[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Raumlüftungssystems, insbesondere
für Wohnräume mit einer wahlweise im Abluft- und Umluftbetrieb arbeitenden Dunstabzugshaube,
die über eine Steuerungseinrichtung mit einer Lüftungseinrichtung zum Zuführen von
Aussenluft in den Wohnraum zusammenwirkt.
[0002] Derartige Verfahren für Dunstabzugshauben sind bekannt und in vielen modernen Kücheneinrichtungen
vorhanden, insbesondere wenn die Küche in einem Wohnraum des Gebäudes integriert ist
und der entstehende Dunst sonst direkt im Wohnraum wahrnehmbar ist. Arbeitet die Abzugshaube
im Abluftbetrieb, entsteht dann im Wohnraum ein Unterdruck, der bekanntlich aus verschiedenen
Gründen unerwünscht ist.
[0003] Um diesen Unterdruck zu kompensieren, ist es bekannt, den Wohnraum mit einer Lüftungseinrichtung
auszustatten, mit welcher dem Wohnraum Aussenluft zugeführt wird.
[0004] Eine Anlage dieser Gattung ist in der
EP-A-2 613 099 geoffenbart. Die dort beschriebene Anlage eignet sich jedoch nur für komplexe Wohnungen,
die eine Vielzahl von den Luftdruck beeinflussenden Geräten beinhalten. Die für die
Anlage vorgesehene Steuerung ist dementsprechend aufwendig, da sie einerseits laufend
den Betriebszustand der einzelnen Geräte steuern muss und andererseits eventuell mehrere
Luftdruck-Messstellen aufweisen muss, um laufend zu ermitteln, ob bzw. in welchem
Bereich der Wohnung sich ein Unterdruck gebildet hat.
[0005] Bei einfach konstruierten Gebäuden ist eine solche Raumlüftungsanlage zu aufwendig,
sowohl hinsichtlich der Installation und des Aufbaus als auch wegen ihrer komplexen
Betriebsweise. Bei derartigen Gebäuden erfolgt die Lüftung in der Regel durch manuelles
Öffnen und Schliessen eines Aussenfensters des Wohnraums. Dabei wird die im Küchenbereich
installierte Dunstabzugshaube im Wohnraum einen Unterdruck erzeugen, solange sie im
Abluftbetrieb arbeitet und die Aussenfenster und Türen des Wohnraums geschlossen sind.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betrieb eines Raumlüftungssystems
der eingangs genannten Art zu schaffen, das mit möglichst kleinem apparativen Aufwand
die Bildung eines Unterdrucks in Wohnräumen unterbindet und die einwandfreie Funktion
des Systems sicherstellt.
[0007] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Dunstabzugshaube automatisch
einerseits beim Öffnen der Lüftungseinrichtung auf Abluftbetrieb und andererseits
beim Schliessen derselben auf Umluftbetrieb schaltet.
[0008] Damit wird erreicht, dass bei eingeschalteter Dunstabzugshaube insbesondere während
dem Kochen gewährleistet ist, dass kein Unterdruck bzw. stets ein optimaler Betrieb
in Bezug auf einen geringen Energieverbrauch erzielt wird.
[0009] Ob eine Lüftungseinrichtung gerade geöffnet bzw. geschlossen ist oder wird, kann
durch die jeweilige Schalterstellung bei derselben festgestellt werden.
[0010] Die Erfindung sieht optional vor, dass bei einer Umschaltmöglichkeit der Dunstabzugshaube
von Abluft- auf Umluftbetrieb die Aussenluftzufuhr der Lüftungseinrichtung entweder
automatisch oder von Hand geschlossen wird. Das gilt auch beim Abschalten der Abzugshaube,
wenn diese vorher auf Abluftbetrieb eingestellt war.
[0011] Als Lüftungseinrichtung eignet sich auch ohne weiteres ein Lüftungsschlitz beim Fenster
bzw. ein Lüftungsflügel in der Hauswand.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemässe Raumlüftungsanlage, räumlich dargestellt, und
- Fig. 2
- die Anlage nach Fig. 1 und die dazugehörige Steuerungseinrichtung, schematisch dargestellt.
[0013] Das in Fig. 1 dargestellte Raumlüftungssystem befindet sich in einem Wohnraum 1 vorzugsweise
mit einer integrierten Kücheneinrichtung 2, welcher eine Dunstabzugshaube 3 mit einem
Abluftrohr 15 zugeordnet ist. Vorteilhaft ist in dieser Dunstabzugshaube 3 ein Filterpaket
integriert, durch welche die durch das Kochen mit Fettpartikeln und andern Partikeln
sowie Gerüchen versehene Luft gereinigt wird.
[0014] Gemäss Fig. 2 schliesst oberhalb der Dunstabzugshaube 3 eine Einrichtung 13 an, die
vorzugsweise einen oberen Auslass für das Abluftrohr 15, seitliche Auslässe 13' und
schwenkbare Umleitklappen 14 zum Umleiten des Luftstroms vom Umluft- auf Abluftbetrieb
aufweist. Die strichpunktiert angedeuteten Umleitklappen 14 sind je um eine Achse
14' von einer die seitlichen Auslässe 13' in eine den Auslass ins Abluftrohr 15 öffnende
Stellung schwenkbar. Eine solche Einrichtung 15 ist bekannt und beispielsweise in
der Druckschrift
EP-A-2 290 298 beschrieben. Diese ist daher nicht nochmals in allen Einzelheiten dargetan.
[0015] Diese wahlweise im Abluft- bzw. Umluftbetrieb arbeitende Dunstabzugshaube 3 wirkt
zweckmässigerweise über eine Steuerungseinrichtung 6 mit einer Lüftungseinrichtung
9 zum Zuführen von Aussenluft in den Wohnraum zusammen. Bei dieser Lüftungseinrichtung
9 kann es sich um ein aufklappbares oder aufschwenkbares Fenster 9', um Lüftungsflügel
oder andere verschliessbare Öffnungen handeln.
[0016] Beim erfindungsgemässen Verfahren wird die Dunstabzugshaube 3 automatisch einerseits
beim Öffnen der Lüftungseinrichtung 9 auf Abluftbetrieb und andererseits beim Schliessen
derselben auf Umluftbetrieb geschaltet.
[0017] Damit ergibt sich ein optimaler Betrieb, da die in der Haube 3 gereinigte Luft wieder
zurück in den Raum geführt wird, und damit insbesondere bei kalten Aussentemperaturen,
bei denen die Fenster geschlossen sind, nicht unnötig warme Luft nach aussen befördert
wird.
[0018] Ob eine Lüftungseinrichtung gerade geöffnet bzw. geschlossen wird, kann beispielsweise
durch an der jeweiligen der Steuerungseinrichtung 6 zugehörigen Schalterstellung bei
dem Fenster 9', der Türe, dem Lüftungsflügel oder dergleichen als Lüftungseinrichtung
festgestellt werden. Bei diesem Schalter kann es sich um wenigstens einen elektrischen
Kontakt handeln, welcher die (geschlossene) Stellung der Lüftungseinrichtung eindeutig
detektiert. Selbstverständlich könnte dies auch anders, zum Beispiel durch einen Temperatursensor
oder dergleichen realisiert sein.
[0019] Das erfindungsgemässe Verfahren zum Betrieb des Raumlüftungssystems arbeitet wie
folgt:
Wenn das oder die Lüftungsfenster 9 geschlossen sind, arbeitet die Dunstabzugshaube
3 im Umluftbetrieb. Damit ist sichergestellt, dass im Wohnraum kein Unterdruck entsteht,
da die abgesaugte und gefilterte Luft in den Raum zurückgeführt wird.
[0020] Bei einem Öffnen des Lüftungsfensters 9 erfolgt via diesen beim Fenster vorgesehenen
Schalter automatisch ein Umstellen der von der Dunstabzugshaube 3 angesaugten Luft
von Um- auf Abluftbetrieb. Dies bewirkt eine Verhinderung eines Unterdrucks im Wohnraum
und es wird dabei eine Frischluftzufuhr bewirkt.
[0021] Ferner kann als Variante im Rahmen der Erfindung bei der Dunstabzugshaube 3 zusätzlich
ein Wahlschalter 4 vorgesehen sein, bei dem von Hand auf Umluft- bzw. Abluftbetrieb
geschaltet werden kann. Die Dunstabzugshaube besitzt ausserdem einen Ein- und Ausschalter
5 sowie eine Steuerungseinrichtung 6, mit welcher der Wahlschalter 4 und der Einund
Ausschalter 5 über eine Funkverbindung 7 mit dem Fensteröffner 8 eines als Lüftungsgerät
wirkenden Lüftungsfensters 9 des Wohnraums 1 verbunden sind.
[0022] Wird die Abzugshaube 3 vom Umluftbetrieb auf Abluftbetrieb umgeschaltet, kann ein
Öffnen des Lüftungsfensters 9 automatisch erfolgen, um sicherzustellen, dass die Aussenluftzufuhr
des Fensters den im Abluftbetrieb entstehenden Druckabfall in den Wohnräumen eliminiert.
Das Lüftungsfenster 9 kann aber auch selbstverständlich von Hand geöffnet werden,
etwa durch die für die Abzugshaube zuständige Bedienperson.
[0023] Zur Feststellung, ob eine Lüftungseinrichtung geöffnet bzw. geschlossen wird, kann
das System mit einem Unterdruckmessgerät 10 versehen sein, das über die Steuereinrichtung
6 mit der Abzugshaube 3 verbunden ist.
[0024] Es ist ein Umschalten der Abzugshaube 3 auf Umluftbetrieb möglich, dies wenn das
Lüftungsfenster 9 geschlossen wird, entweder von Hand oder aber automatisch über die
Steuereinrichtung 6, die dementsprechend selbsttätig auf den Fensteröffner 8 des Lüftungsfensters
9 wirksam wird.
[0025] Die Steuerungseinrichtung 6 ist dabei so ausgelegt, dass im Normalfall, wenn nicht
der Wahlschalter 4 betätigt worden ist, die abgesaugte Luft im Umluftbetrieb in den
Raum zurückgeführt wird, indes beim Öffnen einer Lüftungseinrichtung 9 automatisch
auf Abluftbetrieb umgeschaltet wird.
[0026] Falls im Wohnraum mehrere Aussenfenster vorhanden sind, ist es auch möglich, die
Steuereinrichtung 6 so auszugestalten, dass die Aussenluftzufuhr durch ein im voraus
gewähltes Lüftungsfenster erfolgt, oder aber dass die Zuluft dem Innenraum gleich
durch mehrere Fenster des Wohnraums zugeführt wird, die synchron oder zeitversetzt
über die Steuereinrichtung 6 wirksam sind.
[0027] Als Lüftungseinrichtung eignet sich auch ein Lüftungsschlitz bzw. ein Lüftungsflügel
11, der im vorliegenden Fall in der Aussenwand des Wohnraums angebracht ist. Der Lüftungsschlitz
bzw. Lüftungsflügel 11 kann auch beim Fenster 9 angebracht sein. Er ist mit einem
Schieber 12 oder einer Schwenkeinrichtung betätigbar, der oder die über die Steuereinrichtung
6 ähnlich wie der Fensteröffner 8 gesteuert wird.
1. Verfahren zum Betrieb eines Raumlüftungssystems, insbesondere für Wohnräume, mit einer
wahlweise im Abluft- bzw. Umluftbetrieb arbeitenden Dunstabzugshaube (3), die über
eine Steuerungseinrichtung (6) mit wenigstens einer Lüftungseinrichtung (9) zum Zuführen
von Aussenluft in den Wohnraum zusammenwirkt, dadurch gekennzeichnet, dass die Dunstabzugshaube (3) automatisch einerseits beim Öffnen der mindestens einen
Lüftungseinrichtung (9) auf Abluftbetrieb und andererseits beim Schliessen derselben
auf Umluftbetrieb geschaltet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch einen jeweiligen mit der Steuerungseinrichtung (6) verbundenen Schalter bei
der Lüftungseinrichtung erreicht wird, dass diese gerade geöffnet bzw. geschlossen
wird, und mittels diesem automatisch auf Abluftbzw. Umluftbetrieb geschaltet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dunstabzugshaube (3) derart ausgebildet ist, dass zumindest beim Umluftbetrieb
die von ihr abgesaugte Luft mittels Filter gereinigt wird.
4. Verfahren zum Betrieb eines Raumlüftungssystems nach einem der vorhergehenden Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines Wahlschalters (4) zusätzlich ein Umschalten der Dunstabzugshaube (3)
ermöglicht wird, dass von Abluft- auf Umluftbetrieb, bei dem die Aussenluftzufuhr
der Lüftungseinrichtung (9) entweder automatisch oder von Hand geschlossen wird, bzw.
von Umluft- auf Abluftbetrieb, bei dem die Lüftungseinrichtung (9) entweder automatisch
oder von Hand geöffnet wird, geschaltet werden kann.
5. Raumlüftungssystem für ein Verfahren zum Betrieb desselben nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die Lüftungseinrichtung (9) einen jeweiligen der Steuerungseinrichtung (6) zugehörigen
Schalter aufweist, mittels dem ein Öffnen bzw. Schliessen derselben realisierbar ist.
6. Raumlüftungssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass
an die Dunstabzugshaube (3) eine Einrichtung (13) anschliesst, die vorzugsweise einen
oberen Auslass für ein Abluftrohr (15), wenigstens einen seitliche Auslass (13') und
mindestens eine schwenkbare Umleitklappe (14) zum Umleiten des Luftstroms vom Umluft-
auf Abluftbetrieb aufweist.
7. Raumlüftungssystem nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass
die Lüftungseinrichtung durch wenigstens ein Fenster (9), einen Lüftungsflügel, einen
Lüftungsschlitz (11) oder dergleichen gebildet ist.
8. Raumlüftungssystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass
der Lüftungsschlitz (11) bzw. der Lüftungsflügel bei einem Fenster (9) oder in der
Hauswand eingebaut ist, der mit einem über die Steuereinrichtung (6) betätigbaren
Verschlussorgan, wie beispielsweise einem Schieber (12) verschliessbar ist.
9. Raumlüftungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die Dunstabzugshaube (3) mit einem Wahlschalter (4) und einem Einund Ausschalter (5)
versehen ist, die über die Steuereinrichtung (6) via Funkverbindung (7) mit Betätigungsmitteln
(8) für ein der Lüftungseinrichtung (9) verbunden sind.