[0001] Die Erfindung betrifft ein Leitschaufelkranzgehäuse für eine Strömungsmaschine, ein
Segment eines Leitschaufelkranzgehäuses, einen Bausatz für eine Strömungsmaschine
und eine Strömungsmaschine mit einem Leitschaufelkranzgehäuse.
[0002] Strömungsmaschinen (wie z.B. Flugzeugtriebwerke und stationäre Gasturbinen) haben
zur Einstellung optimaler Betriebsbedingungen häufig mindestens eine verdichterseitige
Leitschaufelreihe mit einer Vielzahl von Leitschaufeln. Die Leitschaufeln weisen vorzugsweise
an einem radial innen zu positionierenden Bereich und in einem radial außen zu positionierenden
Bereich jeweils einen Schaufelteller auf, der an seiner dem Schaufelblatt abgewandten
Seite jeweils einen Zapfen aufweisen kann. Radial innen sind die Leitschaufeln an
einem Innenring zu fixieren bzw. fixiert und radial außen an einem Leitschaufelkranzgehäuse
; die Bezeichnungen "radial", "axial" und "Umlaufrichtung" beziehen sich in dieser
Schrift - sofern nichts anderes angegeben ist - stets auf eine zentrale geometrische
Achse des Leitschaufelkranzgehäuses (in Richtung eines vorgesehenen Hauptstroms),
an der eine Rotationsachse eines Rotors in dem Leitschaufelkranzgehäuse zu positionieren
bzw. positioniert ist. In montiertem Zustand stimmen die zentrale geometrische Achse
des Leitschaufelkranzgehäuses und eine zentrale Achse des Innenrings somit vorzugsweise
überein.
[0003] Die zwischen Innenring und Leitschaufelkranzgehäuse zu montierenden bzw. montierten
Leitschaufeln sind vorteilhafterweise um ihre Längsachse verschwenkbar gelagert. Dazu
können die Zapfen, die am Leitschaufelkranzgehäuse montiert sind (und die dann als
"Verstellzapfen" bezeichnet werden) mit einer Verstelleinrichtung zusammenwirken,
über die eine Verschwenkung bewirkt werden kann.
[0004] Das Leitschaufelkranzgehäuse kann aus mehreren Leitschaufelkranzgehäuseteilen zusammengesetzt
sein, die jeweils Aufnahmen für Schaufelteller aufweisen können. Derartige Leitschaufelkranzgehäuseteile
können beispielsweise Ringsegmente und/oder axial getrennte Teile umfassen.
[0005] Das Leitschaufelkranzgehäuse weist vorzugsweise eine Mehrzahl an sich in radialer
Richtung erstreckenden Aufnahmen auf, in die jeweils ein entsprechender Schaufelteller
einer Leitschaufel eingesetzt ist bzw. werden kann. Ein derartiger Schaufelteller
dient einer Stabilisierung bzw. einer Lagerung der Leitschaufeln. Die Aufnahme kann
dazu eingerichtet sein, auch einen am Schaufelteller angeordneten Zapfen aufzunehmen,
ggf. zusammen mit einer zugehörigen Buchse und/oder einer Gleitscheibe für den Schaufelteller.
[0006] Die Aufnahmen im Leitschaufelkranzgehäuse sind in Umfangsrichtung durch jeweilige
Trennwände voneinander getrennt.
[0007] Bei der Herstellung des Leitschaufelkranzgehäuses sowie beim Betrieb des Leitschaufelkranz
besteht die Gefahr, dass eine derartige Trennwand teilweise nachgibt und auf diese
Weise in eine benachbarte Aufnahme hineingedrückt wird, die dadurch nicht mehr ihre
exakte Form hat; dies kann ein vorgesehenes Aufnehmen eines Schaufeltellers verhindern.
Auch im Betrieb kann die Trennwand der Strömungsmaschine in Richtung einer benachbarten
Aufnahme verbogen werden und damit die Verschwenkbarkeit einer darin eingesetzten
Leitschaufel beeinträchtigen.
[0008] Um die Gefahr einer derartigen Verformung der Aufnahmen zu mindern, werden daher
herkömmliche Leitschaufelkranzgehäuse mit einer Mindestwandstärke für die Trennwände
gefertigt, die diese an ihrer dünnsten Stelle aufweisen müssen.
[0009] Bei gegebenem innerem Umfang des Leitschaufelkranzgehäuses ist die Anzahl an Aufnahmen
für Schaufelteller (und damit die Anzahl an montierbaren Leitschaufeln) durch die
gegebenen Schaufeltellergrößen sowie die einzuhaltende Mindestwandstärke bestimmt.
Diese Parameter wirken somit beschränkend für eine Auslegung der Strömungsmaschine
mit einer großen Anzahl an verschwenkbaren Leitschaufeln bzw. großen Schaufeltellern.
Eine derartige Auslegung und/oder eine Mindestgröße der Schaufelteller ist jedoch
häufig aerodynamisch und/oder strukturmechanisch vorteilhaft.
[0010] Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, eine Technik bereitzustellen, die eine
aerodynamisch und/oder strukturmechanisch verbesserte Auslegung einer Leitschaufelreihe
ermöglicht.
[0011] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Leitschaufelkranzgehäuse gemäß Anspruch 1, durch
ein Segment eines Leitschaufelkranzgehäuses gemäß Anspruch 5, durch einen Bausatz
für eine Strömungsmaschine gemäß Anspruch 6 und eine Strömungsmaschine gemäß Anspruch
8. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen, der Beschreibung und
den Figuren offenbart.
[0012] Ein erfindungsgemäßes Leitschaufelkranzgehäuse für eine Strömungsmaschine weist eine
innere Gehäuseoberfläche auf, die (vorzugsweise im Wesentlichen entlang einer Zylinder-
oder Kegelmantelfläche) um eine zentrale (geometrische) Achse verläuft und dieser
Achse zugewandt ist; die zentrale Achse ist dabei vorzugsweise so angeordnet, dass
in montiertem Zustand eine Rotationsachse eines in das Leitschaufelkranzgehäuse eingesetzten
Rotors mit der zentralen Achse übereinstimmt.
[0013] In der Gehäuseoberfläche ist eine Mehrzahl an Aufnahmen jeweils für einen Schaufelteller
einer Leitschaufel angeordnet. Zwischen mindestens zwei benachbarten Aufnahmen weist
die Gehäuseoberfläche eine radiale Ausnehmung auf, die die beiden Aufnahmen (in Umfangsrichtung)
miteinander verbindet.
[0014] Ein erfindungsgemäßes Segment eines Leitschaufelkranzgehäuses lässt sich mit mindestens
einem weiteren Segment zu einem erfindungsgemäßen Leitschaufelkranzgehäuse (gemäß
einer der in dieser Schrift offenbarten Ausführungsformen) zusammensetzen. Es umfasst
die mindestens zwei benachbarten, durch eine radiale Ausnehmung miteinander verbundenen
Aufnahmen für Schaufelteller. Vorzugsweise ist ein erfindungsgemäßes Segment als Ringsegment
ausgebildet, beispielsweise als Halb-, Drittel- oder Viertelring.
[0015] Ein erfindungsgemäßer Bausatz für eine Strömungsmaschine umfasst ein erfindungsgemäßes
Leitschaufelkranzgehäuse gemäß einer der in dieser Schrift offenbarten Ausführungsformen
sowie eine oder mehrere Leitschaufeln, die jeweils in eine der Aufnahmen des Leitschaufelkranzgehäuses
eingesetzt oder einzusetzen sind.
[0016] Eine erfindungsgemäße Strömungsmaschine umfasst eine Leitschaufelreihe, die eine
Mehrzahl an Leitschaufeln sowie ein erfindungsgemäßes Leitschaufelkranzgehäuse gemäß
einer der in dieser Schrift offenbarten Ausführungsformen aufweist, in dessen Aufnahmen
je ein Leitschaufelteller der Leitschaufeln eingesetzt ist.
[0017] Ein erfindungsgemäßes Leitschaufelkranzgehäuse, ein erfindungsgemäßes Segment eines
Leitschaufelkranzgehäuses, ein erfindungsgemäßer Bausatz und eine erfindungsgemäße
Strömungsmaschine ermöglichen jeweils vorteilhaft eine Anordnung von Leitschaufeln,
bei der ein Abstand zwischen benachbarten Leitschaufeltellern minimiert und gleichwohl
die Gefahr einer Verformung einer Aufnahme vermieden werden kann: Denn insbesondere
wenn zwei benachbarte Aufnahmen kreiszylindrisch geformte Abschnitte aufweisen, laufen
sie radial nach innen aufeinander zu. Im Bereich der (der zentralen Achse zugewandten)
inneren Gehäuseoberfläche haben sie daher einen geringsten Abstand voneinander. Gemäß
der vorliegenden Erfindung braucht nun in diesem Bereich kein Mindestabstand eingehalten
zu werden, um zu verhindern, dass sich eine zu dünne Trennwand in diesem Bereich ungünstig
verformt: Erfindungsgemäß ist in diesem engsten Bereich eine Ausnehmung in der Gehäuseoberfläche
zwischen den Aufnahmen, so dass eine Trennwand, die sich verformen könnte, dort nicht
vorhanden ist.
[0018] Insbesondere ermöglicht ein erfindungsgemäßes Leitschaufelkranzgehäuse die Auslegung
mit einer großen Anzahl an Leitschaufeln bzw. mit großen Leitschaufeltellern und damit
eine Verbesserung des Wirkungsgrades und der Haltbarkeit einer Strömungsmaschine.
[0019] Vorzugsweise weisen die mindestens zwei Aufnahmen die gleichen Abmessungen auf, sind
also übereinstimmend geformt.
[0020] Vorteilhaft ist eine Ausführungsvariante, bei der die mindestens zwei Aufnahmen jeweils
einen im Wesentlichen kreiszylindrischen Abschnitt (z.B. eine kreiszylindrische Bohrung)
aufweisen, der bezogen auf die zentrale Achse des Leitschaufelkranzgehäuses radial
verläuft. Derartige Aufnahmen können entsprechend geformte Leitschaufelteller mit
einem kreiszylindrischen Abschnitt aufnehmen, was eine besonders sichere und stabile
Lagerung und Verschwenkbarkeit der Leitschaufeln ermöglicht.
[0021] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die mindestens zwei Aufnahmen jeweils
dazu eingerichtet, einen Leitschaufelteller aufzunehmen, der an der dem Schaufelblatt
abgewandten (bzw. gegenüber liegenden) Seite einen zylindrischen Verstellzapfen aufweist.
Dazu können die mindestens zwei Aufnahmen jeweils zwei konzentrische zylindrische
Abschnitte aufweisen, von denen ein radial weiter außen liegender (zum Aufnehmen eines
Verstellzapfens) enger ist als der radial weiter innen liegende (zum Aufnehmen des
Tellers selbst). Die Ausnehmung erstreckt sich vorzugsweise in (bezogen auf das Leitschaufelkranzgehäuse
bzw. eine Rotationswelle) radialer Richtung bis maximal zu einer (radialen) Tiefe
des radial weiter innen liegenden zylindrischen Abschnittes der Aufnahmen. Sie verbindet
somit vorzugsweise nur die radial innen liegenden Abschnitte (die einen größeren Durchmesser
aufweisen als die Abschnitte zum Aufnehmen der Verstellzapfen): Auf diese Weise wird
wie oben beschrieben eine enge Anordnung der Leitschaufeln unter Erhaltung einer hohen
Stabilität der eingesetzten Leitschaufeln sowie einer geringen Leckage ermöglicht.
[0022] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weisen die Aufnahmen
in einem derartigen radial innen liegenden Abschnitt eine radiale Tiefe (d.h. radiale
Erstreckung in das Leitschaufelkranzgehäuse hinein) auf, die vorzugsweise zwischen
2 mm und 3 mm beträgt. Derartige Abmessungen ermöglichen ein Aufnehmen von Leitschaufeltellern
mit üblicher Dicke (sowie ggf. zusätzlich einer Gleitscheibe), ohne dass die radial
innen anzuordnende Oberfläche der Leitschaufelteller aus der inneren Gehäuseoberfläche
herausragt (was strömungstechnisch nachteilig wäre).
[0023] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform weist die Ausnehmung eine radiale Erstreckung
auf, die kleiner ist als eine radiale Tiefe mindestens einer der Aufnahmen bzw. eines
radial inneren zylindrischen Abschnitts der Aufnahme. Insbesondere ist zwischen den
mindestens zwei Aufnahmen eines erfindungsgemäßen Leitschaufelkranzgehäuses vorzugsweise
eine Trennwand ausgebildet, die sich radial zwischen einer Bodenfläche mindestens
einer der Aufnahmen und der radialen Ausnehmung erstreckt; die Bodenfläche ist dabei
eine Fläche, die mindestens einen Teil der Aufnahme nach radial außen begrenzt. Insbesondere
in einer Ausführungsform, bei der die Aufnahme einen radial äußeren Abschnitt zum
Aufnehmen eines Verstellzapfens und einen radial inneren Abschnitt zum Aufnehmen des
Schaufeltellers selbst aufweist, bildet die Bodenfläche vorzugsweise eine radiale
Anlagefläche für den Schaufelteller und ist in der Bodenfläche eine Öffnung angeordnet,
durch die der Verstellzapfen geschoben werden kann.
[0024] Die genannte Trennwand liegt somit vorzugsweise radial weiter außen als die Ausnehmung,
die die benachbarten Aufnahmen miteinander verbindet. In diesem Bereich liegen ggf.
kreiszylindrisch geformt Abschnitte der Aufnahmen weiter auseinander, so dass dort
keine Gefahr einer Verformung der Trennwand besteht. Die Trennwand erlaubt dort somit
eine sichere und stabile Lagerung eingesetzter Leitschaufeln sowie ggf. eine stabile
Positionierung einer Gleitscheibe zwischen der Bodenfläche und dem Schaufelteller
und damit in einem Bereich, in dem eine Trennwanddicke aufgrund der sich radial nach
außen voneinander entfernenden Aufnahmen nicht kritisch ist.
[0025] Vorzugsweise weist die Trennwand eine Grundfläche auf, die in Umfangsrichtung auf
beiden Seiten nach innen gewölbt (konkav) ist; damit kann sie eine kreisringförmige
Gleitscheibe passgenau und damit leckagearm aufnehmen.
[0026] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform weist die Trennwand eine radiale Höhe auf,
die zwischen 1 mm und 1,5 mm beträgt. Als radiale Höhe wird dabei ein Abstand zwischen
einem Boden mindestens einer der Aufnahmen und der radialen Ausnehmung bezeichnet;
sofern die mindestens zwei Aufnahmen unterschiedliche radiale Tiefen haben, ist dabei
ein Boden derjenigen Aufnahme zu wählen, die die kleinere Tiefe aufweist.
[0027] Eine derartige radiale Höhe reduziert in einem für die Trennwanddicke nicht kritischen
Bereich eine Leckage zwischen den mindestens zwei Aufnahmen und ermöglicht zudem ein
Aufnehmen einer ggf. vorgesehenen Gleitscheibe zwischen dem Aufnahmeboden und einem
einzusetzenden Leitschaufelteller.
[0028] Vorteilhaft ist eine Ausführungsform, bei der die Trennwand in axialer Richtung eine
Länge aufweist, die zwischen 10 mm und 20 mm beträgt; auf diese Weise kann eine ungünstig
geringe Trennwandstärke seitlich eines (z.B. in einem engsten Bereich zwischen zwei
Aufnahmen liegenden) Zentrums der Ausnehmung vermieden werden.
[0029] An einer in Umfangsrichtung dünnsten Stelle weist die Trennwand vorzugsweise eine
Dicke auf, die zwischen 0,3 mm und 0,5 mm beträgt. Damit kann einerseits eine Verformung
der Trennwand beim Einsetzen der Leitschaufeln bzw. im Gebrauch verhindert werden,
andererseits erlaubt eine derartige Dicke eine vorteilhaft enge Auslegung der Leitschaufeln.
[0030] Zwischen das Leitschaufelkranzgehäuse und die Leitschaufeln werden vorzugsweise Gleitscheiben
in die Aufnahmen eingesetzt; ein erfindungsgemäßer Bausatz bzw. eine erfindungsgemäße
Strömungsmaschine können vorzugsweise derartige Gleitscheiben umfassen. Sie können
einer Reibungsreduzierung bei Verstellen der Leitschaufeln bewirkt werden.
[0031] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Zeichnungen
näher erläutert. Es versteht sich, dass einzelne Elemente und Komponenten auch anders
kombiniert werden können als dargestellt. Bezugszeichen für einander entsprechende
Elemente sind figurenübergreifend verwendet und werden ggf. nicht für jede Figur neu
beschrieben.
[0032] Es zeigen schematisch:
- Figur 1:
- einen Abschnitt eines herkömmlichen Leitschaufelkranzgehäuses in perspektivischer
Darstellung;
- Figur 2:
- einen Abschnitt eines exemplarischen erfindungsgemäßen Leitschaufelkranzgehäuses;
- Figur 3:
- einen Abschnitt eines beispielhaften erfindungsgemäßen Leitschaufelkranzgehäuses mit
einer einzusetzenden Leitschaufel in Explosionsdarstellung.
[0033] In der Figur 1 ist ein Segment eines herkömmlichen Leitschaufelkranzgehäuses 10 dargestellt,
das im vorliegenden Beispiel im Wesentlichen halbringförmig ausgebildet ist. Zusammen
mit einem weiteren, analog ausgebildeten (und nicht gezeigten) Segment weist das Leitschaufelkranzgehäuse
10 eine (abstrakte) zentrale geometrische Achse A auf, die bei montierter Strömungsmaschine
mit der Rotationsachse eines (in der Figur nicht gezeigten) Rotors übereinstimmt.
Zur Montage bzw. zum Zusammensetzen mit anderen Teilen des Leitschaufelkranzgehäuses
hat das gezeigte Segment einen Montagerand 19 mit Löchern für Verschraubungen.
[0034] Das in der Figur 1 dargestellte Segment eines Leitschaufelkranzgehäuses 10 weist
an seiner inneren Gehäuseoberfläche 11 drei axial hintereinander (in der Darstellung
untereinander) angeordnete, ringartige Bereiche auf, die jeweils eine Mehrzahl an
Aufnahmen 12 für Schaufelteller von Leitschaufeln umfassen. Die Bereiche haben dabei
verschiedene Radien, so dass sich die innere Gehäuseoberfläche in vorgesehener Hautstromrichtung
R (in der Figur von unten nach oben) in den Abschnitten stufenweise verjüngt. Zwischen
den Abschnitten mit den Aufnahmen 12 liegen jeweils
Bereiche der Gehäuseoberfläche 11, die auf einer Zylindermantelfläche angeordnet sind.
[0035] In ihrem Zentrum weisen die Aufnahmen 12 jeweils eine Zapfenaufnahme 17 auf, die
dazu eingerichtet ist, einen Verstellzapfen an einem Leitschaufelteller aufzunehmen.
Über einen radial außen liegenden Verstellmechanismus (nicht dargestellt) können die
Verstellzapfen und damit die zugehörigen Leitschaufeln vorzugsweise verschwenkt werden.
[0036] In der Figur 1 sind die Aufnahmen des mittleren Bereichs Schaufelteller 21a mit Leitschaufeln
20 bestückt. Die Leitschaufeln 20 weisen dabei an der den Schaufeltellern 21a gegenüber
liegenden Seite jeweils Schaufelteller 21b auf, die dazu eingerichtet sind, in Aufnahmen
in einem (nicht dargestellten) Innenring eingesetzt zu werden.
[0037] Wie aus der Figur 1 ersichtlich, sind die Aufnahmen 12 in herkömmlicher Weise durch
Trennwände voneinander getrennt. Insbesondere in dem engsten (in der Figur obersten)
Bereich sind diese Trennwände sehr dünn, so dass es wie oben beschrieben zu Verformungen
kommen kann.
[0038] In der Figur 2 ist demgegenüber ein Abschnitt einer Gehäuseoberfläche 11 eines erfindungsgemäßen
Leitschaufelkranzgehäuses skizziert; die Gehäuseoberfläche ist einer (nicht gezeigten)
zentralen Achse des Leitschaufelkranzgehäuses zugewandt.
[0039] In der Gehäuseoberfläche 11 sind Aufnahmen 12' angeordnet, in die radial äußere Schaufelteller
geeigneter Leitschaufeln einzusetzen sind. Den Öffnungen der Aufnahmen 12' in der
Gehäuseoberfläche 11 gegenüberliegend weisen die Aufnahmen jeweils eine ringförmige
Bodenfläche 14 auf, in deren Zentrum eine Zapfenaufnahme 17 für einen Verstellzapfen
der jeweiligen Leitschaufel angeordnet ist. Im dargestellten Beispiel sind die Aufnahmen
12' jeweils gleich geformt und haben insbesondere eine kreiszylindrische Grundform,
von der ausgehend (konzentrisch) die (ebenfalls kreiszylindrische) Zapfenaufnahme
17 angeordnet ist.
[0040] Die Gehäuseoberfläche 11 weist zwischen den in der Figur 2 gezeigten benachbarten
Aufnahmen 12' eine radiale Ausnehmung 16 auf, die die benachbarten Aufnahmen miteinander
verbindet. Die Ausnehmungen haben jeweils eine radiale Tiefe t, die vorzugsweise in
einem Bereich von 1 mm bis 1,5 mm liegt.
[0041] Zwischen den benachbarten Aufnahmen 12' ist jeweils eine Trennwand 15 ausgebildet,
die sich zwischen dem Boden 14 der Aufnahmen und der Ausnehmung 16 (bzw. radial bezogen
auf eine zentrale Achse des Leitschaufelkranzgehäuses) erstreckt. Dabei weist die
Trennwand 15 eine radiale Höhe h auf, die vorzugsweise zwischen 1 mm und 1,5 mm beträgt.
Eine derartige Höhe ermöglicht eine vorteilhafte Zentrierung der einzusetzenden Schaufelteller
bzw. Gleitscheiben und vermindert eine Leckage in diesem Bereich.
[0042] In axialer Richtung (bezogen auf eine zentrale Achse des Leitschaufelkranzgehäuses)
hat die Trennwand eine Länge 1; diese beträgt vorzugsweise zwischen 10 mm und 20 mm.
Die Trennwand 15 weist im gezeigten Beispiel eine Grundfläche auf, die in Umfangsrichtung
auf beiden Seiten nach innen gewölbt ist. In Umfangsrichtung hat die Trennwand 15
an ihrer dicksten Stelle (an ihren Enden) eine Dicke d
1 und an ihrer dünnsten Stelle eine Dicke d
2; vorzugsweise liegt d
2 in einem Bereich von 0,3 mm bis 0,5 mm; damit kann das Risiko einer Verformung der
Trennwand minimiert werden. Die Dicke d
1 (an der dicksten Stelle der Trennwand 15) ergibt sich aus d
2, der Länge der Trennwand und dem Radius der Aufnahmen 12'. Vorzugsweise liegt d
1 in einem Bereich zwischen 2,5 mm und 3 mm.
[0043] In Figur 3 ist ein Abschnitt eines erfindungsgemäßen Leitschaufelkranzgehäuses 10'
gezeigt. Das Leitschaufelkranzgehäuse 10' weist eine Gehäuseoberfläche 11 mit Aufnahmen
12' auf, von denen benachbarte jeweils durch eine Ausnehmung 16 in der Gehäuseoberfläche
11 miteinander verbunden sind. In einer Bodenfläche 14 der Aufnahmen haben diese jeweils
eine Zapfenaufnahme 17, in die eine Buchse 31 für den Verstellzapfen 23 einer Leitschaufel
20 eingesetzt ist.
[0044] In einer Explosionsdarstellung ist in der Figur 3 exemplarisch verdeutlicht, wie
eine derartige Leitschaufel 20 mit einem Leitschaufelteller 21a und dem daraus sich
erstreckenden Verstellzapfen 23 in das Leitschaufelkranzgehäuse einzusetzen ist; zwischen
den Schaufelteller 21a und der Bodenfläche der Aufnahme 12' wird dabei eine Gleitscheibe
30 eingesetzt, die als Ring ausgebildet ist, durch den der Verstellzapfen geschoben
wird.
[0045] Ein erfindungsgemäßes Leitschaufelkranzgehäuse 10' für eine Strömungsmaschine weist
eine um eine zentrale Achse A verlaufende und der Achse zugewandte Gehäuseoberfläche
11 auf, in der eine Mehrzahl an Aufnahmen 12' jeweils für einen Schaufelteller 21a
einer Leitschaufel 20 angeordnet ist. Zwischen mindestens zwei benachbarten Aufnahmen
12' ist in der Gehäuseoberfläche 11 eine radiale Ausnehmung 16 angeordnet, die die
beiden Aufnahmen miteinander verbindet.
[0046] Ein erfindungsgemäßes Segment eines erfindungsgemäßen Leitschaufelkranzgehäuses (gemäß
einer der in dieser Schrift offenbarten Ausführungsformen) umfasst die mindestens
zwei benachbarten, durch eine radiale Ausnehmung 16 miteinander verbundenen Aufnahmen
12'.
[0047] Ein erfindungsgemäßer Bausatz für eine Strömungsmaschine umfasst ein erfindungsgemäßes
Leitschaufelkranzgehäuse 10' (gemäß einer der in dieser Schrift offenbarten Ausführungsformen)
sowie eine oder mehrere an Leitschaufeln 20, die jeweils in eine der Aufnahmen 12'
einzusetzen sind und/oder von denen mindestens ein Teil eingesetzt sind.
[0048] Eine erfindungsgemäße Strömungsmaschine umfasst eine Mehrzahl an Leitschaufeln 20
sowie ein erfindungsgemäßes Leitschaufelkranzgehäuse 10' (gemäß einer der in dieser
Schrift offenbarten Ausführungsformen), in dessen Aufnahmen 12' je ein Leitschaufelteller
21a der Leitschaufeln eingesetzt ist.
Bezugszeichen
[0049]
- 10, 10'
- Leitschaufelkranzgehäuse
- 11
- Gehäuseoberfläche
- 12, 12'
- Aufnahme
- 14
- Bodenfläche
- 15
- Trennwand
- 16
- Ausnehmung
- 17
- Zapfenaufnahme
- 19
- Montagerand
- 20
- Leitschaufel
- 21a, 21b
- Schaufelteller
- 23
- Verstellzapfen
- 30
- Gleitscheibe
- 31
- Buchse
- A
- zentrale Achse
- R
- vorgesehene Hauptstromuchtung
- d1
- Dicke der Trennwand an deren dickster Stelle
- d2
- Dicke der Trennwand an deren dünnster Stelle
- h
- radiale Höhe der Trennwand
- l
- Länge der Trennwand (in axialer Richtung)
- t
- radiale Tiefe der Ausnehmung
1. Leitschaufelkranzgehäuse (10') für eine Strömungsmaschine, das eine um eine zentrale
Achse (A) verlaufende und der Achse zugewandte Gehäuseoberfläche (11) aufweist, wobei
in der Gehäuseoberfläche eine Mehrzahl an Aufnahmen (12') jeweils für einen Schaufelteller
(21a) einer Leitschaufel (20) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gehäuseoberfläche (11) zwischen mindestens zwei benachbarten Aufnahmen (12') eine
radiale Ausnehmung (16) aufweist, die die beiden Aufnahmen miteinander verbindet.
2. Leitschaufelkranzgehäuse gemäß Anspruch 1, wobei die Aufnahmen (12') jeweils einen
im Wesentlichen zylindrischen Abschnitt umfassen, der sich radial in das Gehäuse hinein
erstreckt.
3. Leitschaufelkranzgehäuse gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei zwischen den mindestens
zwei Aufnahmen eine Trennwand (15) ausgebildet ist, die sich radial zwischen einem
Boden (14) mindestens einer der Aufnahmen und der radialen Ausnehmung (16) erstreckt.
4. Leitschaufelkranzgehäuse gemäß Anspruch 3, wobei die Trennwand eine radiale Höhe (h)
aufweist, die zwischen 1 mm und 1,5 mm beträgt
und/oder wobei die Trennwand in axialer Richtung eine Länge (l) aufweist, die zwischen
10 mm und 20 mm beträgt
und/oder wobei die Trennwand in Umfangsrichtung an einer dünnsten Stelle eine Dicke
(d2) aufweist, die zwischen 0,3 mm und 0,5 mm beträgt.
5. Segment eines Leitschaufelkranzgehäuses gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das
Segment die mindestens zwei benachbarten, durch eine radiale Ausnehmung (16) miteinander
verbundenen Aufnahmen (12') umfasst.
6. Bausatz für eine Strömungsmaschine, der ein Leitschaufelkranzgehäuse (10') gemäß einem
der vorhergehenden Ansprüche sowie eine oder mehrere Leitschaufeln (20) umfasst, die
jeweils in eine der Aufnahmen (12') einzusetzen oder eingesetzt sind.
7. Bausatz gemäß Anspruch 6, der zudem eine Mehrzahl an Gleitscheiben (30) umfasst, die
jeweils zwischen das Leitschaufelkranzgehäuse und je eine der Leitschaufeln (20) in
die Aufnahmen (12') einzusetzen oder eingesetzt sind.
8. Strömungsmaschine mit einer Leitschaufelreihe, die eine Mehrzahl an Leitschaufeln
(20) sowie ein Leitschaufelkranzgehäuse (10') gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4 umfasst,
in dessen Aufnahmen (12') je ein Leitschaufelteller (21a) der Leitschaufeln eingesetzt
ist.
9. Strömungsmaschine gemäß Anspruch 8, die zudem eine Mehrzahl an Gleitscheiben (30)
umfasst, die jeweils zwischen das Leitschaufelkranzgehäuse (10') und je eine der Leitschaufeln
(20) in die Aufnahmen eingesetzt sind.