Anwendungsgebiet und Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Induktionskochfelds, wobei
eine Temperatureinstellung bewirkt werden soll bzw. eine bestimmte Kochgefäßtemperatur
als Zieltemperatur erreicht oder eingestellt und konstant gehalten werden soll. Besonderheit
bei dem Verfahren ist, dass keine Temperaturmesseinrichtungen verwendet werden, die
die absolute Kochgefäßtemperatur erfassen. Die Kochgefäßtemperatur wird lediglich
indirekt über andere Eigenschaften des Kochgefäßes bestimmt, wie beispielsweise temperaturabhängige
Permeabilitätsänderung. Dabei kann nur eine relative Temperaturänderung, jedoch keine
absolute Temperatur erfasst werden. Das Messverfahren ist bekannt aus der
EP 2330866 A2.
[0002] Es ist aus der
EP 2574144 A2 bekannt, eine Temperatur zum Braten, welche in der Regel etwas über 200 °C liegt,
konstant halten zu können. Dabei muss eine erreichte Zieltemperatur sozusagen bestätigt
werden.
Aufgabe und Lösung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Verfahren zu schaffen,
mit dem Probleme des Stands der Technik vermieden werden können und es insbesondere
möglich ist, dass auf vorteilhafte Art und Weise, vorzugsweise bei einem Induktionskochfeld,
eine vorgegebene bzw. eingegebene Zieltemperatur für ein Kochgefäß sozusagen selbsttätig
angesteuert und gehalten werden kann.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Vorteilhafte sowie bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der weiteren
Ansprüche und werden im Folgenden näher erläutert. Der Wortlaut der Ansprüche wird
durch ausdrückliche Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0005] Ein Induktionskochfeld weist eine Steuerung und eine Kochstelle mit mindestens einer
Induktionsheizspule auf. In der Steuerung ist vorteilhaft ein Zusammenhang abgespeichert
zwischen einer Kochgefäßtemperatur und einer Heizleistung der Induktionsheizspule
als Flächenleistung bzw. Flächenleistungsdichte, die im Beharrungszustand oder stabilen
Zustand oder im Dauerbetrieb die genannte und gewünschte bestimmte Kochgefäßtemperatur
einstellt bzw. ergibt.
[0006] Es ist vorgesehen, dass beim Verfahren zum Betrieb dieses Induktionskochfelds ein
Kochgefäß auf die Kochstelle aufgestellt wird und von der Induktionsheizspule induktiv
beheizt wird. Vor einem Aufheizvorgang des Kochgefäßes wird eine Zieltemperatur für
das Kochgefäß oder ein eine bestimmte Zieltemperatur implizierender Anwendungsfall
in die Steuerung des Induktionskochfelds eingegeben, beispielsweise als "Steak braten".
Zu Beginn des Aufheizvorgangs wird das Kochgefäß für eine erste Aufheiz-Zeit mit einer
ersten relativ großen Heizleistung als Flächenleistung beheizt, um so vor allem einen
möglichst schnellen Temperaturanstieg zu bewirken um schnell nahe an die Zieltemperatur
zu kommen.
[0007] Nach der ersten Aufheiz-Zeit wird die Heizleistung der Induktionsheizspule soweit
reduziert auf eine erste relativ kleine Heizleistung, die auf Dauer zu der Zieltemperatur
führen würde. Dies kann dem vorgenannten Zusammenhang zwischen Kochgefäßtemperatur
und Heizleistung entsprechen, falls dieser abgespeichert ist. Diese erste kleine Heizleistung
ist deutlich kleiner als die vorgenannte große Heizleistung, vorzugsweise beträgt
sie nur etwa 1% bis 20% oder nur bis 10%. Dann wird überprüft, vorteilhaft nach einer
kurzen Überprüf-Zeit von einer Sekunde bis dreißig Sekunden, ob bei der ersten relativ
kleinen Heizleistung die Kochgefäßtemperatur konstant bleibt, ansteigt oder abfällt.
Zu dem dazu verwendeten Verfahren wird nachfolgend noch mehr erläutert.
[0008] In einem ersten Fall bleibt bei Beheizen des Kochgefäßes für die kurze Überprüf-Zeit
mit der ersten relativ kleinen Heizleistung die Kochgefäßtemperatur konstant und entspricht
der Zieltemperatur, vorteilhaft zumindest nach der vorgenannten kurzen Überprüf-Zeit
von wenigen Sekunden. Dann gilt die Zieltemperatur als erreicht und wird vorzugsweise
weiterhin gehalten, beispielsweise kann dann der eigentliche Bratvorgang beginnen.
Zum Halten der Brattemperatur vorteilhaft eine stetige Regelung oder eine Zweipunktregelung
benutzt werden, wie sie Stand der Technik sind. Dabei kann allgemein die Temperatur
in etwa konstant gehalten werden, unter Umständen mit einer leichten Erhöhung der
Heizleistung wegen des zu bratenden Garguts.
[0009] In einem weiteren Fall, dass durch die Einstellung der ersten, relativ kleinen Heizleistung
die Kochgefäßtemperatur nicht innerhalb der kurzen Überprüf-Zeit bzw. nach der kurzen
Überprüf-Zeit die Zieltemperatur oder gar keine konstante Temperatur erreicht, wird
die relativ kleine Heizleistung von der Steuerung in ihrer Größe angepasst bzw. verändert.
So kann versucht werden, eine andere Heizleistung zu finden, die während der kurzen
Überprüf-Zeit zu einer konstanten Temperatur führt. Diese andere Heizleistung ist
vorteilhaft auch noch eine relativ kleine Heizleistung. Das kann auch dazu verwendet
werden, überhaupt einen Temperaturwert zu ermitteln, der gerade anliegt, um davon
ausgehend die Zieltemperatur gezielter bzw. schneller anfahren zu können.
[0010] Bevorzugt betrachtet die Steuerung nach ausreichend genauem Finden der entsprechenden
Korrelation von Heizleistung und Kochgefäßtemperatur den Aufheizvorgang als beendet,
ein Kochen oder Braten bzw. Garen wird fortgesetzt. Dies wird vorteilhaft einer Bedienperson
signalisiert, evtl. können auch weitere Verfahrensschritte eingeleitet werden.
[0011] In Ausgestaltung der Erfindung steigt in einem weiteren Fall als zweiten Fall bei
Beheizen des Kochgefäßes mit der ersten relativ kleinen Heizleistung die Kochgefäßtemperatur
weiterhin an nach der kurzen Überprüf-Zeit. Es kann unter Umständen zuerst zu einem
kurzzeitigen Abfall des zur Temperaturbestimmung verwendeten Signals kommen, was hier
aber nicht stört. Dann wird das Kochgefäß für eine Zwischenheiz-Zeit noch einmal mit
einer Zwischen-Heizleistung stärker bzw. weiter erhitzt, da die Kochgefäßtemperatur
noch unter der Zieltemperatur liegt, so dass dessen Temperatur noch einmal ansteigt.
Vorteilhaft ist die Zwischen-Heizleistung größer als die erste relativ kleine Heizleistung,
kann aber auch gleich groß sein. Dann wird nach einer Zwischenheiz-Zeit durch erneutes
Einstellen der relativ kleinen Heizleistung überprüft, ob die Kochgefäßtemperatur
während einer kurzen Überprüf-Zeit dabei noch ansteigt oder konstant bleibt, unter
Umständen nach einer kurzen Überprüf-Zeit von einer Sekunde bis eine halbe oder eine
Minute. Bleibt dann die Kochgefäßtemperatur konstant ist nicht nur eine konstante
Temperatur eingestellt, sondern es gilt der erste Fall, dass nämlich die Zieltemperatur
als erreicht gilt.
[0012] Vorteilhaft kann für den Fall, dass die Kochgefäßtemperatur nach der Zwischenheiz-Zeit
und nach der kurzen Überprüf-Zeit bei Beheizen mit der ersten relativ kleinen Heizleistung
noch weiter ansteigt, erneut eine unter der Zieltemperatur liegende Kochgefäßtemperatur
festgestellt wird. Dann kann das Kochgefäß noch einmal mit einer Zwischen-Heizleistung
für eine Zwischenheiz-Zeit stärker erhitzt werden. Nach der Zwischenheiz-Zeit kann
dann erneut durch Einstellen der relativ kleinen Heizleistung für eine kurze Überprüf-Zeit
überprüft werden, ob die Kochgefäßtemperatur nach dieser kurzen Überprüf-Zeit noch
ansteigt oder konstant bleibt, wobei bei konstant bleibender Kochgefäßtemperatur der
erste Fall des Erreichens der Zieltemperatur gilt.
[0013] In einem dritten Fall, wenn bei Beheizen des Kochgefäßes mit der ersten relativ kleinen
Heizleistung die Kochgefäßtemperatur weiterhin auch nach Ablauf der Überprüf-Zeit
noch abfällt, wird eine über der Zieltemperatur liegende Kochgefäßtemperatur festgestellt.
Dann kann auf unterschiedliche Art und Weise die Zieltemperatur erreicht werden, was
noch ausführlicher erläutert wird. Auf die einfachste Art und Weise wird einfach mit
der relativ kleinen Heizleistung weiter geheizt und nach einiger Zeit bzw. einigen
Minuten wird sich die Zieltemperatur eingestellt haben. Alternativ kann der Heizbetrieb
für eine kurze Zeit, beispielsweise 5 Sekunden bis 30 Sekunden oder eine Minute, ausgesetzt
werden.
[0014] Zum Erfindungskern gehören zwar nur der erste Fall und der weitere Fall, aber auch
der zweite und sogar der dritte Fall werden vorteilhaft gemeinsam umgesetzt in einem
Steuerverfahren.
[0015] Somit kann mit der Erfindung, insbesondere auch in ihren vorgenannten fakultativen
Ausgestaltungen, vor allem die Erkenntnis umgesetzt werden, dass in einem praktisch
angewendeten Verfahren eine bestimmte Heizleistung als Flächenleistung zu einer bestimmten
Endtemperatur bzw. dauerhaft gehaltenen Kochgefäßtemperatur führt, und zwar weitgehend
unabhängig davon, was für ein Kochgefäß verwendet wird. Dies gilt hauptsächlich im
Bereich zwischen 150°C und 250°C, vor allem 200°C bis 250°C, was für Bratvorgänge
vorteilhaft ist. Dazu ist zu beachten, dass der vorgenannte Zusammenhang zwischen
Kochgefäßtemperatur und Heizleistung als Flächenleistung sozusagen die Information
benötigt, welche Leistung die Induktionsheizspule bzw. mehrere in einer Kochstelle
zusammengeschaltete Induktionsheizspulen erzeugen, also in das Kochgefäß eingebracht
wird. Des Weiteren wird die ungefähre Fläche des Kochgefäßes bzw. des Kochgefäßbodens
benötigt, damit eben die Flächenleistung bestimmt werden kann. Da aber Kochstellen
üblicherweise für bestimmte Größen von Kochgefäßen ausgelegt sind, dies insbesondere
auch durch eine Markierung auf der Oberseite einer Kochfeldplatte anzeigen, ist für
eine definierte Kochstelle ein ungefähr zu erwartender Bereich der Kochgefäßgröße
bekannt. Des Weiteren ist es insbesondere auch möglich, durch Überwachen von Betriebsparametern
der Induktionsheizspule, insbesondere eines Wirkungsgrads der Induktionsheizspule,
eine Überdeckung der Induktionsheizspule durch das Kochgefäß zu ermitteln. Bei bekannter
Größe der Induktionsheizspule kann dann in etwa auf die ungefähre Fläche des Kochgefäßes
bzw. des Kochgefäßbodens geschlossen werden. Dies ist dem Fachmann aus anderem Zusammenhang
bereits bekannt. Das Verfahren setzt voraus, dass sich während des Aufheizvorgangs
und der erfindungsgemäßen Bestimmung der Kochgefäßtemperatur kein Lebensmittel im
Geschirr befindet. Dieses würde den vorbeschriebenen Einstellvorgang der Temperatur
verfälschen. Die Verfälschung wäre jedoch derart signifikant, dass die Steuerung diesen
Fall erkennen kann und ihn einer Bedienperson anzeigen kann.
[0016] Die Eingabe der Zieltemperatur in die Steuerung kann entweder durch eine Bedienperson
mittels Bedienelementen erfolgen. Alternativ kann die Eingabe durch ein automatisches
Kochprogramm erfolgen, welches in der Steuerung selbst abläuft. Wichtig ist eben,
dass eine Zieltemperatur gegeben ist.
[0017] Die genannte erste Aufheiz-Zeit kann relativ kurz sein. Insbesondere wird versucht,
da ja relativ hohe Zieltemperaturen angefahren werden sollen, die erste relativ große
Heizleistung sehr groß zu wählen, vorteilhaft maximal groß. So kann sie 3 W/cm
2 bis 12 oder sogar 14 W/cm
2 betragen, insbesondere 6 W/cm
2 bis 10 W/cm
2. Dann kann diese erste Aufheiz-Zeit zwischen einer Minute und fünf Minuten oder sogar
acht Minuten liegen. Sie kann auch für eine bestimmte Kochstelle bzw. Induktionsheizspule
abhängig von deren Größe und somit einer zu erwartenden Kochgefäßgröße aus in einer
Tabelle in der Steuerung abgespeicherten Erfahrungswerten vorgegeben werden, beispielsweise
zwei Minuten für kleine Induktionsheizspulen, fünf Minuten für mittelgroße Induktionsheizspulen
und acht Minuten für große Induktionsheizspulen. Diese Erfahrungswerte gründen darauf,
dass bei einem Aufstellen eines Kochgefäßes, insbesondere einer Pfanne, mit der entsprechenden
Größe diese Zeit verstreicht, bis bei der ersten relativ großen Heizleistung eine
Temperatur zwischen 200°C und 250°C erreicht wird. Alternativ kann die Aufheiz-Zeit
auch theoretisch über Geschirrwärmekapazität, Flächenleistungsdichte und erwünschte
Temperaturerhöhung in der Steuerung berechnet werden.
[0018] Die erste relativ kleine Heizleistung kann deutlich unter der ersten großen Heizleistung
liegen. Insbesondere kann sie zwischen 0,3 W/cm
2 und 2 W/cm
2 liegen. Besonders vorteilhaft liegt sie zwischen 0,6 W/cm
2 und 0,8 W/cm
2. Im Rahmen der Erfindung hat sich herausgestellt, dass mit derartigen relativ kleinen
Heizleistungen Kochgefäßtemperaturen zwischen 200°C und 250°C auf Dauer gehalten werden
können. Natürlich könnten derartige Kochgefäßtemperaturen auch nur mit Einstellen
einer solchen relativ kleinen Heizleistung als Flächenleistung erreicht werden, dies
würde dann aber vorhersehbar sehr lange dauern.
[0019] Vorteilhaft wird die erste relativ kleine Heizleistung für mindestens eine Sekunde
bis 30 Sekunden oder sogar eine Minute eingestellt bzw. in das Kochgefäß eingebracht,
also eine vorgenannte kurze Zeit als Überprüf-Zeit, bevor erwartet wird, dass die
Kochgefäßtemperatur konstant bleibt. Die Temperatur-Ausgleichsvorgänge dauern in der
Regel einige Sekunden, insbesondere im vorgenannten ersten oder zweiten Fall, bis
die erste kleine Heizleistung die Energieeinbringung definiert. Vorteilhaft beträgt
die Überprüf-Zeit 5 Sekunden bis 20 Sekunden.
[0020] Eine vorgenannte Zwischenheiz-Zeit kann im Bereich ähnlich der Überprüf-Zeit liegen,
beispielsweise zwischen 5 Sekunden und 60 Sekunden, vorzugsweise zwischen 10 Sekunden
und 20 Sekunden. Die Zwischen-Heizleistung sollte zwar vorteilhaft größer sein als
die erste relativ kleine Heizleistung, kann auch deutlich größer sein, muss es aber
nicht. Der Vorteil einer Wahl einer etwas größeren Zwischen-Heizleistung liegt darin,
dass dann, wenn die Kochgefäßtemperatur offensichtlich noch unter der Zieltemperatur
liegt, das Erreichen der Zieltemperatur schneller erfolgen kann. So kann die Zwischen-Heizleistung
zwischen 1 W/cm
2 und 12 W/cm
2 liegen, insbesondere zwischen 1,5 W/cm
2 und 8 W/cm
2, bzw. sie kann 5% bis 100% größer sein als die erste relativ kleine Heizleistung.
[0021] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann zwar vorgesehen sein, dass im dritten
Fall das Kochgefäß nach Feststellen der zu hohen Kochgefäßtemperatur einfach mit einer
Zwischen-Heizleistung wie zuvor beschrieben beheizt wird. Wenn dann die Kochgefäßtemperatur
konstant wird, entspricht sie der Zieltemperatur. Dies hat jedoch einen etwas langsameren
Abfall der Kochgefäßtemperatur zur Folge, was bedeutet, dass die Feststellung der
bestimmten Kochgefäßtemperatur als tatsächliche Brattemperatur erst später erfolgen
kann, insbesondere nach mehreren Minuten, und somit der Bediener den Bratvorgang auch
erst zeitlich verzögert starten kann.
[0022] Alternativ und schneller kann mit einer zweiten Zwischen-Heizleistung beheizt werden,
die hier dann etwas über der ersten relativ kleinen Heizleistung liegen kann, vorteilhaft
zwischen 105% und 200% davon beträgt. Es wird gewartet, bis diese zweite Zwischen-Heizleistung
zu einer konstanten Kochgefäßtemperatur führt. Dann wäre aus dem in der Steuerung
gespeicherten Zusammenhang zwischen Kochgefäßtemperatur und Heizleistung die Kochgefäßtemperatur
bestimmbar. So kann die Steuerung nicht nur erkennen, dass die Kochgefäßtemperatur
über der Zieltemperatur liegt, sondern auch wieviel sie darüber liegt. Die Kochgefäßtemperatur
liegt in diesem Fall zwar nicht auf der Zieltemperatur, sondern darüber, die Steuerung
kann jedoch wieder anhand der zweiten Zwischen-Heizleistung bei konstanter Kochgefäßtemperatur
deren absoluten Wert feststellen. Dann kann die Heizleistung erneut reduziert werden.
Entweder kann sie für kurze Zeit ausgeschaltet werden, um einen schnelleren Temperaturabfall
hin zur Zieltemperatur zu bewirken. Da die Kochgefäßtemperatur und die Zieltemperatur
bekannt sind, kann die Steuerung dies aufgrund abgespeicherter Erfahrungswerte abschätzen.
Dann kann die erste relativ kleine Heizleistung eingestellt werden, die zur Zieltemperatur
führt. Alternativ kann der Bedienperson auch gleich das Signal zum Start des Bratvorgangs
gegeben werden. Durch das eingelegte Lebensmittel wird das Kochgefäß dann relativ
schnell auf die Zieltemperatur abgekühlt werden. Die Steuerung kann dann für die bereits
beschriebene Temperaturregelung die eigentlich gewünschte Zieltemperatur nehmen, auch
wenn diese zuvor nicht explizit eingestellt wurde.
[0023] Das Überprüfen der Kochgefäßtemperatur bzw. das Überprüfen, ob sich die Kochgefäßtemperatur
ändert oder ob sie konstant bleibt, erfolgt vorteilhaft über ein sensorloses Verfahren
bzw. ohne eigens vorgesehenen Temperatursensor. Während des Heizbetriebs wird anhand
der Schwingungsantwort an mindestens einer Induktionsheizspule erfasst, ob sich die
Temperatur des Kochgefäßes bzw. des Kochgefäßbodens über dieser Induktionsheizspule
ändert bzw. ob diese Temperatur ansteigt. So kann ein Temperaturgradient des Kochgefäßes
von der Induktionsheizspule erfasst werden, was bevorzugt gemacht wird entsprechend
einem Verfahren, wie es in der
EP 2330866 A2 beschrieben ist. Deren Inhalt wird hiermit diesbezüglich durch ausdrückliche Bezugnahme
zum Inhalt der vorliegenden Anmeldung gemacht. Findet diese Bestimmung der Schwingungsantwort
nur periodisch statt sollte es vorteilhaft alle 0,01 Millisekunden bis 1 Sekunde sein,
vorteilhaft bis 1 Millisekunde. Im Allgemeinen kann als Schwingungsantwort einer Induktionsheizspule
die Auswertung der Veränderung von Schwingkreisparametern aufgrund von Temperaturänderungen
des Kochgefäßes bzw. Kochgefäßbodens, im Besonderen der sich ändernden Permeabilität,
verstanden werden. Bevorzugt kann die Schwingungsantwort beim Betrieb mehrerer Induktionsheizspulen
an der Kochstelle bzw. für dieses Kochgefäß an jeder Induktionsheizspule erfasst werden.
[0024] Dieses Verfahren umfasst vorteilhaft die Schritte: Erzeugen einer Zwischenkreisspannung
zumindest zeitweise in Abhängigkeit von einer einphasigen oder mehrphasigen, insbesondere
dreiphasigen, Netzwechselspannung; Erzeugen einer hochfrequenten Ansteuerspannung
oder eines Ansteuerstroms aus der Zwischenkreisspannung, beispielsweise mit einer
Frequenz in einem Bereich von 20kHz bis 70kHz; und Beaufschlagen eines Schwingkreises
umfassend die Induktionsheizspule mit der Ansteuerspannung bzw. dem Ansteuerstrom.
Auf diese Weise erfolgt herkömmlich eine induktive Erwärmung des Kochgefäßes. Zur
Temperaturmessung werden dann folgende Schritte durchgeführt: Erzeugen der Zwischenkreisspannung
während vorgegebener Zeitabschnitte, insbesondere periodisch, mit einem konstanten
Spannungspegel, wobei während der Zeitabschnitte bevorzugt die Zwischenkreisspannung
unabhängig von der Netzwechselspannung erzeugt wird; Erzeugen der Ansteuerspannung
während der vorgegebenen Zeitabschnitte derart, dass der Schwingkreis im Wesentlichen
entdämpft mit seiner Eigenresonanzfrequenz schwingt; Messen mindestens eines Schwingungsparameters
der Schwingung während der vorgegebenen Zeitabschnitte; und Auswerten des mindestens
einen gemessenen Schwingungsparameters zum Ermitteln der Temperatur. Da die Zwischenkreisspannung
während der Temperaturmessung konstant gehalten wird, können Signalbeeinflussungen
aufgrund einer veränderlichen Zwischenkreisspannung eliminiert werden, wodurch eine
zuverlässige und störsichere Temperaturermittlung bzw. Ermittlung einer Temperaturänderung
ermöglicht wird.
[0025] In einer Weiterbildung umfasst das Verfahren die Schritte: Bestimmen von Nulldurchgängen
der Netzwechselspannung und Wählen der Zeitabschnitte im Bereich der Nulldurchgänge.
Im Bereich der Nulldurchgänge bei einphasiger Netzwechselspannung nimmt die Zwischenkreisspannung
üblicherweise stark ab. Der konstante Spannungspegel wird bevorzugt derart gewählt,
dass er größer als der sich üblicherweise im Bereich der Nulldurchgänge einstellende
Spannungspegel ist, sodass die Zwischenkreisspannung im Bereich der Nulldurchgänge
auf den konstanten Spannungspegel geklemmt wird. Es herrschen dann im Bereich der
Nulldurchgänge konstante Spannungsverhältnisse, die eine zuverlässige Temperaturmessung
ermöglichen. Hier werden also keine zusätzlichen Temperatursensoren benötigt, auch
wenn sie vorhanden sein könnten.
[0026] In Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, dass an der Kochstelle für das Kochgefäß
nicht nur eine einzige Induktionsheizspule vorgesehen ist, sondern mehrere. Hier gilt
aber im Prinzip das Entsprechende, dann werden die genannten Leistungswerte eben auf
sämtliche Induktionsheizspulen bezogen, die an der Kochstelle vorhanden sind und zur
Beheizung des Kochgefäßes dienen. Ihre Leistung bzw. Flächenleistung oder Heizleistung
wird dann gemeinsam betrachtet wie zuvor zur Temperaturmessung beschrieben.
[0027] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, die Menge der eingebrachten
Energie bzw. die Heizleistung der Induktionsheizspule über der Zeit zu erfassen und
zu überwachen. Auch so können Abschätzungen über erreichte Temperaturen getroffen
werden. Davon ausgehend kann die Steuerung die Heizleistungen etwas variieren oder
aber vor allem die erste Aufheiz-Zeit, die Überprüf-Zeit, die Zwischenheiz-Zeit oder
Aus-Zeiten einstellen. Die vorgenannten Überprüf-Zeiten in den verschiedenen Fällen
können zwar gleich oder ähnlich groß sein, müssen dies aber nicht. Sie können sich
durchaus auch um den Faktor 1 bis 5 unterscheiden.
[0028] Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung
und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder
zu mehreren in Form von Unterkombination bei einer Ausführungsform der Erfindung und
auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige
Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird. Die Unterteilung
der Anmeldung in einzelne Abschnitte sowie Zwischen-Überschriften beschränken die
unter diesen gemachten Aussagen nicht in ihrer Allgemeingültigkeit.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0029] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt
und werden im Folgenden näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- für mehrere verschiedene Kochgefäße ein Verlauf der stabil auf Dauer gehaltenen Kochgefäßtemperatur
abhängig von einer Flächenleistung,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht eines Induktionskochfelds mit einer Induktionsheizspule und aufgesetztem
Kochgefäß,
- Fig. 3 bis 6
- verschiedene Verläufe der Kochgefäßtemperatur und der Flächenleistung über der Zeit
in verschiedenen Fällen der Ansteuerung für leere Kochgefäße, also ohne Zugabe eines
Lebensmittels.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0030] In der Fig. 1 ist aufgezeichnet, wie empirisch ermittelte Werte für vier verschiedene
Kochgefäße den Zusammenhang angeben, wie die auf Dauer erreichte bzw. eingestellte
Kochgefäßtemperatur von der entsprechenden Flächenleistung abhängt. Daraus ist zu
ersehen, dass zum einen der Zusammenhang einigermaßen linear ist, also rechnerisch
sehr leicht zu bestimmen ist. Zum anderen sind die Temperaturen bei einer bestimmten
Flächenleistung nur maximal 30°C bis 35°C voneinander entfernt. Somit kann relativ
genau bei einer bestimmten Flächenleistung Q*/A bestimmt werden, welche Kochgefäßtemperatur
sich an einem Kochgefäß nach einer bestimmten längeren Dauer des Betriebs, beispielsweise
10 Minuten bis 30 Minuten, einstellt.
[0031] In der Fig. 2 ist ein Induktionskochfeld 11 dargestellt mit einer Kochfeldplatte
12, an der eine Kochstelle 13 gebildet ist. Unter der Kochfeldplatte 12 ist eine Induktionsheizspule
15 angeordnet, die die Kochstelle 13 definiert und auch beheizt. Diese könnte auch
aus mehreren Induktionsheizspulen bestehen, was für die Erfindung keine Rolle spielt.
Die Induktionsheizspule 15 wird von einer Steuerung 17 mit Leistung versorgt und angesteuert,
wobei die Steuerung 17 die in die Induktionsheizspule 15 eingespeiste Leistung überwachen
kann. Des Weiteren weist die Steuerung 17 einen nicht dargestellten Speicher auf,
in dem sozusagen entsprechend Fig. 1 ein Zusammenhang abgespeichert ist zwischen Kochgefäßtemperatur
und Flächenleistung. Dabei können entweder die rechnerischen Zusammenhänge abgespeichert
sein, wenn die Temperaturkurven aus Fig. 1 als Geraden angenähert betrachtet werden.
Alternativ können mit ausreichend guter Auflösung Temperaturwerte für jeweils stufenweise
zunehmende Flächenleistung abgespeichert sein.
[0032] In erweiterter Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, dass dies in der Steuerung
17 für mehrere Kochgefäße abgespeichert ist, so dass die Steuerung 17 sozusagen genau
weiß, welche der vier oder noch mehr Kurven aus der Fig. 1 im jeweiligen Fall zu verwenden
sind. Alternativ könnten auch bestimmte Parameter in die Steuerung 17 durch eine Bedienperson
eingegeben oder von außen einprogrammiert werden, die, losgelöst vom konkret vorhandenen
Kochgefäß, der Steuerung 17 mitteilen, welches Kochgefäß nun verwendet wird bzw. welche
der abgespeicherten Kurven gilt. Unter Umständen kann die Steuerung 17 dann auch erkennen,
in welchem Größenbereich sich ein auf die Kochstelle 13 darüber aufgesetztes Kochgefäß
befindet.
[0033] Selbstverständlich ist die Fläche der Induktionsheizspule 15 bekannt. Vorteilhaft
wird die genannte Flächenleistung aber nicht auf die Fläche der Induktionsheizspule
15, sondern auf die Fläche des Kochgefäßes 19 bezogen. Passend zur Kochstelle 13 wird
sich die Fläche bzw. die Bodenfläche des Kochgefäßes 19 in einem relativ engen Bereich
bewegen, da passende Kochgefäße innerhalb bestimmter Durchmesserklassen meistens nur
bis zu 3 cm Durchmesservariation aufweisen. Deutlich zu große oder deutlich zu kleine
Kochgefäße werden selten aufgesetzt, dies könnte auch von der Steuerung 17 erkannt
und einer Bedienperson als Fehler signalisiert werden.
[0034] In der Fig. 3 ist gezeigt, wie zum Zeitpunkt t=0 mit einer großen Heizleistung, hier
7 W/cm
2, welche konstant ist, aufgeheizt wird. Dieses Aufheizen dauert bis zur Zeit t1 als
Aufheiz-Zeit, welche vordefiniert sein kann.
[0035] Zuvor ist von einer Zielperson oder auch von einer automatischen Steuerung odgl.
eine Zieltemperatur von 200°C eingegeben worden. Diese Temperatur soll auf Dauer am
Kochgefäß 19, welches hier eine Pfanne ist, gehalten sein. Diese Temperatur gilt vorteilhaft
für die Oberseite des Kochgefäßbodens, also dort, wo Gargut, beispielsweise ein anzubratendes
Steak, mit dem Kochgefäß 19 in Berührung kommt. Für das Kochgefäß 19 gilt die oberste
Kurve aus der Fig. 1.
[0036] Nach Ablauf der Aufheiz-Zeit t1 wird die Heizleistung stark reduziert und auf 0,68
W/cm
2 eingestellt. Dies entspricht bei der Fig. 1 der obersten Kurve bzw. bei dieser Flächenleistung
wird dauerhaft die Temperatur von 200°C gehalten.
[0037] Aus der Fig. 3 entsprechend dem ersten Fall ist zu erkennen, dass die Temperatur
T nur leicht abfällt und dann relativ schnell, beispielsweise in 5 Sekunden bis 20
oder 30 Sekunden als Anpassungs-Zeit, konstant wird. Sowohl der geringe Temperaturabfall
als auch die konstante Temperatur können durch ein vorgenanntes Verfahren oder entsprechend
der
EP 2330866 A2 oder der
EP 2574144 A2 erkannt werden.
[0038] Da nun die Kochgefäßtemperatur bei der Flächenleistung 0,68 W/cm
2 dauerhaft konstant bleibt, wird diese gemäß der Fig. 1 auf 200°C festgelegt und kann
somit dauerhaft gehalten werden.
[0039] Beim nächsten Fall entsprechend der Fig. 4 wird bis zur Zeit t1' als Aufheiz-Zeit
mit großer Flächenleistung von 7 W/cm
2 aufgeheizt, wobei die Temperatur T wieder ansteigt. Zum Zeitpunkt t1' wird die Leistung
reduziert auf 0,68 W/cm
2 entsprechend einer auch hier gewünschten Zieltemperatur von 200°C. Die Steuerung
17 bzw. die Temperaturerfassung kann nun feststellen, dass bei dieser nun eingestellten
Flächenleistung die Kochgefäßtemperatur noch ansteigt, wenngleich dies wahrscheinlich
schwächer ist als zuvor. Dies bedeutet also, dass die Kochgefäßtemperatur zum Zeitpunkt
t2' noch unterhalb der Zieltemperatur von 200°C liegt. Die Zeit zwischen t1' und t2'
ist die vorgenannte Überprüf-Zeit. Deswegen wird zum Zeitpunkt t2', der beispielsweise
wenige Sekunden bis eine oder zwei Minuten nach dem Zeitpunkt t1' liegt, wieder eine
deutlich größere und insbesondere die zuvor eingestellte große Leistung von 7 W/cm
2 eingestellt. Dann steigt die Temperatur T wieder stärker an. Nach einer gewissen
Zeit als Zwischenheiz-Zeit zwischen t2' und t3', beispielsweise wenige Sekunden bis
eine Minute bis drei Minuten, wird wieder auf die Leistung entsprechend der Zieltemperatur
heruntergestellt, also wieder auf die erste kleine Heizleistung von 0,68 W/cm
2. Nun erkennt die Temperaturerfassung, dass die Kochgefäßtemperatur T erst etwas abnimmt
und dann aber relativ schnell, beispielsweise innerhalb von einer Minute oder sogar
nur weniger Sekunden als Anpassungs-Zeit, nur noch einen geringen Abfall aufweist
bzw. konstant wird. Somit liegt wieder der Fall vor, dass bei einer Flächenleistung
von 0,68 W/cm
2 eine konstante Kochgefäßtemperatur erreicht wird. Dies muss dann die Zieltemperatur
200°C sein entsprechend Fig. 1 bzw. wie zuvor zur Fig. 3 beschrieben. Das erneute
Nachheizen mit der höheren Heizleistung war in diesem Fall erforderlich, da das Kochgefäß
zum Erreichen der bestimmten Temperatur mehr Energie benötigt, als von der Steuerung
angenommen. Die Wärmekapazität des Kochgefäßes wich also vom in der Steuerung hinterlegten
Wert ab.
[0040] Die zweite Zeit bzw. Zwischenheiz-Zeit mit hoher Heizleistung bei der Fig. 4 zwischen
t2' und t3' könnte auch mit einer anderen Flächenleistung erfolgen als die Aufheiz-Zeit
bis zum Zeitpunkt t1' Allerdings sollen hier ja die Aufheizvorgänge relativ schnell
ablaufen, so dass eben eine zumindest hohe Flächenleistung nahe der maximalen Flächenleistung
gewählt werden sollte.
[0041] Der Fall einer Überhitzung während der Aufheiz-Zeit ist in der Fig. 5 dargestellt.
Hier wird auch bei einer gewünschten Zieltemperatur von 200°C für die Aufheiz-Zeit
bis zu einem Zeitpunkt t1" mit der hohen Leistung von 7 W/cm
2 beheizt, woraufhin die Temperatur T ansteigt. Dann wird ab dem Zeitpunkt t1" für
eine Überprüf-Zeit mit der geringen Flächenleistung von 0,68 W/cm
2 beheizt, also für einige Sekunden bis eine halbe Minute, um zu sehen, ob hier die
Kochgefäßtemperatur relativ schnell konstant wird, was als Erreichen der Zieltemperatur
gewertet werden würde. Die Steuerung 17 stellt aber über die vorgenannte Temperaturüberwachung
fest, dass die Kochgefäßtemperatur auch nach Ablauf der Überprüf-Zeit dauerhaft fällt,
auch noch nach einer oder zwei Minuten als Anpassungs-Zeit. Dies bedeutet, dass also
eine Kochgefäßtemperatur deutlich oberhalb der Zieltemperatur vorherrscht. Nun kann
entweder die Leistung für kurze Zeit ganz abgeschaltet werden, beispielsweise für
10 Sekunden bis 30 Sekunden, um ein schnelles Abkühlen hin zur Zieltemperatur oder
in deren Nähe zu erreichen. Dann könnte der Betrieb wiederum mit der kleinen Heizleistung
von 0,68 W/cm
2 einsetzen, und erfahrungsgemäß müsste dann die Temperatur relativ schnell konstant
werden und dann eben die Zieltemperatur von 200°C betragen.
[0042] Oder es wird gemäß einer anderen Möglichkeit versucht, die vorherrschende Temperatur
in etwa zu bestimmen. Deswegen wird eine etwas größere Heizleistung als Zwischen-Heizleistung
für die Zwischenheiz-Zeit zwischen t2" und t3" in die Induktionsheizspule 15 eingespeist,
nämlich hier die 0,8 W/cm
2. Dabei stellt sich relativ schnell eine konstante Temperatur ein, welche gemäß der
Fig. 1 bei etwa 230°C liegt. Somit weiß die Steuerung 17 also, dass die Temperatur
noch ca. 30°C zu hoch liegt. Dann kann sie wieder, wie zuvor beschrieben, entweder
für kurze Zeit die Induktionsheizspule 15 ganz abschalten für ein etwas schnelleres
Abkühlen, beispielsweise für 10 Sekunden bis 30 Sekunden, wobei dann wieder die kleine
Heizleistung zum Erreichen und Halten der Zieltemperatur eingestellt wird. Alternativ
kann die der Zieltemperatur entsprechende Flächenleistung von 0,68 W/cm
2 ab dem Zeitpunkt t3" eingestellt werden, so dass die Kochgefäßtemperatur T etwas
langsamer auf die Zieltemperatur abfällt, welche dann aber letztlich erreicht und
gehalten wird. Es kann auch eine schnellere Abkühlung durch Einlegen des zu garenden
Lebensmittels erreicht werden. Vorteilhaft wird dann für eine der Lebensmittelzugabe
nachfolgende Temperaturregelung der Messwert, der 200°C entspricht, als Sollwert verwendet
und nicht der Messwert, der 230°C entspricht.
[0043] Fig. 6 zeigt eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens zum definierten
Erreichen einer bestimmten Kochgefäßtemperatur. Wird die konstante Beharrungstemperatur
nicht nach kurzer Zeitdauer erreicht, unabhängig davon, ob das Signal fällt oder steigt,
werden nachfolgend zwischen t2'" und t3'" keine diskreten Leistungsstufen angefahren.
Vielmehr wird ein Sollwert T
S des Temperatursignals nach einer festgelegten Zeit ermittelt, hier bei t2'" mit 230°C.
Die Steuerung regelt dann beispielsweise durch einen Proportionalregler, der auch
Integral- oder Differenzial-Anteile aufweisen kann, auf diesen Sollwert T
S. Damit wird bei t3'" relativ schnell eine konstante Temperatur erreicht, schneller,
als dies mit diskreten Temperaturstufen möglich wäre. Gemäß Fig. 1 entspricht einer
Kochgefäßtemperatur von 230°C eine Flächenleistung von 0,8 W/cm
2. Deswegen wird bei dieser Flächenleistungsdichte die Kochgefäßtemperatur von 230°C
gehalten. Auf diese Art und Weise wird wiederum die entsprechende Korrelation aus
Leistung und konstanter Temperatur gefunden, wobei die Leistung bekannt ist, die eine
Temperaturbestimmung und somit Temperatureinstellung ermöglicht. Nun kann anhand bekannter
Zusammenhänge durch Leistungsreduktion ausgehend von der bekannten Temperatur die
bestimmte Kochgefäßtemperatur von 200°C angefahren werden, beispielsweise mit gleichzeitigem
Einlegen des Garguts.
[0044] Somit ist es mit der Erfindung möglich, ohne absolute Temperaturmessung und nur durch
relative Temperaturmessung, also Überwachen, ob eine Temperatur ansteigt, abfällt
oder konstant ist, und einem bekannten Zusammenhang zwischen Temperatur und dauerhaft
eingestellter Flächenleistungsdichte eine Temperaturregelung bzw. das Anfahren und
Halten einer bestimmten Temperatur an einem Kochgefäß zu ermöglichen.
[0045] Des Weiteren macht sich die Erfindung zugunsten, dass in einem eingeschwungenem Zustand,
also einem dauerhaft herrschenden Zustand, ein Wärmeleitwiderstand seriell zu einer
Parallelschaltung als Strahlungswärmewiderstand und Konvektionswärmewiderstand geschaltet
ist. Daraus ergibt sich eben der in Fig. 1 zu erkennende Zusammenhang.
[0046] Die Erfindung nutzt also eine Energiebilanz, um die eingangs gestellte Aufgabe zu
lösen. Durch das Aufsuchen eines eingeschwungenen Zustandes, also eines Zustandes
ohne Änderung der Kochgefäßtemperatur, wird die innere Energie des Kochgefäßes konstant
gehalten. Dadurch ist bekannt, dass die von der Beheizung in das Kochgefäß eingebrachte
Energie vollständig wieder abgegeben wird, sei es durch Konvektion, Wärmestrahlung
oder Wärmeleitung in die Kochfeldoberfläche. Die eingebrachte Energie kann jedoch
von der Beheizung gemessen werden. Da der Zusammenhang aus Fig. 1 bekannt ist, kann
somit über Messung einer Energie pro Zeit bzw. Leistung, unter bestimmten Rahmenbedingungen,
auf die absolute Temperatur geschlossen werden.
1. Verfahren zum Betrieb eines Induktionskochfelds zum definierten Erreichen einer bestimmten
Kochgefäßtemperatur, wobei das Induktionskochfeld eine Steuerung und eine Kochstelle
mit mindestens einer Induktionsheizspule aufweist, mit den Schritten:
- ein Kochgefäß wird auf die Kochstelle aufgestellt und wird von der Induktionsheizspule
induktiv beheizt,
- vor einem Aufheizvorgang eines Kochgefäßes wird eine Zieltemperatur für das Kochgefäß
oder ein eine bestimmte Zieltemperatur implizierender Anwendungsfall in die Steuerung
des Induktionskochfelds eingegeben,
- zu Beginn des Aufheizvorgangs wird das Kochgefäß für eine erste Aufheiz-Zeit mit
einer ersten relativ großen Heizleistung als Flächenleistung beheizt,
- nach der ersten Aufheiz-Zeit wird die Heizleistung der Induktionsheizspule soweit
reduziert auf eine erste relativ kleine Heizleistung, die auf Dauer zu der Zieltemperatur
führen würde,
- es wird überprüft, ob nach einer kurzen Überprüf-Zeit bei der ersten relativ kleinen
Heizleistung die Kochgefäßtemperatur konstant bleibt, ansteigt oder abfällt,
- wobei in einem ersten Fall, dass bei Beheizen des Kochgefäßes mit der ersten relativ
kleinen Heizleistung nach der kurzen Überprüf-Zeit die Kochgefäßtemperatur konstant
bleibt und der Zieltemperatur entspricht, die Zieltemperatur als erreicht gilt,
- wobei in einem weiteren Fall, dass durch die Einstellung der ersten, relativ kleinen
Heizleistung die Kochgefäßtemperatur nach der kurzen Überprüf-Zeit nicht die Zieltemperatur
erreicht hat, die relativ kleine Heizleistung von der Steuerung in ihrer Größe angepasst
wird, um eine Heizleistung zu finden, die während der kurzen Überprüf-Zeit zu einer
konstanten Temperatur führt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach ausreichend genauem Finden der entsprechenden Korrelation von Heizleistung und
Kochgefäßtemperatur die Steuerung den Aufheizvorgang als beendet betrachtet und dies
einer Bedienperson signalisiert und/oder weitere Verfahrensschritte einleitet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren Fall als zweiter Fall bei Beheizen des Kochgefäßes mit der ersten
relativ kleinen Heizleistung die Kochgefäßtemperatur weiterhin ansteigt nach der kurzen
Überprüf-Zeit, eine unter der Zieltemperatur liegende Kochgefäßtemperatur festgestellt
wird und das Kochgefäß noch einmal mit einer Zwischen-Heizleistung für eine Zwischenheiz-Zeit
stärker erhitzt wird, und dann nach der Zwischenheiz-Zeit erneut durch Einstellen
der relativ kleinen Heizleistung überprüft wird, ob die Kochgefäßtemperatur nach einer
kurzen Überprüf-Zeit noch ansteigt oder konstant bleibt, wobei bei konstant bleibender
Kochgefäßtemperatur der erste Fall des Erreichens der Zieltemperatur gilt, wobei vorzugsweise
die Zieltemperatur zwischen 200°C und 250°C liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass für den Fall, dass die Kochgefäßtemperatur nach der Zwischenheiz-Zeit und nach der
kurzen Überprüf-Zeit noch weiter ansteigt, erneut eine unter der Zieltemperatur liegende
Kochgefäßtemperatur festgestellt wird und das Kochgefäß noch einmal mit einer Zwischen-Heizleistung
für eine Zwischenheiz-Zeit stärker erhitzt wird, und dann nach der Zwischenheiz-Zeit
erneut durch Einstellen der relativ kleinen Heizleistung für eine kurze Überprüf-Zeit
überprüft wird, ob die Kochgefäßtemperatur nach der kurzen Überprüf-Zeit noch ansteigt
oder konstant bleibt, wobei bei konstant bleibender Kochgefäßtemperatur der erste
Fall des Erreichens der Zieltemperatur gilt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren Fall als dritter Fall bei Beheizen des Kochgefäßes mit der ersten
relativ kleinen Heizleistung die Kochgefäßtemperatur abfällt nach der kurzen Überprüf-Zeit,
eine über der Zieltemperatur liegende Kochgefäßtemperatur festgestellt wird, wobei
vorzugsweise in diesem dritten Fall das Kochgefäß mit einer Zwischen-Heizleistung
zwischen 105% und 200% der ersten relativ kleinen Heizleistung beheizt wird und die
Kochgefäßtemperatur überprüft wird, die sich nach der kurzen Überprüf-Zeit konstant
einstellt, und daraus aus einem in der Steuerung bekannten Zusammenhang zwischen Kochgefäßtemperatur
und Heizleistung als Flächenleistung die Kochgefäßtemperatur bestimmt wird, wobei
davon ausgehend die Heizleistung erneut reduziert wird auf eine Heizleistung, die
auf Dauer zu der Zieltemperatur führen würde, wobei vorzugsweise die Zieltemperatur
zwischen 200°C und 250°C liegt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischen-Heizleistung größer ist als die erste relativ kleine Heizleistung, vorzugsweise
10% bis 100% größer.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kurze Überprüf-Zeit 1 Sekunde bis 30 Sekunden beträgt, vorzugsweise 5 Sekunden
bis 20 Sekunden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenheiz-Zeit 5 Sekunden bis 60 Sekunden beträgt, vorzugsweise 10 Sekunden
bis 30 Sekunden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizleistung reduziert wird auf eine der Zieltemperatur entsprechende kleine
Heizleistung, und überprüft wird, wann die Kochgefäßtemperatur konstant wird und damit
der Zieltemperatur entspricht, wobei vorzugsweise die Zieltemperatur zwischen 200°C
und 250°C liegt.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kochgefäß an einer Kochstelle mit einer oder mehreren Induktionsheizspulen betrieben
wird und die Leistung der Induktionsheizspulen gemeinsam als Flächenleistung bzw.
Heizleistung betrachtet wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge der eingebrachten Energie bzw. die Heizleistung der Induktionsheizspule
über der Zeit überwacht wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste relativ große Heizleistung 3 W/cm2 bis 12 W/cm2 beträgt, insbesondere 6 W/cm2 bis 10 W/cm2.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste relativ kleine Heizleistung 0,3 W/cm2 bis 2 W/cm2 beträgt, insbesondere 0,6 W/cm2 bis 0,8 W/cm2.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischen-Heizleistung 1 W/cm2 bis 12 W/cm2 beträgt, insbesondere 1,5 W/cm2 bis 8 W/cm2.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kochgefäßgröße ermittelt wird durch Betrachtung des Wirkungsgrads der Induktionsheizeinrichtung
durch Überdeckung der Induktionsheizspule mit dem aufgestellten Kochgefäß.