[0001] Die Erfindung betrifft ein Eintreibgerät, insbesondere ein handgeführtes Eintreibgerät,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] EP 1 995 022 A1 beschreibt ein aufladbares Eintreibgerät, bei dem eine Brennkammer einen ersten,
gehäusefesten Brennkammerteil und einen zweiten, nach Art einer Hülse verschiebbaren
Brennkammerteil umfasst. Die Brennkammerteile werden in einer geschlossenen Position
mittels radial wirkender Dichtungsringe gegeneinander abgedichtet.
[0003] Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Eintreibgerät anzugeben, das einen hohen Ladedruck
der Brennkammer erlaubt.
[0004] Diese Aufgabe wird für ein eingangs genanntes Eintreibgerät erfindungsgemäß mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Durch das Vorsehen der in axialer
Richtung mit einer Andruckkraft beaufschlagbaren Dichtung, wobei die Andruckkraft
monoton mit dem Überdruck in der Brennkammer ansteigt, ist eine grundsätzlich verbesserte
Abdichtung ermöglicht. Insbesondere wird durch das Ansteigen der Andruckkraft eine
selbstverstärkende Abdichtung der Brennkammer erzielt. Zudem kann durch eine solche
Dichtungsanordnung die Reibung zwischen der Dichtung und den bewegbaren Teilgehäusen
verringert werden. Ein alterungsbedingter Materialzustand der Dichtung hat daher allenfalls
einen nachrangigen Einfluss auf die Abdichtung.
[0005] Unter einem Teilgehäuse der Brennkammer wird vorliegend jedes einen Wandabschnitt
der geschlossenen Brennkammer ausbildende Element außer dem Eintreibkolben selbst
angesehen. Bei vielen Bauarten von Eintreibgeräten wird die relative Bewegung solcher
Teilgehäuse zum Schließen und/oder Aufspannen der Brennkammer genutzt, wobei die Bewegung
mit einer Sicherheitsmechanik gekoppelt ist, die ein korrektes Aufsetzen des Gerätes
auf ein Werkstück erfordert. Zumeist umfasst das erste Teilgehäuse dabei Elemente,
die ortsfest bezüglich eines Gerätegehäuses angeordnet sind, wobei das zweite Teilgehäuse
gegenüber dem ersten Teilgehäuse axial verschiebbar ist. Allgemein bevorzugt ist die
axiale Richtung dabei identisch mit einer Kolbenachse des Eintreibkolbens, wodurch
der mechanische Aufbau insgesamt vereinfacht wird.
[0006] Unter einem monotonen Anstieg der Andruckkraft mit dem Überdruck wird verstanden,
dass zumindest über einen Bereich eines betriebsgemäßen Überdrucks der Brennkammer
ein Anstieg der auf die Dichtung in axialer Richtung wirkenden Kraft einhergeht.
[0007] Unter einem Überdruck des Brenngasgemisches im Sinne der Erfindung wird ein erhöhter
Druck zur Steigerung der Eintreibenergie verstanden. Auch bei herkömmlichen, nicht
aufgeladenen Geräten liegt der Druck des Brenngasgemisches meist etwas oberhalb eines
Umgebungsdrucks, da das unter Druck stehende Brenngas zu der unter Atmosphärendruck
stehenden Luft in der Brennkammer hinzugefügt wird. Dabei handelt es sich nur um eine
geringe Druckerhöhung. Ein Überdruck im Sinne der Erfindung liegt bevorzugt um wenigstens
100 mbar, besonders bevorzugt um wenigstens 200 mbar über dem Atmosphärendruck.
[0008] Unter einer axialen Belastung der Dichtung wird im Sinne der Erfindung eine Kraftbeaufschlagung
der Dichtung durch eine Dichtfläche verstanden, deren Kraftkomponente in der axialen
Richtung zumindest gleich groß oder größer ist als eine dazu senkrechte, radial gerichtete
Kraftkomponente. Bevorzugt ist die axiale Kraftkomponente wenigstens doppelt so groß,
besonders bevorzugt wenigstens dreimal so groß wie die radiale Komponente.
[0009] Allgemein bevorzugt, aber nicht notwendig besteht die Dichtung aus einem Polymer,
bevorzugt einem Elastomer. Bei einem bevorzugten Elastomer kann es sich zum Beispiel
um ein Naturkautschuk, ein Silikonkautschuk, einen Fluorkautschuk oder ein sonstiges
fluoriertes Elastomer handeln. Solche Dichtungen haben eine hohe Dichtwirkung bei
guter Toleranz gegenüber Verunreinigung oder Alterung der Dichtflächen. Allgemein
bevorzugt ist die axial belastete Dichtung als geschlossene Ringdichtung ausgeformt.
[0010] Bei einer allgemein vorteilhaften Weiterbildung weisen die Teilgehäuse einen Anschlag
in Ihrer relativen Bewegung auf, wobei ein abgedichteter Zustand der Teilgehäuse über
die Länge eines Dichtwegs vor einem Erreichen des Anschlags vorhanden ist. Unter einem
Dichtweg wird dabei die Distanz in der axialen Richtung zwischen einem Beginn der
Dichtwirkung und einem mechanisch definierten Ende bzw. dem Anschlag der Bewegung
verstanden. Dies erlaubt eine zuverlässige Abdichtung auch im Hinblick auf thermisch
oder sonstig bedingte Längenänderungen bzw. Toleranzen. Der Dichtweg ist dabei zweckmäßig
größer als der Bereich der auftretenden Toleranzen. In bevorzugter Detailgestaltung
beträgt der Dichtweg wenigstens 0,2 mm, besonders bevorzugt wenigstens 0,4 mm. Besonders
bevorzugt beträgt der Dichtweg zwischen 0,2 mm und 1,5 mm.
[0011] Auf einfache Weise kann ein solcher Dichtweg dadurch erreicht werden, dass die Dichtung
über den gesamten Dichtweg reversibel deformiert ist. Bei alternativen oder ergänzenden
Ausführungsformen kann zur Erreichung des definierten Dichtwegs auch vorgesehen sein,
dass ein Wandteil eines der Teilgehäuse federelastisch deformierbar ist oder als Anschlag
dient.
[0012] Bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass das zweite
Teilgehäuse eine in der axialen Richtung verschiebbare Hülse ausbildet, wobei die
erste Dichtung an einem ersten Ende der Hülse und eine zweite Dichtung an einem zweiten
Ende der Hülse angreift. Dies erlaubt eine großflächige Öffnung der Brennkammer durch
einfaches Verschieben des zweiten Teilgehäuses. Bevorzugt ist dabei vorgesehen, dass
der Überdruck die Hülse bezüglich der ersten Dichtung in Schließrichtung drückt und
bezüglich der zweiten Dichtung in eine entgegengesetzte Öffnungsrichtung drückt, wobei
eine resultierende Gesamtkraft in die Schließrichtung wirkt. Dies kann zum Beispiel
dadurch erreicht werden, dass die erste Dichtung in axialer Projektion eine größere
Fläche umfängt als die zweite Dichtung.
[0013] Bei einer zweiten Ausführungsform der Erfindung bildet das zweite Teilgehäuse einen
in der axialen Richtung verschiebbaren Boden der Brennkammer aus. Durch diese Konstruktion
kann die Brennkammer bei einem Verschieben der Teilgehäuse ein veränderliches, aber
geschlossenes Volumen ausbilden.
[0014] Allgemein vorteilhaft kann es vorgesehen sein, dass die Teilgehäuse zusätzlich über
eine zu der axialen Richtung senkrecht wirkende Radialdichtung zueinander abgedichtet
sind. Die Radialdichtung erlaubt dabei ein Verschieben der Teilgehäuse zueinander,
ohne dass eine Abdichtung vollständig aufgehoben wird. Bei einer bevorzugten Weiterbildung
ist dabei vorgesehen, dass die Radialdichtung eine Abdichtung der Brennkammer während
eines thermischen Rückholvorgangs des Eintreibkolbens ausbildet. Dies erlaubt eine
einfache Konstruktion des Gerätes bezüglich einer Kolbenrückführung. Dabei kühlen
die heißen Reaktionsprodukte des Brenngases nach dem Eintreibvorgang in dem geschlossenen
Volumen der Brennkammer ab, was zu einem Unterdruck und einer entsprechenden Rückstellkraft
führt. Die Radialdichtung ist dabei nur relativ geringen Druckdifferenzen ausgesetzt,
während die erste Dichtung sich zugleich außer Eingriff mit den Teilgehäusen befinden
kann.
[0015] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgend beschriebenen
Ausführungsbeispielen sowie aus den abhängigen Ansprüchen.
[0016] Nachfolgend werden mehrere bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben
und anhand der anliegenden Zeichnungen näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Schnittansicht eines Eintreibgerätes gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung in einem Zustand mit geöffneter Brennkammer.
- Fig. 2
- zeigt eine Detailansicht der Brennkammer des Eintreibgerätes aus Fig. 1 in einem geschlossenen
Zustand.
- Fig. 3
- zeigt eine schematische Schnittansicht eines Eintreibgerätes gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung in einem Zustand mit aufgeladener Brennkammer.
- Fig. 4
- zeigt das Eintreibgerät aus Fig. 2 mit teilweise kollabierter Brennkammer.
- Fig. 5
- zeigt eine Schnittansicht einer Detailgestaltung der Brennkammer des Eintreibgerätes
aus Fig. 3.
[0017] Das Eintreibgerät aus Fig. 1 ist ein handgeführtes Gerät, umfassend ein Gehäuse 1
und eine darin aufgenommene Brennkammer 2. An die Brennkammer 2 grenzt ein Zylinder
3 mit einem darin geführten Eintreibkolben 4 an. Der Eintreibkolben 4 umfasst einen
Eintreibstößel 5 zum Eintreiben eines Nagelglieds (nicht dargestellt) in ein nicht
dargestelltes Werkstück. Ein zündfähiges Brenngasgemisch wird vorliegend mittels eines
Brenngasspeichers 6 in die Brennkammer 2 eingebracht. Das Brenngasgemisch wird dabei
mittels eines Aufladungsglieds 7 auf einen Überdruck komprimiert. Das Aufladungsglied
ist als elektrisch angetriebener und über einen Akku 8 versorgter Kompressor ausgebildet,
welcher als integraler Bestandteil des Eintreibgeräts innerhalb des Gehäuses 1 angeordnet
ist. Bei weiteren Ausführungsformen ist das Aufladungsglied eine von dem Eintreibgerät
abgetrennte Vorrichtung. Bei anderen Ausführungsformen kann eine Aufladung auch mittels
einer insbesondere durch Verbrennung angetriebenen Rückstellung des Eintreibkolbens
4 oder auf sonstige Weise erfolgen.
[0018] Das Brenngas wird über ein Dosierventil 9 von dem Brenngasspeicher 6 in die Luft
der Brennkammer 2 eingebracht. Die Brenngasinjektion kann je nach Anforderungen in
die noch nicht komprimierte, teilkomprimierte oder auch vollständig komprimierte Luft
erfolgen.
[0019] Im vollständig rückgestellten Zustand (siehe Fig. 1) wird der Eintreibkolben 4 durch
einen Kolbenhalter (nicht dargestellt) gegen den Überdruck in der Brennkammer gehalten.
[0020] Bei beladener Brennkammer kann dann über einen handbetätigten Trigger 10 eine Zündung
des Brenngasgemisches über eine Zündkerze ausgelöst werden, so dass der Eintreibkolben
4 vorgetrieben wird und über den Eintreibstößel 5 das Nagelglied (nicht dargestellt)
aus einem Magazin 11 in das Werkstück eintreibt. Die Abgase des gezündeten und expandierten
Brenngases können zum Ende des Weges des Eintreibkolbens über Auslassöffnungen 12
in den Außenraum eintreten.
[0021] In der Brennkammer 2 ist ein elektrischer Ventilator 13 angeordnet, der für eine
bessere Durchmischung des Brenngases und/oder eine effektive Spülung der Brennkammer
verwendet wird. Vorliegend ist der gesamte Ventilator mit Antriebsmotor 13a innerhalb
der Brennkammer positioniert, so dass die elektrischen Zuleitungen 13b über eine druckdichte
Durchführung nach außen geleitet sind. Der Antriebsmotor 13a ist in einem zusätzlichen
Schutzgehäuse 13c innerhalb der Brennkammer aufgenommen, in dem insbesondere Dämpfungsmaterial
zum Schutz des Motors vor hohen Beschleunigungen vorgesehen sein kann. Die Brennkammer
2 ist im zündfähigen Zustand als geschlossener Raum zu verstehen, dessen Wand von
mehreren Teilen bzw. Abschnitten gebildet wird. Einer der Abschnitte wird von dem
Eintreibkolben 4 gebildet, der nach der Zündung in Richtung einer Kolbenachse A beschleunigt
wird.
[0022] Ein weiterer Abschnitt wird von einem ersten Teilgehäuse 2a der Brennkammer 2 gebildet,
das aus ortsfest gegenüber dem Gehäuse 1 positionierten Elementen besteht.
[0023] Ein zweites Teilgehäuse 2b der Brennkammer 2 ist als gegenüber dem ersten Teilgehäuse
2a bewegbare Hülse ausgebildet. Das zweite Teilgehäuse 2b ist vorliegend ausschließlich
linear und in Richtung der Kolbenachse A axial verschiebbar.
[0024] Die Hülse 2a umfasst an axial gegenüberliegenden Enden radial vorragende Kragen 14,
an denen Dichtflächen zur Anlage an einer ersten Dichtung 15 und an einer zweiten
Dichtung 16 ausgebildet sind.
[0025] Die Dichtungen 15, 16 sind vorliegend jeweils an einem ersten radial erstreckten
Wandabschnitt 17 und an einem zweiten radial erstreckten Wandabschnitt 18 des ersten
Teilgehäuses 2a aufgenommen. Alternativ kann jede der Dichtungen auch an dem bewegbaren,
zweiten Teilgehäuse aufgenommen sein. Die Dichtungen 15, 16 bestehen aus einem Elastomer
und sind als umlaufenden Ringdichtungen ausgebildet.
[0026] Wird das zweite Teilgehäuse in Schließrichtung verschoben (Richtung nach rechts in
Fig. 1 und Fig. 2), so kommen die Dichtflächen der Teilgehäuse 2a, 2b in axialer Richtung
zur Anlage an den Dichtungen 15, 16. Entsprechend wirkt eine Andruckkraft in der axialen
Richtung auf die Dichtungen 15, 16.
[0027] Ein Überdruck in der Brennkammer wirkt in der geschlossenen Position des zweiten
Teilgehäuses auf die eine Dichtung 15 in Öffnungsrichtung und auf die andere Dichtung
16 in Schließrichtung. Dabei sind die axialen Projektionen der Flächen F1, F2, die
von den Dichtungen 15, 16 umfangen werden, unterschiedlich groß. Die Fläche F2 der
ersten Dichtung 15, die durch den Überdruck in Schließrichtung der Hülse belastet
wird, ist deutlich größer als die Fläche F1 der zweiten Dichtung 16, die vom Überdruck
in Öffnungsrichtung der Hülse entlastet wird.
[0028] In der Summe der angreifenden Druckkräfte resultiert daher durch den Überdruck eine
Andruckkraft in Schließrichtung des zweiten Teilgehäuses 2b. Bei einer Zunahme des
Überdrucks erfolgt daher eine Erhöhung der Andruckkräfte auf die der Dichtungen 15,
16. Die auf die Dichtungen 15, 16 unmittelbar wirkenden Kräfte nehmen daher zumindest
so lange mit einer Druckerhöhung zu, bis das zweite Teilgehäuse an einem Anschlag
(nicht dargestellt) gegenüber dem ersten Teilgehäuse anliegt.
[0029] Die Kraftzunahme erfolgt ausgehend von einer ersten dichtenden Position des zweiten
Teilgehäuses über einen definierten Dichtweg während kontinuierlich zunehmender Deformation
der elastischen Dichtungen 15, 16, bis der Anschlag des zweiten Teilgehäuses erreicht
ist. Der Dichtweg beträgt vorzugsweise zwischen etwa 0,4 und 1,5 mm je nach Alterungszustand
und Elastizität der Dichtungen 15, 16. Unter Berücksichtigung von Dimension und Material
der Dichtungen 15, 16 ist ein Mindestdichtweg sichergestellt, der größer ist als auftretende
Bautoleranzen und thermisch bedingte Längenänderungen der Teilgehäuse 2a, 2b.
[0030] Das zweite Teilgehäuse 2b ist vorliegend aus zwei Gehäusehälften 19, 20 zusammengesetzt,
die ihrerseits mittels einer Ringdichtung 21 aneinander abgedichtet sind. Diese Konstruktion
des zweiten Teilgehäuses 2b erlaubt eine einfache Montage und Wartung des Eintreibgerätes.
[0031] Sollte bei geschlossener und aufgeladener Brennkammer 2 der Eintreibvorgang unterbrochen
werden und eine Zündung nicht erfolgen, so kann der Überdruck mittels eines Ventilglieds
(nicht dargestellt) kontrolliert abgelassen werden, bis das zweite Teilgehäuse 2b
wieder kräftefrei bewegt werden kann.
[0032] Es versteht sich, dass das zweite Teilgehäuse 2b mit einer bekannten Sicherheitsmechanik
(nicht dargestellt) verbunden sein kann, so dass erst ein kontrolliertes Aufsetzen
des Eintreibgerätes auf ein Werkstück zu einem Verschieben des zweiten Teilgehäuses
und einem entsprechenden Schließen des Brennkammervolumens führt.
[0033] Bei dem in Fig. 3 bis Fig. 5 gezeigten zweiten Ausführungsbeispiel handelt es sich
um eine kollabierende Brennkammer. Dabei ist das erste, ortsfest zum Gehäuse 1 des
Eintreibgerätes angeordnete Teilgehäuse 2a der Brennkammer im Wesentlichen als Hohlzylinder
ausgebildet. Ein in Richtung der Kolbenachse verschiebbarer Boden bildet das zweite
Teilgehäuse 2b im Sinne der Erfindung. Entsprechend wird bei dieser Ausführungsform
nur eine einzelne axial belastete Ringdichtung 15 benötigt, um eine zuverlässige Abdichtung
zu gewährleisten.
[0034] In einer aufgespannten Position der Brennkammer 2 liegt der Boden 2b an der Dichtung
15 in axialer Richtung an. Der Boden 2b wird bei zunehmendem Überdruck mit ansteigender
Andruckkraft gegen die Dichtung 15 gedrückt. Auch hier kann analog zum vorhergehenden
Beispiel ein Anschlag ausgebildet sein, und es kann ein definierter Dichtweg mittels
der elastischen Deformierbarkeit der Dichtung 15 vorgesehen sein.
[0035] Bei Position des Bodens 2b gemäß Fig. 2 liegt ein kollabierter Zustand der Brennkammer
2 vor, in dem keine Zündung des Brennkammervolumens erfolgen kann. In diesem Zustand
befindet sich der Boden 2b außer Eingriff mit der ersten Dichtung 15.
[0036] In dem kollabierten Zustand kann dennoch eine Abdichtung des Bodens 2b gegenüber
dem ersten Teilgehäuse 2a gewünscht sein, um eine thermische Rückstellung des Eintreibkolbens
4 zu ermöglichen. Bei einer solchen Rückstellung werden die heißen Gase nach der Zündung
zunächst über die Auslassöffnung 12 auf Normaldruck reduziert, wobei der Kolben im
Rückprall die Öffnungen 12 überfährt und das Volumen in Zylinder und Brennkammer 2
wieder schließt. Im Zuge der Abkühlung entsteht nun ein Unterdruck in dem geschlossenen
Volumen, wodurch der Kolben in Richtung der Ausgangsposition gezogen wird. Um dieses
Volumen gegenüber dem Boden 2b abzudichten, ist an dem Boden eine weitere Radialdichtung
22 (Fig. 5) vorgesehen, die auf der Innenwand des ersten Teilgehäuses 2a gleitet.
[0037] Fig. 5 zeigt eine mögliche konstruktive Detailgestaltung des Bodens 2b mit den Dichtungen
15, 22. Dabei ist die erste, axial belastete Dichtung mittels eines Sicherungsringes
23 und eines Stützringes 24 am Innenumfang des ersten Teilgehäuses 2a festgelegt.
Der Boden bzw. das bewegbare zweite Teilgehäuse 2b drückt mit einer wulstförmig vorragenden
Dichtfläche gegen die elastische Dichtung 15.
[0038] Die Radialdichtung 22 ist in eine umlaufende Umfangsnut 25 des Bodens 2b eingelegt
und gleitet auf der Innenwand des ersten Teilgehäuses 2a. Da die Radialdichtung die
Druckverhältnisse nur über jeweils kurze Zeiträume abdichten muss, kann sie aus einem
harten bzw. relativ unelastischen Dichtungsmaterial bestehen.
[0039] Es versteht sich, dass auch im Fall des zweiten Ausführungsbeispiels das bewegbare
Teilgehäuse 2b bevorzugt mit einer Sicherheitsmechanik des Eintreibgerätes gekoppelt
ist.
1. Eintreibgerät, umfassend
einen in einem Zylinder (3) geführten Eintreibkolben (4) zum Eintreiben eines Nagelglieds
in ein Werkstück, und
eine an dem Eintreibkolben (4) angeordnete Brennkammer (2), die mit einem zündfähigen
Brenngasgemisch befüllbar ist,
wobei insbesondere mittels eines Aufladungsglieds (7) ein Überdruck des Brenngasgemisches
in der Brennkammer (2) erzeugbar ist,
wobei die Brennkammer zumindest ein erstes Teilgehäuse (2a) und ein zweites, zu dem
ersten Teilgehäuse (2a) in einer axialen Richtung relativ bewegbares Teilgehäuse (2b)
umfasst, und
wobei die beiden Teilgehäuse (2a, 2b) mittels zumindest einer ersten Dichtung (15)
gegeneinander abgedichtet sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dichtung (15) in der axialen Richtung mit einer Andruckkraft beaufschlagbar ist,
wobei die Andruckkraft monoton mit dem Überdruck in der Brennkammer (2) ansteigt.
2. Eintreibgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilgehäuse (2a, 2b) einen Anschlag in Ihrer relativen Bewegung aufweisen, wobei
ein abgedichteter Zustand der Teilgehäuse (2a, 2b) über die Länge eines Dichtwegs
vor einem Erreichen des Anschlags vorhanden ist.
3. Eintreibgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtweg wenigstens 0,2 mm, insbesondere wenigstens 0,4 mm, beträgt.
4. Eintreibgerät nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (15) über den gesamten Dichtweg reversibel deformiert ist.
5. Eintreibgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Teilgehäuse (2b) eine in der axialen Richtung verschiebbare Hülse ausbildet,
wobei die erste Dichtung (15) an einem ersten Ende der Hülse (2b) und eine zweite
Dichtung (16) an einem zweiten Ende der Hülse (2b) angreift.
6. Eintreibgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Überdruck die Hülse (2b) bezüglich der ersten Dichtung (15) in Schließrichtung
drückt und bezüglich der zweiten Dichtung (16) in eine entgegengesetzte Öffnungsrichtung
drückt, wobei eine resultierende Gesamtkraft in die Schließrichtung wirkt.
7. Eintreibgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Teilgehäuse (2b) einen in der axialen Richtung verschiebbaren Boden der
Brennkammer ausbildet.
8. Eintreibgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilgehäuse (2a, 2b) zusätzlich über eine zu der axialen Richtung senkrecht wirkende
Radialdichtung (22) zueinander abgedichtet sind.
9. Eintreibgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Radialdichtung (22) eine Abdichtung der Brennkammer (2) während eines thermischen
Rückholvorgangs des Eintreibkolbens (4) ausbildet.