(19)
(11) EP 3 176 355 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.06.2017  Patentblatt  2017/23

(21) Anmeldenummer: 16002133.3

(22) Anmeldetag:  04.10.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E06B 3/48(2006.01)
E06B 9/13(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 01.12.2015 DE 102015015499

(71) Anmelder: Seuster KG
58513 Lüdenscheid (DE)

(72) Erfinder:
  • Fischer, Jörg
    44269 Dormund (DE)

(74) Vertreter: Leinweber & Zimmermann 
Rosental 7, II. Aufgang
80331 München
80331 München (DE)

   


(54) ROLLTOR


(57) Tor, insbesondere Rolltor mit einem zwischen einer Öffnungsstellung, in der es eine Wandöffnung zumindest teilweise freigibt und oberhalb der Wandöffnung einen mehrlagigen Wickel bildet, und einer Schließstellung, in der es die Wandöffnung zumindest teilweise verschließt, bewegbaren Torblatt und im Bereich der Schließstellung zumindest abschnittweise in Schwererichtung verlaufenden seitlichen Ränder des Torblatts angeordneten, und an dem Torblatt befestigten Gelenkanordnungen zur Führung der Torblattbewegung, von denen jede eine Mehrzahl von bezüglich senkrecht zu den seitlichen Rändern und etwa parallel zur Torblattebene verlaufenden Gelenkachsen gelenkig miteinander verbundenen Gelenkgliedern aufweist, wobei das Torblatt zumindest abschnittweise aus einem biegsamen Material, wie etwa einer Kunststofffolie, gebildet ist, das durch zwei, drei oder mehr senkrecht zu den seitlichen Rändern und in der Torblattebene verlaufenden Stabilisierungseinrichtungen stabilisiert ist, wobei das Torblatt über die Stabilisierungseinrichtungen mit den Gelenkanordnungen verbunden ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Rolltor mit einem zwischen einer Öffnungsstellung, in der es eine Wandöffnung zumindest teilweise freigibt und oberhalb der Wandöffnung einen mehrlagigen Wickel bildet, und einer Schließstellung, in der es die Wandöffnung zumindest teilweise verschließt, bewegbaren Torblatt und im Bereich der in der Schließstellung zumindest abschnittweise in Schwererichtung verlaufenden seitlichen Ränder des Torblatts angeordneten und an dem Torblatt befestigten Gelenkanordnungen zur Führung der Torblattbewegung, von denen jede eine Mehrzahl von bezüglich senkrecht zu den seitlichen Rändern und etwa parallel zur Torblattebene verlaufenden Gelenkachsen gelenkig miteinander verbundenen Gelenkgliedern aufweist.

[0002] Derartige Rolltore sind beispielsweise in der DE 10 2009 017 767 A1 beschrieben. Sie werden unter anderem als sogenannten Schnelllauftore zum Verschließen von Industriehallen eingesetzt. Dabei kommt es zum einen darauf an, daß die Torblattbewegung sicher geführt ist. Zum anderen ist es von Bedeutung, daß oft nur wenig Raum zur Unterbringung des Torblatts in der Öffnungsstellung zur Verfügung steht. Angesichts dieser Anforderungen wird in der genannten Schrift bereits ein Rolltor vorgeschlagen, bei dem mindestens eine Gelenkanordnung mindestens eine auf eine etwa senkrecht zur Gelenkachse verlaufende Stirnfläche eines beispielsweise als Sandwichelemente ausgeführten starren Torblattelements aufgesetzte und daran befestigte Gelenkplatte aufweist. Dadurch kann eine Vergrößerung der Dicke der Gesamtkonstruktion durch die Gelenkanordnung vermieden und der Platzbedarf für Rolltore in der Öffnungsstellung reduziert werden. Allerdings hat es sich gezeigt, daß entsprechende Tore immer noch einen erheblichen Platzbedarf mit sich bringen und die Torblattbewegungsgeschwindigkeit begrenzt ist.

[0003] Angesichts dieser Probleme im Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Rolltor bereitzustellen, das mit geringem Platzbedarf in der Öffnungsstellung gelagert werden kann und eine hohe Öffnungs- bzw. Schließgeschwindigkeit bei gleichzeitiger Sicherstellung einer zuverlässigen Führung der Torblattbewegung ermöglicht.

[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Weiterbildung der bekannten Tore gelöst, die im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet ist, daß das Torblatt zumindest abschnittweise aus einem biegsamen, bezüglich einer senkrecht zu den seitlichen Torblatträndern und parallel zur Torblattebene verlaufenden Wickelachse aufwickelbaren Material, wie etwa einer Kunststofffolie bzw. -bahn gebildet ist, das durch zwei, drei oder mehr senkrecht zu den seitlichen Rändern und etwa in der Torblattebene verlaufenden Stabilisierungseinrichtungen stabilisiert ist, wobei das Torblatt nur über die Stabilisierungseinrichtungen mit den Gelenkanordnungen verbunden ist.

[0005] Die Ausführung des Torblatts zumindest abschnittweise aus biegsamem Material ermöglicht eine Reduzierung des Platzbedarfs, weil sich das Material selbst in der Öffnungsstellung dem zu bildenden Wickel anpasst und so einen geringen Spiraldurchmesser in der Öffnungsstellung ermöglicht. Gleichzeitig wird durch die Stabilisierungseinrichtungen des Torblatts ein robustes Torblatt verwirklicht. Die Führung des Torblatts erfolgt mit Hilfe der an die Stabilisierungseinrichtungen gekoppelten Gelenkglieder der Gelenkanordnungen, wodurch die bei der Torblattbewegung auftretenden Zug- bzw. Schubkräfte über die Gelenkanordnungen übertragen werden können. Entsprechend leicht kann das Torblatt ausgeführt sein. Es muss lediglich darauf geachtet werden, daß die Stabilisierungseinrichtungen des Torblatts sicher an die Gelenkglieder der Gelenkanordnungen gekoppelt sind.

[0006] Als nachgiebiges Material zur Herstellung erfindungsgemäßer Tore kann handelsübliches, vorzugsweise transparentes PVC und/oder Polycarbonat eingesetzt werden. Die Stärke der Kunststoffbahn wird entsprechend den Anforderungen gewählt. Jedenfalls kann durch Einsatz des biegsamen Materials in Form einer Kunststofffolie bzw. -bahn eine Anpassung der Torblattform an die Spiralform in der Öffnungsstellung unter Gewährleistung eines geringen Wickelradius sichergestellt werden.

[0007] Insbesondere Polycarbonat hat sich als ein Material mit hervorragenden Eigenschaften für den Einsatz in erfindungsgemäßen Toren erwiesen. Das Material hat eine hohe Elastizität bei ausreichender Biegesteifigkeit um auch bei großen Breiten der Wickelkontur zu folgen. Zudem hat der Werkstoff weitere positive Eigenschaften wie etwa eine hohe Schlagfestigkeit.

[0008] Durch die erfindungsgemäßen Rolltore werden also die Vorzüge einer Rolltorkonstruktion mit starren Lamellen und seitlichen Gelenkanordnungen mit den Vorteilen von Folientoren kombiniert, um so ein Schnelllauftor bereitzustellen, das eine hohe Öffnungs- und Schließgeschwindigkeit durch die biegsame Konstruktion des Torblatts bei gleichzeitig Zurverfügungstellung einer zuverlässigen Führung durch die Gelenkanordnungen und Entlastung des Torblatts durch die Übertragung von Schub- bzw. Zugkräften über die Gelenkanordnungen ermöglicht. Dabei kann die Anbindung des Torblatts an die Gelenkanordnungen besonders stabil verwirklicht werden, weil dazu die ohnehin zur Vermeidung von Auswölbungen unter Windlasten vorgesehenen Stabilisierungseinrichtungen benutzt werden können. Die Stabilisierungseinrichtungen bilden zusammen mit den Gelenkanordnungen gleichsam ein biegesteifes Gerippe für das biegsame Torblatt.

[0009] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Torblatt ein Segment (im Folgenden auch als "Scheibe" bezeichnet) aus vorzugsweise transparentem und biegsamem bzw. flexiblem Material mit etwa senkrecht zu den seitlichen Rändern des Torblatts verlaufenden Segment- bzw. Scheibenrändern auf, wobei die Segment- bzw. Scheibenränder mit einer Verdickung versehen sind und mindestens eine Stabilisierungseinrichtung ein Stabilisierungsprofil mit mindestens einem Aufnahmebereich zum Aufnehmen der Verdickung an einem Segment- bzw. Scheibenrand aufweist. Das Stabilisierungsprofil erstreckt sich vorzugsweise über die gesamte Breite des Torblatts in einer senkrecht zu den seitlichen Torblatträndern verlaufenden Richtung, wobei auch der Aufnahmebereich sich zweckmäßigerweise über die gesamte Breite des Torblatts erstreckt. Zusätzlich oder alternativ kann mindestens ein Segmentrand ohne Verdickung ausgeführt und stoff- und/oder kraftschlüssig, wie etwa über eine Klemmleiste, an der Stabilisierungseinrichtung gehalten sein.

[0010] Das Stabilisierungsprofil kann beispielsweise als Kunststoffstrangpressprofil ausgeführt sein. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Stabilisierungsprofil allerdings als Aluminiumstrangpressprofil ausgeführt. Ein solches Aluminiumstrangpressprofil vereinigt eine hohe Festigkeit mit einem geringen Gewicht.

[0011] Die Verdickung an den Segment- bzw. Scheibenrändern kann durch aufgeklebte bzw. aufgeschweißte Kederbänder verwirklicht sein, die formschlüssig in entsprechenden Aufnahmebereichen der Stabilisierungsprofile aufgenommen sind. Daneben ist aber auch an andere Verbindungsmöglichkeiten gedacht, zum Beispiel über eine Klemmleiste, um die biegsamen bzw. flexiblen Segmente im eingebauten Zustand einfach tauschen zu können.

[0012] Bei erfindungsgemäßen Rolltoren ist das Torblatt nur über die auch als Windversteifung dienenden Stabilisierungsprofile an die Gelenkanordnung, die beispielsweise als Scharnierband verwirklicht sein kann, angebunden. Die dazwischenliegenden Scharnierpunkte der Gelenkanordnung bzw. des Scharnierbands sind nicht mit dem biegsamen Material verbunden. Das Scharnierband bzw. die Gelenkanordnung übernimmt die Schub- und Zugkräfte im Verlauf der Öffnungs- und Schließbewegung. Die Anbindung der Stabilisierungsprofile bzw. Windversteifungen an das Scharnierband kann beliebig im Raster der Scharnierpunkte erfolgen. Damit sind unterschiedliche Scheibenhöhen realisierbar. Bei schmalen Toren kann die Anzahl der Stabilisierungsprofile bzw. Windversteifungen geringer gewählt werden, d. h. die Sektionshöhe besonders groß ausfallen während breite Tore zur Stabilisierung mit mehreren Stabilisierungsprofilen bzw. Windversteifungen bei kleinerer Sektionshöhe ausgestattet sein können.

[0013] Konstruktiv hat es sich als zweckmäßig erwiesen, wenn das Torblatt mindestens zwei in Torblattbewegungsrichtung hintereinander angeordnete Scheiben aus biegsamem Material aufweist, zwischen denen ein Stabilisierungsprofil mit zwei Aufnahmebereichen zum Aufnehmen an einander zugewandten Scheibenrändern vorgesehenen Verdickungen angeordnet ist. Mit dem Stabilisierungsprofil wird also die Verbindung zwischen aufeinanderfolgenden Scheiben aus nachgiebigem Material bewirkt.

[0014] Wie vorstehend bereits erläutert, hat es sich im Hinblick auf den Erhalt einer stabilen Torblattkonstruktion als zweckmäßig erwiesen, wenn mindestens eine Stabilisierungseinrichtung sich etwa parallel zu einer Gelenkachse über die gesamte Torblattbreite erstreckt. Eine störungsfreie Anbindung der Stabilisierungseinrichtung ohne Beeinträchtigung der Bewegbarkeit der Gelenkanordnung wird erreicht, wenn die Stabilisierungseinrichtung längs der Gelenkachse mit mindestens einer, vorzugsweise mit zwei an einander entgegengesetzten seitlichen Torblatträndern vorgesehenen Gelenkanordnungen verbunden ist.

[0015] Im Besonderen bei besonders hohen und/oder breiten Torblättern hat es sich mit Blick auf die gewünschte Stabilisierung als zweckmäßig erwiesen, wenn mindestens ein sich etwa parallel zum seitlichen Torblattrand erstreckender und an dem Torblatt befestigter Verstärkungsstreifen vorgesehen ist. Unter Einsatz entsprechender Verstärkungstreifen, die auch auf die Scheiben des Torblatts beispielsweise aufgeklebt und/oder aufgeschweißt werden können, kann eine ausreichend Gesamtstabilität auch dann erreicht werden, wenn das Material der Scheibe selbst keine ausreichende Biegesteifigkeit mitbringt.

[0016] Ähnlich wie bei den in der DE 10 2009 017 767 A1 beschriebenen Rolltoren kann einem erfindungsgemäßen Rolltor mit biegsamem Torblatt mindestens eine spiralförmige Führungsbahn zur Führung der Torblattbewegung und zur Bestimmung der Öffnungsstellung des Torblatts zugeordnet sein, wobei mindestens ein Gelenkglied auf seiner dem Torblatt abgewandten Seite bezüglich einer parallel zu den Gelenkachsen verlaufenden Rollenachse eine drehbar gelagerte Führungsrolle aufweist, die vorzugsweise zumindest in der Öffnungsstellung des Torblatts in einer Führungsbahn aufgenommen ist.

[0017] Neben der üblichen Spiralführungsbahn sind auch alternative Führungsbahnen wie eine ovale Spirale eine horizontale Umlenkung oder auch eine vertikale Führung je nach Platzbedarf am Baukörper realisierbar.

[0018] Nachstehend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung, auf die hinsichtlich aller erfindungswesentlicher und in der Beschreibung nicht näher herausgestellten Einzelheiten ausdrücklich verwiesen wird, erläutert. In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1
eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Rolltors in der Schließstellung,
Fig. 2
eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Rolltors beim Übergang von der Schließstellung in die Öffnungsstellung,
Fig. 3
eine Detaildarstellung des Torblatts eines erfindungsgemäßen Rolltors und
Fig. 4
eine Detaildarstellung des Rolltors gemäß Fig.1.


[0019] Das in Fig. 1 dargestellte Rolltor umfasst ein insgesamt mit 10 bezeichnetes Torblatt, das aus Scheiben 12 aus biegsamem, transparentem Material gebildet ist, die über Stabilisierungsprofile 40 miteinander verbunden sind. An den seitlichen Rändern des Torblatts 10 sind Gelenkanordnungen in Form von Scharnierbändern 20 und 30 angeordnet, die über die Stabilisierungsprofile 40 mit dem Torblatt 10 verbunden sind. Die Scharnierbänder weisen an den Gelenken zwischen den einzelnen Scharniergliedern auf ihrer dem Torblatt 10 abgewandten Seite Führungsrollen 22 bzw. 32 auf, mit denen die Torblattbewegung unter Verwendung geeigneter Führungsschienen geführt werden kann.

[0020] Gemäß Fig. 1 sind die einen Schub-Zug-Verband bildenden Scharnierbänder 20 bzw. 30 aus Scharniergliedern 26 bzw. 36 gebildet, die an ihrem einen Ende eine gabelförmige Aufnahme oder vergleichbare Ausführung aufweisen, in die ein Zapfen eines benachbarten Scharnierglieds eingreift. Gabel und Zapfen werden von einem gemeinsamen Scharnierbolzen durchgriffen, um so eine gelenkige Verbindung zwischen aufeinanderfolgenden Scharniergliedern zu bewirken. Die Rollenachsen der Führungsrollen 22 bzw. 32 verlaufen parallel zu den Gelenkachsen, vorzugsweise kolinear damit. Ebenso verlaufen die als Aluminiumstrangpressprofile ausgeführten Stabilisierungsprofile 40 parallel zu den Gelenkachsen bzw. Rollenachsen. Die Anbindung der Stabilisierungsprofile 40 an die Gelenkanordnungen 20 bzw. 30 kann in den Drehpunkten der Scharnierbänder erfolgen.

[0021] Gemäß Fig. 2 weist ein erfindungsgemäßes Rolltor eine spiralförmige Führungsbahn 100 auf, in die die Scharnierbänder 20 bzw. 30 bei Erreichen der Öffnungsstellung einfahren. In Fig. 2 sind die Scharnierglieder 26 bzw. 36 im Bereich der spiralförmigen Führungsbahn ausgeblendet, um so eine bessere Darstellung des Torblatts selbst erreichen zu können. Es ist erkennbar, daß sich Scheiben aus biegsamem Material ohne weiteres an die gewünschte Spiralform anpassen. Dazu ist es auch nicht erforderlich, daß die Scheiben selbst an die Scharnierbänder angeschlossen sind. Es reicht vielmehr aus, wenn nur die Stabilisierungsprofile 40 zwischen den einzelnen Scheiben an die Gelenkanordnungen in Form der Scharnierbänder 20 bzw. 30 angebunden sind. Es ist weiter erkennbar, daß sich die einzelnen Scheiben aus biegsamem Material über eine beachtliche Höhe des Torblatts erstrecken können. Das ist ein besonderer Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen Lamellentoren, durch die eine Minimierung des Spiraldurchmessers ermöglicht wird.

[0022] Gemäß Fig. 3 weisen die Scheiben 12 an den senkrecht zu den seitlichen Rändern verlaufenden Scheibenrändern durch aufgeschweißte Keder 14 gebildete Verdickungen auf, die in den Aufnahmebereichen 42 bzw. 44 der Stabilisierungsprofile aufgenommen sind. Die Breite der Aufnahmebereiche 42 und 44 verjüngt sich ausgehend von den Aufnahmebereichen 42 und 44 in radialer Richtung derart, daß die Aufnahmebereiche in ihren Mündungsbereichen lediglich die Durchführung der Scheiben 12 mit aufgeklebten Kederfahnen, nicht aber die Durchführung der Verdickungen bzw. Keder 14 ermöglichen. Dadurch wird eine sichere Verbindung einzelner Scheiben über die Stabilisierungsprofile 40 erreicht. Über diese Verbindung müssen allerdings keine Zug- bzw. Schubkräfte übertragen werden. Diese werden über die Scharnierbänder 20 bzw. 30 übertragen.

[0023] Gemäß Fig. 4 erfolgt die Anbindung der Scharnierbänder 20 bzw. 30 über die Stabilisierungselemente 40 mit Hilfe einer kolinear zur Rollenachse der Führungsrollen 22 bzw. 32 verlaufenden Schraube, welche mit einer Kontermutter 50 gesichert ist. Die Schraube greift in eine entsprechende Ausnehmung 52 (vgl. Fig. 3) in die Stabilisierungsprofile 40 ein. In Fig. 4 ist erkennbar, daß die Gelenkachse der gelenkigen Verbindung zwischen aufeinanderfolgenden Scharniergliedern 26, Rollenachse, Schraubenachse und die Achse des Stabilisierungsprofils 40 etwa kolinear verlaufen.

[0024] Die Erfindung ist nicht auf die anhand der Zeichnung erläuterte Ausführungsform beschränkt. Vielmehr ist auch daran gedacht, zusätzliche Stabilisierungsstreifen parallel zu den seitlichen Rändern des Torblatts vorzusehen, um so eine zusätzliche Stabilisierung bezüglich Windlasten zu erreichen. Auch die bei der beschriebenen Ausführungsform in Form von Scharnierbändern ausgeführten Schub-Zug-Verbände können andersartig ausgeführt sein. Die Verbindung der Stabilisierungselemente mit dem Schub-Zug-Verband kann auch unter Vermeidung einer starren Verbindung gelenkig ausgeführt sein. Dadurch wird eine schwimmende Lagerung geschaffen, die eine Übertragung von Torsionskräften aus den aufgewickelten Segmenten auf den Schub-Zug-Verband zu vermeiden hilft.

Bezugszeichenliste



[0025] 
20 / 30
Scharnierbänder
22 / 32
Führungsrollen
26 / 36
Scharnierglieder
42 / 44
Aufnahmebereiche
10
Torblatt
12
Scheiben
14
Keder
40
Stabilisierungsprofil
50
Kontermutter
52
Ausnehmung
100
Führungsbahn



Ansprüche

1. Tor, insbesondere Rolltor mit einem zwischen einer Öffnungsstellung, in der es eine Wandöffnung zumindest teilweise freigibt und oberhalb der Wandöffnung einen mehrlagigen Wickel bildet, und einer Schließstellung, in der es die Wandöffnung zumindest teilweise verschließt, bewegbaren Torblatt (10) und im Bereich der Schließstellung zumindest abschnittweise in Schwererichtung verlaufenden seitlichen Ränder des Torblatts (10) angeordneten, und an dem Torblatt befestigten Gelenkanordnungen (20, 30) zur Führung der Torblattbewegung, von denen jede eine Mehrzahl von bezüglich senkrecht zu den seitlichen Rändern und etwa parallel zur Torblattebene verlaufenden Gelenkachsen gelenkig miteinander verbundenen Gelenkgliedern (26, 36) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das Torblatt zumindest abschnittweise aus einem biegsamen Material, wie etwa einer Kunststofffolie, gebildet ist, das durch zwei, drei oder mehr senkrecht zu den seitlichen Rändern und in der Torblattebene verlaufenden Stabilisierungseinrichtungen (40) stabilisiert ist, wobei das Torblatt (10) über die Stabilisierungseinrichtungen (40) mit den Gelenkanordnungen (20, 30) verbunden ist.
 
2. Tor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Torblatte (10) mindestens ein Segment (12) aus vorzugsweise transparentem, biegsamem Material mit etwa senkrecht zu den seitlichen Rändern des Torblatts (10) verlaufenden und mit einer Verdickung (14) versehene Scheibenränder aufweist, wobei mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (40) ein Stabilisierungsprofil mit mindestens einem Aufnahmebereich (42, 44) zum Aufnehmen der Verdickung an einem Segmentrand aufweist.
 
3. Rolltor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Segmentrand stoff- und/oder formschlüssig an einer Stabilisierungseinrichtung angebracht ist.
 
4. Tor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Torblatt (10) mindestens zwei in Torblattbewegungsrichtung hintereinander angeordnete Segmente (12) aus biegsamem Material aufweist, zwischen denen ein Stabilisierungsprofil (40) mit zwei Aufnahmebereichen (42, 44) zum Aufnehmen von an einander zugewandten Scheibenrändern vorgesehenen Verdickungen (14) angeordnet ist.
 
5. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Stabilisierungseinrichtung (40) sich etwa parallel zu einer Gelenkachse erstreckt und längs dieser Gelenkachse mit mindestens einer, vorzugsweise mit zwei an einander entgegengesetzten seitlichen Torblatträndern vorgesehenen Gelenkanordnungen verbunden ist.
 
6. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens einen sich etwa parallel zum seitlichen Torblattrand erstreckenden und an dem Torblatt befestigten Verstärkungsstreifen.
 
7. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens eine ggf. oval spiralförmige Führungsbahn (100) zur Führung der Torblattbewegung und zur Bestimmung der Öffnungsstellung des Torblatts (10).
 
8. Tor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Gelenkglied (26, 36) auf seiner dem Torblatt abgewandten Seite eine bezüglich einer parallel zu den Gelenkachsen verlaufenden Rollachse drehbar gelagerte Führungsrolle (22, 32) aufweist, die vorzugsweise zumindest in der Öffnungsstellung des Torblatts (10) in einer Führungsbahn (100) aufgenommen ist.
 
9. Torblatt für ein Tor nach einem der vorgehenden Ansprüche.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente