[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Offenendspinnvorrichtung einer Rotorspinnmaschine
mit einem Spinnrotor mit einer Rotortasse und einem Rotorschaft, mit einem Einzelantrieb
zum Antreiben des Spinnrotors über den Rotorschaft, mit einer Lagerung, insbesondere
einer Magnetlagerung, in welcher der Spinnrotor über seinen Rotorschaft unter Ausbildung
eines Lagerspaltes berührungslos gelagert ist, mit einem mit Unterdruck beaufschlagbaren
Rotorgehäuse, in welchem die Rotortasse des Spinnrotors angeordnet ist, und mit einem
mit dem Rotorgehäuse verbundenen Antriebsgehäuse, in welchem der Einzelantrieb und
die Lagerung des Spinnrotors angeordnet sind, wobei der Rotorschaft sich durch eine
Verbindungsöffnung zwischen dem Rotorgehäuse und dem Antriebsgehäuse von dem Rotorgehäuse
bis in das Antriebsgehäuse erstreckt.
[0002] Offenendspinnvorrichtungen sind im Stand der Technik in vielfältigen Ausführungen
bekannt geworden. Aufgrund der Forderung nach einer ständig steigenden Produktivität
besitzen heutige Offenendspinnmaschinen wesentlich mehr Spinnvorrichtungen als frühere
Maschinen, deren Spinnrotoren mit sehr hohen Drehzahlen von über 130 000 1/min umlaufen.
Dem Antrieb und der Lagerung solcher schnell laufenden Spinnrotoren kommt daher eine
erhebliche Bedeutung zu. Zunehmend werden derartige Rotoren daher mit einem elektromotorischen
Einzelantrieb angetrieben. Zur Lagerung von Offenendspinnrotoren sind berührungslose
Lagerungen wie Magnetlagerungen und Luftlager bekannt geworden, die sich besser für
sehr hohe Drehzahlen eignen als die bekannten Lagerungen mit Stützscheiben.
[0003] Die Lagerung und der Einzelantrieb werden bei solchen Offenendspinnvorrichtungen
in einem Antriebsgehäuse angeordnet, das an das im Betrieb unter Unterdruck stehende
Rotorgehäuse angeschlossen ist und den Antrieb und die Lagerung des Spinnrotors vor
Verunreinigungen durch Staub und Faserflug schützt. Der Rotorschaft erstreckt sich
dabei durch eine Verbindungsöffnung zwischen Antriebsgehäuse und Rotorgehäuse, so
dass zwischen den beiden Gehäusen keine vollständige Abdichtung möglich ist. Somit
baut sich während des Spinnbetriebs auch im Antriebsgehäuse ein Unterdruck auf. Dabei
kann es vorkommen, dass beispielsweise durch kleine Spalte zwischen Gehäusewänden
verschmutzte Luft aus der Umgebung in den Antriebs- und Lagerbereich gesaugt wird.
Wird nun das unter Unterdruck stehende Rotorgehäuse beispielsweise zur Durchführung
von Wartungstätigkeiten geöffnet, so findet dort ein plötzlicher Druckausgleich statt,
während im angrenzenden Antriebsgehäuse noch immer ein gewisser Unterdruck herrscht.
Auch dabei können Verunreinigungen aus der Umgebung, insbesondere aus dem Rotorgehäuse,
in das Antriebsgehäuse eingesaugt werden. Gelangen diese in den Einzelantrieb des
Spinnrotors oder in die Lagerung, so kann dies bis zu einem Versagen sowohl der Lagerung
als auch des Antriebes führen.
[0004] Die
EP 2 069 562 A1 schlägt daher vor, das Antriebsgehäuse mit einem zusätzlichen Lufteinlass zu versehen
und vor dem Öffnen des Rotorgehäuses dem Antriebsgehäuse Druckluft zuzuführen, um
dort bereits vor dem Öffnen des Rotorgehäuses einen Druckausgleich durchzuführen.
Hierdurch kann das Einsaugen von Verunreinigungen jedoch nur beim Öffnen des Rotorgehäuses
vermieden werden.
[0005] Gemäß der
DE 10 2012 005 390 A1 weist das Antriebsgehäuse eine Öffnung auf, über die es mit der Umgebungsluft in
Verbindung steht. Die Öffnung ist mit einem Filter versehen, so dass von außen gereinigte
Luft in das Antriebsgehäuse gelangen kann und das Ansaugen von Verschmutzungen vermieden
wird. Allerdings ist dabei darauf zu achten, dass über die Öffnung nur so viel Luft
in das Antriebsgehäuse gelangt, dass im Rotorgehäuse noch immer ein ausreichender
Unterdruck aufrechterhalten wird.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Offenendspinnvorrichtung vorzuschlagen,
welche in einfacher Weise Beschädigungen der Lagerung und des Antriebs durch eingesaugte
Verunreinigungen vermeidet.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Offenendspinnvorrichtung mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1.
[0008] Eine Offenendspinnvorrichtung einer Rotorspinnmaschine weist einen Spinnrotor mit
einer Rotortasse und einem Rotorschaft, einen Einzelantrieb zum Antreiben des Spinnrotors
über den Rotorschaft sowie eine Lagerung, insbesondere eine Magnetlagerung, auf, in
welcher der Spinnrotor über seinen Rotorschaft unter Ausbildung eines Lagerspaltes
berührungslos gelagert ist. Weiterhin weist die Offenendspinnvorrichtung ein mit Unterdruck
beaufschlagbares Rotorgehäuse, in welchem die Rotortasse des Spinnrotors angeordnet
ist, sowie ein mit dem Rotorgehäuse verbundenes Antriebsgehäuse auf, in welchem der
Einzelantrieb und die Lagerung des Spinnrotors angeordnet sind. Der Rotorschaft erstreckt
sich dabei durch eine Verbindungsöffnung zwischen dem Rotorgehäuse und dem Antriebsgehäuse
von dem Rotorgehäuse bis in das Antriebsgehäuse. Es ist nun vorgesehen, dass die Offenendspinnvorrichtung
eine Luftleitung beinhaltet, die mit der Umgebungsluft in Verbindung steht und deren
erstes Ende in den Lagerspalt der Lagerung und/oder in das Antriebsgehäuse mündet.
[0009] Dadurch, dass die Luftzuführung als Luftleitung ausgebildet ist, kann die Luftleitung
in vorteilhafter Weise durch das Antriebsgehäuse verlaufen und direkt dorthin gelegt
werden, wo aufgrund eines ggf. auch nur lokalen Unterdrucks das Eindringen von Verunreinigungen
zu erwarten wäre. Dennoch besteht dabei aufgrund der Ausführung als Luftleitung keine
Gefahr einer Verschmutzung des Antriebsgehäuses. Zudem kann die Offenendspinnvorrichtung
besonders einfach gewartet werden, da die Luftleitung einfach gereinigt oder ausgetauscht
werden kann. Unter einer Luftleitung wird dabei im Rahmen der vorliegenden Erfindung
ein von dem Antriebsgehäuse separates Element, beispielsweise eine Rohrleitung oder
Schlauchleitung verstanden. Die Luftleitung ist somit kein integraler Bestandteil
des Antriebsgehäuses bzw. ist nicht einteilig mit diesem ausgebildet.
[0010] Wenn die Luftleitung in den Lagerspalt mündet, kann die zugeführte Luftmenge ohne
weitere Aufwendungen sehr klein gehalten werden, so dass das Unterdruckniveau im Rotorgehäuse
nicht beeinträchtigt wird und ein energiesparender Betrieb der Offenendspinnvorrichtung
möglich ist. Dabei bildet sich im Lagerspalt eine Luftströmung aus, die eine weitere
Ausbreitung des Unterdrucks in das Antriebsgehäuse zumindest teilweise verhindert.
Es kann somit verhindert werden, dass Verschmutzungen aus der Umgebung in den oder
die Lagerspalte gelangen.
[0011] Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn ein zweites Ende der Luftleitung mit einem
Filterelement versehen ist, da das Eindringen von Verunreinigungen durch die zugeführte
Umgebungsluft hierdurch vermieden werden kann. Eine Verschmutzung der Lagerspalte
ist in besonderem Maße kritisch, da die Gefahr einer Verkleinerung bzw. eines Zusetzens
des Lagerspaltes besteht. Die Lageregelung des Spinnrotors in der Lagerung ist in
diesem Fall erschwert und die Lagerung kann nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren.
Durch das Zuführen von gefilterter Umgebungsluft direkt in den Lagerspalt kann das
Ansaugen verschmutzter Luft aus der Umgebung nahezu vollständig vermieden werden.
[0012] Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn der Lagerspalt gegenüber der Lagerung und
dem Einzelantrieb weitgehend luftdicht abgeschlossen ist. Die Fortpflanzung des Unterdrucks
aus dem Rotorgehäuse in das Antriebsgehäuse beschränkt sich in diesem Fall auf die
Lagerspalte, die über die Verbindungsöffnung mit dem Rotorgehäuse in Verbindung stehen.
Da Luft aus der Umgebung nur über die Luftleitung mit dem Filterelement in den Lagerspalt
strömen kann, kann das Einsaugen von Verschmutzungen aus der Umgebung somit vollständig
vermieden werden.
[0013] Vorteilhaft ist es weiterhin, wenn das zweite Ende der Luftleitung an einer Vorderseite
der Offenendspinnvorrichtung mündet. Dort ist das Filterelement gut zugänglich und
kann somit leicht gereinigt oder ausgetauscht werden. Dabei kann die Abreinigung bzw.
Wartung des Filterelementes sowohl manuell als auch durch eine verfahrbare Wartungsvorrichtung
der Spinnmaschine vorgenommen werden.
[0014] Nach einer ersten Ausführung mündet das zweite Ende der Luftleitung auf der Vorderseite
des Rotorgehäuses und ist im Betrieb durch einen Deckel des Rotorgehäuses abgedeckt.
In diesem Fall wirkt der Rotorgehäusedeckel als Ventil und der Lagerspalt erhält erst
beim Öffnen des Rotorgehäuses eine Verbindung zur Umgebungsluft. Es kann dadurch beim
Öffnen des Rotorgehäuses ein Druckausgleich in dem Lagerspalt erreicht werden und
das Ansaugen verschmutzter Luft aus dem Rotorgehäuse oder der Umgebung vermieden werden.
[0015] Besonders vorteilhaft ist es jedoch, wenn das zweite Ende der Luftleitung außerhalb
des Deckels des Rotorgehäuses an der Vorderseite der Offenendspinnvorrichtung mündet.
Dem Lagerspalt kann somit über die Luftleitung unabhängig von einem Öffnen des Rotorgehäuses
Umgebungsluft zugeführt werden.
[0016] Vorteilhaft ist es dabei, wenn der Lagerspalt über die Luftleitung ständig mit Umgebungsluft
in Verbindung steht, so dass ständig ein definierter Luftstrom mit gefilterter Luft
durch die Lagerung vorhanden ist. Der Lagerspalt wird hierdurch während des Betriebs
ständig gespült, so dass in den Lagerspalt gelangte Fasern und Verunreinigungen sich
nicht festsetzten können, sondern unmittelbar abtransportiert werden. Daneben kann
durch den definierten Luftstrom auch eine Kühlung des Antriebs und der Lagerung erreicht
werden.
[0017] Nach einer weiteren Weiterbildung der Offenendspinnvorrichtung ist das Filterelement
austauschbar an der Vorderseite der Offenendspinnvorrichtung festgelegt. Der Austausch
ist hierdurch besonders einfach ohne Öffnen der Spinnvorrichtung möglich und kann
aufgrund der guten Zugänglichkeit auch automatisiert durch eine verfahrbare Wartungseinrichtung
erfolgen.
[0018] Eine besonders vorteilhafte Ausführung der Offenendspinnvorrichtung sieht weiterhin
vor, dass das erste Ende der Luftleitung an einem der Rotortasse abgewandten Ende
des Rotorschaftes, insbesondere im Bereich eines Axiallagers der Lagerung, in den
Lagerspalt mündet. Hierdurch kann neben einer guten Reinigungswirkung eine besonders
gute Kühlwirkung erzielt werden.
[0019] Vorteilhaft ist es dabei, wenn das erste Ende der Luftleitung im Bereich einer Rückwand
des Antriebsgehäuses, insbesondere in einem das Axiallager enthaltenden Gehäusedeckel,
mündet. Die Ausführung des Antriebsgehäuses kann hierdurch konstruktiv einfach erfolgen,
da die Unterbringung der Luftleitung nicht berücksichtigt werden muss. Zudem ist es
hierdurch in besonders einfacher Weise auch möglich, eine Luftleitung mit Filter an
einer Offenendspinnvorrichtung nachzurüsten, da lediglich der Gehäusedeckel getauscht
werden muss. Je nach Ausführung kann es auch vorteilhaft sein, wenn das erste Ende
der Luftleitung in einem das Axiallager enthaltenden Gehäusedeckel mündet. Die Luftzufuhr
kann in diesem Fall beispielsweise auch direkt in den Axiallagerspalt erfolgen.
[0020] Vorteilhaft ist es dabei, wenn die Lagerung ein aktives Magnetlager als Axiallager
und/oder zwei aktive Magnetlager als Radiallager beinhaltet. beinhaltet. Denkbar ist
jedoch auch, die Erfindung beispielsweise in Kombination mit einem Axialluftlager
oder einem sonstigen Axiallager einzusetzen. Da beim Stillsetzen der Offenendspinnvorrichtung
auch die Luftzufuhr eines Luftlagers unterbrochen wird, kann auch hier ein Unterdruck
mit der die Gefahr des Eindringens von Fasern und Verunreinigungen aus der Umgebung
vorhanden sein.
[0021] Weitere Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgenden Ausführungsbeispiele
beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Offenendspinnvorrichtung einer Rotorspinnmaschine in einer Seitenansicht in einer
schematischen Übersichtsdarstellung,
- Figur 2-4
- verschiedene Ausführungen einer Offenendspinnvorrichtung mit einer Luftleitung in
den Lagerspalt, sowie
- Figur 5
- eine Ausführung einer Offenendspinnvorrichtung mit einer Luftleitung in das Antriebsgehäuse.
[0022] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Offenendspinnvorrichtung 1 einer
Rotorspinnmaschine 2 in einer schematischen Seitenansicht. Der Offenendspinnvorrichtung
1 wird auf ihrer Vorderseite V in üblicher Weise ein Fasermaterial 6 über verschiedene,
hier nicht dargestellte Arbeitsorgane zugeführt und in einen Spinnrotors 3 geleitet,
wo es zu einem Garn 7 versponnen wird. Das Garn wird in üblicher Weise über weitere
Arbeitsorgane abgezogen und schließlich auf eine Spule 13 aufgewickelt.
[0023] Weitere Einzelheiten der Offenendspinnvorrichtung 1 werden nun anhand der Figuren
2 - 4 dargestellt. Die Offenendspinnvorrichtung 1 umfasst einen Spinnrotor 3 mit einer
Rotortasse 4 und einem Rotorschaft 5, ein Rotorgehäuse 10, in welchem die Rotortasse
4 angeordnet ist, sowie ein Antriebsgehäuse 11, in welchem sich der Schaft 5 des Spinnrotors
3 erstreckt. Der Rotorschaft 5 reicht dabei durch eine Verbindungsöffnung 14 zwischen
dem Rotorgehäuse 10 und dem Antriebsgehäuse 11 bis in das Rotorgehäuse 10 hindurch.
Der Spinnrotor 3 ist mittels eines Einzelantriebs 8 angetrieben und in einer Lagerung
9 gelagert, die beide ebenfalls in dem Antriebsgehäuse angeordnet sind.
[0024] Wie nun wieder Figur 1 entnehmbar, ist im Spinnbetrieb das Rotorgehäuse 10 über einen
Unterdruckkanal 12, der auf der Rückseite R der Offenendspinnvorrichtung 1 angeordnet
ist, mit einem für den Spinnprozess erforderlichen Unterdruck beaufschlagt und mittels
eines abnehmbaren, insbesondere abschwenkbaren, Deckels 16 (siehe Pfeil) verschlossen.
Der Luftstrom, der durch das Rotorgehäuse 10 in den Unterdruckkanal 12 abgeführt wird,
ist vorliegend mit Q bezeichnet. Um den Unterdruck in dem Rotorgehäuse 10 aufrechtzuerhalten,
ist zwischen dem Deckel 16 und den Wandungen des Rotorgehäuses 10 eine Dichtung 17
angeordnet.
[0025] Die Lagerung 9 des Spinnrotors 3 umfasst gemäß den Figuren 2 - 4 zwei aktive Radiallager
9b, die vorliegend als Magnetlager ausgebildet sind. Weiterhin ist ein vorliegend
ebenfalls als aktives Magnetlager ausgebildetes Axiallager 9a vorhanden. Das Axiallager
9a ist vorliegend in einem Gehäusedeckel 21 untergebracht, der an einer rückwärtiger,
d.h. der Rückseite R der Offenendspinnvorrichtung 1 zugewandten Rückwand 20 des Antriebsgehäuses
11 befestigt ist und diese verschließt. Diese Ausführung der Lagerung 9 ist jedoch
lediglich beispielhaft zu verstehen. Insbesondere das Axiallager 9a könnte auch als
Luftlager oder Spurlager ausgebildet oder auch einteilig mit den beiden Radiallagern
9b ausgeführt sein. Um die Lagerung 9 und den Einzelantrieb 8 vor Verschmutzungen
und Faserflug zu schützen, sind diese in dem Antriebsgehäuse 11 untergebracht.
[0026] Aufgrund der hohen Drehzahl des Spinnrotors 3 ist eine vollständige Abdichtung des
Rotorgehäuses 10 gegen das Antriebsgehäuse 11 nicht möglich. Dies führt bei herkömmlichen
Offenendspinnvorrichtungen 1 dazu, dass sich während des Spinnbetriebes auch im Antriebsgehäuse
11 ein Unterdruck aufbaut und, je nach Dichtigkeit des Gehäuses, ein geringer Luftstrom
durch den Motor- und Lagerbereich angesaugt wird. Besonders problematisch ist dies
jedoch beim Öffnen des Rotorgehäuses 10, da hierbei im Rotorgehäuse 10 schlagartig
ein Druckausgleich an den Umgebungsdruck stattfindet, während im Antriebsgehäuse noch
immer Unterdruck herrscht. Dies führt dann dazu, dass verunreinigte Luft aus der Umgebung
und aus dem Rotorgehäuse 10 in das Antriebsgehäuse 17 eingesaugt wird, die dann in
den Einzelantrieb und die Lagerung eindringen kann und dort Schäden verursacht.
[0027] Um dies zu vermeiden, ist nun eine Luftleitung 18 vorgesehen, mittels welcher saubere,
gefilterte Luft direkt dem Lagerspalt 15 zugeführt wird. Die Luftleitung 18 ist hierzu
an ihrem zweiten Ende 18b mit einem Filterelement 19 versehen. Das erste Ende 18a
der Luftleitung 18 mündet hingegen direkt in den Lagerspalt 15, vorliegend in den
Lagerspalt 15 der Radiallager 9b. Der Lagerspalt 15 ergibt sich vorliegend im Betrieb
zwischen dem Rotorschaft 5 des Spinnrotors 3 sowie den verschiedenen Komponenten der
Lagerung 9, hier der Radiallagerung 9b und des Einzelantriebs 8.
[0028] Wie der Figur zwei entnehmbar, sind dabei die einzelnen Komponenten der Lagerung
9 sowie des Einzelantriebs 8 derart in dem Antriebsgehäuse 1 angeordnet, dass der
Lagerspalt 15 weitgehend abgedichtet gegenüber dem restlichen Antriebsgehäuse 11 ist.
Es kann somit mittels der Luftleitung 18 sichergestellt werden, dass kein Schmutz
in dem Lagerbereich gelangt und dem Lagerspalt 15 ausschließlich saubere, gefilterte
Luft über die Luftleitung 18 zugeführt wird. Vorliegend sind der Einzelantrieb 18
und die Lagerung 9 hierzu derart ausgestaltet, dass sowohl der radial als auch der
axiale Lagerspalt 15 weitgehend abgeschlossen sind. Die Radiallager 9 beinhalten hierzu
Trägerelemente 24, die zusammen mit den Wicklungen 23 sowie den Statorplatten 22 des
Einzelantriebs 8 so angeordnet sind, dass diese in axialer Richtung dicht aneinander
anschließen und in radialer Richtung den Lagerspalt 15 begrenzen. Eventuell noch verbliebene
Lücken zwischen den einzelnen Komponenten der Lagerung 9 und des Einzelantriebs 8
können ggf. noch mit entsprechenden Füllelementen 25 verschlossen werden. Ebenso grenzt
ein die Rückwand 20 des Antriebsgehäuses 11 abschließender Gehäusedeckel 21 mit dem
Axiallager 9a in axialer Richtung direkt an das hintere Radiallager 9b bzw. dessen
Trägerelement 24 oder ein eventuell vorhandenes Füllelement 25 an, so dass der Lagerspalt
15 auch nach hinten hin abgeschlossen ist. Es versteht sich dabei, dass die Ausführung
und Anordnung der Komponenten der Lagerung 9 und des Einzelantriebs 8 hier nur beispielshaft
und schematisch dargestellt sind. Bei tatsächlich ausgeführten Offenendspinnvorrichtungen
1 können Lagerung 9 und Antrieb 8 auch noch weitere oder weniger Komponenten beinhalten,
die auch in anderer Abfolge oder Anordnung vorgesehen sein können. Eine derartige
Ausführung ist besonders vorteilhaft, da zum einen der Einzelantrieb 8 sowie die Radiallager
9b besonders gut geschützt werden können und andererseits nur ein sehr geringer Luftstrom,
der auf den direkten Bereich des Lagerspaltes 15 begrenzt ist, durch das Antriebsgehäuse
11 geleitet wird. Es ist jedoch nicht unbedingt erforderlich, den Lagerspalt 15 derart
abzudichten; aufgrund dessen, dass sich zwischen dem ersten Ende 18 A der Luftleitung
18 über den Lagerspalt 15 bis zur Verbindungsöffnung 14 eine definierte Luftströmung
ausbildet, kann auch bei einem weniger gut abgedichteten Motor-und Lagerbereich ein
Ansaugen von Luft durch den Motor und Lagerbereich weit gehend vermieden werden.
[0029] Gemäß dem vorliegenden Beispiel steht dabei die Luftleitung 18 über das Filterelement
19 ständig mit der Umgebungsluft in Verbindung, so dass bereits während des Spinnbetriebs
ständig ein gewisser, geringer Luftstrom durch den Lagerspalt 15 bis in das Rotorgehäuse
10 vorhanden ist, wie durch den kleinen Pfeil im Bereich der Verbindungsöffnung 14
symbolisiert. Es findet somit während des Spinnbetriebs eine ständige Durchströmung
des Lagerspaltes 15 statt, welche eventuell in den Lagerspalt 15 gelangte Verunreinigungen
ständig in Richtung des Rotorgehäuses 10 abtransportiert. Ebenso erfolgt auch beim
Öffnen des Rotorgehäuses 10 der Druckausgleich im Antriebsgehäuse 11 bzw. im Lagerspalt
15 über die Luftleitung 18, so dass auch beim Öffnen des Rotorgehäuses 10 nur saubere,
gefilterte Luft in den Motor- und Lagerbereich gelangen kann.
[0030] Gemäß dem Ausführungsbeispiel der Figur 2 ist nun vorgesehen, dass das erste Ende
18a der Luftleitung 18 an dem der Rotortasse 4 abgewandten Ende des Rotorschafts 5,
vorliegend im Bereich des Axiallagers 9a bzw. des Gehäusedeckels 21 in den radialen
Lagerspalt 15 mündet. Das erste Ende 18a der Luftleitung 18 ist dabei durch den das
Axiallager 9a enthaltenden Gehäusedeckel 21 geführt. Hierdurch ist eine gute Kühlwirkung
erzielbar, da die zugeführte Luft den gesamten Lagerspalt 15 durchströmt und somit
im Bereich der Lagerung 9 und des Antriebs 8 entstehende Wärme mit abtransportiert.
[0031] Um das Ansaugen von verunreinigter Luft zu vermeiden, ist es jedoch bereits ausreichend,
wenn saubere Luft in einem vorderen Bereich in den Lagerspalt 15 zugeführt wird. Abweichend
von der gezeigten Darstellung ist es daher ebenfalls denkbar, dass das erste Ende
18a der Luftleitung 18 im Bereich des der Rotortasse 4 zugewandten Endes des Rotorschafts
5, in vorliegendem Bild also im Bereich des rechts dargestellten Radiallagers 9b zugeführt
wird. Weiterhin ist es abweichend von der gezeigten Darstellung auch denkbar, die
Luftleitung 18 bzw. das Filterelement 19 mit einem Ventil (nicht gezeigt) zu versehen,
und lediglich gelegentlich, beispielsweise zum gelegentlichen Spülen des Lagerspaltes
15, gefilterte Luft aus der Umgebung zuzuführen war oder lediglich beim Öffnen des
Rotorgehäuses 10 das Ventil zur Luftzuführung zu öffnen.
[0032] Um das einwandfreie Funktionieren der Luftzuführung über die Luftleitung 18 zu gewährleisten,
ist es erforderlich, dass Filterelement 19 regelmäßig zu reinigen und gegebenenfalls
auch auszutauschen. Besonders vorteilhaft ist es daher, dass gemäß der vorliegenden
Darstellung das Filterelement 19 an der Vorderseite V der Offenendspinnvorrichtung
1 festgelegt ist. Dort ist es besonders gut zugänglich und kann leicht entweder von
Bedienpersonal oder auch von einer entlang der Rotorspinnmaschine 2 verfahrbaren Wartungsvorrichtung
(nicht gezeigt) gereinigt und oder ausgetauscht werden.
[0033] Die Offenendspinnvorrichtungen 1 der Figuren 3 und 4 entsprechen in ihrem Aufbau
im Wesentlichen dem der Figur 2, so dass im Folgenden lediglich noch Unterschiede
erläutert werden.
[0034] Gemäß der in Figur 3 dargestellten Ausführungsform einer Offenendspinnvorrichtung
1 mündet das erste Ende 18a der Luftleitung 18 ebenfalls im Bereich des Axiallagers
9a nahe der Rückwand 20 des Antriebsgehäuses 11, ist jedoch nicht durch den Gehäusedeckel
21 geführt. Die Luftleitung 18 endet dabei ebenfalls in dem radialen Lagerspalt 15,
ist jedoch lediglich durch die Radiallagerung 9b bzw. ein Trägerelement 24 der Radiallagerung
9b geführt. Diese Ausführung ist im Vergleich zur Ausführung der Figur 2 konstruktiv
etwas einfacher.
[0035] Eine weitere, besonders günstige Ausführung ist in Figur 4 gezeigt. Dort mündet das
erste Ende 18a der Luftleitung 18 nicht in den radialen Lagerspalt 15, sondern in
einen axialen Lagerspalt 15, welcher sich im Betrieb zwischen dem der Rotortasse 4
abgewandten Ende des Rotorschafts 5 und dem Axiallager 9a ausbildet. Die Luftleitung
18 führt hierbei ebenfalls durch den das Axiallager 9a enthaltenden Gehäusedeckel
21. Besonders vorteilhaft bei dieser Ausführung ist es, dass die Luftleitung 18 nicht
durch das Antriebsgehäuse 11 geführt werden muss und somit beispielsweise durch Austausch
des Gehäusedeckels 21 auch leicht nachgerüstet werden kann. Die Luftleitung 18 kann
hierzu in besonders einfacher Weise als Schlauchleitung ausgeführt werden.
[0036] Die Figur 5 zeigt eine weitere vorteilhafte Ausführung der Erfindung. Auch die dort
gezeigte Offenendspinnvorrichtung 1 entspricht in ihrem Aufbau im Wesentlichen denen
der vorstehend beschriebenen Figuren, so dass im Folgenden lediglich noch die Unterschiede
erläutert werden. Im Unterschied zu den Figuren 2, 3 und 4 mündet bei der vorliegenden
Offenendspinnvorrichtung 1 die Luftleitung 18 nicht direkt in den Lagerspalt 15, sondern
in das Antriebsgehäuse 11. Vorliegend mündet die Luftleitung 18 auf der Rückseite
des Antriebsgehäuses 11 nahe dem Axiallager 9a. Ebenso wäre es natürlich auch möglich,
die Luftleitung 18 beispielsweise auf der Unterseite oder der Oberseite des Antriebsgehäuses
11 in das Antriebsgehäuse 11 zu führen. Die beschriebene Ausführung ist insbesondere
dann vorteilhaft, wenn die einzelnen Komponenten der Lagerung 9 und des Einzelantriebs
8 den radialen und/oder den axialen Lagerspalt 15 nicht oder nur unzureichend abdichten.
Dabei ist es natürlich auch denkbar, das erste Ende 18a der Luftleitung 18 nahe der
Verbindungsöffnung 14 in das Gehäuse zu legen.
[0037] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine
Kombination der Merkmale, auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 1
- Offenend-Spinnvorrichtung
- 2
- Rotorspinnmaschine
- 3
- Spinnrotor
- 4
- Rotortasse
- 5
- Rotorschaft
- 6
- Fasermaterial
- 7
- Garn
- 8
- Einzelantrieb
- 9
- Lagerung
- 9a
- Axiallager
- 9b
- Radiallager
- 10
- Rotorgehäuse
- 11
- Antriebsgehäuse
- 12
- Unterdruckkanal
- 13
- Spule
- 14
- Verbindungsöffnung
- 15
- Lagerspalt
- 16
- Deckel des Rotorgehäuses
- 17
- Dichtung des Rotorgehäuses
- 18
- Luftleitung
- 18a
- erstes Ende der Luftleitung
- 18b
- zweites Ende der Luftleitung
- 19
- Filterelement
- 20
- Rückwand des Antriebsgehäuses
- 21
- Gehäusedeckel
- 22
- Statorplatten
- 23
- Wicklungen
- 24
- Trägerelement
- 25
- Füllelement
- V
- Vorderseite der Offenend-Spinnvorrichtung
- R
- Rückseite der Offenend-Spinnvorrichtung
- Q
- Luftstrom
1. Offenendspinnvorrichtung (1) einer Rotorspinnmaschine (2) mit einem Spinnrotor (3)
mit einer Rotortasse (4) und einem Rotorschaft (5), mit einem Einzelantrieb (8) zum
Antreiben des Spinnrotors (3) über den Rotorschaft (5), mit einer Lagerung (9), insbesondere
einer Magnetlagerung, in welcher der Spinnrotor (3) über seinen Rotorschaft (5) unter
Ausbildung eines Lagerspaltes (15) berührungslos gelagert ist, mit einem mit Unterdruck
beaufschlagbaren Rotorgehäuse (10), in welchem die Rotortasse (4) des Spinnrotors
(3) angeordnet ist, mit einem mit dem Rotorgehäuse (10) verbundenen Antriebsgehäuse
(11), in welchem der Einzelantrieb (8) und die Lagerung (9) des Spinnrotors (3) angeordnet
sind, wobei der Rotorschaft (5) sich durch eine Verbindungsöffnung (14) zwischen dem
Rotorgehäuse (10) und dem Antriebsgehäuse (11) von dem Rotorgehäuse (10) bis in das
Antriebsgehäuse (11) erstreckt, und mit einer Luftzuführung, welche mit Umgebungsluft
in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftzuführung als Luftleitung (18) ausgebildet ist und dass ein erstes Ende (18a)
der Luftleitung (18) in den Lagerspalt (15) der Lagerung (9) und/oder in das Antriebsgehäuse
(11) mündet.
2. Offenendspinnvorrichtung (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweites Ende (18b) der Luftleitung (18) mit einem Filterelement (19) versehen
ist.
3. Offenendspinnvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Ende (18b) der Luftleitung (18) an einer Vorderseite (V) der Offenendspinnvorrichtung
(1) mündet.
4. Offenendspinnvorrichtung (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Ende (18b) der Luftleitung (18) außerhalb eines Deckels (16) des Rotorgehäuses
(10) an der Vorderseite (V) der Offenendspinnvorrichtung (1) mündet.
5. Offenendspinnvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerspalt (15) über die Luftleitung (18) ständig mit Umgebungsluft in Verbindung
steht.
6. Offenendspinnvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterelement (19) austauschbar an der Vorderseite (V) der Offenendspinnvorrichtung
(1) festgelegt ist.
7. Offenendspinnvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Ende (18a) der Luftleitung (18) an einem der Rotortasse (4) abgewandten
Ende des Rotorschaftes (5), insbesondere im Bereich eines Axiallagers (9a) der Lagerung
(9), in den Lagerspalt (15) mündet.
8. Offenendspinnvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Ende (18a) der Luftleitung (18) im Bereich einer Rückwand (20) des Antriebsgehäuses
(11), insbesondere in einem das Axiallager (9a) enthaltenden Gehäusedeckel (21), mündet.
9. Offenendspinnvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerspalt (15) der Lagerung (9) durch Komponenten des Einzelantriebs (8) und/oder
der Lagerung (9) und/oder durch Füllelemente (25) weitgehend abgeschlossen gegenüber
dem Antriebsgehäuse (11) ist.
10. Offenendspinnvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerung (9) ein aktives Magnetlager als Axiallager (9a) beinhaltet.
11. Offenendspinnvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerung (9) zwei aktive Magnetlager als Radiallager (9b) beinhaltet.