[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils,
sowie ein Möbel mit einer solchen Vorrichtung.
Stand der Technik
[0002] Vorrichtungen der einleitend bezeichneten Art sind beispielsweise in Form von Klappenbeschlägen
für Oberschränke bekannt. Bei einer bekannten Schwenkvorrichtung ist zum Beispiel
ein bewegbares Klappenelement eines Oberschrankes an gegenüberliegenden Schwenkarmen
der Schwenkvorrichtung montiert. Die Schwenkvorrichtung umfasst an gegenüberliegenden
Seiten am Möbelkorpus außerdem Antriebseinheiten, welche dazu ausgelegt sind die Schwenkarme
zu bewegen.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine alternative Vorrichtung zum Bewegen
eines bewegbaren Möbelteils bereitzustellen.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1, 2, 7 und 12 gelöst.
[0005] In den abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige Ausführungsformen
der Erfindung angegeben.
[0006] Die Erfindung geht von einer Vorrichtung zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
aus, insbesondere einer Tür oder Klappe, wobei die Vorrichtung Führungsmittel umfasst,
welche das bewegbare Möbelteil mit einem Möbelkorpus eines Möbels bewegbar verbinden,
wobei die Vorrichtung eine Antriebsvorrichtung umfasst, welche eine elektrische Antriebseinheit
und eine Steuereinheit aufweist.
[0007] Die Führungsmittel sind beispielsweise als Klappenbeschlag oder Scharnier ausgeführt.
Der Beschlag oder das Möbelscharnier kann eine Viergelenk-Mechanik aufweisen.
[0008] Bevorzugterweise umfasst eine erste Antriebseinheit einen Elektromotor, beispielsweise
einen Servomotor. Auch ist es vorstellbar, dass die erste Antriebseinheit als Linearantrieb
ausgestaltet ist, beispielsweise als Linearmotor.
[0009] Der wesentliche Aspekt der Erfindung ist nun darin zu sehen, dass die Antriebsvorrichtung
Teile der Führungsmittel derart antreibt, dass unterschiedliche räumliche Bewegungsbahnen
des bewegbaren Möbelteils bei einem Öffnungsvorgang, aus einer geschlossenen Startposition
am Möbelkorpus in eine geöffnete Position am Möbelkorpus, oder umgekehrt realisierbar
sind.
[0010] Das bewegbare Möbelteil kann über eine einzige Vorrichtung, z.B. einen Beschlag oder
ein Scharnier mit dem Möbelkorpus bewegbar verbunden sein. Vorstellbar ist auch, dass
das bewegbare Möbelteil über zwei oder mehr insbesondere gleichartige Beschläge bzw.
Führungsmittel oder Vorrichtungen, welche beabstandet zueinander am Möbel ausgebildet
sind, bewegbar mit dem Möbelkorpus verbunden ist, wobei zumindest ein Beschlag als
erfindungsgemäße Vorrichtung ausgestaltet ist.
[0011] Insbesondere können durch die Antriebsvorrichtung die Führungsmittel der Vorrichtung
derart bewegt werden, dass alle mechanisch realisierbaren Bewegungsbahnen der Vorrichtung,
insbesondere der Führungsmittel, realisierbar sind, welche aufgrund der Mechanik der
Führungsmittel vorgegeben sind.
[0012] Die unterschiedlichen räumlichen Bewegungsbahnen sind hierbei z.B. nicht hintereinander
oder aneinandergereiht in zeitlicher und/oder räumlich Abfolge ablaufend ausgebildet.
Unterschiedliche räumliche Bewegungsbahnen sind vorteilhaft ausgehend von einem gemeinsamen
räumlichen und/oder zeitlichen Startpunkt, beispielsweise der geschlossenen Startposition
am Möbelkorpus, realisierbar.
[0013] Vorteilhafterweise treibt die Antriebsvorrichtung Teile der Vorrichtung derart an,
dass dadurch z.B. ein Klappenbeschlag sowohl als Schwenkbeschlag, als Liftbeschlag,
als Faltbeschlag und/oder als eine andere Beschlagsvariante Verwendung findet.
[0014] Ist die Vorrichtung als Schwenkbeschlag ausgeführt, ist es vorstellbar, dass der
Schwenkbeschlag mit einem Schwenkarm ausgestattet ist, welcher an einem ersten Ende
über ein erstes Gelenk des Beschlags drehbar am Möbelkorpus und mit einem dem ersten
Ende gegenüberliegenden zweiten Ende über ein zweites Gelenk des Beschlags drehbar
am bewegbaren Möbelteil montiert ist.
[0015] In einer vorteilhaften Variante der Erfindung ist an der Vorrichtung wenigstens eine
weitere Antriebseinheit zum Bewegen des bewegbaren Möbelteils vorgesehen.
[0016] Vorteilhafterweise umfasst die Antriebsvorrichtung zwei oder mehr Antriebseinheiten
und zumindest eine Antriebsvorrichtung weist einen Elektromotor auf. Eine zweite Antriebseinheit
umfasst zum Beispiel ebenfalls einen Elektromotor, beispielsweise einen Servomotor.
[0017] Vorteilhafterweise arbeiten die Antriebseinheiten voneinander unabhängig.
[0018] Dadurch kann die weitere, z.B. die zweite Antriebseinheit, vorteilhaft während des
Öffnungsvorgangs des bewegbaren Möbelteils, eine Zusatzbewegung des bewegbaren Möbelteils
antreiben, insbesondere unabhängig von der durch die erste Antriebseinheit angetriebene
Öffnungsbewegung des bewegbaren Möbelteils.
[0019] Bevorzugterweise sind zwei Antriebseinheiten an einem Klappenbeschlag bzw. insbesondere
auf einer Klappenbeschlagsseite oder an einem Scharnier vorgesehen. Durch die zwei
Antriebseinheiten können unterschiedliche räumliche Bewegungsabläufe des Beschlags
oder Scharniers, welche insbesondere zeitlich oder räumlich gleichzeitig ablaufen,
realisiert werden.
[0020] Ist das bewegbare Möbelteil über zwei oder mehr Beschläge oder Scharniere mit dem
Möbelkorpus verbunden, so kann jeder Beschlag oder jedes Scharnier zwei Antriebseinheiten
umfassen. Denkbar ist auch, dass in diesem Fall ein einziger Beschlag zumindest zwei
Antriebseinheiten aufweist und der weitere Beschlag keine oder nur eine einzige Antriebseinheit
besitzt.
[0021] Vorteilhafterweise umfasst die Antriebsvorrichtung genau zwei Antriebseinheiten,
wobei eine erste Antriebseinheit dazu vorgesehen ist, das bewegbare Möbelteil und/oder
die Vorrichtung von einer geschlossenen Postition am Möbelkorpus in eine geöffnete
Position am Möbelkorpus zu bewegen, und wobei die zweite Antriebseinheit dazu vorgesehen
ist, das bewegbare Möbelteil oder Teile der Vorrichtung, z.B. Teile der Führungsmittel,
z.B. relativ und insbesondere unabhängig zur Vorrichtung bzw. zu den restlichen Führungsmitteln
und zum Möbelkorpus zu bewegen.
[0022] Hierdurch ist ein einheitlicher Antrieb für verschiedene Bewegungsvarianten bzw.
Bewegungsbahnen des bewegbaren Möbelteils realisiert.
[0023] Vorteilhaft erweist sich auch, dass das bewegbare Möbelteil und/oder ein Teil der
Vorrichtung und/oder ein Führungsmittel, unabhängig von der ersten Antriebseinheit,
durch die zweite Antriebseinheit bewegbar ist.
[0024] Bevorzugt ist die zweite Antriebseinheit dazu vorgesehen, das bewegbare Möbelteil
im geöffneten Zustand am Möbelkorpus, insbesondere unabhängig von der ersten Antriebseinheit,
in eine Endstellung zu bewegen.
[0025] Weiter wird vorgeschlagen, dass die erste Antriebseinheit am Möbelkorpus angeordnet
ist. Die erste Antriebseinheit ist beispielsweise an einer Seitenwand des Möbelkorpus
oder einem Oberboden des Möbelkorpus angeordnet. Zum Beispiel ist die erste Antriebseinheit
an einer zum Inneren des Möbelkorpus zeigenden Seitenfläche der Seitenwand oder des
Oberbodens montiert. Vorstellbar ist auch, dass die erste Antriebseinheit der Antriebsvorrichtung
am Möbelscharnier ausgebildet ist.
[0026] Denkbar ist eine Ausführung des Möbelbeschlags als Schwenkbeschlag, dass die erste
Antriebseinheit am ersten Gelenk angeordnet ist, bzw. an einer Montageplatte des Möbelbeschlags,
wobei der Möbelbeschlag über die Montageplatte am Möbelkorpus befestigt ist.
[0027] Dadurch kann die erste Antriebseinheit vergleichsweise groß und leistungstark ausgebildet
werden, um auch bewegbare Möbelteile mit vergleichsweise großem Gewicht, z.B. 30kg,
zu bewegen.
[0028] Auch ist es vorstellbar, dass die erste Antriebseinheit derart am Möbelkorpus angeordnet
ist, dass sie zwei voneinander beabstandete Vorrichtungen oder zumindest gleichartige
Führungsmittel zweier voneinander beabstandeter Vorrichtungen insbesondere synchron
antreibt.
[0029] Auch ist es von Vorteil, dass die zweite Antriebseinheit an einem dem bewegbaren
Möbelteil zugewandten Ende der Vorrichtung bzw. der Führungsmittel ausgebildet ist.
[0030] Vorteilhafterweise ist die zweite Antriebseinheit an einem Anlenkpunkt der Führungsmittel
am bewegbaren Möbelteil an der Vorrichtung angeordnet.
[0031] Die zweite Antriebseinheit ist bevorzugt an einem zweiten Gelenk des Möbelscharniers
angebracht, wobei das Möbelscharnier über das zweite Gelenk am bewegbaren Möbelteil
montiert ist. Das zweite Gelenk kann beispielsweise ein Getriebe aufweisen.
[0032] Hierdurch kann die zweite Antriebseinheit im Vergleich zur ersten Antriebseinheit,
insbesondere als Servomotor, vergleichsweise kleiner ausgelegt sein. Die zweite Antriebseinheit
kann insbesondere dazu vorgesehen sein ausschließlich eine Drehbewegung des bewegbaren
Möbelteils anzutreiben, vorteilhaft um eine Drehachse des zweiten Gelenks.
[0033] In einer vorteilhaften Modifikation der Erfindung ist ein Führungsmittel der Vorrichtung
als Hebelarm ausgebildet und der Hebelarm ist längenveränderbar, wobei eine Antriebseinheit,
vorteilhaft eine dritte Antriebseinheit dazu ausgelegt ist, die Länge des Hebelarms
zu verändern.
[0034] Hierdurch kann das bewegbare Möbelteil durch die Antriebseinheiten nicht nur in einer
Drehbewegung bewegt werden, sondern auch in einer linearen Verstellbewegung. Vorteilhafterweise
kann eine Drehbewegung des bewegbaren Möbelteils verursacht durch die erste Antriebseinheit
mit einer linearen Verstellbewegung aufgrund einer Längenänderung des Hebelarms verursacht
durch z.B die zweite oder eine weitere Antriebseinheit überlagert werden. Beispielsweise
kann es dadurch möglich sein eine Bewegung einer Klappe, von einer reinen Schwenkbewegung
am Möbelkorpus (Schwenkklappe) in eine Liftbewegung (Liftklappe) zu ändern, vorteilhaft
ohne den Beschlag zu wechseln.
[0035] In einer weiteren vorteilhaften Variante der Erfindung ist an der Vorrichtung ein
Hebelarm zur Anordnung zwischen dem Möbelkorpus und dem bewegbaren Möbelteil vorgesehen,
dass das bewegbare Möbelteil am Hebelarm mittels einem Bewegungsorgan schwenkbar angeordnet
ist, wobei das Bewegungsorgan unabhängig von einer Bewegung des Hebelarms über Getriebemittel
mit der Antriebsvorrichtung antreibbar ist.
[0036] Beispielsweise ist das Bewegungsorgan über Getriebemittel derart durch die elektrische
Antriebseinheit antreibbar, dass bei stillstehendem Hebelarm über das Bewegungsorgan
ein Verkippen des bewegbaren Möbelteils, insbesondere der Möbelklappe erreicht wird.
[0037] Denkbar ist auch, dass die Führungsmittel einen Hebelarm umfassen, wobei der Hebelarm
das bewegbare Möbelteil mit dem Möbelkorpus bewegbar verbindet, wobei das bewegbare
Möbelteil durch das Bewegungsorgan eine Bewegung relativ und unabhängig zum Hebelarm
ausführen kann, wobei das Bewegungsorgan über drehende Getriebemittel angesteuert
werden kann, wobei die Getriebemittel durch die erste Antriebseinheit angetrieben
werden.
[0038] Beispielsweise sind die Getriebemittel als Zahnriemen oder Kette ausgestaltet. Vorstellbar
ist auch, dass die Getriebemittel als Welle, bspw. als Kardanwelle ausgestaltet sind.
[0039] Die Getriebemittel können derart ausgestaltet sein, dass das bewegbare Möbelteil
um eine von einer Öffnungs- und/oder Schließbewegung unabhängige Drehachse relativ
zum Möbelkorpus und/oder dem Hebelarm bewegbar ist. Insbesondere ermöglichen die Getriebemittel
dem bewegbaren Möbelteil eine Drehung um zwei oder mehr Drehachsen. Vorstellbar ist
auch, dass Drehachsen schief stehend zueinander ausgebildet sind.
[0040] Weiter wird vorgeschlagen, dass durch die Steuereinheit Bewegungen der Antriebseinheiten
frei festlegbar sind.
[0041] Vorteilhafterweise kann die Steuereinheit vergleichsweise einfach programmiert werden,
beispielsweise durch Makros bzw. durch das Einspielen von vordefinierten Bewegungsabläufen.
Dadurch kann die Steuereinheit unterschiedliche Bewegungen der Antriebseinheiten befehlen
bzw. Steuerbefehle an die Antriebseinheiten ausgeben.
[0042] Auch ist es von Vorteil, dass die Antriebsvorrichtung derart ausgestaltet ist, dass
eine Bewegung des bewegbaren Möbelteils und/oder eines Teils der Vorrichtung durch
die zweite Antriebseinheit während eines Öffnungsvorgangs des bewegbaren Möbelteils
relativ zum Möbelkorpus erfolgt.
[0043] In einer vorteilhaften Modifikation ist die Antriebsvorrichtung derart ausgestaltet,
dass eine Bewegung des bewegbaren Möbelteils und/oder eines Teils der Vorrichtung
durch die zweite Antriebseinheit nach Beendigung eines Öffnungsvorgangs des bewegbaren
Möbelteils relativ zum Möbelkorpus durch die erste Antriebseinheit erfolgt.
[0044] Auch ist es von Vorteil, dass die Antriebsvorrichtung derart ausgestaltet ist, dass
zunächst eine Öffnungsbewegung des bewegbaren Möbelteils relativ zum Möbelkorpus ausschließlich
durch die erste Antriebseinheit erfolgt und im zeitlichen Verlauf der Öffnungsbewegung
die zweite Antriebseinheit unabhängig vom Antrieb der ersten Antriebseinheit zugeschaltet
wird, wobei die zweite Antriebseinheit eine Bewegung des bewegbaren Möbelteils und/oder
eines Teils der Vorrichtung antreibt.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0045] Mehrere Ausführungsbeispiele werden anhand der nachstehenden schematischen Zeichnungen
unter Angabe weiterer Einzelheiten und Vorteile näher erläutert.
[0046] Es zeigen:
- Figuren 1 und 2
- eine perspektivische Ansicht von seitlich vorne oben eines erfindungsgemäßen Möbels
mit jeweils einer Variante erfindungsgemäßer Vorrichtungen,
- Figuren 3 und 4
- eine seitliche Ansicht auf jeweils ein weiteres Möbel mit durchsichtig dargestellter
Seitenwand,
- Figuren 5 bis 9
- eine seitliche Ansicht auf ein Möbel nach den Figuren 3 oder 4, wobei in jeder Figur
ein vorstellbarer Bewegungsablauf eines bewegbaren Möbelteils gezeigt ist,
- Figuren 10 und 11
- eine seitliche Ansicht auf ein weiteres Möbel mit einer erfindungsgemäßen Variante
der Vorrichtung in unterschiedlichen Positionen des bewegbaren Möbelteils und
- Figur 12
- eine seitliche Ansicht auf ein weiteres Möbel mit einer weiteren Ausgestaltung der
Vorrichtung mit einem möglichen Bewegungsablauf des bewegbaren Möbelteils.
[0047] Ein erfindungsgemäßes Möbel 1 umfasst einen kastenförmigen Möbelkorpus 2 und eine
plattenförmige Möbelklappe 3 (Figur 1).
[0048] Verdeckte Elemente und Konturen der schematisch gezeigten Organe werden in den Figuren
1 und 2 zum besseren Verständnis durch gestrichelte Linien dargestellt.
[0049] Der Möbelkorpus 2 besitzt einen Korpusboden 4, Korpusseitenwände 5, 6 und einen Korpusdeckel
7. Eine Rückseite des Möbelkorpus 2 kann offen sein oder mit einem Blendenelement
oder einer Möbelkorpusrückwand verschlossen ausgestaltet sein (nicht gezeigt). Die
Möbelklappe 3 ist über zwei gegenüberliegend am Möbelkorpus 2 ausgebildete Beschläge
8, 9 beweglich mit dem Möbelkorpus 2 verbunden. Die Beschläge 8, 9 umfassen zwei sich
gegenüberliegend an den Innenseiten der Möbelkorpus-Seitenwände 5, 6 montierte Hebelarme
10, 11. Die Hebelarme 10, 11 sind dabei mit einem ersten Ende 15, 16 drehbar bzw.
schwenkbar an den Seitenwänden 5 bzw. 6 angeordnet. Mit einem dem ersten Ende 15,
16 gegenüberliegenden zweiten Ende 17, 18 sind die Hebelarme 10, 11 an einer zum Möbelkorpus
2 zeigenden großen flachen Innenseite der Möbelklappe 3 insbesondere beweglich befestigt.
[0050] Des Weiteren umfasst der Beschlag 8 eine erste Antriebseinheit in Form eines Elektromotors
12 und eine zweite Antriebseinheit in Form eines weiteren Elektromotors 13, sowie
eine Steuereinheit 37, mittels welcher die beiden Antriebseinheiten gesteuert werden
können. Der Beschlag 9 besitzt eine erste Antriebseinheit in Form eines weiteren Elektromotors
14. Die Elektromotoren 12 und 14 sind jeweils am Beschlag 8 bzw. 9 an einer Montageplatte
15 bzw. 16 montiert. Über die Montageplatten 15 bzw. 16 sind die Hebelarme 10 bzw.
11 an den Innenseiten der Möbelkorpus-Seitenwände 5 bzw. 6 bewegbar angeordnet. Weiterhin
sind die Elektromotoren 12 bzw. 14 an der Montageplatte 15 bzw. 16 derart mit dem
Hebelarm bzw. 11 gekoppelt, dass sie die Hebelarme 10 bzw. 11 und damit die Möbelklappe
3 in eine Bewegung versetzen können.
[0051] Im Bereich des zweiten Endes 17 des Hebelarms 10 ist die zweite Antriebseinheit angebracht.
Der Elektromotor 13 ist dazu vorgesehen eine Bewegung der Möbelklappe 3 relativ zu
den Hebelarmen 10, 11 und/oder zum Möbelkorpus 2 anzutreiben. Vorteilhaft ist nur
am Beschlag 8 eine zweite Antriebseinheit in Form des Elektromotors 13 ausgebildet,
da diese allein ausreichen kann die gewünschte Bewegung der Möbelklappe 3 zu bewirken.
[0052] In Figur 2 ist eine weitere Variante eines Möbels 19 gezeigt. Gegenüberliegend angeordnete
Beschläge 20, 21, welche am Möbel 19 ausgebildet sind, werden durch eine gemeinsame
erste Antriebseinheit in Form eines Elektromotors 22 angetrieben. Der Elektromotor
22 ist über eine Synchronstange 23 mit Hebelarmen der Beschläge 20 bzw. 21 gekoppelt.
Die Synchronstange 23 überträgt dabei z.B. eine vom Elektromotor 22 erzeugte Drehbewegung
auf die Hebelarme. Der Elektromotor 22 ist hierzu an einer den Möbelkorpusinneren
24 zugewandten Seitenfläche des Korpusdeckels 7 montiert. Der Elektromotor 22 kann
mittig zwischen den Beschlägen 20, 21 am Korpusdeckel 7 montiert sein, denkbar ist
auch eine außermittige Montage. Im Fall, dass eine einzige erste Antriebseinheit zum
Antrieb von zwei Beschlägen vorgesehen ist, kann diese einzige erste Antriebseinheit
im Vergleich zu den ersten Antriebseinheiten, welche jeweils einen Beschlag antreiben,
größer bzw. stärker ausgestaltet sein. Darüber hinaus ist am ersten Beschlag 20 eine
zweite Antriebseinheit in Form eines weiteren Elektromotors 25 an dem, dem bewegbaren
Möbelteil zugewandten Ende des Beschlags 20 ausgebildet.
[0053] In Figur 3 ist gezeigt dass eine Anbindung eines Beschlags 31 am bewegbaren Möbelteil
3, aus einer seitlichen Sicht auf eine schmale Seitenfläche 27 der Möbelklappe 3 gesehen,
in einem zentralen Bereich 28 in Längsausdehnung betrachtet erfolgen kann. Die Anbindung
eines Beschlags 26 kann auch außermittig an der Möbelklappe 3 vorgesehen sein (Figur
4). Insbesondere ist die zweite Antriebseinheit am Gelenkpunkt 29 (Figur 3) bzw. 30
(Figur 4) angeordnet.
[0054] In den Figuren 5 bis 8 sind mögliche Bewegungsabläufe der Möbelklappe 3 aufgrund
der erfindungsgemäßen Vorrichtungen gezeigt. Zwischenpositionen oder eine Startposition
der Möbelklappe 3 sind gestrichelt dargestellt und eine Endposition jeweils mit durchgezogenen
Linien. In Figur 5 bis 7 ist der Beschlag 26 außermittig an der Möbelklappe 3 befestigt.
In Figur 8 ist der Beschlag 31 zentral an der Möbelklappe 3 montiert.
[0055] Wie in Figur 5 gezeigt ist die zweite Antriebseinheit beispielsweise dazu vorgesehen
bei einer Öffnungsbewegung der Möbelklappe 3 diese in einer vertikalen Ausrichtung
zu halten. Hierdurch wird aufgrund der außermittigen Befestigung des Beschlags 26
an der Möbelklappe 3 ein Wegklappen der Möbelklappe 3 verhindert.
[0056] Die zweite Antriebseinheit kann bei einer Öffnungsbewegung der Möbelklappe 3 zum
Beispiel dazu vorgesehen sein, die Möbelklappe 3 nach oben wegzuklappen, so dass eine
frontseitig Öffnung 32 des Möbelkorpus 2 für einen Nutzer vorteilhaft vergrößert ist,
da die Möbelklappe 3 die Öffnung vorteilhaft vollständig freigibt (Figur 6). Einen
ähnlichen Effekt kann auch dadurch erzielt werden, wenn die zweite Antriebseinheit
die Möbelklappe 3 in die entgegengesetzte Richtung nach unten wegdreht, so dass im
vollständig geöffneten Zustand eines Hebelarms des Beschlags 26 am Möbelkorpus 2,
die Möbelklappe 3 parallel zu diesem positioniert ist (Figur 7).
[0057] Ein zum Bewegungsablauf aus Figur 7 ähnlicher bzw. vorteilhaft identischer Bewegungsablauf
kann auch bei der mittigen Montage des Beschlags 31 an der Möbelklappe 3 realisiert
werden (Figur 8).
[0058] In Figur 9 ist gezeigt, dass die Möbelklappe 3 beispielsweise mittels der zweiten
Antriebseinheit nach Beendigung einer Öffnungsbewegung des Beschlags 26 (Möbelklappe
mit durchgezogen Linien) angetrieben durch die erste Antriebseinheit eine Drehbewegung
der Möbelklappe 3 (gestrichelt dargestellte Möbelklappenpositionen) antreiben kann.
Die zweite Antriebseinheit kann zeitlich gesehen gleichzeitig mit der ersten Antriebseinheit
wirken (Figur 5 - 8) oder auch hintereinander, wie in Figur 9 gezeigt.
[0059] Eine weitere Variante eines Beschlags 33 ist in den Figuren 10 und 11 gezeigt. Der
Beschlag 33 ist wie die zuvor gezeigten Beschläge zwischen den Möbelkorpus 2 und der
Möbelklappe 3 ausgebildet und verbindet die beiden Elemente beweglich miteinander.
Der Beschlag 33 umfasst zum einen eine erste Antriebseinheit in Form eines Elektromotors
(nicht gezeigt) und ein Getriebemittel in Form eines Zahnriemens 34, sodass eine Bewegung
der ersten Antriebseinheit insbesondere unabhängig von einer Bewegung eines Hebelarms
des Beschlags 33 auf die Möbelklappe 3 übertragbar ist. Zum Beispiel kann der Zahnriemen
34 dazu vorgesehen sein in einer Öffnungsbewegung der Möbelklappe 3 aus einer Startposition
relativ zum Möbelkorpus 2 in eine Endposition die Möbelklappe 3 in einer vertikalen
Ausrichtung zu positionieren.
[0060] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung ist in Figur 12 gezeigt. Eine Beschlagsvariante
35 umfasst einen in der Länge verstellbaren bzw. positionierbaren Hebelarm 36. Der
Hebelarm 36 kann beispielsweise durch eine Antriebseinheit (nicht gezeigt) in der
Länge verändert werden. Vorteilhafterweise verkürzt oder verlängert die zweite oder
eine dritte Antriebseinheit den Hebelarm 36 während einer Öffnungsbewegung des Beschlags
35 bzw. der Möbelklappe 3 relativ zum Möbelkorpus 2.
[0061] Die in den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen genannten Varianten der Erfindung
sind vorteilhaft beliebig kombinierbar. Insbesondere ist es vorstellbar, dass eine
einzige zweite Antriebseinheit eine Schwenkbewegung der Möbelklappe 3 und eine Längenänderung
eines Hebelarms gleichzeitig oder nacheinander antreibt.
Bezugszeichenliste
[0062]
- 1, 19
- Möbel
- 2
- Möbelkorpus
- 3
- Möbelklappe
- 4
- Korpusboden
- 5
- Korpusseitenwand
- 6
- Korpusseitenwand
- 7
- Korpusdeckel
- 8, 9
- Beschlag
- 10, 11
- Hebelarm
- 12 - 14
- Elektromotor
- 15 - 18
- Ende
- 20, 21
- Beschlag
- 22
- Elektromotor
- 23
- Synchronstange
- 24
- Möbelkorpusinneres
- 25
- Elektromotor
- 26
- Beschlag
- 27
- Seitenfläche
- 28
- Bereich
- 29, 30
- Gelenkpunkt
- 31
- Beschlag
- 32
- Öffnung
- 33
- Beschlag
- 34
- Zahnriemen
- 35
- Beschlag
- 36
- Hebelarm
- 37
- Steuereinheit
1. Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
(3), insbesondere einer Tür oder Klappe, wobei die Vorrichtung Führungsmittel (10,
11, 36) umfasst, welche das bewegbare Möbelteil (3) mit einem Möbelkorpus (2) eines
Möbels (1) bewegbar verbinden, wobei die Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35)
eine Antriebsvorrichtung umfasst, welche eine elektrische Antriebseinheit (12, 14,
22) und eine Steuereinheit (37) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung Tile der Führungsmittel (10, 11, 36) derart antreibt, dass
unterschiedliche räumliche Bewegungsbahnen des bewegbaren Möbelteils (3) bei einem
Öffnungsvorgang, aus einer geschlossenen Startposition am Möbelkorpus (2) in eine
geöffnete Position am Möbelkorpus (2), oder umgekehrt realisierbar sind.
2. Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
(3) nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine weitere Antriebseinheit (13, 25) zum Bewegen des bewegbaren Möbelteils
(3) vorgesehen ist.
3. Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
(3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das bewegbare Möbelteil (3) und/oder ein Teil der Vorrichtung und/oder ein Führungsmittel
(10, 11, 36), unabhängig von der ersten Antriebseinheit (12, 14, 22), durch die zweite
Antriebseinheit (13, 25) bewegbar ist.
4. Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
(3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Antriebseinheit (12, 14, 22) am Möbelkorpus (2) angeordnet ist.
5. Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
(3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Antriebseinheit (13, 25) an einem dem bewegbaren Möbelteil (3) zugewandten
Ende der Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) bzw. der Führungsmittel (10, 11,
36) ausgebildet ist.
6. Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
(3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Führungsmittel als Hebelarm (36) ausgebildet ist und dieser längenveränderbar
ist, wobei eine Antriebseinheit (12 - 14, 22) dazu ausgelegt ist, die Länge des Hebelarms
(36) zu verändern.
7. Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
(3) nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere nach einem der vorangegangenen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hebelarm (10, 11, 36) zur Anordnung zwischen dem Möbelkorpus (2) und dem bewegbaren
Möbelteil (3) vorgesehen ist, dass das bewegbare Möbelteil (3) am Hebelarm mittels
einem Bewegungsorgan schwenkbar angeordnet ist, wobei das Bewegungsorgan unabhängig
von einer Bewegung des Hebelarms über Getriebemittel (34) mit der Antriebsvorrichtung
antreibbar ist.
8. Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
(3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Steuereinheit (37) Bewegungen der Antriebseinheiten (12 - 14, 22) frei
festlegbar sind.
9. Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
(3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, die Antriebsvorrichtung derart ausgestaltet ist, dass eine Bewegung des bewegbaren
Möbelteils (3) und/oder eines Teils der Vorrichtung durch die zweite Antriebseinheit
(13, 25) während eines Öffnungsvorgangs des bewegbaren Möbelteils (3) relativ zum
Möbelkorpus (2) erfolgt.
10. Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
(3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung derart ausgestaltet ist, dass eine Bewegung des bewegbaren
Möbelteils (3) und/oder eines Teils der Vorrichtung durch die zweite Antriebseinheit
(13, 25) nach Beendigung eines Öffnungsvorgangs des bewegbaren Möbelteils (3) relativ
zum Möbelkorpus (2) durch die erste Antriebseinheit (12, 14, 22) erfolgt.
11. Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren Möbelteils
(3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung derart ausgestaltet ist, dass zunächst eine Öffnungsbewegung
des bewegbaren Möbelteils (3) relativ zum Möbelkorpus (2) ausschließlich durch die
erste Antriebseinheit (12, 14, 22) erfolgt und im zeitlichen Verlauf der Öffnungsbewegung
die zweite Antriebseinheit (13, 25) unabhängig vom Antrieb der ersten Antriebseinheit
(12, 14, 22) zugeschaltet wird, wobei die zweite Antriebseinheit (13, 25) eine Bewegung
des bewegbaren Möbelteils (3) und/oder eines Teils der Vorrichtung antreibt.
12. Möbel (1) mit einer Vorrichtung (8, 9, 20, 21, 26, 31, 33, 35) zum Bewegen eines bewegbaren
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche.