der Fahrzeugeinrichtung (20) gespeicherten Statusprotokoll
einzutragen,
f) Ereignismeldungen, die jeweils mit einem Ereigniszeitwert verknüpfte empfangene
oder erzeugte Eingangsdaten umfassen, in wenigstens einem in der Fahrzeugeinrichtung
(20) gespeicherten Ereignisprotokoll einzutragen, und das Mautsystem ausgebildet ist,
g) anhand wenigstens eines im Mautsystem gespeicherten Regelwerkes zu ermitteln, ob
i) zu wenigstens einer zu prüfenden Ereignismeldung des Ereignisprotokolls in dem
Statusprotokoll gemäß wenigstens eines im Mautsystem gespeicherten Regelwerkes zu
erwartende und/oder verbotene Ausgangsdaten in wenigstens einer Statusinformation
enthalten sind, deren Statuszeitwert innerhalb wenigstens eines vorgegeben zeitlichen
Bereiches um den Ereigniszeitwert der zu prüfenden Ereignismeldung liegt,
und/ oder
ii) zu wenigstens einer zu prüfenden Statusinformation des Statusprotokolls in dem
Ereignisprotokoll gemäß wenigstens eines im Mautsystem gespeicherten Regelwerkes zu
erwartende und/ oder verbotene Eingangsdaten in wenigstens einer Ereignismeldung enthalten
sind, deren Ereigniszeitwert innerhalb wenigstens eines vorgegebenen zeitlichen Bereiches
um den Statuszeitwert der zu prüfenden Statusinformation liegt,
und
h) bei der Feststellung eines Mangels an gemäß des wenigstens einen Regelwerks zu
erwartenden Ausgangsdaten und/ oder zu erwartenden Eingangsdaten
und/ oder
bei Feststellung eines Vorliegens von gemäß des wenigstens einen Regelwerks verbotenen
Ausgangsdaten und/ oder verbotenen Eingangsdaten
eine Fehlermeldung zu erzeugen.
2. Mautsystem nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass
eine erste Zustandsvariable der Fahrzeugeinrichtung (20)
- eine registrierte Kennung der Fahrzeugeinrichtung (20), des Fahrzeugs (30) oder
eines Nutzers des Fahrzeugs (30)
und
eine zweite Zustandsvariable der Fahrzeugeinrichtung (20)
- ein registrierter Betriebsbereitschaftszustand der Fahrzeugeinrichtung (20) ist.
3. Mautsystem nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet, dass
das Mautsystem.
- wenigstens eine außerhalb des Fahrzeugs (30) angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) und die
die Fahrzeugeinrichtung (20)
- wenigstens eine Mobilfunk-Kommunikationseinrichtung (13) zum Versand und/ oder zum
Empfang von Daten an die und/ oder von der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung
(50),
- wenigstens eine Positionsbestimmungseinrichtung (12), die ausgebildet ist, Signale
eines Globalen Navigationssatellitensystems zu empfangen, zu verarbeiten und durch
ihre Verarbeitung Positionsdaten zu erzeugen,
- wenigstens einen Weggeber (21) zur Erfassung von zurückgelegten Wegstrecken,
- wenigstens einen Beschleunigungs- oder Drehratensensor (16) zur Erfassung von Fahrtrichtungsänderungen
des Fahrzeug (30),
- wenigstens einen Datenspeicher (17a), in dem Software der Fahrzeugeinrichtung gespeichert
ist,
- wenigstens einen Arbeitsspeicher(17b), in den Software zur Verwendung durch die
Fahrzeugeinrichtung (20) geladen wird,
- wenigstens einen Datenspeicher (17a, 18b), in dem wenigstens ein Zeitwert des Ablaufs
der Gültigkeit von durch die Fahrzeugeinrichtung zu verwendender Software gespeichert
ist,
- wenigstens einen Datenspeicher (17b, 18b), in dem zumindest zeitweise Positionsdaten,
Daten von identifizierten Verkehrsflächen und/oder Daten von Mauterhebungen gespeichert
werden,
- wenigstens einen Datenspeicher (17a, 18b), in dem ein Fahrzeugkennzeichen des Fahrzeugs
gespeichert ist,
- wenigstens einen Datenspeicher (17a, 18b), in dem eine Fahrzeugklasse des Fahrzeugs
gespeichert ist,
- wenigstens einen Prozessor (11), der konfiguriert ist, durch die Verarbeitung der
Eingangsdaten die Ausgangsdaten zu erzeugen,
- wenigstens einen Zeitgeber (14) und
- wenigstens einen Ladungsspeicherelement (19a) zur zumindest zeitweisen Stromversorgung
von wenigstens einem Prozessor (11) der Fahrzeugeinrichtung (20)
umfasst und
die Eingangsdaten eines oder mehrere der folgenden Ereignisse repräsentieren:
i) das Ausbleiben des Empfangs von Signalen eines Globalen Navigationssatellitensystems
an der Positionsbestimmungseinrichtung (12);
ii) das Ausbleiben des Erzeugens von Positionsdaten aus Signalen eines Globalen Navigationssatellitensystems
durch die Positionsbestimmungseinrichtung (12);
iii) das Unterschreiten einer Mindestgüte der Qualität von wenigstens einem Signal
eines Globalen Navigationssatellitensystems und/ oder wenigstens einer von der Positionsbestimmungseinrichtung
(12) bestimmten Position;
iv) das Ausbleibens des Empfangs von Signalen an der Schnittstelle zum Empfang von
Signalen eines Weggebers (21);
v) die mangelnde Übereinstimmung von aus Signalen eines Globalen Navigationssatellitensystems
bestimmten Fahrtrichtungswinkeln und aus von dem Beschleunigungssensor/ Gierratensensor
(16) erfassten Fahrrichtungsänderungen bestimmten Fahrtrichtungswinkeln;
vi) das Laden der Software aus dem Datenspeicher (17a) in den Arbeitsspeicher (17b)
schlägt fehl;
vii) das Überschreiten des Zeitwertes des Ablaufs der Gültigkeit der Software;
viii) das Ausbleiben eines Zeitsignals des Zeitgebers (14);
ix) der Ladungszustand des Ladungsspeicherelementes (19a) unterschreitet einen vorgegebenen
Grenzwert,
x) das Ausbleiben des Empfangs von Signalen von Basisstationen eines Mobilfunknetzes
(40) an der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13);
xi) das Überschreiten eines bestimmten Umfangs an Mauterhebungen, die nicht mittels
der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13) an eine zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
des Mautsystems übermittelt werden konnten;
xii) der Empfang einer Anweisung zur Sperrung eines Dienstes der Fahrzeugeinrichtung
(20) über die Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13);
xiii) den Empfang einer Anweisung zur Änderung des Fahrzeugkennzeichens des Fahrzeugs
(30);
xiv) den Empfang einer Anweisung zur Änderung der Fahrzeugklasse des Fahrzeugs (30);
xv) die Durchführung eines Selbsttests der Fahrzeugeinrichtung (20);
xvi) den Empfang einer Freischaltung oder Sperrung eines Dienstes der Fahrzeugeinrichtung
(20);
xvii) den Empfang einer Anweisung zur Änderung des Tatbestandes hinsichtlich einer
Mautpflicht oder einer Mautfreiheit des Fahrzeugs (30).
4. Mautsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrzeugeinrichtung (20) ausgebildet ist, zumindest die Schritte g) und h) anhand
wenigstens eines in der Fahrzeugeinrichtung (20) gespeicherten Regelwerkes durchzuführen
und die allfällig erzeugte Fehlermeldung in der Fahrzeugeinrichtung (20) abzuspeichern
und/ oder mittels einer von der Fahrzeugeinrichtung (20) umfassten Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
(13) an eine außerhalb des Fahrzeugs (30) angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) des Mautsystems zu versenden.
5. Mautsystem nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass
die Fahrzeugeinrichtung (20) ausgebildet ist, ereignisabhängig, zeitabhängig, ortsabhängig
und/ oder zufällig einen Selbsttest auszuführen, in dem die Fahrzeugeinrichtung (20)
für wenigstens eine zu prüfende Ereignismeldung des Ereignisprotokolls die Schritte
g) i) und h) durchgeführt,
wobei
das Ereignis der Durchführung des Selbsttests als Eingangsdaten zusammen mit dem Zeitwert
der Durchführung des Selbsttests als Ereignismeldung in dem Ereignisprotoll abgespeichert
wird und
wobei
die wenigstens eine zu prüfende Ereignismeldung dadurch definiert ist, dass sie einen
gegenüber dem Zeitwert des zuletzt vorangegangenen Selbsttestes verspäteten Ereigniszeitwert
aufweist.
6. Mautsystem nach Anspruch 4 oder 5
dadurch gekennzeichnet, dass
die Fahrzeugeinrichtung (20)
- eine Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13) zum drahtlosen Versand des Statusprotokolls
über wenigstens ein Mobilfunknetz (40) an wenigstens eine außerhalb des Fahrzeugs
(30) angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50) des Mautsystems
aufweist und ausgebildet ist,
- das Statusprotokoll mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13) an die
zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50) zu versenden,
- von der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung (50) mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
(13) eine Anweisung zum Durchführen des Schrittes g) ii) bezüglich wenigstens einer
von der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung (50) definierten zu prüfenden Statusinformation
zu empfangen,
- den Schritt g) ii) bezüglich der von der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung
(50) definierten wenigstens einen zu prüfenden Statusinformation durchzuführen und
- bei der Feststellung eines Mangels an gemäß des wenigstens einen Regelwerks zu erwartenden
Eingangsdaten und/ oder bei der Feststellung eines Vorliegens von gemäß des wenigstens
einen Regelwerks verbotenen Eingangsdaten wenigstens eine Fehlermeldung zu erzeugen
und diese Fehlermeldung mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13) an die
zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50) zu versenden.
7. Mautsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3
dadurch gekennzeichnet, dass
das Mautsystem wenigstens eine außerhalb des Fahrzeugs (30) angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) umfasst, die Fahrzeugeinrichtung (20)
- wenigstens eine fahrzeugseitige Kommunikationsvorrichtung (13, 22) zum drahtlosen
Versand des Ereignisprotokolls an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung und
- wenigstens eine fahrzeugseitige Kommunikationsvorrichtung (13, 22) zum drahtlosen
Versand wenigstens einer Statusinformation des Statusprotokolls an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
aufweist und ausgebildet ist,
das Ereignisprotokoll und wenigstens eine Statusinformation des Statusprotokolls an
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50) zu versenden,
wobei die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50) ausgebildet ist,
- das von der Fahrzeugeinrichtung (20) versendete Ereignisprotokoll und die von der
Fahrzeugeinrichtung (20) versendete wenigstens eine Statusinformation zu empfangen
und
- zumindest die Schritte g) und h) anhand wenigstens eines in der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung
(50) gespeicherten Regelwerkes durchzuführen.
8. Mautsystem nach Anspruch 7
dadurch gekennzeichnet, dass
das Mautsystem wenigstens eine, kommunikationstechnisch an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) gekoppelte, straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung (63a) zum Empfang der
wenigstens einen Statusinformation des Statusprotokolls von der Fahrzeugeinrichtung
(20) umfasst und
die Fahrzeugeinrichtung (20)
- eine erste fahrzeugseitige Kommunikationsvorrichtung in Form einer Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
(13) zum drahtlosen Versand des Ereignisprotokolls an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) über wenigstens ein Mobilfunknetz (40) und
- eine zweite fahrzeugseitige Kommunikationsvorrichtung in Form einer fahrzeugseitigen
DSRC-Kommunikationsvorrichtung (22) zum drahtlosen Versand der wenigstens einen Statusinformation
des Statusprotokolls an die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung (63a)
aufweist und ausgebildet ist,
- das Ereignisprotokoll mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13) über
wenigstens ein Mobilfunknetz (40) an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50)
zu versenden und
- der wenigstens einen Statusinformation des Statusprotokolls mittels der fahrzeugseitigen
DSRC-Kommunikationsvorrichtung (22) an die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung
(63a) des Mautsystems zu versenden.
9. Mautsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3
dadurch gekennzeichnet, dass
das Mautsystem
- wenigstens eine außerhalb des Fahrzeugs (30) angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) und
- wenigstens eine straßenseitige Kontrolleinrichtung (60) mit wenigstens einer straßenseitigen
DSRC-Kommunikationsvorrichtung (63a) zum Empfang von wenigstens einer Statusinformation
des Statusprotokolls von der Fahrzeugeinrichtung (20)
umfasst,
und die Fahrzeugeinrichtung (20)
- eine erste Kommunikationsvorrichtung in Form einer Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
(13) zum drahtlosen Versand des Ereignisprotokolls an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) über wenigstens ein Mobilfunknetz und
- eine zweite Kommunikationsvorrichtung in Form einer fahrzeugseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung
(22) zum drahtlosen Versand von wenigstens einer Statusinformation des Statusprotokolls
an die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung (63a)
aufweist und ausgebildet ist,
- das Ereignisprotokoll mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13) wenigstens
ein Mobilfunknetz (40) an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50) zu versenden
und
- wenigstens eine Statusinformation des Statusprotokolls mittels der fahrzeugseitigen
DSRC-Kommunikationsvorrichtung (22) an die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung
(63a) des Mautsystems zu versenden,
wobei
die straßenseitige Kontrolleinrichtung (60) ausgebildet ist,
- wenigstens eine Statusinformation des Statusprotokolls von der Fahrzeugeinrichtung
mittels der straßenseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung (63a) zu empfangen,
- Ausgangsdaten der wenigstens einen Statusinformation des Statusprotokolls mit Referenzdaten
auf Übereinstimmung zu vergleichen,
- und abhängig von dem Ergebnis des Vergleiches eine Problem-Nachricht über die mangelnde
oder gegebene Übereinstimmung der Ausgangsdaten mit den Referenzdaten an die zentrale
Datenverarbeitungseinrichtung (50) zu senden, und
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50) ausgebildet ist,
- die Problem-Nachricht über die mangelnde oder gegebene Übereinstimmung der betreffenden
Ausgangsdaten mit den Referenzdaten zusammen mit der betreffenden Statusinformation
von der straßenseitigen Kontrolleinrichtung (60) zu empfangen und
- eine Ereignisprotoll-Anforderungsnachricht über wenigstens ein Mobilfunknetz (40)
an die Fahrzeugeinrichtung (20) zur Anforderung des Ereignisprotokolls zu versenden,
die Fahrzeugeinrichtung (20) ferner ausgebildet ist,
- die Ereignisprotokoll-Anforderungsnachricht mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
(13) zu empfangen und in Antwort auf die Ereignisprotokoll-Anforderungsnachricht das
Ereignisprotokoll mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13) über das Mobilfunknetz
(40) an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50) zu versenden, und
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50) ferner ausgebildet ist,
- anhand des Regelwerkes zu ermitteln, ob in dem Ereignisprotokoll eine Ereignismeldung
mit zu erwartenden Eingangsdaten enthalten ist, deren Verarbeitung durch die Fahrzeugeinrichtung
(20) gemäß des Regelwerkes die betreffende Statusinformation mit den betreffenden
Ausgangsdaten erzeugen sollte, und/ oder eine Ereignismeldung mit verbotenen Eingangsdaten
enthalten ist, deren Verarbeitung durch die Fahrzeugeinrichtung (20) gemäß des Regelwerkes
nicht die die betreffende Statusinformation mit den betreffenden Ausgangsdaten erzeugen
sollte,
- bei der Feststellung eines Mangels an gemäß des Regelwerks im Ereignisprotokoll
zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder der Feststellung des Vorliegens an gemäß des
Regelwerks im Ereignisprotokoll verbotenen Eingangsdaten wenigstens eine Mautsystemfehlermeldung
zu erzeugen und
- bei der Feststellung eines Vorliegens an gemäß des Regelwerkes im Ereignisprotokoll
zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder bei Feststellung eines Mangels an gemäß des
Regelwerks im Ereignisprotokoll verbotenen Eingangsdaten eine Nutzerfehlermeldung
zu erzeugen.
10. Mautsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3
dadurch gekennzeichnet, dass
das Mautsystem
- wenigstens eine außerhalb des Fahrzeugs (30) angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) und
- wenigstens eine straßenseitige Kontrolleinrichtung (60) mit wenigstens einer straßenseitigen
DSRC-Kommunikationsvorrichtung (63a) zum Empfang von wenigstens einer Statusinformation
des Statusprotokolls umfasst,
und die Fahrzeugeinrichtung (20)
- eine erste Kommunikationsvorrichtung in Form einer Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
(13) zum drahtlosen Versand des Ereignisprotokolls an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) über wenigstens ein Mobilfunknetz (40) und
- eine zweite Kommunikationsvorrichtung in Form einer fahrzeugseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung
(22) zum drahtlosen Versand von wenigstens einer Statusinformation des Statusprotokolls
an die straßenseitige DSRC-Kommunikationsvorrichtung (63a)
aufweist und ausgebildet ist,
- das Ereignisprotokoll mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13) an die
zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50) zu versenden und
- wenigstens eine Statusinformation des Statusprotokolls mittels der fahrzeugseitigen
DSRC-Kommunikationsvorrichtung (22) an die straßenseitige DSRC-Kommunikationseinrichtung
(63a) des Mautsystems zu versenden,
wobei
die straßenseitige Kontrolleinrichtung (60) ausgebildet ist,
- wenigstens eine Statusinformation des Statusprotokolls von der Fahrzeugeinrichtung
(20) mittels der straßenseitigen DSRC-Kommunikationsvorrichtung (63a) zu empfangen,
- Ausgangsdaten der wenigstens einen Statusinformation des Statusprotokolls mit Referenzdaten
auf Übereinstimmung zu vergleichen,
- und abhängig von dem Ergebnis des Vergleiches eine Problem-Nachricht über die mangelnde
oder gegebene Übereinstimmung der Ausgangsdaten mit den Referenzdaten an die zentrale
Datenverarbeitungseinrichtung (50) zu senden, und
die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50) ausgebildet ist,
- die Problem-Nachricht über die mangelnde oder gegebene Übereinstimmung der betreffenden
Ausgangsdaten mit den Referenzdaten zusammen mit der betreffenden Statusinformation
von der straßenseitigen Kontrolleinrichtung (60) zu empfangen und
- eine Prüfungsanweisungsnachricht über wenigstens ein Mobilfunknetz (40) an die Fahrzeugeinrichtung
(20) zur Prüfung des Ereignisprotokolls bezüglich der betreffenden Statusinformation
zu versenden,
die Fahrzeugeinrichtung (20) ferner ausgebildet ist,
- die Prüfungsanweisungsnachricht mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung
(13) zu empfangen,
- in Antwort auf die Prüfungsanweisungsnachricht anhand des Regelwerkes zu ermitteln,
ob in dem Ereignisprotokoll eine Ereignismeldung mit zu erwartenden Eingangsdaten
enthalten ist, deren Verarbeitung durch die Fahrzeugeinrichtung (20) gemäß des Regelwerkes
die betreffende Statusinformation mit den betreffenden Ausgangsdaten erzeugen sollte,
und/ oder eine Ereignismeldung mit verbotenen Eingangsdaten enthalten ist, deren Verarbeitung
durch die Fahrzeugeinrichtung (20) gemäß des Regelwerkes nicht die die betreffende
Statusinformation mit den betreffenden Ausgangsdaten erzeugen sollte,
- bei der Feststellung eines Mangels an gemäß des Regelwerks im Ereignisprotokoll
zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder der Feststellung des Vorliegens an gemäß des
Regelwerks im Ereignisprotokoll verbotenen Eingangsdaten wenigstens eine Mautsystemfehlermeldung
mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13) an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) zu senden und
- bei der Feststellung eines Vorliegens an gemäß des Regelwerkes im Ereignisprotokoll
zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder bei Feststellung eines Mangels an gemäß des
Regelwerks im Ereignisprotokoll verbotenen Eingangsdaten eine Nutzerfehlermeldung
mittels der Mobilfunk-Kommunikationsvorrichtung (13) an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) zu senden.
11. Mautsystem nach Anspruch 9 oder 10 dadurch gekennzeichnet, dass
die Ausgangsdaten einen registrierten Betriebsbereitschaftszustand der Fahrzeugeinrichtung
(20) repräsentieren,
die Referenzdaten einen Zustand der mangelnde Betriebsbereitschaft der Fahrzeugeinrichtung
(20) repräsentieren, und die straßenseitige Kontrolleinrichtung (60) ausgebildet ist,
in dem Fall, dass der Betriebsbereitschaftszustand der der mangelnden Betriebsbereitschaft
ist, eine Problem-Nachricht über die mangelnde Betriebsbereitschaft an die zentrale
Datenverarbeitungseinrichtung (50) zu senden.
12. Mautsystem nach Anspruch 9 oder 10
dadurch gekennzeichnet, dass
die straßenseitige Kontrolleinrichtung (60)
- wenigstens eine Kamera (62) zur Erzeugung wenigstens einer Bildaufnahme eines Kennzeichenschildes
des Fahrzeugs (30) und
- wenigstens eine Bilddatenverarbeitungseinrichtung zur Gewinnung eines Kennzeichens
aus der Bildaufnahme des Kennzeichenschildes des Fahrzeugs (30)
umfasst und ausgebildet ist,
- mittels der Kamera (62) wenigstens eine Bildaufnahme eines Kennzeichenschildes des
Fahrzeugs (30) zu erzeugen und
- mittels der Bilddatenverarbeitungseinrichtung ein aufgenommenes Kennzeichen aus
der Bildaufnahme des Kennzeichenschildes des Fahrzeugs (30) zu gewinnen,
die Ausgangsdaten ein registriertes Kennzeichen des Fahrzeugs (30) repräsentieren
und
die Referenzdaten das aufgenommene Kennzeichen des Fahrzeugs (30) repräsentieren,
und
die straßenseitige Kontrolleinrichtung (60) ferner ausgebildet ist,
- in dem Fall, in dem das registrierte Kennzeichen und das aufgenommene Kennzeichen
verschieden sind, eine Problem-Nachricht über die Verschiedenartigkeit des registrierten
und des aufgenommenen Kennzeichens an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50)
zu senden.
13. Mautsystem nach Anspruch 9 oder 10
dadurch gekennzeichnet, dass
die straßenseitige Kontrolleinrichtung (60)
- wenigstens eine Erfassungsvorrichtung (64) zur Erfassung eines Bildes und/ oder
einer Kontur des Fahrzeugs (30) und
- wenigstens eine Klassifizierungseinrichtung zur Bestimmung einer Fahrzeugklasse
des Fahrzeugs (30) aus dem erfassten Bild und/ oder der erfassten Kontur des Fahrzeugs
(30)
aufweist und ausgebildet ist,
- wenigstens die Statusinformation mit den Ausgangsdaten in Form der registrierten
Fahrzeug- und/ oder Achsklasse des Fahrzeugs (30) von der Fahrzeugeinrichtung (20)
mittels der straßenseitigen DSRC-Einrichtung (63) zu empfangen,
- mittels der Erfassungsvorrichtung (64) wenigstens ein Bild und/ oder wenigstens
eine Kontur des Fahrzeugs (20) zu erfassen und
- mittels der Klassifikationseinrichtung eine erfasste Fahrzeugklasse des Fahrzeugs
(30) aus dem erfassten Bild und/ oder der erfassten Kontur des Fahrzeugs (30) zu bestimmen,
die Ausgangsdaten eine registrierte Fahrzeugklasse des Fahrzeugs (30) repräsentieren,
die Referenzdaten die erfasste Fahrzeugklasse des Fahrzeugs (30) repräsentieren und
die straßenseitige Kontrolleinrichtung (60) ferner ausgebildet ist,
- in dem Fall, in dem die registrierte Fahrzeugklasse und die erfasste Fahrzeugklasse
verschieden sind, eine Problem-Nachricht über die Verschiedenartigkeit der registrierten
und der erfassten Fahrzeugklasse an die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung (50)
zu senden.
14. Fahrzeugeinrichtung (20) zur Erfassung von Positionen eines Fahrzeugs (30), von dem
sie mitgeführt wird, wobei die Fahrzeugeinrichtung (20) ausgebildet ist
a) Positionsdaten von Positionen des Fahrzeugs (30) zu erfassen
b) in Abhängigkeit von mehreren Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung (20) die
Positionsdaten und/ oder aus den Positionsdaten abgeleitete Daten zum Zwecke der Erhebung
einer auf das Fahrzeug (30) bezogenen Mautgebühr zu verarbeiten, die für die Nutzung
einer Verkehrsfläche durch das Fahrzeug (30) zu erheben ist, die anhand der erfassten
Positionsdaten identifizierbar ist,
c) Eingangsdaten zu empfangen oder zu erzeugen und
d) in Abhängigkeit von den empfangenen oder erzeugten Eingangsdaten Ausgangsdaten
zu erzeugen, die jeweils einen Wert einer Zustandsvariablen der Fahrzeugeinrichtung
(20) repräsentieren,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Fahrzeugeinrichtung (20) ferner ausgebildet ist,
e) Statusinformationen, die jeweils mit einem Statuszeitwert verknüpfte erzeugte Ausgangsdaten
umfassen, in einem in der Fahrzeugeinrichtung (20) gespeicherten Statusprotokoll einzutragen,
f) Ereignismeldungen, die jeweils mit einem Ereigniszeitwert verknüpfte empfangene
oder erzeugte Eingangsdaten umfassen, in einem in der Fahrzeugeinrichtung (20) gespeicherten
Ereignisprotokoll einzutragen,
g) anhand wenigstens eines in der Fahrzeugeinrichtung (20) gespeicherten Regelwerkes
zu ermitteln, ob
i) zu wenigstens einer zu prüfenden Ereignismeldung des Ereignisprotokolls in dem
Statusprotokoll gemäß des wenigstens einen Regelwerkes zu erwartende und/ oder verbotene
Ausgangsdaten in wenigstens einer Statusinformation enthalten sind, deren Statuszeitwert
innerhalb eines vorgegeben zeitlichen Bereiches um den Ereigniszeitwert der zu prüfenden
Ereignismeldung liegt, und/oder
ii) zu wenigstens einer zu prüfenden Statusinformation des Statusprotokolls in dem
Ereignisprotokoll gemäß des wenigstens einen Regelwerkes zu erwartende und/ oder verbotene
Eingangsdaten in wenigstens einer Ereignismeldung enthalten sind, deren Ereigniszeitwert
innerhalb eines vorgegeben zeitlichen Bereiches um den Statuszeitwert der zu prüfenden
Statusinformation liegt, und
h) bei der Feststellung eines Mangels an gemäß des wenigstens einen Regelwerks zu
erwartenden Ausgangsdaten und/ oder zu erwartenden Eingangsdaten
und/oder
bei Feststellung eines Vorliegens von gemäß des wenigstens einen Regelwerks verbotenen
Ausgangsdaten und/ oder verbotenen Eingangsdaten
eine Fehlermeldung zu erzeugen.
15. Verfahren zur Erkennung von Fehlern in einer von einem Fahrzeug (30) mitgeführten
Fahrzeugeinrichtung (20) eines Mautsystems mit folgenden Schritten:
a) Erfassung von Positionsdaten von Positionen des Fahrzeugs (30) durch die Fahrzeugeinrichtung
(20),
b) Verarbeitung der Positionsdaten und/ oder von aus den Positionsdaten abgeleiteten
Daten durch die ) Fahrzeugeinrichtung (20) in Abhängigkeit von mehreren Zustandsvariablen
der Fahrzeugeinrichtung (20) zum Zwecke der Erhebung einer auf das Fahrzeug (30) bezogenen
Mautgebühr, die für die Nutzung einer Verkehrsfläche durch das Fahrzeug (30) zu erheben
ist, die anhand der erfassten Positionsdaten identifizierbar ist,
c) Empfang oder Erzeugung von Eingangsdaten durch die Fahrzeugeinrichtung (20) und
d) Erzeugung von Ausgangsdaten, die jeweils einen Wert einer Zustandsvariablen der
Fahrzeugeinrichtung (20) repräsentieren, in Abhängigkeit von den empfangenen oder
erzeugten Eingangsdaten durch die Fahrzeugeinrichtung (20),
gekennzeichnet durch die weiteren Schritte der
e) Eintragung von Statusinformationen, die jeweils mit einem Statuszeitwert verknüpfte
erzeugte Ausgangsdaten umfassen, in einem in der Fahrzeugeinrichtung (20) gespeicherten
Statusprotokoll durch die Fahrzeugeinrichtung (20),
f) Eintragung von Ereignismeldungen, die jeweils mit einem Ereigniszeitwert verknüpfte
empfangene oder erzeugte Eingangsdaten umfassen, in einem in der Fahrzeugeinrichtung
(20) gespeicherten Ereignisprotokoll durch die Fahrzeugeinrichtung (20),
g) Ermittlung durch die Fahrzeugeinrichtung (20) und/ oder durch eine außerhalb des Fahrzeugs (30) angeordnete zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50) des Mautsystems anhand wenigstens eines in der Fahrzeugeinrichtung (20) und/
oder in der zentralen Datenverarbeitungseinrichtung (50) gespeicherten Regelwerkes,
ob
i) zu wenigstens einer zu prüfenden Ereignismeldung des Ereignisprotokolls in dem
Statusprotokoll gemäß des Regelwerkes zu erwartende und/ oder verbotene Ausgangsdaten
in wenigstens einer Statusinformation enthalten sind, deren Statuszeitwert innerhalb
eines vorgegeben zeitlichen Bereiches um den Ereigniszeitwert der zu prüfenden Ereignismeldung
liegt und/ oder
ii) zu wenigstens einer zu prüfenden Statusinformation des Statusprotokolls in dem
Ereignisprotokoll gemäß des Regelwerkes zu erwartende und/ oder verbotene Eingangsdaten
in wenigstens einer Ereignismeldung enthalten sind, deren Ereigniszeitwert innerhalb
eines vorgegeben zeitlichen Bereiches um den Statuszeitwert der zu prüfenden Statusinformation
liegt, und
h) Erzeugung einer Fehlermeldung
bei Feststellung eines Mangels an gemäß des Regelwerkes zu erwartenden Ausgangsdaten
und/ oder an zu erwartenden Eingangsdaten und/ oder
bei Feststellung eines Vorliegens von gemäß des wenigstens einen Regelwerks verbotenen
Ausgangsdaten und/ oder verbotenen Eingangsdaten
durch die Fahrzeugeinrichtung (20) und/ oder die zentrale Datenverarbeitungseinrichtung
(50).