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(11) |
EP 3 174 066 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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31.05.2017 Patentblatt 2017/22 |
| (22) |
Anmeldetag: 27.11.2015 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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BA ME |
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Benannte Validierungsstaaten: |
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MA MD |
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Anmelder: GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH |
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45127 Essen (DE) |
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Erfinder: |
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- Hoffmann, Martin
45721 Haltern am See (DE)
- Koischwitz, Ingmar
48734 Reken (DE)
- Kahl, Torsten
45127 Essen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Rohmann, Michael |
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Andrejewski - Honke
Patent- und Rechtsanwälte
An der Reichsbank 8 45127 Essen 45127 Essen (DE) |
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Bemerkungen: |
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Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ. |
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VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR DRUCKENTLASTUNG UND INERTISIERUNG VON ABFALLBEHÄLTERN
FÜR RADIOAKTIVE ABFÄLLE |
(57) Verfahren zur Druckentlastung und Inertisierung von Abfallbehältern für radioaktive
Abfälle, wobei ein Adapter mit einem Adapterinnenvolumen (3) an den Behälter (1),
insbesondere an den Behälterdeckel (4) angeschlossen wird. Anschließend wird der Adapter
(2) mit einem Inertgas unter Überdruck befüllt und im Anschluss daran wird eine Verbindung
zwischen dem Behälterinnenraum (5) und dem Adapterinnenvolumen (3) hergestellt, so
dass sich entsprechend der Druckdifferenz zwischen dem Druck im Behälterinnenraum
(5) und dem Überdruck im Adapterinnenvolumen (3) ein Mischdruck einstellt. Daraufhin
wird der Mischdruck im Behälterinnenraum (5) entspannt und anschließend wird im Behälterinnenraum
(5) ein Unterdruck erzeugt und das aus dem Behälterinnenraum (5) entfernte Gas wird
durch ein Inertgas ersetzt.
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[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Druckentlastung und Inertisierung von Abfallbehältern
für radioaktive Abfälle, insbesondere für schwach- und mittelaktive radioaktive Abfälle.
Fernerhin betrifft die Erfindung eine Adapter-Vorrichtung zur Druckentlastung und
Inertisierung von Abfallbehältern für radioaktive Abfälle. - Abfallbehälter für radioaktive
Abfälle werden in der Regel aus metallischen Werkstoffen gefertigt. Sie weisen einen
Behälterboden, einen daran anschließenden Behältermantel und zumindest einen Behälterdeckel
auf. Derartige Abfallbehälter haben bestimmten Sicherheitsanforderungen zu genügen
und müssen neben der Gewährleistung einer ausreichenden Abschirmung auch hinreichend
druckfest ausgebildet sein. Nachfolgend wird statt des Begriffes Abfallbehälter auch
kurz der Begriff Behälter verwendet.
[0002] Aus der Praxis ist es bekannt verschiedenste radioaktive Abfälle in Abfallbehältern
zu verpacken. Die Abfallbehälter sind als Transport- und/oder Lagerbehälter ausgestaltet.
- Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass aufgrund der Eigenschaften der
radioaktiven Abfälle bzw. durch Kombination verschiedener radioaktiver Abfälle und
gegebenenfalls Wasser Prozesse resultieren können, die eine Veränderung der Gasatmosphäre
im Behälterinnenraum bedingen. Durch Radiolyse kann beispielsweise im Behälterinnenraum
ein Überdruck aufgebaut werden. Der Druckaufbau entsteht dabei insbesondere durch
die Bildung von Wasserstoff. Grundsätzlich kann im Behälterinnenraum auch ein Unterdruck
entstehen, beispielsweise durch den Verbrauch von Sauerstoff oder aufgrund der Temperaturdifferenz
zwischen dem warmen Abfallbehälter nach dem Konditionieren und Verschließen sowie
dem kälteren Abfallbehälter während der Lagerung. Ein Problem stellen vor allem im
Abfallbehälter entstehende brennbare Gase - insbesondere Wasserstoff - dar. Diese
können im Gemisch mit Sauerstoff eine explosionsfähige Atmosphäre bilden. Derartige
explosionsfähige Gemische sind unter anderem bei Dichtheitsprüfungen der Behälter
problematisch. Wenn davon ausgegangen wird, dass die Dichtungen des Behälters nicht
vollständig in Takt sind, kann der Dichtungszwischenraum zwischen Dichtungen mit der
explosionsfähigen Atmosphäre gefüllt sein. Bislang sind keine verlässlichen Maßnahmen
bekannt, mit denen beladene Abfallbehälter unter Berücksichtigung aller Sicherheitsanforderungen
einfach und effektiv druckentlastet und inertisiert werden können. Eine effiziente
Druckentlastung und Inertisierung ist für Transportbehälter und/oder Lagerbehälter
wünschenswert. Insoweit besteht Verbesserungsbedarf.
[0003] Dementsprechend liegt der Erfindung das technische Problem zugrunde, ein Verfahren
der eingangs genannten Art anzugeben, mit dem eine einfache, effektive und funktionssichere
Inertisierung und Druckentlastung der Abfallbehälter möglich ist. Der Erfindung liegt
weiterhin das technische Problem zugrunde, eine entsprechende Vorrichtung zur Druckentlastung
und Inertisierung anzugeben.
[0004] Zur Lösung des technischen Problems lehrt die Erfindung ein Verfahren zur Druckentlastung
und Inertisierung von Abfallbehältern für radioaktive Abfälle, insbesondere für schwach-
und mittelaktive Abfälle, wobei ein Adapter mit einem Adapterinnenvolumen an den Behälter
- insbesondere an den Behälterdeckel - angeschlossen wird, wobei anschließend der
Adapter bzw. das Adapterinnenvolumen mit einem Inertgas unter Überdruck befüllt wird,
wobei im Anschluss daran eine Verbindung zwischen dem Behälterinnenraum und dem Adapterinnenvolumen
hergestellt wird, so dass sich entsprechend der Druckdifferenz zwischen dem Druck
im Behälterinnenraum und dem Überdruck im Adapterinnenvolumen ein Mischdruck im Adapterinnenvolumen
und im Behälterinnenraum einstellt, wobei daraufhin der Mischdruck im Behälterinnenraum
und im Adapterinnenvolumen entspannt wird - insbesondere auf Umgebungsdruck entspannt
wird - und wobei anschließend im Behälterinnenraum ein Unterdruck erzeugt wird und
das aus dem Behälterinnenraum entfernte Gas bzw. Gasgemisch durch ein Inertgas ersetzt
wird. Als Inertgas wird dabei vorzugsweise Stickstoff eingesetzt. Grundsätzlich könnte
auch ein Edelgas als Inertgas verwendet werden.
[0005] Kernpunkt der Erfindung ist der erfindungsgemäße Adapter mit dem Adapterinnenvolumen.
Dieser Adapter wird - zweckmäßigerweise an der Behälteroberseite - an den Behälterdeckel
und bevorzugt unmittelbar an den Behälterdeckel angeschlossen. Es liegt dabei im Rahmen
der Erfindung, dass der Adapter mit zumindest einem Fixierungselement an dem Behälterdeckel
fixiert wird. Es liegt fernerhin im Rahmen der Erfindung, dass bei der erfindungsgemäßen
Druckentlastung und Inertisierung des Abfallbehälters bzw. des Behälterinnenraumes
alle vorstehend aufgeführten Gasströme über das Adapterinnenvolumen geführt werden.
Der Adapter stellt sicher, dass alle Prozesse bzw. Vorgänge des erfindungsgemäßen
Verfahrens unter definierten Bedingungen entkoppelt von den Umgebungsbedingungen stattfinden.
[0006] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass über den erfindungsgemäßen Adapter
mit seinem Adapterinnenvolumen eine sehr einfache und funktionssichere Druckentlastung
und Inertisierung des Behälterinnenraumes möglich ist. Explosionsfähige Gasgemische
- insbesondere Gasgemische mit Wasserstoff und Sauerstoff - können sicher und gefahrlos
an die Umgebung abgegeben werden bzw. entsorgt werden. Diese Maßnahmen sind im Rahmen
des erfindungsgemäßen Verfahrens mit überraschend geringem Aufwand möglich.
[0007] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass nach Anschluss des Adapters an den Behälterdeckel
zunächst - insbesondere vor der Befüllung des Adapterinnenvolumens mit dem Inertgas
unter Überdruck - die Luft bzw. der Luftsauerstoff aus der Adaptervorrichtung mit
dem Adapterinnenvolumen und den daran angeschlossenen Leitungen und/oder Komponenten
zumindest weitgehend entfernt bzw. verdrängt wird. Adaptervorrichtung meint dabei
hier und nachfolgend insbesondere die Vorrichtung aus dem Adapter und zumindest einer
daran angeschlossenen Leitung, vorzugsweise mehrerer daran angeschlossener Leitungen
und/oder Komponenten. Nach der zumindest weitgehenden Entfernung der Luft bzw. des
Luftsauerstoffes wird empfohlenermaßen ein Unterdruck bzw. ein Vakuum in der Adaptervorrichtung
bzw. in dem Adapterinnenvolumen und den daran angeschlossenen Leitungen und/oder Komponenten
erzeugt. Zweckmäßigerweise wird im Anschluss daran eine Befüllung der Adaptervorrichtung
bzw. des Adapterinnenvolumens und der daran angeschlossenen Leitungen und/oder Komponenten
mit Inertgas durchgeführt. Die Erzeugung des Unterdruckes/Vakuums und die anschließende
Befüllung mit Inertgas wird dabei zweckmäßigerweise mit der Maßgabe durchgeführt,
dass der Sauerstoffgehalt in der Adaptervorrichtung kleiner als 1 Vol.-% ist und bevorzugt
deutlich kleiner als 1 Vol.-% ist.
[0008] Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
dass - insbesondere vor der vorstehend beschriebenen Verdrängung der Luft bzw. des
Luftsauerstoffs durch Inertgas - eine Dichtheitsprüfung der Adaptervorrichtung durchgeführt
wird. Vorzugsweise werden dabei Teilbereiche der Adaptervorrichtung - zweckmäßigerweise
durch Absperrelemente getrennte Teilbereiche der Adaptervorrichtung - evakuiert und
im Anschluss daran wird der Druckanstieg in diesen Teilbereichen gemessen und insbesondere
über einen definierten Zeitraum gemessen. Es liegt dabei im Rahmen der Erfindung,
dass die Teilbereiche nacheinander evakuiert werden bzw. dass in den Teilbereichen
nacheinander ein Unterdruck erzeugt wird. Wenn der gemessene Druckanstieg unter einem
definierten Grenzwert liegt kann der Teilbereich bzw. die Gesamtheit der Teilbereiche
als dicht bezeichnet werden. Die vorstehend beschriebene Dichtheitsprüfung wird zweckmäßigerweise
auch an dem Adapter (als Bestandteil der Adaptervorrichtung) und an dessen Schnittstelle
zum Behälter durchgeführt.
[0009] Im Anschluss an die bevorzugt durchgeführte Dichtheitsprüfung und/oder nach der vorzugsweise
durchgeführten Verdrängung der Luft bzw. des Luftsauerstoffs aus der Adaptervorrichtung
wird das Adapterinnenvolumen erfindungsgemäß mit Inertgas unter Überdruck gefüllt.
Dabei erfolgt die Befüllung des Adapterinnenvolumens mit dem Inertgas unter Überdruck
empfohlenermaßen mit der Maßgabe, dass der Überdruck im Adapterinnenvolumen 1,5 bis
10 bar, vorzugsweise 2 bis 7 bar beträgt.
[0010] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass der Adapter unmittelbar auf dem Behälterdeckel
des Behälters fixiert ist. Fernerhin liegt es im Rahmen der Erfindung, dass die Verbindung
zwischen dem Adapterinnenvolumen und dem Behälterinnenraum über zumindest einen im
Behälterdeckel angeordneten Kleindeckel hergestellt wird. Vorzugsweise ist im Behälterdeckel
ein Kleindeckel vorhanden, der mit Hilfe des Adapters bzw. mit Hilfe einer im Adapter
integrierten Hubvorrichtung geöffnet werden kann. Zweckmäßigerweise wird der zumindest
eine Kleindeckel mit der Hubvorrichtung des Adapters von dem Behälterdeckel des Behälters
abgehoben. Dadurch wird die Verbindung zwischen Adapterinnenvolumen und Behälterinnenraum
über zumindest eine Öffnung bzw. über zumindest einen Öffnungskanal, vorzugsweise
über zumindest zwei Öffnungskanäle und besonders bevorzugt über zwei Öffnungskanäle
hergestellt. Durch das Abheben des zumindest einen Kleindeckels von dem Behälterdeckel
wird gewährleistet, dass der Kleindeckel auch geöffnet werden kann, wenn im Behälter
ein Unterdruck herrscht.
[0011] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Verbindung zwischen Adapterinnenvolumen
und Behälterinnenraum hergestellt wird, nachdem der Adapter bzw. das Adapterinnenvolumen
mit einem Inertgas unter Überdruck befüllt wurde. Fernerhin liegt es im Rahmen der
Erfindung, dass der sich nach Verbindung von Behälterinnenraum und Adapterinnenvolumen
einstellende Mischdruck kleiner ist als der zuvor vorhandene Überdruck in dem mit
dem Inertgas befüllten Adapterinnenvolumen. Zweckmäßigerweise ist der Mischdruck kleiner
als 10 bar, bevorzugt kleiner als 7 bar und sehr bevorzugt kleiner als 5 bar. - Für
den Fall, dass der sich einstellende Mischdruck größer ist als der zuvor anliegende
Überdruck im Adapterinnenvolumen und/oder größer ist als ein oberer Grenzwert, kann
nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ein zusätzlicher Druckabbau eingeleitet
werden und zwar empfohlenermaßen mittels einer Bypass-Einrichtung eingeleitet werden.
Dazu wird ein definierter oberer Grenzwert für den Druck bzw. Mischdruck festgelegt.
[0012] Erfindungsgemäß wird daraufhin der Mischdruck im Behälterinnenraum und im Adapterinnenvolumen
entspannt - insbesondere auf Umgebungsdruck entspannt - und anschließend wird im Behälterinnenraum
ein Unterdruck erzeugt, wobei das im Behälterinnenraum vorhandene Gas bzw. Gasgemisch
entfernt wird. Es empfiehlt sich, dass dieses aus dem Behälterinnenraum abgezogene
bzw. entfernte Gas/Gasgemisch zunächst mit einem Verdünnungsgas - vorzugsweise mit
Luft als Verdünnungsgas - verdünnt wird und in verdünnter Form abgeführt wird, insbesondere
an die Umgebung bzw. an die Atmosphäre abgegeben wird. Es liegt dabei im Rahmen der
Erfindung, dass das Gas bzw. Gasgemisch über das Adapterinnenvolumen aus dem Behälterinnenraum
abgezogen wird. Die Verdünnung des Gases bzw. Gasgemisches erfolgt mit der Maßgabe,
dass brennbares bzw. explosionsfähiges Gas/Gasgemisch nach der Verdünnung deutlich
unterhalb der Explosionsgrenze liegt. Mit dieser Verdünnung wird dafür Sorge getragen,
dass eventuell nachgeschaltete Systeme nicht mit explosionsfähiger Atmosphäre beaufschlagt
werden.
[0013] Erfindungsgemäß wird das aus dem Behälterinnenraum abgezogene Gas bzw. Gasgemisch
durch Inertgas ersetzt. Dieser Ersatz durch Inertgas erfolgt empfohlenermaßen mit
der Maßgabe, dass der verbleibende Sauerstoffgehalt im Behälterinnenraum kleiner als
1 Vol.-%, bevorzugt kleiner als 0,8 Vol.-% und sehr bevorzugt kleiner als 0,5 Vol.-%
ist.
[0014] Vorzugsweise wird der mit Inertgas - vorzugsweise mit Stickstoff - befüllte Behälterinnenraum
auf Umgebungsdruck eingestellt. Im Behälterinnenraum herrscht also nach dem Ersatz
durch Inertgas bzw. nach der Befüllung mit Inertgas Umgebungsdruck. Im Anschluss daran
wird zweckmäßigerweise der Adapter wieder von dem Behälter bzw. von dem Behälterdeckel
getrennt.
[0015] Zur Lösung des technischen Problems lehrt die Erfindung weiterhin eine Adapter-Vorrichtung
zur Druckentlastung und Inertisierung von Abfallbehältern für radioaktive Abfälle,
insbesondere für schwach- und mittelaktive Abfälle, wobei ein Adapter mit Adapterinnenvolumen
zur Aufnahme eines Gasvolumens vorgesehen ist, wobei der Adapter bzw. das Adapterinnenvolumen
mit zumindest einer Pumpe bzw. Vakuumpumpe zum Abziehen von Gasen bzw. zur Erzeugung
eines Unterdruckes verbunden ist und wobei der Adapter bzw. das Adapterinnenvolumen
fernerhin mit zumindest einer Inertgasquelle für die Befüllung des Adapterinnenvolumens
und/oder des Behälterinnenraumes mit Inertgas verbunden ist.
[0016] Das Adapterinnenvolumen des Adapters beträgt nach bevorzugter Ausführungsform der
Erfindung 4 bis 20 %, bevorzugt 5 bis 15% und sehr bevorzugt 6 bis 10 % des Volumens
des Behälterinnenraumes. Insoweit ist empfohlenermaßen das Volumen des Behälterinnenraumes
größer bzw. deutlich größer als das Adapterinnenvolumen. - Es empfiehlt sich, dass
der Adapter bzw. das Adapterinnenvolumen über zumindest eine Vakuumleitung an die
Pumpe angeschlossen ist und/oder über zumindest eine Inertgasleitung an die Inertgasquelle
angeschlossen ist. Nach einer empfohlenen Ausführungsform der Erfindung weist die
Adaptervorrichtung neben dem Adapter die Pumpe, die Inertgasquelle und bevorzugt die
zumindest eine Vakuumleitung und/oder die zumindest eine Inertgasleitung auf.
[0017] Eine sehr bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Adaptervorrichtung ist
dadurch gekennzeichnet, dass der Adapter für eine unmittelbare Anordnung bzw. Fixierung
an bzw. auf der Behälterdeckelanordnung des Behälters eingerichtet ist. Zweckmäßigerweise
wird der Adapter unmittelbar auf dem Behälterdeckel des Behälters fixiert. Es liegt
im Rahmen der Erfindung, dass der zumindest eine Kleindeckel in dem Behälterdeckel
von dem Adapter bzw. von dem Adapterinnenvolumen überdeckt wird. Zweckmäßigerweise
wird der zumindest eine Kleindeckel mittels einer im Adapter integrierten Hubvorrichtung
angehoben und somit geöffnet. Dabei wird der Kleindeckel empfohlenermaßen innerhalb
des Adapterinnenvolumens des Adapters bewegt bzw. manipuliert.
[0018] Eine besonders empfohlene Ausführungsform der erfindungsgemäßen Adaptervorrichtung
zeichnet sich dadurch aus, dass zumindest eine Mischvorrichtung - vorzugsweise in
Form zumindest einer Mischdüse - für die Verdünnung bzw. für das Mischen des aus dem
Behälterinnenraum abgezogenen Gases bzw. Gasgemisches mit einem Verdünnungsgas - bevorzugt
mit Luft - vorgesehen ist. Zweckmäßigerweise wird in der Mischvorrichtung - vorzugsweise
in der Mischdüse - ein großes Volumen des Verdünnungsgases mit einem kleinen Volumen
des abgezogenen Gases bzw. Gasgemisches gemischt. Eine bevorzugte Ausführungsform
einer erfindungsgemäß eingesetzten Mischdüse wird weiter unten noch erläutert. Mittels
der Mischvorrichtung bzw. der Mischdüse kann gewährleistet werden, dass eventuell
brennbares bzw. explosionsfähiges Gas/Gasgemisch mit der Maßgabe verdünnt werden kann,
dass das aus der Mischvorrichtung bzw. aus der Mischdüse abgegebene Gasgemisch nicht
mehr explosionsfähig ist und somit bedenkenlos an die Umgebung bzw. an die Atmosphäre
abgegeben werden kann.
[0019] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Adapter - insbesondere zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens und/oder für die erfindungsgemäße Adaptervorrichtung
-, wobei der Adapter eine Adapterdecke sowie eine an die Adapterdecke anschließende
und umlaufende Adapterwandung aufweist, wobei die Adapterdecke und Adapterwandung
das Adapterinnenvolumen einschließen bzw. begrenzen und wobei der Adapter vorzugsweise
zumindest ein Fixierungselement zur Fixierung des Adapters an einem Behälterdeckel
eines Abfallbehälters aufweist. Nach besonders bevorzugter Ausführungsform der Erfindung
ist der Adapter an seiner dem Behälterdeckel zugewandten Unterseite offen bzw. im
Wesentlichen offen ausgebildet, so dass in dem am Behälterdeckel fixierten Zustand
des Adapters das Adapterinnenvolumen unmittelbar an den Behälterdeckel bzw. an die
Oberseite des Behälterdeckels anschließt. Es empfiehlt sich, dass das Adapterinnenvolumen
4 bis 20 %, vorzugsweise 5 bis 15 % des Volumens des Behälterinnenraumes beträgt.
[0020] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
und mit der erfindungsgemäßen Adaptervorrichtung eine wenig aufwendige und zugleich
funktionssichere Druckentlastung und Inertisierung eines Abfallbehälters möglich ist.
Diese erfindungsgemäße Druckentlastung und Inertisierung kann mit verhältnismäßig
wenig Verfahrensschritten erfolgen und genügt nichtsdestoweniger allen Sicherheitsanforderungen.
Es kann im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens gewährleistet werden, dass problematische
Gase bzw. Gasgemische im Behälterinnenraum funktionssicher und effektiv durch Inertgas
ersetzt werden können. Dabei kann ein sicheres Öffnen des Abfallbehälters sowie ein
funktionssicherer und effektiver Druckabbau und Gas- bzw. Gasatmosphärenaustausch
mit Inertgas erfolgen. Fernerhin können brennbare und/oder explosionsfähige Gasgemische
auf einfache Weise so aufbereitet werden, dass sie problemlos an eine kerntechnische
Lüftungsanlage abgegeben werden können. Dazu muss die kerntechnische Lüftungsanlage
keine zusätzlichen Anforderungen in Bezug auf explosionsfähige Gasgemische bzw. daraus
resultierende Druckstöße erfüllen. Im Ergebnis kann die erfindungsgemäße Druckentlastung
und Inertisierung eines Abfallbehälters mit relativ geringen Kosten einfach und funktionssicher
realisiert werden.
[0021] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- ein Schaltbild mit einem Abfallbehälter und einer daran angeschlossenen Adaptervorrichtung
zur Veranschaulichung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 2
- einen vergrößerten Ausschnitt aus dem oberen Bereich des Abfallbehälters im Schnitt
und
- Fig. 3
- den Gegenstand nach Fig. 2 in einer anderen Funktionsstellung.
[0022] Die Figuren veranschaulichen ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Druckentlastung
und Inertisierung von Abfallbehältern 1 für radioaktive Abfälle, insbesondere für
schwach- und mittelaktive Abfälle. Erfindungsgemäß ist an den Behälter 1 ein Adapter
2 mit einem Adapterinnenvolumen 3 angeschlossen und zwar ist dieser Adapter 2 bevorzugt
und im Ausführungsbeispiel an dem Behälterdeckel 4 des Behälters 1 fixiert. Der Adapter
2 ist Bestandteil einer nachfolgend noch näher erläuterten Adaptervorrichtung 6, die
unter anderem eine Pumpe bzw. Vakuumpumpe 7 aufweist sowie eine Inertgasquelle 8,
eine Vakuumleitung 10 und eine Inertgasleitung 11. Außerdem ist Bestandteil der Adaptervorrichtung
6 auch eine weiter unten noch erläuterte Mischdüse 9.
[0023] Der Adapter 2 weist eine Adapterdecke 12 sowie eine daran angeschlossene umlaufende
Adapterwandung 13 auf. Vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel ist die dem Behälter
1 zugewandte Unterseite 14 des Adapters 2 offen ausgebildet, so dass das Adapterinnenvolumen
3 im montierten Zustand des Adapters 2 unmittelbar an die Oberseite des Behälterdeckels
4 anschließt. Der Adapter 2 umfasst fernerhin Fixierungselemente 15 für die Fixierung
des Adapters 2 an dem Behälterdeckel 4. Fernerhin ist der Adapter 2 bevorzugt und
im Ausführungsbeispiel mit einer Hubvorrichtung 16 ausgestattet, die an einen Kleindeckel
17 im Behälterdeckel 4 des Behälters 1 angeschlossen ist. Mittels der Hubvorrichtung
16 kann der Kleindeckel 17 angehoben werden und auf diese Weise wird empfohlenermaßen
und im Ausführungsbeispiel über im Behälterdeckel 4 vorgesehene Öffnungskanäle 18
eine Verbindung zwischen dem Adapterinnenvolumen 3 und dem Behälterinnenraum 5 hergestellt.
Zweckmäßigerweise sind zwei dieser Öffnungskanäle 18 im Behälterdeckel 4 vorhanden.
In den Figuren ist jedoch lediglich ein Öffnungskanal 18 dargestellt. Mit der Hubvorrichtung
16 kann der Kleindeckel 17 auch wieder abgelegt werden.
[0024] Nachfolgend wird eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens erläutert: Nach dem Anschluss des Adapters 2 bzw. der Adaptervorrichtung
6 wird in einem ersten Verfahrensschritt eine Dichtheitsprüfung des Systems durchgeführt.
Dabei werden bevorzugt durch Absperrelemente bzw. Ventile getrennte Teilbereiche der
Adaptervorrichtung 6 nacheinander evakuiert und dann wird der Druckanstieg in diesen
Teilbereichen über einen definierten Zeitraum gemessen. Wenn der Druckanstieg in den
Teilbereichen unterhalb eines vorher definierten Grenzwertes liegt, kann der Teilbereich
bzw. die Adaptervorrichtung 6 als dicht eingestuft werden. Vorzugsweise wird daraufhin
die Luft aus der Adaptervorrichtung 6, insbesondere aus dem Adapterinnenvolumen 3
und den daran angeschlossenen Leitungen 10, 11 entfernt, indem mittels der Pumpe bzw.
Vakuumpumpe 7 ein Unterdruck bzw. ein Vakuum in den Komponenten erzeugt wird. Diese
Evakuierung wird mit der Maßgabe durchgeführt, dass der Sauerstoffgehalt in der Adaptervorrichtung
6 zweckmäßigerweise kleiner als 1 Vol.-% ist.
[0025] Im Anschluss daran wird der Adapter 2 bzw. das Adapterinnenvolumen 3 mit Inertgas
unter Überdruck befüllt. Vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel wird dazu Stickstoff
aus der Inertgasquelle 8 über die Inertgasleitung 11 in das Adapterinnenvolumen 3
eingeleitet. Der Überdruck des Inertgases im Adapterinnenvolumen 3 mag schließlich7
bar betragen.
[0026] Anschließend wird eine Verbindung zwischen dem Adapterinnenvolumen 3 und dem Behälterinnenraum
5 hergestellt. Der bislang verschlossene Kleindeckel 17 wird dazu mittels der im Adapter
2 integrierten Hubvorrichtung 16 angehoben (s. vergleichende Betrachtung der Fig.
2 und 3). Die Fig. 2 zeigt den bislang noch verschlossenen Zustand des Kleindeckels
17 und die Fig. 3 zeigt den für den hier beschriebenen Verfahrensschritt bereits geöffneten
Kleindeckel 17.
[0027] Durch die Verbindung zwischen dem Adapterinnenvolumen 3 und dem Behälterinnenraum
5 stellt sich entsprechend der Druckdifferenz zwischen dem Druck im Adapterinnenvolumen
3 und dem Druck im Behälterinnenraum 5 ein Mischdruck ein. Das Verfahren wird empfohlenermaßen
mit der Maßgabe durchgeführt, dass sich ein Mischdruck kleiner 7 bar einstellt.
[0028] In einem nächsten Verfahrensschritt wird der Mischdruck im Behälterinnenraum 5 und
im Adapterinnenvolumen 3 entspannt. Dazu wird Gas über die Vakuumleitung 10 abgezogen
und bevorzugt über einen Filter 19 der Mischdüse 9 zugeführt. Mit Hilfe der Mischdüse
9 wird das aus dem Behälterinnenraum 5 abgezogene Gas bzw. Gasgemisch mit einem Verdünnungsgas
- empfohlenermaßen und im Ausführungsbeispiel mit Luft als Verdünnungsgas - verdünnt.
Die Verdünnung ist dabei zweckmäßigerweise so dimensioniert, dass aus dem Behälterinnenraum
5 abgezogenes brennbares Gas bzw. brennbares Gasgemisch deutlich unterhalb der unteren
Explosionsgrenze liegt. Dazu wird über einen ersten Einlass 21 der Mischdüse 9 ein
verhältnismäßig großer Volumenstrom Luft in die Mischdüse 9 eingeführt und über den
zweiten Einlass 22 ein im Vergleich dazu relativ kleiner Volumenstrom des aus dem
Behälterinnenraum 5 abgezogenen Gases bzw. Gasgemisches eingeführt. Das resultierende
mit Luft verdünnte Gas bzw. Gasgemisch liegt dann deutlich unterhalb der unteren Explosionsgrenze.
Dieses verdünnte Gas/Gasgemisch kann bedenkenlos beispielsweise an ein Abluftsystem
23 eines Kraftwerkes abgegeben werden.
[0029] Im Anschluss daran wird im Behälterinnenraum 5 und im Adapterinnenvolumen 3 mittels
der Pumpe 7 ein Unterdruck erzeugt und das bei der Evakuierung abgezogene Gas bzw.
Gasgemisch wird wie vorstehend beschrieben behandelt und mit Hilfe der Mischdüse 9
verdünnt. Das entfernte Gas bzw. Gasgemisch wird durch Inertgas - bevorzugt und im
Ausführungsbeispiel durch Stickstoff - ersetzt, das wiederum aus der Inertgasquelle
8 zugeführt wird. Diese Substitution des Gases bzw. Gasgemisches durch das Inertgas
wird mit der Maßgabe durchgeführt, dass der Sauerstoffgehalt im Behälter 1 kleiner
als 1 Vol.-% ist. Zweckmäßigerweise wird der mit dem Inertgas befüllte Behälterinnenraum
5 auf Umgebungsdruck eingestellt.
[0030] Abschließend wird der Adapter 2 wieder vom Behälter 1 getrennt. Alle nachfolgenden
Arbeiten am Behälter können dann ohne Explosions-Schutzbedingungen am drucklosen Behälter
problemlos durchgeführt werden. - Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich durch
den Vorteil aus, dass sowohl unter Überdruck als auch unter Unterdruck stehende Abfallbehälter
1 sicher druckentlastet und inertisiert werden können. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
können bereits befüllte und konditionierte Abfallbehälter 1 auf einfache Weise für
den Transport in eine Endlager vorbereitet werden und dabei kann sichergestellt werden,
dass die Behälter 1 in Bezug auf den Druck und in Bezug auf den Gasinhalt alle Anforderungen
ohne Weiteres erfüllen.
1. Verfahren zur Druckentlastung und Inertisierung von Abfallbehältern (1) für radioaktive
Abfälle, insbesondere für schwach- und mittelaktive Abfälle, wobei ein Adapter (2)
mit einem Adapterinnenvolumen (3) an den Behälter (1), insbesondere an einen Behälterdeckel
(4) des Behälters (1) angeschlossen wird, wobei der Adapter (2) bzw. das Adapterinnenvolumen
(3) mit einem Inertgas unter Überdruck befüllt wird, wobei im Anschluss daran eine
Verbindung zwischen dem Behälterinnenraum (5) und dem Adapterinnenvolumen (3) hergestellt
wird, so dass sich entsprechend der Druckdifferenz zwischen dem Druck im Behälterinnenraum
(5) und dem Überdruck im Adapterinnenvolumen (3) ein Mischdruck im Adapterinnenvolumen
(3) und im Behälterinnenraum (5) einstellt, wobei daraufhin der Mischdruck im Behälterinnenraum
(5) und im Adapterinnenvolumen (3) entspannt wird - insbesondere auf Umgebungsdruck
entspannt wird - und wobei anschließend im Behälterinnenraum (5) ein Unterdruck erzeugt
wird und das aus dem Behälterinnenraum (5) entfernte Gas bzw. Gasgemisch durch zumindest
ein Inertgas ersetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei - insbesondere vor der Befüllung des Adapterinnenvolumens
(3) mit Inertgas unter Überdruck - eine Dichtheitsüberprüfung der Adapter-Vorrichtung
(6) durchgeführt wird, wobei vorzugsweise Teilbereiche der Adaptervorrichtung (6)
- zweckmäßigerweise durch Absperrelemente getrennte Teilbereiche der Adaptervorrichtung
(6) - evakuiert werden und im Anschluss daran der Druckanstieg in diesen Teilbereichen
gemessen wird, insbesondere über einen definierten Zeitraum gemessen wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei - insbesondere vor der Befüllung
des Adapterinnenvolumens (3) mit Inertgas unter Überdruck - Luft bzw. der Luftsauerstoff
aus der Adaptervorrichtung (6) mit dem Adapterinnenvolumen (3) und daran angeschlossenen
Leitungen und/oder Komponenten entfernt bzw. verdrängt wird, wobei vorzugsweise ein
Unterdruck in der Adaptervorrichtung (6) erzeugt wird und anschließend eine Befüllung
der Adaptervorrichtung (6) mit Inertgas durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Befüllung des Adapterinnenvolumens
(3) mit dem Inertgas unter Überdruck mit der Maßgabe erfolgt, dass der Überdruck im
Adapterinnenvolumen (3) 1,5 bis 10 bar, bevorzugt 2 bis 7 bar beträgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei sich der nach Verbindung von Behälterinnenraum
(5) und Adapterinnenvolumen (3) einstellende Mischdruck kleiner ist als der zuvor
vorhandene Überdruck in dem mit dem Inertgas befüllten Adapterinnenvolumen (3) und
wobei der Mischdruck vorzugsweise kleiner als 10 bar, bevorzugt kleiner als 7 bar
und sehr bevorzugt kleiner als 5 bar ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei für den Fall, dass der sich einstellende
Mischdruck größer ist als der zuvor anliegende Überdruck im Adapterinnenvolumen (3)
und/oder größer ist als ein oberer Grenzwert, ein Druckabbau eingeleitet wird, und
vorzugsweise mittels einer Bypass-Einrichtung eingeleitet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das aus dem Behälterinnenraum (5)
entfernte Gas bzw. Gasgemisch zunächst mit einem Verdünnungsgas - vorzugsweise mit
Luft als Verdünnungsgas verdünnt wird und dann in verdünnter Form abgeführt wird,
insbesondere an die Umgebung bzw. an die Atmosphäre abgegeben wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der Ersatz des Gases bzw. des Gasgemisches
im Behälterinnenraum (5) durch Inertgas mit der Maßgabe durchgeführt wird, dass der
verbleibende Sauerstoffgehalt im Behälterinnenraum (5) kleiner 1 Vol.-%, bevorzugt
kleiner 0,8 Vol.-% und sehr bevorzugt kleiner 0,5 Vol.-% ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der mit Inertgas befüllte Behälterinnenraum
(5) auf Umgebungsdruck eingestellt wird.
10. Adapter-Vorrichtung zur Druckentlastung und Inertisierung von Abfallbehältern für
radioaktive Abfälle, vorzugsweise für schwach- und mittelaktive Abfälle - insbesondere
für die Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9 -, wobei ein
Adapter (2) mit Adapterinnenvolumen (3) zur Aufnahme eines Gasvolumens vorgesehen
ist, wobei der Adapter (2) bzw. das Adapterinnenvolumen (3) mit zumindest einer Pumpe
(7) zum Abziehen von Gasen bzw. zur Erzeugung eines Unterdruckes verbunden ist und
wobei der Adapter (2) bzw. das Adapterinnenvolumen (3) fernerhin mit zumindest einer
Inertgasquelle (8) für die Befüllung des Adapterinnenvolumens (3) und/oder des Behälterinnenraumes
(5) mit Inertgas verbunden ist.
11. Adaptervorrichtung nach Anspruch 10, wobei der Adapter (2) für eine unmittelbare Anordnung
bzw. Fixierung an bzw. auf dem Behälterdeckel (4) bzw. der Behälterdeckelanordnung
des Behälters (1) eingerichtet ist.
12. Adaptervorrichtung nach einem der Ansprüche 10 oder 11, wobei zumindest eine Mischvorrichtung
- vorzugsweise in Form zumindest einer Mischdüse (9)
- für die Verdünnung bzw. für das Mischen des aus dem Behälterinnenraum (5) abgezogenen
Gases bzw. Gasgemisches mit einem Verdünnungsgas - bevorzugt mit Luft - vorgesehen
ist.
13. Adapter - insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1
bis 9 und/oder für die Adaptervorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12 - wobei
der Adapter (2) eine Adapterdecke (12) sowie eine an die Adapterdecke (12) anschließende
umlaufende Adapterwandung (13) aufweist, wobei die Adapterdecke (12) und die Adapterwandung
(13) das Adapterinnenvolumen (3) einschließen bzw. begrenzen und wobei der Adapter
(2) vorzugsweise zumindest ein Fixierungselement (15) zur Fixierung des Adapters (2)
an einem Behälterdeckel (4) aufweist.
14. Adapter nach Anspruch 13, wobei der Adapter (2) an seiner dem Behälterdeckel (4) zugewandten
Unterseite (14) offen bzw. im Wesentlichen offen ausgebildet ist, so dass im am Behälterdeckel
(4) fixierten Zustand des Adapters (2) das Adapterinnenvolumen (3) unmittelbar an
den Behälterdeckel (4) anschließt.
15. Adapter nach einem der Ansprüche 13 oder 14, wobei das Adapterinnenvolumen (3) 4 bis
20 %, vorzugsweise 5 bis 15 % des Volumens des Behälterinnenraumes (5) entspricht.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zur Druckentlastung und Inertisierung von Abfallbehältern (1) für radioaktive
Abfälle wobei ein Adapter (2) mit einem Adapterinnenvolumen (3) an den Behälter (1),
angeschlossen wird, wobei der Adapter (2) bzw. das Adapterinnenvolumen (3) mit einem
Inertgas unter Überdruck befüllt wird, wobei im Anschluss daran eine Verbindung zwischen
dem Behälterinnenraum (5) und dem Adapterinnenvolumen (3) hergestellt wird, so dass
sich entsprechend der Druckdifferenz zwischen dem Druck im Behälterinnenraum (5) und
dem Überdruck im Adapterinnenvolumen (3) ein Mischdruck im Adapterinnenvolumen (3)
und im Behälterinnenraum (5) einstellt, wobei daraufhin der Mischdruck im Behälterinnenraum
(5) und im Adapterinnenvolumen (3) entspannt wird und wobei anschließend im Behälterinnenraum
(5) ein Unterdruck erzeugt wird und das aus dem Behälterinnenraum (5) entfernte Gas
bzw. Gasgemisch durch zumindest ein Inertgas ersetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei eine Dichtheitsüberprüfung der AdapterVorrichtung
(6) durchgeführt wird, wobei Teilbereiche der Adaptervorrichtung (6) evakuiert werden
und im Anschluss daran der Druckanstieg in diesen Teilbereichen gemessen wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei Luft bzw. der Luftsauerstoff aus
der Adaptervorrichtung (6) mit dem Adapterinnenvolumen (3) und daran angeschlossenen
Leitungen und/oder Komponenten entfernt bzw. verdrängt wird, wobei ein Unterdruck
in der Adaptervorrichtung (6) erzeugt wird und anschließend eine Befüllung der Adaptervorrichtung
(6) mit Inertgas durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Befüllung des Adapterinnenvolumens
(3) mit dem Inertgas unter Überdruck mit der Maßgabe erfolgt, dass der Überdruck im
Adapterinnenvolumen (3) 1,5 bis 10 bar beträgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei sich der nach Verbindung von Behälterinnenraum
(5) und Adapterinnenvolumen (3) einstellende Mischdruck kleiner ist als der zuvor
vorhandene Überdruck in dem mit dem Inertgas befüllten Adapterinnenvolumen (3) und
wobei der Mischdruck kleiner als 10 bar ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei für den Fall, dass der sich einstellende
Mischdruck größer ist als der zuvor anliegende Überdruck im Adapterinnenvolumen (3)
und/oder größer ist als ein oberer Grenzwert, ein Druckabbau eingeleitet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das aus dem Behälterinnenraum (5)
entfernte Gas bzw. Gasgemisch zunächst mit einem Verdünnungsgas verdünnt wird und
dann in verdünnter Form abgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der Ersatz des Gases bzw. des Gasgemisches
im Behälterinnenraum (5) durch Inertgas mit der Maßgabe durchgeführt wird, dass der
verbleibende Sauerstoffgehalt im Behälterinnenraum (5) kleiner 1 Vol.-% ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der mit Inertgas befüllte Behälterinnenraum
(5) auf Umgebungsdruck eingestellt wird.
10. Druckentlastungs- und Inertisierungs-Vorrichtung für Abfallbehälter für radioaktive
Abfälle - insbesondere für die Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 9 -, wobei ein Adapter (2) mit Adapterinnenvolumen (3) zur Aufnahme eines Gasvolumens
vorhanden ist, wobei der Adapter (2) bzw. das Adapterinnenvolumen (3) mit zumindest
einer Pumpe (7) zum Abziehen von Gasen bzw. zur Erzeugung eines Unterdruckes verbunden
ist, wobei der Adapter (2) bzw. das Adapterinnenvolumen (3) fernerhin mit zumindest
einer Inertgasquelle (8) für die Befüllung des Adapterinnenvolumens (3) und/oder des
Behälterinnenraumes (5) mit Inertgas verbunden ist und wobei zumindest eine Mischvorrichtung
für die Verdünnung bzw. für das Mischen des aus dem Behälterinnenraum (5) abgezogenen
Gases bzw. Gasgemisches mit einem Verdünnungsgas vorhanden ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, wobei der Adapter (2) für eine unmittelbare Anordnung
bzw. Fixierung an bzw. auf dem Behälterdeckel (4) bzw. der Behälterdeckelanordnung
des Behälters (1) eingerichtet ist.
12. Adapter zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9 und/oder
für die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 und 11, wobei der Adapter (2) eine
Adapterdecke (12) sowie eine an die Adapterdecke (12) anschließende umlaufende Adapterwandung
(13) aufweist, wobei die Adapterdecke (12) und die Adapterwandung (13) das Adapterinnenvolumen
(3) einschließen bzw. begrenzen und wobei der Adapter (2) zumindest ein Fixierungselement
(15) zur Fixierung des Adapters (2) an einem Behälterdeckel (4) aufweist.
13. Adapter nach Anspruch 12, wobei der Adapter (2) an seiner dem Behälterdeckel (4) zugewandten
Unterseite (14) offen bzw. im Wesentlichen offen ausgebildet ist, so dass im am Behälterdeckel
(4) fixierten Zustand des Adapters (2) das Adapterinnenvolumen (3) unmittelbar an
den Behälterdeckel (4) anschließt.
14. Adapter nach einem der Ansprüche 12 oder 13, wobei das Adapterinnenvolumen (3) 4 bis
20 % des Volumens des Behälterinnenraumes (5) entspricht.

