[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Leitschaufelsegment für eine Gasturbine, insbesondere
Fluggasturbine, umfassend wenigstens ein radial äußeres Deckband und ein radial inneres
Deckband, die sich entlang eines jeweiligen Kreisbogens erstrecken und gemeinsam einen
Ringabschnitt bilden, wobei in radialer Richtung zwischen dem äußeren Deckband und
dem inneren Deckband mehrere Leitschaufeln in Umfangsrichtung nebeneinander angeordnet
sind, die mit dem inneren Deckband und dem äußeren Deckband materialschlüssig verbunden,
insbesondere einstückig verbunden sind, wobei das äußere Deckband in einer axialen
Längsrichtung ein axial vorderes Stirnwandelement und ein axial hinteres Stirnwandelement
umfasst, derart, dass das äußere Deckband und die beiden Stirnwände im Längsschnitt
ein wannenartiges Profil bilden, wobei an der axial hinteren Stirnwand wenigstens
ein Radialsicherungselement vorgesehen ist, das dazu eingerichtet ist, das Leitschaufelsegment
in radialer Richtung relativ zu einem umgebenden Gehäuse zu sichern, wobei das Radialsicherungselement
als Vorsprung ausgebildet ist mit einem Auflageabschnitt, der dazu eingerichtet ist,
an einem korrespondierenden Gegenstück am Gehäuse abgestützt zu werden.
[0002] In der vorliegenden Anmeldung sind Richtungsangaben wie "Axial-" bzw. "axial", "Radial-"
bzw. "radial" und "Umfangs-" grundsätzlich auf die Maschinenachse der Gasturbine bezogen
zu verstehen, sofern sich aus dem Kontext nicht explizit oder implizit etwas anderes
ergibt.
[0003] Für eine verbesserte und vereinfachte Montage von Leitschaufelsegmenten, die auch
als Leitschaufelcluster bezeichnet werden können, in einer Gasturbine, hat es sich
gezeigt, dass das Vorsehen von Radialsicherungselementen eine passende Alternative
zu bisher bekannten Hakensicherungen darstellen.
[0004] Bei der radialen Sicherung von Leitschaufelsegmenten, die in einer Gasturbine in
der Regel zu einem Leitschaufelring zusammengesetzt sind, geht es insbesondere darum,
die Leitschaufelsegmente innerhalb des Turbinengehäuses in radialer Richtung gegen
ein Herausfallen zu sichern. Im Betrieb der Gasturbine wirkt auf das Leitschaufelsegment
durch die Strömung, denen die Leitschaufel(n) ausgesetzt ist bzw. sind, in der Regel
ein Moment, welches derartiger Natur ist, dass das axial hintere Stirnwandelement
nach radial außen gedrückt wird, wohingegen das axial vordere Stirnwandelement nach
radial innen gezogen wird. Dieses Moment wird am axial hinteren Stirnwandelement dadurch
aufgenommen, dass sich der radial äußere Rand desselben am Gehäuse abstützt. Ist die
Strömungsmaschine jedoch außer Betrieb, so fehlt die auf die Leitschaufeln wirkende
Strömung im Gaskanal. Vor allem für diesen Fall dient die hier beschriebene radiale
Ausfallsicherung bzw. das Radialsicherungselement. Auf diese Weise wird verhindert,
dass das Leitschaufelsegment bei Stillstand der Strömungsmaschine zum Beispiel schwerkraftbedingt
herausfallen kann.
[0005] In radialer Richtung sind im Betrieb der Gasturbine geringere Kräfte abzustützen.
Ein Abstützen von in Radialrichtung wirkenden Kräften kann in der Regel dann optimal
erfolgen, wenn eine Auflagefläche einen Normalenvektor aufweist, der nur Vektorkomponenten
in Radialrichtung oder/und Axialrichtung aufweist. Es hat sich allerdings gezeigt,
dass derartige Auflageflächen in der Herstellung eher aufwändig sind, wenn die Auflagefläche
in Umfangsrichtung entsprechend dem auf die Maschinenachse bezogenen Radius gekrümmt
sein soll, oder wenn die Auflagefläche in einer Tangentialebene zum Umfang im Bereich
des äußeren Deckbandes liegt.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Leitschaufelsegment bereitzustellen, dessen Radialsicherungselement
eine vereinfachte Fertigung ermöglicht.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe wird vorgeschlagen, dass der Auflageabschnitt eine Auflagefläche
aufweist, die in einer ersten Ebene liegt, deren Normalenvektor Vektorkomponenten
in Umfangrichtung sowie in Axialrichtung (AR) oder/und in Radialrichtung (RR) aufweist.
Anders ausgedrückt, liegt die erste Ebene so im Raum, dass sie eine Tangentialebene
bzw. Tangentialrichtung zur Umfangsrichtung in einer Ebene schneidet, die durch die
Radialrichtung und die Umfangrichtung aufgespannt ist. Weist der Normalenvektor eine
Vektorkomponenten in Umfangsrichtung sowie in Axialrichtung oder in Radialrichtung
(oder in Axial-und Radialrichtung) auf, weist die erste Ebene keine Krümmung in Umfangsrichtung
auf und kann durch diese vereinfachte Geometrie bzw. Formgebung einfacher hergestellt
werden.
[0008] Weiterbildend wird vorgeschlagen, dass das Leitschaufelsegment in Umfangsrichtung
(UR) am äußeren Deckband zwei voneinander in einem Abstand angeordnete Deckbandseitenflächen
aufweist, die derart ausgebildet sind, dass sie mit einer Deckbandseitenfläche eines
benachbarten Leitschaufelsegments in Kontakt kommen können, wobei das Radialsicherungselement
mit wenigstens einer Deckbandseitenfläche bündig ausgebildet ist.
[0009] Dabei kann das Leitschaufelsegment in Umfangsrichtung zueinander in einem Abstand
angeordnet zwei Radialsicherungselemente umfassen, so dass das Leitschaufelsegment
an zwei Punkten definiert abgestützt wird und nicht aus der vorgesehenen Lage verrutschen
kann, sich insbesondere nicht um eine radial verlaufende Achse verdrehen kann..
[0010] Hierzu wird vorgeschlagen, dass das eine Radialsicherungselement bündig mit der einen
Deckbandseitenfläche ausgebildet ist, und dass das andere Radialsicherungselement
zur anderen Deckbandseitenfläche mit einem Abstand angeordnet ist.
[0011] Dabei ist es bevorzugt, dass der in Umfangsrichtung gemessene Abstand der beiden
Radialsicherungselement kleiner ist als der in Umfangsrichtung gemessene Abstand der
beiden Deckbandseitenflächen.
[0012] Es wird weiter vorgeschlagen, dass das Radialsicherungselement durch Linearschleifen
hergestellt ist. Linearschleifen ermöglicht das Bewegen eines entsprechenden Schleifwerkzeugs
entlang einer Schleifhauptrichtung, und entlang einer hierzu orthogonalen Vorschubrichtung.
Durch das lineare Schleifen kann aufgrund der Werkzeuggeometrie und des linearen Bewegungsvorgangs
(Schleifhauptrichtung) in einfacher Weise eine Auflagefläche ausgebildet werden, deren
Normalenvektor die oben genannten Merkmale aufweist.
[0013] Weiter wird vorgeschlagen, dass der Auflageabschnitt eine zweite Fläche aufweist,
die in einer zweiten Ebene liegt, deren Normalenvektor Vektorkomponenten in Umfangrichtung
sowie in Axialrichtung (AR) oder/und in Radialrichtung (RR) aufweist.
[0014] Dabei ist es bevorzugt, dass die zweite Fläche und die Auflagefläche zueinander geneigt
sind, wobei der von der ersten und der zweiten Ebene gebildete Winkel in einer Schnittebene,
die durch die Radialrichtung (RR) und die Axialrichtung (AR) aufgespannt ist, in einem
Bereich zwischen 70° und 90°, vorzugsweise 75° bis 85° liegt.
[0015] Das Leitschaufelsegment kann ferner in Umfangsrichtung in einem zentralen Bereich
der hinteren Stirnwand ein Umfangssicherungselement umfassen.
[0016] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird auch gelöst durch ein Verfahren
zur Herstellung eines Leitschaufelsegments für eine Gasturbine, insbesondere Fluggasturbine,
umfassend folgende Schritte:
Bereitstellen eines Roh-Leitschaufelsegments (10a) mit wenigstens einem radial äußeren
Deckband (14) und einem radial inneren Deckband (12), die sich entlang eines jeweiligen
Kreisbogens erstrecken und gemeinsam einen Ringabschnitt bilden, wobei in radialer
Richtung (RR) zwischen dem äußeren Deckband (14) und dem inneren Deckband (12) mehrere
Leitschaufeln (16) in Umfangsrichtung (UR) nebeneinander angeordnet sind, die mit
dem inneren Deckband (12) und dem äußeren Deckband (14) materialschlüssig verbunden,
insbesondere einstückig verbunden sind, wobei das äußere Deckband (14) in einer axialen
Längsrichtung (AR) ein axial vorderes Stirnwandelement (22) und ein axial hinteres
Stirnwandelement (24) umfasst, derart dass das äußere Deckband (14) und die beiden
Stirnwände (22, 24) im Längsschnitt ein wannenartiges Profil bilden, und mit wenigstens
einem Roh-Radialsicherungselement;
Ausrichten des Roh-Leitschaufelsegments relativ zu einer Linearschleifvorrichtung,
derart dass mittels der Linearschleifvorrichtung Material des Roh-Radialsicherungselements
abgetragen werden kann;
Abschleifen des Roh-Radialsicherungselements mittels der Linearschleifvorrichtung
bis das Roh-Radialsicherungselement die Form eines Radialsicherungselements mit einem
Auflageabschnitt angenommen hat, der eine Auflagefläche aufweist, die in einer ersten
Ebene liegt, deren Normalenvektor Vektorkomponenten in Umfangrichtung sowie in Axialrichtung
(AR) oder/und in Radialrichtung (RR) aufweist.
[0017] Dabei können der Schritt des Ausrichtens des Roh-Leitschaufelsegments und der Schritt
des Abschleifens je einmal durchgeführt werden für ein jeweiliges Roh-Radialsicherungselement,
wenn am Roh-Leitschaufelsegment zwei oder mehr Roh-Radialsicherungselemente vorgesehen
sind.
[0018] Ferner wird vorgeschlagen, dass der Schritt des Ausrichtens des Roh-Leitschaufelsegments
relativ zur Linearschleifvorrichtung derart ausgeführt wird, dass die Linearschleifvorrichtung
beim Abschleifen des Roh-Radialsicherungselements mit einem Abstand zu anderen Komponenten
des Roh-Leitschaufelsegments geführt bzw. bewegt werden kann, insbesondere mit einem
Abstand zu einem in Umfangsrichtung in einem zentralen Bereich an der hinteren Stirnwand
vorgesehen Umfangssicherungselement bzw. einem entsprechenden Roh-Umfangssicherungselement.
[0019] Das Linearschleifen der Radialsicherungselemente kann für unterschiedliche Leitschaufelsegmente
unterschiedlicher Turbinenstufen bzw. unterschiedlicher Gasturbinen angepasst werden,
so dass durch entsprechende relative Ausrichtung von Leitschaufelsegment und Linearschleifwerkzeug
die Auflagefläche des Radialsicherungselements hergestellt werden und kann dass die
Linearschleifvorrichtung nicht in Kontakt mit anderen Komponenten bzw. Bauteilen,
insbesondere Vorsprüngen und Verstärkungsrippen, des Leitschaufelsegments in Berührung
kommt.
[0020] Schließlich betrifft die Erfindung auch eine Gasturbine, insbesondere Fluggasturbine
umfassend wenigstens eine Turbinenstufe mit mehreren Leitschaufelsegmenten, die in
Umfangsrichtung nebeneinander angeordnet, so dass sie einen Leitschaufelring der Turbinenstufe
bilden, wobei die Leitschaufelsegmente wenigstens eines der oben beschriebenen Merkmale
aufweisen.
[0021] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Figuren beispielhaft
und nicht einschränkend beschrieben.
Fig. 1 zeigt in einer vereinfachten perspektivischen Darstellung ein Leitschaufelsegment.
Fig. 2 zeigt eine stark vereinfachte Längsschnittdarstellung eines Übergangsbereichs
zwischen Leitschaufelsegment und Turbinengehäuse.
Fig. 3 zeigt eine Vergrößerung des in Figur 2 gestrichelt umrandeten Bereichs III
mit einem Radialsicherungselement und einem gehäuseseitigen Gegenstück.
Fig. 4 zeigt in einer vereinfachten perspektivischen Darstellung ein Roh-Leitschaufelsegment.
Fig. 5 zeigt in einer vereinfachten perspektivischen Prinzipdarstellung eine Linearschleifvorrichtung
in relativer Positionierung zum Leitschaufelsegment.
Fig. 6 zeigt in einer anderen vereinfachten perspektivischen Prinzipdarstellung die
Linearschleifvorrichtung in relativer Positionierung zum Leitschaufelsegment.
Fig. 7 zeigt eine vergrößerte Teilschnittdarstellung etwa entlang der Schnittlinie
VII-VII der Fig. 6.
Fig. 8 zeigt in den Teilfiguren A) und B) in schematischen und vereinfachten Prinzipdarstellungen
die Neigung einer Auflagefläche eines Radialsicherungselements.
[0022] Fig. 1 zeigt in einer vereinfachten perspektivischen Darstellung ein Leitschaufelsegment
10 mit einem radial inneren Deckband 12 und einem radial äußeren Deckband 14. In Radialrichtung
RR erstrecken sich zwischen dem inneren Deckband 12 und dem äußeren Deckband 14 Leitschaufeln
16, wobei die hier dargestellte Anzahl von drei Leitschaufeln 16 für ein Leitschaufelsegment
10 rein beispielhaft ist; es können auch zwei, vier, fünf oder mehr Leitschaufeln
in einem Leitschaufelsegment 10 vorgesehen sein.
[0023] Das Leitschaufelsegment 10 der Fig. 1 ist so dargestellt, dass der Blick auf die
Saugseiten 18 und die Hinterkanten 20 der Leitschaufeln 16 freigegeben ist. Das radial
äußere Deckband 14 umfasst eine axial vordere Stirnwand 22 und eine axial hintere
Stirnwand 24. Die beiden Stirnwände 22, 24 sind zum Deckband 14 geneigt ausgeführt,
so dass sich in einem Längsschnitt ein wannenartige Profil ergibt. In der Fig. 1 ist
ferner ein Radialsicherungselement 26 ersichtlich, das an der hinteren Stirnwand 24
ausgebildet ist und von dieser entgegen der Axialrichtung AR bzw. gegen die Hauptströmungsrichtung
in der Strömungsmaschine vorsteht.
[0024] Fig. 2 zeigt eine vereinfachte Längsschnittdarstellung durch das äußere Deckband
14 und einen Teil eines mit dem Leitschaufelsegment 10 verbundenen Turbinengehäuses
28. Ebenfalls ersichtlich sind aus der Fig. 2 die vordere Stirnwand 22 und die hintere
Stirnwand 24, die zusammen mit dem Deckband 14 das wannenartige Profil in der Schnittdarstellung
bilden. An der hinteren Stirnwand 24 ist das Radialsicherungselement 26 ersichtlich,
das als Vorsprung ausgebildet ist und entgegen der axialen Richtung AR von der hinteren
Stirnwand 24 vorsteht. Das Radialsicherungselement 26 weist einen im Schnitt im Wesentlichen
S-förmigen Auflageabschnitt 27 auf mit einem konvexen und einem konkaven Bogen, an
die gerade Stücke bzw. Flächen angrenzen. Am Gehäuse 28 ist ein zum Radialsicherungselement
26 komplementär ausgebildetes Gegenstück 30 ausgebildet, so dass zwischen dem Radialsicherungselement
26 und dem Gegenstück 30 eine Anlage ermöglicht wird zur radialen Sicherung des Leitschaufelsegments
26 am Gehäuse 30.
[0025] Fig. 3 zeigt den in Fig. 2 gestrichelt umrandeten Bereich III, so dass hieraus das
Radialsicherungselement 26 mit seinem Auflageabschnitt 27 und das Gegenstück 30 des
Turbinengehäuses 28 besser ersichtlich sind. Das Radialsicherungselement 26 umfasst
an seinem Auflageabschnitt 27 eine Auflagefläche 32 und eine zweite Fläche 34. Das
Gegenstück 30 weist eine Anlagefläche 36 auf, die der Auflagefläche 32 des Radialsicherungselements
26 gegenüber liegt. Wie aus der Schnittdarstellung ersichtlich, sind die Auflagefläche
32 und die zweite Fläche 34 geneigt zueinander ausgebildet, wobei sie in der Zeichnungsebene
(Ebene, die durch die Axialrichtung AR und die Radialrichtung RR aufgespannt wird)
einen Winkel β einschließen, der vorzugsweise etwa 70° bis 90°, insbesondere etwa
75° bis 85° beträgt. Die Anlagefläche 36 am Gegenstück 30 des Gehäuses 28 weist im
Wesentlichen die gleiche Neigung auf, wie die Auflagefläche 32. Das Zusammenwirken
zwischen der Anlagefläche 32 und der Anlagefläche 36 ermöglich die Sicherung des Leitschaufelsegments
10 in radialer Richtung RR.
[0026] Fig. 4 ist eine vereinfachte perspektivische Darstellung eines Roh-Leitschaufelsegments
10a nach dem Gießen eines solchen Werkstücks. Es sind die bereits erwähnten Komponenten
ersichtlich: äußeres Deckband 14, vordere Stirnwand 22, hintere Stirnwand 24, sowie
die Leitschaufeln 16. An der hinteren Stirnwand 24 sind zwei Roh-Radialsicherungselemente
26a und 26b ersichtlich, die als eine Art dreickiger Vorsprung entgegen der Axialrichtung
AR von der hinteren Stirnwand 24 abstehen. In einem in Umfangsrichtung UR zentralen
Bereich der hinteren Stirnwand 24 ist ein aus zwei Rippen gebildetes Umfangssicherungselement
40 ersichtlich, das ebenfalls noch in seiner Rohform nach dem Gießen vorliegt.
[0027] Um aus den Roh-Radialsicherungselementen 26a und 26b die fertig geformten Radialsicherungselemente
26 zu bilden, wie sie unter Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 3 bisher beschrieben worden
sind, wird an den Roh-Radialsicherungselementen 26a, 26b Material abgetragen, wobei
dies durch lineares Schleifen erfolgt. Hierzu zeigen die Fig. 5 und 6 beispielhaft
das (Roh-)Leitschaufelsegment 10 (10a) und eine vereinfacht und schematisch dargestellte
Linearschleifvorrichtung 42 in unterschiedlichen Perspektiven und relativen Anordnungen
zueinander. Die Linearschleifvorrichtung 42 und das Leitschaufelsegment 10 werden
so zueinander ausgerichtet, dass die Linearschleifvorrichtung 42 mit ihren Schleifflächen
44 in Kontakt mit einem der Roh-Radialsicherungselemente 26a, 26b kommt. Der lineare
Schleifvorgang wird solange durchgeführt, bis das Radialsicherungselement 26 bzw.
dessen Auflageabschnitt 27 seine endgültige Form erreicht hat, insbesondere die Auflagefläche
32 und die zweite Fläche 34 ausgebildet sind. Ausgehend von dem Roh-Leitschaufelsegment
10a der Fig. 4 zeigt die Fig. 5 eine Darstellung, bei der die Linearschleifvorrichtung
42 das Roh-Radialsicherungselemente 26b bearbeitet, und in Fig. 6 eine Darstellung,
bei der die Linearschleifvorrichtung 42 das Roh-Radialsicherungselement 26a bearbeitet.
Vom jeweils anderen Roh-Radialsicherungselement 26a bzw. 26b, das auch schon als fertig
bearbeitetes Radialsicherungselement 26 vorliegen kann, ist in Fig. 5 bzw. Fig. 6
jeweils nur ein oberer Abschnitt erkennbar.
[0028] Wie aus der Zusammenschau der Fig. 4 bis 6 ersichtlich ist, weist das Leitschaufelsegment
10 im Bereich des äußeren Deckbandes 14 jeweilige Deckbandseitenflächen 46 auf, die
dazu eingerichtet sind, dass benachbarte Leitschaufelsegmente 10 aneinander anliegen
können im montierten Zustand in der Gasturbine. Das Leitschaufelsegment 10 weist jeweils
zwei Deckbandseitenflächen 46 auf, wobei jeder Deckbandseitenfläche 46 ein Radialsicherungselement
26 zugeordnet sein kann. Dabei kann das betreffende Radialsicherungselement 26 mit
der Deckbandseitenfläche 46 bündig ausgeführt sein, wie dies beispielshaft aus der
Fig. 5 oder auch der Fig. 1 ersichtlich ist. Alternativ kann das Radialsicherungselement
26 zur Deckbandseitenfläche 46 in einem Abstand AB angeordnet sein, wie dies am besten
aus der Fig. 4 ersichtlich ist, aber auch in der Fig. 6 angedeutet ist bei dem in
der Fig. 6 linken Radialsicherungselement 26 (26a), das in Kontakt mit der Linearschleifvorrichtung
42 dargestellt ist.
[0029] Wie aus den Fig. 5 und 6 ersichtlich ist, wird die Linearschleifvorrichtung im Kontaktbereich
mit dem Radialsicherungselement 26 nicht tangential zu der in diesem Kontaktbereich
ausgebildeten Krümmung (entlang der Umfangsrichtung UR) des Deckbandes 14 bzw. der
hinteren Stirnwand 24 geführt. Vielmehr wird zwischen einer die Schleifrichtung repräsentierenden
Längsachse LAS der Linearschleifvorrichtung 42 und der Tangentialrichtung TR im Bereich
des Radialsicherungselements 26 ein Winkel y gebildet. Dies führt dazu, dass die mittels
der Linearschleifvorrichtung 42 ausgebildete Auflagefläche 32 oder/und die Fläche
34 Normalenvektoren aufweisen, der neben wenigstens einer Vektorkomponente in Axialrichtung
AR oder/und Radialrichtung RR auch eine Vektorkomponente in Umfangsrichtung UR aufweisen.
Eine derartige relative Positionierung von Linearschleifvorrichtung 42 und Leitschaufelsegment
10 zueinander ermöglicht das Abtragen von Material an den Radialsicherungselementen
26, ohne dass die Linearschleifvorrichtung mit anderen Komponenten bzw. Bauteilen
des Leitschaufelsegments 10 in Kontakt kommt, insbesondere nicht mit dem Umfangssicherungselement
40, das ebenfalls entlang der Umfangsrichtung UR an der hinteren Stirnwand 24 vorgesehen
ist und entgegen der axialen Richtung AR von dieser vorsteht.
[0030] Fig. 7 zeigt eine vereinfachte schematische Schnittdarstellung etwa entlang der Schnittlinie
VII-VII der Fig. 6. Aus dieser Darstellung ist ersichtlich, dass die Linearschleifvorrichtung
42 im Bereich ihrer Schleifflächen 44 so ausgestaltet ist, dass sie eine zum Radialsicherungselement
26 bzw. dessen Auflageabschnitt 27 komplementäre Kontur aufweist. Durch diese komplementäre
Schleifkontur ist es möglich, dass mittels linearer Relativbewegung der Linearschleifvorrichtung
42 entlang der Längsachse LAS der Linearschleifvorrichtung ein sukzessiver Materialabtrag
an einem Roh-Radialsicherungselement 26a, 26b (Fig. 4) erfolgt bis das fertige Radialsicherungselement
26 ausgebildet ist. Somit kann auf ein verglichen mit dem Linearschleifen eher aufwändiges
Fräsen des bzw. der Radialsicherungselemente(s) 26 verzichtet werden.
[0031] Fig. 8 zeigt in den Teilfiguren A) und B) zwei stark vereinfachte prinzipielle Schnittdarstellungen
der Auflagefläche 32 des Radialsicherungselements 26, um die Vektorkomponenten des
Normalenvektors zu illustrieren. Fig. 8A) ist ein Längsschnitt, wie er auch aus der
Fig. 1 ersichtlich ist, wobei lediglich die Auflagefläche 32 als Linie dargestellt
ist mit dem Normalenvektor NV, und den Vektorkomponenten VRR und VAR in radialer bzw.
axialer Richtung. Fig. 8B) ist ein Schnitt entsprechend der Linie VIII-VIII der Fig.
3, wobei die Auflagefläche 32 als Linie und ein Teil des geschnittenen Radialsicherungselements
26 schraffiert dargestellt ist. Auch in Fig 8B) ist für die Auflagefläche 32 der Normalenvektor
NV mit den in dieser Darstellung ersichtlichen Vektorkomponenten VRR und VUR in Radialrichtung
bzw. Umfangsrichtung gezeigt.
[0032] Wenn die Auflagefläche 32 des Radialsicherungselements 26 in der beschriebenen Art
geneigt ist, wobei deren Normalenvektor eine Vektorkomponente VUR in Umfangsrichtung
aufweist, kann dies dazu führen, dass die Auflagefläche 32 nicht flächig in Kontakt
kommt mit der Anlagefläche 36 des Gegenstücks 30, sondern dass nur eine Berührung
zwischen diesen beiden Auflageflächen 32, 36 entlang einer Linie vorliegt. Eine nicht
vollflächige Anlage von Radialsicherungselement 26 und Gegenstück 30 wird allerdings
nicht als nachteilig erachtet, weil über die Radialsicherungselemente 26 im Stillstand
einer Gasturbine keine großen Kräfte abzustützen sind, wobei im Betrieb derselben
in der Regel gar keine Kräfte über die Radialsicherungselemente 26 abgestützt werden.
Die Radialsicherungselemente sollen daher kostengünstig hergestellt werden können,
was mittels des Linearschleifens ermöglicht ist, und eine Sicherung gegen Herausfallen
in radialer Richtung bieten, insbesondere bei der Montage/Demontage von Leitschaufelsegmenten
einer Turbinenstufe einer Gasturbine.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 10
- Leitschaufelsegment
- 10a
- Roh-Leitschaufelsegment
- 12
- inneres Deckband
- 14
- äußeres Deckband
- 16
- Leitschaufel
- 18
- Saugseite
- 20
- Hinterkante
- 22
- vordere Stirnwand
- 24
- hintere Stirnwand
- 26
- Radialsicherungselement
- 26a
- Roh-Radialsicherungselement
- 26b
- Roh-Radialsicherungselement
- 27
- Auflageabschnitt
- 28
- Gehäuse
- 30
- Gegenstück
- 32
- Auflagefläche
- 34
- Fläche
- 36
- Anlagefläche
- 40
- Umfangssicherungselement
- 42
- Linearschleifvorrichtung
- 44
- Schleiffläche
- 46
- Deckbandseitenfläche
- AB
- Abstand
- AR
- axiale Richtung
- LAS
- Längsachse (Linearschleifvorrichtung 42)
- NV
- Normalenvektor
- RR
- radiale Richtung
- TR
- Tangentialrichtung
- UR
- Umfangsrichtung
- VAR
- Vektorkomponente in Axialrichtung
- VRR
- Vektorkomponente in Radialrichtung
- VUR
- Vektorkomponente in Umfangsrichtung
1. Leitschaufelsegment (10) für eine Gasturbine, insbesondere Fluggasturbine, umfassend
wenigstens ein radial äußeres Deckband (14) und ein radial inneres Deckband (12),
die sich entlang eines jeweiligen Kreisbogens erstrecken und gemeinsam einen Ringabschnitt
bilden, wobei in radialer Richtung (RR) zwischen dem äußeren Deckband (14) und dem
inneren Deckband (12) mehrere Leitschaufeln (16) in Umfangsrichtung (UR) nebeneinander
angeordnet sind, die mit dem inneren Deckband (12) und dem äußeren Deckband (14) materialschlüssig
verbunden, insbesondere einstückig verbunden sind, wobei das äußere Deckband (14)
in einer axialen Längsrichtung (AR) ein axial vorderes Stirnwandelement (22) und ein
axial hinteres Stirnwandelement (24) umfasst, derart, dass das äußere Deckband (14)
und die beiden Stirnwände (22, 24) im Längsschnitt ein wannenartiges Profil bilden,
wobei an der axial hinteren Stirnwand (24) wenigstens ein Radialsicherungselement
(26) vorgesehen, das dazu eingerichtet ist, das Leitschaufelsegment (10) in radialer
Richtung (RR) relativ zu einem umgebenden Gehäuse (28, 30) zu sichern, wobei das Radialsicherungselement
(26) als Vorsprung ausgebildet ist mit einer Auflageabschnitt (27), der dazu eingerichtet
ist, an einem korrespondierenden Gegenstück (30) am Gehäuse (28) abgestützt zu werden,
dadurch gekennzeichnet, dass der Auflageabschnitt (26) eine Auflagefläche (32) aufweist, die in einer Ebene liegt,
deren Normalenvektor Vektorkomponenten (VAR, VRR, VUR) in Umfangrichtung (UR) sowie
in Axialrichtung (AR) oder/und in Radialrichtung (RR) aufweist.
2. Leitschaufelsegment nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es in Umfangsrichtung (UR) am äußeren Deckband (14) zwei voneinander in einem Abstand
angeordnete Deckbandseitenflächen (46) aufweist, die derart ausgebildet sind, dass
sie mit einer Deckbandseitenfläche eines benachbarten Leitschaufelsegments in Kontakt
kommen können, wobei das Radialsicherungselement (26) mit wenigstens einer Deckbandseitenfläche
(46) bündig ausgebildet ist.
3. Leitschaufelsegment nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es in Umfangsrichtung zueinander in einem Abstand angeordnet zwei Radialsicherungselemente
(26) umfasst.
4. Leitschaufelsegment nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das eine Radialsicherungselement (26) bündig mit der einen Deckbandseitenfläche (46)
ausgebildet ist, und dass das andere Radialsicherungselement (26) zur anderen Deckbandseitenfläche
(46) mit einem Abstand (AB) angeordnet ist.
5. Leitschaufelsegment, nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der in Umfangsrichtung gemessene Abstand der beiden Radialsicherungselement (26)
kleiner ist als der in Umfangsrichtung gemessene Abstand der beiden Deckbandseitenflächen
(46).
6. Leitschaufelsegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Radialsicherungselement (26) durch Linearschleifen hergestellt ist.
7. Leitschaufelsegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Auflageabschnitt (27) eine zweite Fläche (34) aufweist, die in einer zweiten
Ebene liegt deren Normalenvektor Vektorkomponenten in Umfangrichtung sowie in Axialrichtung
(AR) oder/und in Radialrichtung (RR) aufweist.
8. Leitschaufelsegment nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Fläche (34) und die Auflagefläche (32) zueinander geneigt sind, wobei
der von der ersten und der zweiten Ebene gebildete Winkel (β) in einer Schnittebene,
die durch die Radialrichtung (RR) und die Axialrichtung (AR) aufgespannt ist, in einem
Bereich zwischen 70° und 90°, vorzugsweise 75° bis 85° liegt.
9. Leitschaufelsegment nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es in Umfangsrichtung (UR) in einem zentralen Bereich der hinteren Stirnwand (24)
ein Umfangssicherungselement (40) umfasst.
10. Verfahren zur Herstellung eines Leitschaufelsegments (10) für eine Gasturbine, insbesondere
Fluggasturbine, umfassend folgende Schritte:
Bereitstellen eines Roh-Leitschaufelsegments (10a) mit wenigstens einem radial äußeren
Deckband (14) und einem radial inneren Deckband (12), die sich entlang eines jeweiligen
Kreisbogens erstrecken und gemeinsam einen Ringabschnitt bilden, wobei in radialer
Richtung (RR) zwischen dem äußeren Deckband (14) und dem inneren Deckband (12) mehrere
Leitschaufeln (16) in Umfangsrichtung (UR) nebeneinander angeordnet sind, die mit
dem inneren Deckband (12) und dem äußeren Deckband (14) materialschlüssig verbunden,
insbesondere einstückig verbunden sind, wobei das äußere Deckband (14) in einer axialen
Längsrichtung (AR) ein axial vorderes Stirnwandelement (22) und ein axial hinteres
Stirnwandelement (24) umfasst, derart dass das äußere Deckband (14) und die beiden
Stirnwände (22, 24) im Längsschnitt ein wannenartiges Profil bilden, und mit wenigstens
einem Roh-Radialsicherungselement (26a, 26b);
Ausrichten des Roh-Leitschaufelsegments relativ zu einer Linearschleifvorrichtung
(42), derart dass mittels der Linearschleifvorrichtung (42) Material des Roh-Radialsicherungselements
(26a, 26b) abgetragen werden kann;
Abschleifen des Roh-Radialsicherungselements (26a, 26b) mittels der Linearschleifvorrichtung
(42) bis das Roh-Radialsicherungselement (26a, 26b) die Form eines Radialsicherungselements
(26) mit einem Auflageabschnitt (27) angenommen hat, der eine Auflagefläche (32) aufweist,
die in einer ersten Ebene liegt, deren Normalenvektor Vektorkomponenten in Umfangrichtung
sowie in Axialrichtung (AR) oder/und in Radialrichtung (RR) aufweist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei der Schritt des Ausrichtens des Roh-Leitschaufelsegments
(26a, 26b) und der Schritt des Abschleifens je einmal durchgeführt wird für ein jeweiliges
Roh-Radialsicherungselement (26a, 26b), wenn am Roh-Leitschaufelsegment (10a) zwei
oder mehr Roh-Radialsicherungselemente (26a, 26b) vorgesehen sind.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, wobei der Schritt des Ausrichtens des Roh-Leitschaufelsegments
(10a) relativ zur Linearschleifvorrichtung (42) derart ausgeführt wird, dass die Linearschleifvorrichtung
(42) beim Abschleifen des Roh-Radialsicherungselements (26a, 26b) mit einem Abstand
zu anderen Komponenten des Roh-Leitschaufelsegments (10a) geführt bzw. bewegt werden
kann, insbesondere mit einem Abstand zu einem in Umfangsrichtung (UR) in einem zentralen
Bereich an der hinteren Stirnwand (24) vorgesehen Umfangssicherungselement (40) bzw.
einem entsprechenden Roh-Umfangssicherungselement.
13. Gasturbine, insbesondere Fluggasturbine umfassend wenigstens eine Turbinenstufe mit
mehreren Leitschaufelsegmenten (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, die in Umfangsrichtung
nebeneinander angeordnet sind, so dass sie einen Leitschaufelring der Turbinenstufe
bilden.