Technisches Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Erzeugung von Wärme sowie eine Vorrichtung,
mit Hilfe derer das Verfahren durchgeführt werden kann. Das Verfahren und die Vorrichtung
werden bevorzugt zur Erzeugung von Wärme für die Warmwasserbereitung und die Beheizung
von Gebäuden eingesetzt.
Stand der Technik
[0002] Für die Wärmeerzeugung generell sowie für die Beheizung von Gebäuden und für die
Bereitung von Warmwasser gibt es zahlreiche Verfahren und Vorrichtungen, die die unterschiedlichsten
Betriebsstoffe verwenden. Unter Betriebsstoffen werden im Rahmen dieser Offenbarung
Substanzen und Energieformen verstanden, aus denen durch physikalische oder chemische
Prozesse Wärme erzeugt werden kann. Als Betriebsstoffe können daher die folgenden
Substanzen oder Substanzgemische dienen sowie zusätzlich elektrischer Strom und die
im solaren Strahlungsspektrum enthaltene Energie: fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas,
Braunkohle, Steinkohle und Torf, regenerative Brennstoffe wie beispielsweise Holz
sowie Erdwärme. Neben den vorgenannten Betriebsstoffen können auch Substanzen oder
Substanzgemische als Betriebsstoffe verwendet werden, mit Hilfe derer Energie reversibel
gespeichert und in Form von Wärmeenergie wieder freigesetzt werden kann, ohne daß
dabei ein Verbrennungsprozeß beteiligt ist. Dazu zählen beispielsweise Zeolithe und
hygroskopische Salze oder Salzmischungen sowie allgemein Wärmeträgerflüssigkeiten.
Darüber hinaus werden auch Wasser, wässrige Flüssigkeiten sowie Öle, sog. Thermoöle,
als Betriebsstoffe in den unterschiedlichsten Wärmeerzeugungsvorrichtungen eingesetzt.
[0003] Bis vor wenigen Jahrzehnten wurden nahezu ausschließlich fossile Energieträger sowie
vereinzelt Holz und Elektrizität als Betriebsmittel eingesetzt. Im Zuge der Erkenntnis,
daß die fossilen Energieträger endlich sind und die mit ihrer Verbrennung einhergehende
CO
2-Anreicherung in der Erdatmosphäre ebenfalls schädlich ist ("Treibhauseffekt"), werden
regenerative, nachhaltige Betriebsstoffe vermehrt eingesetzt. Im Zuge des aus Gründen
der Nachhaltigkeit gebotenen Umbaus unserer Energie- und Wärmeversorgung ist es eine
unvermeidliche Entwicklung, daß die Vielfalt an Betriebsstoffen für die Erzeugung
von Wärme, insbesondere von Warmwasser und Raumheizung, zunimmt. Die bis vor wenigen
Jahrzehnten bestehende nahezu vollständige Monopolstellung der fossilen Energieträger
wird durch die aktuelle Entwicklung aufgebrochen und es ist absehbar, daß es zukünftig
keine weitere derartige Monopolstellung irgendeines einzelnen Energieträgers mehr
geben wird.
[0004] Regenerative Energieträger als Betriebsmittel für Wärmeerzeugungsvorrichtungen für
die Wärmeerzeugung allgemein sowie die Warmwasserbereitung und Wohnraumbeheizung insbesondere
sind jedoch oftmals regional nur saisonal verfügbar, was die ganzjährige Versorgung
erschwert. Eine ganzjährige Versorgung mit einem favorisierten regenerativen Energieträger
führt somit zwangsläufig zu Transportkosten, die die ökologische Bilanz verschlechtern.
Zudem stellt die Abhängigkeit von einem einzigen einsetzbaren Betriebsstoff einen
nicht unwesentlichen Unsicherheitsfaktor hinsichtlich Ausfallsicherheit der Wärmeerzeugungsvorrichtung
dar. Andere regenerative Betriebsmittel, wie beispielsweise die Erdwärmenutzung mittels
Wärmepumpen, weisen zum Beispiel je nach Jahreszeit unterschiedliche Effizienz (Wirkungsgrade)
auf, so daß sie unter Umständen ebenfalls nicht uneingeschränkt ganzjährig in optimaler
Weise anwendbar sind.
[0005] Im Stand der Technik wird dem versucht zu begegnen, indem jeweils zwei zueinander
passende Betriebsmittel miteinander kombiniert werden. Beispielsweise Solarthermie
mit Erdgas oder Erdwärme mit Heizöl. Dies entschärft die Problematik zwar ein wenig,
aber infolge der sehr verschiedenartigen Betriebsmittel bestehen immer noch einige
Kombinationen, die bislang nicht oder nur sehr umständlich miteinander kombinierbar
sind. Insbesondere unter den Brennstoffen gibt es im Stand der Technik bislang noch
keine Möglichkeit, sie miteinander zu kombinieren, bzw. in einer einzigen Vorrichtung
zu verwenden, ohne daß manuelle Eingriffe vorgenommen werden müssen. Beispielsweise
erlauben es sogenannte Wechselbrandkessel, Festbrennstoffe oder Flüssigbrennstoffe
zu verwenden, aber nur jeweils den einen oder den anderen; beim Umstieg von dem einen
Brennstoff auf den anderen müssen an der betreffenden Wärmeerzeugungsvorrichtung bauliche
Veränderungen vorgenommen werden, wie zum Beispiel der Austausch der Ofentür mit Ölbrenner
gegen eine solche mit Öffnungen zur Befeuerung mit Scheitholz. Weiterhin sind im Stand
der Technik sogenannte Zweikammerkessel bekannt, die zwei separate Brennkammern aufweisen,
zum Beispiel eine für Festbrennstoffe und eine für Flüssigbrennstoffe. Nachteilig
daran sind zum einen der komplizierte Aufbau (hoher Materialverbrauch, komplizierte
Rauchgasführung), zum anderen wird hier für jeden Brennstoff eine eigene separate
Zündvorrichtung benötigt, was ebenfalls sehr kostspielig ist. Die Schaffung der Möglichkeit,
das jeweils aktuell verwendete Betriebsmittel möglichst frei und ohne Beschränkung
je nach saisonalem Anfall oder aktuellem Einkaufspreis auswählen zu können, bzw. den
Wechsel von einem Brennstoff auf einen anderen automatisiert und ohne manuellen Eingriff
durchzuführen, stellt daher einen besonderen Vorteil für den Betrieb einer Wärmeerzeugungsvorrichtung
dar, sowohl unter Kostenaspekten als auch hinsichtlich der betriebsmittelverfügbarkeitsbedingten
Ausfallsicherheit und der Anwenderfreundlichkeit.
Aufgabe
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung bereitzustellen,
womit es möglich ist, Wärme unter anderem für die Warmwasserbereitung sowie Raumheizung
zur Verfügung zu stellen, ohne dabei in der Wahl der Betriebsmittel, insbesondere
der Brennstoffe, eingeschränkt zu sein. Dadurch wird die im Stand der Technik bestehende
Einschränkung, sich bei der Wahl der Wärmeerzeugungsvorrichtung auf ein Betriebsmittel,
insbesondere einen Brennstoff, beschränken zu müssen, überwunden. Die Aufgabe der
Erfindung umfasst weiterhin, die Anwenderfreundlichkeit von Vorrichtungen zur Wärmeerzeugung,
die mehrere Brennstoffe/Betriebsmittel verwenden können, deutlich zu verbessern.
[0007] Diese Aufgabe wird durch das erfindungsgemäße Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen
des unabhängigen Anspruchs 1 sowie der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst. Die abhängigen Ansprüche zeigen weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglichen es
somit, Brennstoffe beliebigen Aggregatzustandes zu verwenden, je nachdem welcher Brennstoff
gerade verfügbar ist, und zwar sowohl in Kombination miteinander als auch unabhängig
voneinander. Insbesondere das erfindungsgemäße Verfahren kann unabhängig von der erfindungsgemäßen
Vorrichtung durchgeführt werden. Bevorzugt wird das erfindungsgemäße Verfahren jedoch
in der erfindungsgemäßen Vorrichtung durchgeführt.
Beschreibung
[0009] Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf Fig. 1 anhand
des darin schematisch gezeigten Ausführungsbeispiels näher beschrieben, ohne daß damit
eine Begrenzung der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf dieses Ausführungsbeispiel verbunden
ist. Der Übersichtlichkeit halber sind die erfindungsgemäß verwendbaren Brennstoffe
in Fig. 1 nicht dargestellt.
[0010] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erzeugung von Wärme ist eine Vorrichtung, in
der das erfindungsgemäße Verfahren in wenigstens einer Ausführungsart oder in einer
Kombination mindestens zweier Ausführungsarten durchgeführt werden kann. Sie umfasst
eine Brennkammer
100 sowie mindestens eine Zuführungseinrichtung für mindestens einen Brennstoff. In Fig.
1 sind beispielhaft drei Zuführungseinrichtungen
1a, 1b und
1c für Brennstoffe schematisch dargestellt, wobei für die weitere Beschreibung beispielhaft
angenommen werden soll, daß Zuführungseinrichtung
1a für gasförmige Brennstoffe ausgelegt ist, Zuführungseinrichtung
1b für flüssige Brennstoffe und Zuführungseinrichtung
1c für feste (stückige) Brennstoffe, so daß in der Brennkammer
100 mindestens ein Verbrennungsprozeß stattfinden kann.
[0011] Für die Verbrennung der Brennstoffe und Erzeugung der Wärme weist die erfindungsgemäße
Vorrichtung mindestens eine Zuführungseinrichtung
2 für Verbrennungsluft, mindestens eine Abführungseinrichtung
3a für die durch den mindestens einen Verbrennungsprozeß entstehenden Abgase, und gegebenenfalls
mindestens eine Abführungseinrichtung
3b für die durch den mindestens einen Verbrennungsprozeß entstehenden Aschen und mindestens
eine Zündvorrichtung
5 auf, wobei mit der mindestens einen Zündvorrichtung
5 mindestens einer der Brennstoffe entzündbar ist. Die mindestens eine Zuführungseinrichtung
2 für Verbrennungsluft kann baulich mit einer oder mehreren Zuführungseinrichtungen
1a, 1b oder
1c für Brennstoffe kombiniert sein, so daß Verbrennungsluft und Brennstoff durch mindestens
eine gemeinsame, in geeigneter Weise ausgeführte, Zuführungseinrichtung zugeführt
werden. Alle Zuführungseinrichtungen sind üblicherweise mit jeweils geeigneten Fördereinrichtungen
verbunden, und diese wiederum mit entsprechenden Bevorratungseinrichtungen, was jedoch
der Übersichtlichkeit halber in Fig. 1 nicht dargestellt ist.
[0012] Die Zuführungseinrichtungen
1a, 1b und
1c weisen jeweils mindestens eine geeignet gestaltete und dimensionierte Austrittsöffnung
auf, durch die der jeweilige Brennstoff in den Brennraum eintritt. Die betreffenden
Details der Zuführungseinrichtungen
1a, 1b und
1c sowie die für den Transport der Brennstoffe erforderlichen Fördereinrichtungen sind
in Fig. 1 der Übersichtlichkeit halber nicht gezeigt. Dem Fachmann sind aus dem Stand
der Technik zahlreiche Fördermöglichkeiten für die Brennstoffe sowie Ausgestaltungsmöglichkeiten
für die Austrittsöffnungen bekannt, die erfindungsgemäß verwendet werden können. Als
Brennraum wird derjenige nicht scharf abgrenzbare Raumbereich innerhalb der Brennkammer
100 verstanden, in dem der mindestens eine Verbrennungsprozeß stattfindet. Näherungsweise
umfasst dieser Brennraum denjenigen Raumbereich innerhalb der Brennkammer
100, der von den Zuführungseinrichtungen
1a,
1b,
1c, und
2, ggf. der Zündvorrichtung
5, den Abführungseinrichtungen
3a und gegebenenfalls
3b sowie der mindestens einen Auflagefläche
6, auf der der mindestens eine Festbrennstoff während des Verbrennungsprozesses aufliegt,
unvollständig umgrenzt wird. Dabei ist zu beachten, daß die mindestens eine Auflagefläche
6 nur benötigt wird, wenn mindestens ein Festbrennstoff verwendet wird. In Ausführungsvarianten,
in denen der Einsatz von (mindestens einem) Festbrennstoff nicht vorgesehen ist, wird
die Auflagefläche nicht benötigt, und die näherungsweise Umgrenzung des Brennraumes
erfolgt durch die obengenannten Merkmale ohne die Auflagefläche
6. Das vorstehend bezüglich Auflagefläche
6 Gesagte gilt auch analog für die mindestens eine Abführungseinrichtung
3b. Weiterhin ist zu beachten, daß die Zündvorrichtung
5 nicht zwingend am Rand oder in der Nähe des Randes des Brennraumes angeordnet sein
muß. Sie kann sich zumindest teilweise auch innerhalb oder ausserhalb des Brennraumes
befinden. Dem Fachmann sind aus dem Stand der Technik zahlreiche Ausgestaltungsmöglichkeiten
der Auflagefläche
6 bekannt, die erfindungsgemäß verwendet werden können. Beispielhaft seien genannt:
Roste, Gitterroste, Lochbleche u. a. m. Auch der Boden der Brennkammer
100 kann erfindungsgemäß abschnittsweise oder vollständig die Auflagefläche
6 bilden.
[0013] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ist die Zündvorrichtung
5 an mindestens einer Austrittsdüse der Zuführungseinrichtung
1b für flüssige Brennstoffe angeordnet, so daß mit der Zündvorrichtung
5 der jeweils verwendete flüssige Brennstoff entzündet wird. Nachdem der flüssige Brennstoff
entzündet ist, entzünden sich mit der Zuführungsreinrichtung
1a zugeführte gasförmige Brennstoffe automatisch an der durch den flüssigen Brennstoff
genährten Flamme im Brennraum. Das gleiche gilt auch für zugeführte feste Brennstoffe:
Auch diese werden durch den jeweils brennenden flüssigen Brennstoff entzündet. Auf
diese Art und Weise ist es möglich, mit einer für einen Brennstoff optimierten Zündvorrichtung
beliebige Brennstoffe automatisch zu zünden. Es ist für den Fachmann offensichtlich,
daß der erfinderische Gedanke nicht auf das aktuelle Ausführungsbeispiel beschränkt
ist, sondern für jede andere analoge Anordnung auch gilt. Beispielsweise ist es gleichermaßen
bevorzugt, eine für gasförmige Brennstoffe verwendbare Zündvorrichtung
5 in der Nähe der mindestens einen Austrittsdüse der Zuführungseinrichtung
1a für gasförmige Brennstoffe anzuordnen und so die flüssigen Brennstoffe sowie die
festen Brennstoffe durch den jeweils brennenden gasförmigen Brennstoff zu entzünden.
Das Gesagte gilt ebenfalls für die Verwendung von Zündvorrichtungen
5 für feste Brennstoffe, wobei diese üblicherweise nicht in der Nähe der Austrittsöffnung
der Zuführungseinrichtung 1c angeordnet sind. Dem Fachmann sind aus dem Stand der
Technik zahlreiche Zündvorrichtungen bekannt, die erfindungsgemäß verwendet werden
können. Beispielhaft seien genannt: elektrische sowie piezoelektrische Zündvorrichtungen
für gasförmige und flüssige Brennstoffe, Streichhölzer, Feueranzünder, Heißluft-Zündvorrichtungen
und dergleichen mehr für die Entzündung von Festbrennstoffen. Der Betrieb der Zündvorrichtung
5 kann sowohl manuell als auch automatisiert erfolgen. Die jeweils verwendete Zündvorrichtung
5 kann entweder dauerhaft fest an bzw. in der Brennkammer
100 montiert sein, oder abnehmbar und wiederbefestigbar an bzw. in der Brennkammer
100 montiert sein, oder unabhängig von der Brennkammer 100 zeitweise in die Brennkammer
100 eingeführt werden, um den gewünschten Zündvorgang durchzuführen.
[0014] Weiterhin umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung mindestens eine Vorrichtung
4 zur Abführung der erzeugten Nutzwärme. Auch hier sind dem Fachmann aus dem Stand
der Technik zahlreiche Vorrichtungen zur Abführung der Nutzwärme, sogenannte Wärmetauscher
bekannt, die erfindungsgemäß verwendet werden können. In Fig. 1 ist beispielhaft die
Ausführung als Heizschlange, also eines spiralig gebogenen Rohres, in dem ein Wärmeträgermedium
zirkuliert, symbolisiert dargestellt. Die Vorrichtung
4 zur Abführung der Nutzwärme kann natürlich auch mindestens teilweise in die Wandung
und/oder die Decke und/oder den Boden der Brennkammer
100 integriert sein, wie dies bei den sogenannten, aus gußeisernen Segmenten gefertigten,
Gliederkesseln der Fall ist.
[0015] Erfindungswesentlich sind ganz besonders die folgenden Merkmale:
- a) Die erfindungsgemäße Vorrichtung enthält nicht nur eine Zuführungseinrichtung für
Brennstoffe, wie es im Stand der Technik üblich ist, sondern mindestens eine weitere
Zuführungseinrichtung 1a und/oder 1b und/oder 1c für mindestens einen weiteren Brennstoff.
- b) Die Zuführungseinrichtungen 1a und/oder 1b und/oder 1c sowie 2, sowie gegebenenfalls die Auflagefläche 6 für Festbrennstoffe sind so geformt, dimensioniert und zueinander angeordnet, daß
der Verbrennungsprozeß jedes Brennstoffs in dem im wesentlichen gleichen räumlichen
Bereich der Brennkammer, dem Brennraum, erfolgt, wodurch sichergestellt wird, daß
jeder aktuell gerade brennende Brennstoff jeden anderen zudosierten Brennstoff entzündet.
- c) Es müssen keine baulichen Veränderungen an der Vorrichtung vorgenommen werden,
um von einem Brennstoff auf einen anderen Brennstoff zu wechseln oder das Mischungsverhältnis
der Brennstoffkombination zu verändern.
[0016] Zu Punkt b) ist anzumerken, daß es natürlich ebenfalls erfindungsgemäß ist, für jeden
einzelnen verwendbaren Brennstoff einen eigenen, von den anderen Brennräumen getrennten
Brennraum innerhalb der Brennkammer
100 vorzusehen. Das ist vorteilhaft, da dann jeder einzelne Brennraum individuell optimal
ausgestaltet werden kann, weist aber den Nachteil auf, daß die Brennkammer
100 dann größer sein muß, die Wärmeabführungsvorrichtung
4 ebenfalls größer oder mehrfach vorhanden sein muß, und für jeden Brennstoff eine
eigene Zündvorrichtung benötigt wird. Die einzelnen Brennräume können auch baulich,
zum Beispiel durch mindestens eine Wand, voneinander getrennt sein.
[0017] Die Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zur Erzeugung von Wärme, wobei die
Erzeugung der Wärme durch mindestens einen Verbrennungsprozeß erfolgt, der dadurch
gekennzeichnet ist, daß Brennstoffe beliebigen Aggregatzustandes zur Erzeugung der
Wärme verbrannt werden, ohne daß dafür bauliche Veränderungen an der Vorrichtung vorgenommen
werden müssen, in der der mindestens eine Verbrennungsprozeß erfolgt, um von einem
Brennstoff auf einen anderen Brennstoff zu wechseln oder das Mischungsverhältnis der
Brennstoffkombination zu verändern.
[0018] Unter "Brennstoffen" im Sinne der vorliegenden Offenbarung werden dabei alle festen,
flüssigen oder gasförmigen Substanzen oder Substanzgemische verstanden, die in Luft
oder in sonstigen sauerstoffhaltigen Gasmischungen unter Wärmeentwicklung verbrannt
werden können, wobei die Verbrennung nach erfolgter Entzündung selbständig fortschreitet
bis der Brennstoff weitgehend vollständig verbrannt ist. Als Brennstoff im Sinne dieser
Offenbarung gelten also solche Substanzen oder Substanzgemische nicht, deren Verbrennung
nur mit ausreichender Zufeuerung, d.h. gemeinsamer Verbrennung mit einem selbständig
brennbaren Brennstoff stattfinden kann. Unter einem "Verbrennungsprozeß" wird im Rahmen
dieser Offenbarung sowohl die Verbrennung einer Reinsubstanz als auch die Verbrennung
eines Substanzgemisches bzw. einer Mischung von Brennstoffen verstanden.
[0019] Die erfindungsgemäße Verwendung von mindestens zwei Brennstoffen gleichen oder unterschiedlichen
Aggregatzustandes, beziehungsweise gleicher oder unterschiedlicher Zusammensetzung,
zur Erzeugung von Wärme in einer Vorrichtung, ohne die Vorrichtung für einen Wechsel
des Brennstoffs oder des Mischungsverhältnissen von mindestens zwei Brennstoffen baulich
verändern zu müssen, kann in zwei Varianten durchgeführt werden. Variante 1 ist dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens zwei Brennstoffe gleichen oder unterschiedlichen Aggregatzustandes
jeweils alleine nacheinander und in beliebiger Reihenfolge verbrannt werden. Variante
1 stellt somit die sequenzielle Verwendung verschiedener Brennstoffe dar. Variante
2 ist dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Brennstoffe gleichen oder unterschiedlichen
Aggregatzustandes gemeinsam verbrannt werden. Variante 2 stellt somit die simultane,
also gleichzeitige, Verwendung verschiedener Brennstoffe dar. Infolge dieser beiden
grundsätzlichen Varianten der Verfahrensführung bietet das erfindungsgemäße Verfahren
die besondere Möglichkeit, Wärme sehr flexibel unter Nutzung der aktuell jeweils am
besten verfügbaren Energieträger, insbesondere Brennstoffe, bereitzustellen. Die Entscheidung
zur Brennstoffwahl kann dabei beliebig erfolgen - sowohl in Abhängigkeit von lokaler
direkter Verfügbarkeit, als auch in Abhängigkeit von den jeweils aktuellen Einkaufspreisen
der Brennstoffe. Diese Entscheidungsfindung und damit die Einstellung der gewünschten
Verfahrensparameter, also der aktuellen Betriebsweise, kann sowohl manuell als auch
automatisiert, etwa gesteuert durch einen Mikrocontroller oder ein mikroprozessorbasiertes
Computersystem, beispielsweise Personal-Computer (PC) erfolgen. Das heißt, das Verfahren
wird erfindungsgemäß sowohl in Gänze als auch in Teilen sowohl manuell als auch automatisiert
durchgeführt. Auch die kombinierte Durchführung, also in Teilen manuell und in Teilen
automatisiert, ist erfindungsgemäß.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren ist universell einsetzbar. Es wird ganz besonders
bevorzugt verwendet für die Bereitung von Warmwasser und/oder die Beheizung von Räumen,
also Gebäuden und Gebäudekomplexen. Es kann aber natürlich auch verwendet werden für
die Bereitstellung von Prozeßwärme, beispielsweise in der chemischen Industrie oder
anderen produzierenden Gewerben. Das heißt, die erzeugte Wärme kann nicht nur - wie
im Bereich der Warmwasser-erzeugung und der Bereitstellung von Raumwärme üblich -
mittels Wasser als Wärmespeichermedium und/oder Wärmetransportmedium abgeführt werden.
Vielmehr umfasst das erfindungsgemäße Verfahren auch die Übertragung der erzeugten
Wärme auf ein wässriges oder nichtwässriges, flüssiges, festes oder gasförmiges Wärmespeichermedium
oder Wärmetransportmedium, wobei das Wärmespeichermedium und/oder das Wärmetransportmedium
ausgewählt sind aus der Liste umfassend Thermoöle, Salzlösungen, Salzschmelzen, Ionische
Flüssigkeiten, Metallschmelzen und Feststoffe, wobei der Begriff "Feststoffe" alle
Feststoffe umfasst, die bei den im Rahmen des mindestens einen Verbrennungsprozesses
herrschenden Temperaturen und sonstigen Umgebungsbedingungen stabil sind. Als sonstige
Umgebungsbedingungen seien beispielhaft der Umgebungsdruck und die chemische Zusammensetzung
der umgebenden Atmosphäre genannt. Auch die Verbrennungsgase an sich stellen somit
ein Wärmetransport- und/oder Wärmespeichermedium dar.
[0021] Folgende Vorrichtungen bzw. Verfahren sind vom Umfang der Erfindung ausgenommen:
Die Erfindung bezieht sich nicht auf Verbrennungsvorrichtungen und Verbrennungsverfahren,
wie sie z. B. im Bereich der Reststoff- bzw. Abfallverbrennung eingesetzt werden (beispielsweise
Wirbelschicht- und Festbett-Reaktoren), da dort die verschiedenen brennbaren Stoffe,
insbesondere die Rest- bzw. Abfallstoffe, nach Entzündung nicht verfahrensgemäß unabhängig
voneinander weiterbrennen können. Es handelt sich dabei also nicht um Brennstoffe
gemäß vorliegender Offenbarung, sondern lediglich um verbrennbare Stoffe. Zudem besteht
bei derartigen Vorrichtungen und Verfahren die eigentliche Aufgabe nicht darin, Wärme
zu erzeugen, sondern Rest- bzw. Abfallstoffe zu entsorgen. Weiterhin bezieht sich
die Erfindung auch nicht auf Vorrichtungen und Verfahren, bei denen mindestens einer
der Brennstoffe zumindest teilweise Bestandteil eines im Rahmen des Verfahrens hergestellten
Produktes wird. Als Beispiel dafür sei die Verwendung von Altreifen in der Zementproduktion
genannt. Hierbei werden die brennbaren Anteile der Altreifen zur Wärmeerzeugung für
die Herstellung des Zementklinkers verwendet, und der Ascheanteil der Altreifen wird
dabei Bestandteil des Zementklinkers. Ein weiterer Unterschied der hier offenbarten
Erfindung besteht zudem darin, daß bei der Zementproduktion die erzeugte Wärme in
der Vorrichtung selbst zur Verwendung gelangt, und nicht aus der Vorrichtung abgeführt
wird, um sie anderweitig zu nutzen. Die Erfindung bezieht sich auch nicht auf Verbrennungsvorrichtungen
in Krematorien.
[0022] In den Zeichnungen und der schriftlichen Beschreibung sind die einzelnen Merkmale
der Erfindung mit Bezugsziffern bezeichnet, ohne daß damit eine Beschränkung der Erfindung
verbunden ist, und wobei gleiche Bezugsziffern in den Zeichnungen und der schriftlichen
Beschreibung sowie den Ansprüchen durchwegs auf gleiche Merkmale verweisen.
[0023] Weitere Ziele, Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und den Zeichnungen.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1a:
- Zuführungseinrichtung für gasförmige Brennstoffe
- 1b:
- Zuführungseinrichtung für flüssige Brennstoffe
- 1c:
- Zuführungseinrichtung für feste Brennstoffe
- 2:
- Zuführungseinrichtung für Verbrennungsluft
- 3a:
- Abführungseinrichtung für Verbrennungsgase
- 3b:
- Abführungseinrichtung für Aschen
- 4:
- Vorrichtung zur Abführung der Nutzwärme
- 5:
- Zündvorrichtung
- 6:
- Auflagefläche für feste Brennstoffe
- 10:
- Verfahrenszustand bzw. Verfahrensschritt "Einleitung eines ersten Brennstoffs"
- 20:
- Verfahrenszustand bzw. Verfahrensschritt "Brennstoffüberwachung"
- 30:
- Verfahrenszustand bzw. Verfahrensschritt "Brennstoffzündung"
- 40:
- Verfahrenszustand bzw. Verfahrensschritt "Brennbetrieb"
- 50:
- Verfahrenszustand bzw. Verfahrensschritt "Brennbetriebsüberwachung" resp. "Verbrennungsüberwachung"
- 60:
- Verfahrenszustand bzw. Verfahrensschritt "Einleitung eines zweiten Brennstoffs"
- 70:
- Verfahrenszustand bzw. Verfahrensschritt "Einleitung mindestens eines weiteren Brennstoffs"
- 100:
- erfindungsgemäße Vorrichtung
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0025] Fig. 1 zeigt schematisch beispielhaft eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung. Die Zeichnung ist nicht maßstäblich ausgeführt.
[0026] Fig. 2 zeigt beispielhaft ein Flußdiagramm anhand dessen das erfindungsgemäße Verfahren
durchgeführt werden kann. Die einzelnen Verfahrensschritte bzw. Verfahrens-/Betriebszustände
sind symbolisch durch geometrische Figuren (Ellipsen, Rechtecke, Rauten) dargestellt
und mit Bezugszeichen versehen. Die zeitlichen Abfolgen und/oder Wirkungen der einzelnen
Verfahrensschritte bzw. Verfahrens-/Betriebszustände sind durch Pfeile gekennzeichnet
und in der Beschreibung näher erläutert.
Ausführungsbeispiele
[0027] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung wurde vorstehend bereits
anhand von Fig. 1 beschrieben. Nachfolgend wird die Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens beispielhaft und unter Zuhilfenahme von Fig. 2 anhand der Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens mit drei Brennstoffen unterschiedlichen Aggregatzustandes
beschrieben.
[0028] Das erfindungsgemäße Verfahren beginnt mit der Einleitung eines ersten Brennstoffs
(1. Brennstoffeinleitung,
10), die mittels entsprechender Sensorik (Brennstoffüberwachung,
20) überwacht wird, um eine Überdosierung zu vermeiden. Wenn sich ausreichend Brennstoff
in der Brennkammer
100 befindet, wird der Brennstoff gezündet (Brennstoffzündung,
30), was erfindungsgemäß sowohl manuell als auch automatisiert mittels Zündvorrichtung
5 erfolgen kann. Mit erfolgter Zündung ist der zentrale Betriebszustand (Brennbetrieb,
40) des Verfahrens erreicht. Der Brennbetrieb wird mittels geeigneter Sensorik, die
mindestens einen Sensor umfasst, überwacht (Brennbetriebsüberwachung" resp. "Verbrennungsüberwachung",
50). Dafür geeignete Sensoren sind dem Fachmann aus dem Stand der Technik bekannt. Im
Falle der teilweisen oder vollständigen manuellen Durchführung übernimmt der Beobachter
die Funktion eines entsprechenden Sensors. Sowie der erste Brennstoff stabil brennt,
können weitere Brennstoffe direkt in die Brennkammer eingeleitet werden (2. Brennstoffeinleitung,
60; weitere Brennstoffeinleitung(en),
70), was üblicherweise durch die Verbrennungsüberwachung
50 gesteuert bzw. geregelt wird. Dazu können erfindungsgemäß auch externe Informationen
wie z.B. Füllstände der Brennstoffvorratsbehälter, aktuelle Marktpreise der Brennstoffe
u. a. m. zur Entscheidungsfindung herangezogen werden, angedeutet durch den unterbrochenen
Pfeil "
ext.". Es ist im hier offenbarten Ausführungsbeispiel nicht festgelegt, welcher Brennstoff
als "Zündbrennstoff" verwendet wird, d.h., welcher Brennstoff primär durch die Zündvorrichtung
5 entzündet wird und dann seinerseits die anderen zudosierbaren Brennstoffe entzündet.
Der erfinderische Gedanke sieht vor, daß dafür jeder beliebige Brennstoff verwendet
werden kann, egal ob fest, flüssig oder gasförmig. Auch die Ausführung der Erfindung
mit mehreren Zündvorrichtungen
5 fällt in den Schutzbereich der Erfindung; allerdings ist es üblicherweise aus Kostengründen
bevorzugt, sich für einen "Zündbrennstoff" zu entscheiden und die Vorrichtung entsprechend
auszuführen. Bevorzugte Zündbrennstoffe sind flüssige und gasförmige Brennstoffe.
Die Beendigung des Verfahrens erfolgt üblicherweise durch Abbruch der Zuführung der
Verbrennungsluft und/oder des einen, bzw. der mehreren gerade eingesetzten Brennstoffe.
Das Verfahren kann sowohl manuell/händisch durchgeführt werden als auch automatisiert/programmgesteuert
unter Verwendung von mechanischen und/oder elektronischen Recheneinrichtungen wie
Mikrocontrollern (inklusive der für den Betrieb erforderlichen Peripherie), vollständigen
Datenverarbeitungssystemen wie Personal Computern oder industriellen Steuerungssystemen.
Die Integration der Abführung der Nutzwärme sowie der Verbrennungsprodukte ist in
Abb. 2 nicht explizit gezeigt, da dem Fachmann entsprechende Vorrichtungen/Verfahren
bekannt sind, die erfindungsgemäß verwendbar sind.
[0029] Weiterhin sei noch angemerkt, daß die Brennbetriebsüberwachung
50 nicht zwingend nur - wie in Fig. 2 gezeigt - die Zudosierung des mindestens einen
weiteren Brennstoffs überwacht, sondern auch die Überwachung der Zudosierung des ersten
Brennstoffs
20 übernehmen kann, was eine weitere vereinfachte Ausführungsvariante der Erfindung
darstellt.
Vorteile der Erfindung
[0030] Die vorliegende Erfindung gestattet in bis dato unbekannter Flexibilität und Anwenderfreundlichkeit
die Nutzung unterschiedlichster Brennstoffe in einer einzigen Vorrichtung zur Erzeugung
von Wärme, ohne für den Brennstoffwechsel bauliche Veränderungen vornehmen zu müssen.
Darüber hinaus ermöglicht sie die gleichzeitige Verwendung mehrerer Brennstoffe.
1. Verfahren zur Erzeugung von Wärme, wobei die Erzeugung der Wärme durch mindestens
einen Verbrennungsprozeß erfolgt,
dadurch gekennzeichnet, daß Brennstoffe beliebigen Aggregatzustandes zur Erzeugung der Wärme verbrannt werden,
ohne daß dafür bauliche Veränderungen an der Vorrichtung vorgenommen werden müssen,
in der der mindestens eine Verbrennungsprozeß erfolgt, um von einem Brennstoff auf
einen anderen Brennstoff zu wechseln oder das Mischungsverhältnis der Brennstoffkombination
zu verändern.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Brennstoffe gleichen oder unterschiedlichen Aggregatzustandes jeweils
alleine nacheinander und in beliebiger Reihenfolge verbrannt werden.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Brennstoffe gleichen oder unterschiedlichen Aggregatzustandes gemeinsam
verbrannt werden.
4. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren für die Bereitung von Warmwasser und/oder die Beheizung von Räumen
verwendet wird.
5. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die erzeugte Wärme auf ein wässriges oder nichtwässriges, flüssiges, festes oder
gasförmiges Wärmespeichermedium oder Wärmetransportmedium übertragen wird, wobei das
Wärmespeichermedium und/oder das Wärmetransportmedium ausgewählt sind aus der Liste
umfassend Thermoöle, Salzlösungen, Salzschmelzen, Ionische Flüssigkeiten, Metallschmelzen
und Feststoffe, wobei der Begriff "Feststoffe" alle Feststoffe umfasst, die bei den
im Rahmen des mindestens einen Verbrennungsprozesses herrschenden Temperaturen, Drucken
und chemischen Zusammensetzungen der umgebenden Atmosphäre stabil sind.
6. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren manuell durchgeführt wird.
7. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren automatisiert durchgeführt wird.
8. Vorrichtung zur Erzeugung von Wärme, in der ein Verfahren gemäß mindestens einem der
vorangegangenen Ansprüche oder einer beliebigen Kombination von Verfahren gemäß vorangegangener
Ansprüche durchführbar ist, umfassend
- eine Brennkammer (100),
- eine Zuführungseinrichtung (1a oder 1b oder 1c) für mindestens einen Brennstoff, so daß in der Brennkammer (100) mindestens ein Verbrennungsprozeß stattfinden kann,
- mindestens eine Zuführungseinrichtung (2) für Verbrennungsluft,
- mindestens eine Abführungseinrichtung (3a) für die durch den mindestens einen Verbrennungsprozeß entstehenden Abgase,
- mindestens eine Vorrichtung (4) zur Abführung der erzeugten Nutzwärme,
- mindestens eine Zündvorrichtung (5), wobei mit der mindestens einen Zündvorrichtung (5) mindestens einer der Brennstoffe entzündbar ist,
- sowie - sofern mindestens ein Festbrennstoff in der Brennkammer (100) verbrennbar ist -
i) mindestens eine Auflagefläche (6), auf der der mindestens eine Festbrennstoff während des Verbrennungsprozesses aufliegt,
und
ii) mindestens eine Abführungseinrichtung (3b) für die durch den mindestens einen Verbrennungsprozeß entstehenden Aschen,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) die Vorrichtung mindestens eine weitere Zuführungseinrichtung (1a und/oder 1b und/oder 1c) für mindestens einen weiteren Brennstoff aufweist und
b) die Zuführungseinrichtungen (1a und/oder 1b und/oder 1c sowie 2) sowie gegebenenfalls die Auflagefläche (6) für Festbrennstoffe so geformt, dimensioniert und zueinander angeordnet sind, daß
der Verbrennungsprozeß jedes Brennstoffs in dem im wesentlichen gleichen räumlichen
Bereich der Brennkammer (100) erfolgt, wodurch sichergestellt wird, daß jeder aktuell gerade brennende Brennstoff
jeden anderen zudosierten Brennstoff entzündet und
c) keine baulichen Veränderungen an der Vorrichtung vorgenommen werden, um von einem
Brennstoff auf einen anderen Brennstoff zu wechseln oder das Mischungsverhältnis der
Brennstoffkombination zu verändern.