(19)
(11) EP 3 184 249 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.06.2017  Patentblatt  2017/26

(21) Anmeldenummer: 15201878.4

(22) Anmeldetag:  22.12.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B25C 1/08(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(71) Anmelder: HILTI Aktiengesellschaft
9494 Schaan (LI)

(72) Erfinder:
  • Dittrich, Tilo
    6800 Feldkirch (AT)
  • Heeb, Norbert
    9470 Buchs (CH)
  • Bruggmueller, Peter
    6719 Bludesch (AT)
  • Sperrfechter, Thomas
    7214 Grüsch (CH)
  • Schmidt, Dominik
    9470 Buchs (CH)

(74) Vertreter: Hilti Aktiengesellschaft Corporate Intellectual Property 
Feldkircherstrasse 100 Postfach 333
9494 Schaan
9494 Schaan (LI)

   


(54) BRENNGASBETRIEBENES EINTREIBGERÄT MIT AUFLADUNG


(57) Die Erfindung betrifft ein Eintreibgerät, umfassend einen in einem Zylinder (3) geführten Eintreibkolben (4) zum Eintreiben eines Nagelglieds in ein Werkstück, und eine an dem Eintreibkolben (4) angeordnete Brennkammer (2), die mit einem zündfähigen Brenngasgemisch befüllbar ist, wobei insbesondere mittels eines Aufladungsglieds (7) ein Überdruck des Brenngasgemisches in der Brennkammer (2) erzeugbar ist, wobei die Brennkammer zumindest ein erstes Teilgehäuse (2a) und ein zweites, zu dem ersten Teilgehäuse (2a) in einer axialen Richtung relativ bewegbares Teilgehäuse (2b) umfasst, und wobei die beiden Teilgehäuse (2a, 2b) mittels zumindest einer ersten Dichtung (15) gegeneinander abgedichtet sind, wobei die Dichtung (15) in der axialen Richtung mit einer Andruckkraft beaufschlagbar ist, wobei die Andruckkraft monoton mit dem Überdruck in der Brennkammer (2) ansteigt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Eintreibgerät, insbesondere ein handgeführtes Eintreibgerät, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] EP 1 995 022 A1 beschreibt ein aufladbares Eintreibgerät, bei dem eine Brennkammer einen ersten, gehäusefesten Brennkammerteil und einen zweiten, nach Art einer Hülse verschiebbaren Brennkammerteil umfasst. Die Brennkammerteile werden in einer geschlossenen Position mittels radial wirkender Dichtungsringe gegeneinander abgedichtet.

[0003] Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Eintreibgerät anzugeben, das einen hohen Ladedruck der Brennkammer erlaubt.

[0004] Diese Aufgabe wird für ein eingangs genanntes Eintreibgerät erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Durch das Vorsehen der in axialer Richtung mit einer Andruckkraft beaufschlagbaren Dichtung, wobei die Andruckkraft monoton mit dem Überdruck in der Brennkammer ansteigt, ist eine grundsätzlich verbesserte Abdichtung ermöglicht. Insbesondere wird durch das Ansteigen der Andruckkraft eine selbstverstärkende Abdichtung der Brennkammer erzielt. Zudem kann durch eine solche Dichtungsanordnung die Reibung zwischen der Dichtung und den bewegbaren Teilgehäusen verringert werden. Ein alterungsbedingter Materialzustand der Dichtung hat daher allenfalls einen nachrangigen Einfluss auf die Abdichtung.

[0005] Unter einem Teilgehäuse der Brennkammer wird vorliegend jedes einen Wandabschnitt der geschlossenen Brennkammer ausbildende Element außer dem Eintreibkolben selbst angesehen. Bei vielen Bauarten von Eintreibgeräten wird die relative Bewegung solcher Teilgehäuse zum Schließen und/oder Aufspannen der Brennkammer genutzt, wobei die Bewegung mit einer Sicherheitsmechanik gekoppelt ist, die ein korrektes Aufsetzen des Gerätes auf ein Werkstück erfordert. Zumeist umfasst das erste Teilgehäuse dabei Elemente, die ortsfest bezüglich eines Gerätegehäuses angeordnet sind, wobei das zweite Teilgehäuse gegenüber dem ersten Teilgehäuse axial verschiebbar ist. Allgemein bevorzugt ist die axiale Richtung dabei identisch mit einer Kolbenachse des Eintreibkolbens, wodurch der mechanische Aufbau insgesamt vereinfacht wird.

[0006] Unter einem monotonen Anstieg der Andruckkraft mit dem Überdruck wird verstanden, dass zumindest über einen Bereich eines betriebsgemäßen Überdrucks der Brennkammer ein Anstieg der auf die Dichtung in axialer Richtung wirkenden Kraft einhergeht.

[0007] Unter einem Überdruck des Brenngasgemisches im Sinne der Erfindung wird ein erhöhter Druck zur Steigerung der Eintreibenergie verstanden. Auch bei herkömmlichen, nicht aufgeladenen Geräten liegt der Druck des Brenngasgemisches meist etwas oberhalb eines Umgebungsdrucks, da das unter Druck stehende Brenngas zu der unter Atmosphärendruck stehenden Luft in der Brennkammer hinzugefügt wird. Dabei handelt es sich nur um eine geringe Druckerhöhung. Ein Überdruck im Sinne der Erfindung liegt bevorzugt um wenigstens 100 mbar, besonders bevorzugt um wenigstens 200 mbar über dem Atmosphärendruck.

[0008] Unter einer axialen Belastung der Dichtung wird im Sinne der Erfindung eine Kraftbeaufschlagung der Dichtung durch eine Dichtfläche verstanden, deren Kraftkomponente in der axialen Richtung zumindest gleich groß oder größer ist als eine dazu senkrechte, radial gerichtete Kraftkomponente. Bevorzugt ist die axiale Kraftkomponente wenigstens doppelt so groß, besonders bevorzugt wenigstens dreimal so groß wie die radiale Komponente.

[0009] Allgemein bevorzugt, aber nicht notwendig besteht die Dichtung aus einem Polymer, bevorzugt einem Elastomer. Bei einem bevorzugten Elastomer kann es sich zum Beispiel um ein Naturkautschuk, ein Silikonkautschuk, einen Fluorkautschuk oder ein sonstiges fluoriertes Elastomer handeln. Solche Dichtungen haben eine hohe Dichtwirkung bei guter Toleranz gegenüber Verunreinigung oder Alterung der Dichtflächen. Allgemein bevorzugt ist die axial belastete Dichtung als geschlossene Ringdichtung ausgeformt.

[0010] Bei einer allgemein vorteilhaften Weiterbildung weisen die Teilgehäuse einen Anschlag in Ihrer relativen Bewegung auf, wobei ein abgedichteter Zustand der Teilgehäuse über die Länge eines Dichtwegs vor einem Erreichen des Anschlags vorhanden ist. Unter einem Dichtweg wird dabei die Distanz in der axialen Richtung zwischen einem Beginn der Dichtwirkung und einem mechanisch definierten Ende bzw. dem Anschlag der Bewegung verstanden. Dies erlaubt eine zuverlässige Abdichtung auch im Hinblick auf thermisch oder sonstig bedingte Längenänderungen bzw. Toleranzen. Der Dichtweg ist dabei zweckmäßig größer als der Bereich der auftretenden Toleranzen. In bevorzugter Detailgestaltung beträgt der Dichtweg wenigstens 0,2 mm, besonders bevorzugt wenigstens 0,4 mm. Besonders bevorzugt beträgt der Dichtweg zwischen 0,2 mm und 1,5 mm.

[0011] Auf einfache Weise kann ein solcher Dichtweg dadurch erreicht werden, dass die Dichtung über den gesamten Dichtweg reversibel deformiert ist. Bei alternativen oder ergänzenden Ausführungsformen kann zur Erreichung des definierten Dichtwegs auch vorgesehen sein, dass ein Wandteil eines der Teilgehäuse federelastisch deformierbar ist oder als Anschlag dient.

[0012] Bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass das zweite Teilgehäuse eine in der axialen Richtung verschiebbare Hülse ausbildet, wobei die erste Dichtung an einem ersten Ende der Hülse und eine zweite Dichtung an einem zweiten Ende der Hülse angreift. Dies erlaubt eine großflächige Öffnung der Brennkammer durch einfaches Verschieben des zweiten Teilgehäuses. Bevorzugt ist dabei vorgesehen, dass der Überdruck die Hülse bezüglich der ersten Dichtung in Schließrichtung drückt und bezüglich der zweiten Dichtung in eine entgegengesetzte Öffnungsrichtung drückt, wobei eine resultierende Gesamtkraft in die Schließrichtung wirkt. Dies kann zum Beispiel dadurch erreicht werden, dass die erste Dichtung in axialer Projektion eine größere Fläche umfängt als die zweite Dichtung.

[0013] Bei einer zweiten Ausführungsform der Erfindung bildet das zweite Teilgehäuse einen in der axialen Richtung verschiebbaren Boden der Brennkammer aus. Durch diese Konstruktion kann die Brennkammer bei einem Verschieben der Teilgehäuse ein veränderliches, aber geschlossenes Volumen ausbilden.

[0014] Allgemein vorteilhaft kann es vorgesehen sein, dass die Teilgehäuse zusätzlich über eine zu der axialen Richtung senkrecht wirkende Radialdichtung zueinander abgedichtet sind. Die Radialdichtung erlaubt dabei ein Verschieben der Teilgehäuse zueinander, ohne dass eine Abdichtung vollständig aufgehoben wird. Bei einer bevorzugten Weiterbildung ist dabei vorgesehen, dass die Radialdichtung eine Abdichtung der Brennkammer während eines thermischen Rückholvorgangs des Eintreibkolbens ausbildet. Dies erlaubt eine einfache Konstruktion des Gerätes bezüglich einer Kolbenrückführung. Dabei kühlen die heißen Reaktionsprodukte des Brenngases nach dem Eintreibvorgang in dem geschlossenen Volumen der Brennkammer ab, was zu einem Unterdruck und einer entsprechenden Rückstellkraft führt. Die Radialdichtung ist dabei nur relativ geringen Druckdifferenzen ausgesetzt, während die erste Dichtung sich zugleich außer Eingriff mit den Teilgehäusen befinden kann.

[0015] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie aus den abhängigen Ansprüchen.

[0016] Nachfolgend werden mehrere bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben und anhand der anliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1
zeigt eine schematische Schnittansicht eines Eintreibgerätes gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung in einem Zustand mit geöffneter Brennkammer.
Fig. 2
zeigt eine Detailansicht der Brennkammer des Eintreibgerätes aus Fig. 1 in einem geschlossenen Zustand.
Fig. 3
zeigt eine schematische Schnittansicht eines Eintreibgerätes gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung in einem Zustand mit aufgeladener Brennkammer.
Fig. 4
zeigt das Eintreibgerät aus Fig. 2 mit teilweise kollabierter Brennkammer.
Fig. 5
zeigt eine Schnittansicht einer Detailgestaltung der Brennkammer des Eintreibgerätes aus Fig. 3.


[0017] Das Eintreibgerät aus Fig. 1 ist ein handgeführtes Gerät, umfassend ein Gehäuse 1 und eine darin aufgenommene Brennkammer 2. An die Brennkammer 2 grenzt ein Zylinder 3 mit einem darin geführten Eintreibkolben 4 an. Der Eintreibkolben 4 umfasst einen Eintreibstößel 5 zum Eintreiben eines Nagelglieds (nicht dargestellt) in ein nicht dargestelltes Werkstück. Ein zündfähiges Brenngasgemisch wird vorliegend mittels eines Brenngasspeichers 6 in die Brennkammer 2 eingebracht. Das Brenngasgemisch wird dabei mittels eines Aufladungsglieds 7 auf einen Überdruck komprimiert. Das Aufladungsglied ist als elektrisch angetriebener und über einen Akku 8 versorgter Kompressor ausgebildet, welcher als integraler Bestandteil des Eintreibgeräts innerhalb des Gehäuses 1 angeordnet ist. Bei weiteren Ausführungsformen ist das Aufladungsglied eine von dem Eintreibgerät abgetrennte Vorrichtung. Bei anderen Ausführungsformen kann eine Aufladung auch mittels einer insbesondere durch Verbrennung angetriebenen Rückstellung des Eintreibkolbens 4 oder auf sonstige Weise erfolgen.

[0018] Das Brenngas wird über ein Dosierventil 9 von dem Brenngasspeicher 6 in die Luft der Brennkammer 2 eingebracht. Die Brenngasinjektion kann je nach Anforderungen in die noch nicht komprimierte, teilkomprimierte oder auch vollständig komprimierte Luft erfolgen.

[0019] Im vollständig rückgestellten Zustand (siehe Fig. 1) wird der Eintreibkolben 4 durch einen Kolbenhalter (nicht dargestellt) gegen den Überdruck in der Brennkammer gehalten.

[0020] Bei beladener Brennkammer kann dann über einen handbetätigten Trigger 10 eine Zündung des Brenngasgemisches über eine Zündkerze ausgelöst werden, so dass der Eintreibkolben 4 vorgetrieben wird und über den Eintreibstößel 5 das Nagelglied (nicht dargestellt) aus einem Magazin 11 in das Werkstück eintreibt. Die Abgase des gezündeten und expandierten Brenngases können zum Ende des Weges des Eintreibkolbens über Auslassöffnungen 12 in den Außenraum eintreten.

[0021] In der Brennkammer 2 ist ein elektrischer Ventilator 13 angeordnet, der für eine bessere Durchmischung des Brenngases und/oder eine effektive Spülung der Brennkammer verwendet wird. Vorliegend ist der gesamte Ventilator mit Antriebsmotor 13a innerhalb der Brennkammer positioniert, so dass die elektrischen Zuleitungen 13b über eine druckdichte Durchführung nach außen geleitet sind. Der Antriebsmotor 13a ist in einem zusätzlichen Schutzgehäuse 13c innerhalb der Brennkammer aufgenommen, in dem insbesondere Dämpfungsmaterial zum Schutz des Motors vor hohen Beschleunigungen vorgesehen sein kann. Die Brennkammer 2 ist im zündfähigen Zustand als geschlossener Raum zu verstehen, dessen Wand von mehreren Teilen bzw. Abschnitten gebildet wird. Einer der Abschnitte wird von dem Eintreibkolben 4 gebildet, der nach der Zündung in Richtung einer Kolbenachse A beschleunigt wird.

[0022] Ein weiterer Abschnitt wird von einem ersten Teilgehäuse 2a der Brennkammer 2 gebildet, das aus ortsfest gegenüber dem Gehäuse 1 positionierten Elementen besteht.

[0023] Ein zweites Teilgehäuse 2b der Brennkammer 2 ist als gegenüber dem ersten Teilgehäuse 2a bewegbare Hülse ausgebildet. Das zweite Teilgehäuse 2b ist vorliegend ausschließlich linear und in Richtung der Kolbenachse A axial verschiebbar.

[0024] Die Hülse 2a umfasst an axial gegenüberliegenden Enden radial vorragende Kragen 14, an denen Dichtflächen zur Anlage an einer ersten Dichtung 15 und an einer zweiten Dichtung 16 ausgebildet sind.

[0025] Die Dichtungen 15, 16 sind vorliegend jeweils an einem ersten radial erstreckten Wandabschnitt 17 und an einem zweiten radial erstreckten Wandabschnitt 18 des ersten Teilgehäuses 2a aufgenommen. Alternativ kann jede der Dichtungen auch an dem bewegbaren, zweiten Teilgehäuse aufgenommen sein. Die Dichtungen 15, 16 bestehen aus einem Elastomer und sind als umlaufenden Ringdichtungen ausgebildet.

[0026] Wird das zweite Teilgehäuse in Schließrichtung verschoben (Richtung nach rechts in Fig. 1 und Fig. 2), so kommen die Dichtflächen der Teilgehäuse 2a, 2b in axialer Richtung zur Anlage an den Dichtungen 15, 16. Entsprechend wirkt eine Andruckkraft in der axialen Richtung auf die Dichtungen 15, 16.

[0027] Ein Überdruck in der Brennkammer wirkt in der geschlossenen Position des zweiten Teilgehäuses auf die eine Dichtung 15 in Öffnungsrichtung und auf die andere Dichtung 16 in Schließrichtung. Dabei sind die axialen Projektionen der Flächen F1, F2, die von den Dichtungen 15, 16 umfangen werden, unterschiedlich groß. Die Fläche F2 der ersten Dichtung 15, die durch den Überdruck in Schließrichtung der Hülse belastet wird, ist deutlich größer als die Fläche F1 der zweiten Dichtung 16, die vom Überdruck in Öffnungsrichtung der Hülse entlastet wird.

[0028] In der Summe der angreifenden Druckkräfte resultiert daher durch den Überdruck eine Andruckkraft in Schließrichtung des zweiten Teilgehäuses 2b. Bei einer Zunahme des Überdrucks erfolgt daher eine Erhöhung der Andruckkräfte auf die der Dichtungen 15, 16. Die auf die Dichtungen 15, 16 unmittelbar wirkenden Kräfte nehmen daher zumindest so lange mit einer Druckerhöhung zu, bis das zweite Teilgehäuse an einem Anschlag (nicht dargestellt) gegenüber dem ersten Teilgehäuse anliegt.

[0029] Die Kraftzunahme erfolgt ausgehend von einer ersten dichtenden Position des zweiten Teilgehäuses über einen definierten Dichtweg während kontinuierlich zunehmender Deformation der elastischen Dichtungen 15, 16, bis der Anschlag des zweiten Teilgehäuses erreicht ist. Der Dichtweg beträgt vorzugsweise zwischen etwa 0,4 und 1,5 mm je nach Alterungszustand und Elastizität der Dichtungen 15, 16. Unter Berücksichtigung von Dimension und Material der Dichtungen 15, 16 ist ein Mindestdichtweg sichergestellt, der größer ist als auftretende Bautoleranzen und thermisch bedingte Längenänderungen der Teilgehäuse 2a, 2b.

[0030] Das zweite Teilgehäuse 2b ist vorliegend aus zwei Gehäusehälften 19, 20 zusammengesetzt, die ihrerseits mittels einer Ringdichtung 21 aneinander abgedichtet sind. Diese Konstruktion des zweiten Teilgehäuses 2b erlaubt eine einfache Montage und Wartung des Eintreibgerätes.

[0031] Sollte bei geschlossener und aufgeladener Brennkammer 2 der Eintreibvorgang unterbrochen werden und eine Zündung nicht erfolgen, so kann der Überdruck mittels eines Ventilglieds (nicht dargestellt) kontrolliert abgelassen werden, bis das zweite Teilgehäuse 2b wieder kräftefrei bewegt werden kann.

[0032] Es versteht sich, dass das zweite Teilgehäuse 2b mit einer bekannten Sicherheitsmechanik (nicht dargestellt) verbunden sein kann, so dass erst ein kontrolliertes Aufsetzen des Eintreibgerätes auf ein Werkstück zu einem Verschieben des zweiten Teilgehäuses und einem entsprechenden Schließen des Brennkammervolumens führt.

[0033] Bei dem in Fig. 3 bis Fig. 5 gezeigten zweiten Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine kollabierende Brennkammer. Dabei ist das erste, ortsfest zum Gehäuse 1 des Eintreibgerätes angeordnete Teilgehäuse 2a der Brennkammer im Wesentlichen als Hohlzylinder ausgebildet. Ein in Richtung der Kolbenachse verschiebbarer Boden bildet das zweite Teilgehäuse 2b im Sinne der Erfindung. Entsprechend wird bei dieser Ausführungsform nur eine einzelne axial belastete Ringdichtung 15 benötigt, um eine zuverlässige Abdichtung zu gewährleisten.

[0034] In einer aufgespannten Position der Brennkammer 2 liegt der Boden 2b an der Dichtung 15 in axialer Richtung an. Der Boden 2b wird bei zunehmendem Überdruck mit ansteigender Andruckkraft gegen die Dichtung 15 gedrückt. Auch hier kann analog zum vorhergehenden Beispiel ein Anschlag ausgebildet sein, und es kann ein definierter Dichtweg mittels der elastischen Deformierbarkeit der Dichtung 15 vorgesehen sein.

[0035] Bei Position des Bodens 2b gemäß Fig. 2 liegt ein kollabierter Zustand der Brennkammer 2 vor, in dem keine Zündung des Brennkammervolumens erfolgen kann. In diesem Zustand befindet sich der Boden 2b außer Eingriff mit der ersten Dichtung 15.

[0036] In dem kollabierten Zustand kann dennoch eine Abdichtung des Bodens 2b gegenüber dem ersten Teilgehäuse 2a gewünscht sein, um eine thermische Rückstellung des Eintreibkolbens 4 zu ermöglichen. Bei einer solchen Rückstellung werden die heißen Gase nach der Zündung zunächst über die Auslassöffnung 12 auf Normaldruck reduziert, wobei der Kolben im Rückprall die Öffnungen 12 überfährt und das Volumen in Zylinder und Brennkammer 2 wieder schließt. Im Zuge der Abkühlung entsteht nun ein Unterdruck in dem geschlossenen Volumen, wodurch der Kolben in Richtung der Ausgangsposition gezogen wird. Um dieses Volumen gegenüber dem Boden 2b abzudichten, ist an dem Boden eine weitere Radialdichtung 22 (Fig. 5) vorgesehen, die auf der Innenwand des ersten Teilgehäuses 2a gleitet.

[0037] Fig. 5 zeigt eine mögliche konstruktive Detailgestaltung des Bodens 2b mit den Dichtungen 15, 22. Dabei ist die erste, axial belastete Dichtung mittels eines Sicherungsringes 23 und eines Stützringes 24 am Innenumfang des ersten Teilgehäuses 2a festgelegt. Der Boden bzw. das bewegbare zweite Teilgehäuse 2b drückt mit einer wulstförmig vorragenden Dichtfläche gegen die elastische Dichtung 15.

[0038] Die Radialdichtung 22 ist in eine umlaufende Umfangsnut 25 des Bodens 2b eingelegt und gleitet auf der Innenwand des ersten Teilgehäuses 2a. Da die Radialdichtung die Druckverhältnisse nur über jeweils kurze Zeiträume abdichten muss, kann sie aus einem harten bzw. relativ unelastischen Dichtungsmaterial bestehen.

[0039] Es versteht sich, dass auch im Fall des zweiten Ausführungsbeispiels das bewegbare Teilgehäuse 2b bevorzugt mit einer Sicherheitsmechanik des Eintreibgerätes gekoppelt ist.


Ansprüche

1. Eintreibgerät, umfassend
einen in einem Zylinder (3) geführten Eintreibkolben (4) zum Eintreiben eines Nagelglieds in ein Werkstück, und
eine an dem Eintreibkolben (4) angeordnete Brennkammer (2), die mit einem zündfähigen Brenngasgemisch befüllbar ist,
wobei insbesondere mittels eines Aufladungsglieds (7) ein Überdruck des Brenngasgemisches in der Brennkammer (2) erzeugbar ist,
wobei die Brennkammer zumindest ein erstes Teilgehäuse (2a) und ein zweites, zu dem ersten Teilgehäuse (2a) in einer axialen Richtung relativ bewegbares Teilgehäuse (2b) umfasst, und
wobei die beiden Teilgehäuse (2a, 2b) mittels zumindest einer ersten Dichtung (15) gegeneinander abgedichtet sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dichtung (15) in der axialen Richtung mit einer Andruckkraft beaufschlagbar ist, wobei die Andruckkraft monoton mit dem Überdruck in der Brennkammer (2) ansteigt.
 
2. Eintreibgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilgehäuse (2a, 2b) einen Anschlag in Ihrer relativen Bewegung aufweisen, wobei ein abgedichteter Zustand der Teilgehäuse (2a, 2b) über die Länge eines Dichtwegs vor einem Erreichen des Anschlags vorhanden ist.
 
3. Eintreibgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtweg wenigstens 0,2 mm, insbesondere wenigstens 0,4 mm, beträgt.
 
4. Eintreibgerät nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung (15) über den gesamten Dichtweg reversibel deformiert ist.
 
5. Eintreibgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Teilgehäuse (2b) eine in der axialen Richtung verschiebbare Hülse ausbildet, wobei die erste Dichtung (15) an einem ersten Ende der Hülse (2b) und eine zweite Dichtung (16) an einem zweiten Ende der Hülse (2b) angreift.
 
6. Eintreibgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Überdruck die Hülse (2b) bezüglich der ersten Dichtung (15) in Schließrichtung drückt und bezüglich der zweiten Dichtung (16) in eine entgegengesetzte Öffnungsrichtung drückt, wobei eine resultierende Gesamtkraft in die Schließrichtung wirkt.
 
7. Eintreibgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Teilgehäuse (2b) einen in der axialen Richtung verschiebbaren Boden der Brennkammer ausbildet.
 
8. Eintreibgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilgehäuse (2a, 2b) zusätzlich über eine zu der axialen Richtung senkrecht wirkende Radialdichtung (22) zueinander abgedichtet sind.
 
9. Eintreibgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Radialdichtung (22) eine Abdichtung der Brennkammer (2) während eines thermischen Rückholvorgangs des Eintreibkolbens (4) ausbildet.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente