[0001] Die Erfindung betrifft einen Innenschuh, insbesondere für einen Schalen-Skischuh,
wobei der Innenschuh zumindest einen im angezogenen Zustand im Knöchelbereich angeordneten,
sich seitlich in Richtung eines Zehenbereichs nach vorne erstreckenden lateralen und/oder
medialen Seitenteil aufweist, der ein erstes Kunststoff-Material aufweist und bereichsweise
mit einem Verstärkungselement verbunden ist, das ein zweites Kunststoff-Material aufweist,
das eine höhere Biegesteifigkeit und/oder ein höheres Elastizitätsmodul als das erste
Kunststoff-Material aufweist. Die Erfindung betrifft zudem ein Verfahren zur Herstellung
eines Innenschuhs.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind bereits verschiedenste Innenschuhe, welche zur Aufnahme
in einer vergleichsweise steifen Schale, im Speziellen der Schale eines Skischuhs
aufgenommen werden, bekannt.
[0003] Aus der
EP 1 110 466 A2 ist ein Innenschuh bekannt, der im Wesentlichen aus einem wärmeumformbaren Schaumstoff
besteht, der mit einem äußeren Verstärkungselement versehen ist. Das Verstärkungselement
besteht aus einem unter 100°C thermoformbaren Material und weist über der Ferse einen
zentralen Abschnitt auf, der sich in zwei Zweige aufteilt, die unterhalb des Knöchels
verlaufen.
[0004] Die
DE 694 12 764 T2 offenbart einen Innenschuh für Heckeinsteigerskischuhe, der eine mit einem Schlitz
versehene Füllung, zwischen einer inneren und äußeren Verkleidung, aufweist.
[0005] Aus der
US 2004/111923 A1 ist ein Freizeitschuh gezeigt, bei welchem die Polsterung des Schuhs zur Reduktion
von Schwellungen im Knöchelbereich ausgeführt ist.
[0006] Aus der
EP 2 674 049 A1 ist ein Herstellungsverfahren für einen Innenschuh bekannt, bei welchem ein vergleichsweise
elastischer Seitenteil zunächst insbesondere im Fersen- und Knöchelbereich mit einem
Verstärkungselement versehen wird, bevor diese sowohl den lateralen als auch den medialen
Seitenteil umfassende Einheit über einen den natürlichen Fuß eines Benutzers nachgebildeten
Leisten gezogen wird, und hierbei unter Wäremeeinwirkung thermoverformt wird.
[0007] Weiters ist aus der
EP 617 903 A1 ein Herstellungsverfahren eines Innenschuhs bekannt, bei welchem laterale und mediale
Seitenteile einander abschnittsweise überlappen und gemeinsam mit einem Sohlenelement
zur Herstellung eines Innenschuhs verbunden werden.
[0008] Aus der
EP 790 788 B1 und der
EP 711 515 B1 sind Innenschuhe mit einem Positionierelement aus einem thermoplastischen Schaum
bekannt, wobei das Positionierelement mikroperforiert ist.
[0009] Ziel der vorliegenden Erfindung ist nun insbesondere die Kraftübertragung über den
Innenschuh zu verbessern, ohne jedoch den Passkomfort für den Benutzer in neuralgischen
Bereichen, insbesondere im Knöchelbereich zu verschlechtern. Vorzugsweise soll in
diesen neuralgischen Bereichen die Passform des Innenschuhs sogar verbessert werden.
[0010] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erzielt, dass das Verstärkungselement derart ausgebildet
ist, dass der Knöchelbereich zumindest teilweise ausgespart ist und das Verstärkungselement
den Knöchelbereich zumindest abschnittsweise einfasst, insbesondere in einem Bereich
ober- und/oder unterhalb und/oder hinter dem Bereich des Knöchels vorgesehen ist.
[0011] Somit wird erfindungsgemäß eine Art Rahmen aus einem vergleichsweise steifen Material
gebildet, der die Kräfte im Wesentlichen direkt auf eine den Innenschuh umschließende
Schale oder dergleichen überträgt, so dass der erfindungsgemäße Innenschuh eine verbesserte
Kontrolle ermöglicht. Der besonders druckempfindliche Knöchelbereich wird von dem
vergleichsweise unnachgiebigen Verstärkungselement nicht bedeckt, so dass sich hinsichtlich
des Komforts für den Benutzer keine Nachteile ergeben. Durch die Kräfteübertragung
über das zumindest abschnittsweise rahmenförmige Verstärkungselement werden druckempfindliche
Bereiche, wie der Knöchelbereich, sogar entlastet.
[0012] Um die wesentlichen neuralgischen Bereiche auf der Fußaußenseite zu entlasten, ist
es von Vorteil, wenn ein lateraler Seitenteil vorgesehen ist, bei welchem das Verstärkungselement
derart ausgebildet ist, dass ein Basishöckerbereich ausgespart ist. Weiters ist es
günstig, wenn ein medialer Seitenteil vorgesehen ist, bei welchem das Verstärkungselement
derart ausgebildet ist, dass ein Kahnbeinbereich ausgespart ist. Somit ist auf der
Fußinnenseite weder im Knöchel- noch im Kahnbereich ein Verstärkungselement vorgesehen,
so dass Kraftübertragung und Passkomfort weiter verbessert werden.
[0013] Um einen guten Passkomfort zu erzielen und das als Basismaterial des Seitenteils
vorgesehene erste Kunststoff-Material unter dem Einfluss von Wärme und Druck auf einfache
Weise formen zu können, ist es günstig, wenn als erstes Kunststoff-Material des Seitenteils
ein warmverformbares geschäumtes Kunststoff-Material, insbesondere Polyethylen-Schaum,
vorgesehen ist.
[0014] Wenn das geschäumte Kunststoff-Material mit einer vergleichsweise dünnen, vorzugsweise
textilen, Deckschicht, insbesondere aus Polyethylen, Polyester, Polyurethan, Polyamid,
Polypropylen, PVC, oder SBS, versehen ist, ist das Schaummaterial gegen etwaige Beschädigung
geschützt und die Deckschicht kann zudem wasserabweisend wirken.
[0015] Um eine besonders klare Differenzierung zwischen dem als Kraftübertragungselement
vorgesehenen Verstärkungselement aus dem zweiten Kunststoff-Material und dem dem Passkomfort
dienenden ersten Kunststoff-Material zu erzielen, ist es von Vorteil, wenn der E-Modul
des zweiten Kunststoff-Materials des Verstärkungselements zumindest das 5-Fache, vorzugsweise
das 5-fache bis 10-Fache, des E-Moduls des ersten Kunststoff-Materials beträgt. Hierbei
ist es vorteilhaft, wenn das Verstärkungselement zumindest abschnittsweise aus einem
ein thermoplastisches Elastomer, insbesondere Ethylenvinylacetat (EVA), thermoplastisches
Polyurethan (TPU), oder Polyvinylchlorid (PVC), besteht.
[0016] Um die Flexibilität des ersten Kunststoff-Materials lokal zu erhöhen, ist es von
Vorteil, wenn das erste Kunststoff-Material in zumindest einer Zone, welche von dem
Verstärkungselement ausgespart ist, bereichsweise verdichtet ist. Aufgrund der Verdichtung
ergibt sich eine geringere Wandstärke in den verdichteten Bereichen, so dass sich
in den verdichteten Bereichen jeweils eine Art virtuelle Schwenkachse ausbildet, an
welche der unverdichtete, anschließende Bereich einfacher ausgelenkt werden kann,
als wenn das Kunststoff-Material durchgehend unverdichtet belassen wird.
[0017] Da die verdichteten Bereiche - wie vorstehend ausgeführt - im Wesentlichen als eine
Art Schwenkachse dienen, ist es vorteilhaft, wenn das erste Kunststoff-Material derart
verdichtet ist, dass zumindest eine im Wesentlichen linienförmige Vertiefung vorgesehen
ist, welche eine deutlich größere Erstreckung in Längsrichtung als in Querrichtung
aufweist. Mit der linienförmigen Ausgestaltung kann somit definiert werden, in welche
Richtung das erste Kunststoff-Material ausschwenken, dh nachgeben kann, so dass mit
Hilfe derartiger linienförmigen Vertiefungen bzw. Verdichtungen eine gezielte Flexibilisierung
des Innenschuhs erreicht werden kann.
[0018] Wenn in einer Zone zumindest zwei linienförmige Vertiefungen vorgesehen sind, welche
dazwischen einen nicht verdichteten Auslenkbereich definieren, oder zumindest eine
einen Auslenkbereich definierenden, im Wesentliche ringförmige Vertiefung vorgesehen
ist, verleibt die größere Fläche, mit welcher der Fuß des Benutzers interagiert unverdichtet
und weist somit eine geringere Materialhärte als die verdichteten Bereiche auf. Die
- auf die Fläche gesehen - verhältnismäßig klein gehaltenen verdichteten Bereiche
weisen zwar eine höhere Materialhärte auf, ermöglichen den angrenzenden unverdichteten
Bereichen aber vorteilhafterweise auf einfache Weise auszuschwenken.
[0019] Wenn mehrere linienförmigen Vertiefungen um einen gemeinsamen Zentralbereich herum,
vorzugsweise im Wesentlichen ringförmig, vorgesehen sind, wobei der Abstand zwischen
zwei benachbarten Vertiefungen vorzugsweise unter 30mm, insbesondere unter 20mm beträgt,
bevorzugt zumindest abschnittsweise zwischen 5mm und 15mm, werden einerseits die verhältnismäßig
weichen, unverdichteten Flächen beibehalten anderseits durch die Mehrzahl an verdichteten
Bereichen die Anpassbarkeit bzw. Flexibilität der Zone erhöht.
[0020] Alternativ zu einer im Wesentlichen ringförmigen Ausgestaltung der Vertiefungen,
welche insbesondere rund um eine zentrale Erhebung am Fuß des Benutzers (Köchel, Kahnbein,
Basishöckerbereich) vorteilhaft ist, ist es günstig, in anderen Bereichen, in welchen
der Fuß eine im Wesentliche gratförmige Erhebung aufweist mehrere im Wesentlichen
parallel zueinander verlaufende, linienförmigen Vertiefungen vorzusehen, wobei der
Abstand zwischen zwei benachbarten Vertiefungen vorzugsweise unter 30mm, insbesondere
unter 20mm, bevorzugt zumindest abschnittsweise zwischen 5mm und 15mm, beträgt.
[0021] Um den Innenschuh durch die Verdichtungen zu flexibilisieren ohne zugleich in flächigen
Bereichen eine nachteilige Erhöhung der Materialhärte zu erzielen, ist es von Vorteil,
wenn die Erstreckung der linienförmige Vertiefung in Querrichtung vorzugsweise unter
10mm, insbesondere unter 5mm, besonders bevorzugt zwischen 1mm und 3mm, beträgt.
[0022] Für eine zusätzliche Versteifung des Innenschuhs im Bereich des Verstärkungselements
und somit für eine weitere Verbesserung der Kraftübertragung ist es vorteilhafter,
wenn das erste Material in jenem Bereich, in welchem es mit dem Verstärkungsmaterial
verbunden ist, verdichtet ist.
[0023] Um erhabene Bereiche, über welche sodann lokal zunächst ein Kontakt mit einer den
Innenschuh umgebenden Schale oder dergl. hergestellt würde, zu vermeiden und eine
im Wesentlichen ebene ausgebildete äußere Oberfläche zu erzielen, über welche somit
möglichst großflächig eine Anlage auf der Innenseite einer äußeren Schale oder dergl.
erzielt wird, ist es von Vorteil, wenn in jenen Bereichen, in welchen das Verstärkungselements
vorgesehen ist, die Materialstärke des Verstärkungselements im Wesentlichen der Materialstärkenverringerung
aufgrund der Verdichtung des ersten Kunststoff-Materials entspricht.
[0024] Um die gewünschte erhöhte Flexibilität im Seitenteil zu erzielen, welche durch die
Ausbildung von einer Art Schwenkachse um materialverjüngte, verdichtete Bereiche erzielt
wird, hat sich als günstig herausgestellt, wenn die Materialstärke des ersten Kunststoff-Materials
in den verdichten Bereichen um 20% bis 60%, insbesondere um 30% bis 50%, der Materialstärke
in den nicht verdichten Bereichen beträgt.
[0025] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Innenschuhs, insbesondere für
einen Schalen-Skischuh, mit welchem ein erfindungsgemäßer Innenschuh auf effiziente
Weise herstellbar ist, sieht vor, dass der Innenschuh einen im angezogenen Zustand
im Knöchelbereich angeordneten, sich seitlich in Richtung eines Zehenbereichs nach
vorne erstreckenden Seitenteil aufweist, für welchen ein im Wesentlichen ebenes bahnförmiges
erstes Kunststoff-Material als Ausgangsmaterial verwendet wird, und das ein Verstärkungselement
aus einem zweiten bahnförmigen Kunststoff-Material geformt, vorzugsweise geschnitten,
wird, wobei das Kunststoff-Material des Verstärkungselements eine höhere Biegesteifigkeit
und/oder einen höheren Elastizitätsmodul als das erste Kunststoff-Material aufweist.
Das Verstärkungselement wird mit dem Ausgangsmaterial bzw. Seitenteil-Rohling verbunden,
wobei die beiden Kunststoff-Materialien insbesondere entweder mittels Kleben oder
Schweißen miteinander verbunden werden. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Verstärkungselement
derart in eine Presse eingelegt wird, dass der Knöchelbereich zumindest teilweise
ausgespart ist und das Verstärkungselement den Knöchelbereich zumindest abschnittsweise
einfasst, insbesondere in einem Bereich ober-/unterhalb und/oder hinter dem Bereich
des Knöchels vorgesehen ist.
[0026] Um das erste Kunststoff-Material, welches vorzugsweise schaumförmig ist, zu verdichten
und mit dem Verstärkungselement zu verbinden ist es von Vorteil, wenn das erste Kunststoff-Material
auf eine Temperatur oberhalb der Erweichungstemperatur erwärmt wird, vorzugsweise
auf eine Temperatur 10°C bis 20° oberhalb der Erweichungstemperatur, insbesondere
auf eine Temperatur zwischen 80° und 130°C, besonders bevorzugt auf eine Temperatur
zwischen 90°C und 120°C.
[0027] Wenn das erste Kunststoff-Material mit einer Temperatur oberhalb der Erweichungstemperatur
des ersten Kunststoff-Materials, und das zweite Kunststoff-Material mit einer Temperatur
unterhalb der Erweichungstemperatur des zweiten Kunststoff-Materials in die Pressform
eingelegt wird, und das erste Kunststoff-Material in jenen Bereichen, in welchen das
zweite Kunststoff-Material vorgesehen ist, verdichtet wird, wirkt das Verstärkungselement
im Wesentlich als eine Art Stempel, welcher während des Pressvorgangs in das erweichte
erste Kunststoff-Material eindringt, dieses verdichtet und vorteilhafterweise auch
in Form einer Schweißverbindung verbindet, so das in einem einzigen Verfahrensschritt
mehrere gewünschte Effekt erzielt werden können.
[0028] Wenn aus dem in die Pressform eingelegten bahnförmigen Kunststoff-Material zumindest
zwei Seitenteile, insbesondere vier Seitenteile, geschnitten werden, können in einem
einzigen Pressvorgang sogleich mehrere erfindungsgemäße Seitenteile hergestellt werden.
Dies erhöht somit vorteilhafterweise die Verfahrenseffizienz.
[0029] Sofern zumindest zwei, gesonderte Verstärkungselemente in die Pressform eingelegt
werden, können jedenfalls zugleich zwei Seitenteile gefertigt werden. Es kann ein
in die Pressform eingelegtes Verstärkungselement danach aber auch geschnitten werden,
so dass dann in einem einzigen Verfahrensschritt sogleich vier Seitenteile (zwei mediale,
zwei laterale) hergestellt werden können. Alternativ kann aber auch ein gemeinsames
Verstärkungselement, das sowohl die mediale als auch die laterale Seite abschnittsweise
abdeckt, vorgesehen sein. Im Fersenbereich ist der Seitenteil dann - samt Verstärkungselement
- durchgehend, dh ohne Verbindungsbereich, ausgebildet.
[0030] Die Erfindung wird anhand von in der Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispielen,
auf welche sie jedoch nicht beschränkt sein soll, noch näher erläutert. Im Einzelnen
zeigen in den Zeichnungen:
Fig. 1 die Ansicht eines Alpin-Skischuhs mit einem in einer äußeren Schale aufgenommenen
Innenschuh;
Fig. 2 eine Ansicht auf die laterale Seite eines erfindungsgemäßen Innenschuhs;
Fig. 3 eine Ansicht auf die mediale Seite eines erfindungsgemäßen Innenschuhs;
Fig. 4 eine Ansicht auf die Hinterseite eines erfindungsgemäßen Innenschuhs;
Fig. 5 eine Ansicht eines Verstärkungselements des Seitenteils;
Fig. 6 eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Seitenteils des Innenschuhs;
Fig. 7 einen Schnitt VII-VII in Fig. 6;
Fig. 8 eine perspektivische Ansicht auf einen Unterteil einer Pressform zur Herstellung
des erfindungsgemäßen Innenschuhs;
Fig. 9 eine perspektivische Ansicht einer Pressform mit eingelegten Verstärkungsteilen
und einem bandförmigen Ausgangsmaterials des Seitenteils;
Fig. 10 einen Ausschnitt eines Querschnitts durch die Pressform mit eingelegtem Ausgangsmaterial
und Verstärkungselement in der Verformungs- bzw. Verdichtungsstellung.
[0031] In Fig. 1 ist ein Alpin-Skischuh 1 gezeigt, der eine äußere Schale 2 aufweist, welche
sich aus einem unteren Schalenteil 3 und einem oberen Schalenteil 3' zusammensetzt.
Der obere Schalenteil 3' ist gegenüber dem unteren Schalenteil 3 schwenkbar um eine
Achse 4 gelagert. In dieser (Hart-)Schale 2 ist ein Innenschuh 5 aufgenommen, wie
dies näher in Fig.2 und 3 dargestellt ist.
[0032] Der Innenschuh 5 setzt sich hierbei insbesondere aus einem lateralen Seitenteil 6,
einem medialen Seitenteil 7 (vgl. Fig. 3) einer Sohle 8, Zunge 9, sowie einer am jeweils
oberen Ende der lateralen und medialen Seitenteile 6, 7 anschließenden Manschette
10 zusammen; innenseitig ist zumindest abschnittsweise eine Polsterung sowie ein Innenfutter
vorgesehen.
[0033] Wie in den Fig. 2 bis 4 ersichtlich, weisen die erfindungsgemäßen Seitenteilen 6,
7 jeweils ein Verstärkungselement 12 aus einem vergleichsweise steifen Material 12',
z.B. Ethylenvinylacetat (EVA), auf, wobei das lateral Verstärkungselement 12 in Fig.
5 im Detail gezeigt ist. Hierbei ist ersichtlich, dass bei dem Verstärkungselement
12 ein Knöchlbereich 11 ausgespart ist, um den Passkomfort in diesem neuralgischen
Bereich 11' nicht negativ zu beeinträchtigen.
[0034] Um die Kraftübertragung über den Innenschuh 5 auf die Schale 2 zu verbessern, ist
das Verstärkungselement 12 im Wesentlichen rahmenförmig ausgebildet, und umschließt
- wie in Fig. 5 ersichtlich - im Wesentlichen den Knöchelbereich 11.
[0035] In Fig. 4 ist insbesondere ersichtlich, dass die beiden Seitenteile 6, 7 einschließlich
der Verstärkungselemente 12 in einen Fersenbereich 13 entlang einer Verbindungsfläche
14, vorzugsweise über eine Klebeverbindung oder eine Schweißverbindung, miteinander
verbunden sind. Selbstverständlich können die beiden Seitenteile 6, 7 einschließlich
der Verstärkungselemente 12 jedoch auch als ein gemeinsamer Teil ausgeführt sein.
[0036] Im Knöchelbereich 11 sowie in weiteren neuralgischen Bereichen bzw. Zonen 11' (Kahnbeinbereich,
Basishöckerbereich) ist ein als Basis- bzw. Ausgangsmaterial vorgesehenes erstes Kunststoff-Material
der Seitenteile 6, 7 zudem bereichsweise verdichtet.
[0037] Ein Beispiel für die konkrete Ausgestaltung einer derartigen Verdichtung ist insbesondere
in den Fig. 6 und 7 ersichtlich. In diesen Zonen 11' - wie anhand des Knöchelbereichs
im Detail dargestellt - sind mehrere im Wesentlichen linienförmige Materialverdichtungsbereiche
bzw. Vertiefungen 15 vorgesehen, um in diesen neuralgischen Zonen 11' ein Kunststoff-Material
17 der Seitenteile 6, 7 zu flexibilisieren und somit eine bessere Anpassungsfähigkeit
des Seitenteils 6, 7 an den Fuß, insbesondere an vorspringende Bereiche des menschlichen
Fußes (Knöchel, Kahnbein, etc.) zu erzielen. Das als Basismaterial vorgesehene Kunststoff-Material
17 der Seitenteile 6, 7 bedeckt hierbei - wie in Fig. 2 und 6 ersichtlich - jedenfalls
den Knöchelbereich 11 und erstreckt sich nach vorne in Richtung eines Zehenbereichs
11''. Am unteren Ende sind die Seitenteile 6, 7 jeweils mit der Sohle 8 verbunden.
[0038] Die im Wesentlichen linienförmigen Verdichtungsbereiche 15 wirken hierbei im Wesentlichen
als virtuelle Schwenkachsen, um welche die angrenzenden, unverdichteten Bereiche 16
mit höherer Materialstärke mit geringerem Kraftaufwand ausgelenkt werden können, als
wenn die Seitenteile 6,7 frei von derartigen Verdichtungen sind.
[0039] Im Falle eines Vorsprungs bzw. einer im Wesentlichen punktförmigen Erhebung des Fußen
(Knöchelbereich, Kahnbeinbereich, etc.) ist es vorteilhaft, wenn um einen Zentralbereich
16, welcher im Wesentlichen im Bereich eines Fußvorprungs angeordnet ist, mehrere
der linienförmigen Materialverdichtungsbereiche 15 angeordnet sind, die einen im Wesentlichen
ringförmigen Verlauf aufweisen. Mit ringförmig ist jedoch nicht zwingend eine geschlossene
Struktur gemeint, sondern lediglich dass die linienförmigen Verdichtungsbereiche 15
über einen Großteil des Zentralbereichs 16 umlaufend und hierbei im Wesentlich konzentrisch
zueinander angeordnet sind.
[0040] Wie in der Schnittansicht gemäß Fig. 7 ersichtlich, weisen die Seitenteile 6, 7 im
Knöchelbereich 11 somit eine in einem Pressverfahren in das erste Kunststoff-Material
17 eingearbeitete dreidimensionale Verformung auf, so dass die Grundform des Seitenteils
6, 7 abweichend von einer im Wesentlichen planen ebenen Ausgangsform besser an die
Anatomie des Fußes des Benutzers angepasst ist.
[0041] In der Schnittansicht ist zudem ersichtlich, dass mit den Materialvertiefungen 15
im Wesentlichen eine reliefförmige Struktur um einen Zentralbereich 16 erzielt wird.
[0042] Alternativ können jedoch - wie ebenfalls in Fig. 6 ersichtlich - die linienförmigen
Materialvertiefungsbereiche 15 auch nicht im Wesentlichen ringförmig ausgeführt sein,
sondern in Form von V- oder vorzugsweise L-förmig ausgebildeten Linien im Wesentlichen
parallel zueinander angeordnet sein.
[0043] In den Fig. 8 bis 10 ist das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren schematisch dargestellt.
[0044] Wie in Fig. 8 gezeigt, weist eine Presse 18 einen Unterteil 18' zur Herstellung des
erfindungsgemäßen Seitenteils 6, 7 auf, wobei ersichtlich ist, dass es sich hierbei
um einen im Wesentlichen plattenförmigen Grundkörper 19 handelt, in welchem - bei
dem gezeigten Ausführungsbeispiel zwei Vertiefungen 20 vorgesehen sind, welche zur
Aufnahme eines Verstärkungselements 12 vorgesehen sind.
[0045] Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren werden in diese Vertiefungen 20 des Unterteils
18' der Pressform die Verstärkungselemente 14 im kalten Zustand eingelegt, da eine
Verformung bzw. Verdichtung des Verstärkungselements 14 nicht erforderlich ist.
[0046] Wie weiters in Fig.9 ersichtlich, werden auf die in die Presse 18 eingelegten Verstärkungselemente
12 sodann das Basismaterial 17 des Seitenteils 6, 7, das im Wesentlichen bahnförmige
eben ausgebildete Kunststoff-Material 17 aufgelegt.
[0047] Um die - insbesondere in Fig. 7 gezeigten - im Wesentlichen linienförmigen Materialvertiefungsbereiche
15 in das Kunststoff-Material 17 (dauerhaft) auf einfache Weise einarbeiten zu können
ist als Kunststoff-Material 17 insbesondere ein thermoverformbarer Polyethylen-Schaum
vorgesehen. Dieser thermoverformbare Schaum ist vorteilhafter Weise mit einer textilen
Deckschicht versehen.
[0048] Um in der Presse 18 die gewünschte Materialverdichtung (dauerhaft) erzielen zu können,
wird demnach das Ausgangsmaterial 17 zunächst über seine Erweichungstemperatur, beim
gezeigten Ausführungsbeispiel mit einem Polyethylen-Schaum auf ca. 80° bis 130°C erwärmt,
sodann im erwärmten Zustand in die Presse 18 eingelegt. Selbstverständlich kann jedoch
auch eine Erwärmung erst innerhalb der Presse 18 erfolgen.
[0049] Nachdem Verstärkungselemente 12 richtig platziert wurden und das Ausgangsmaterial
17 in die Presse 18 eingelegt sind, werden der Unterteil 18'und der Oberteil 18" mit
einem Druck von ca. 5 bar bis 10 bar aneinandergedrückt, so dass - wie in Fig. 10
schematisch dargestellt - das thermoplastische Kunststoff-Material 17 entsprechend
der reliefförmigen Vertiefung 20 im Unterteil 18' der Presse 18 verformt wird.
[0050] Hierzu weist der Oberteil 18" der Pressform einen vorspringenden Stempel 21 auf,
welcher im Wesentlichen der Form des natürlichen Knöchels bzw. Kahnbeins des menschlichen
Fußes nachgebildet ist. Somit wird zugleich mit der Materialverdichtung auch bereichsweise
eine dreidimensionale Verformung des zuvor im Wesentlichen plan ausgestalteten bahnförmigen
Ausgangsmaterials 17 erzielt. Darüber hinaus kann zugleich mit der in der Presse 18
erzielten Materialverdichtung auch eine Verbindung des Ausgangsmaterials 17 und des
Verstärkungselements 12, insbesondere über Kleben oder Schweißen, erfolgen.
[0051] Wie ebenfalls in Fig. 10 ersichtlich wird das Ausgangsmaterials 17 in der Presse
18 auch in jenen Bereichen verdichtet, in welchen das Verstärkungselement 12 vorgesehen
ist. Die Grad der Verdichtung korrespondiert hier mit der Materialstärke bzw. -dicke
des Verstärkungselements 12, so dass nach Verbindung von Ausgangsmaterial 17 und Verstärkungselement
12 eine im Wesentlichen plane äußere Oberfläche erzielt wird.
1. Innenschuh (5), insbesondere für einen Schalen-Skischuh (1), wobei der Innenschuh
(5) zumindest einen im angezogenen Zustand im Knöchelbereich (11) angeordneten, sich
seitlich in Richtung eines Zehenbereichs (11") nach vorne erstreckenden lateralen
und/oder medialen Seitenteil (6, 7) aufweist, der ein erstes Kunststoff-Material (17)
aufweist und bereichsweise mit einem Verstärkungselement (12) verbunden ist, das ein
zweites Kunststoff-Material aufweist (12'), das eine höhere Biegesteifigkeit und/oder
ein höheres Elastizitätsmodul als das erste Kunststoff-Material (17) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (12) derart ausgebildet ist, dass der Knöchelbereich (11)
zumindest teilweise ausgespart ist und das Verstärkungselement (12) den Knöchelbereich
(11) zumindest abschnittsweise einfasst, insbesondere in einem Bereich ober-/unterhalb
und/oder hinter dem Knöchelbereich (11) vorgesehen ist.
2. Innenschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein lateraler Seitenteil (6) vorgesehen ist, bei welchem das Verstärkungselement
(12) derart ausgebildet ist, dass ein Basishöckerbereich ausgespart ist.
3. Innenschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein medialer Seitenteil (7) vorgesehen ist, bei welchem das Verstärkungselement (12)
derart ausgebildet ist, dass ein Kahnbeinbereich ausgespart ist.
4. Innenschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als erstes Kunststoff-Material (17) des Seitenteils (6, 7) ein warmverformbares geschäumtes
Kunststoff-Material, insbesondere aus Polyethylen, Ethylenvinylacetat, Polyester,
Polyurethan, Polyamid, Polypropylen, Polyvinylchlorid, vorgesehen ist.
5. Innenschuh nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das geschäumte Kunststoff-Material (17) mit einer vergleichsweise dünnen, vorzugsweise
textilen, Deckschicht, insbesondere aus Polyethylen, Polyester, Polyurethan, Polyamid,
Polypropylen, Polyvinylchlorid, oder SBS, versehen ist.
6. Innenschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der E-Modul des zweiten Kunststoff-Materials (12') des Verstärkungselements (6, 7)zumindest
das 5-Fache, vorzugsweise das 5-fache bis 10-Fache, des E-Moduls des ersten Kunststoff-Materials
(17) beträgt.
7. Innenschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (12) zumindest abschnittsweise aus einem thermoplastisches
Elastomer, insbesondere Ethylenvinylacetat (EVA), thermoplastisches Polyurethan (TPU),
oder Polyvinylchlorid (PVC), besteht.
8. Innenschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Kunststoff-Material (17) in zumindest einer Zone, welche von dem Verstärkungselement
(12) ausgespart ist, bereichsweise verdichtet ist.
9. Innenschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Kunststoff-Material (17) derart verdichtet ist, dass zumindest eine im
Wesentlichen linienförmige Vertiefung (15) vorgesehen ist, welche eine deutlich größere
Erstreckung in Längsrichtung als in Querrichtung aufweist, wobei insbesondere in einer
Zone (11') zumindest zwei linienförmige Vertiefungen (15) vorgesehen sind, welche
dazwischen einen Auslenkbereich (16) definieren, oder zumindest eine einen Auslenkbereich
(16) definierenden, im Wesentliche ringförmige Vertiefung (15) vorgesehen ist.
10. Innenschuh nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere linienförmigen Vertiefungen (15) um einen gemeinsamen Zentralbereich (16)
herum, vorzugsweise im Wesentlichen ringförmig, vorgesehen sind, wobei der Abstand
zwischen zwei benachbarten Vertiefungen (15) vorzugsweise unter 30mm, insbesondere
unter 20mm beträgt.
11. Innenschuh nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die mehrere im Wesentlichen parallel zueinander verlaufende, linienförmigen Vertiefungen
(15) vorgesehen sind, wobei der Abstand zwischen zwei benachbarten Vertiefungen (15)
vorzugsweise unter 30mm, insbesondere unter 20mm beträgt.
12. Innenschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Kunststoff-Material (17) in jenem Bereich, in welchem es mit dem Verstärkungselement
(12) verbunden ist, verdichtet ist, wobei insbesondere in jenen Bereichen, in welchen
das Verstärkungselement (12) vorgesehen ist, die Materialstärke des Verstärkungselements
(12) im Wesentlichen der Materialstärkenverringerung aufgrund der Verdichtung des
erstem Kunststoff-Materials (17) entspricht.
13. Verfahren zur Herstellung eines Innenschuhs (5), insbesondere für einen Schalen-Skischuh
(1), wobei der Innenschuh (5) einen im angezogenen Zustand im Knöchelbereich (11)
angeordneten, sich seitlich in Richtung eines Zehenbereichs (11") nach vorne erstreckenden
Seitenteil (6, 7) aufweist, für welchen ein im Wesentlichen ebenes bahnförmiges erstes
Kunststoff-Material (17) als Ausgangsmaterial verwendet wird, und das ein Verstärkungselement
(12) aus einem zweiten bahnförmigen Kunststoff-Material (12') geformt, vorzugsweise
geschnitten, wird, wobei das Kunststoff-Material (12') des Verstärkungselements (12)
eine höhere Biegesteifigkeit und/oder einen höheren Elastizitätsmodul als das erste
Kunststoff-Material (17) aufweist, wobei das Verstärkungselement (12) mit dem Ausgangsmaterial
(17) verbunden wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungselement (12) derart in eine Presse (18) eingelegt wird, dass ein
Knöchelbereich (11) zumindest teilweise ausgespart ist und das Verstärkungselement
(12) den Knöchelbereich (11) zumindest abschnittsweise einfasst, insbesondere in einem
Bereich ober-/unterhalb und/oder hinter dem Knöchelbereich (11) vorgesehen ist.
14. Verfahren zur Herstellung eines Innenschuhs nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Kunststoff-Material (17) auf eine Temperatur oberhalb der Erweichungstemperatur
erwärmt wird, vorzugsweise auf eine Temperatur 10°C bis 20° oberhalb der Erweichungstemperatur,
insbesondere auf eine Temperatur zwischen 80° und 130°C, besonders bevorzugt auf eine
Temperatur zwischen 90°C und 120°C.
15. Verfahren zur Herstellung eines Innenschuhs nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Kunststoff-Material (17) mit einer Temperatur oberhalb der Erweichungstemperatur
des ersten Kunststoff-Materials (17), und das zweite Kunststoff-Material (12') mit
einer Temperatur unterhalb der Erweichungstemperatur des zweiten Kunststoff-Materials
(12') in die Presse (18) eingelegt wird, und das erste Kunststoff-Material (17) in
jenen Bereichen, in welchen das zweite Kunststoff-Material (12') vorgesehen ist, verdichtet
wird.