[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Extrusionsvorrichtung und ein Verfahren zum
Auffüllen einer Nut mit einer Füllmasse. Insbesondere befasst sich die vorliegende
Erfindung mit der Extrusion von Füllmassen zum Auffüllen von Fügeübergängen, Fügenuten,
Nuten und/oder ähnlichen zu füllenden bzw. glättenden Aussparungen in Strukturen,
insbesondere in Strukturen von Luft- oder Raumfahrzeugen.
[0002] Obwohl in vielfältigen Anwendungen zur Füllung von Fügeübergängen bzw. Nuten unterschiedlichster
Strukturen verwendbar, werden die vorliegende Erfindung sowie die ihr zugrunde liegende
Problematik in Bezug auf die Füllmassenapplikation im Bereich von Flugzeugflügeln
näher erläutert. Prinzipiell ist die vorliegende Erfindung jedoch auch zur Füllung
von Fügeübergängen, Fügenuten bzw. Nuten in allgemeinen Fahrzeugen, wie Straßenfahrzeugen,
Schienenfahrzeugen und/oder Wasserfahrzeugen oder dergleichen verwendbar.
[0003] Eine zentrale Herausforderung des modernen Flugzeugbaus ist die Gestaltung von effizienten
Luftfahrzeugen, welche eine möglichst geringen Treibstoffverbrauch und damit verbundenen
Schadstoffausstoß aufweisen. Zu diesem Zweck wird intensiv erforscht, wie verbesserte
Flügel zu einem umweltschonenderen Flugverkehr beitragen können. So wird insbesondere
der Strömungswiderstand eines Flugzeugs ganz entscheidend von dem spezifischen, geschwindigkeitsabhängigen
Strömungsverlauf der Luft über den Oberflächen der Flugzeugtragflächen beeinflusst.
Je gleichmäßiger diese Strömung verläuft, desto geringer ist der Widerstand. Ein geringer
Luftwiderstand reduziert wiederum den Treibstoffverbrauch, die Emission von Schadstoffen
und damit auch die Energiekosten. Ein verfolgter Ansatz besteht somit darin, Flügelkonstruktionen
dahingehend zu optimieren, dass eine gleichmäßige, d.h. laminare, Strömung auf Dauer
gehalten werden kann, ohne dass Turbulenzen auftreten, welche wieder zu einem erhöhten
Luftwiderstand führen würden.
[0004] Zu diesem Zweck ist es vorteilhaft, die Oberflächen der Tragflächen und insbesondere
die zur Flugrichtung gerichteten Flügelseiten so glatt wie möglich zu gestalten. Bereits
kleinste Unebenheiten an den Oberflächen aufgrund von Schmutz, Montage- und/oder Lackierungsungenauigkeiten
können einen laminare Strömung am Flügel beeinflussen. Ansätze für so genannte laminare
Flügel weisen eine feste Flügelvorderkante auf, die fest mit einem Flügelkasten verbunden
ist. Bei der Anbindung einer solchen Flügelvorderkante an den Flügelkasten entsteht
ein Fügeübergang, der möglichst eben mit einer Füllmasse aufgefüllt werden sollte,
um geeignete Voraussetzungen für das Halten einer laminaren Strömung zu erfüllen.
[0005] Typischerweise werden Fügeübergänge bzw. Fügenuten manuell mit Füllmasse gefüllt
und im Anschluss manuell geglättet. Einer Applikation der Füllmasse kann hierzu eine
Maskierung der an die Fügenut angrenzenden Flächen vorgelagert sein, um diese Flächen
vor Verschmutzung durch die Füllmasse zu schützen. Eine präzise Aufbringung der Maskierung
ist typischerweise zeitaufwändig, kann aber gleichzeitig entscheidend für die Qualität
der anschließenden Füllung sein. Generell stellt es sich als schwierig heraus, die
hohen Anforderungen an die Füllmassenoberfläche eines laminaren Flügels mit einem
manuellen Füllprozess zu realisieren.
[0006] Insbesondere kann es zur Sicherstellung der geforderten Toleranzen mitunter notwendig
sein, den Füllungs- und Glättungsprozess mehrfach hintereinander zu wiederholen.
[0007] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einfache
Lösungen für das Verfüllen von Füllmassen zu finden, welche eine schnelle und dennoch
präzise Auffüllung von Nuten ermöglichen.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Extrusionsvorrichtung mit den
Merkmalen des Patentanspruchs 1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
12.
[0009] Demgemäß ist eine Extrusionsvorrichtung zum Auffüllen einer Nut mit einer Füllmasse
vorgesehen. Die Extrusionsvorrichtung umfasst einen Extrusionskopf, welcher federelastisch
in eine Extrusionsrichtung der Extrusionsvorrichtung zum Aus- und Einfedern in die
Extrusionsrichtung ausgebildet ist.
[0010] Darüber hinaus ist ein Verfahren zum Auffüllen einer Nut mit einer Füllmasse vorgesehen.
Das Verfahren umfasst Entlangfahren eines Extrusionskopfs an der Nut. Das Verfahren
umfasst ferner Extrudieren der Füllmasse aus dem Extrusionskopf in die Nut. Der Extrusionskopf
federt einem Tiefenprofil der Nut folgend in eine Extrusionsrichtung federelastisch
ein und aus.
[0011] Ferner ist eine Verwendung einer erfindungsgemäßen Extrusionsvorrichtung und/oder
einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Auffüllen einer Nut in einer Flügelstruktur
und/oder zwischen Flügelstrukturen eines Luft- oder Raumfahrzeugs vorgesehen.
[0012] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, einen speziellen
elastischen, insbesondere federelastischen, Extrusionskopf zu schaffen, welcher jederzeit
einen möglichst geringen Abstand zwischen einem Extrusionsauslass, z.B. einer Extrusionsdüse,
und einer Applikationsfläche gewährleistet. Der Abstand zwischen der Düsenaustrittsseite
und der Applikationsfläche wird gewissermaßen automatisch aufgrund der federelastischen
Wirkung des Extrusionskopfs auf einem geeigneten minimalen Abstand gehalten. So muss
beispielsweise eine robotergeführte oder eine manuell geführte Vorrichtung nicht mehr
exakt einen vordefinierten Abstand zwischen Düsenunterseite und Nutoberseite einhalten,
da dies automatisch in einem gewissen Bereich bzw. Umfang durch die erfindungsgemäße
Extrusionsvorrichtung ausgeglichen werden kann, sobald mindestens ein Teil der Düse
und/oder Extrusionsvorrichtung einen Kontakt zum Bauteil aufweist. Die erfindungsgemäße
Extrusionsvorrichtung dient demnach einerseits als Automatisierungshilfe und andererseits
als Höhenkompensation. Die Extrusionsvorrichtung kann sowohl robotergeführt als auch
manuell ausgebildet sein. Die erfindungsgemäße Extrusionsvorrichtung ermöglicht eine
schnelle und dennoch präzise Auffüllung von Fügeübergängen, Fügenuten und/oder Nuten.
[0013] Um ein gutes Füllergebnis zu erzielen, kann es mitunter wichtig sein, eine Extrusionsdüse
möglichst nahe im Bereich von Bruchteilen von Millimetern an der Nut-Oberfläche entlangzuführen,
z.B. mit einem Roboter. Aufgrund von Fertigungstoleranzen weisen die Flächen entlang
einer Nut jedoch gewisse Abweichungen von der gewünschten Idealform auf, so dass im
Falle von konventionellen Verfahren für eine möglichst nahe Führung ein signifikanter
Regel- bzw. Programmieraufwand betrieben werden muss, um die Trajektorie des Roboters
für die Führung der Düse ausreichend genau zu bestimmen und entsprechend zu steuern.
Hinzu kommt die inhärente Ungenauigkeit des verwendeten Roboters, welche eine weitere
Streuung der Zielgenauigkeit in der Größenordnung von Zehntelmillimetern bewirkt.
Die erfindungsgemäße Lösung umgeht diese Problematik, indem der Abstand zwischen der
Düsenaustrittsseite und der Applikationsfläche automatisch eingehalten wird, ohne
dass dieser mit einer aufwändigen Steuerung geregelt werden muss.
[0014] Ein federelastischer Extrusionskopf bezeichnet in der vorliegenden Erfindung einen
elastisch rückstellenden Extrusionskopf, d.h. einen Extrusionskopf, der unter Belastung
nachgibt und nach Entlastung selbstständig in die ursprüngliche Konfiguration zurückkehrt.
Ein solches Verhalten kann beispielsweise über eine oder mehrere Federn realisiert
werden. Die entsprechende Federkonstante bzw. die Rückstellkraft kann hierbei je nach
konkreten Anwendungsfall unterschiedlich konfiguriert sein, so dass der Extrusionskopf
entsprechend leicht oder weniger leicht ein- bzw ausfedert. Prinzipiell können hierbei
jedoch auch andere dem Fachmann naheliegende Federungs- und/oder Dämpfungsystem zum
Einsatz kommen. Beispielsweise kann der Extrusionskopf alternativ zu einer mechanischen
Feder mit einer pneumatischen und/oder hydraulischen Federung bzw. Dämpfung ausgebildet
sein.
[0015] Füllmassen im Sinne der Erfindung umfassen unter anderem auch Kleber, Ausgleichsmassen
(Shim-Massen), Anstrichmittel, Lacke bzw. Füllerschichten oder ähnliche Materialien,
wie mit Metall- und oder Keramikpartikeln gefüllte Füllmassen. Nuten im Sinne der
Erfindung umfassen unter anderem Fügeübergänge, Fügenuten und/oder ähnliche zu füllende
bzw. glättende Aussparungen.
[0016] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren.
[0017] Gemäß einer Weiterbildung kann der Extrusionskopf zwei ineinandergesteckte, gegeneinander
gleitfähige Zylinderelemente aufweisen, zwischen denen eine Zylinderfeder angeordnet
ist. Der Extrusionskopf ist in dieser Weiterbildung demnach mit einer Federung ausgebildet,
in welcher zwei Zylinderelemente relativ zueinander bewegbar sind und über eine Feder
elastisch nachgebend aneinander gekoppelt sind. Beispielsweise kann hierzu die Zylinderfeder
auf einen Gleitfortsatz des einen Zylinderelements aufgesteckt werden, woraufhin das
andere entsprechend komplementär ausgebildete Zylinderelement ebenfalls auf den Gleitfortsatz
gesteckt werden kann, so dass die beiden Zylinderelement gegeneinander in gedämpfter
Weise gleiten können.
[0018] Gemäß einer Weiterbildung können die zwei Zylinderelemente zum Durchleiten der Füllmasse
hohl ausgebildet sein. In dieser Weiterbildung kann die Extrusionsvorrichtung besonders
einfach und robust gestaltet werden, indem eine Federung aus zwei Zylinderelementen
und einer Zylinderfeder gleichzeitig gewissermaßen als Zufuhrrohr oder Zufuhrröhre
für die Weiterleitung der Füllmasse dient.
[0019] Gemäß einer Weiterbildung kann der Extrusionskopf ein Gehäuse aufweisen. Aus dem
Gehäuse können die zwei Zylinderelemente jeweils mit einem Verbindungsende herausragen.
Ein erstes Zylinderelement der zwei Zylinderelemente kann fest mit dem Gehäuse verbunden
sein. Ein zweites Zylinderelement der zwei Zylinderelemente kann kolbenartig gleitfähig
in dem Gehäuse gelagert sein. Die Verbindungsenden können hierbei beispielsweise dazu
genutzt werden, um den Extrusionskopf mit weiteren Elemente der Extrusionsvorrichtung
zu verbinden. Beispielsweise kann eines der Verbindungsenden oder beide Verbindungsenden
mit einem Innen- und/oder Außengewinde ausgebildet sein. Entsprechend weitere Elemente
der Extrusionsvorrichtung können dann hierzu komplementär geformte Gegengewinde aufweisen,
über welche die weiteren Elemente mit dem Extrusionskopf zusammenschraubbar sind.
[0020] Gemäß einer Weiterbildung können die zwei Zylinderelemente und/oder das Gehäuse zumindest
oberflächlich im Wesentlichen Polytetrafluorethylen (PTFE) enthalten und/oder mit
PTFE beschichtet sein. Prinzipiell können die zwei Zylinderelemente und/oder das Gehäuse
auch überwiegend oder vollständig aus PTFE bestehen. PTFE eignet sich besonders gut
als Oberflächenmaterial für diese Elemente, da PTFE eine Reinigung besonders einfach
und effizient gestaltet. Sollten Elemente nach oder während der Anwendung mit Füllmasse
verunreinigt werden, so kann sich diese nach dem Aushärten leicht entfernen lassen.
Grundsätzlich wird dem Fachmann jedoch ersichtlich sein, dass alternativ oder zusätzlich
auch andere Materialien, insbesondere selbsttrennende Materialien, verwendet werden
können, welche eine ähnliche komfortable und/oder rückstandslose Reinigung ermöglichen.
In dieser Weiterbildung ist die Extrusionsvorrichtung folglich leicht zu reinigen
und somit grundsätzlich wiederverwendbar.
[0021] Gemäß einer Weiterbildung kann die Extrusionsvorrichtung eine Extrusionsdüse umfassen.
Die Extrusionsdüse kann dazu ausgebildet sein, die Füllmasse aus dem Extrusionskopf
zu extrudieren. Die Extrusionsdüse dient hierbei als formgebende Öffnung, um flüssige
bzw. fließfähige aushärtbare Füllmassen unter Druck kontinuierlich auszupressen. Grundsätzlich
kann jedoch alternativ auch vorgesehen sein, dass die Extrusionsvorrichtung keine
spezielle Extrusionsdüse umfasst, sondern dass beispielsweise der Extrusionskopf mit
einer geeigneten Austrittsöffnung ausgebildet ist.
[0022] Gemäß einer Weiterbildung kann die Extrusionsdüse aus einem Kunststoff gebildet sein.
Jedoch kann die Extrusionsdüse auch aus einem Metall, Kunststoff und/oder Keramikverbund
und/oder einer Kombination aus diesen Materialien (z.B. einem Metall-Kunststoff-Verbund)
gebildet sein. Beispielsweise kann die Extrusionsdüse mit einem generativen bzw. additivien
Fertigungsverfahren, d.h. einem "3D-Druckverfahren", hergestellt werden. Hierzu kann
beispielsweise ein Fused-Deposition-Modeling (FDM) Verfahren oder ein entsprechendes
bekanntes additives Verfahren verwendet werden, bei welchem ein Objekt schichtweise
aus einem schmelzfähigem Kunststoff und/oder Metall aufgebaut wird. Generell wird
in 3D-Druckverfahren ausgehend von einem digitalisierten geometrischen Modell eines
Objekts ein Ausgangsmaterial sequentiell in Lagen übereinandergeschichtet und ausgehärtet.
3D-Druckverfahren sind derzeit weit verbreitet in der industriellen Produktentwicklung,
in der eine ressourceneffiziente Prozesskette zur bedarfsgerechten Klein- und Großserienfertigung
individualisierter Bauteile eingesetzt wird.
[0023] Gemäß einer Weiterbildung kann der Extrusionskopf mit einem ersten Gewinde und die
Extrusionsdüse mit einem komplementär geformten ersten Gegengewinde ausgebildet sein,
so dass die Extrusionsdüse auf den Extrusionskopf auf- und von dem Extrusionskopf
abschraubbar ist. Prinzipiell sind hierbei auch andere dem Fachmann bekannte Verbindungstechniken
vorgesehen. Beispielsweise kann eine Steckverbindung zwischen dem Extrusionskopf und
der Extrusionsdüse geschaffen werden. Hierzu kann der Extrusionskopf mit einem ersten
Steckabschnitt, einem ersten Rastabschnitt oder allgemein einem ersten Verbindungsabschnitt
ausgebildet sein und die Extrusionsdüse kann entsprechend mit einem komplementär geformten
ersten Gegensteckabschnitt, einem ersten Gegenrastabschnitt oder allgemein einem ersten
Gegenverbindungsabschnitt ausgebildet sein.
[0024] Gemäß einer Weiterbildung kann die Extrusionsvorrichtung ein Materialmagazin umfassen,
welches zur Aufnahme der Füllmasse ausgebildet ist. Das Materialmagazin kann derart
mit dem Extrusionskopf verbunden sein, dass die Füllmasse durch Druckbeaufschlagung
aus dem Materialmagazin in den Extrusionskopf einleitbar ist. In einer besonders einfachen
Weiterbildung kann das Materialmagazin beispielsweise als eine Kartusche aus Kunststoff
ausgebildet sein, welche mit einer Füllmasse gefüllt ist bzw. mit der Füllmasse auffüllbar
ist. Alternativ kann das Materialmagazin jedoch auch anders ausgestaltet sein, z.B.
kann die Füllmasse aus Bottichen mittels Schläuchen dem Extrusionskopf bzw. der Extrusionsvorrichtung
zugeführt werden. Grundsätzlich werden sich dem Fachmann auch weitere geeignete Materialzuführungen
aus dem Zusammenhang erschließen (z.B. aus der automatisierten Lackiertechnik bekannte
Zuführungsvarianten).
[0025] Gemäß einer Weiterbildung kann der Extrusionskopf mit einem zweiten Gewinde und das
Materialmagazin mit einem komplementär geformten zweiten Gegengewinde ausgebildet
sein, so dass der Extrusionskopf auf das Materialmagazin auf- und von dem Materialmagazin
abschraubbar ist. Prinzipiell sind hierbei auch andere dem Fachmann bekannte Verbindungstechniken
vorgesehen. Beispielsweise kann eine Steckverbindung zwischen dem Extrusionskopf und
dem Materialmagazin geschaffen werden. Hierzu kann der Extrusionskopf mit einem zweiten
Steckabschnitt, einem zweiten Rastabschnitt oder allgemein einem zweiten Verbindungsabschnitt
ausgebildet sein und das Materialmagazin kann entsprechend mit einem komplementär
geformten zweiten Gegensteckabschnitt, einem zweiten Gegenrastabschnitt oder allgemein
einem zweiten Gegenverbindungsabschnitt ausgebildet sein.
[0026] Gemäß einer Weiterbildung kann die Extrusionsvorrichtung einen Roboter umfassen,
welcher dazu ausgebildet ist, den Extrusionskopf entlang der Nut zu bewegen und die
Nut dabei mit der Füllmasse durch Extrusion der Füllmasse aus dem Extrusionskopf aufzufüllen.
Entsprechend kann in einer Weiterbildung des Verfahrens das Entlangfahren des Extrusionskopfs
an der Nut von einem Roboter gesteuert werden. In dieser Weiterbildung kann die Extrusionsvorrichtung
demnach vollautomatisch betrieben werden, indem ein entsprechend programmierter Roboter
sämtliche oder beinahe sämtliche Arbeitsschritte übernimmt. Einem Benutzer kann es
somit beispielsweise lediglich vorbehalten sein, das Materialmagazin gegebenenfalls
mit Füllmasse aufzufüllen bzw. dieses mit einem gefüllten Materialmagazin auszutauschen.
[0027] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig
miteinander kombinieren. Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen
der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im
Folgenden bezüglich der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung.
Insbesondere wird dabei der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen
zu der jeweiligen Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.
[0028] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- schematische Ansichten von Einzelteilen eines Extrusionskopfs einer erfindungsgemäßen
Extrusionsvorrichtung zum Auffüllen einer Nut eines Luft- oder Raumfahrzeugs mit einer
Füllmasse gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 2a,2b,2c
- exemplarische Ansichten von einzelnen Stationen des Zusammenbaus einer Extrusionsvorrichtung
und dem Extrusionskopf aus Fig. 1;
- Fig. 3
- ein schematisches Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Auffüllen
einer Nut eines Luft- oder Raumfahrzeugs mit einer Füllmasse gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung; und
- Fig. 4
- eine schematische Perspektivansicht der Verwendung der Extrusionsvorrichtung aus Fig.
2 in dem Verfahren aus Fig. 3.
[0029] Die beiliegenden Figuren sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen der
Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0030] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente,
Merkmale und Komponenten - sofern nichts anderes ausgeführt ist - jeweils mit denselben
Bezugszeichen versehen.
[0031] Fig. 1 zeigt schematische Ansichten von Einzelteilen eines Extrusionskopfs einer
erfindungsgemäßen Extrusionsvorrichtung zum Auffüllen einer Nut eines Luft- oder Raumfahrzeugs
mit einer Füllmasse gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Fig. 2a bis 2c zeigen
exemplarische Ansichten von einzelnen Stationen des Zusammenbaus einer Extrusionsvorrichtung
mit dem Extrusionskopf aus Fig. 1.
[0032] In Fig. 1 bezeichnet das Bezugszeichen 3 den Extrusionskopf. Der Extrusionskopf 3
ist in Fig. 1 in seine Einzelteile zerlegt dargestellt. Grundlegend umfasst der Extrusionskopf
3 ein erstes Zylinderelement 6, ein zweites Zylinderelement 6', eine Zylinderfeder
7 und ein Gehäuse 13. Zur Befestigung dieser Komponenten aneinander sind in dieser
beispielhaften Ausführungsform weiterhin eine Madenschraube 15, mehrere Schrauben
16 sowie eine Feststellscheibe 17 vorgesehen. Das Gehäuse 13 umfasst ein Schraubengewinde
18 für das Aufnehmen der Madenschraube 15 und die Feststellscheibe 17 weist entsprechende
Schraubengewinde 18 für die Schrauben 16 auf.
[0033] Sowohl die zwei Zylinderelemente 6, 6' als auch das Gehäuse 13 sind in der Ausführungsform
in Fig. 1 aus Polytetrafluorethylen (PTFE) gefertigt. Alternativ können diese jedoch
auch lediglich oberflächlich aus PTFE bestehen bzw. mit PTFE beschichtet sein. Beispielsweise
kann es sich hierbei um Kunststoffbauteile handeln, welche lediglich mit PTFE beschichtet
sind. Auch die Feststellscheibe 17 kann aus PTFE und/oder einem Kunststoff gefertigt
sein. Prinzipiell sind darüber hinaus alternativ oder zusätzlich auch andere Materialien
vorgesehen, welche eine gute und rückstandslose Reinigung einer Füllmasse 5 ermöglichen.
Die Zylinderfeder 7 und die Schrauben 15, 16 können wiederum aus Metall bzw. aus einer
Metalllegierung oder dergleichen bestehen.
[0034] Die zwei Zylinderelemente 6, 6' sind hohl ausgebildet und derart geformt, dass diese
ineinander steckbar sind, so dass sie gegeneinander gleiten können, d.h. die zwei
Zylinderelemente 6, 6' bilden zusammen eine Art Schub- oder Drehschubgelenk. Das erste
Zylinderelement 6 ist in dieser beispielhaften Ausführung mit einem Gleitfortsatz
14 versehen, auf welchen sowohl die Zylinderfeder 7 als auch das zweite Zylinderelement
6' gesteckt werden können. Das erste Zylinderelement 6 ist ferner an einem Verbindungsende
mit einem Gewinde 11 ausgebildet, welches in Bezug auf Fig. 2a bis 2c näher erläutert
werden wird. Ebenfalls ist das zweite Zylinderelement 6' an einem Verbindungsende
mit einem Gewinde 9 ausgebildet (siehe Fig. 2a bis 2c).
[0035] Dem Fachmann wird sich aus dem Zusammenhang erschließen, dass alternative Ausführungsformen
von der Erfindung umfasst werden, die den gleichen Zweck erfüllen. Beispielsweise
können mehr als zwei Zylinderelemente vorsehen sein. Insbesondere kann der Extrusionskopf
3 nach dem Prinzip einer Teleskopverbindung bzw. Teleskopstange aufgebaut sein, mit
zwei oder mehr parallel in sich geführten Röhren oder Zylinderabschnitten, welche
linear bis zu einem Anschlag auf eine maximale Ausfahrlänge herausbewegt und wieder
ineinander zurückgefahren werden können. Dementsprechend kann zu diesem Zweck mehr
als eine Zylinderfeder vorgesehen sein. Prinzipiell umfasst die Erfindung darüber
hinaus auch andere, dem Fachmann geläufige Federungsmittel. Beispielsweise kann der
Extrusionskopf 3 alternativ zu einer mechanischen Feder mit einer pneumatischen und/oder
hydraulischen Federung ausgebildet sein, beispielsweise ebenfalls auf Basis mehrerer
parallel geführter Zylinderelemente im Sinne eines Schub- oder Drehschubgelenks.
[0036] Das Gehäuse 13 ist in der beispielhaften Ausführung in Fig. 1 ebenfalls als Hohlzylinder
ausgebildet, welcher derart konfiguriert ist, dass beide Zylinderelemente 6, 6' in
ineinandergesteckter Form darin Platz finden (vgl. Fig. 2a bis 2c). Die zwei Zylinderelemente
6, 6' bilden im Zusammenspiel mit dem Gehäuse 13 eine Art von Kolbensystem bzw. Federung
im Sinne eines Schubgelenks, in welchem das zweite Zylinderelement 6' federelastisch
in das Gehäuse 13 eingefedert und aus dem Gehäuse 13 ausgefedert werden kann. Die
Zylinderfeder 7 stellt hierzu eine Rückstellkraft bereit. Der genaue Aufbau der Extrusionsvorrichtung
1 wird im Folgenden in Bezug auf Fig. 2a bis 2c veranschaulicht.
[0037] Fig. 2a bis 2c zeigen exemplarische Ansichten von einzelnen Stationen des Zusammenbaus
einer Extrusionsvorrichtung 1 und dem Extrusionskopf 3 aus Fig. 1.
[0038] Fig. 2a zeigt den Extrusionskopf 3 aus Fig. 1, nachdem er teilweise zusammengebaut
wurde. Links in Fig. 2a ist das erste Zylinderelement 6 bereits in das Gehäuse 13
eingeführt worden und dort mit der Madenschraube 15 befestigt worden. Hierzu ist die
Madenschraube 15 in das Schraubengewinde 18 des Gehäuses eingeführt worden, so dass
die Madenschraube 15 gegen das erste Zylinderelement 6 im Innern des Gehäuses 13 drückt
und dieses dadurch in der Position fixiert. Ferner ist rechts in Fig. 2a die Zylinderfeder
7 bereits auf das zweite Zylinderelement 6' gesteckt worden. Ebenfalls wurden die
Schrauben 16 in die Schraubengewinde 18 der Feststellscheibe 17 eingeführt und gemeinsam
mit dieser auf das zweite Zylinderelement 6' aufgesteckt.
[0039] In Fig. 2b wurden die beiden Komponenten aus Fig. 2a zusammengesteckt und miteinander
verschraubt. Hierzu wurde das zweite Zylinderelement 6' in das Gehäuse 13 eingeführt
und dort auf das erste Zylinderelement 6 aufgesteckt. Im Anschluss wurden die Schrauben
der Feststellscheibe 17 an dem Gehäuse 13 festgezogen. Im Ergebnis ergibt sich ein
Extrusionskopf 3 mit einem zylinderförmigen Gehäuse 13, aus welchem die zwei Zylinderelemente
6, 6'jeweils mit einem Verbindungsende herausragen. Das erstes Zylinderelement 6 ist
fest mit dem Gehäuse 13 verbunden, während das zweite Zylinderelement 6' kolbenartig
gleitfähig in dem Gehäuse 13 gelagert ist. Die jeweils herausragenden Verbindungsenden
der zwei Zylinderelement 6, 6' sind als Gewinde 9, 11 ausgeführt, um den Extrusionskopf
3 mit weiteren Elementen der Extrusionsvorrichtung 1 zu verbinden.
[0040] Fig. 2c zeigt hierzu den zusammengebauten Extrusionskopf 3 aus Fig. 2b, auf welchen
nun auf einer Seite eine Extrusionsdüse 8 und auf der anderen Seite ein Materialmagazin
10 aufgeschraubt wurden. Hierzu weist die Extrusionsdüse 8 ein erstes Gegengewinde
11' auf, welches komplementär zu dem ersten Gewinde 9 des zweiten Zylinderelements
6 ausgebildet. Entsprechend weist das Materialmagazin 10 ein zweites Gegengewinde
11' auf, welches komplementär zu dem zweiten Gewinde 11 des ersten Zylinderelements
6' ausgebildet.
[0041] Das Materialmagazin 10 ist zur Aufnahme von Füllmasse 5 ausgebildet. Hierbei ist
das Materialmagazin 10 derart mit dem Extrusionskopf 3 verbunden, dass die Füllmasse
5 durch Druckbeaufschlagung aus dem Materialmagazin 10 in den Extrusionskopf 3 einleitbar
ist. Aufgrund der Druckbeaufschlagung wird die Füllmasse 5 durch die zwei hohlen Zylinderelement
6, 6' des Extrusionskopfs 3 hindurch in die Extrusionsdüse 8 eingeleitet. Die Extrusionsdüse
8 wiederum ist dazu ausgebildet, die Füllmasse 5 aus dem Extrusionskopf 3 in eine
Extrusionsrichtung 4 zu extrudieren, so dass die Füllmasse in eine Nut 2 oder dergleichen
(vgl. Fig. 4) ausgelassen werden kann. Der Extrusionskopf 3 ist hierbei federelastisch
in die Extrusionsrichtung 4 der Extrusionsvorrichtung 1 zum Aus- und Einfedern in
die Extrusionsrichtung 4 ausgebildet. Die Verwendung einer derart gebildeten Extrusionsvorrichtung
1 wird in Bezug auf Fig. 3 und 4 näher erläutert werden.
[0042] Fig 3. zeigt ein schematisches Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens
M zum Auffüllen einer Nut 2 eines Luft- oder Raumfahrzeugs mit einer Füllmasse 5 gemäß
einer Ausführungsform der Erfindung.
[0043] Das Verfahren M umfasst unter M1 Entlangfahren eines Extrusionskopfs 3 an der Nut
2. Das Entlangfahren des Extrusionskopfs 3 an der Nut 2 kann hierbei beispielsweise
von einem Roboter 12 gesteuert werden. Ferner umfasst das Verfahren M unter M2 Extrudieren
der Füllmasse 5 aus dem Extrusionskopf 3 in die Nut 2. Der Extrusionskopf 3 federt
einem Tiefenprofil der Nut 2 folgend in die Extrusionsrichtung 4 federelastisch ein-
oder aus. Der Roboter 12 ist demnach dazu ausgebildet, den Extrusionskopf 3 entlang
der Nut 2 zu bewegen und die Nut 2 dabei mit der Füllmasse 5 durch Extrusion der Füllmasse
5 aus dem Extrusionskopf 3 aufzufüllen.
[0044] Fig. 4 zeigt eine schematische Perspektivansicht der Verwendung der Extrusionsvorrichtung
1 aus Fig. 1 in dem Verfahren M aus Fig. 3.
[0045] Fig. 4 zeigt einen Fügeübergang bzw. eine Nut 2 zwischen zwei Flügelstrukturen 19
eines Luft- oder Raumfahrzeugs. Beispielsweise kann es sich bei den Flügelstrukturen
um Komponenten eines laminaren Flugzeugflügels handeln, wobei eine Flügelstruktur
19 beispielsweise eine feste Flügelvorderkante sein kann, welche fest mit einer zweiten
Flügelstruktur 19, z.B. einem Flügelkasten, verbunden ist. Bei der Anbindung einer
solchen Flügelvorderkante an den Flügelkasten entsteht eine Nut 2, wie sie schematisch
in Fig. 4 abgebildet ist. Um geeignete Voraussetzungen für das Halten einer laminaren
Strömung zu erfüllen, sollte eine solche Nut 2 möglichst präzise mit einer Füllmasse
5 aufgefüllt werden. Gleichzeitig sollte die Verfüllung solcher Nuten 2 schnell und
kosteneffizient in automatisierter Weise ausgeführt werden. Die Verwendung der Extrusionsvorrichtung
1 in dem Verfahren M gemäß der in Fig. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsformen ermöglicht
nun eine schnelle und dennoch präzise Auffüllung solche Nuten 2. Hierzu federt der
Extrusionskopf 3 samt der daran befestigten Extrusionsdüse 8 einem Tiefenprofil der
Nut 2 folgend in die Extrusionsrichtung 4 federelastisch ein und aus. Der Abstand
zwischen der Extrusionsdüse 8 und der Nut 2 wird folglich automatisch aufgrund der
federelastischen Wirkung des Extrusionskopfs 3 auf einem geeigneten minimalen Abstand
gehalten, sofern die Extrusionsdüse 8 an die Nut 2 angelegt wird. So muss der Roboter
12 anders als in herkömmlichen Verfahren nicht mehr exakt einen vordefinierten Abstand
zwischen Extrusionsdüse 8 und Nut 2 einhalten, da dies automatisch durch den erfindungsgemäßen
Extrusionskopf 3 ausgeglichen wird.
[0046] In Fig. 4 ist eine senkrechte Applikation der Extrusionsvorrichtung 1 über der Nut
2 zwischen den zwei Flügelstrukturen 19 dargestellt. Grundsätzlich kann die Extrusionsvorrichtung
1 jedoch auch ebenso unter einem Winkel kleiner als 90° bezüglich der Ebene der Flügelstrukturen
19 an der Nut 2 entlanggefahren werden, d.h. entlang einer Nutachsenrichtung. Beispielsweise
kann vorgesehen sein, die Extrusionsvorrichtung 1 und insbesondere den Extrusionskopf
3 unter einem Winkel zwischen 45° und 90° bezüglich der Horizontalen an der Nut 2
entlangzufahren. Prinzipiell ist allgemein eine Ausrichtung der Extrusionsvorrichtung
1 mit einem Neigungswinkel entsprechend einer Kegeloberfläche möglich.
[0047] Prinzipiell ist die vorliegende Erfindung darüber hinaus auch zur Füllung von Fügeübergängen
bzw. Nuten in allgemeinen Fahrzeugen, wie Straßenfahrzeugen, Schienenfahrzeugen und/oder
Wasserfahrzeugen oder dergleichen, bzw. allgemein im Transportsektor verwendbar. Über
die Transportindustrie hinaus kann die Erfindung jedoch grundsätzlich auch in allen
anderen technischen Gebieten genutzt werden, in denen ein Bedarf nach einer besonders
präzisen Klebung und/oder Abdichtung besteht.
[0048] In der vorangegangenen detaillierten Beschreibung sind verschiedene Merkmale zur
Verbesserung der Stringenz der Darstellung in einem oder mehreren Beispielen zusammengefasst
worden. Es sollte dabei jedoch klar sein, dass die obige Beschreibung lediglich illustrativer,
keinesfalls jedoch beschränkender Natur ist. Sie dient der Abdeckung aller Alternativen,
Modifikationen und Äquivalente der verschiedenen Merkmale und Ausführungsbeispiele.
Viele andere Beispiele werden dem Fachmann aufgrund seiner fachlichen Kenntnisse in
Anbetracht der obigen Beschreibung sofort und unmittelbar klar sein.
[0049] Die Ausführungsbeispiele wurden ausgewählt und beschrieben, um die der Erfindung
zugrundeliegenden Prinzipien und ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis bestmöglich
darstellen zu können. Dadurch können Fachleute die Erfindung und ihre verschiedenen
Ausführungsbeispiele in Bezug auf den beabsichtigten Einsatzzweck optimal modifizieren
und nutzen. In den Ansprüchen sowie der Beschreibung werden die Begriffe "bein-haltend"
und "aufweisend" als neutralsprachliche Begrifflichkeiten für die entsprechenden Begriffe
"umfassend" verwendet. Weiterhin soll eine Verwendung der Begriffe "ein", "einer"
und "eine" eine Mehrzahl derartig beschriebener Merkmale und Komponenten nicht grundsätzlich
ausschließen.
Bezugszeichenliste
[0050]
- 1
- Extrusionsvorrichtung
- 2
- Nut
- 3
- Extrusionskopf
- 4
- Extrusionsrichtung
- 5
- Füllmasse
- 6, 6'
- Zylinderelement
- 7
- Zylinderfeder
- 8
- Extrusionsdüse
- 9
- erstes Gewinde
- 9'
- erstes Gegengewinde
- 10
- Materialmagazin
- 11
- zweites Gewinde
- 11'
- zweites Gegengewinde
- 12
- Roboter
- 13
- Gehäuse
- 14
- Gleitfortsatz
- 15
- Madenschraube
- 16
- Schraube
- 17
- Feststellscheibe
- 18
- Schraubengewinde
- 19
- Flügelstruktur
- M
- Verfahren
- M1
- Verfahrensschritt
- M2
- Verfahrensschritt
1. Extrusionsvorrichtung (1) zum Auffüllen einer Nut (2) mit einer Füllmasse (5), mit:
einem Extrusionskopf (3), welcher federelastisch in eine Extrusionsrichtung (4) der
Extrusionsvorrichtung (1) zum Aus- und Einfedern in die Extrusionsrichtung (4) ausgebildet
ist.
2. Extrusionsvorrichtung (1) nach Anspruch 1, wobei der Extrusionskopf (3) zwei ineinandergesteckte,
gegeneinander gleitfähige Zylinderelemente (6, 6') aufweist, zwischen denen eine Zylinderfeder
(7) angeordnet ist.
3. Extrusionsvorrichtung (1) nach Anspruch 2, wobei die zwei Zylinderelemente (6, 6')
zum Durchleiten der Füllmasse (5) hohl ausgebildet sind.
4. Extrusionsvorrichtung (1) nach Anspruch 2 oder 3, wobei der Extrusionskopf (3) ein
Gehäuse (13) aufweist, aus welchem die zwei Zylinderelemente (6, 6') jeweils mit einem
Verbindungsende herausragen, wobei ein erstes Zylinderelement (6) der zwei Zylinderelemente
(6, 6') fest mit dem Gehäuse (13) verbunden ist und ein zweites Zylinderelement (6')
der zwei Zylinderelemente (6, 6') kolbenartig gleitfähig in dem Gehäuse (13) gelagert
ist.
5. Extrusionsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei die zwei Zylinderelemente
(6, 6') und/oder das Gehäuse (13) zumindest oberflächlich im Wesentlichen Polytetrafluorethylen,
PTFE, enthalten und/oder mit PTFE beschichtet sind.
6. Extrusionsvorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, weiterhin mit:
einer Extrusionsdüse (8), welche dazu ausgebildet ist, die Füllmasse (5) aus dem Extrusionskopf
(3) zu extrudieren.
7. Extrusionsvorrichtung (1) nach Anspruch 6, wobei die Extrusionsdüse (8) aus einem
Kunststoff gebildet ist.
8. Extrusionsvorrichtung (1) nach Anspruch 6 oder 7, wobei der Extrusionskopf (3) mit
einem ersten Gewinde (9) und die Extrusionsdüse (8) mit einem komplementär geformten
ersten Gegengewinde (9') ausgebildet ist, so dass die Extrusionsdüse (8) auf den Extrusionskopf
(3) auf- und von dem Extrusionskopf (3) abschraubbar ist.
9. Extrusionsvorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, weiterhin mit:
einem Materialmagazin (10), welches zur Aufnahme der Füllmasse (5) ausgebildet ist
und derart mit dem Extrusionskopf (3) verbunden ist, dass die Füllmasse (5) durch
Druckbeaufschlagung aus dem Materialmagazin (10) in den Extrusionskopf (3) einleitbar
ist.
10. Extrusionsvorrichtung (1) nach Anspruch 9, wobei der Extrusionskopf (3) mit einem
zweiten Gewinde (11) und das Materialmagazin (10) mit einem komplementär geformten
zweiten Gegengewinde (11') ausgebildet ist, so dass der Extrusionskopf (3) auf das
Materialmagazin (10) auf- und von dem Materialmagazin (10) abschraubbar ist.
11. Extrusionsvorrichtung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, weiterhin mit:
einem Roboter (12), welcher dazu ausgebildet ist, den Extrusionskopf (3) entlang der
Nut (2) zu bewegen und die Nut (2) dabei mit der Füllmasse (5) durch Extrusion der
Füllmasse (5) aus dem Extrusionskopf (3) aufzufüllen.
12. Verfahren (M) zum Auffüllen einer Nut (2) mit einer Füllmasse (5), mit:
Entlangfahren (M1) eines Extrusionskopfs (3) an der Nut (2); und
Extrudieren (M2) der Füllmasse (5) aus dem Extrusionskopf (3) in die Nut (2);
wobei der Extrusionskopf (3) einem Tiefenprofil der Nut (2) folgend in eine Extrusionsrichtung
(4) federelastisch einfedert oder ausfedert.
13. Verfahren (M) nach Anspruch 12, wobei das Entlangfahren (M1) des Extrusionskopfs (3)
an der Nut (2) von einem Roboter (12) gesteuert wird.
14. Verwendung einer Extrusionsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 und/oder
eines Verfahrens (M) nach einem der Ansprüche 12 bis 13 zum Auffüllen einer Nut (2)
in einer Flügelstruktur (19) und/oder zwischen Flügelstrukturen (19) eines Luft- oder
Raumfahrzeugs.