[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zum Überführen von Fluid
aus einem ersten Trennsäulenbereich in einen zweiten Trennsäulenbereich gemäß den
Oberbegriffen der jeweiligen unabhängigen Patentansprüche.
Stand der Technik
[0002] Aus unterschiedlichen Gründen kann es wünschenswert sein, Fluid zwischen Trennsäulen
oder Bereichen von Trennsäulen zu transferieren.
[0003] Wie beispielsweise in der
WO 2014/135271 A2 erläutert, ergeben sich beispielsweise bei der Erstellung von Luftzerlegungsanlagen
zur Argongewinnung aufgrund der Dimensionen der verwendeten Trennsäulen, insbesondere
der Rohargonsäule, bisweilen Probleme. Ein Doppelsäulensäulensystem zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung,
wie es in bekannten Luftzerlegungsanlagen zum Einsatz kommt, kann bei großen Anlagen
insgesamt eine Höhe von beinahe 60 Metern erreichen, eine Rohargonsäule in einteiliger
Form liegt ebenfalls in diesem Bereich. Daher wird in der
WO 2014/135271 A2 eine zweckmäßige Unterteilung einer Trennsäule in mehrere baulich getrennte Trennsäulenbereiche
vorgeschlagen, die hier jeweils grundsätzlich selbstständige Einheiten darstellen,
jedoch stofflich, beispielsweise über Pumpen und Ventile, derart miteinander verbunden
sind, dass sie insgesamt einer herkömmlichen, einteiligen Trennsäule entsprechen.
[0004] Sind dabei zwei oder mehrere baulich getrennte Trennsäulenbereiche nicht geodätisch
übereinander angeordnet, ist es erforderlich, in flüssiger Form vorliegendes Fluid
aus dem Sumpfbereich eines Trennsäulenbereichs in den Kopfbereich eines anderen Trennsäulenbereichs
zu überführen. Die Verwendung von mechanischen Pumpen und damit bewegter Bauteile
ist jedoch generell aufgrund der Wartungsanfälligkeit und des mit der Verwendung einer
Pumpe verbundenen Wärmeeintrags nicht wünschenswert.
[0005] Auch in herkömmlichen Luftzerlegungsanlagen mit Rohargonsäulen, wie sie beispielsweise
bei Häring, H.-W. (Hrsg.), Industrial Gases Processing, Weinheim: Wiley-VCH, 2000,
insbesondere Kapitel 2.2.5 und Figur 2.3A, beschrieben und gezeigt sind, muss in flüssiger
Form vorliegendes Fluid aus dem Sumpf der Rohargonsäule, also einem ersten Trennsäulenbereich,
in einen geeigneten Bereich der Niederdrucksäule, also einen zweiten Trennsäulenbereich,
herkömmlicherweise mittels einer mechanischen Pumpe überführt werden.
[0006] Die vorliegende Erfindung stellt sich vor diesem Hintergrund die Aufgabe, bestehende
Verfahren und Anordnungen zu Überführen von Fluiden zwischen Trennsäulenbereichen
einer oder mehrerer Trennsäulen zu verbessern.
Offenbarung der Erfindung
[0007] Vor diesem Hintergrund schlägt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Überführen
eines Fluids aus einem ersten Trennsäulenbereich in einen zweiten Trennsäulenbereich
und eine entsprechende Anordnung mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche
vor. Bevorzugte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche sowie
der nachfolgenden Beschreibung.
[0008] Vor der Erläuterung der Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden deren
Grundlagen und verwendete Begriffe erläutert.
[0009] Zur Auslegung und spezifischen Ausgestaltung von Destillationssäulen, Stripkolonnen,
Absorptionskolonnen und dergleichen, wie sie auch im Rahmen der vorliegenden Anmeldung
eingesetzt werden können und hier allgemein als "Trennsäulen" bezeichnet werden, sei
auf einschlägige Lehrbücher zum Thema, beispielsweise Sattler, K.: Thermische Trennverfahren:
Grundlagen, Auslegung, Apparate, Weinheim: Wiley-VCH, 3. Auflage 2001, verwiesen.
[0010] Insbesondere kommt die vorliegende Erfindung bei Destillationssäulen zum Einsatz,
also Trennsäulen, die dafür eingerichtet sind, ein gasförmig oder flüssig oder in
Form eines Zweiphasengemischs mit flüssigen und gasförmigen Anteilen, ggf. auch im
überkritischen Zustand, bereitgestelltes Stoffgemisch (Trenneinsatz) zumindest teilweise
aufzutrennen, also aus dem Stoffgemisch jeweils Reinstoffe oder Stoffgemische zu erzeugen,
die gegenüber dem Stoffgemisch bezüglich zumindest einer Komponente angereichert bzw.
abgereichert im oben erläuterten Sinne sind.
[0011] Destillationssäulen sind aus dem Bereich der Trenntechnik hinlänglich bekannt. Typischerweise
sind Destillationssäulen als zylindrische Metallbehälter ausgebildet, die mit Einbauten,
beispielsweise Siebböden oder geordneten oder ungeordneten Packungen, ausgerüstet
sind. Eine Destillationssäule zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sich in
ihrem unteren Bereich, auch als Sumpf bezeichnet, eine flüssige Fraktion abscheidet.
Diese flüssige Fraktion, auch als Sumpfprodukt bezeichnet, wird in einer Destillationssäule
mittels eines Sumpfverdampfers erwärmt, so dass kontinuierlich ein Teil des Sumpfprodukts
verdampft und in der Destillationssäule gasförmig aufsteigt. Eine Destillationssäule
ist ferner typischerweise mit einem sogenannten Kopfkondensator versehen, in den zumindest
ein Teil eines sich in einem oberen Bereich der Destillationssäule anreichernden Gasgemischs
oder ein entsprechendes Reingas, auch als Kopfprodukt bezeichnet, eingespeist, dort
verflüssigt und als flüssiger Rücklauf am Kopf der Destillationssäule aufgegeben wird.
[0012] Im Gegensatz zu einer Destillationssäule verfügt eine Absorptionskolonne nicht über
einen Sumpfverdampfer. Auch Absorptionskolonnen sind aus dem Bereich der Trenntechnik
allgemein bekannt. Absorptionskolonnen werden zur Absorption im Phasengegenstrom verwendet
und daher auch als Gegenstromkolonnen bezeichnet. Bei der Absorption im Gegenstrom
strömt die abgebende Gasphase aufwärts durch eine Absorptionskolonne. Die aufnehmende
Lösungsphase fließt, von oben aufgegeben und unten abgezogen, der Gasphase entgegen.
In einer entsprechenden Absorptionskolonne sind ebenfalls typischerweise Einbauten
vorgesehen, die für einen stufenweisen (Böden, Sprühzonen, rotierende Teller usw.)
oder stetigen (regellose Schüttungen von Füllkörpern, Packungen usw.) Phasenkontakt
sorgen. Die vorliegende Erfindung kann grundsätzlich auch in Zusammenhang mit Absorptionskolonnen
oder anderen Trennsäulen zum Einsatz kommen.
[0013] Eine mehrteilige Trennsäule umfasst mehrere aufrecht stehende, baulich getrennte
Trennsäulenbereiche, die i.d.R. jeweils über Flüssigkeits- und Gasleitungen stofflich
seriell miteinander verknüpft sind und damit die Funktion einer einzigen, einteilig
ausgebildeten Trennsäule erfüllen. Der funktionell unterste Trennsäulenbereich kann
dabei einen Sumpfverdampfer, der funktionell oberste Trennsäulenbereich einen Kopfkondensator
umfassen. Flüssigkeit wird aus einem Sumpf eines funktionell höher liegenden Trennsäulenbereichs
zum Kopf eines funktionell tiefer liegenden Trennsäulenbereichs transferiert. Der
Begriff funktionell beschreibt hierbei die relative Positionierung des Trennsäulenbereiches
in einer einteilig ausgebildeten Trennsäule. Herkömmlicherweise kommt dabei, wie erwähnt,
eine mechanische Pumpe zum Einsatz. Gas vom Kopf des funktionell tiefer liegenden
Trennsäulenbereichs wird in einen unteren Bereich oberhalb des Sumpfs des funktionell
höher liegenden Trennsäulenbereichs geleitet.
Vorteile der Erfindung
[0014] Die vorliegende Erfindung schlägt ein Verfahren zum Überführen eines Fluids aus einem
ersten Trennsäulenbereich in einen zweiten Trennsäulenbereich vor, wobei das Fluid
in dem ersten Trennsäulenbereich in flüssigem Zustand bis zu einer ersten geodätischen
Höhe ansteht, und wobei das Überführen des Fluids umfasst, das Fluid in einer zweiten
geodätischen Höhe oberhalb der ersten geodätischen Höhe in den zweiten Trennsäulenbereich
einzuspeisen. Die vorliegende Erfindung betrifft daher die eingangs erläuterte Aufgabe,
zu der herkömmlicherweise mechanische Pumpen und damit bewegte Teile zum Einsatz kommen
müssen. Wie bereits angesprochen, können dabei die "Trennsäulenbereiche" baulich voneinander
getrennte Abschnitte einer für dieselbe Trennaufgabe eingesetzten Trennsäule (beispielsweise
einer mehrteiligen Niederdruck- oder Rohargonsäule einer Luftzerlegungsanlage) sein,
es kann sich jedoch auch um Trennsäulenbereiche unterschiedlicher Trennsäulen (beispielsweise
der Rohargonsäule und der Niederdrucksäule) handeln.
[0015] Die vorliegende Erfindung schlägt im Gegensatz zum Stand der Technik vor, das Fluid
unterhalb der ersten geodätischen Höhe aus dem ersten Trennsäulenteil auszuleiten
und unterhalb der ersten geodätischen Höhe durch Erwärmen vollständig oder teilweise
zu verdampfen und hierdurch auf eine dritte geodätische Höhe oberhalb der zweiten
geodätischen Höhe anzuheben. Ferner schlägt die vorliegende Erfindung vor, das auf
die dritte geodätische Höhe angehobene Fluid abzukühlen, wodurch das Fluid oder dessen
verdampfter Anteil rückverflüssigt wird, und das Fluid nach der Abkühlung in flüssiger
Form in den zweiten Trennsäulenbereich einzuspeisen. Der Flüssigkeitstransfer im Rahmen
der vorliegenden Erfindung erfolgt damit ausschließlich durch thermische Behandlung,
umfassend das Verdampfen und Rückkondensieren eines Fluids bzw. eines Anteils hiervon,
auf wartungsintensive mechanische Pumpen kann daher verzichtet werden.
[0016] Wie erwähnt, kann das Fluid im Rahmen der vorliegenden Erfindung unterhalb der ersten
geodätischen Höhe vollständig oder teilweise verdampft werden. Bei einer vollständigen
Verdampfung steigt das Fluid rein gasförmig auf, angetrieben durch seine Expansion
und die kontinuierliche Nachförderung durch die Verdampfung. Bei vollständiger Verdampfung
ist die Förderhöhe nahezu unbegrenzt.
[0017] Bei einer teilweisen Verdampfung kann der verdampfte Anteil in Form von Blasen in
dem nicht verdampften Anteil aufsteigen und den nicht verdampften Anteil mitreißen
bzw. dessen Flüssigkeitsspiegel anheben. In diesem Fall wird das Fluid insgesamt gemäß
den einer Mammutpumpe (engl. Gas Lift Pump) zugrunde liegenden Prinzipien angehoben
und auf die dritte geodätische Höhe gebracht. Der verdampfte Anteil des Fluids erfährt
hier in dem nicht verdampften Anteil einen Auftrieb, so dass sich der Spiegel des
nicht verdampften Anteils so lange anhebt, bis der verdampfte Anteil durch seinen
Auftrieb wieder aus dem nicht verdampften Anteil entwichen ist. Das Prinzip der Mammutpumpenförderung
wird für den Transfer von Wasser, aber auch für andere Anwendungen verwendet, in denen,
wie im vorliegenden Fall, Dämpfe in Flüssigkeiten aufsteigen. In letzterem Fall wird
auch der Begriff "Blasenpumpe" (engl. Vapour Lift) verwendet. Eine teilweise Verdampfung
und damit eine Mammutpumpenförderung hat den besonderen Vorteil, dass die für die
Förderung verwendete Energie geringer ist und/oder kleinere Apparaturen verwendet
werden können, weil die Menge des zu verdampfenden (und rückzuverflüssigenden) Fluids
kleiner ist als bei einer vollständigen Verdampfung.
[0018] Ist nachfolgend davon die Rede, dass eine "Verdampfung" bzw. "Rückverflüssigung"
erfolgt, seien hierunter beide erläuterten Alternativen, d.h. jeweils eine vollständige
oder teilweise Verdampfung bzw. eine Rückverflüssigung des Fluids insgesamt (bei zuvor
vollständiger Verdampfung) oder nur des verdampften Anteils (bei zuvor teilweiser
Verdampfung) verstanden.
[0019] Der Hauptvorteil der Erfindung besteht damit in der Reduzierung wartungsintensiver
mechanischer Einheiten ("Rotating Equipment"). Hierbei wird die Volumenarbeit letztlich
auf einen bestehenden Verdichter transferiert. Selbst wenn sich hieraus Nachteile
in energetischer Sicht ergeben mögen, überwiegt der Vorteil des reduzierten Wartungsaufwands
diese deutlich.
[0020] Wie nachfolgend erläutert, kann das Verfahren der vorliegenden Erfindung auch insbesondere
mehrfach parallel durchgeführt werden, d.h. zwischen mehr als zwei Trennsäulenbereichen
können jeweils Fluide transferiert werden. In derartigen Fällen ist der Verzicht auf
mechanische Pumpen und bewegte Teile von besonderem Vorteil, ebenso bei kleinen internen
Zirkulationsmengen. Durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine Möglichkeit
geschaffen, Fluide nahezu unabhängig von der zu fördernden Stoffmenge zwischen Trennsäulenbereichen
zu transferieren, wohingegen in herkömmlichen Anordnungen bzw. Verfahren die verwendeten
Pumpen stets an entsprechende Mengen angepasst werden müssen. Ferner erlaubt das erfindungsgemäße
Verfahren das exakte Einstellen eines Drucks innerhalb der Trennsäulenbereiche, die
an dem Verfahren beteiligt sind, durch eine Regelung der Menge des durch Abkühlen
rückverflüssigten Fluids, das in den zweiten Trennsäulenbereich überführt wird. Dies
wird auch nachfolgend noch erläutert. Ein weiterer positiver Effekt, der sich durch
den Einsatz der vorliegenden Erfindung erzielen lässt, ist eine lokale Optimierung
der Verhältnisse zwischen Flüssigkeit und Dampf zwischen den beteiligten Trennsäulenbereichen.
[0021] Die vorliegende Erfindung eignet sich für eine Reihe von Anwendungsgebieten, beispielsweise
die Trennung von Isotopengemischen durch Rektifikation, beispielsweise von Stickstoff,
Sauerstoff, Wasserstoff, Argon, Krypton und Xenon. Wie erwähnt, eignet sich die vorliegende
Erfindung auch für Fälle, in denen die Rohargonsäule in einer Luftzerlegungsanlage
geteilt wird, für den Transfer zwischen einem Trennsäulenteil einer Rohargonsäule
und einem Trennsäulenteil einer Niederdrucksäule, oder für einen Einsatz wie er beispielsweise
in der bereits erwähnten
WO 2014/135271 A2 beschrieben ist. Ein weiteres Anwendungsgebiet der vorliegenden Erfindung besteht
bei der Rektifikation im Zentrifugalfeld mit entsprechend in Trennsäulenbereiche unterteilten
Trennsäulen.
[0022] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung, die insbesondere auch
die Einstellung eines Drucks in dem zweiten Trennsäulenbereich, der an dem erfindungsgemäßen
Verfahren beteiligt ist, erlaubt, wird das Fluid nach der Abkühlung in flüssiger Form
in eine Flüssigkeitsaufnahme überführt und aus der Flüssigkeitsaufnahme in den zweiten
Trennsäulenbereich abgeleitet. Eine Flüssigkeitsaufnahme kann hierbei ein einfaches
Fallrohr sein, in dem sich entsprechende Flüssigkeit sammelt, es kann jedoch auch
die Verwendung von spezifisch zur Aufnahme von Flüssigkeit eingerichteten Behältern
vorgesehen sein. Im Rahmen dieser Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Menge des
in die Flüssigkeitsaufnahme überführten Fluids und die Menge des aus der Flüssigkeitsaufnahme
in den zweiten Trennsäulenbereich abgeleiteten Fluids derart eingestellt werden, dass
das Fluid in der Flüssigkeitsaufnahme bis zu einer vierten geodätischen Höhe zwischen
der zweiten geodätischen Höhe und der dritten geodätischen Höhe ansteht. Die vierte
geodätische Höhe und das Flüssigkeitsvolumen in der Flüssigkeitsaufnahme bestimmen
einen hydrostatischen Druck, der durch das Fluid in der Flüssigkeitsaufnahme ausgeübt
wird. Auf diese Weise lässt sich ein Druck in dem zweiten Trennsäulenbereich einstellen.
Im Rahmen der erläuterten Ausführungsform der Erfindung ist es eine besonders effiziente
und exakte Druckregelung über die vierte geodätische Höhe, also die Füllhöhe des Fluids
in der Flüssigkeitsaufnahme, möglich.
[0023] Mit besonderem Vorteil wird das Erwärmen des Fluids unter Verwendung eines mit einem
Temperiermedium (das hier als Wärmemedium verwendet wird) betriebenen ersten Wärmeübertragers
durchgeführt. Alternativ zur Verwendung eines Temperiermediums kann zum Erwärmen des
Fluids jedoch auch beispielsweise eine elektrische Heizung eingesetzt werden. Als
Temperiermedien eignen sich sämtliche Prozessmedien, die wärmer sind als das in flüssigem
Zustand in der ersten Trennsäule anstehenden Fluids, beispielsweise Umgebungsluft,
Wasserdampf oder warmes Wasser. Die Wärmeübertragung zwischen dem Temperiermedium
und dem Fluid erfolgt dabei durch indirekten Wärmetausch.
[0024] Das Abkühlen des Fluids erfolgt vorteilhafterweise ebenfalls unter Verwendung eines
mit einem Temperiermedium (das hier als Kühlmittel eingesetzt wird) betriebenen zweiten
Wärmeübertragers. Als Temperiermedien eignen sich grundsätzlich die selben Medien,
wie sie hinsichtlich des ersten Wärmeübertragers erläutert wurden, es können jedoch
auch beispielsweise auch tiefkalte Gase, beispielsweise gasförmiger Stickstoff oder
tiefkalte flüssige Medien, beispielsweise flüssiger Stickstoff, zum Einsatz kommen.
Das Verfahren ist deshalb besonders vorteilhaft, weil es mit in einer entsprechenden
Anlage bzw. in einem entsprechenden Verfahren unter Verwendung ohnehin, beispielsweise
als Prozessmedien, vorhandener Temperiermedien durchgeführt werden kann.
[0025] Besonders vorteilhaft ist eine Konfiguration, in der der erste Wärmeübertrager und
der zweite Wärmeübertrager zumindest teilweise mit demselben Temperiermedium betrieben
werden. Auf diese Weise lässt sich eine Wärme- bzw. Kälterückgewinnung realisieren
und damit das Verfahren besonders energieeffizient gestalten. Beispiele hierfür sind
in den beigefügten Figuren veranschaulicht, insbesondere bezüglich der Luftzerlegungsanlagen
in den Figuren 5 bis 8.
[0026] Mit besonderem Vorteil kann das erfindungsgemäße Verfahren mehrfach parallel durchgeführt
werden, wobei zwei oder mehr erste Trennsäulenbereiche und zwei oder mehrere zweite
Trennsäulenbereiche verwendet werden. Eine mehrfach parallele Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens kann dabei insbesondere umfassen, dass ein "erster" Trennsäulenbereich
eines der mehrfach parallel durchgeführten Verfahren der "zweite" Trennsäulenbereich
eines anderen der mehrfach parallel durchgeführten Verfahren ist und umgekehrt. Derartige
Fälle treten beispielsweise bei der Bewältigung extremer Trennaufgaben durch Rektifikation
auf, insbesondere für Gemische mit geringen Siedepunktsunterschieden von beispielsweise
weniger als 3 K. In diesen Fällen sind typischerweise eine Vielzahl von parallelen
Trennsäulenbereiche und damit herkömmlicherweise eine Vielzahl von mechanischen Pumpen
erforderlich. Insbesondere für Prozesse mit geringer Produktkapazität (beispielsweise
weniger als 10 Normkubikmeter pro Stunde) im tiefkalten Temperaturbereich (unterhalb
von -30 °C) stellt die kommerzielle Verfügbarkeit solcher Maschinen einen kritischen
Punkt dar. Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, dieses Problem zu lösen.
[0027] Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn zum Erwärmen des Fluids und/oder zum Abkühlen
des Fluids jeweils ein gemeinsamer Wärmeübertrager verwendet wird. Beispielsweise
kann ein entsprechender Wärmeübertrager zentral angeordnet und von einer Anzahl von
Trennsäulenbereichen umgeben sein. Die Fluide werden dann jeweils in getrennten Kanälen
durch den oder die gemeinsamen Wärmeübertrager geführt.
[0028] Alternativ ist es auch möglich zum Erwärmen des Fluids und/oder zum Abkühlen des
Fluids getrennte und mit einem gemeinsamen Temperiermedium betriebene Wärmeübertrager
zu verwenden, wie dies insbesondere unter Bezugnahme auf die Figur 3 beschrieben ist.
Die Verwendung eines gemeinsamen Wärmeübertragers ist hingegen unter Bezugnahme auf
die Figur 4 erläutert. In diesem Fall werden beispielsweise parallele Temperiermedienleitungen
jeweils parallel durch die Wärmeübertrager geführt, so dass eine gemeinsame Pumpe
oder ein gemeinsamer Verdichter zur Bereitstellung eines Kältemittelkreislaufs ausreicht.
[0029] Mit besonderem Vorteil kommt das vorliegende Verfahren in einem Luftzerlegungsverfahren
zum Einsatz. Das Verfahren kann insbesondere derart ausgestaltet sein, dass als der
erste Trennsäulenbereich ein Bereich einer Rohargonsäule einer Luftzerlegungsanlage
und als der zweite Trennsäulenbereich ein Bereich einer Niederdrucksäule der Luftzerlegungsanlage
verwendet wird. Wie erläutert, kann das erfindungsgemäße Verfahren aber auch in Fällen
zum Einsatz kommen, in denen beispielsweise eine Rohargonsäule oder eine Niederdrucksäule
einer Luftzerlegungsanlage in mehrere baulich getrennte Trennsäulenbereiche unterteilt
ist. Der Einsatz der Erfindung in einer Luftzerlegungsanlage ist unter Bezugnahme
auf die beigefügten Figuren 5 bis 8 erläutert.
[0030] Wird als erster Trennsäulenbereich ein Bereich einer Rohargonsäule einer Luftzerlegungsanlage
und als zweiter Trennsäulenbereich ein Bereich einer Niederdrucksäule der Luftzerlegungsanlage
verwendet, kann vorteilhafterweise das Erwärmen und Verdampfen des Fluids unter Verwendung
eines Teils der Einsatzluft, die der Luftzerlegungsanlage zugeführt wird, durchgeführt
werden. Entsprechende Einsatzluft steht bereits unter Druck und auf einem geeigneten
Temperaturniveau zur Verfügung und kann daher ohne zusätzlichen Antrieb durch entsprechende
Wärmeübertrager geführt werden. Entsprechende Einsatzluft kann nach der Verwendung
zum Verdampfen des Fluids beispielsweise in eine Hochdrucksäule der Luftzerlegungsanlage
zurückgeführt werden.
[0031] Besonders vorteilhaft ist jedoch ein Verfahren, bei dem der Teil der Einsatzluft
nach der Verwendung zum Erwärmen und Verdampfen des Fluid abgekühlt und zum Abkühlen
und Rückverflüssigen des Fluids verwendet wird. Zum Abkühlen des Teils der Einsatzluft
kann dabei beispielsweise ein Unterkühlungsgegenströmer zum Einsatz kommen, wie er
ohnehin in einer entsprechenden Luftzerlegungsanlage vorhanden ist. Die beim Rückverflüssigen
des Fluids erwärmte Luft kann beispielsweise in die Niederdrucksäule der Luftzerlegungsanlage
eingespeist werden.
[0032] Vorteilhaft kann auch sein, wenn das Abkühlen und Rückverflüssigen des Fluids unter
Verwendung eines Teils einer sauerstoffreichen Flüssigkeit aus der Hochdrucksäule
der Luftzerlegungsanlage durchgeführt wird. Auch eine entsprechende sauerstoffreiche
Flüssigkeit steht in einer Luftzerlegungsanlage stets zur Verfügung, es müssen daher
keine zusätzlichen Medien zugeführt werden. Nach ihrer Verwendung zum Abkühlen und
Rückverflüssigen kann die sauerstoffreiche Flüssigkeit in beliebiger Weise verwendet
werden, beispielsweise gasförmig in die Hochdrucksäule oder die Niederdrucksäule zurückgeführt
werden.
[0033] Es ist auch möglich, das Erwärmen und Verdampfen des Fluids unter Verwendung eines
Teils eines Kopfprodukts aus einer Hochdrucksäule der Luftzerlegungsanlage, also eines
stickstoffreichen Kopfprodukts, durchzuführen. Für die Vorteile gilt im Wesentlichen
das oben Erläuterte. Entsprechender Stickstoff bzw. eine entsprechende stickstoffreiche
Flüssigkeit, d.h. der Teil des Kopfprodukts nach seiner Verwendung zum Erwärmen und
Verdampfen des Fluids, kann ebenfalls abgekühlt und zum Abkühlen und Rückverflüssigen
des Fluids verwendet werden.
[0034] Die vorliegende Erfindung erstreckt sich ferner auf eine Anordnung, die insbesondere
als Teil einer Luftzerlegungsanlage ausgebildet ist, und Mittel aufweist, die zur
Durchführung eines Verfahrens eingerichtet sind, wie es zuvor erläutert wurde. Zu
Merkmalen und Vorteilen einer entsprechenden Anordnung sei auf die oben erläuterten
Aspekte ausdrücklich verwiesen.
[0035] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung näher
erläutert, die bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung zeigt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0036]
Figur 1 veranschaulicht eine Anordnung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in
schematischer Darstellung.
Figur 2 veranschaulicht eine Anordnung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in
schematischer Darstellung.
Figur 3 veranschaulicht eine Anordnung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in
schematischer Darstellung.
Figur 4 veranschaulicht eine Anordnung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in
schematischer Darstellung.
Figur 5 veranschaulicht eine Luftzerlegungsanlage, die unter Verwendung einer Anordnung
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung betrieben wird.
Figur 6 veranschaulicht eine Luftzerlegungsanlage, die unter Verwendung einer Anordnung
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung betrieben wird.
Figur 7 veranschaulicht eine Luftzerlegungsanlage, die unter Verwendung einer Anordnung
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung betrieben wird.
Figur 8 veranschaulicht eine Luftzerlegungsanlage, die unter Verwendung einer Anordnung
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung betrieben wird.
[0037] In den Figuren sind einander entsprechende Elemente mit identischen Bezugszeichen
angegeben und werden der Übersichtlichkeit halber nicht wiederholt erläutert.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen
[0038] In Figur 1 ist eine Anordnung gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
schematisch dargestellt und insgesamt mit 100 bezeichnet. Die Anordnung 100 umfasst
einen ersten Trennsäulenbereich 1 in Teilansicht. In dem ersten Trennsäulenbereich
1 steht ein Fluid in flüssigem Zustand bis zu einer ersten geodätischen Höhe H1 an.
Mittels der Anordnung 100 wird ein Verfahren zum Überführen eines Fluids aus dem ersten
Trennsäulenbereich 1 in einen zweiten Trennsäulenbereich 8, der hier ebenfalls in
Teilansicht dargestellt ist, ermöglicht.
[0039] Hierzu wird das in flüssigem Zustand bis zu der ersten geodätischen Höhe H1 in dem
ersten Trennsäulenbereich 1 anstehende Fluid über eine Leitung 2 aus dem ersten Trennsäulenbereich
1 ausgeleitet. Das Ausleiten des Fluids aus dem ersten Trennsäulenbereich 1 erfolgt
ausschließlich durch hydrostatische Effekte (Prinzip der kommunizierenden Röhren).
Weil unterhalb der ersten geodätischen Höhe H1 ein erster Wärmeübertrager 3 angeordnet
ist, tritt das Fluid aus der ersten Trennsäule 1 über die Leitung 2 in den ersten
Wärmeübertrager 3 ein.
[0040] Der erste Wärmeübertrager 3 wird mittels eines Temperiermediums betrieben oder beispielsweise
auch elektrisch beheizt. In dem ersten Wärmeübertrager 3, der sich teilweise oder
vollständig unterhalb der ersten geodätischen Höhe H1 befindet, wird das aus dem ersten
Trennsäulenbereich 1 ausgeleitete Fluid erwärmt und teilweise oder vollständig verdampft.
Die Temperatur des Fluids wird dabei bei vollständiger Verdampfung vorzugsweise derart
gewählt, dass das verdampfte Fluid in einer sich anschließenden Steigleitung 4 nicht
auskondensiert, was dazu führen könnte, dass die Steigleitung verlegt würde und dadurch
eine Strömung des Fluids zum Erliegen käme.
[0041] Durch das Erwärmen und teilweise oder vollständige Verdampfen des Fluids in dem ersten
Wärmeübertrager 3 expandiert dieses bzw. dessen verdampfter Anteil und das Fluid ingesamt
strömt daher ohne zusätzliche Pumpleistung zu einem zweiten Wärmeübertrager 5. Wie
erwähnt, kann dabei auch insbesondere das Prinzip einer Mammutpumpe (bei teilweiser
Verdampfung) genutzt werden. In dem zweiten Wärmeübertrager 5, der unter Verwendung
eines geeigneten Temperiermediums betrieben wird, bei dem es sich auch um dasselbe
Temperiermedium handeln kann, wie es in dem ersten Wärmeübertrager 3 eingesetzt wird,
wird das verdampfte Fluid oder der zuvor verdampfte Anteil des Fluids rückverflüssigt.
Der zweite Wärmeübertrager 5 ist auf einer dritten geodätischen Höhe H3 angeordnet,
die oberhalb der ersten geodätischen Höhe H1, aber auch oberhalb einer zweiten geodätischen
Höhe H2 liegt, auf der das Fluid letztlich in den zweiten Trennsäulenbereich 8 eingespeist
wird.
[0042] Geodätisch unterhalb des zweiten Wärmeübertragers 5 ist eine Flüssigkeitsaufnahme
6 angeordnet, die als separater Behälter oder als Leitungsabschnitt einer hier nicht
gesondert bezeichneten Leitung ausgebildet sein kann. Durch Verstellen eines Stellglieds
7 (z.B. ein Ventil), beispielsweise nach Maßgabe einer entsprechenden Regeleinrichtung,
kann das in der Flüssigkeitsaufnahme 6 vorliegende Fluid in den zweiten Trennsäulenbereich
8 abfließen. Auch hierzu sind keine zusätzlichen Pumpen oder bewegten Teile erforderlich
Die Überführung des Fluids aus der Flüssigkeitsaufnahme 6 in den zweiten Trennsäulenbereich
8 erfolgt also rein aufgrund des hydrostatischen Drucks in der Flüssigkeitsaufnahme
6. Aufgrund des hydrostatischen Drucks kann der zweite Trennsäulenbereich 8 auch auf
einem höheren Druck betrieben werden als der erste Trennsäulenbereich 1.
[0043] Vorzugsweise wird die Menge des in die Flüssigkeitsaufnahme 6 überführten Fluids
und die Menge des aus der Flüssigkeitsaufnahme 6 über das Stellglied 7 in den zweiten
Trennsäulenbereich 8 abgeleiteten Fluids derart eingestellt, dass das Fluid in der
Flüssigkeitsaufnahme 6 bis zu einer vierten geodätischen Höhe H4 zwischen der zweiten
geodätischen Höhe H2 und der dritten geodätischen Höhe H3 in Form von Flüssigkeit
ansteht. Durch eine geeignete Einstellung der vierten geodätischen Höhe und damit
der Füllhöhe des Fluids in der Flüssigkeitsaufnahme 6 kann der Druck in dem zweiten
Trennsäulenbereich 8 gezielt beeinflusst werden.
[0044] Ziel der vorliegenden Erfindung ist unter anderem eine vollständige stoffliche Kopplung
des ersten Trennsäulenbereichs 1 und des zweiten Trennsäulenbereichs 8. Hierzu sind
der erste Trennsäulenbereich 1 und der zweite Trennsäulenbereich 8 neben der erwähnten
Kopplung über die Leitungen 2 und 4, die Wärmeübertrager 3 und 5 sowie die Flüssigkeitsaufnahme
6 und das Stellglied 7 ferner über eine Gasleitung 9 gekoppelt. Die Gasleitung 9 ermöglicht
es, vom zweiten Trennsäulenbereich 8 auf oder in der Nähe der zweiten geodätischen
Höhe H2 ein gasförmiges Fluid auszuleiten und auf oder in der Nähe der ersten geodätischen
Höhe H1 in den ersten Trennsäulenbereich zu überführen. Ist das Druckniveau in dem
zweiten Trennsäulenbereich 8 dabei höher als in dem ersten Trennsäulenbereich 1, erfolgt
auch dies ohne zusätzliche technische Mittel.
[0045] In Figur 2 ist eine Anordnung gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung veranschaulicht und insgesamt mit 200 bezeichnet. In Figur 2 sind insgesamt
3 Trennsäulenbereiche 1 bzw. 8 veranschaulicht, von denen jeweils einer im hier verwendeten
Sprachgebrauch den "ersten" Trennsäulenbereich 1 und ein weiterer den "zweiten" Trennsäulenbereiche
8 bildet. Figur 2 veranschaulicht mit der Anordnung 200, wie durch die Verwendung
dreier Trennsäulenbereiche 1 bzw. 8 insgesamt eine Trenneinheit geschaffen werden
kann, die einer einzelnen Trennsäule entspricht. Eine derartige Unterteilung einer
Trennsäule in drei Trennsäulenbereiche kann beispielsweise gewählt werden, um die
Bauhöhe einer entsprechenden Trenneinheit insgesamt zu reduzieren. Die wesentlichen
Elemente der Anordnung 200 wurden bereits unter Bezugnahme auf die Anordnung 100 erläutert.
[0046] Der in Figur 2 bzw. der Anordnung 200 links abgebildete Trennsäulenbereich 1 entspricht
dem Kopf einer einteilig ausgebildeten Trennsäule. Es ist daher ein Kopfkondensator
11 vorgesehen, in den über eine Leitung 10 Kopfgas aus dem Trennsäulenbereich 1 eingespeist
werden kann. Der Kopfkondensator 11 umfasst einen Wärmeübertrager 12, der mit einem
Kältemittel, das über eine Leitung 13 in den Wärmeübertrager 12 eingespeist und über
eine Leitung 14 dem Wärmeübertrager 12 entnommen wird, betrieben werden kann. In dem
Kopfkondensator 11 kondensiertes Kopfgas aus dem Trennsäulenbereich 1 kann teilweise
über eine Leitung 15 auf den Trennsäulenbereich 1 zurückgeführt und teilweise über
eine Leitung 16 ausgeleitet werden. Ein Verhältnis der über die Leitung 15 auf den
Trennsäulenbereich 1 zurückgeführten und über die Leitung 16 ausgeleiteten Fluids
kann durch Verstellen geeigneter, hier jedoch nicht gesondert bezeichneter Ventile
erfolgen.
[0047] Der in Figur 2 bzw. der Anordnung 200 rechts dargestellte Trennsäulenbereich 8 entspricht
dem Sumpfbereich einer einteilig ausgebildeten Trennsäule. Es kann daher ein, beispielsweise
elektrisch betriebener, Sumpfverdampfer 17 vorgesehen sein, der zum Aufkochen einer
Sumpfflüssigkeit im Sumpf des Trennsäulenbereichs eingerichtet ist. Über eine Leitung
18 kann Flüssigkeit aus dem Sumpf des Trennsäulenbereichs 8 ausgeleitet werden. Über
eine Leitung F kann ein zu trennendes Fluid in die Anordnung 200 eingespeist werden.
[0048] In Figur 3 ist eine Anordnung gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung
schematisch veranschaulicht und insgesamt mit 300 bezeichnet. Die wesentlichen Elemente
der Anordnung 300 wurden bereits unter Bezugnahme auf die Figuren 1 und 2 bzw. die
Anordnungen 100 und 200 erläutert.
[0049] Zusätzlich ist hier veranschaulicht, wie die ersten Wärmeübertrager 3 einer entsprechenden
Anordnung mittels eines gemeinsamen Temperiermediums (hier eines Heizmediums) betrieben
werden können. Das Temperiermedium wird hierzu über eine Leitung 19 bereitgestellt,
die sich in zwei parallele Leitungen 20 verzweigt, mittels jeweils die ersten Wärmeübertrager
3 beschickt werden können. Stromab der ersten Wärmeübertrager 3 werden die parallelen
Leitungen 20 wieder zu einer gemeinsamen Leitung 21 zusammengeführt.
[0050] Entsprechend kann auch ein Temperiermedium (hier ein Kühlmedium) über eine Leitung
22 bereitgestellt und über parallele Leitungen 23 den zweiten Wärmeübertragern 5 zugeführt
werden. Das Temperiermedium kann anschließend wieder über eine gemeinsame Leitung
24 gesammelt werden.
[0051] Wie bereits mehrfach erläutert, können die Temperiermedien in dem ersten Wärmeübertrager
3 bzw. dem zweiten Wärmeübertrager 5 auch zumindest teilweise dasselbe sein und damit
die ersten Wärmeübertrager 3 und die zweiten Wärmeübertrager 5 thermisch miteinander
koppeln.
[0052] In Figur 4 ist eine Anordnung gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung
schematisch veranschaulicht und insgesamt mit 400 bezeichnet. Auch die wesentlichen
Elemente der Anordnung 400 gemäß Figur 4 wurden bereits erläutert.
[0053] In Figur 4 ist nun bezüglich der Anordnung 400 veranschaulicht, wie ein gemeinsamer
erster Wärmeübertrager 3 und ein gemeinsamer zweiter Wärmeübertrager 5 zum Erwärmen
bzw. Abkühlen von Fluid aus bzw. für mehrere Trennsäulenbereiche 1 bzw. 8 verwendet
werden kann. Hierzu werden jeweils die Leitungen 2 aus dem entsprechenden Trennsäulenbereich
1 bzw. 8 parallel durch einen entsprechenden ersten Wärmeübertrager 3 bzw. einen entsprechenden
zweiten Wärmeübertrager 5 geführt. Die entsprechenden Ströme werden anschließend separat
ihren jeweiligen Flüssigkeitsaufnahmen 6 zugeführt. In Figur 4 bzw. der Anordnung
400 sind die Temperiermedien, wie gemäß Figur 3 bzw. Anordnung 300, mit 19 und 21
bzw. 22 und 24 bezeichnet.
[0054] In Figur 5 ist eine Luftzerlegungsanlage, die eine Anordnung gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung umfasst, schematisch in Form einer Teilansicht veranschaulicht und insgesamt
mit 500 bezeichnet. Die grundsätzliche Anordnung der Elemente 1 bis 9 entspricht auch
hier jener der zuvor erläuterten Figuren. In einer entsprechenden Luftzerlegungsanlage
500 kann der erste Trennsäulenbereich 1 als Bereich einer Rohargonsäule und der zweite
Trennsäulenbereich 8 als Bereich einer Niederdrucksäule ausgeführt sein. Bezüglich
weiterer Erläuterungen zu entsprechenden Luftzerlegungsanlagen, insbesondere zu den
erwähnten Destillationssäulen, sei auf einschlägige Fachliteratur, beispielsweise
Häring, H.-W.(Hrsg.), Industrial Gases Processing, Weinheim: Wiley VCH, 2008, insbesondere
Kapitel 2.2.5 und Figur 2.3A, verwiesen.
[0055] Die Gasleitung 9 ist in der Luftzerlegungsanlage 500 in Höhe des sogenannten Argonbauchs
bzw. Argonübergangs an der Niederdrucksäule angeordnet, der zweite Trennsäulenbereich
8 umfasst also diesen Bereich. Die Rohargonsäule dient dazu, das über die Leitung
9 bereitgestellte Fluid an Argon abzureichern, welches anschließend z.B. in einer
Reinargonsäule weiter bearbeitet werden kann. Ein an Argon abgereichertes Fluid reichert
sich als Flüssigkeit im Sumpf der Rohargonsäule, also dem ersten Trennsäulenbereich,
an und wird, wie mehrfach erläutert, über die Leitung 2, den Wärmeübertrager 3, die
Leitung 4, den zweiten Wärmeübertrager 5, die Flüssigkeitsaufnahme 6 und das Stellglied
7 in dem zweiten Trennsäulenbereich 8 überführt. In die Niederdrucksäule münden eine
Reihe weiterer Leitungen. Zu Details sei auf die zitierte Fachliteratur verwiesen.
[0056] In Figur 6 ist eine Luftzerlegungsanlage, die unter Verwendung einer Anordnung gemäß
einer Ausführungsform der Erfindung betrieben werden kann, schematisch veranschaulicht
und insgesamt mit 600 bezeichnet. Aus Konsistenzgründen werden die Bezugszeichen 1
bis 9 der obigen Figuren weiter verwendet. Details der Luftzerlegungsanlage werden
nur insoweit erläutert, als es für das Verständnis der hier verwendeten Ausführungsform
der Erfindung erforderlich ist.
[0057] Die Luftzerlegungsanlage 600 umfasst neben der Rohargonsäule und der Niederdrucksäule
bzw. den entsprechenden Trennsäulenbereichen, eine Hochdrucksäule 101 mit einem außenliegenden
Hauptkondensator 102, einen Unterkühlungsgegenströmer 103, eine Reinargonsäule 104
sowie weitere, nicht gesondert erläuterte Elemente. Nicht veranschaulicht ist ferner
ein Anlagenteil zur Bereitstellung von abgekühlter Druckluft, der unter anderem einen
Hauptverdichter, Expansionsmaschinen und einen Hauptwärmeübertrager umfasst.
[0058] In der Luftzerlegungsanlage 600 wird Einsatzluft über eine Leitung 105 bereitgestellt.
Diese Einsatzluft wird zum Teil direkt in die Hochdrucksäule 101 eingespeist. Zu einem
weiteren Teil wird in der veranschaulichten Ausführungsform der Erfindung die Hochdruckluft
teilweise über eine Leitung 106 dem ersten Wärmeübertrager 3 zugeführt. Nach Abkühlung
in dem ersten Wärmeübertrager 3 wird die Luft über eine Leitung 107 in die Hochdrucksäule
101 zurückgeführt. Der zweite Wärmeübertrager 5 wird im dargestellten Beispiel unter
Verwendung einer sauerstoffreichen Flüssigkeit aus der Hochdrucksäule 101 betrieben.
Hierzu wird die sauerstoffreiche Flüssigkeit über eine Leitung 108 der Hochdrucksäule
101 entnommen. Wie in herkömmlichen Anlagen kann die sauerstoffreiche Flüssigkeit
auch zu einem Teil als Temperiermedium in der Reinargonsäule 104 bzw. deren Kopfkondensator
bzw. einem Kopfkondensator der Rohargonsäule 104 verwendet werden. Zu einem weiteren
Anteil wird die sauerstoffreiche Flüssigkeit jedoch über eine Leitung 109 durch den
zweiten Wärmeübertrager 5 geführt.
[0059] In Figur 7 ist eine Luftzerlegungsanlage, die unter Verwendung einer Anordnung gemäß
einer Ausführungsform der Erfindung betrieben wird, schematisch veranschaulicht und
insgesamt mit 700 bezeichnet. Gemäß Figur 7 werden sowohl der erste Wärmeübertrager
3 als auch der zweite Wärmeübertrager 5 unter Verwendung von Einsatzluft temperiert.
Hierzu wird ein Teil der Einsatzluft, wie zu Figur 6 bzw. der Luftzerlegungsanlage
600 erläutert, über eine Leitung 106 bereitgestellt und zunächst durch den ersten
Wärmeübertrager 3 geführt. Die angewärmte Luft, die, wie zu Figur 6 bzw. der Luftzerlegungsanlage
600 erläutert, anschließend in einer Leitung 107 strömt, wird hier jedoch nicht in
die Hochdrucksäule 101 überführt sondern zunächst durch den Unterkühlungsgegenströmer
103 geleitet. Die auf diese Weise abgekühlte Luft wird mittels einer Leitung 110 anschließend
dem zweiten Wärmeübertrager 5 zugeführt und schließlich in geeigneter Höhe in die
Niederdrucksäule eingespeist.
[0060] In Figur 8 ist eine Luftzerlegungsanlage veranschaulicht, die unter Verwendung einer
Anordnung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung betrieben werden kann, und die
insgesamt mit 800 bezeichnet ist. Im Gegensatz zu den Luftzerlegungsanlagen 600 bzw.
700, die in den Figuren 6 und 7 erläutert sind, wird hier dem ersten Wärmeübertrager
3 jedoch keine Einsatzluft, sondern stickstoffreiches Kopfgas vom Kopf der Hochdrucksäule
101 zugeführt. Hierzu wird eine Leitung 111 verwendet. Das in dem ersten Wärmeübertrager
3 abgekühlte stickstoffreiche Kopfgas wird anschließend über eine Leitung 112 durch
den Unterkühlungsgegenströmer 103 geführt, hierdurch abgekühlt und über eine Leitung
113 dem zweiten Wärmeübertrager 5 zugeführt. Anschließend wird das erwärmte stickstoffreiche
Kopfgas über eine Leitung 114 mit stickstoffreichem Kopfgas vom Kopf der Niederdrucksäule
zusammengeführt.
1. Verfahren zum Überführen eines Fluids aus einem ersten Trennsäulenbereich (1) in einen
zweiten Trennsäulenbereich (8), wobei das Fluid in dem ersten Trennsäulenbereich (1)
in flüssigem Zustand bis zu einer ersten geodätischen Höhe (H1) ansteht, und wobei
das Überführen des Fluids umfasst, das Fluid in einer zweiten geodätischen Höhe (H2)
oberhalb der ersten geodätischen Höhe (H3) in den zweiten Trennsäulenbereich (8) einzuspeisen,
dadurch gekennzeichnet, dass das Fluid unterhalb der ersten geodätischen Höhe (H1) aus dem ersten Trennsäulenbereich
(1) ausgeleitet und unterhalb der ersten geodätischen Höhe (H1) durch Erwärmen vollständig
oder teilweise verdampft und hierdurch auf eine dritte geodätische Höhe (H3) oberhalb
der zweiten geodätischen Höhe (H2) angehoben wird, dass das auf die dritte geodätische
Höhe (H3) angehobene Fluid abgekühlt wird, wodurch das Fluid oder dessen verdampfter
Anteil rückverflüssigt wird, und dass das Fluid nach dem Abkühlen in flüssiger Form
in den zweiten Trennsäulenbereich (8) eingespeist wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Fluid nach dem Abkühlen in flüssiger Form in
eine Flüssigkeitsaufnahme (6) überführt und aus der Flüssigkeitsaufnahme (6) in den
zweiten Trennsäulenbereich (8) abgeleitet wird, wobei die Menge des in die Flüssigkeitsaufnahme
(6) überführten Fluids und die Menge des aus der Flüssigkeitsaufnahme (6) in den zweiten
Trennsäulenbereich (8) abgeleiteten Fluids derart eingestellt werden, dass das rückverflüssigte
Fluid in der Flüssigkeitsaufnahme (6) bis zu einer vierten geodätischen Höhe (H4)
zwischen der zweiten geodätischen Höhe (H2) und der dritten geodätischen Höhe (H3)
ansteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das Erwärmen des Fluids unter Verwendung
eines mit einem Temperiermedium betriebenen ersten Wärmeübertragers (3) durchgeführt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem das Abkühlen des Fluids unter Verwendung eines
mit einem Temperiermedium betriebenen zweiten Wärmeübertragers (5) durchgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem der erste Wärmeübertrager (3) und der zweite Wärmeübertrager
(5) zumindest teilweise mit demselben Temperiermedium betrieben werden.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, das zwei- oder mehrfach parallel
mit zwei oder mehreren ersten Trennsäulenbereichen (1) und zweiten Trennsäulenbereichen
(8) durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem zum Erwärmen des Fluids und/oder zum Abkühlen des
Fluids ein gemeinsamer Wärmeübertrager verwendet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem zum Erwärmen des Fluids und/oder zum Abkühlen des
Fluid getrennte und mit einem gemeinsamen Temperiermedium betriebene Wärmeübertrager
verwendet werden.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem als der erste Trennsäulenbereich
(1) ein Abschnitt einer Rohargonsäule einer Luftzerlegungsanlage (500, 600, 700, 800)
und als der zweite Trennsäulenbereich(8) ein Abschnitt einer Niederdrucksäule der
Luftzerlegungsanlage (500, 600, 700, 800) verwendet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem das Erwärmen des Fluids unter Verwendung eines
Teils der Einsatzluft, die der Luftzerlegungsanlage (500, 600, 700, 800) zugeführt
wird, durchgeführt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem der Teil der Einsatzluft nach der Verwendung zum
Erwärmen des Fluids abgekühlt und zum Abkühlen des Fluids verwendet wird.
12. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, bei dem das Abkühlen des Fluids unter Verwendung
eines Teils einer sauerstoffreichen Flüssigkeit aus der Hochdrucksäule (101) der Luftzerlegungsanlage
durchgeführt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem das Erwärmen des Fluids unter Verwendung eines
Teils eines Kopfprodukts aus einer Hochdrucksäule (101) der Luftzerlegungsanlage (500,
600, 700, 800) durchgeführt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, bei dem der Teil des Kopfprodukts nach der Verwendung
zum Erwärmen des Fluids abgekühlt und zum Abkühlen des Fluids verwendet wird.
15. Anordnung (100, 200, 300, 400), die insbesondere als Teil einer Luftzerlegungsanlage
(500, 800, 700, 800) ausgebildet ist, und Mittel aufweist, die zur Durchführung eines
Verfahrens nach einem der vorstehenden Ansprüche eingerichtet sind.