[0001] Personennotunterkunft, insbesondere eine Personennotunterkunft für die Katastrophenhilfe.
[0002] Als Personennotunterkunft, insbesondere für die Katastrophenhilfe ist das Zelt aus
dem Stand der Technik bekannt. Dabei besteht der besondere Vorteil eines Zelts darin,
dass es im demontierten, das heißt verpackten Zustand verhältnismäßig wenig Platz
einnimmt und darüber hinaus vergleichsweise leicht ist, was einen einfachen und vor
allem schnellen Transport auch per Flugzeug in Katastrophengebiete ermöglicht. Darüber
hinaus lässt sich ein Zelt vor Ort in aller Regel in einfacher Weise und werkzeuglos
aufbauen, und dies mit wenig Personal. Zelte eignen sich daher ideal dazu, im Rahmen
einer Erstversorgung schnelle und unkomplizierte Hilfe für Notleidende bereitzustellen.
[0003] Obgleich ein Zelt die vorbeschriebenen Vorteile mit sich bringt, weist es konstruktionsbedingt
auch Nachteile auf. So sind die zum Einsatz kommenden Zeltplanen auch im bestimmungsgemäßen
Anwendungsfall in ihrer Lebensdauer beschränkt und nicht dafür ausgelegt, über einen
längeren Zeitraum in bestimmungsgemäßer Weise genutzt werden zu können. Regelmäßig
sind Zeltplanen nach einer Einsatzdauer von ca. zwei Jahren verschlissen und müssen
repariert oder ausgetauscht werden. Dies ist immer dann von besonderem Nachteil, wenn
in Katastrophengebieten eingerichtete Notfallsiedlungen über mehrere Monate oder gar
Jahre Bestand haben, was derzeit keine Seltenheit ist.
[0004] Von viel gravierenderem Nachteil ist indes die mangelnde Wärmeisolierung der zum
Einsatz kommenden Zeltplanen, was systembedingt insbesondere dem Wunsch nach einem
geringen Gewicht zwecks vereinfachtem Transport geschuldet ist. Die mangelnde Wärmeisolierung
führt aber dazu, dass Zelte in Gebieten mit vergleichsweise niedrigen Temperaturen
und/oder in kalten Jahreszeiten nur bedingt eingesetzt werden können. Darüber hinaus
bieten Zeltplanen nur unzureichenden Schutz vor gewalttätigen Übergriffen, was insbesondere
in solchen Fällen problematisch ist, in denen Notunterkunftsiedlungen mehrere hundert
oder sogar tausend Personen beherbergen.
[0005] Um insbesondere dem Problem gewalttätiger Übergriffe zu begegnen, sind aus dem Stand
der Technik sog. Wohncontainer bekannt geworden. Diese sind zumeist aus vergleichsweise
dickwandigem Stahlblech gebildet und vermögen insoweit ihren Bewohnern einen hinreichenden
Schutz vor potentiellen Eindringlingen und/oder Gewaltübergriffen zu geben. Von Nachteil
derartiger Container ist allerdings, dass sie nicht ohne Weiteres und schon gar nicht
in vergleichsweise kurzer Zeit am Einsatzort zur Verfügung gestellt werden können.
Ein Transport mit dem Flugzeug scheidet ob der Größe und des Gewichts aus. Ferner
ist ein Aufbau vor Ort nur mit schwerem Gerät, wie zum Beispiel Kränen oder Kranwagen
möglich. Ferner sind derartige Wohncontainer sehr teuer in der Herstellung und im
Transport. Sie finden deshalb insbesondere in der Katastrophenhilfe nur vereinzelt
Anwendung.
[0006] Ausgehend vom Vorbeschriebenen ist es die
Aufgabe der Erfindung, eine alternative Personennotunterkunft bereitzustellen, die ein weites
Anwendungsspektrum bietet, einfach in der Handhabung, im Aufbau und im Transport ist,
und dies bei gleichzeitigem Schutz vor gewalttätigen Übergriffen.
[0007] Zur
Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung vorgeschlagen, eine Personennotunterkunft,
insbesondere für die Katastrophenhilfe, mit einem Unterrahmen und einem Oberrahmen,
sowie mit Wandelementen gleicher Baubreite, die nach dem Baukastenprinzip miteinander
kombinierbar zwischen dem Unterrahmen und dem Oberrahmen angeordnet sind, wobei benachbarte
Wandelemente einer Seitenwand formschlüssig ineinandergreifen sowie mit formschlüssig
ineinandergreifenden Dachelementen, die auf den Oberrahmen aufliegen, wobei die Wandelemente
und die Dachelemente jeweils als Sandwichplatte ausgebildet sind und einen zwischen
zwei Metalldeckschichten angeordneten Grundkörper aus einem Material mit einer Wärmeleitfähigkeit
≤ 0,04 W/mK, vorzugsweise ≤ 0,03 W/mK, noch mehr bevorzugt ≤ 0,025 W/mK aufweisen,
sowie ferner mit Winkelschienen, die im jeweiligen Übergangsbereich zwischen zwei
benachbarten Seitenwänden zumindest unterkunftsaußenseitig abdecken.
[0008] Die erfindungsgemäße Personennotunterkunft zeichnet sich durch ihren einfachen Aufbau
bei gleichzeitiger Robustheit aus. Sie besteht aus einzelnen Baukomponenten, die am
Einsatzort in einfacher Weise montiert werden können. Dabei bedarf es zur Montage
lediglich zweier Personen und einem Werkzeug zum Setzen von Schraubverbindungen, beispielsweise
einem Schraubendreher. Die einzelnen Baukomponenten sind gewichtsoptimiert ausgeführt,
was einen einfachen Transport auch per Flugzeug oder Hubschrauber an den Einsatzort
ermöglicht. Dort können die einzelnen Baukomponenten nach dem Baukastenprinzip miteinander
zu einer erfindungsgemäßen Personennotunterkunft zusammengesetzt werden. Nach dem
"Baukastenprinzip" im Sinne der Erfindung meint dabei, dass weitestgehend standardisierte
Bauteile zum Einsatz kommen, die wahlweise miteinander zum Aufbau einer Personenunterkunft
miteinander kombiniert werden. Dabei können je nach Anzahl der eingesetzten Bauteile
unterschiedlich große Personenunterkünfte ausgebildet werden. Je nach späterer Verwendung
können die so ausgebildeten Unterkünfte mit einer entsprechenden Innenausstattung
ausgerüstet sein, beispielsweise mit einem Küchenmodul, einem Nasszellenmodul und/oder
dergleichen. Insgesamt ermöglicht das erfindungsgemäße Konzept eine vereinfachte Handhabung
und Logistik. Ferner ist ein vereinfachter Zugriff auf Ersatzteile im Reparaturfall
sichergestellt.
[0009] Die erfindungsgemäße Unterkunft verfügt über Wandelemente, die in standardisierter,
gleicher Baubreite zur Verfügung stehen. Die Baubreite beträgt vorzugsweise 1 Meter.
Mehrere Wandelemente bilden eine Seitenwand der späteren Notunterkunft aus. Dabei
können je nach gewünschter Größe der späteren Notunterkunft wahlweise mehr oder weniger
Wandelemente zu einer Seitenwand miteinander kombiniert werden.
[0010] Benachbarte Wandelemente einer Seitenwand greifen formschlüssig ineinander. Sie können
während des Aufbaus werkzeuglos ineinander gesteckt werden. Dies ermöglicht einen
einfachen und schnellen Aufbau. Das formschlüssige Ineinandergreifen der Wandelemente
hat zudem den Vorteil, dass eine Labyrinthverbindung entsteht, die dem Schutz vor
ungewolltem Wassereintritt dient.
[0011] Ober-und unterseitig sind die Wandelemente mittels eines jeweiligen Rahmens fixiert.
Insoweit sind die Wandelemente im endmontierten Zustand zwischen einem Unterrahmen
einerseits und einem Oberrahmen andererseits angeordnet.
[0012] Zum Aufbau der erfindungsgemäßen Notunterkunft bedarf es keiner besonderen Vorbereitung
der Aufstellfläche. Es ist lediglich für einen einigermaßen ebenen Untergrund zu sorgen.
Dies kann wahlweise mittels einer eine Bodenplatte bereitstellenden Unterkonstruktion
erfolgen. Eine solche Unterkonstruktion ist aber lediglich optional.
[0013] Zum Aufbau der erfindungsgemäßen Notunterkunft wird zunächst der Unterrahmen aufgebaut
und ausgerichtet. Dabei besteht der Unterrahmen bevorzugterweise aus einer Mehrzahl
von in ihrer Längs- und Breitenausrichtung standardisierten U-Profilen aus Aluminium.
Diese Profilschienen liegen mit ihrer offenen Seite nach oben auf dem Untergrund auf
und werden von oben mit den einzelnen Wandelementen bestückt, die mit ihrer unteren
Stirnseite voran in die Profilschienen einzuführen sind. Nach einem Einbringen der
Wandelemente in die Profilschienen können die Wandelemente in Längsrichtung der Profilschienen
verschoben werden, bis diese formschlüssig ineinandergreifen. Es werden so nach und
nach die Wandelemente in den Unterrahmen eingebracht und die Seitenwänden der späteren
Unterkunft ausgebildet.
[0014] Bevorzugterweise beginnt der Aufbau der Unterkunft im Eckbereich zweier aufeinanderstoßender
Seitenwände. Zum Zwecke des vereinfachten Aufbaus kann ein Winkelgeber oder -spanner
als Montagehilfe eingesetzt werden. Dies vereinfacht eine exakte Ausrichtung der Seitenwände
zueinander und stabilisiert diese während des Aufbaus, was den Aufbau insgesamt vereinfacht.
Die Verwendung einer solchen Montagehilfe ist allerdings rein optional.
[0015] Sobald der Unterrahmen und die davon aufgenommenen Wandelemente aufgebaut sind, wird
in einem nächsten Aufbauschritt der Oberrahmen gesetzt, der bevorzugterweise baugleich
zum Unterrahmen ausgebildet ist und aus einzelnen U-förmig ausgebildeten Profilschienen
aus Aluminium besteht. Diese werden mit ihrer offenen Seite auf die obere Abschlusskante
der aufgestellten Wandelemente gesetzt und bilden die Anlagefläche für das Dach.
[0016] Das Dach der erfindungsgemäßen Notunterkunft besteht ebenfalls aus einzelnen Wandmodulen,
den Dachelementen. Diese greifen im endmontierten Zustand ebenfalls formschlüssig
ineinander, können also werkzeuglos montiert werden. Sie liegen auf dem Oberrahmen
auf, wobei ihr Eigengewicht für eine hinreichende Stabilität auch gegenüber Schnee-
und Windlasten ausreichend ist. Es bedarf insofern nur einer Lagefixierung der einzelnen
Dachelemente gegenüber den Seitenwänden, was in einfacher Weise dadurch erreicht wird,
dass die Dachelerrmente mit dem Oberrahmen verschraubt werden. Dies geschieht bevorzugterweise
mittels selbstschneidender Schrauben, die die Dachelemente durchdringen und ihr Widerlager
in dem auf die Wandelemente oberseitig aufgesetzten Oberrahmen finden.
[0017] Um eine zusätzliche Stabilität und Arretierung der einzelnen Wandelemente zu erreichen,
kann im Übrigen vorgesehen sein, diese sowohl oberseitig mit dem Oberrahmen als auch
unterseitig mit dem Unterrahmen zu verschrauben. In diesem Zusammenhang sind zwei
Schrauben je Wandelement sowohl für den Unterrahmen als auch für den Oberrahmen bevorzugt.
Vorzugsweise kommen auch in diesem Fall selbstschneidende Schrauben zum Einsatz, die
die Schenkel der U-Profilschienen von Unterrahmen bzw. Oberrahmen durchgreifen und
ihr jeweiliges Widerlager im zugehörigen Wandelement finden.
[0018] Die Wandelemente ebenso wie die Dachelemente sind jeweils als Sandwichplatte ausgebildet.
Sie verfügen über einen Grundkörper, der zwischen zwei Metalldeckschichten angeordnet
ist. Dabei besteht der Grundkörper aus einem Material, der eine Wärmeleitfähigkeit
von ≤ 0,04 W/mK, vorzugsweise von ≤ 0,03 W/mK, noch mehr bevorzugt von ≤ 0,025 W/mK
aufweist. Es wird so eine Wärmeisolation durch die Wandelemente einerseits und die
Dachelemente andererseits bereitgestellt, die es ermöglicht, die erfindungsgemäße
Notunterkunft auch in Klimazonen mit kalter Witterung einzusetzen, ohne dass es besonderer
Hilfsmaßnahmen zur Erwärmung im Innenraum der Notunterkunft bedarf.
[0019] Der Übergangsbereich zwischen zwei benachbarten Seitenwänden ist zumindest unterkunftsaußenseitig,
vorzugsweise auch unterkunftsinnenseitig mittels einer jeweiligen Winkelschiene abgedeckt.
Diese ist mit den benachbarten Wandelementen benachbarter Seitenwände verschraubt,
was zum einen eine zusätzliche Stabilisierung bewirkt sowie zum anderen eine insbesondere
gegenüber Wetter- und Klimaeinflüssen dichte Anbindung der Seitenwände aneinander
sicherstellt.
[0020] Die vorbeschriebene Personennotunterkunft nach der Erfindung bietet aufgrund ihrer
konstruktiven Ausgestaltung eine Reihe von Vorteilen, die in ihrer Gesamtheit zusätzliche
synergetische Effekte mit sich bringen.
[0021] Die erfindungsgemäße Notunterkunft ist montierbar bzw. demontierbar ausgestaltet.
Anders als vorbekannte Wohncontainer ist damit die Möglichkeit des Transportes auch
per Flugzeug geschaffen. Die einzelnen Baukomponenten sind aus Leichtbaumaterialien
gebildet, so dass für einen Aufbau vor Ort kein schweres Gerät erforderlich ist. Ein
Aufbau kann vielmehr mit nur zwei Personen erfolgen, und als einziges Werkzeug bedarf
es eines Schraubendrehers zum Setzen der einzelnen Schraubverbindungen.
[0022] Die Wand- und Dachelemente sind wärmeisoliert ausgebildet, so dass anders als bei
einem Zelt auch der Einsatz in klimatisch ungünstigen Erdgebieten möglich ist bzw.
eine Notunterkunft-Siedlung auch über die Wintermonate genutzt werden kann.
[0023] Die Gesamtkonstruktion ist darüber hinaus sehr robust, so dass sie ihren Bewohnern
auch hinreichenden Schutz vor gewalttätigen Übergriffen bietet.
[0024] Da die einzelnen Bauteile standardisiert sind, ist die Lagerhaltung und Logistik
vergleichsweise einfach und preisgünstig ebenso wie die Anschaffung.
[0025] Alles in allem bietet die erfindungsgemäße Personennotunterkunft sowohl gegenüber
dem Zelt als auch dem Wohncontainer erhebliche Vorteile, die sich nicht zuletzt aus
dem synergetischen Effekt der Einzelvorteile ergeben.
[0026] Die erfindungsgemäße Konstruktion zeichnet sich im Übrigen dadurch aus, dass die
Wand- und Dachelemente gerüstfrei angeordnet sind. Es kommt im Unterschied zu vorbekannten
Konstruktionen kein Traggerüst zum Einsatz, das die Wand- und/oder Deckenelemente
abstützt. Insofern dienen die Wand- und Deckenelemente nach der erfindungsgemäßen
Konstruktion nicht nur als Verkleidung und/oder Sichtschutz. Die Wand- und Dachelemente
übernehmen vielmehr auch die Ableitung von im bestimmungsgemäßen Verwendungsfall auftretenden
Kräften in den Bauuntergrund. Windlasten, Schneelasten und/oder dergleichen werden
von den Wand- und Dachelementen aufgenommen und in den Baugrund abgeleitet. Dank der
vorgesehenen Verschraubung der Wandelemente mit dem Unterrahmen ist auch ein Schubwiderlager
gegeben, so dass Sogsicherung besteht. Zum Zwecke einer weiteren Aussteifung kann
vorgesehen sein, dass die Dachelemente im Unterschied zu den Wandelementen Versteifungsrippen
aufweisen, um einen erhöhten Biegewiderstand bereitzustellen.
[0027] Es ist gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgesehen, dass der Unterrahmen
und der Oberrahmen jeweils im Querschnitt U-förmig ausgebildete Profilschienen vorzugsweise
aus verzinktem Metallblech aufweisen, wobei der lichte Querschnitt der Profilschienen
korrespondierend zur Dicke der Wandelemente ausgebildet ist. Es wird auf diese Weise
ein passsicherer Sitz der Wandelemente im Unterrahmen bzw. Oberrahmen sichergestellt.
Dies trägt zur Stabilität der gesamten Konstruktion bei. Bei den Profilschienen handelt
es sich bevorzugterweise um Metallblech, das abgekantet ausgebildet ist.
[0028] Die Wandelemente weisen eine Dicke von 40 mm bis 100 mm auf, wobei bevorzugterweise
Wandelemente mit einer Dicke von 40 mm, einer Dicke von 60 mm, einer Dicke von 80
mm und einer Dicke von 100 mm vorgesehen sind. Die Dicke der einzusetzenden Wandelemente
richtet sich vornehmlich nach dem Einsatzort. Dabei steigt das Gewicht eines Wandelements
mit zunehmender Dicke, was mit Bezug auf den Transport und den Aufbau zu berücksichtigen
ist, andererseits nimmt auch die Wärmedämmung mit zunehmender Dicke der Wandelemente
zu, so dass der Einsatz von vergleichsweise dicken Wandelementen bevorzugterweise
bei entsprechend tiefen Außentemperaturen stattfindet.
[0029] Der Wärmedurchlasskoeffizient eines Wandelements ergibt sich nicht zuletzt in Abhängigkeit
seiner Dicke. Dabei ist vorgesehen, dass die Wandelemente bei einer Dicke von 40 mm
einen Wärmedurchlasskoeffizienten von 0,5 W/m
2K, bei einer Dicke von 60 mm einen Wärmedurchlasskoeffizienten von 0,34 W/m
2K, bei einer Dicke von 80 mm einen Wärmedurchlasskoeffizienten von 0,26 W/m
2K und bei einer Dicke von 100 mm einen Wärmedurchlasskoeffizienten von 0,21 W/m
2K aufweisen. Dabei gestattet ein Wärmedurchlasskoeffizient von 0,21 W/m
2K den Einsatz bis zu einer Außentemperatur von bis zu ca. -30° C, wobei sichergestellt
ist, dass bei einer bestimmungsgemäßen Belegung der Unterkunft die Körperwärme der
untergebrachten Personen ausreichend ist, innerhalb der Unterkunft eine Raumtemperatur
von über 0° C sicherzustellen.
[0030] Bei dem Material, aus dem der Grundkörper der Wandelemente und/oder der Dachelemente
gebildet ist, handelt es sich beispielsweise um Polyurethan, Polystyrol oder Mineralwolle.
[0031] Die Wandelemente sind vorzugsweise mit dem Unterrahmen und/oder mit dem Oberrahmen
verschraubt, ebenso sind die Dachelemente bevorzugter mit dem Oberrahmen verschraubt.
Eine solche Verschraubung erbringt eine zusätzliche Stabilisierung und Lagefixierung
der einzelnen Baukomponenten zueinander. Dabei kommen der vereinfachten Montage wegen
bevorzugterweise selbstschneidende Schrauben zum Einsatz. Alternativ können am Unterrahmen,
am Oberrahmen, an den Wandelementen und an den Deckenelementen entsprechende Vorbohrungen
vorgesehen sein, durch die hindurch Schrauben geführt werden können, die dann mittels
entsprechender Muttern gegenzukontern sind.
[0032] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung wird das formschlüssige Ineinandergreifen
der Wandelemente einerseits und der Dachelemente andererseits dadurch gewährleistet,
dass die Wandelemente und die Dachelemente jeweils entlang ihrer einen Längsseite
eine Nut und entlang ihrer anderen Längsseite eine korrespondierend zur Nut ausgebildete
Feder aufweisen. Im endmontierten Zustand greift die Feder eines Wandelements bzw.
eines Dachelements in die Nut des benachbarten Wand- bzw. Dachelements ein.
[0033] Aus Gründen der verbesserten Abdichtung insbesondere gegenüber Wettereinflüssen kann
vorgesehen sein, dass in die Nut eines Wandelements bzw. eines Dachelements ein bandförmiges
Dichtungselement eingesetzt ist. Bei diesem Dichtungselement kann es sich um ein gummielastisches
Schaummaterial handeln.
[0034] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass die Dachelemente
feder- oder nutseitig einen Fortsatz tragen, der im montierten Zustand mit einem benachbarten
Deckenelement einen Hinterschnitt ausbildet. Dieser Hinterschnitt sorgt für eine zusätzliche
Abdichtung insbesondere gegenüber Wasser. Das aus den einzelnen Dachelementen gebildete
Dach ist ein sogenanntes Pultdach. Diesbezüglich besteht die generelle Problematik
des stehenden Wassers. Um ungewollte Undichtigkeiten zu vermeiden, ist deshalb einerseits
vorgesehen, die Deckenelemente mit dem vorerläuterten zusätzlichen Fortsatz auszurüsten,
der die Fügestelle zwischen zwei Dachelementen überragt, so dass ein Eindringen von
Wasser in die Fügestelle schon insoweit erschwert ist. Ferner ist vorgesehen, das
Dach zur Horizontalen geneigt auszurichten, was bevorzugterweise dadurch erreicht
ist, dass der Oberrahmen unter einem Neigungswinkel zum Unterrahmen steht. Der Neigungswinkel
beträgt vorzugsweise 1° bis 5°, mehr bevorzugt 3°. Aufgrund dieser Dachneigung wird
stehendes Wasser weitestgehend verhindert. Dieses läuft in Richtung der Dachneigung
vielmehr ab.
[0035] Zur Ausrichtung des Oberrahmens kann gemäß einem ersten Vorschlag der Erfindung vorgesehen
sein, einseitig der Unterkunft, beispielsweise frontseitig in die den Oberrahmen bildenden
Profilschienen Abstandshalter einzusetzen. Infolge dessen kommt es zu einer Schrägstellung
des Oberrahmens in Relation zum Unterrahmen, so dass das davon aufgenommene Dach ebenfalls
unter einem Neigungswinkel steht.
[0036] Alternativ zu dieser Ausgestaltung kann vorgesehen sein, die die seitlichen Seitenwände
der Unterkunft bildenden Wandelemente oberseitig abzuschrägen, so dass sich bezüglich
dieser Wandelemente eine zur Horizontalen schräg verlaufende Oberkante ausbildet.
Auch insoweit wird eine Schrägstellung des Oberrahmens und damit eine geneigte Ausrichtung
des davon aufgenommenen Daches erreicht.
[0037] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass in einzelne Wandelemente
Fenster und/oder Türen eingesetzt sind, die jeweils ein Grundelement, einen außenseitig
des zugehörigen Wandelements angeordneten Außenrahmen und einen innenseitig des zugehörigen
Wandelements angeordneten Innenrahmen aufweisen.
[0038] Die vorbeschriebene Ausgestaltung erweist sich insbesondere in ihrem Aufbau als besonders
einfach. Da das Grundelement einer Tür oder eines Fensters identisch der Breite eines
Wandelements entspricht kann ein Fenster und/oder einer Tür wahlweise in jedes Wandelement
eingesetzt werden, wobei es hierfür nicht erforderlich ist, in das entsprechende Wandelement
eine Öffnung einzubringen. Das Wandelement wird vielmehr über seine gesamte Breite
entlang zweier Schnittkanten aufgetrennt. Dabei entspricht der Abstand der beiden
Schnittkanten in Höhenrichtung des Wandelements der Höhe des Grundelements des Fensters
oder der Tür. Während des Aufbaus wird zunächst der untere Teil des Wandelements in
den Unterrahmen eingesetzt. Alsdann folgt quasi als Ersatz für den herausgetrennten
Wandelementabschnitt das Grundelement des Fensters und/oder der Tür. Alsdann wird
der verbleibende obere Teil des Wandelements auf das Grundelement des Fensters und/oder
der Tür gesetzt. Der Oberrahmen kann dann in gewohnter Weise montiert werden. Um zu
verhindern, dass das Grundelement des Fensters und/oder der Tür aus dem Wandelement
entweder nach innen oder nach außen gedrückt wird, sind ein entsprechender Außenrahmen
sowie ein entsprechender innenrahmen vorgesehen. Diese werden von außen bzw. von innen
auf das das Grundelement des Fensters oder der Tür beherbergende Wandelement sowie
randbereichsüberdeckend auf die benachbarten Wandelemente aufgesetzt und verschraubt.
Es wird so eine lagesichere und dichte Anordnung erreicht.
[0039] Zur Erzielung einer noch weiter vereinfachten Montage ist vorgesehen, das Grundelement
entweder mit dem Außenrahmen oder dem Innenrahmen als integrierte Baueinheit auszubilden.
Es findet insoweit eine herstellerseitige Vormontage statt und vor Ort muss dann nur
noch der fehlende Außen- bzw. Innenrahmen gesetzt werden.
[0040] Die erfindungsgemäße Notunterkunft verfügt gemäß einem weiteren Merkmal über eine
Bodeneinheit, die den Unterrahmen trägt. Eine solche Bodeneinheit ist rein optional.
Eine Aufstellung der erfindungsgemäßen Unterkunft kann vielmehr auch ohne Bodeneinheit
direkt auf dem Erdboden stattfinden.
[0041] Die optional einsetzbare Bodeneinheit weist einen Tragsockel sowie darauf angeordnete
Bodenplatten auf.
[0042] Der Tragsockel kann aus einer Mehrzahl einzelner Profilteile, vorzugsweise Vierkantprofilteile
gebildet sein. Derartige Profilteile können beispielsweise Vierkanthölzer sein. Diese
werden auf dem Untergrund ausgerichtet. Alsdann können hierauf die einzelnen Bodenplatten
angeordnet werden, beispielsweise OSB- oder Spanplatten. Diese können zwecks Lagefixierung
mit den Profilteilen des Tragsockels verschraubt sein. Auf der so errichteten Bodeneinheit
kann dann direkt der Unterrahmen der Notunterkunft aufgesetzt werden.
[0043] Die erfindungsgemäße Notunterkunft lässt sich aus den vorbeschriebenen Einzelbauteilen
nach dem Baukastensystem zusammensetzen. Es können unterschiedliche Größen ausgebildet
werden, je nach Anzahl der zu beherbergenden Personen. Bevorzugterweise stellt der
Unterrahmen eine Umfangsfläche von 4 x 6 m bis 6 x 9 m bereit. Bei dieser Größenordnung
bedarf es keiner zusätzlichen kraftaufnehmenden Abstützung einzelner Wand- und/oder
Dachelemente. Die Eigenstabilität bzw. Festigkeit der eingesetzten Wand- und Dachelemente
ist ausreichend, eine insgesamt robuste, gegenüber äußeren Witterungseinflüssen widerstandsfähige
und langzeitbeständige Gesamtkonstruktion bereitzustellen.
[0044] Mit der Erfindung wird ferner vorgeschlagen ein Bausatz für eine Personennotunterkunft,
insbesondere für die Katastrophenhilfe, mit einem Unterrahmen und einem Oberrahmen
sowie mit Wandelementen gleicher Baubreite, die nach dem Baukastenprinzip miteinander
kombinierbar zwischen dem Unterrahmen und dem Oberrahmen anordbar sind, wobei benachbarte
Wandelemente einer Seitenwand formschlüssig ineinander steckbar sind, sowie mit formschlüssig
ineinander steckbaren Dachelementen, die auf den Oberrahmen auflegbar sind, wobei
die Wandelemente und die Dachelemente jeweils als Sandwichplatten ausgebildet sind
und einen zwischen zwei Metalldeckschichten angeordneten Grundkörper aus einem Material
mit einer Wärmeleitfähigkeit ≤ 0,04 W/mK, vorzugsweise ≤ 0,03 W/mK, noch mehr bevorzugt
≤ 0,025 W/mK aufweisen, sowie ferner mit Winkelschienen, mittels denen der jeweilige
Übergansbereich zwischen zwei benachbarten Seitenwänden zumindest unterkunftsaußenseitig
abdeckbar ist. Bei den Metalldeckschichten handelt es sich bevorzugterweise um Deckschichten
aus verzinktem Metallblech. Alternativ kann auch ein Leichtmetall eingesetzt werden,
beispielsweise Aluminium.
[0045] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
anhand der Figuren. Dabei zeigen
- Fig. 1
- in schematisch perspektivischer Darstellung eine Personennotunterkunft nach der Erfindung;
- Fig. 2
- in schematischer Perspektivdarstellung ausschnittsweise die Anordnung eines Wandelements
in einem Unter- bzw. Oberrahmen;
- Fig. 3
- in schematischer Draufsicht von oben die formschlüssige Verbindung zweier Wandelemente;
- Fig. 4
- in schematischer Draufsicht von oben den Übergangsbereich zwischen zwei benachbarten
Seitenwänden und
- Fig. 5
- in schematischer Darstellung eine aus mehreren erfindungsgemäß ausgebildeten Personennotunterkünften
zusammengestellte Unterkunftanordnung.
[0046] Fig. 1 lässt in schematisch perspektivischer Ansicht eine Personenunterkunft 1 nach
der Erfindung erkennen.
[0047] Die Personennotunterkunft 1 - auch Wohnmodul genannt - verfügt über mehrere Seitenwände,
von denen der perspektivischen Ansicht wegen in Fig. 1 nur die linke Seitenwand 26
sowie die frontseitige Seitenwand 27 zu erkennen sind.
[0048] Die Seitenwände 26 und 27 bestehen jeweils aus einzelnen Wandelementen 4, die entlang
ihrer Längskanten formschlüssig ineinandergreifen, wie dies insbesondere die Detaildarstellung
nach Fig. 3 erkennen lässt. Die Wandelemente 4 sind nach dem Baukastenprinzip miteinander
kombinierbar zwischen einem Unterrahmen 2 und einem Oberrahmen 3 angeordnet. Dabei
sind der Unterrahmen 2 und der Oberrahmen 3 bauidentisch ausgebildet und bestehen
jeweils aus einer Mehrzahl einzelner Profilschienen 13, die im Querschnitt U-förmig
ausgebildet sind, wie dies insbesondere die Darstellung nach Fig. 2 erkennen lässt.
[0049] Wie einer Zusammenschau insbesondere der Fign. 2 und 3 zu entnehmen ist, verfügt
ein Wandelement 4 über einen zwischen Metalldeckschichten 7 angeordneten Grundkörper
8. Die Metalldeckschichten bestehen vorzugsweise aus verzinktem Metallblech. Bei dem
Grundkörper 8 handelt es sich um ein Dämmstoffmaterial, beispielsweise einen Kunststoff,
der in Ausgestaltung eines Hartschaums vorliegt.
[0050] Die Wandelemente 4 sind bevorzugterweise sowohl mit dem Unterrahmen 2 als auch mit
dem Oberrahmen 3 verschraubt, zu welchem Zweck entsprechende Verschraubungen 14 vorgesehen
sind, wie dies insbesondere die Darstellung nach Fig. 2 erkennen lässt.
[0051] Der Übergangsbereich 11 zwischen zwei benachbarten Seitenwänden 26, 27 ist bevorzugterweise
mit einer Winkelschiene abgedeckt, wobei vorzugsweise sowohl eine äußere Winkelschiene
9 als auch eine innere Winkelschiene 10 vorgesehen sind, wie dies die Darstellung
nach Fig. 4 erkennen lässt. Zur Lagearretierung und einer verbesserten Stabilität
sind die Winkelschienen 9 und 10 mit den benachbarten Wandelementen 4 benachbarter
Seitenwände 26 und 27 miteinander verschraubt, zu welchem Zweck entsprechende Verschraubungen
12 vorgesehen sind, wie dies insbesondere die Darstellung nach Fig. 4 erkennen lässt.
Im Übergangsbereich zwischen zwei benachbarten Seitenwänden 26, 27 sind die den Unterrahmen
2 bzw. den Oberrahmen 3 bildenden Profilschienen 13 auf Gärung geschnitten und stoßen
stirnseitig aneinander. Außenseitig der Profilschienen 13 sind die Winkelschienen
angeordnet, wobei die äußere Winkelschiene 9 von außen und die innere Winkelschiene
10 von innen an die zugehörigen Profilschienen 13 angesetzt sind. Die Verschraubungen
12 dienen jeweils als gemeinsame Verschraubungen, so dass Wandelement 4 sowie die
zugehörige Profilschiene 13 und die zugehörigen Winkelschienen 9 und 10 mittels einer
gemeinsamen Verschraubung miteinander verbunden sind.
[0052] Auf den von den Wandelementen 4 abgestützten Oberrahmen 3 ist ein Dach 6 aufgelegt.
Dieses besteht aus einzelnen Dachelementen 5, die ebenfalls als Sandwichplatten ausgebildet
sind und über einen zwischen Metalldeckschichten 7 angeordneten Grundkörper 8 verfügen.
Im endmontierten Zustand greifen die Dachelemente ebenfalls entlang ihrer Längsseiten
formschlüssig ineinander, was in vorteilhafter Weise eine werkzeuglose Montage ermöglicht.
[0053] Umfangsseitig des Daches 6 ist eine Dachschiene 15 vorgesehen, die aus einzelnen
Profilschienen 16 gebildet ist, die mit dem Dach 6 bevorzugterweise verschraubt sind.
[0054] Für eine formschlüssige Verbindung der einzelnen Wandelemente 4 kommt bevorzugterweise
eine Feder-Nut-Konstruktion zum Einsatz, wie sich diese im Detail insbesondere aus
Fig. 3 ergibt. Dabei stellt ein jedes Wandelement 4 entlang seiner einen Längsseite
eine Nut 17 sowie entlang seiner anderen Längsseite eine Feder 18 bereit. Im endmontierten
Zustand greift die Feder 18 eines ersten Wandelements 4 in die Nut 17 eines benachbarten,
zweiten Wandelements 4 ein. Zwecks zusätzlicher Abdichtung insbesondere gegenüber
äußeren Wettereinflüssen ist in die Nut 17 eines Wandelements 4 ein Dichtungselement
19 eingebracht. Zur Anordnung des Dichtungselements 19 kann ein Spaltmaß von s = ca.
4 mm vorgesehen sein.
[0055] Ein Wandelement 4 verfügt über eine Dicke d = 40 mm bis 100 mm, vorzugsweise in den
Abstufungen 40 mm, 60 mm, 80 mm und 100 mm. Dabei ist die lichte Querschnittsweite
einer Profilschiene 13 von Unterrahmen 2 bzw. Oberrahmen 3 korrespondierend zur Dicke
eines Wandelements 4 ausgebildet, so dass das Wandelement 4 bevorzugterweise spaltfrei
von der jeweiligen Profilschiene 13 aufgenommen werden kann.
[0056] Wie insbesondere die perspektivische Darstellung nach Fig. 1 erkennen lässt, sind
in die Seitenwände 26 bzw. 27 der Personennotunterkunft 1 Fenster 20 bzw. Türen 21
eingebracht. Dabei verfügt ein jedes Fenster 20 bzw. eine jede Tür 21 über ein Grundelement
22 bzw. 23, das in seiner Breite identisch zum Wandelement 4 ausgebildet ist. Die
bevorzugte Wandelementbreite beträgt 100 mm.
[0057] Zur Anordnung und Lagefixierung der jeweiligen Grundelemente 22 und 23 an der jeweiligen
Seitenwand 26 bzw. 27 kommen Außenrahmen 24 bzw. 25 sowie in den Figuren nicht näher
dargestellte Innenrahmen zum Einsatz. Diese Rahmen 24 bzw. 25 sichern das jeweils
zugehörige Grundelement 22 bzw. 23 sowohl am jeweiligen Wandelement 4 als auch an
den benachbarten Wandelementen 4. Zur Befestigung der Außen- bzw. Innenrahmen an der
jeweiligen Seitenwand 26 bzw. 27 können entsprechende und in den Figuren nicht näher
dargestellte Verschraubungen vorgesehen sein.
[0058] Ferner optional und deshalb in den einzelnen Figuren nicht näher dargestellt, kann
für die erfindungsgemäße Unterkunft eine Bodeneinheit vorgesehen sein. Diese besteht
bevorzugterweise aus einem Tragsockel und darauf angeordneten Bodenplatten. Im endmontierten
Zustand tragen die Bodenplatten den Unterrahmen 2.
[0059] Fig. 5 lässt in rein schematischer Darstellung eine Anordnung von mehreren Personenunterkünften
1 erkennen, wobei im gezeigten Ausführungsbeispiel sechs solcher Unterkünfte 1 ein
sogenanntes Dorf 28 ergeben. Drei solcher Dörfer 28 sind im gezeigten Ausführungsbeispiel
dargestellt.
[0060] Zu jedem Dorf 28 gehören neben den Personenunterkünften 1 ein Aufenthaltsmodul 29
sowie ein Küchenmodul 30. Diese Module sind ebenfalls in erfindungsgemäßer Weise ausgebildet.
Sie unterscheiden sich von einer Personenunterkunft 1 allein durch die Innenausstattung.
Ansonsten sind sie wie in vorbeschriebener Weise ausgebildet.
[0061] Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind die drei vorgesehenen Dörfer 28 mit weiteren
Modulen 31 bis 34 kombiniert, bei denen es sich beispielsweise um Duschräume, Waschräume,
Spielräume für Kinder, sonstige Aufenthaltsräume, wie z. B. Religionsräume und/oder
dergleichen handeln kann.
[0062] Mehrerer solcher Dorf-Anordnungen lassen sich miteinander zu einer Gesamtanordnung
kombinieren, je nachdem, wie viele Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt
werden sollen.
[0063] Die erfindungsgemäße Konstruktion erweist sich beim Aufbau einer vorbeschriebenen
Dorf-Anordnung als äußerst vorteilhaft, da Module unterschiedlicher Größe wahlweise
ausgebildet und miteinander kombiniert werden können. Auch ist eine Umrüstung jederzeit
möglich. Je nach den gestellten Anforderungen können die Module auch eine unterschiedliche
Größe aufweisen, wobei es hinsichtlich der Zuordnung einzelner Bauelemente keine Modulabhängigkeit
gibt. Wand- und/oder Dachelemente können zum Aufbau unterschiedlichster Module genutzt
werden, da die eigentliche Modulfunktion sich durch den späteren Innenausbau definiert.
Es ist insoweit höchste Flexiblität gegebenen, und dies bei gleichzeitiger Gewährleistung
einer einfachen Handhabung sowohl bei der Logistik als auch bezüglich einer Montage
bzw. Demontage.
Bezugszeichenliste:
| 1 |
Personennotunterkunft |
18 |
Feder |
| 2 |
Unterrahmen |
19 |
Dichtungselement |
| 3 |
Oberrahmen |
20 |
Fenster |
| 4 |
Wandelement |
21 |
Tür |
| 5 |
Dachelement |
22 |
Grundelement Fenster |
| 6 |
Dach |
23 |
Grundelement Tür |
| 7 |
Metalldeckschicht |
24 |
Außenrahmen Fenster |
| 8 |
Grundkörper |
25 |
Außenrahmen Tür |
| 9 |
Winkelschiene außen |
26 |
Seitenwand |
| 10 |
Winkelschiene innen |
27 |
Seitenwand |
| 11 |
Übergangsbereich |
28 |
Dorf |
| 12 |
Verschraubung |
29 |
Aufenthaltsmodul |
| 13 |
Profilschiene |
30 |
Küchenmodul |
| 14 |
Verschraubung |
31 |
Modul |
| 15 |
Dachschiene |
32 |
Modul |
| 16 |
Profilelement |
33 |
Modul |
| 17 |
Nut |
34 |
Modul |
| |
|
d |
Dicke |
| |
|
s |
Spalt |
1. Personennotunterkunft, insbesondere für die Katastrophenhilfe, mit einem Unterrahmen
(2) und einem Oberrahmen (3), sowie mit Wandelementen (4) gleicher Baubreite, die
nach dem Baukastenprinzip miteinander kombinierbar zwischen dem Unterrahmen (2) und
dem Oberrahmen (3) angeordnet sind, wobei benachbarte Wandelemente (4) einer Seitenwand
(25, 27) formschlüssig ineinandergreifen, sowie mit formschlüssig ineinandergreifenden
Dachelementen (5), die auf dem Oberrahmen (3) aufliegen, wobei die Wandelemente (4)
und die Dachelemente (5) jeweils als Sandwichplatte ausgebildet sind und einen zwischen
zwei Metalldeckschichten (7) angeordneten Grundkörper (8) aus einem Material mit einer
Wärmeleitfähigkeit ≤ 0,04 W/mK, vorzugsweise ≤ 0,03 W/mK, noch mehr bevorzugt ≤ 0,025
W/mK aufweisen, sowie ferner mit Winkelschienen (9), die den jeweiligen Übergangsbereich
(11) zwischen zwei benachbarten Seitenwänden (26, 27) zumindest unterkunftsaußenseitig
abdecken.
2. Unterkunft nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterrahmen (2) und der Oberrahmen (3) jeweils im Querschnitt U-förmig ausgebildete
Profilschienen (13) vorzugsweise aus Metall aufweisen, wobei der lichte Querschnitt
der Profilschienen (13) korrespondierend zur Dicke (d) der Wandelemente (4) ausgebildet
ist.
3. Unterkunft nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandelemente (4) eine Dicke (d) von 40 mm bis 100 mm aufweisen.
4. Unterkunft nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandelemente (4) bei einer Dicke (d) von 40 mm einen Wärmedurchlasskoeffizienten
von 0,5 W/m2K, bei einer Dicke (d) von 60 mm einen Wärmedurchlasskoeffizienten von 0,34 W/m2K, bei einer Dicke (d) von 80 mm einen Wärmedurchlasskoeffizienten von 0,26 W/m2K und bei einer Dicke (d) von 100 mm einen Wärmedurchlasskoeffizienten von 0,21 W/m2K aufweisen.
5. Unterkunft nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandelemente (4) mit dem Unterrahmen (2) und/oder dem Oberrahmen (3) verschraubt
sind.
6. Unterkunft nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dachelemente (5) mit dem Oberrahmen (3) verschraubt sind.
7. Unterkunft nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandelemente (4) und die Dachelemente (5) jeweils entlang ihrer einen Längsseite
eine Nut (17) und entlang ihrer anderen Längsseite eine korrespondierend zur Nut (17)
ausgebildete Feder (18) aufweisen.
8. Unterkunft nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in die Nut (17) ein bandförmiges Dichtungselement (19) eingesetzt ist.
9. Unterkunft nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dachelemente (5) feder- oder nutseitig einen Fortsatz tragen, der im endmontierken
Zustand mit einem benachbarten Dachelement (5) einen Hinterschnitt ausbildet.
10. Unterkunft nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch in einzelne Wandelemente (4) eingesetzte Fenster (20) und/oder Türen (21), die jeweils
ein Grundelement (22, 23), einen außenseitig des Wandelementes (4) angeordneten Außenrahmen
(24, 25) und einen innenseitig des Wandelements (4) angeordneten Innenrahmen aufweisen.
11. Unterkunft nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundelement (22, 23) der Breite eines Wandelements (4) entspricht.
12. Unterkunft nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundelement (22, 23) mit dem Außenrahmen (24, 25) oder dem Innenrahmen eine
integrale Baueinheit bildet.
13. Unterkunft nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Oberrahmen (3) unter einem Neigungswinkel von 1° bis 5°, vorzugsweise von 3°
zum Unterrahmen (2) ausgerichtet ist.
14. Unterkunft nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Bodeneinheit, die den Unterrahmen (2) trägt.
15. Unterkunft nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodeneinheit einen Tragsockel sowie darauf angeordnete Bodenplatten aufweist.
16. Unterkunft nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragsockel aus einer Vielzahl einzelner Profilteile, vorzugsweise Vierkantprofilteile
gebildet ist.
17. Unterkunft nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatten den Unterrahmen (2) aufnehmen und mit dem Tragsockel und/oder dem
Unterrahen (2) verschraubt sind.
18. Unterkunft nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterrahmen (2) eine Umfangsfläche von 4 x 6 m2 bis 6 x 9 m2 bereitstellt.
19. Bausatz für einen Personennotunterkunft (1), insbesondere eine Personennotunterkunft
(1) für die Katastrophenhilfe, mit einem Unterrahmen (2) und einem Oberrahmen (3),
sowie mit Wandelementen (4) gleicher Baubreite, die nach dem Baukastenprinzip miteinander
kombinierbar zwischen dem Unterrahmen (2) und dem Oberrahmen (3) anordbar sind, wobei
benachbarte Wandelemente (4) einer Seitenwand (26, 27) formschlüssig ineinander steckbar
sind, sowie mit formschlüssig ineinander steckbaren Dachelementen (5), die auf den
Oberrahmen (3) auflegbar sind, wobei die Wandelemente (4) und die Dachelemente (5)
jeweils als Sandwichplatten ausgebildet sind und einen zwischen zwei Metalldeckschichten
(7) angeordneten Grundkörper (8) aus einem Material mit einer Wärmeleitfähigkeit ≤
0,04 W/mK, vorzugsweise ≤ 0,03 W/mK, noch mehr bevorzugt ≤ 0,025 W/mK aufweisen, sowie
ferner mit Winkelschienen (9), mittels denen der jeweilige Übergansbereich (11) zwischen
zwei benachbarten Seitenwänden (26, 27) zumindest unterkunftsaußenseitig abdeckbar
ist.