[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Umformen eines, vorzugsweise rohrartigen,
Hohlkörpers, der eine Hohlkörperwand, ein von der Hohlkörperwand begrenztes Hohlkörperinneres
sowie eine senkrecht zu einem Hohlkörperquerschnitt verlaufende Hohlkörperachse aufweist,
- mit einer Umformmatrize, die eine Matrizenöffnung sowie ein an der Matrizenöffnung
vorgesehenes Umformorgan aufweist,
- mit einem axialen Hohlkörperwiderlager,
- mit einem Vorschubantrieb, mittels dessen die Umformmatrize und das axiale Hohlkörperwiderlager
mit einer axialen Umformbewegung aufeinander zu bewegbar sind, wobei bei einem Umformvorgang
die Umformmatrize auf dem umzuformenden Hohlkörper aufsitzt und mit dem Umformorgan
an der Außenseite des Hohlkörpers in die Hohlkörperwand eingreift, wobei bei dem Umformvorgang
die Umformmatrize und das axiale Hohlkörperwiderlager mit der axialen Umformbewegung
unter Umformung des Hohlkörpers längs der Hohlkörperachse aufeinander zu bewegbar
sind und wobei bei dem Umformvorgang das axiale Hohlkörperwiderlager durch den Hohlkörper,
aufgrund einer an einer Beaufschlagungsstelle des Hohlkörpers erfolgenden Beaufschlagung
durch das in die Hohlkörperwand eingreifende Umformorgan der Umformmatrize, in axialer
Richtung druckbeaufschlagt und der Hohlkörper durch das axiale Hohlkörperwiderlager
in Gegenrichtung der axialen Druckbeaufschlagung des axialen Hohlkörperwiderlagers
abgestützt ist, sowie
- mit einem inneren Stützkörper, welcher dem Hohlkörperinneren zugeordnet ist und der
bei dem Umformvorgang in dem Hohlkörperinneren angeordnet ist und die Hohlkörperwand
in radialer Richtung der Hohlkörperachse abstützt.
[0002] Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum Umformen eines, vorzugsweise
rohrartigen, Hohlkörpers, der eine Hohlkörperwand, ein von der Hohlkörperwand begrenztes
Hohlkörperinneres sowie eine senkrecht zu einem Hohlkörperquerschnitt verlaufende
Hohlkörperachse aufweist, im Rahmen dessen
- eine Umformmatrize, die eine Matrizenöffnung sowie ein an der Matrizenöffnung vorgesehenes
Umformorgan aufweist, und ein axiales Hohlkörperwiderlager mit einer axialen Umformbewegung
unter Umformung des Hohlkörpers längs der Hohlkörperachse aufeinander zu bewegt werden,
wobei die Umformmatrize auf einem umzuformenden Hohlkörper aufsitzt und an der Außenseite
des Hohlkörpers mit dem Umformorgan in die Hohlkörperwand eingreift und wobei das
axiale Hohlkörperwiderlager durch den Hohlkörper, aufgrund einer an einer Beaufschlagungsstelle
des Hohlkörpers erfolgenden Beaufschlagung durch das in die Hohlkörperwand eingreifende
Umformorgan der Umformmatrize, in axialer Richtung druckbeaufschlagt und der Hohlkörper
durch das axiale Hohlkörperwiderlager in Gegenrichtung der axialen Druckbeaufschlagung
des axialen Hohlkörperwiderlagers abgestützt wird, und
- ein innerer Stützkörper für den Hohlkörper in dem Hohlkörperinneren derart angeordnet
wird, dass der innere Stützkörper die Hohlkörperwand in radialer Richtung der Hohlkörperachse
abstützt.
[0003] Gattungsgemäßer Stand der Technik ist aus praktischer Anwendung bekannt. Beispielsweise
wird bei der Herstellung von als Hohlwellen ausgeführten Lenkwellen für Kraftfahrzeuge
ein hohlzylindrischer Lenkwellenrohling durch sogenanntes Axialformen über eine Teillänge
mit einer Außenverzahnung versehen, deren Zähne sich in Achsrichtung des Lenkwellenrohlings
und der späteren Lenkwelle erstrecken. Dabei wird als formgebendes Werkzeug eine Umformmatrize
verwendet mit einer Matrizenöffnung, die an ihrem Umfang mit einer formgebenden Verzahnung
versehen ist. Der über die Zahnspitzen der Zähne gemessene Innendurchmesser der formgebenden
Verzahnung an der Umformmatrize ist kleiner als der Durchmesser einer zur Herstellung
der Außenverzahnung umzuformenden Teillänge des Lenkwellenrohlings. Deshalb wird bei
einer axialen Umformbewegung, die als Bewegung der Umformmatrize relativ zu dem Lenkwellenrohlings
in axialer Richtung des Lenkwellenrohlings ausgeführt wird, von der formgebenden Verzahnung
der Umformmatrize durch Umformen der betreffenden Teillänge des Lenkwellenrohlings
die gewünschte Außenverzahnung der Lenkwelle erzeugt. Während der axialen Umformbewegung
ist der Lenkwellenrohling an dem von der Umformmatrize abliegenden Längsende an einem
in Längsrichtung des Lenkwellenrohlings starren axialen Anschlag abgestützt. Dabei
beaufschlagt der Lenkwellenrohling den axialen Anschlag zum einen aufgrund der in
axialer Richtung wirksamen Beaufschlagung des Lenkwellenrohlings durch die Umformmatrize
und zum andern aufgrund des Umstandes, dass sich infolge der Umformung des Lenkwellenrohlings
zwischen der Umformmatrize und dem axialen Anschlag für den Lenkwellenrohling Material
des Wellenrohlings aufbaut, das zu einer Längung des Wellenrohlings führt. Unter der
Wirkung der von der Umformmatrize während des Umformvorgangs auf den Lenkwellenrohling
in axialer Richtung ausgeübten Druckkraft zeigt der einerseits durch die Umformmatrize
und andererseits durch den starren axialen Anschlag beaufschlagte Lenkwellenrohling
eine gewisse Tendenz zum seitlichen Ausknicken. Um ein derartiges Ausknicken des Lenkwellenrohlings
zu verhindern, ist während des Umformvorgangs in dem Inneren des Lenkwellenrohlings
ein Dorn angeordnet, welcher die Wand des Lenkwellenrohlings in radialer Richtung
gegen Ausknicken abstützt.
[0004] Insbesondere in Kombination miteinander können die axiale Kraftbeaufschlagung des
Lenkwellenrohlings durch die Umformmatrize und die bearbeitungsbedingte Längung des
Lenkwellenrohlings zu einer Stauchung des Lenkwellenrohlings beziehungsweise der Lenkwelle
in dem Bereich zwischen der Umformmatrize und dem axialen Anschlag für den Lenkwellenrohling
führen.
[0005] Eine derartige Stauchung insbesondere beim Umformen dünnwandiger, vorzugsweise rohrartiger,
Hohlkörper zu vermeiden und dadurch einen funktionssicheren Umformvorgang mit einem
qualitativ hochwertigen Bearbeitungsergebnis zu gewährleisten, ist Aufgabe der vorliegenden
Erfindung.
[0006] Erfindungsgemäß gelöst wird diese Aufgabe durch die Umformvorrichtung gemäß Patentanspruch
1 und durch das Umformverfahren gemäß Patentanspruch 10.
[0007] Im Falle der Erfindung wird ein innerer Stützkörper, der außerdem dazu dient, die
Hohlkörperwand während des Umformvorgangs in radialer Richtung abzustützen, als axiales
Zusatzwiderlager für den umzuformenden Hohlkörper genutzt. Während des Umformprozesses
lagert der innere Stützkörper den Hohlkörper an einer Stelle, die längs der Hohlkörperachse
an der von dem axialen Hohlkörperwiderlager abliegenden Seite derjenigen Stelle angeordnet
ist, an welcher der Hohlkörper durch das insbesondere als formgebende Verzahnung ausgebildete
Umformorgan der Umformmatrize in axialer Richtung gegen das axiale Hohlkörperwiderlager
druckbeaufschlagt wird. Als axiales Zusatzwiderlager stützt der innere Stützkörper
ebenso wie das axiale Hohlkörperwiderlager den umzuformenden Hohlkörper in Gegenrichtung
der von der Umformmatrize ausgeübten axialen Druckbeaufschlagung des umzuformenden
Hohlkörpers ab. Dadurch verteilt sich die von der Umformmatrize in axialer Richtung
auf den umzuformenden Hohlkörper ausgeübte Kraft auf das axiale Hohlkörperwiderlager
und das stützkörperseitige axiale Zusatzwiderlager und das axiale Hohlkörperwiderlager
sowie der zwischen der Umformmatrize und dem axialen Hohlkörperwiderlager angeordnete
Teil des umzuformenden Hohlkörpers werden druckentlastet.
[0008] Aufgrund der axialen Abstützung durch das stützkörperseitige axiale Zusatzwiderlager
wirkt auf den Hohlkörper während des Umformvorgangs zusätzlich zu der Druckkraft,
die von der Umformmatrize zu dem axialen Hohlkörperwiderlager hin gerichtet ist, eine
dieser Druckkraft entgegengerichtete Zugkraft. Die Zugkraft bewirkt, dass wenigstens
ein Teil desjenigen Materials des Hohlkörpers, welches während des Umformvorgangs
durch das in die Hohlkörperwand eingreifende Umformorgan der Umformmatrize verdrängt
wird, sich nicht dauerhaft zwischen der Umformmatrize und dem axialen Hohlkörperwiderlager
aufbaut sondern stattdessen quasi durch die Umformmatrize hindurch gezogen wird und
folglich zu der von dem axialen Hohlkörperwiderlager abliegenden Seite derjenigen
Stelle gelangt, an welcher der Hohlkörper durch das Umformorgan der Umformmatrize
in Richtung auf das axiale Hohlkörperwiderlager druckbeaufschlagt wird. Der innere
Stützkörper der erfindungsgemäßen Umformvorrichtung kann dabei ein Ausweichen des
infolge des Umformvorgangs verdrängten Materials des Hohlkörpers radial nach innen
in das Hohlkörperinnere zumindest teilweise verhindern.
[0009] Alles in allem wird eine Stauchung des Hohlkörpers in dem Bereich zwischen der Umformmatrize
und dem axialen Hohlkörperwiderlager verhindert und eine funktionssichere Umformung
des Hohlkörpers mit einem qualitativ hochwertigen Umformungsergebnis wird gewährleistet.
Insbesondere eignen sich die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße
Verfahren für das Umformen dünnwandiger Hohlkörper, die aufgrund ihrer relativ geringen
Wandsteifigkeit in besonderem Maße zu einer bearbeitungsbedingten Deformation neigen.
Unabhängig von der Dicke der Hohlkörperwand können rohrartige Hohlkörper, also Hohlkörper,
deren Länge größer ist als der Querschnitt, aber auch andersartige Hohlkörper bearbeitet
werden. Die zur Umformung des Hohlkörpers auszuführende axiale Umformbewegung kann
dadurch erzeugt werden, dass sich bei ortsfestem axialem Hohlkörperwiderlager das
Umformorgan der Umformmatrize oder bei ortsfestem Umformorgan der Umformmatrize das
axiale Hohlkörperwiderlager längs der Hohlkörperachse bewegt oder dadurch, dass sich
sowohl das Umformorgan der Umformmatrize als auch das axiale Hohlkörperwiderlager
in axialer Richtung bewegen.
[0010] Besondere Ausführungsarten der Erfindung gemäß den unabhängigen Patentansprüchen
1 und 10 ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen 2 bis 9 und 11 bis 13.
[0011] An der erfindungsgemäßen Umformvorrichtung wird ein umzuformender Hohlkörper durch
das stützkörperseitige axiale Zusatzwiderlager bevorzugt formschlüssig gelagert. Gemäß
Patentanspruch 2 ist das stützkörperseitige axiale Zusatzwiderlager zu diesem Zweck
durch eine Widerlagerfläche des inneren Stützkörpers gebildet, die sich in Querrichtung
der Hohlkörperachse erstreckt und die während des Umformvorgangs mit einem entsprechenden
in das Hohlrauminnere vorstehenden Vorsprung der Hohlkörperwand zusammenwirkt. Im
Rahmen des erfindungsgemäßen Umformverfahrens kann die Hohlkörperwand vor Beginn der
axialen Umformbewegung mit dem in das Hohlkörperinnere vorstehenden Vorsprung versehen
werden, der während des anschließenden Umformvorgangs mit der Widerlagerfläche des
inneren Stützkörpers zusammenwirkt (Patentanspruch 11). Die Widerlagerfläche an dem
inneren Stützkörper und der in das Hohlkörperinnere vorstehende Vorsprung der Hohlkörperwand
können senkrecht aber beispielsweise auch unter einem spitzen Winkel zu der Hohlkörperachse
verlaufen.
[0012] In bevorzugter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Umformverfahrens wird die Hohlkörperwand
vor Beginn der axialen Umformbewegung durch Umformen der Hohlkörperwand mit dem in
das Hohlkörperinnere vorstehenden Vorsprung versehen (Patentanspruch 12).
[0013] Dabei ist ausweislich Patentanspruch 13 insbesondere vorgesehen, dass der an der
Hohlkörperwand in das Hohlkörperinnere vorstehende und während des Umformvorgangs
an dem stützkörperseitigen axialen Zusatzwiderlager in axialer Richtung abgestützte
Vorsprung der Hohlkörperwand mittels einer Umformvorrichtung einer Umformeinheit erstellt
wird, die zusätzlich zu dem zur Bearbeitung der Außenseite des Hohlkörpers dienenden
Umformorgan der Umformmatrize eine weitere Umformvorrichtung zur Erstellung des in
das Hohlkörperinnere weisenden Wandvorsprungs umfasst. Die Umformeinheit und das axiale
Hohlkörperwiderlager werden mit einem, vorzugsweise kontinuierlichen, axialen Arbeitshub
längs der Hohlkörperachse aufeinander zu bewegt. Der axiale Arbeitshub umfasst einen
ersten axialen Umformhub, bei welchem mittels der weiteren Umformvorrichtung an der
Hohlkörperwand der in das Hohlkörperinnere vorstehende Vorsprung erstellt wird. Bei
einem sich an den ersten axialen Umformhub insbesondere kontinuierlich anschließenden
zweiten axialen Umformhub wird der Hohlkörper mittels des Umformorgans der Umformmatrize
an seiner Außenseite umgeformt.
[0014] Es ist erfindungsgemäß möglich, dass der Hohlkörper bereits während des ersten axialen
Umformhubs an dem stützkörperseitigen axialen Zusatzwiderlager in axialer Richtung
abgestützt ist. In jedem Fall besteht eine derartige Abstützung während des zweiten
axialen Umformhubs.
[0015] Im Falle der erfindungsgemäßen Umformvorrichtung gemäß Patentanspruch 3 ist als innerer
Stützkörper ein Dorn vorgesehen, der mittels eines, vorzugsweise motorischen, Dornantriebs
längs der Hohlkörperachse in eine Funktionsstellung in dem Hohlkörperinneren zustellbar
ist, in welcher der Dorn den Hohlkörper in radialer Richtung der Hohlkörperachse abstützt
und gleichzeitig das stützkörperseitige axiale Zusatzwiderlager für den Hohlkörper
ausbildet. Der Querschnitt des Dorns ist derart bemessen, dass er eine axiale Bewegung
des Dorns in dem Hohlkörperinneren zulässt und dass der Dorn gleichzeitig die ihm
zugedachte Stützfunktion ausüben kann.
[0016] Im Interesse einer besonderen Funktionssicherheit und eines qualitativ besonders
hochwertigen Ergebnisses des erfindungsgemäßen Umformverfahrens ist im Falle der Erfindungsbauart
gemäß Patentanspruch 4 das axiale Hohlkörperwiderlager in der Richtung seiner axialen
Druckbeaufschlagung nachgiebig ausgebildet. Dabei ist für das axiale Hohlkörperwiderlager
eine Steuerungsvorrichtung vorgesehen, mittels derer die in der Richtung der axialen
Druckbeaufschlagung bestehende Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers in
Abhängigkeit von dem Betrag der axialen Druckbeaufschlagung des axialen Hohlkörperwiderlagers
steuerbar ist. Durch ein gesteuertes, überlastbedingtes Ausweichen des axialen Hohlkörperwiderlagers
längs der Hohlkörperachse werden eine zu starke Druckbeanspruchung und ein damit gegebenenfalls
verbundenes unerwünschtes Stauchen des umzuformenden Hohlkörpers zwischen der Umformmatrize
und dem axialen Hohlkörperwiderlager zuverlässig verhindert. Dessen ungeachtet stützt
das axiale Hohlkörperwiderlager den umzuformenden Hohlkörper hinreichend ab, damit
die zum Umformen des Hohlkörpers erforderliche Relativbewegung der Umformmatrize und
des an dem axialen Hohlkörperwiderlager abgestützten Hohlkörpers ausgeführt werden
kann. Ein Ausweichen des axialen Hohlkörperwiderlagers längs der Hohlkörperachse kann
während des gesamten aber auch nur während eines Teils des Umformprozesses möglich
sein. Insbesondere ist es erfindungsgemäß denkbar, dass das axiale Hohlkörperwiderlager
während eines axialen Umformhubs zum Erstellen eines dem stützkörperseitigen axialen
Zusatzwiderlager zugeordneten Vorsprungs der Hohlkörperwand und/oder während der Anfangsphase
der Umformung der Hohlkörperaußenseite in axialer Richtung starr ist.
[0017] Als Grundlage für die Steuerung der in der Richtung der axialen Druckbeaufschlagung
des axialen Hohlkörperwiderlagers bestehenden Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers
kommen verschiedene Parameter in Frage.
[0018] Im Falle der Erfindungsbauart gemäß Patentanspruch 5 erfolgt die Steuerung der Nachgiebigkeit
des axialen Hohlkörperwiderlagers längs der Hohlkörperachse kraftabhängig. Die zur
Steuerung der Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers vorgesehene, vorzugsweise
numerische, Steuerungsvorrichtung weist eine Kraftmessvorrichtung auf, mittels derer
der Betrag einer Druckkraft messbar ist, mit welcher das axiale Hohlkörperwiderlager
aufgrund des Umformvorgangs in axialer Richtung druckbeaufschlagt ist. In Abhängigkeit
von dem gemessenen Betrag der Druckkraft wird die in der Richtung der axialen Druckbeaufschlagung
des axialen Hohlkörperwiderlagers bestehende Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers
gesteuert. Bei Überschreiten eines insbesondere empirisch definierten Grenzwertes
der Druckbeaufschlagung des Hohlkörpers beziehungsweise des axialen Hohlkörperwiderlagers,
weicht das axiale Hohlkörperwiderlager in der Richtung der Druckbeaufschlagung aus,
bis der Betrag der Druckbeaufschlagung auf ein zulässiges Niveau gesunken ist. In
numerischen Steuerungsvorrichtungen kann der Grenzwert der Druckbeaufschlagung des
Hohlkörpers beziehungsweise des axialen Hohlkörperwiderlagers vor Beginn des Umformprozesses
hinterlegt werden. Als Kraftmessvorrichtung kommen beispielsweise herkömmliche Kraftsensoren
in Frage, deren Messwerte rechnergestützt ausgewertet und in eine geeignete Steuerung
der Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers umgesetzt werden.
[0019] Ergänzend oder alternativ zu einer kraftabhängigen Steuerung weist die im Falle der
erfindungsgemäßen Umformvorrichtung nach Patentanspruch 6 vorgesehene Steuerungsvorrichtung
für das axiale Hohlkörperwiderlager eine Wegmessvorrichtung auf, mittels derer ein
momentaner Betrag der von der Umformmatrize und dem axialen Hohlkörperwiderlager relativ
zueinander ausgeführten axialen Umformbewegung messbar ist. In Abhängigkeit von dem
gemessenen momentanen Betrag der axialen Umformbewegung wird die längs der Hohlkörperachse
bestehende Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers durch die Steuerungsvorrichtung
gesteuert.
[0020] Bei welchem Betrag der auf das axiale Hohlkörperwiderlager und den daran abgestützten
Hohlkörper wirkenden Druckkraft und/oder bei welchem momentanen Betrag der axialen
Umformbewegung das axiale Hohlkörperwiderlager welche Position längs der Hohlkörperachse
einzunehmen hat, kann erfindungsgemäß insbesondere empirisch festgelegt werden. Zu
berücksichtigen sind insbesondere die relevanten Materialeigenschaften des zu bearbeitenden
Hohlkörpers.
[0021] Zur Realisierung der Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers längs der Hohlkörperachse
bieten sich erfindungsgemäß verschiedene Möglichkeiten. Denkbar ist beispielsweise
ein axiales Hohlkörperwiderlager, das sich unter der Wirkung seiner durch den Umformvorgang
bedingten Druckbeaufschlagung längs der Hohlkörperachse mehr oder weniger stark verformt.
[0022] Erfindungsgemäß bevorzugt wird die Umformvorrichtung gemäß Patentanspruch 7, an welcher
für das axiale Hohlkörperwiderlager ein Stellantrieb vorgesehen ist, mittels dessen
das axiale Hohlkörperwiderlager längs der Hohlkörperachse relativ zu der Umformmatrize
zustellbar ist. Eine gesteuerte Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers längs
der Hohlkörperachse wird dadurch realisiert, dass die Steuerungsvorrichtung für das
axiale Hohlkörperwiderlager den Stellantrieb beispielsweise kraftabhängig und/oder
wegabhängig steuert und der gesteuerte Stellantrieb das axiale Hohlkörperwiderlager
längs der Hohlkörperachse relativ zu der Umformmatrize zustellt.
[0023] Der Stellantrieb für das axiale Hohlkörperwiderlager ist in weiterer vorteilhafter
Ausgestaltung der Erfindung als Kolben-Zylinder-Antrieb ausgebildet (Patentanspruch
8).
[0024] Erfindungsgemäß kann dabei insbesondere der Kolben oder der Zylinder des Kolben-Zylinder-Abtriebs
unmittelbar als axiales Hohlkörperwiderlager genutzt werden (Patentanspruch 9). Von
besonderem Vorteil ist die Verwendung eines Kurzhubzylinders, der längs der Hohlkörperachse
einen Hub von maximal 20 bis 25 Millimetern ausführen kann. Aufgrund eines entsprechenden
Hubs des Kurzhubzylinders kann das axiale Hohlkörperwiderlager auch eine sich zwischen
der Umformmatrize und dem axialen Hohlkörperwiderlager aufgrund des Umformvorgangs
ergebende Längung des Hohlkörpers mitvollziehen. Längt sich der Hohlkörper um einen
bestimmten Betrag, so wird durch Betätigen des Kurzhubzylinders der längs der Hohlkörperachse
bestehende Abstand der Umformmatrize und des axialen Hohlkörperwiderlagers um einen
entsprechenden Betrag vergrößert.
[0025] Die als Stellantrieb für das axiale Hohlkörperwiderlager vorgesehene Kolben-Zylinder-Anordnung
kann eine Mehrfachfunktion übernehmen. So kann die Kolben-Zylinder-Anordnung beispielsweise
als Stellantrieb zur Anpassung der längs der Hohlkörperachse bestehenden Nachgiebigkeit
des axialen Hohlkörperwiderlagers und außerdem dazu dienen, der Umformvorrichtung
einen umzuformenden Hohlkörper zuzuführen. Andere Bauarten des Stellantriebs für das
axiale Hohlkörperwiderlager sind denkbar. In Frage kommt beispielsweise auch ein gesteuerter
Spindelantrieb, insbesondere ein Hohlspindelantrieb, für das axiale Hohlkörperwiderlager.
[0026] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer beispielhaften schematischen Darstellung
näher erläutert.
[0027] Die Abbildung zeigt eine Umformvorrichtung 1, die bei der Herstellung einer hohlen
Nockenwelle eingesetzt wird und dabei dazu dient, an einem Hohlkörper in Form eines
Wellenrohlings 2 durch Axialformen eine Außenverzahnung zu erstellen.
[0028] Die Umformvorrichtung 1 umfasst eine Umformmatrize 3 mit einer Matrizenöffnung 4,
ein axiales Hohlkörperwiderlager 5, eine Führungsbuchse 6, eine Dornanordnung 7 sowie
einen lediglich andeutungsweise dargestellten Vorschubantrieb 8.
[0029] Die Matrizenöffnung 4 ist an ihrem Umfang mit Zähnen 9 einer als Umformorgan dienenden
formgebenden Verzahnung 10 versehen. In dem dargestellten Betriebszustand der Umformvorrichtung
1 nimmt die Umformmatrize 3 längs einer Hohlkörperachse 11 des Wellenrohlings 2 eine
Position ein, bei welcher die sich längs der Hohlkörperachse 11 erstreckenden Zähne
9 der formgebenden Verzahnung 10 noch nicht in eine als Hohlkörperwand vorgesehene
Wand 12 des Wellenrohlings 2 eingreifen.
[0030] Die Führungsbuchse 6 umschließt mit einer konzentrisch mit der Hohlkörperachse 11
verlaufenden Wand 13 einer Führungsöffnung 14 einen Außenbund 15 des Wellenrohlings
2. Das axiale Hohlkörperwiderlager 5 liegt an dem der Umformmatrize 3 gegenüberliegenden
Längsende des Wellenrohlings 2 stirnseitig an dem Außenbund 15 des Wellenrohlings
2 an.
[0031] Ein als innerer Stützkörper vorgesehener Dorn 16 der Dornanordnung 7 ist in einem
Hohlkörperinneren 17 des Wellenrohlings 2 längs der Hohlkörperachse 11 in eine Position
bewegt, in welcher eine konische Widerlagerfläche 18 des Dorns 16 von einem in radialer
Richtung nach innen vorstehenden Vorsprung 19 der Wand 12 des Wellenrohlings 2 geringfügig
beabstandet ist. Ebenso wie das Hohlkörperinnere 17 besitzt der Dorn 16 einen kreisförmigen
Querschnitt. Der Durchmesser des Dorns 16 ist geringfügig kleiner als der Durchmesser
des Hohlkörperinneren 17.
[0032] Stark schematisch dargestellt sind ein Dornantrieb 20, mittels dessen der Dorn 16
längs der Hohlkörperachse 11 in die dargestellte Position bewegt worden ist sowie
ein für das axiale Hohlkörperwiderlager 5 vorgesehener Stellantrieb 21 mit einer numerischen
Steuerungsvorrichtung 22. Bei dem Dornantrieb 20, bei dem Stellantrieb 21 für das
axiale Hohlkörperwiderlager 5 und bei dem Vorschubantrieb 8 für die Umformmatrize
3 handelt es sich in dem dargestellten Beispielsfall jeweils um einen herkömmlichen
hydraulischen Antrieb. Andere Antriebsbauarten, beispielsweise ein oder mehrere Spindelantriebe,
sind denkbar.
[0033] Der Vorsprung 19 an der Wand 12 des Wellenrohlings 2 ist im vorliegenden Fall abseits
der Umformvorrichtung 1 in einem separaten Arbeitsgang erstellt worden. Die Außenverzahnung
ist an dem Wellenrohling 2 in einen Längenabschnitt 23 der Wand 12 einzuarbeiten,
der eine größere Wanddicke besitzt als ein Längenabschnitt 24 der Wand 12, der seinerseits
zwischen dem Längenabschnitt 23 der Wand 12 einerseits und dem Außenbund 15 des Wellenrohlings
2 andererseits angeordnet ist.
[0034] Abweichend von den dargestellten Verhältnissen besteht bei entsprechender Gestaltung
der Umformvorrichtung die Möglichkeit, in einem Arbeitsgang einen in das Innere eines
Wellenrohlings vorstehenden Wandvorsprung zu erzeugen und daran anschließend den Wellenrohling
mit einer Außenverzahnung zu versehen.
[0035] Zur Erzeugung der gewünschten Außenverzahnung an dem Wellenrohling 2 wird die Umformmatrize
3 ausgehend von den dargestellten Verhältnissen mittels des Vorschubantriebs 8 mit
einer axialen Umformbewegung in einer Umformrichtung (Pfeil 25) längs der Hohlkörperachse
11 in der Abbildung nach rechts und dabei relativ zu dem axialen Hohlkörperwiderlager
5 und dem an dem axialen Hohlkörperwiderlager abgestützten Wellenrohling 2 bewegt.
In der ersten Phase der axialen Bewegung der Umformmatrize 3 greift die formgebende
Verzahnung 10 der Umformmatrize 3 aufgrund der konischen Form des in der Abbildung
linken Längsendes des Wellenrohlings 2 noch nicht in die Wand 12 des Wellenrohlings
2 ein. Bei fortgesetzter Relativbewegung der Umformmatrize 3 gegenüber dem Wellenrohling
2 gelangen die Zähne 9 der an der Umformmatrize 3 vorgesehenen formgebenden Verzahnung
10 an der Außenseite des Wellenrohlings 2 in Eingriff mit dem Längenabschnitt 23 der
Wand 12 des Wellenrohlings 2.
[0036] In der ersten Phase der axialen Bewegung der Umformmatrize 3, während derer die formgebende
Verzahnung 10 der Umformmatrize 3 den Wellenrohling 2 noch nicht beaufschlagt, wird
mittels des Dornantriebs 20 der Dorn 16 in dem Hohlkörperinneren 17 des Wellenrohlings
2 in Gegenrichtung der Umformrichtung 25 bewegt, bis die konische Widerlagerfläche
18 an dem Vorsprung 19 der Wand 12 des Wellenrohlings 2 anliegt. Bereits bei Beginn
des Eingriffs der formgebenden Verzahnung 10 der Umformmatrize 3 in die Wand 12 des
Wellenrohlings 2 und dem damit verbundenen Beginn der in Richtung auf das axiale Hohlkörperwiderlager
5 wirkenden Druckbeaufschlagung des Wellenrohlings 2 durch die formgebende Verzahnung
10 der Umformmatrize 3 ist der Wellenrohling 2 folglich an der konischen Widerlagerfläche
18 des Dorns 16 axial abgestützt.
[0037] Aus der durch die Umformmatrize 3 auf den Wellenrohling 2 in axialer Richtung ausgeübten
Druckkraft resultiert zum einen eine axiale Druckbeaufschlagung des axialen Hohlkörperwiderlagers
5 durch den Wellenrohling 2. Zum andern wird der Wellenrohling 2 unter der Wirkung
der von der Umformmatrize 3 in axialer Richtung auf den Wellenrohling 2 ausgeübten
Druckkraft in axialer Richtung gegen die konische Widerlagerfläche 18 an dem längs
der Hohlkörperachse 11 stationären Dorn 16 gedrückt. Die konische Widerlagerfläche
18 an dem Dorn 16 bildet dementsprechend für den Wellenrohling 2 ein zusätzlich zu
dem axialen Hohlkörperwiderlager 5 vorgesehenes stützkörperseitiges axiales Zusatzwiderlager
aus. Außerdem stützt der Dorn 16 die Wand 12 des Wellenrohlings 2 in radialer Richtung
der Hohlkörperachse 11 gegen ein seitliches Ausknicken und auch gegen Stauchen ab.
[0038] In der Abbildung links der Stelle der Beaufschlagung des Wellenrohlings 2 durch die
formgebende Verzahnung 10 der Umformmatrize 3 wird die Wand 12 des Wellenrohlings
2 in axialer Richtung auf Zug beansprucht, während rechts der genannten Beaufschlagungsstelle
eine axiale Druckbeaufschlagung der Wand 12 des Wellenrohlings 2 durch die Umformmatrize
und in der Folge eine axiale Druckbeaufschlagung des axialen Hohlkörperwiderlagers
5 durch den Wellenrohling 2 erfolgt. Die Stelle, an welcher die konische Widerlagerfläche
18 des Dorns 16 den Wellenrohling 2 an dem Vorsprung 19 der Wand 12 abstützt, ist
gegenüber der Beaufschlagungsstelle, an welcher die formgebende Verzahnung 10 der
Umformmatrize 3 den Wellenrohling 2 in axialer Richtung druckbeaufschlagt, entgegen
der Umformrichtung 25 versetzt und befindet sich an der von dem axialen Hohlkörperwiderlager
5 längs der Hohlkörperachse 11 abliegenden Seite der genannten Beaufschlagungsstelle.
[0039] Infolge der fortschreitenden Bewegung der Umformmatrize 3 in der Umformrichtung 25
wird durch die formgebende Verzahnung 10 der Umformmatrize 3 mehr und mehr Material
des Wellenrohlings 2 verdrängt. In den Zahnzwischenräumen der formgebenden Verzahnung
10 bilden sich die Zähne der zu erstellenden Verzahnung aus. Außerdem baut sich von
der formgebenden Verzahnung 10 der Umformmatrize 3 verdrängtes Material des Wellenrohlings
2 an der zu dem axialen Hohlkörperwiderlager 5 hin weisenden Seite der Umformmatrize
3 auf. Ein anderer Teil des von der formgebenden Verzahnung 10 der Umformmatrize 3
verdrängten Materials des Wellenrohlings 2 wird infolge der bearbeitungsbedingten
Zugbeanspruchung des Wellenrohlings 2 an der in der Abbildung linken Seite der Umformmatrize
3 aus dem Bereich rechts der Umformmatrize 3 durch die Umformmatrize 3 hindurch in
den Bereich links der Umformmatrize 3 abgezogen.
[0040] Aufgrund der zu dem axialen Hohlkörperwiderlager 5 hin gerichteten Druckbeaufschlagung
des Wellenrohlings 2 und infolge des Aufbaus von verdrängtem und eine Längung des
Wellenrohlings bewirkendem Material des Wellenrohlings 2 an der in der Abbildung rechten
Seite der Umformmatrize 3 besteht die Gefahr einer unerwünschten Stauchung des Wellenrohlings
2 in dem druckbeaufschlagten Teil des Wellenrohlings 2 zwischen der Stelle der Beaufschlagung
des Wellenrohlings 2 durch die formgebende Verzahnung 10 der Umformmatrize 3 einerseits
und dem axialen Hohlkörperwiderlager 5 andererseits.
[0041] Zur Vermeidung einer Stauchung des Wellenrohlings 2 ist das axiale Hohlkörperwiderlager
5 in der Richtung seiner axialen Druckbeaufschlagung gesteuert nachgiebig. Zu diesem
Zweck wird das axiale Hohlkörperwiderlager 5 mittels des Stellantriebs 21 längs der
Hohlkörperachse 11 in der Abbildung nach rechts zugestellt. Der Betrag der Zustellbewegung
des axialen Hohlkörperwiderlagers 5 wird dabei durch die Steuerungsvorrichtung 22
definiert, welche den Stellantrieb 21 entsprechend ansteuert. Als Parameter für die
Steuerung des Stellantriebs 21 nutzt die Steuerungsvorrichtung 22 im vorliegenden
Fall die in axialer Richtung auf das axiale Hohlkörperwiderlager 5 wirkende Druckkraft,
die mittels einer Kraftmessvorrichtung in Form eines in der Abbildung angedeuteten
Kraftsensors 26 herkömmlicher Bauart gemessen wird.
[0042] Durch die kraftabhängige Steuerung der in der Richtung der axialen Druckbeaufschlagung
des axialen Hohlkörperwiderlagers 5 bestehenden Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers
5 wird dafür gesorgt, dass die axiale Druckbeaufschlagung des Wellenrohlings 2 einen
in der Steuerungsvorrichtung 22 hinterlegten und den Beginn einer unerwünschten axialen
Stauchung des Wellenrohlings 2 markierenden Grenzwert nicht überschreitet. Gleichzeitig
ist die Steuerung der in der Richtung der axialen Druckbeaufschlagung des axialen
Hohlkörperwiderlagers 5 bestehenden Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers
5 derart ausgelegt, dass die für die Umformung des Wellenrohlings 2 erforderliche
Relativbewegung der Umformmatrize 3 und des an dem axialen Hohlkörperwiderlager 5
abgestützten Wellenrohlings 2 gewährleistet ist.
[0043] Eine Längung des Wellenrohlings 2 in dem Bereich zwischen der Umformmatrize 3 und
dem axialen Hohlkörperwiderlager 5 wird dadurch kompensiert, dass das axiale Hohlkörperwiderlager
5 um eine entsprechend bemessene Weglänge in der Abbildung nach rechts verstellt wird.
Eine mit einer Längung des Wellenrohlings 2 verbundene axiale Bewegung des Außenbunds
15 des Wellenrohlings 2 wird durch die Führungsbuchse 6 der Umformvorrichtung 1 geführt.
[0044] Ergänzend oder alternativ ist auch eine Wegsteuerung der Zustellbewegung des axialen
Hohlkörperwiderlagers 5 denkbar. Als Parameter für die Steuerung des Stellantriebs
21 wäre in diesem Fall der mittels einer entsprechenden Wegmessvorrichtung zu bestimmende
Betrag der axialen Umformbewegung der Umformmatrize 3 heranzuziehen. Mit zunehmendem
Betrag der axialen Umformbewegung nimmt auch die mit der Umformung verbundene Druckbeaufschlagung
des Wellenrohlings 2 in Richtung auf das axiale Hohlkörperwiderlager 5 zu. In Abhängigkeit
von dem Fortschritt der axialen Umformbewegung der Umformmatrize 3 ist dementsprechend
das axiale Hohlkörperwiderlager 5 mittels des gesteuerten Stellantriebs 21 in der
Umformrichtung 25 zuzustellen. Während der in dem vorliegenden Beispielsfall bis zum
Beginn des Eingriffs der formgebenden Verzahnung 10 in die Wand 12 des Wellenrohlings
2 ausgeführten Bewegung der Umformmatrize 3 ist das axiale Hohlkörperwiderlager 5
in der Bewegungsrichtung der Umformmatrize 3 ortsunveränderlich.
[0045] Der Umformvorgang endet, sobald die Umformmatrize 3 mit der formgebenden Verzahnung
10 in dem Längenabschnitt 24 des Wellenrohlings 2 angelangt ist und folglich der Längenabschnitt
23 des Wellenrohlings 2 über seine gesamte Länge mit der gewünschten Außenverzahnung
versehen ist.
[0046] In dem beschriebenen Beispielsfall wird mittels der Umformvorrichtung 1 ein Wellenrohling
bearbeitet, an welchem eine Außenverzahnung lediglich an einem einzelnen Wandabschnitt
mit größerer Wanddicke zu erzeugen ist. Darüber hinaus eignet sich die Umformvorrichtung
1 auch dazu, Wellenrohlinge an mehreren in Umformrichtung aufeinanderfolgenden Wandabschnitten
größerer Wanddicke mit einer Außenverzahnung zu versehen, wobei zwischen einander
benachbarten Wandabschnitten mit größerer Wanddicke ein Wandabschnitt mit kleinerer
Wanddicke vorgesehen ist.
1. Vorrichtung zum Umformen eines, vorzugsweise rohrartigen, Hohlkörpers (2), der eine
Hohlkörperwand (12), ein von der Hohlkörperwand (12) begrenztes Hohlkörperinneres
(17) sowie eine senkrecht zu einem Hohlkörperquerschnitt verlaufende Hohlkörperachse
(11) aufweist,
• mit einer Umformmatrize (3), die eine Matrizenöffnung (4) sowie ein an der Matrizenöffnung
(4) vorgesehenes Umformorgan (10) aufweist,
• mit einem axialen Hohlkörperwiderlager (5),
• mit einem Vorschubantrieb (8), mittels dessen die Umformmatrize (3) und das axiale
Hohlkörperwiderlager (5) mit einer axialen Umformbewegung aufeinander zu bewegbar
sind, wobei bei einem Umformvorgang die Umformmatrize (3) auf dem umzuformenden Hohlkörper
(2) aufsitzt und mit dem Umformorgan (10) an der Außenseite des Hohlkörpers (2) in
die Hohlkörperwand (12) eingreift, wobei bei dem Umformvorgang die Umformmatrize (3)
und das axiale Hohlkörperwiderlager (5) mit der axialen Umformbewegung unter Umformung
des Hohlkörpers (2) längs der Hohlkörperachse (11) aufeinander zu bewegbar sind und
wobei bei dem Umformvorgang das axiale Hohlkörperwiderlager (5) durch den Hohlkörper
(2), aufgrund einer an einer Beaufschlagungsstelle des Hohlkörpers (2) erfolgenden
Beaufschlagung durch das in die Hohlkörperwand (12) eingreifende Umformorgan (10)
der Umformmatrize (3), in axialer Richtung druckbeaufschlagt und der Hohlkörper (2)
durch das axiale Hohlkörperwiderlager (5) in Gegenrichtung der axialen Druckbeaufschlagung
des axialen Hohlkörperwiderlagers (5) abgestützt ist, sowie
• mit einem inneren Stützkörper (16), welcher dem Hohlkörperinneren (17) zugeordnet
ist und der bei dem Umformvorgang in dem Hohlkörperinneren (17) angeordnet ist und
die Hohlkörperwand (12) in radialer Richtung der Hohlkörperachse abstützt (11),
dadurch gekennzeichnet, dass
der innere Stützkörper (16) ein stützkörperseitiges axiales Zusatzwiderlager (18)
für den Hohlkörper (2) ausbildet, wobei bei dem Umformvorgang das stützkörperseitige
axiale Zusatzwiderlager (18) für den Hohlkörper (2) an der von dem axialen Hohlkörperwiderlager
(5) längs der Hohlkörperachse (11) abliegenden Seite der Beaufschlagungsstelle des
Hohlkörpers (2) angeordnet ist und, bei gleichzeitiger Abstützung des Hohlkörpers
(2) durch das axiale Hohlkörperwiderlager (5), den Hohlkörper (2) in Gegenrichtung
der axialen Druckbeaufschlagung des axialen Hohlkörperwiderlagers (5) abstützt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das stützkörperseitige axiale Zusatzwiderlager (18) durch eine Widerlagerfläche des
inneren Stützkörpers (16) gebildet ist, die sich in Querrichtung der Hohlkörperachse
(11) erstreckt.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als innerer Stützkörper (16) ein Dorn vorgesehen ist, der mittels eines, vorzugsweise
motorischen, Dornantriebs (20) längs der Hohlkörperachse (11) in eine Funktionsstellung
in dem Hohlkörperinneren (17) zustellbar ist, in welcher der Dorn (16) die Hohlkörperwand
(12) in radialer Richtung der Hohlkörperachse (11) abstützt und gleichzeitig das stützkörperseitige
axiale Zusatzwiderlager (18) für den Hohlkörper (2) ausbildet.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für das axiale Hohlkörperwiderlager (5) eine Steuerungsvorrichtung (22) vorgesehen
ist, mittels derer eine in der Richtung der axialen Druckbeaufschlagung des axialen
Hohlkörperwiderlagers (5) bestehende Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers
(5) in Abhängigkeit von dem Betrag der axialen Druckbeaufschlagung des axialen Hohlkörperwiderlagers
(5) steuerbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungsvorrichtung (22) für das axiale Hohlkörperwiderlager (5) eine Kraftmessvorrichtung
(26) aufweist, mittels derer der Betrag einer Druckkraft messbar ist, mit welcher
das axiale Hohlkörperwiderlager (5) durch den Hohlkörper (2) in axialer Richtung druckbeaufschlagt
ist und dass mittels der Steuerungsvorrichtung (22) die in der Richtung der axialen
Druckbeaufschlagung des axialen Hohlkörperwiderlagers (5) bestehende Nachgiebigkeit
des axialen Hohlkörperwiderlagers (5) in Abhängigkeit von dem gemessenen Betrag der
Druckkraft steuerbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungsvorrichtung (22) für das axiale Hohlkörperwiderlager (5) eine Wegmessvorrichtung
aufweist, mittels derer ein momentaner Betrag der von der Umformmatrize (3) und dem
axialen Hohlkörperwiderlager (5) relativ zueinander ausgeführten axialen Umformbewegung
messbar ist und dass mittels der Steuerungsvorrichtung (22) die in der Richtung der
axialen Druckbeaufschlagung des axialen Hohlkörperwiderlagers (5) bestehende Nachgiebigkeit
des axialen Hohlkörperwiderlagers (5) in Abhängigkeit von dem gemessenen momentanen
Betrag der axialen Umformbewegung steuerbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass für das axiale Hohlkörperwiderlager (5) ein Stellantrieb (21) vorgesehen ist, mittels
dessen das axiale Hohlkörperwiderlager (5) längs der Hohlkörperachse (11) relativ
zu der Umformmatrize (3) zustellbar ist und dass mittels der Steuerungsvorrichtung
(22) die in der Richtung der axialen Druckbeaufschlagung des axialen Hohlkörperwiderlagers
(5) bestehende Nachgiebigkeit des axialen Hohlkörperwiderlagers (5) steuerbar ist,
indem die Steuerungsvorrichtung (22) den Stellantrieb (21) steuert und das axiale
Hohlkörperwiderlager (5) mittels des gesteuerten Stellantriebs (21) längs der Hohlkörperachse
(11) relativ zu der Umformmatrize (3) zustellbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellantrieb (21) als Kolben-Zylinder-Antrieb ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass als axiales Hohlkörperwiderlager (5) der Kolben oder der Zylinder des Kolben-Zylinder-Antriebs
vorgesehen ist.
10. Verfahren zum Umformen eines, vorzugsweise rohrartigen, Hohlkörpers (2), der eine
Hohlkörperwand (12), ein von der Hohlkörperwand (12) begrenztes Hohlkörperinneres
(17) sowie eine senkrecht zu einem Hohlkörperquerschnitt verlaufende Hohlkörperachse
(11) aufweist, im Rahmen dessen
• eine Umformmatrize (3), die eine Matrizenöffnung (4) sowie ein an der Matrizenöffnung
(4) vorgesehenes Umformorgan (10) aufweist, und ein axiales Hohlkörperwiderlager (5)
mit einer axialen Umformbewegung unter Umformung des Hohlkörpers (2) längs der Hohlkörperachse
(11) aufeinander zu bewegt werden, wobei die Umformmatrize (3) auf einem umzuformenden
Hohlkörper (2) aufsitzt und mit dem Umformorgan (10) an der Außenseite des Hohlkörpers
(2) mit dem Umformorgan (10) in die Hohlkörperwand (12) eingreift und wobei das axiale
Hohlkörperwiderlager (5) durch den Hohlkörper (2), aufgrund einer an einer Beaufschlagungsstelle
des Hohlkörpers (2) erfolgenden Beaufschlagung durch das in die Hohlkörperwand (17)
eingreifende Umformorgan (10) der Umformmatrize (3), in axialer Richtung druckbeaufschlagt
und der Hohlkörper (2) durch das axiale Hohlkörperwiderlager (5) in Gegenrichtung
der axialen Druckbeaufschlagung des axialen Hohlkörperwiderlagers (5) abgestützt wird,
und
• ein innerer Stützkörper (16) für den Hohlkörper (2) in dem Hohlkörperinneren (17)
derart angeordnet wird, dass der innere Stützkörper (16) die Hohlkörperwand (17) in
radialer Richtung der Hohlkörperachse (11) abstützt,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein von dem inneren Stützkörper (16) ausgebildeten stützkörperseitigen axialen Zusatzwiderlager
(18) an der von dem axialen Hohlkörperwiderlager (5) längs der Hohlkörperachse (11)
abliegenden Seite der Beaufschlagungsstelle des Hohlkörpers (2) angeordnet wird und
dass der Hohlkörper (2), bei gleichzeitiger Abstützung des Hohlkörpers (2) durch das
axiale Hohlkörperwiderlager (5), mittels des stützkörperseitigen axialen Zusatzwiderlagers
(18) in Gegenrichtung der axialen Druckbeaufschlagung des Hohlkörperwiderlagers (5)
abgestützt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlkörperwand (12) vor Beginn der axialen Umformbewegung mit einem in das Hohlkörperinnere
(17) vorstehenden Vorsprung (19) versehen wird, an welchem der Hohlkörper (2) während
der axialen Umformbewegung durch das stützkörperseitige axiale Zusatzwiderlager (18)
in Gegenrichtung der axialen Druckbeaufschlagung des Hohlkörperwiderlagers (5) abgestützt
wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlkörperwand (12) vor Beginn der axialen Umformbewegung mit dem in das Hohlkörperinnere
(17) vorstehenden Vorsprung (19) versehen wird, indem die Hohlkörperwand umgeformt
wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine das Umformorgan der Umformmatrize (3) sowie eine weitere Umformvorrichtung umfassende
Umformeinheit und das axiale Hohlkörperwiderlager (3) mit einem kontinuierlichen axialen
Arbeitshub längs der Hohlkörperachse (11) aufeinander zu bewegt werden und dass der
kontinuierliche axiale Arbeitshub einen ersten axialen Umformhub sowie einen sich
an den ersten axialen Umformhub kontinuierlich anschließenden zweiten axialen Umformhub
umfasst, wobei bei dem ersten axialen Umformhub mittels der weiteren Umformvorrichtung
der Umformeinheit an der Hohlkörperwand (12) der in das Hohlkörperinnere (17) vorstehende
Vorsprung (19) erstellt wird und wobei als zweiter axialer Umformhub die axiale Umformbewegung
ausgeführt wird.