[0001] Die Erfindung betrifft eine Hochspannungsdurchführung mit einer Meßanschlussaussparung,
an der ein Spannungsteilerabgriff mit einem Kontaktmittel angeordnet ist, sowie ein
Herstellungsverfahren nach Anspruch 9.
[0002] Bei Hochspannungsgeräten wie beispielsweise einem Transformator kommen Hochspannungsdurchführungen
von Siemens der Baureihe SETFt24 zum Einsatz, bekannt aus der Broschüre "SETFt24-800kV,
RIP Transformator-Freiluftdurchführung" oder der Baureihe EKTG, bekannt aus der Broschüre
"EKTG 72,5-800kV, RIP Transformator-Gas-Durchführung". Diese Hochspannungsdurchführungen
dienen z.B. dazu, eine Hochspannung aus einer Freileitung sicher durch das Gehäuse
in einen Transformator einzuführen.
[0003] Eine Hochspannungsdurchführung für Transformatoren ist bekannt aus der Broschüre
"Transformatordurchführungen Baureihen SETFta-SETFtc, ETFa-ETFc, Montage- Betriebs-
und Wartungsvorschriften", gekennzeichnet als Betriebsanleitung BALSETFta/04d. Seite
2 zeigt eine Durchführung mit einer Flanschscheibe für eine Befestigung am Transformator,
in deren unmittelbarer Nähe ein Messanschluss vorgesehen sein kann. Am Messanschluss
kann gemäß Seite 18 ein Spannungsteileranschluss verwendet werden, damit im Betrieb
der Hochspannungsdurchführung mittels eines angeschlossenen Spannungsteilers eine
niedrigere Spannung für ein Messgerät bereit gestellt werden kann. Das Messgerät kann
aus der niedrigeren Spannung auf die anliegende Hochspannung in der Durchführung zurückschließen.
[0004] Bisherige Lösungen für Spannungsteilerabgriffe, wie sie z.B. für die oben genannten
Siemens Transformatoren eingesetzt werden, verwenden eine mechanische Feder, die einen
Kontaktstift durch die Meßanschlussaussparung auf einen Leiter in der Hochspannungsdurchführung
drückt. Der Leiter ist als eine Folie im sogenannten Aktivteil der Hochspannungsdurchführung
ausgeführt. Ein bekannter Spannungsteileranschluss dieser Bauart ist der CSA Typ A
gemäß tech. Spezifikation 327881 der HSP Hochspannungsgeräte GmbH.
[0005] Für den Einsatz in den USA wird häufig ein den Vorgaben der Norm IEEE STD C57.19.01-2000
entsprechender Spannungsteilerabgriff in der Durchführung gefordert. Entsprechend
der Norm sollte der Spannungsteilerabgriff einer Prüfspannung von 20kV stand halten.
Außerdem sind Angaben zur äußeren Form des Abgriffs einzuhalten, die in der Norm spezifiziert
werden. So muss z.B. gemäß Figur 1 "Bushing voltage tap dimensions" ein Kontaktstift
einen Durchmesser von 7,95mm +/- 0,08 mm aufweisen. Die innere Ausgestaltung des Spannungsteilerabgriffs
bleibt im Ermessen des Herstellers.
[0006] Um die vergleichsweise hohe Prüfspannung von 20kV verwenden zu können, werden bei
bisherigen Spannungsteilerabgriffen zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen: beispielsweise
wird mit einem Schutzgas oder einem Isolieröl eine Isolierung sicher gestellt. Dies
ist jedoch mit zusätzlichem konstruktivem Aufwand verbunden, was die Kosten der Hochspannungsdurchführung
erhöht. Außerdem kann Schutzgas entweichen, was besondere Vorkehrungen bei Montage,
Wartung und Entsorgung der Vorrichtung erfordert.
[0007] Es stellt sich an die Erfindung die Aufgabe, eine Hochspannungsdurchführung mit einer
Meßanschlussaussparung anzugeben, an der ein Spannungsteilerabgriff mit einem Kontaktmittel
angeordnet ist, bei der mit einem vergleichsweise geringen konstruktivem Aufwand eine
Prüfspannung von 20kV abgegriffen werden kann.
[0008] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass ein Bereich zwischen dem Kontaktmittel
und der Meßanschlussaussparung mit einem Isolierstoff ausgegossen ist. Dies ist ein
Vorteil, weil so auf einfache Weise und ohne weitere Hilfsmittel wie z.B. Schutzgas
die Isolierung sichergestellt wird.
[0009] Typischerweise wird die Meßanschlussaussparung durch eine Bohrung mit ca. 30 mm Durchmesser
in die Außenwand der Hochspannungsdurchführung eingebracht.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Hochspannungsdurchführung
beinhaltet der Isolierstoff zumindest anteilig Silikon. Dies ist ein Vorteil, weil
Silikon die nötige elektrische Durchschlagsfestigkeit aufweist, kostengünstig und
lange haltbar ist.
[0011] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Hochspannungsdurchführung
ist das Kontaktmittel mit einem Leiter in der Hochspannungsdurchführung verlötet.
Der Leiter kann beispielsweise als eine Folie im sogenannten Aktivteil ausgeführt
sein. Dies ist vorteilhaft, weil so ein guter elektrischer Kontakt ermöglicht wird
und die Spannungsmessung akkurat erfolgen kann.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Hochspannungsdurchführung
ist der Spannungsteilerabgriff für eine Prüfspannung von 20kV geeignet. Dies ist ein
Vorteil, weil so gemäß der Norm IEEE STD C57.19.01-2000 eine Prüfung der Hochspannungsdurchführung
möglich ist.
[0013] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Hochspannungsdurchführung
entsprechen die äußeren Abmessungen des Spannungsteilerabgriffs den Vorgaben der Norm
IEEE STD C57.19.01-2000. Dies ist vorteilhaft, weil so eine Interoperabiltät mit Produkten
zahlreicher Hersteller sicher gestellt ist.
[0014] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Hochspannungsdurchführung
ist das Kontaktmittel als eine Litze, insbesondere als Kabel mit einer Kabelisolierung
aus Silikon, ausgebildet. Dies ist ein Vorteil, weil solche Kabel weit verbreitet
und kostengünstig sind.
[0015] Eine Litze i.S.d. Erfindung ist z.B. ein metallischer Leiter, der biegsam sein kann.
Besonders bevorzugt wird eine Ausführung als isoliertes Kabel.
[0016] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Hochspannungsdurchführung
ist auf das Kontaktmittel eine Kerze mit Messingeinsatz und Isolierung aus Gießharz
aufgesetzt. Dies ist ein Vorteil, weil das Kontaktmittel auf diese Weise auch außerhalb
des mit Silikon vergossenen Bereichs ausreichend stark elektrisch isoliert wird.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Hochspannungsdurchführung
ist der Messingeinsatz mit dem Kontaktmittel verlötet. Dies ist ein Vorteil, weil
so mittels des Messingeinsatzes ein elektrischer Kontakt mit genormten Abmessungen
zum Anschluss eines Spannungsteilers ausgebildet werden kann.
[0018] Ferner stellt sich an die Erfindung die Aufgabe, ein Herstellungsverfahren für eine
Hochspannungsdurchführung mit Spannungsteilerabgriff anzugeben, aus der mit einem
vergleichsweise geringen konstruktivem Aufwand eine Prüfspannung von 20kV abgegriffen
werden kann.
[0019] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass bei dem Herstellungsverfahren die
Schritte:
Anlöten eines Kontaktmittels in einer Meßanschlussaussparung einer Hochspannungsdurchführung,
und
Ausgießen eines Bereichs zwischen dem Kontaktmittel und der Meßanschlussaussparung
mit einem Isolierstoff,
eingesetzt werden.
[0020] Es ergeben sich für das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren und seine bevorzugten
Ausführungsformen gemäß der Ansprüche 10 bis 16 sinngemäß die gleichen Vorteile wie
eingangs für die erfindungsgemäße Hochspannungsdurchführung erläutert.
[0021] Zur besseren Erläuterung der Erfindung werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der
Erfindung in den nachfolgenden Figuren dargestellt.
[0022] Es zeigen
- Figur 1
- eine Hochspannungsdurchführung mit einem Spannungsteilerabgriff, und
- Figur 2
- in schematischer Darstellung einen Querschnitt durch die Hochspannungsdurchführung
mit einem Spannungsteilerabgriff gemäß Figur 1, und
- Figuren 3-8
- einzelne Schritte eines Herstellungsverfahrens für eine Hochspannungsdurchführung
mit Spannungsteilerabgriff.
[0023] In der Figur 1 ist eine Hochspannungsdurchführung des Typs EKTG, Artikelnummer 313524
der HSP Hochspannungsgeräte GmbH, mit einem Flanschbereich 2 zur Befestigung an einem
Transformator und einem Spannungsteilerabgriff 3 dargestellt. Zum Anschluss eines
Messgeräts ist eine Prüfverlängerung 4 auf den Spannungsteilerabgriff 3 aufgesetzt.
[0024] Figur 2 zeigt einen Querschnitt durch die Hochspannungsdurchführung 1 mit einem Spannungsteilerabgriff
3 gemäß Figur 1. In der Hochspannungsdurchführung 1 ist eine Meßanschlussaussparung
vorhanden, durch die eine Litze 7 als Kontaktmittel hindurchgeführt ist, wobei die
Litze 7 in der Hochspannungsdurchführung 1 einen Leiter 6 elektrisch kontaktiert.
Die Litze 7 und der Leiter 6 sind verlötet. Als Litze 7 kommt ein Kabel, das mit einem
Silikonmantel 8 isoliert ist, zum Einsatz. Im Bereich der Meßanschlussaussparung ist
der Zwischenraum zwischen der Litze 7 und der Hochspannungsdurchführung 1 vollständig
mit Silikon 5 ausgegossen. Über die Litze 7 ist im Bereich ausserhalb der Meßanschlussaussparung
eine so genannte Kerze mit einem Messingeinsatz 12 und einer Isolierung aus Gießharz
9 aufgesetzt ist. Im oberen Bereich der Kerze sind zwei kugelförmige Strukturen erkennbar,
die der Feldsteuerung dienen. Die Litze 7 und der Messingeinsatz 12 sind verlötet.
Der Spannungsteilerabgriff 3 ist mit einem Haltemittel 10 auf der Hochspannungsdurchführung
1 befestigt. Die Kerze ist an ihrem von der Hochspannungsdurchführung entfernteren
Ende von einem Gehäuse 13 geschützt.
[0025] In den Figuren 3 bis 8 sind verschiedene Schritte eines Herstellungsverfahrens abgebildet.
In Figur 3 ist der Flanschbereich 2 einer Hochspannungsdurchführung gezeigt, in den
bereits mittels einer Bohrung eine Meßanschlussaussparung 14 eingebracht wurde. Die
Meßanschlussaussparung 14 reicht bis zur ersten Schicht eines elektrischen Leiters
6 in der Hochspannungsdurchführung. Eine Lötperle 15 ist am Boden der Meßanschlussaussparung
14 auf den Leiter 6 gesetzt.
[0026] Figur 4 zeigt ein abisoliertes Kabel, das in Figur 5 an der Lötperle verlötet wurde.
Es wird Silikon 5 mit einem Holzstäbchen verrührt; die Verarbeitungszeit beträgt z.B.
nach Datenblatt des Herstellers ca. 30 min.
[0027] In Figur 6 und 7 wird gezeigt, wie das Silikon mittels einer Einwegpipette 20 bis
zum Rand der Meßanschlussbohrung eingefüllt wird. Die Bohrung muss dabei waagerecht
liegen und es darf kein Silikon auslaufen. Während der Aushärtezeit von ca. 24 Stunden
muss das Kabel senkrecht in der Mitte der Bohrung gehalten werden, was z.B. durch
ein Ausrichtungswerkzeug oder durch Einsatz einer sogenannten Kerze erreicht werden
kann.
[0028] Figur 8 zeigt, wie nach Aushärten des Silikons auf die Litze eine Kerze mit einem
Messingeinsatz 12 und einer Isolierung aus Gießharz 9 aufgesetzt ist. Die Litze und
der Messingeinsatz 12 sind verlötet, wobei die Lötstelle bevorzugt am Ende des Messingeinsatzes
12 im Bereich der abisolierten Litze angeordnet ist. Die Kerze ist an ihrem von der
Hochspannungsdurchführung entfernteren Ende von einem Gehäuse 13 geschützt.
1. Hochspannungsdurchführung (1) mit einer Meßanschlussaussparung (14), an der ein Spannungsteilerabgriff
(3) mit einem Kontaktmittel (7) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Bereich zwischen dem Kontaktmittel (7) und der Meßanschlussaussparung (14) mit
einem Isolierstoff (5) ausgegossen ist.
2. Hochspannungsdurchführung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolierstoff (5) zumindest anteilig Silikon beinhaltet.
3. Hochspannungsdurchführung (1) nach Anspruch 1 oder, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktmittel (7) mit einem Leiter (6) in der Hochspannungsdurchführung (1) verlötet
ist.
4. Hochspannungsdurchführung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannungsteilerabgriff (3) für eine Prüfspannung von 20kV geeignet ist.
5. Hochspannungsdurchführung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die äußeren Abmessungen des Spannungsteilerabgriffs (3) den Vorgaben der Norm IEEE
STD C57.19.01-2000 entsprechen.
6. Hochspannungsdurchführung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktmittel (7) als eine Litze, insbesondere als Kabel mit einer Kabelisolierung
(8) aus Silikon, ausgebildet ist.
7. Hochspannungsdurchführung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf das Kontaktmittel (7) eine Kerze mit Messingeinsatz (12) und Isolierung aus Gießharz
(9) aufgesetzt ist.
8. Hochspannungsdurchführung (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Messingeinsatz (12) mit dem Kontaktmittel (7) verlötet ist.
9. Herstellungsverfahren für eine Hochspannungsdurchführung (1) mit Spannungsteilerabgriff
(3),
gekennzeichnet durch die Schritte:
- Anlöten eines Kontaktmittels (7) in einer Meßanschlussaussparung (14) einer Hochspannungsdurchführung
(1),
- Ausgießen eines Bereichs zwischen dem Kontaktmittel (7) und der Meßanschlussaussparung
(14) mit einem Isolierstoff (5).
10. Herstellungsverfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Isolierstoff (5) zumindest anteilig Silikon verwendet wird.
11. Herstellungsverfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktmittel (7) mit einem Leiter (6) in der Hochspannungsdurchführung (1) verlötet
wird.
12. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannungsteilerabgriff (3) für eine Prüfspannung von 20kV geeignet ist.
13. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die äußeren Abmessungen des Spannungsteilerabgriffs (3) den Vorgaben der Norm IEEE
STD C57.19.01-2000 entsprechend ausgebildet werden.
14. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktmittel (7) als eine Litze, insbesondere als Kabel mit einer Kabelisolierung
(8) aus Silikon, ausgebildet wird.
15. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass auf das Kontaktmittel (7) eine Kerze mit Messingeinsatz (12) und Isolierung (9) aus
Gießharz aufgesetzt wird.
16. Herstellungsverfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Messingeinsatz (12) mit dem Kontaktmittel (7) verlötet wird.