[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kühlvorrichtung mit Peltier-Element, ein
Kühlverfahren sowie einen Schaltschrank mit einer solchen Kühlvorrichtung.
[0002] Bei Schaltschränken in Bereichen mit hoher Umgebungstemperatur (>55°C) gibt es oft
große Probleme bei der Kühlung, besonders bei Systemen, die auf beweglichen Systemen
installiert sind. Eine Kühlung mittels herkömmlicher Klimaanlage funktioniert nicht
mehr, da die maximale Umgebungstemperatur dieser Geräte überschritten wird und bei
passiver Kühlung die Luft im Schaltschrankinneren unter Umständen eine höhere Temperatur
erreicht, als die Umgebungsluft außerhalb des Schaltschranks.
[0003] Auf bewegten Systemen gibt es zusätzlich das Problem der Beschleunigungskräfte, bzw.
der Vibrationen. Peltier-Kühler sind für diesen Bereich sehr gut geeignet. Hierbei
ergibt sich aber das Problem der zu geringen Kühlleitung bei einer hohen Temperaturdifferenz
zwischen Schaltschrankinnenluft und Umgebungsluft. Die Komponenten im Schaltschrank
dürfen in vielen Fällen nur einer maximalen Temperatur von 45°C, oder gar 40°C ausgesetzt
werden. Temperaturdifferenzen von 15 K und höher sind die Folge. Oft müssen an einem
Schaltschrank viele Peltier-Geräte gleichzeitig betrieben werden, um die benötigte
Kühlleitung zu erreichen, was zu sehr hohen Kosten führt. In einigen Fällen ist eine
Kühlung mittels Peltier-Geräten ebenfalls nicht mehr möglich, da die benötigte Anzahl
an Kühlern die zur Verfügung stehende Schaltschrankoberfläche überschreitet.
[0004] Bei "herkömmlichen" Peltier-Kühlern erfolgt die Kühlung so wie in Figur 1a dargestellt,
d.h. es wird die warme Schaltschrankinnenluft 12 durch einen Lüfter angesaugt 11 und
über die kalte Oberfläche des Kältetauscher (Rippenkühlkörper) geleitet und damit
gekühlt 13. Die abgekühlte Luft 14 strömt dann direkt wieder in den Schaltschrank.
Problem hierbei ist, dass bei hoher Temperaturdifferenz zwischen Innenluft und Umgebungsluft
des Schaltschranks, die folglich hohe Temperaturdifferenz zwischen Kälte- und Wärmetauscher
zu einer geringen Kühlleistung der Peltier-Module führt.
[0005] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Konzept für eine geeignete Kühlung
von Schaltschränken zu schaffen, die in den oben beschriebenen Szenarien den Schaltschrank
zuverlässig kühlt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0007] Die im Folgenden beschriebene Kühlvorrichtung umfasst ein oder mehrere Peltier-Elemente
bzw. Peltier-Module, die auf dem Peltier-Effekt beruhen. Der Peltier-Effekt bewirkt
eine Erzeugung einer Temperaturdifferenz durch einen elektrischen Stromfluss. Dazu
können zwei verschiedene Metalle oder n- und p-dotierte Halbleiterkristalle verwendet
werden. Schickt man Gleichstrom durch das Peltier-Element, so kühlt sich die Kupferbrücke,
welche die beiden Metalle bzw. Halbleiter an einer Oberseite verbindet, ab. Die beiden,
ebenfalls aus Kupfer bestehenden Anschlußbrücken an der Unterseite des Peltier-Elements
erwärmen sich dagegen. Somit findet ein stetiger Wärmetransport von der oberen Kupferbrücke
zu den unteren Kupferbrücken statt. In einem Peltier-Modul sind viele dieser Peltier-Elemente
elektrisch in Reihe und thermisch parallel geschaltet, so dass eine warme und eine
kalte Oberflache entstehen. Diese Peltier-Module ihrerseits können nun elektrisch
in Reihe bzw. parallel geschaltet werden, wenn große Kühlflächen benötigt werden.
[0008] Das Prinzip der Peltier-Kühlung entspricht dem einer elektrischen Wärmepumpe. Die
Peltier-Elemente transportieren die Wärme-Energie vom Kältetauscher im Schaltschrankinneren
zum Wärmetauscher an der Schaltschrankaußenseite. Die warme Luft innerhalb des Schaltschranks
wird durch einen Lüfter auf den Kältetauscher geblasen und dabei abgekühlt. Der Wärmetauscher
an der Schaltschrankaußenseite wird dann mit Umgebungsluft gekühlt. Vorteil der Peltier-Kühlung
ist vor allem die Funktionssicherheit. Es gibt keine Flüssigkeiten und somit keine
Gefahr von Leckagen. Zusätzlich sind Peltier-Kühler daher auch auf bewegten oder beschleunigten
Systemen einsatzfähig.
[0009] Gemäß einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung eine Kühlvorrichtung mit: einem
Kältetauscher zur Kühlung von Luft in einem Luftraum; einem Peltier-Element, welches
ausgebildet ist, den Kältetauscher zu kühlen; und einem Luftverdichter, welcher ausgebildet
ist, Luft aus dem Luftraum anzusaugen, die angesaugte Luft zu verdichten, um durch
Verdichtung erwärmte verdichtete Luft zu erhalten, wobei der Luftverdichter ferner
ausgebildet ist, den Kältetauscher mit der verdichteten Luft zu beaufschlagen, um
den Kältetauscher zu erwärmen.
[0010] Dies hat den Vorteil, dass die Abkühlung der Luft im komprimierten und erhitzen Zustand
eine deutliche Steigerung der Kühlleistung der Peltier-Module bewirkt, da die Temperaturdifferenz
deutlich günstiger liegt. Kompression und die Entspannung der Luft können sich adiabatisch
zu Null addieren. Aufgrund der Vorkompression kühlt die Kühlvorrichtung Schaltschränke
auch zuverlässig in den oben beschriebenen Szenarien hoher Temperaturdifferenz zwischen
Kältetauscher und Wärmetauscher, bei denen beispielsweise die Umgebungsluft heißer
ist als die Schaltschrankinnenluft.
[0011] Gemäß einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung weist der Kältetauscher einen Lufteinlass,
einen Luftauslass und einen Luftführungskanal auf, ferner weist der Luftführungskanal
einen mit dem Lufteinlass strömungstechnisch verbundenen Luftkanaleingang und einen
mit dem Luftauslass strömungstechnisch verbundenen Luftkanalausgang auf, ferner ist
der Verdichter ausgebildet, die verdichtete Luft dem Luftführungskanal über den Luftkanaleingang
zuzuführen, ferner ist der Luftführungskanal durch die verdichtete Luft durchströmbar,
um den Kältetauscher zu erwärmen, und ferner ist die verdichtete Luft über den Luftkanalausgang
ausströmbar.
[0012] Dies hat den Vorteil, dass zwischen Lufteinlass und Luftauslass ein kontinuierlich
gekühlter Luftstrom erzeugt werden kann, der eine kontinuierliche Kühlung des Schaltschrankes
bewirkt.
[0013] Gemäß einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung ist der Luftauslass zu dem Luftraum
hin ausgerichtet, um die verdichtete Luft in dem Luftraum wieder zu entspannen.
[0014] Dies hat den Vorteil, dass die gekühlte Luft wieder in den Luftraum ausströmt, um
so den Schaltschrankinnenraum zu kühlen.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung sind der Luftkanaleingang und der
Luftkanalausgang jeweils seitlich des Luftführungskanals angeordnet, ferner ist der
Luftkanaleingang seitlich jeweils durch ein erstes Abdichtteil, insbesondere ein Kunststoffabdichtteil,
abgedichtet, ferner ist der Luftkanalausgang seitlich durch ein zweites Abdichtteil
abgedichtet, ferner ist in dem ersten Abdichtteil eine erste Luftöffnung gebildet,
ferner ist in dem zweiten Abdichtteil eine zweite Luftöffnung gebildet, ferner ist
die erste Luftöffnung dem Lufteinlass zugeordnet ist, und die zweite Luftöffnung ist
dem Luftauslass zugeordnet.
[0016] Dies hat den Vorteil, dass eine kontinuierliche Luftströmung mit hohem Wirkungsgrad
erzeugt werden kann. Die Abdichtteile bewirken, dass die Luft durch den Luftführungskanal
nur durch den Lufteinlass eintritt und durch den Luftauslass austritt ohne an anderer
Stelle zu entweichen.
[0017] Gemäß einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung ist der Luftkanaleingang an einer
ersten Stirnseite des Luftführungskanals angeordnet, ferner ist der Luftkanalausgang
an einer zweiten Stirnseite des Luftführungskanals angeordnet, ferner dichtet das
erste Abdichtteil die erste Stirnseite ab, ferner dichtet das zweite Abdichtteil die
zweite Stirnseite ab, und zwischen dem jeweiligen Abdichtteil und der jeweiligen Stirnseite
ist jeweils eine umlaufende Luftdichtung angeordnet.
[0018] Dies hat den Vorteil, dass der Luftführungskanal möglichst dicht ausgebildet ist
und so einen hohen Wirkungsgrad hat.
[0019] Gemäß einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung weist der Kältetauscher eine Montageplatte
auf, die zur Montage des Luftverdichters ausgebildet ist. Ferner ist der Luftführungskanal
mit der Montageplatte verbunden. Ferner weist die Montageplatte einen ersten Durchbruch
auf, welcher dem Lufteinlass zugeordnet ist, und die Montageplatte weist einen zweiten
Durchbruch auf, welcher dem Luftauslass zugeordnet ist.
[0020] Dies hat den Vorteil, dass die Montageplatte eine einfache Montagemöglichkeit für
den Luftverdichter bietet. Die Montageplatte kann aus Metall oder Kunststoff gefertigt
sein.
[0021] Gemäß einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung ist die Kühlvorrichtung ausgebildet,
die verdichtete Luft nach der Erwärmung des Kältetauschers an den Luftraum abzugeben,
insbesondere entspannt abzugeben.
[0022] Dies hat den Vorteil, dass die Luft erst nach dem Peltier-Element entspannt und damit
abgekühlt wird, so dass das Peltier-Element mit der komprimierten und erhitzten Luft
arbeiten kann. Damit steigert sich die Kühlleistung des Peltier-Elements, da die Temperaturdifferenz
deutlich günstiger ist.
[0023] Gemäß einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung ist der Luftverdichter auf einer
dem Luftraum zugewandten Seite des Kältetauschers angeordnet.
[0024] Dies hat den Vorteil, dass der Luftverdichter innerhalb des Schaltschranks angeordnet
ist, wo er leicht mit Strom versorgt werden kann.
[0025] Gemäß einer Ausführungsform ist die Kühlvorrichtung zur Kühlung eines Schaltschranks
vorgesehen, wobei der Luftverdichter auf einer Außenseite des Schaltschranks angeordnet
ist.
[0026] Dies hat den Vorteil, dass beim Design des Schaltschranks kein Platz vorgehalten
werden muss, um den Luftverdichter unterzubringen.
[0027] Gemäß einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung weist die Kühlvorrichtung ferner
einen Wärmetauscher zur Kühlung des Peltier-Elementes auf.
[0028] Dies hat den Vorteil, dass sich die Kühlleistung der Peltier-Elemente erhöht, wenn
sie durch den Wärmetauscher gekühlt werden.
[0029] Gemäß einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung ist das Peltier-Element mit dem Kältetauscher
wärmeleitend verbunden.
[0030] Dies hat den Vorteil, dass die durch die Peltier-Elemente erzeugte Kälteenergie möglichst
effizient über den Kältetauscher an den Schaltschrank abgegeben werden kann.
[0031] Gemäß einer Ausführungsform ist die Kühlvorrichtung in einem Beistellgerät zu einem
Schaltschrank untergebracht.
[0032] Dies hat den Vorteil, dass das Beistellgerät mit der Kühlvorrichtung flexibel einsetzbar
ist und für verschiedene Schaltschränke verwendet werden kann.
[0033] Gemäß einer Ausführungsform der Kühlvorrichtung verfügt das Beistellgerät über Schläuche,
die ausgebildet sind, die aus dem Luftraum angesaugte Luft und die in den Luftraum
zurückgeführte Luft zu transportieren.
[0034] Dies hat den Vorteil, dass das Beistellgerät durch die Schläuche flexibel und schnell
an den Schaltschrank angeschlossen werden kann. Ferner kann das Beistellgerät eine
unterschiedliche Größe haben, je nachdem wie viele Kühlvorrichtungen darin unterzubringen
sind oder eine flexible Anzahl an Beistellgeräten kann je nach Kühlanforderungen an
den Schaltschrank angeschlossen werden.
[0035] Gemäß einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung ein Kühlverfahren mit den folgenden
Schritten: Ansaugen von Luft aus einem Luftraum; Verdichten der angesaugten Luft,
um durch Verdichtung erwärmte verdichtete Luft zu erhalten; Kühlen der erwärmten verdichteten
Luft mit einem Kältetauscher, der von einem Peltier-Element gekühlt wird; und Entspannen
der verdichteten Luft in den Luftraum nach dem Kühlen mit dem Kältetauscher.
[0036] Dies hat den Vorteil, dass mit der Abkühlung der Luft im komprimierten und erhitzen
Zustand eine deutliche Steigerung der Kühlleistung des Peltier-Elements bewirkt werden
kann, da die Temperaturdifferenz deutlich günstiger liegt. Kompression und Entspannung
der Luft können sich adiabatisch zu Null addieren. Aufgrund der Vorkompression kann
eine effiziente und zuverlässige Kühlung auch in den oben beschriebenen Szenarien
hoher Temperaturdifferenz erzielt werden.
[0037] Gemäß einem dritten Aspekt betrifft die Erfindung einen Schaltschrank zur Behausung
zumindest einer elektrischen Komponente, wobei der Schaltschrank einen Schaltschrankinnenraum
aufweist, welcher einen Luftraum einschließt,
wobei in einem Durchbruch einer Schaltschrankwandung die Kühlvorrichtung nach dem
oben beschriebenen ersten Aspekt oder einer seiner Ausführungsformen zur Kühlung des
Luftraumes angeordnet ist, wobei der Luftverdichter ausgebildet ist, Luft aus dem
Luftraum anzusaugen, die angesaugte Luft zu verdichten, um durch Verdichtung erwärmte
verdichtete Luft zu erhalten, wobei der Luftverdichter ferner ausgebildet ist, den
Kältetauscher mit der verdichteten Luft zu beaufschlagen, um den Kältetauscher zu
erwärmen, und wobei die Kühlvorrichtung ausgebildet ist, die verdichtete Luft nach
der Erwärmung des Kältetauschers an den Luftraum abzugeben, um die verdichtete Luft
wieder zu entspannen.
[0038] Dies hat den Vorteil, dass ein Schaltschrank mit derartiger Kühlvorrichtung sich
besonders effizient und zuverlässig kühlen lässt. Es wird ein kontinuierlicher Luftkreislauf
erzeugt, der den Schaltschrankinnenraum kontinuierlich kühlt.
[0039] Weitere Ausführungsbeispiele werden Bezug nehmend auf die beiliegenden Zeichnungen
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1a eine schematische Darstellung eines herkömmlichen Kühlverfahrens 10;
Fig. 1b eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Kühlverfahrens 100;
Fig. 2a: eine dreidimensionale Darstellung einer erfindungsgemäßen Kühlvorrichtung
200 in Seitenansicht mit Blick auf die Schaltschrankinnenseite;
Fig. 2b: eine dreidimensionale Darstellung der erfindungsgemäßen Kühlvorrichtung 200
in Draufsicht mit Blick auf die Schaltschrankaußenseite;
Fig. 2c: eine Explosionsdarstellung der erfindungsgemäßen Kühlvorrichtung 200 mit
einzelnen Komponenten; und
Fig. 3: ein Leistungsdiagramm 300 eines Peltier-Moduls 210 bei verschiedenen Temperaturdifferenzen
zwischen Kälte- und Wärmetauscher.
[0040] In der folgenden ausführlichen Beschreibung wird auf die beiliegenden Zeichnungen
Bezug genommen, die einen Teil hiervon bilden und in denen als Veranschaulichung spezifische
Ausführungsformen gezeigt sind, in denen die Erfindung ausgeführt werden kann. Es
versteht sich, dass auch andere Ausführungsformen genutzt und strukturelle oder logische
Änderungen vorgenommen werden können, ohne von dem Konzept der vorliegenden Erfindung
abzuweichen. Die folgende ausführliche Beschreibung ist deshalb nicht in einem beschränkenden
Sinne zu verstehen. Ferner versteht es sich, dass die Merkmale der verschiedenen hierin
beschriebenen Ausführungsbeispiele miteinander kombiniert werden können, sofern nicht
spezifisch etwas anderes angegeben ist.
[0041] Die Aspekte und Ausführungsformen werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben,
wobei gleiche Bezugszeichen sich im Allgemeinen auf gleiche Elemente beziehen. In
der folgenden Beschreibung werden zu Erläuterungszwecken zahlreiche spezifische Details
dargelegt, um ein eingehendes Verständnis von einem oder mehreren Aspekten der Erfindung
zu vermitteln. Für einen Fachmann kann es jedoch offensichtlich sein, dass ein oder
mehrere Aspekte oder Ausführungsformen mit einem geringeren Grad der spezifischen
Details ausgeführt werden können. In anderen Fällen werden bekannte Strukturen und
Elemente in schematischer Form dargestellt, um das Beschreiben von einem oder mehreren
Aspekten oder Ausführungsformen zu erleichtern. Es versteht sich, dass andere Ausführungsformen
genutzt und strukturelle oder logische Änderungen vorgenommen werden können, ohne
von dem Konzept der vorliegenden Erfindung abzuweichen.
[0042] Wenngleich ein bestimmtes Merkmal oder ein bestimmter Aspekt einer Ausführungsform
bezüglich nur einer von mehreren Implementierungen offenbart worden sein mag, kann
außerdem ein derartiges Merkmal oder ein derartiger Aspekt mit einem oder mehreren
anderen Merkmalen oder Aspekten der anderen Implementierungen kombiniert werden, wie
für eine gegebene oder bestimmte Anwendung erwünscht und vorteilhaft sein kann. Weiterhin
sollen in dem Ausmaß, in dem die Ausdrücke "enthalten", "haben", "mit" oder andere
Varianten davon entweder in der ausführlichen Beschreibung oder den Ansprüchen verwendet
werden, solche Ausdrücke auf eine Weise ähnlich dem Ausdruck "umfassen" einschließend
sein. Die Ausdrücke "gekoppelt" und "verbunden" können zusammen mit Ableitungen davon
verwendet worden sein. Es versteht sich, dass derartige Ausdrücke dazu verwendet werden,
um anzugeben, dass zwei Elemente unabhängig davon miteinander kooperieren oder interagieren,
ob sie in direktem physischem oder elektrischem Kontakt stehen oder nicht in direktem
Kontakt miteinander stehen. Außerdem ist der Ausdruck "beispielhaft" lediglich als
ein Beispiel aufzufassen anstatt der Bezeichnung für das Beste oder Optimale. Die
folgende Beschreibung ist deshalb nicht in einem einschränkenden Sinne zu verstehen.
[0043] Fig. 1b zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Kühlverfahrens
100. Das Kühlverfahren 100 umfasst die folgenden Schritte: Ansaugen 101 von Luft 102
aus einem Luftraum, z.B. in einem Schaltschrankinneren; Verdichten 103 der angesaugten
Luft, um durch Verdichtung erwärmte verdichtete Luft zu erhalten; Kühlen 105 der erwärmten
verdichteten Luft mit einem Kältetauscher, der von einem Peltier-Element gekühlt wird;
und Entspannen 107 der verdichteten Luft in den Luftraum, z.B. wieder in das Schaltschrankinnere
nach dem Kühlen 105 mit dem Kältetauscher.
[0044] Beispielsweise kann die warme Luft aus dem Schaltschrankinneren eine Temperatur von
z.B. 40 Grad Celsius aufweisen und unter einem Druck von 1 bar stehen. Die Kompression
103 kann die Luft verdichten, so dass sie nach der Kompression 103 beispielsweise
unter einem Druck von 7 bar steht und eine Temperatur von z.B. 90 Grad Celsius aufweist.
Die Kühlung 105 kann auf diese verdichtete erhitzte Luft angewendet werden. Nach dem
Entspannen 107 kann die Luft wieder mit einer Temperatur von z.B. 40 Grad Celsius
und einem Druck von z.B. 1 bar in den Luftraum bzw. das Schaltschrankinnere zurückgeführt
werden, so dass das Kühlverfahren 100 bewirkt, dass die Schaltschrankluft auf etwa
konstanter Temperatur von 40 Grad Celsius bleibt.
[0045] Es versteht sich, dass die hier erwähnten Temperaturwerte und Druckwerte nur beispielhafte
Werte sind. Es können auch andere Parameter für Temperatur und Druck angewendet werden,
beispielsweise T= 30, 35, 45, 50, 55 Grad C und p= 0.5, 1,5, 2 bar beim Ansaugen 101;
beispielsweise T= 50, 55, 60, 65, 70, 75, 80, 85, 95, 100, 105, 110, 115, 120 Grad
C und p= 3, 3.5, 4, 4.5, 5, 5.5, 6, 6.5, 7, 7.5, 8.5, 9, 9.5, 10, 10.5, 11 bar nach
dem Verdichten 103; und beispielsweise T= 30, 35, 45, 50, 55 Grad C und p= 0.5, 1,5,
2 bar nach dem Entspannen 107. Ferner kann nach dem Entspannen 107 eine Temperaturdifferenz
zwischen entspannter Luft 104 und angesaugter Luft 102 bestehen bleiben.
[0046] Das in Figur 1b dargestellte Verfahren 100 kann in erfindungsgemäßen Systemen, die
im Weiteren auch als "Vorkompressions-Systeme" bezeichnet werden, eingesetzt werden.
In diesen Vorkompressions-Systemen wird die Schaltschrankinnenluft angesaugt, durch
einen Kompressor verdichtet und erhitzt, mittels Peltier-Modulen abgekühlt und dann
in den Schaltschrank zurückentspannt. Die Kompression und die Entspannung addieren
sich adiabatisch zu Null. Die Abkühlung der Luft im komprimierten und erhitzen Zustand
bewirkt eine deutliche Steigerung der Kühlleistung der Peltier-Module, da die Temperaturdifferenz
deutlich günstiger liegt.
[0047] Durch die Reduzierung der Temperaturdifferenz zwischen Kälte- und Wärmetauscher kann
eine Steigerung der Kühlleistung von schätzungsweise 300% erreicht werden. Damit kann
das erfindungsgemäße Kühlverfahren 100 eine hohe Kühlleistung bei hoher Temperaturdifferenz
erzielen. Kühlvorrichtungen und Peltier-Kühlgeräte, die auf einem solchen Verfahren
100 beruhen sind im Folgenden beschrieben.
[0048] Fig. 2a zeigt eine dreidimensionale Darstellung einer erfindungsgemäßen Kühlvorrichtung
200 in Seitenansicht mit Blick auf die Schaltschrankinnenseite.
[0049] Die Kühlvorrichtung 200 umfasst einen Kältetauscher 203 zur Kühlung von Luft in einem
Luftraum, z.B. in einem Schaltschrankinnenraum; ein Peltier-Element 210, mit dem der
Kältetauscher 203 gekühlt wird und einen Luftverdichter 205 bzw. Kompressor.
[0050] Das Peltier-Element 210 ist in Figur 2a nicht einsehbar, da es sich innerhalb der
Dichtung 202 zwischen Kältetauscher 203 und Wärmetauscher 201 befindet, in der Explosionszeichnung
der Figur 2c ist das Peltier-Element aber dargestellt.
[0051] Der Luftverdichter 205 dient dazu, Luft aus dem Luftraum anzusaugen und zu verdichten,
um somit durch Verdichtung erwärmte verdichtete Luft zu erhalten. Der Luftverdichter
205 dient ferner dazu, den Kältetauscher 203 mit der verdichteten Luft zu beaufschlagen,
um so den Kältetauscher 203 zu erwärmen.
[0052] Der Luftverdichter 205 ist auf einer dem Luftraum zugewandten Seite des Kältetauschers
203 angeordnet, wie aus Figur 2a ersichtlich ist.
[0053] Die Kühlvorrichtung 200 weist ferner einen Wärmetauscher 201 zur Kühlung des Peltier-Elementes
210 auf. Das Peltier-Element 210 ist mit dem Kältetauscher 203 wärmeleitend verbunden.
[0054] Ferner ist in Figur 2a ein Netzteil 208 dargestellt, das die Peltier-Elemente mit
Strom versorgt, die DC-Strom benötigen. Der Kompressor 205 läuft in der vorliegenden
Ausführungsform mit 230 V-AC Spannung, die aus dem Netz verfügbar ist. Alternativ
kann ein DC-Kompressor verwendet werden, der dann über das Netzteil 208 versorgt werden
kann.
[0055] Die Kühlvorrichtung 200 ist zur Kühlung eines Schaltschrankinnenraumes vorgesehen.
Der Kältetauscher 203 kann dabei dem Schaltschrankinnenraum zugewandt sein, welcher
den oben genannten Luftraum einschließt. Die Kühlvorrichtung 200 kann so an dem Schaltschrank
angebracht sein, dass die Außenhaube 204 und der Wärmetauscher 201 sich außerhalb
des Schaltschranks befinden und die restlichen Komponenten, d.h. Kältetauscher 203
mit Peltier-Elementen und Kompressor 205 sich im Schaltschrankinnenraum befinden.
Zum luftdichten Anbringen der Kühlvorrichtung 200 an den Schaltschrank weist die Kühlvorrichtung
200 eine Dichtung 202 zur Schaltschrankwand auf. Die Dichtung 202 dient ferner dazu,
Vibrationen aufgrund des Betreibens des Kompressors 205 zu dämpfen und vom Schaltschrank
zu entkoppeln.
[0056] Ein solcher Schaltschrank kann zur Behausung einer oder mehrerer elektrischer Komponenten
vorgesehen sein. Der Schaltschrank kann einen Schaltschrankinnenraum aufweisen, welcher
einen Luftraum, wie oben beschrieben, einschließt. In einem Durchbruch einer Schaltschrankwandung
kann die Kühlvorrichtung 200 zur Kühlung des Luftraumes angeordnet sein. Der Luftverdichter
205 dient dazu, Luft aus dem Luftraum anzusaugen, die angesaugte Luft zu verdichten,
um so durch Verdichtung erwärmte verdichtete Luft zu erhalten. Der Luftverdichter
205 kann den Kältetauscher 203 mit der verdichteten Luft beaufschlagen, um so den
Kältetauscher 203 zu erwärmen. Die Kühlvorrichtung 200 dient dazu, die verdichtete
Luft nach der Erwärmung des Kältetauschers 203 an den Luftraum abzugeben, um die verdichtete
Luft wieder zu entspannen.
[0057] Die Kühlvorrichtung 200 ist auch bei einer Umgebungstemperatur von über 70°C einsetzbar.
Die Kühlvorrichtung 200 ist so entworfen, dass sie mit stets der gleichen Versorgungsspannung
betrieben werden kann. Die erreichbare Temperaturdifferenz zwischen Innen-und Außenluft
ist vor allem von der Verlustleistung der elektrischen Komponenten im Schaltschrank
abhängig.
[0058] Alternativ kann die Kühlvorrichtung 200 in einem Beistellgerät zu einem Schaltschrank
untergebracht sein. Dazu kann das Beistellgerät über Schläuche verfügen, um die aus
dem Luftraum angesaugte Luft und die in den Luftraum zurückgeführte Luft von dem Luftraum
im Inneren des Schaltschranks zu der Kühlvorrichtung 200 im Beistellgerät und zurück
zu transportieren.
[0059] Fig. 2b zeigt eine dreidimensionale Darstellung der erfindungsgemäßen Kühlvorrichtung
200 in Draufsicht mit Blick auf die Schaltschrankaußenseite.
[0060] In der Draufsicht sind zusätzlich Lüfterschlitze 211 in einer Hauptfläche der Außenhaube
204 zu erkennen, unter denen sich Lüfter befinden, um den Wärmeabtransport der warmen
Luft aus dem Wärmetauscher 201 an die Umgebung zu verbessern.
[0061] Fig. 2c zeigt eine Explosionsdarstellung der erfindungsgemäßen Kühlvorrichtung 200
mit einzelnen Komponenten.
[0062] Wie oben zu Figur 2a bereits dargestellt, umfasst die Kühlvorrichtung 200 einen Kältetauscher
203 zur Kühlung von Luft in einem Luftraum, z.B. in einem Schaltschrankinnenraum;
ein Peltier-Element 210, mit dem der Kältetauscher 203 gekühlt wird und einen Luftverdichter
205 bzw. Kompressor.
[0063] Das Peltier-Element kann als ein ganzes Array aus einzelnen Peltier-Elementen realisiert
sein, um eine bessere Kühlleitung zu bewirken.
[0064] Der Luftverdichter 205 dient dazu, Luft aus dem Luftraum anzusaugen und zu verdichten,
um somit durch Verdichtung erwärmte verdichtete Luft zu erhalten. Der Luftverdichter
205 dient ferner dazu, den Kältetauscher 203 mit der verdichteten Luft zu beaufschlagen,
um so den Kältetauscher 203 zu erwärmen.
[0065] Der Kältetauscher 203 weist einen Lufteinlass 207, einen Luftauslass 206, wie oben
in Figur 2a beschrieben, und einen Luftführungskanal (innerhalb des Kältetauschers
realisiert, nicht einsehbar in Figur 2c) auf. Der Luftführungskanal weist einen mit
dem Lufteinlass 207 strömungstechnisch verbundenen Luftkanaleingang 212a und einen
mit dem Luftauslass 206 strömungstechnisch verbundenen Luftkanalausgang 212b auf.
Luftkanaleingang 212a und Luftkanalausgang 212b können als separate Teile realisiert
sein, die an dem Kältetauscher 203 seitlich angebracht werden können, wie in Figur
2c näher dargestellt.
[0066] Der Verdichter 205 dient dazu, die verdichtete Luft dem Luftführungskanal über den
Luftkanaleingang 212a zuzuführen. Der Luftführungskanal ist durch die verdichtete
Luft durchströmbar, d.h. die verdichtete Luft kann durch den Luftführungskanal hindurchströmen,
um so den Kältetauscher 203 zu erwärmen. Die verdichtete Luft ist über den Luftkanalausgang
212b ausströmbar, d.h. sie kann über den Luftkanalausgang 212b ausströmen.
[0067] Der Luftauslass 206 ist zu dem Luftraum hin ausgerichtet, um so die verdichtete Luft
in dem Luftraum wieder zu entspannen.
[0068] Der Luftkanaleingang 212a und der Luftkanalausgang 212b sind jeweils seitlich des
Luftführungskanals angeordnet, wie in der Explosionsdarstellung der Figur 2c zu erkennen
ist. Der Luftkanaleingang 212a ist seitlich jeweils durch ein erstes Abdichtteil 213a,
beispielsweise ein Kunststoffabdichtteil abgedichtet und der Luftkanalausgang 212b
ist seitlich durch ein zweites Abdichtteil 213b abgedichtet, wie in der Explosionsdarstellung
der Figur 2c zu erkennen ist. In dem ersten Abdichtteil 213a ist eine erste Luftöffnung
gebildet und in dem zweiten Abdichtteil 213b ist eine zweite Luftöffnung gebildet,
wie in Figur 2c erkennbar ist. Die erste Luftöffnung ist dabei dem Lufteinlass 207
zugeordnet und die zweite Luftöffnung ist dem Luftauslass 206 zugeordnet.
[0069] Der Luftkanaleingang 212a ist an einer ersten Stirnseite des Luftführungskanals angeordnet
ist und der Luftkanalausgang 212b an einer zweiten Stirnseite des Luftführungskanals
angeordnet, wie in Figur 2c dargestellt. Das erste Abdichtteil 213a dichtet dabei
die erste Stirnseite ab und das zweite Abdichtteil 213b dichtet die zweite Stirnseite
ab, wie in Figur 2c zu sehen ist. Zwischen dem jeweiligen Abdichtteil 213a, 213b und
der jeweiligen Stirnseite kann jeweils eine umlaufende Luftdichtung angeordnet sein.
[0070] Der Kältetauscher 203 weist eine Montageplatte 215 auf, wie in der Explosionsdarstellung
der Figur 2c dargestellt. Die Montageplatte 215 weist einen ersten Durchbruch 215a
auf, wie in Figur 2c zu sehen, welcher dem Lufteinlass 207 zugeordnet ist. Die Montageplatte
215 weist ferner einen zweiten Durchbruch 215b auf, wie ebenfalls in Figur 2c zu sehen
ist, welcher dem Luftauslass 206 zugeordnet ist. In der oben beschriebenen Figur 2a
sind erster Durchbruch 215a und zweiter Durchbruch 215b innerhalb des Gehäuses des
Kältetauschers 203 unterhalb der beiden Öffnungen für Lufteinlass 207 und Luftauslass
206 in der nicht einsehbaren Montageplatte 215, auf der der Kompressor 205 montiert
ist, angebracht.
[0071] Die Kühlvorrichtung 200 gibt die verdichtete Luft nach der Erwärmung des Kältetauschers
203 an den Luftraum ab. Insbesondere gibt die Kühlvorrichtung die verdichtete Luft
im entspannten Zustand wieder ab.
[0072] Der Lufteinlass 207 und der Luftauslass 206 weisen jeweils einen Rohrstutzen 214a,
214b auf, welche mit dem Luftverdichter 205 strömungstechnisch verbunden sind. D.h.,
im Betriebszustand der Kühlvorrichtung 200 strömt ein kontinuierlicher Luftstrom durch
den Rohrstutzen 214a am Lufteinlass 207 in den Luftverdichter 205 hinein, wird dort
verdichtet, und strömt wieder durch den Rohrstutzen 214b am Luftauslass 206 aus dem
Luftverdichter 205 heraus, wo der Luftstrom wieder entspannt wird. Der Rohrstutzen
214b am Luftauslass 206 dient somit als Drossel, um den im Kompressor 205 verdichteten
Luftstrom wieder zu entspannen.
[0073] Eine zweite Dichtung 216 ist auf der leitfähigen Platte 215 zusammen mit dem Luftverdichter
205 angebracht. Die zweite Dichtung 216 weist eine Öffnung auf, durch die der Luftverdichter
205 direkt mit der leitfähigen Platte 215 kontaktiert wird. Stellen der leitfähigen
Platte, welche nicht in Kontakt mit dem Luftverdichter 205 stehen, sind von der zweiten
Dichtung 216 bedeckt. Die zweite Dichtung 216 umfasst zwei Öffnungen bzw. Löcher 216a,
216b, die gegenüber dem ersten Durchbruch 215a und dem zweiten Durchbruch 215b der
leitfähigen Platte 215 ausgerichtet sind, so dass die beiden Rohstutzen 214a, 214b
in den jeweiligen Durchbruch in der leitfähigen Platte und die entsprechende Öffnung
der zweiten Dichtung eingeführt werden können.
[0074] Fig. 3 zeigt ein Leistungsdiagramm 300 eines Peltier-Moduls 210 bei verschiedenen
Temperaturdifferenzen zwischen Kälte- und Wärmetauscher.
[0075] Das Peltier-Modul 210 ist Teil der oben zu Figur 2 beschriebenen Kühlvorrichtung
200. Eine erste Kurve 301 zeigt die Leistungsfähigkeit des Peltier-Moduls 210 bei
einer Temperaturdifferenz von 25% Imax (maximaler Strom), eine zweite Kurve 302 zeigt
die Leistungsfähigkeit des Peltier-Moduls 210 bei einer Temperaturdifferenz von 50%
Imax, eine dritte Kurve 303 zeigt die Leistungsfähigkeit des Peltier-Moduls 210 bei
einer Temperaturdifferenz von 75% Imax und eine vierte Kurve 304 zeigt die Leistungsfähigkeit
des Peltier-Moduls 210 bei einer Temperaturdifferenz von 100% Imax.
[0076] Es ist selbstverständlich, dass die Merkmale der verschiedenen beispielhaft hierin
beschriebenen Ausführungsformen miteinander kombiniert werden können, außer wenn spezifisch
anderweitig angegeben. Wie in der Beschreibung und den Zeichnungen dargestellt müssen
einzelne Elemente, die in Verbindung stehend dargestellt wurden, nicht direkt miteinander
in Verbindung stehen; Zwischenelemente können zwischen den verbundenen Elementen vorgesehen
sein. Der Begriff "beispielsweise" ist lediglich als ein Beispiel gemeint und nicht
als das Beste oder Optimale. Es wurden bestimmte Ausführungsformen hierin veranschaulicht
und beschrieben, doch für den Fachmann ist es offensichtlich, dass eine Vielzahl von
alternativen und/oder gleichartigen Implementierungen anstelle der gezeigten und beschriebenen
Ausführungsformen verwirklicht werden können, ohne vom Konzept der vorliegenden Erfindung
abzuweichen.
Bezugszeichenliste
[0077]
- 10:
- herkömmliches Kühlverfahren
- 11:
- Ansaugen
- 12:
- eingangsseitige warme Luft
- 13:
- Kühlung
- 14:
- ausgangsseitige gekühlte Luft
- 100:
- erfindungsgemäßes Kühlverfahren
- 101:
- Ansaugen
- 102:
- eingangsseitige warme Luft
- 103:
- Kompression bzw. Verdichtung
- 104:
- ausgangsseitige gekühlte Luft
- 105:
- Kühlung
- 107:
- Entspannung
- 200:
- erfindungsgemäße Kühlvorrichtung
- 201:
- Wärmetauscher
- 202:
- Dichtung (zur Schaltschrankwand)
- 203:
- Kältetauscher
- 204:
- Außenhaube
- 205:
- Kompressor bzw. Verdichter
- 206:
- Kaltluftaustritt bzw. Luftauslass
- 207:
- Luftansaugung bzw. Lufteinlass
- 208:
- Netzteil
- 209:
- Lüfter
- 210:
- Peltier-Element
- 211:
- Lüfterschlitze bzw. Lüfteröffnungen
- 212a:
- Luftkanaleingang
- 212b:
- Luftkanalausgang
- 213a:
- erstes Abdichtteil
- 213b:
- zweites Abdichtteil
- 214a:
- Rohrstutzen am Lufteinlass
- 214b:
- Rohrstutzen am Luftauslass
- 215:
- Montageplatte
- 215a:
- erster Durchbruch in der Montageplatte
- 215b:
- zweiter Durchbruch in der Montageplatte
- 216:
- Dichtung (zum Kompressor)
- 216a:
- erste Öffnung in der Dichtung
- 216b:
- zweite Öffnung in der Dichtung
- 300:
- Leistungsfähigkeitsdiagramm eines Peltier-Moduls
- 301:
- erster Graf, bei 25% Imax
- 302:
- zweiter Graf, bei 50% Imax
- 303:
- dritter Graf, bei 75% Imax
- 304:
- vierter Graf, bei 100% Imax
1. Kühlvorrichtung (200) mit:
einem Kältetauscher (203) zur Kühlung von Luft in einem Luftraum;
einem Peltier-Element (210), welches ausgebildet ist, den Kältetauscher (203) zu kühlen;
und
einem Luftverdichter (205), welcher ausgebildet ist, Luft aus dem Luftraum anzusaugen,
die angesaugte Luft zu verdichten, um durch Verdichtung erwärmte verdichtete Luft
zu erhalten, wobei der Luftverdichter (205) ferner ausgebildet ist, den Kältetauscher
(203) mit der verdichteten Luft zu beaufschlagen, um den Kältetauscher (203) zu erwärmen.
2. Kühlvorrichtung (200) nach Anspruch 1,
wobei der Kältetauscher (203) einen Lufteinlass (207), einen Luftauslass (206) und
einen Luftführungskanal aufweist,
wobei der Luftführungskanal einen mit dem Lufteinlass (207) strömungstechnisch verbundenen
Luftkanaleingang (212a) und einen mit dem Luftauslass (206) strömungstechnisch verbundenen
Luftkanalausgang (212b) aufweist,
wobei der Verdichter (205) ausgebildet ist, die verdichtete Luft dem Luftführungskanal
über den Luftkanaleingang (212a) zuzuführen,
wobei der Luftführungskanal durch die verdichtete Luft durchströmbar ist, um den Kältetauscher
(203) zu erwärmen, und
wobei die verdichtete Luft über den Luftkanalausgang (212b) ausströmbar ist.
3. Kühlvorrichtung (200) nach Anspruch 2,
wobei der Luftauslass (206) zu dem Luftraum hin ausgerichtet ist, um die verdichtete
Luft in dem Luftraum wieder zu entspannen.
4. Kühlvorrichtung (200) nach Anspruch 2 oder 3,
wobei der Luftkanaleingang (212a) und der Luftkanalausgang (212b) jeweils seitlich
des Luftführungskanals angeordnet sind,
wobei der Luftkanaleingang (212a) seitlich jeweils durch ein erstes Abdichtteil (213a),
insbesondere ein Kunststoffabdichtteil, abgedichtet ist,
wobei der Luftkanalausgang (212b) seitlich durch ein zweites Abdichtteil (213b) abgedichtet
ist,
wobei in dem ersten Abdichtteil (213a) eine erste Luftöffnung gebildet ist,
wobei in dem zweiten Abdichtteil (213b) eine zweite Luftöffnung gebildet ist,
wobei die erste Luftöffnung dem Lufteinlass (207) zugeordnet ist, und
wobei die zweite Luftöffnung dem Luftauslass (206) zugeordnet ist.
5. Kühlvorrichtung (200) nach Anspruch 4,
wobei der Luftkanaleingang (212a) an einer ersten Stirnseite des Luftführungskanals
angeordnet ist,
wobei der Luftkanalausgang (212b) an einer zweiten Stirnseite des Luftführungskanals
angeordnet ist,
wobei das erste Abdichtteil (213a) die erste Stirnseite abdichtet,
wobei das zweite Abdichtteil (213b) die zweite Stirnseite abdichtet, und
wobei zwischen dem jeweiligen Abdichtteil (213a, 213b) und der jeweiligen Stirnseite
jeweils eine umlaufende Luftdichtung angeordnet ist.
6. Kühlvorrichtung (200) nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
wobei der Kältetauscher (203) eine Montageplatte (215) aufweist, die zur Montage des
Luftverdichters (205) ausgebildet ist,
wobei der Luftführungskanal mit der Montageplatte (215) verbunden ist,
wobei die Montageplatte (215) einen ersten Durchbruch (215a) aufweist, welcher dem
Lufteinlass (207) zugeordnet ist, und
wobei die Montageplatte (215) einen zweiten Durchbruch (215b) aufweist, welcher dem
Luftauslass (206) zugeordnet ist.
7. Kühlvorrichtung (200) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
welche ausgebildet ist, die verdichtete Luft nach der Erwärmung des Kältetauschers
(203) an den Luftraum abzugeben, insbesondere entspannt abzugeben.
8. Kühlvorrichtung (200) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei der Luftverdichter (205) auf einer dem Luftraum zugewandten Seite des Kältetauschers
(203) angeordnet ist.
9. Kühlvorrichtung (200) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
welche zur Kühlung eines Schaltschranks vorgesehen ist,
wobei der Luftverdichter (205) auf einer Außenseite des Schaltschranks angeordnet
ist.
10. Kühlvorrichtung (200) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
welche ferner einen Wärmetauscher (201) zur Kühlung des Peltier-Elementes (210) aufweist.
11. Kühlvorrichtung (200) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Peltier-Element (210) mit dem Kältetauscher (203) wärmeleitend verbunden
ist.
12. Kühlvorrichtung (200) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
welche in einem Beistellgerät zu einem Schaltschrank untergebracht ist.
13. Kühlvorrichtung (200) nach Anspruch 12,
wobei das Beistellgerät über Schläuche verfügt, die ausgebildet sind, die aus dem
Luftraum angesaugte Luft und die in den Luftraum zurückgeführte Luft zu transportieren.
14. Kühlverfahren (100) mit den folgenden Schritten:
Ansaugen (101) von Luft (102) aus einem Luftraum;
Verdichten (103) der angesaugten Luft, um durch Verdichtung erwärmte verdichtete Luft
zu erhalten;
Kühlen (105) der erwärmten verdichteten Luft mit einem Kältetauscher, der von einem
Peltier-Element gekühlt wird; und
Entspannen (107) der verdichteten Luft in den Luftraum nach dem Kühlen (105) mit dem
Kältetauscher.
15. Schaltschrank zur Behausung zumindest einer elektrischen Komponente,
wobei der Schaltschrank einen Schaltschrankinnenraum aufweist, welcher einen Luftraum
einschließt,
wobei in einem Durchbruch einer Schaltschrankwandung die Kühlvorrichtung (200) nach
einem der vorstehenden Ansprüche zur Kühlung des Luftraumes angeordnet ist,
wobei der Luftverdichter (205) ausgebildet ist, Luft aus dem Luftraum anzusaugen,
die angesaugte Luft zu verdichten, um durch Verdichtung erwärmte verdichtete Luft
zu erhalten,
wobei der Luftverdichter (205) ferner ausgebildet ist, den Kältetauscher (203) mit
der verdichteten Luft zu beaufschlagen, um den Kältetauscher (203) zu erwärmen, und
wobei die Kühlvorrichtung (200) ausgebildet ist, die verdichtete Luft nach der Erwärmung
des Kältetauschers (203) an den Luftraum abzugeben, um die verdichtete Luft wieder
zu entspannen.