[0001] Die Erfindung betrifft ein Rolltor mit einem zwischen einer Öffnungsstellung, in
der es eine Wandöffnung zumindest teilweise freigibt und oberhalb der Wandöffnung
einen mehrlagigen Wickel bildet, und einer Schließstellung, in der es die Wandöffnung
zumindest teilweise verschließt, bewegbaren Torblatt und im Bereich der in der Schließstellung
zumindest abschnittweise in Schwererichtung verlaufenden seitlichen Ränder des Torblatts
angeordneten und an dem Torblatt befestigten Gelenkanordnungen zur Führung der Torblattbewegung,
von denen jede eine Mehrzahl von bezüglich senkrecht zu den seitlichen Rändern und
etwa parallel zur Torblattebene verlaufenden Gelenkachsen gelenkig miteinander verbundenen
Gelenkgliedern aufweist.
[0002] Derartige Rolltore sind beispielsweise in der
DE 10 2009 017 767 A1 beschrieben. Sie werden unter anderem als sogenannten Schnelllauftore zum Verschließen
von Industriehallen eingesetzt. Dabei kommt es zum einen darauf an, daß die Torblattbewegung
sicher geführt ist. Zum anderen ist es von Bedeutung, daß oft nur wenig Raum zur Unterbringung
des Torblatts in der Öffnungsstellung zur Verfügung steht. Angesichts dieser Anforderungen
wird in der genannten Schrift bereits ein Rolltor vorgeschlagen, bei dem mindestens
eine Gelenkanordnung mindestens eine auf eine etwa senkrecht zur Gelenkachse verlaufende
Stirnfläche eines beispielsweise als Sandwichelemente ausgeführten starren Torblattelements
aufgesetzte und daran befestigte Gelenkplatte aufweist. Dadurch kann eine Vergrößerung
der Dicke der Gesamtkonstruktion durch die Gelenkanordnung vermieden und der Platzbedarf
für Rolltore in der Öffnungsstellung reduziert werden. Allerdings hat es sich gezeigt,
daß entsprechende Tore immer noch einen erheblichen Platzbedarf mit sich bringen und
die Torblattbewegungsgeschwindigkeit begrenzt ist.
[0003] Angesichts dieser Probleme im Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Rolltor bereitzustellen, das mit geringem Platzbedarf in der Öffnungsstellung
gelagert werden kann und eine hohe Öffnungs- bzw. Schließgeschwindigkeit bei gleichzeitiger
Sicherstellung einer zuverlässigen Führung der Torblattbewegung ermöglicht.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Weiterbildung der bekannten Tore gelöst,
die im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet ist, daß das Torblatt zumindest abschnittweise
aus einem biegsamen, bezüglich einer senkrecht zu den seitlichen Torblatträndern und
parallel zur Torblattebene verlaufenden Wickelachse aufwickelbaren Material, wie etwa
einer Kunststofffolie bzw. -bahn gebildet ist, das durch zwei, drei oder mehr senkrecht
zu den seitlichen Rändern und etwa in der Torblattebene verlaufenden Stabilisierungseinrichtungen
stabilisiert ist, wobei das Torblatt nur über die Stabilisierungseinrichtungen mit
den Gelenkanordnungen verbunden ist.
[0005] Die Ausführung des Torblatts zumindest abschnittweise aus biegsamem Material ermöglicht
eine Reduzierung des Platzbedarfs, weil sich das Material selbst in der Öffnungsstellung
dem zu bildenden Wickel anpasst und so einen geringen Spiraldurchmesser in der Öffnungsstellung
ermöglicht. Gleichzeitig wird durch die Stabilisierungseinrichtungen des Torblatts
ein robustes Torblatt verwirklicht. Die Führung des Torblatts erfolgt mit Hilfe der
an die Stabilisierungseinrichtungen gekoppelten Gelenkglieder der Gelenkanordnungen,
wodurch die bei der Torblattbewegung auftretenden Zug- bzw. Schubkräfte über die Gelenkanordnungen
übertragen werden können. Entsprechend leicht kann das Torblatt ausgeführt sein. Es
muss lediglich darauf geachtet werden, daß die Stabilisierungseinrichtungen des Torblatts
sicher an die Gelenkglieder der Gelenkanordnungen gekoppelt sind.
[0006] Als nachgiebiges Material zur Herstellung erfindungsgemäßer Tore kann handelsübliches,
vorzugsweise transparentes PVC und/oder Polycarbonat eingesetzt werden. Die Stärke
der Kunststoffbahn wird entsprechend den Anforderungen gewählt. Jedenfalls kann durch
Einsatz des biegsamen Materials in Form einer Kunststofffolie bzw. -bahn eine Anpassung
der Torblattform an die Spiralform in der Öffnungsstellung unter Gewährleistung eines
geringen Wickelradius sichergestellt werden.
[0007] Insbesondere Polycarbonat hat sich als ein Material mit hervorragenden Eigenschaften
für den Einsatz in erfindungsgemäßen Toren erwiesen. Das Material hat eine hohe Elastizität
bei ausreichender Biegesteifigkeit um auch bei großen Breiten der Wickelkontur zu
folgen. Zudem hat der Werkstoff weitere positive Eigenschaften wie etwa eine hohe
Schlagfestigkeit.
[0008] Durch die erfindungsgemäßen Rolltore werden also die Vorzüge einer Rolltorkonstruktion
mit starren Lamellen und seitlichen Gelenkanordnungen mit den Vorteilen von Folientoren
kombiniert, um so ein Schnelllauftor bereitzustellen, das eine hohe Öffnungs- und
Schließgeschwindigkeit durch die biegsame Konstruktion des Torblatts bei gleichzeitig
Zurverfügungstellung einer zuverlässigen Führung durch die Gelenkanordnungen und Entlastung
des Torblatts durch die Übertragung von Schub- bzw. Zugkräften über die Gelenkanordnungen
ermöglicht. Dabei kann die Anbindung des Torblatts an die Gelenkanordnungen besonders
stabil verwirklicht werden, weil dazu die ohnehin zur Vermeidung von Auswölbungen
unter Windlasten vorgesehenen Stabilisierungseinrichtungen benutzt werden können.
Die Stabilisierungseinrichtungen bilden zusammen mit den Gelenkanordnungen gleichsam
ein biegesteifes Gerippe für das biegsame Torblatt.
[0009] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Torblatt ein Segment
(im Folgenden auch als "Scheibe" bezeichnet) aus vorzugsweise transparentem und biegsamem
bzw. flexiblem Material mit etwa senkrecht zu den seitlichen Rändern des Torblatts
verlaufenden Segment- bzw. Scheibenrändern auf, wobei die Segment- bzw. Scheibenränder
mit einer Verdickung versehen sind und mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
ein Stabilisierungsprofil mit mindestens einem Aufnahmebereich zum Aufnehmen der Verdickung
an einem Segment- bzw. Scheibenrand aufweist. Das Stabilisierungsprofil erstreckt
sich vorzugsweise über die gesamte Breite des Torblatts in einer senkrecht zu den
seitlichen Torblatträndern verlaufenden Richtung, wobei auch der Aufnahmebereich sich
zweckmäßigerweise über die gesamte Breite des Torblatts erstreckt. Zusätzlich oder
alternativ kann mindestens ein Segmentrand ohne Verdickung ausgeführt und stoff- und/oder
kraftschlüssig, wie etwa über eine Klemmleiste, an der Stabilisierungseinrichtung
gehalten sein.
[0010] Das Stabilisierungsprofil kann beispielsweise als Kunststoffstrangpressprofil ausgeführt
sein. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Stabilisierungsprofil
allerdings als Aluminiumstrangpressprofil ausgeführt. Ein solches Aluminiumstrangpressprofil
vereinigt eine hohe Festigkeit mit einem geringen Gewicht.
[0011] Die Verdickung an den Segment- bzw. Scheibenrändern kann durch aufgeklebte bzw. aufgeschweißte
Kederbänder verwirklicht sein, die formschlüssig in entsprechenden Aufnahmebereichen
der Stabilisierungsprofile aufgenommen sind. Daneben ist aber auch an andere Verbindungsmöglichkeiten
gedacht, zum Beispiel über eine Klemmleiste, um die biegsamen bzw. flexiblen Segmente
im eingebauten Zustand einfach tauschen zu können.
[0012] Bei erfindungsgemäßen Rolltoren ist das Torblatt nur über die auch als Windversteifung
dienenden Stabilisierungsprofile an die Gelenkanordnung, die beispielsweise als Scharnierband
verwirklicht sein kann, angebunden. Die dazwischenliegenden Scharnierpunkte der Gelenkanordnung
bzw. des Scharnierbands sind nicht mit dem biegsamen Material verbunden. Das Scharnierband
bzw. die Gelenkanordnung übernimmt die Schub- und Zugkräfte im Verlauf der Öffnungs-
und Schließbewegung. Die Anbindung der Stabilisierungsprofile bzw. Windversteifungen
an das Scharnierband kann beliebig im Raster der Scharnierpunkte erfolgen. Damit sind
unterschiedliche Scheibenhöhen realisierbar. Bei schmalen Toren kann die Anzahl der
Stabilisierungsprofile bzw. Windversteifungen geringer gewählt werden, d. h. die Sektionshöhe
besonders groß ausfallen während breite Tore zur Stabilisierung mit mehreren Stabilisierungsprofilen
bzw. Windversteifungen bei kleinerer Sektionshöhe ausgestattet sein können.
[0013] Konstruktiv hat es sich als zweckmäßig erwiesen, wenn das Torblatt mindestens zwei
in Torblattbewegungsrichtung hintereinander angeordnete Scheiben aus biegsamem Material
aufweist, zwischen denen ein Stabilisierungsprofil mit zwei Aufnahmebereichen zum
Aufnehmen an einander zugewandten Scheibenrändern vorgesehenen Verdickungen angeordnet
ist. Mit dem Stabilisierungsprofil wird also die Verbindung zwischen aufeinanderfolgenden
Scheiben aus nachgiebigem Material bewirkt.
[0014] Wie vorstehend bereits erläutert, hat es sich im Hinblick auf den Erhalt einer stabilen
Torblattkonstruktion als zweckmäßig erwiesen, wenn mindestens eine Stabilisierungseinrichtung
sich etwa parallel zu einer Gelenkachse über die gesamte Torblattbreite erstreckt.
Eine störungsfreie Anbindung der Stabilisierungseinrichtung ohne Beeinträchtigung
der Bewegbarkeit der Gelenkanordnung wird erreicht, wenn die Stabilisierungseinrichtung
längs der Gelenkachse mit mindestens einer, vorzugsweise mit zwei an einander entgegengesetzten
seitlichen Torblatträndern vorgesehenen Gelenkanordnungen verbunden ist.
[0015] Im Besonderen bei besonders hohen und/oder breiten Torblättern hat es sich mit Blick
auf die gewünschte Stabilisierung als zweckmäßig erwiesen, wenn mindestens ein sich
etwa parallel zum seitlichen Torblattrand erstreckender und an dem Torblatt befestigter
Verstärkungsstreifen vorgesehen ist. Unter Einsatz entsprechender Verstärkungstreifen,
die auch auf die Scheiben des Torblatts beispielsweise aufgeklebt und/oder aufgeschweißt
werden können, kann eine ausreichend Gesamtstabilität auch dann erreicht werden, wenn
das Material der Scheibe selbst keine ausreichende Biegesteifigkeit mitbringt.
[0016] Ähnlich wie bei den in der
DE 10 2009 017 767 A1 beschriebenen Rolltoren kann einem erfindungsgemäßen Rolltor mit biegsamem Torblatt
mindestens eine spiralförmige Führungsbahn zur Führung der Torblattbewegung und zur
Bestimmung der Öffnungsstellung des Torblatts zugeordnet sein, wobei mindestens ein
Gelenkglied auf seiner dem Torblatt abgewandten Seite bezüglich einer parallel zu
den Gelenkachsen verlaufenden Rollenachse eine drehbar gelagerte Führungsrolle aufweist,
die vorzugsweise zumindest in der Öffnungsstellung des Torblatts in einer Führungsbahn
aufgenommen ist.
[0017] Neben der üblichen Spiralführungsbahn sind auch alternative Führungsbahnen wie eine
ovale Spirale eine horizontale Umlenkung oder auch eine vertikale Führung je nach
Platzbedarf am Baukörper realisierbar.
[0018] Nachstehend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung, auf die hinsichtlich
aller erfindungswesentlicher und in der Beschreibung nicht näher herausgestellten
Einzelheiten ausdrücklich verwiesen wird, erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Rolltors in der Schließstellung,
- Fig. 2
- eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Rolltors beim Übergang
von der Schließstellung in die Öffnungsstellung,
- Fig. 3
- eine Detaildarstellung des Torblatts eines erfindungsgemäßen Rolltors und
- Fig. 4
- eine Detaildarstellung des Rolltors gemäß Fig.1.
[0019] Das in Fig. 1 dargestellte Rolltor umfasst ein insgesamt mit 10 bezeichnetes Torblatt,
das aus Scheiben 12 aus biegsamem, transparentem Material gebildet ist, die über Stabilisierungsprofile
40 miteinander verbunden sind. An den seitlichen Rändern des Torblatts 10 sind Gelenkanordnungen
in Form von Scharnierbändern 20 und 30 angeordnet, die über die Stabilisierungsprofile
40 mit dem Torblatt 10 verbunden sind. Die Scharnierbänder weisen an den Gelenken
zwischen den einzelnen Scharniergliedern auf ihrer dem Torblatt 10 abgewandten Seite
Führungsrollen 22 bzw. 32 auf, mit denen die Torblattbewegung unter Verwendung geeigneter
Führungsschienen geführt werden kann.
[0020] Gemäß Fig. 1 sind die einen Schub-Zug-Verband bildenden Scharnierbänder 20 bzw. 30
aus Scharniergliedern 26 bzw. 36 gebildet, die an ihrem einen Ende eine gabelförmige
Aufnahme oder vergleichbare Ausführung aufweisen, in die ein Zapfen eines benachbarten
Scharnierglieds eingreift. Gabel und Zapfen werden von einem gemeinsamen Scharnierbolzen
durchgriffen, um so eine gelenkige Verbindung zwischen aufeinanderfolgenden Scharniergliedern
zu bewirken. Die Rollenachsen der Führungsrollen 22 bzw. 32 verlaufen parallel zu
den Gelenkachsen, vorzugsweise kolinear damit. Ebenso verlaufen die als Aluminiumstrangpressprofile
ausgeführten Stabilisierungsprofile 40 parallel zu den Gelenkachsen bzw. Rollenachsen.
Die Anbindung der Stabilisierungsprofile 40 an die Gelenkanordnungen 20 bzw. 30 kann
in den Drehpunkten der Scharnierbänder erfolgen.
[0021] Gemäß Fig. 2 weist ein erfindungsgemäßes Rolltor eine spiralförmige Führungsbahn
100 auf, in die die Scharnierbänder 20 bzw. 30 bei Erreichen der Öffnungsstellung
einfahren. In Fig. 2 sind die Scharnierglieder 26 bzw. 36 im Bereich der spiralförmigen
Führungsbahn ausgeblendet, um so eine bessere Darstellung des Torblatts selbst erreichen
zu können. Es ist erkennbar, daß sich Scheiben aus biegsamem Material ohne weiteres
an die gewünschte Spiralform anpassen. Dazu ist es auch nicht erforderlich, daß die
Scheiben selbst an die Scharnierbänder angeschlossen sind. Es reicht vielmehr aus,
wenn nur die Stabilisierungsprofile 40 zwischen den einzelnen Scheiben an die Gelenkanordnungen
in Form der Scharnierbänder 20 bzw. 30 angebunden sind. Es ist weiter erkennbar, daß
sich die einzelnen Scheiben aus biegsamem Material über eine beachtliche Höhe des
Torblatts erstrecken können. Das ist ein besonderer Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen
Lamellentoren, durch die eine Minimierung des Spiraldurchmessers ermöglicht wird.
[0022] Gemäß Fig. 3 weisen die Scheiben 12 an den senkrecht zu den seitlichen Rändern verlaufenden
Scheibenrändern durch aufgeschweißte Keder 14 gebildete Verdickungen auf, die in den
Aufnahmebereichen 42 bzw. 44 der Stabilisierungsprofile aufgenommen sind. Die Breite
der Aufnahmebereiche 42 und 44 verjüngt sich ausgehend von den Aufnahmebereichen 42
und 44 in radialer Richtung derart, daß die Aufnahmebereiche in ihren Mündungsbereichen
lediglich die Durchführung der Scheiben 12 mit aufgeklebten Kederfahnen, nicht aber
die Durchführung der Verdickungen bzw. Keder 14 ermöglichen. Dadurch wird eine sichere
Verbindung einzelner Scheiben über die Stabilisierungsprofile 40 erreicht. Über diese
Verbindung müssen allerdings keine Zug- bzw. Schubkräfte übertragen werden. Diese
werden über die Scharnierbänder 20 bzw. 30 übertragen.
[0023] Gemäß Fig. 4 erfolgt die Anbindung der Scharnierbänder 20 bzw. 30 über die Stabilisierungselemente
40 mit Hilfe einer kolinear zur Rollenachse der Führungsrollen 22 bzw. 32 verlaufenden
Schraube, welche mit einer Kontermutter 50 gesichert ist. Die Schraube greift in eine
entsprechende Ausnehmung 52 (vgl. Fig. 3) in die Stabilisierungsprofile 40 ein. In
Fig. 4 ist erkennbar, daß die Gelenkachse der gelenkigen Verbindung zwischen aufeinanderfolgenden
Scharniergliedern 26, Rollenachse, Schraubenachse und die Achse des Stabilisierungsprofils
40 etwa kolinear verlaufen.
[0024] Die Erfindung ist nicht auf die anhand der Zeichnung erläuterte Ausführungsform beschränkt.
Vielmehr ist auch daran gedacht, zusätzliche Stabilisierungsstreifen parallel zu den
seitlichen Rändern des Torblatts vorzusehen, um so eine zusätzliche Stabilisierung
bezüglich Windlasten zu erreichen. Auch die bei der beschriebenen Ausführungsform
in Form von Scharnierbändern ausgeführten Schub-Zug-Verbände können andersartig ausgeführt
sein. Die Verbindung der Stabilisierungselemente mit dem Schub-Zug-Verband kann auch
unter Vermeidung einer starren Verbindung gelenkig ausgeführt sein. Dadurch wird eine
schwimmende Lagerung geschaffen, die eine Übertragung von Torsionskräften aus den
aufgewickelten Segmenten auf den Schub-Zug-Verband zu vermeiden hilft.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 20 / 30
- Scharnierbänder
- 22 / 32
- Führungsrollen
- 26 / 36
- Scharnierglieder
- 42 / 44
- Aufnahmebereiche
- 10
- Torblatt
- 12
- Scheiben
- 14
- Keder
- 40
- Stabilisierungsprofil
- 50
- Kontermutter
- 52
- Ausnehmung
- 100
- Führungsbahn
1. Tor, insbesondere Rolltor mit einem zwischen einer Öffnungsstellung, in der es eine
Wandöffnung zumindest teilweise freigibt und oberhalb der Wandöffnung einen mehrlagigen
Wickel bildet, und einer Schließstellung, in der es die Wandöffnung zumindest teilweise
verschließt, bewegbaren Torblatt (10) und im Bereich der Schließstellung zumindest
abschnittweise in Schwererichtung verlaufenden seitlichen Ränder des Torblatts (10)
angeordneten, und an dem Torblatt befestigten Gelenkanordnungen (20, 30) zur Führung
der Torblattbewegung, von denen jede eine Mehrzahl von bezüglich senkrecht zu den
seitlichen Rändern und etwa parallel zur Torblattebene verlaufenden Gelenkachsen gelenkig
miteinander verbundenen Gelenkgliedern (26, 36) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das Torblatt zumindest abschnittweise aus einem biegsamen Material, wie etwa einer
Kunststofffolie, gebildet ist, das durch zwei, drei oder mehr senkrecht zu den seitlichen
Rändern und in der Torblattebene verlaufenden Stabilisierungseinrichtungen (40) stabilisiert
ist, wobei das Torblatt (10) über die Stabilisierungseinrichtungen (40) mit den Gelenkanordnungen
(20, 30) verbunden ist.
2. Tor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Torblatte (10) mindestens ein Segment (12) aus vorzugsweise transparentem, biegsamem
Material mit etwa senkrecht zu den seitlichen Rändern des Torblatts (10) verlaufenden
und mit einer Verdickung (14) versehene Scheibenränder aufweist, wobei mindestens
eine Stabilisierungseinrichtung (40) ein Stabilisierungsprofil mit mindestens einem
Aufnahmebereich (42, 44) zum Aufnehmen der Verdickung an einem Segmentrand aufweist.
3. Rolltor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Segmentrand stoff- und/oder formschlüssig an einer Stabilisierungseinrichtung
angebracht ist.
4. Tor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Torblatt (10) mindestens zwei in Torblattbewegungsrichtung hintereinander angeordnete
Segmente (12) aus biegsamem Material aufweist, zwischen denen ein Stabilisierungsprofil
(40) mit zwei Aufnahmebereichen (42, 44) zum Aufnehmen von an einander zugewandten
Scheibenrändern vorgesehenen Verdickungen (14) angeordnet ist.
5. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (40) sich etwa parallel zu einer Gelenkachse
erstreckt und längs dieser Gelenkachse mit mindestens einer, vorzugsweise mit zwei
an einander entgegengesetzten seitlichen Torblatträndern vorgesehenen Gelenkanordnungen
verbunden ist.
6. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens einen sich etwa parallel zum seitlichen Torblattrand erstreckenden und
an dem Torblatt befestigten Verstärkungsstreifen.
7. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens eine ggf. oval spiralförmige Führungsbahn (100) zur Führung der Torblattbewegung
und zur Bestimmung der Öffnungsstellung des Torblatts (10).
8. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Gelenkglied (26, 36) auf seiner dem Torblatt abgewandten Seite eine
bezüglich einer parallel zu den Gelenkachsen verlaufenden Rollachse drehbar gelagerte
Führungsrolle (22, 32) aufweist, die vorzugsweise zumindest in der Öffnungsstellung
des Torblatts (10) in einer Führungsbahn (100) aufgenommen ist.
9. Torblatt für ein Tor nach einem der vorgehenden Ansprüche.