[0001] Die Erfindung betrifft eine Schärmaschine, die eine Schärtrommel mit einem Wickelbereich,
eine Fadenscharführung und eine Steuereinrichtung, die eine Bewegung von Schärtrommel
und Fadenscharführung relativ zueinander steuert, aufweist.
[0002] Eine derartige Schärmaschine wird verwendet, um eine Kette zu erzeugen, wie sie später
bei der Produktion von Web- oder Kettenwirkwaren benötigt wird.
[0003] Bei der Herstellung einer Kette wird vielfach eine Fadenschar aus einem Gatter abgezogen
und auf den Umfang der Schärtrommel aufgewickelt. Die Fadenschar wird auch als "Bändchen"
bezeichnet. Das Bändchen ist wesentlich schmaler als die gewünschte Breite der Kette.
Wenn das Bändchen mit der gewünschten Länge der Kette aufgewickelt worden ist, dann
wird es um die Breite des Bändchens versetzt und der Wickelvorgang beginnt erneut.
Dies wiederholt sich so oft, bis die gewünschte Breite der Kette erreicht worden ist.
[0004] Um ein Herabfallen von Fäden an der freien Stirnseite des sich bildenden Wickels
zu verhindern, weist die Schärtrommel vielfach an einem Ende eine konusartige Durchmesservergrößerung
auf. Der Konus hat dann beispielsweise einen Winkel von 15°. Beim Aufwickeln des Bändchens
wird das Bändchen langsam den Konus hinauf bewegt, so dass auf der vom Konus abgewandten
Seite des sich bildenden Wickels eine gleichartige konusartige Stirnseite des sich
bildenden Wickels entsteht. Für diese seitliche Bewegung des Bändchens ist eine Relativbewegung
zwischen der Fadenscharführung, die die Fäden des Bändchens führt, und der Schärtrommel
erforderlich.
[0005] Die Steuerung dieser Relativbewegung soll sicherstellen, dass die Umfangsfläche des
sich bildenden Wickels immer parallel zur Umfangsfläche der Schärtrommel bleibt. Wenn
beispielsweise das Bändchen zu schnell den Konus hinaufgeführt wird, dann wird sich
eine Oberfläche mit einer Neigung ausbilden, deren Vorzeichen der Neigung des Konus
entspricht. Wird hingegen das Bändchen zu langsam seitwärts bewegt, dann ergibt sich
eine Neigung der Oberfläche mit entgegengesetztem Vorzeichen.
[0006] Es ist bekannt, den Durchmesser des sich bildenden Wickels durch eine Abtastrolle
oder durch einen Lasersensor zu ermitteln und in Abhängigkeit von dem so ermittelten
Durchmesser den Vorschub des Bändchens zu steuern. Eine Abtastrolle oder andere Berührungssensoren
begrenzen jedoch die Geschwindigkeit und damit die Produktivität der Schärmaschine.
Lasersensoren sind nicht überall verwendbar.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine allgemein verwendbare Schärmaschine
mit hoher Produktivität bereitzustellen.
[0008] Diese Aufgabe wird bei einer Schärmaschine der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
dass eine Bildaufnahmeeinrichtung, die zumindest auf einen Teil des Wickel bereichs
gerichtet ist, auf dem sich im Betrieb der Schärmaschine ein Wickel bildet, mit der
Steuereinrichtung verbunden ist.
[0009] Man verwendet also eine Bildaufnahmeeinrichtung, beispielsweise eine Kameraanordnung,
um den Aufbau des Wickels auf der Schärtrommel fortlaufend oder in kurzen Abständen
zu überwachen. Die Bildaufnahmeeinrichtung erzeugt ein Bild des Wickels. Dieses Bild
gibt Aufschluss über den Aufbau des Wickels zu einem bestimmten Zeitpunkt. Mehrere
nacheinander aufgenommene Bilder ergeben dann eine Information über den Verlauf des
Aufbaus des Wickels. Die Bildaufnahmeeinrichtung kann in einer gewissen Entfernung
von der Schärtrommel positioniert werden, so dass eine Berührung mit dem Wickel nicht
erfolgt. Die Bildaufnahmeeinrichtung ist ein "passives" Element, von dem keine Strahlung
oder dergleichen ausgeht, so dass man nicht für einen Schutz von Bedienungspersonen
Sorge tragen muss. Die Steuereinrichtung kann zur Auswertung des von der Bildaufnahmeeinrichtung
gelieferten Bilds oder der gelieferten Bilder beispielsweise ein Bildverarbeitungsprogramm
verwenden. Im einfachsten Fall muss ein derartiges Bildverarbeitungsprogramm nur erkennen,
wo die Oberfläche des sich bildenden Wickels verläuft. Dies ist mit einfachen Mitteln
möglich.
[0010] Vorzugsweise weist die Bildaufnahmeeinrichtung eine optische Achse auf, die parallel
zu einer Tangente an die Schärtrommel gerichtet ist. Der Begriff "parallel zu einer
Tangente" ist nicht streng im mathematischen Sinn zu verstehen. Abweichungen in der
Größenordnung von ± 25° von der Tangente sind durchaus möglich. Die optische Achse
der Bildaufnahmeeinrichtung sollte allerdings so ausgerichtet sein, dass die Bildaufnahmeeinrichtung
zum einen den Wickel, der sich auf der Schärtrommel bildet, erfasst und zum anderen
einen "Hintergrund", der sich dann vorteilhaft von dem Wickel unterscheidet, so dass
man auf einfache Weise erkennen kann, in welchem Bereich des Bildes der Wickel dargestellt
ist und in welchem Bereich des Bildes nicht.
[0011] Vorzugsweise weist die Bildaufnahmeeinrichtung einen Bilderfassungsbereich auf, dessen
Breite größer als die Breite der Fadenscharführung ist. Man erfasst also nicht nur
die Breite der Fadenschar, aus der der Wickel gebildet wird, sondern kann auch Bereiche
erfassen, die benachbart dazu angeordnet sind. Wenn bereits mehrere Bändchen aufgewickelt
worden sind, kann die Bildaufnahmeeinrichtung also einen Bereich erfassen, der aus
mindestens einem bereits aufgewickelten Bändchen gebildet ist, und einen weiteren
Bereich, der durch die Oberfläche der Schärtrommel gebildet wird.
[0012] Vorzugsweise ist die Bildaufnahmeeinrichtung mit einer Bildauswerteeinrichtung verbunden.
In der Bildauswerteeinrichtung lässt sich beispielsweise feststellen, welcher Teil
des Bildes den Wickel abbildet und welcher Teil nicht. Aus dieser Information lässt
sich dann die gewünschte Information über den Wickel gewinnen. Die Bildauswerteeinrichtung
kann Bestandteil der Steuereinrichtung sein.
[0013] Vorzugsweise ist die Bildauswerteeinrichtung mit einer Bildspeichereinrichtung verbunden.
In der Bildspeichereinrichtung lassen sich dann von Zeit zu Zeit oder fortlaufend
Bilder abspeichern, die den Fortschritt beim Aufbau des Wickels zeigen.
[0014] Vorzugsweise ermittelt die Bildauswerteeinrichtung eine Auftragshöhe des Wickels.
Damit übernimmt die Bildaufnahmeeinrichtung mit der Bildauswerteeinrichtung zusammen
die Aufgabe, die bislang von einem Berührungssensor oder von einem Lasersensor übernommen
worden ist. Allerdings kann die Bildauswerteeinrichtung die Auftragshöhe des Wickels
nicht nur punktuell, also an einem kleinen Bereich der Breite des Bändchens ermitteln,
sondern praktisch über die komplette Breite des Bändchens.
[0015] Vorzugsweise ermittelt die Bildauswerteeinrichtung eine Neigung der Oberfläche des
Wickels. Da die Bildauswerteeinrichtung in der Lage ist, die gesamte Breite des Bändchens
zu erfassen, ist sie auch in der Lage, festzustellen, ob einzelne Bereiche der Oberfläche
des sich bildenden Wickels eine größere Entfernung von der Oberfläche der Schärtrommel
haben als andere Bereiche. Sollte dies der Fall sein, ist die Oberfläche des sich
bildenden Wickels geneigt und die Geschwindigkeit der Relativbewegung zwischen der
Fadenscharführung und der Schärtrommel muss geändert werden.
[0016] Vorzugsweise weist die Bildauswerteeinrichtung eine Vergleichseinrichtung auf, die
eine die Oberfläche des Wickels darstellende Linie mit einer Referenzlinie vergleicht.
Die Referenzlinie kann beispielsweise durch eine Reihe von Pixeln in einem Aufnahmebereich
der Bildaufnahmeeinrichtung gebildet sein. Die Bildauswerteeinrichtung kann dann auf
einfache Weise feststellen, ob die die Oberfläche des Wickels darstellende Linie parallel
zu dieser Referenzlinie verläuft oder nicht. Sollte sie nicht parallel zur Referenzlinie
verlaufen, bedeutet dies, dass die Oberfläche des Wickels geneigt ist. In diesem Fall
ist eine Korrektur der Vorschubbewegung, also der Relativbewegung zwischen der Fadenscharführung
und der Schärtrommel, erforderlich.
[0017] Auch ist von Vorteil, wenn die Bildauswerteeinrichtung die Breite der Kette ermittelt.
Dies kann auf mehrere Arten erfolgen. Es ist zum einen möglich, dass die Bildaufnahmeeinrichtung
die komplette Breite der Kette erfassen kann. Es ist aber auch möglich, dass die Bildauswerteeinrichtung
mehrere Bilder zusammensetzt und daraus die Breite der Kette ermittelt. Diese Bilder
können in der oben erwähnten Bildspeichereinrichtung abgelegt worden sein. So kann
man beispielsweise so vorgehen, dass am Ende des Wickelns eines jeden Bändchens ein
Bild erzeugt wird und diese Bilder dann später überlappend so angeordnet werden, dass
sie die komplette gewickelte Kette darstellen.
[0018] Vorzugsweise sind die Bildaufnahmeeinrichtung und die Fadenscharführung an einem
Schärtisch montiert. Die Bildaufnahmeeinrichtung und die Fadenscharführung werden
also gemeinsam bewegt. Damit lässt sich auf einfache Weise sicherstellen, dass die
Bildaufnahmeeinrichtung immer das aktuelle gewickelte Bändchen erfassen kann.
[0019] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Bildaufnahmeeinrichtung auf eine Trommeloberseite
gerichtet. Die Trommeloberseite ist der Bereich, der in Schwerkraftrichtung oberhalb
der Rotationsachse der Schärtrommel liegt. Die Bildaufnahmeeinrichtung "sieht" also
sozusagen von oben oder von schräg oben auf die Schärtrommel und kann dadurch die
sich bildende Kette erfassen.
[0020] Hierbei ist bevorzugt, dass auf einer von der Bildaufnahmeeinrichtung abgewandten
Seite der Schärtrommel zumindest im Sichtfeld der Bildaufnahmeeinrichtung eine Hintergrundeinrichtung
angeordnet ist. Die Hintergrundeinrichtung kann beispielsweise eine einfarbige ebene
Fläche aufweisen, die einen guten Kontrast zu den Fäden der Kette bildet. Dies erleichtert
eine spätere Auswertung durch die Bildauswerteeinrichtung.
[0021] Alternativ dazu kann die Bildaufnahmeeinrichtung auch auf eine Trommelunterseite
gerichtet sein. Die Trommelunterseite ist der Bereich der Schärtrommel in Schwerkraftrichtung
unterhalb der Rotationsachse der Schärtrommel. In diesem Fall kann man die Bildaufnahmeeinrichtung
beispielsweise unterhalb des Schärtischs anordnen, so dass der Bereich oberhalb des
Schärtischs frei bleibt. An der Trommelunterseite stehen in der Regel definierte optische
Bedingungen zur Verfügung, d.h. der Hintergrund wechselt in der Regel nicht.
[0022] Vorzugsweise ist eine Beleuchtungseinrichtung vorgesehen, die auf den Wickelbereich
gerichtet ist. Die Beleuchtungseinrichtung leuchtet das "Sichtfeld" der Bildaufnahmeeinrichtung
aus und ermöglicht daher die Gewinnung von hochwertigen Bildern.
[0023] Hierbei ist bevorzugt, dass die Beleuchtungseinrichtung und die Bildaufnahmeeinrichtung
miteinander gekoppelt sind. Wenn also die Bildaufnahmeeinrichtung bewegt wird, bewegt
sich die Beleuchtungseinrichtung mit.
[0024] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen in Verbindung
mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine stark schematisierte Darstellung einer ersten Ausführungsform einer Schärmaschine,
- Fig. 2
- eine stark schematisierte Darstellung einer zweiten Ausführungsform einer Schärmaschine,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung zur Erläuterung der Ermittlung der Auftragshöhe,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung zur Erläuterung der Ermittlung der Breite einer Kette
und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung zur Erläuterung der Ermittlung einer Neigung einer Oberfläche.
[0025] In allen Figuren sind gleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0026] Fig. 1 zeigt in stark schematisierter Form eine Schärmaschine 1 mit einer Schärtrommel
2, die um eine Rotationsachse 3 drehbar angetrieben ist. Wie man aus den Fig. 3 bis
5 erkennen kann, weist die Schärtrommel 2 an einem axialen Ende einen Konusabschnitt
4 auf, der mit der Rotationsachse 3 beispielsweise einen Winkel von 15° einschließt.
Die Schärmaschine 1 kann auch als "Konusschärmaschine" bezeichnet werden. Die Erfindung
ist jedoch auch bei anderen Schärmaschinen, beispielsweise Musterkettenschärmaschine,
anwendbar.
[0027] Von einem nicht näher dargestellten Gatter wird eine Fadenschar 5 abgezogen und in
Richtung eines Pfeils 6 auf die Schärtrommel 2 geführt. Die Fadenschar 5 kann auch
als "Bändchen" bezeichnet werden. Die Fadenschar 5 wird durch eine Fadenscharführung
7 geführt, die auf einem Schärtisch 8 angeordnet ist. Die Fadenschar 5 wird dann über
eine Umlenkrolle 9 geführt und auf die Oberfläche der Schärtrommel 2 geleitet.
[0028] Wenn sich die Schärtrommel 2 dreht und dadurch die Fadenschar 5 auf sich zieht, wodurch
ein Wickel aus der Fadenschar 5 gebildet wird, wird die Fadenscharführung 7 relativ
zur Schärtrommel 2 bewegt und zwar parallel zur Rotationsachse 3. Diese Bewegung wird
durch einen Antrieb 10 bewirkt, der mit einer Steuereinrichtung 11 verbunden ist.
Die Steuereinrichtung 11 steuert den Antrieb 10 und damit die Bewegung des Schärtischs
8. Diese Bewegung sollte idealerweise so erfolgen, dass die Fadenschar 5 den Konus
hinaufgeführt wird und dabei die Oberfläche des sich bildenden Wickels parallel zur
Umfangsfläche der Schärtrommel 2 bleibt, genauer gesagt des Bereichs der Schärtrommel
2, der sich an den Konusabschnitt 4 anschließt. Mit anderen Worten müssen der Durchmesserzuwachs
des sich aus der Fadenschar 5 bildenden Wickels und die Relativgeschwindigkeit zwischen
der Fadenscharführung 7 und der Schärtrommel 2 so aufeinander abgestimmt sein, dass
das das dem Konusabschnitt 4 benachbarte Ende der Fadenschar 5 genau dem Verlauf des
Konusabschnitts 4 folgt.
[0029] Um dies zu gewährleisten, weist die Schärmaschine 1 eine Bildaufnahmeeinrichtung
12 auf, die auch als "Kameraanordnung" bezeichnet werden kann. Die Bildaufnahmeeinrichtung
12 weist eine Optik 13 auf. Die Optik 13 weist eine optische Achse 14 auf, die parallel
zu einer Tangente am Umfang der Schärtrommel 2 gerichtet ist. Mit "Umfang" ist im
Folgenden der Umfang der Schärtrommel 2 außerhalb des Konusabschnitts 4 gemeint. Der
Begriff "tangential" ist hier nicht im streng mathematischen Sinne zu verstehen. Abweichungen
von ± 25° sind zulässig. Auch ist es zulässig, wenn die optische Achse 14 die Schärtrommel
2 nicht tangiert, sondern parallel zur Tangente angeordnet ist. Es muss allerdings
gewährleistet sein, dass die Bildaufnahmeeinrichtung 12 ein Bild erzeugen kann, bei
dem einerseits der sich aus der Fadenschar bildende Wickel und andererseits ein Hintergrund
ersichtlich ist, wobei sich der Hintergrund vom Wickel unterscheiden soll. Durch gestrichelte
Linien ist schematisch ein "Sichtbereich" 15 dargestellt, der diese Anforderung erfüllt.
[0030] Wenn die Fadenschar 5 so auf die Schärtrommel 2 aufgewickelt worden ist, dass sich
die gewünschte Länge der zu erzeugenden Kette ergibt, dann wird die Fadenschar 5 um
ihre Breite versetzt und der Wickelvorgang startet erneut. Die jetzt als "neue Fadenschar"
bezeichnete Fadenschar schließt sich dann unmittelbar an die bereits aufgewickelte
Fadenschar an. Die Bildaufnahmeeinrichtung 12 erfasst auf jeden Fall die aktuell gewickelte
Fadenschar.
[0031] Falls erforderlich, kann man eine Hintergrundeinrichtung 16 verwenden, die auf der
der Bildaufnahmeeinrichtung 12 abgewandten Seite der Schärtrommel 2 angeordnet ist.
Die Hintergrundeinrichtung 16 kann beispielsweise eine Fläche 17 mit einer einheitlichen
Farbe, beispielsweise grau oder weiß, aufweisen, so dass ein ausreichender Kontrast
zum Wickel gegeben ist.
[0032] Die Bildaufnahmeeinrichtung 12 ist über eine Halterung 18 am Schärtisch 8 montiert.
Die Bildaufnahmeeinrichtung 12 wird also gemeinsam mit dem Schärtisch 8 bewegt. Damit
lässt sich auf einfache Weise sicherstellen, dass die Bildaufnahmeeinrichtung 12 immer
die Fadenschar 5 erfassen kann und damit den sich aus der Fadenschar 5 bildenden Wickel.
[0033] Die Bildaufnahmeeinrichtung 12 hat einen Bilderfassungsbereich, dessen Breite größer
ist als die Breite der Fadenscharführung 7. Die Breite ist damit in jedem Fall größer
als die Breite der Fadenschar 5. Die Bildaufnahmeeinrichtung 12 kann damit auch Bereiche
erfassen, die links und rechts neben der Fadenschar 5 bzw. neben dem sich aus der
Fadenschar 5 bildenden Wickels angeordnet sind.
[0034] Die Bildaufnahmeeinrichtung 12 ist mit einer Bildauswerteeinrichtung 19 verbunden.
Die Bildauswerteeinrichtung 19 kann Bestandteil der Steuereinrichtung 11 sein. Es
ist auch möglich, eine getrennte Bildauswerteeinrichtung 19 zu verwenden.
[0035] Die Bildauswerteeinrichtung 19 kann mit einer Bildspeichereinrichtung 20 verbunden
sein. In der Bildspeichereinrichtung 20 kann man kontinuierlich oder von Zeit zu Zeit
die von der Bildaufnahmeeinrichtung 12 aufgenommenen Bilder abspeichern. Beispielsweise
kann man am Ende des Wickelvorgangs einer jeden Fadenschar 5 ein Bild erzeugen und
dieses Bild in der Bildspeichereinrichtung 20 abspeichern.
[0036] In Fig. 3 ist schematisch ein Wickel 21 dargestellt, der auf den Umfang 22 der Schärtrommel
2 aufgewickelt worden ist und dabei den Konusabschnitt 4 hinaufgeführt worden ist.
Der Verlauf der Oberfläche der Schärtrommel 2 ist durch eine gestrichelte Linie 23
dargestellt.
[0037] Die Bildauswerteeinrichtung kann nun eine Linie 24 ermitteln, die die Oberfläche
des Wickels 21 bildet. Ein Abstand dieser Linie 24 zum Umfang 22 ergibt eine Auftragshöhe
H. Diese Auftragshöhe H kann von der Steuereinrichtung 11 verwendet werden, um den
Antrieb 10 zu steuern.
[0038] In Fig. 4 ist schematisch dargestellt, wie man eine Breite B einer Kette ermittelt,
die aus einer Vielzahl von Wickeln 21 gebildet ist. Hierzu kann die Bildaufnahmeeinrichtung
12 entweder die gesamte Breite der Kette erfassen, wenn die Optik 13 dies zulässt.
Man kann auch so vorgehen, dass man die in der Bildspeichereinrichtung 20 jeweils
am Ende des Wickelvorgangs aufgenommenen Bilder zusammensetzt und aus dem zusammengesetzten
Bild dann die Breite B der Kette ermittelt.
[0039] In Fig. 5 ist eine weitere Option dargestellt, wie man mit der Bildaufnahmeeinrichtung
12 arbeiten kann. Hier ist ein Wickel 21 gezeigt, bei dem die Fadenschar 5 zu schnell
den Konusabschnitt 4 hinaufgeführt worden ist. Dementsprechend ergibt sich eine geneigte
Oberfläche, wie dies durch eine Linie 24 dargestellt ist. Diese Linie kann von der
Bildauswerteeinrichtung 19 erfasst werden. Wenn ein derartiger Fall auftritt, dann
muss die Steuereinrichtung 11 die zulässige Geschwindigkeit zwischen der Schärtrommel
2 und dem Schärtisch 8 verändern.
[0040] Die Neigung der Linie 24 ist hier übertrieben groß dargestellt. Die Bildauswerteeinrichtung
19 kann in der Regel eine Neigung bereits dann erfassen, wenn sie in der Größenordnung
von 1° liegt. Dementsprechend kann die Steuereinrichtung 11 frühzeitig eine Veränderung
der Relativgeschwindigkeit zwischen der Fadenscharführung 7 und der Schärtrommel 2
bewirken, um die Linie wieder horizontal auszurichten, also parallel zum Umfang 22
der Schärtrommel 2.
[0041] Wenn die Lichtverhältnisse es erfordern, kann auch eine Beleuchtungseinrichtung 25
vorgesehen sein, die auf den Wickelbereich der Schärtrommel 2 gerichtet ist, also
auf den Bereich, in dem die Bildaufnahmeeinrichtung 12 das entsprechende Bild gewinnen
soll. Zweckmäßigerweise sind die Beleuchtungseinrichtung 25 und die Bildaufnahmeeinrichtung
12 miteinander gekoppelt. Die Beleuchtungseinrichtung erzeugt einen Lichtkegel 26,
der diesen Bereich in ausreichendem Maße ausleuchtet.
[0042] Mit der dargestellten Bildaufnahmeeinrichtung 12 lassen sich viele Informationen
gewinnen, die man zum Steuern der Schärmaschine 1 verwenden kann. Neben der Messung
der Auftragshöhe H und der Messung der Breite B der Kette lässt sich auch eine Qualitätsauswertung
durchführen. Mit Hilfe der von der Bildaufnahmeeinrichtung 12 gelieferten Bilder kann
man beispielsweise bei jedem Bändchen und dem daraus gewickelten Wickel einzelne Parameter,
wie die Neigung der Oberfläche, erfassen und dies auch protokollieren.
[0043] Darüber hinaus kann man einrichten, dass die Bildaufnahmeeinrichtung 12 über eine
Fernabfrage mit einer Servicestation verbunden ist. Einem Servicetechniker kann dann
das aktuelle Schärband angezeigt werden , so dass er sich bei Problemen einen Eindruck
von der Kette verschaffen kann.
1. Schärmaschine (1), die eine Schärtrommel (2) mit einem Wickelbereich, eine Fadenscharführung
(7) und eine Steuereinrichtung (11), die eine Bewegung von Schärtrommel (2) und Fadenscharführung
(7) relativ zueinander steuert, aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Bildaufnahmeeinrichtung (12), die zumindest auf einen Teil des Wickelbereichs
gerichtet ist, auf dem sich im Betrieb der Schärmaschine ein Wickel (21) bildet, mit
der Steuereinrichtung (11) verbunden ist.
2. Schärmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildaufnahmeeinrichtung (12) eine optische Achse (14) aufweist, die parallel
zu einer Tangente an die Schärtrommel (2) gerichtet ist.
3. Schärmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildaufnahmeeinrichtung (12) einen Bilderfassungsbereich aufweist, dessen Breite
größer als die Breite der Fadenscharführung (7) ist.
4. Schärmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildaufnahmeeinrichtung (12) mit einer Bildauswerteeinrichtung (19) verbunden
ist.
5. Schärmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildauswerteeinrichtung (19) mit einer Bildspeichereinrichtung (20) verbunden
ist.
6. Schärmaschine nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildauswerteeinrichtung (19) eine Auftragshöhe des Wickels (21) ermittelt.
7. Schärmaschine nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildauswerteeinrichtung (19) eine Neigung der Oberfläche des Wickels (21) ermittelt.
8. Schärmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildauswerteeinrichtung (19) eine Vergleichseinrichtung aufweist, die eine die
Oberfläche des Wickels (21) darstellenden Linie (24) mit einer Referenzlinie (22)
vergleicht.
9. Schärmaschine nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildauswerteeinrichtung (19) die Breite der Kette ermittelt.
10. Schärmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildaufnahmeeinrichtung (12) und die Fadenscharführung (7) an einem Schärtisch
(8) montiert sind.
11. Schärmaschine nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildaufnahmeeinrichtung (12) auf eine Trommeloberseite gerichtet ist.
12. Schärmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer von der Bildaufnahmeeinrichtung (12) abgewandten Seite der Schärtrommel
(2) zumindest im Sichtfeld der Bildaufnahmeeinrichtung (12) eine Hintergrundeinrichtung
(16) angeordnet ist.
13. Schärmaschine nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildaufnahmeeinrichtung (12) auf eine Trommelunterseite gerichtet ist.
14. Schärmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Beleuchtungseinrichtung (25) vorgesehen ist, die auf den Wickelbereich gerichtet
ist.
15. Schärmaschine nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungseinrichtung (25) und die Bildaufnahmeeinrichtung (12) miteinander
gekoppelt sind.