Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Filterbeutel für einen Staubsauger gemäß
dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie einen Staubsauger gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
14, für einen Betrieb mit einem solchen Filterbeutel.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Schon seit längerer Zeit sind Entwickler bemüht, Staubsauger möglichst energieeffizient
zu konstruieren. Gleichzeitig ist ein weiteres Anliegen der Entwickler, die Saugleistung
des Staubsaugers zu erhöhen. Deswegen versucht man, Filterbeutel zu schaffen, bei
denen ein Luftdurchsatz, beziehungsweise ein Volumenstrom im teilgefüllten oder gefüllten
Zustand nur in geringem Maße absinkt.
[0003] Ein Beispiel dafür findet sich in der Druckschrift
DE 78 37 557 U1, in der ein Papierfilterbeutel für Staubsauger offenbart ist, bei dem eine Oberfläche
des Filterbeutels mit einer Faltung und/oder Knitterung versehen ist, wobei der Rauminhalt
des Filterbeutels im aufgeblähten Zustand größer ist als der Rauminhalt eines Staubraumes,
in dem der Filterbeutel untergebracht ist. Damit vorgefaltete Filterbeutel bereits
als leerer Beutel in einem Staubraum eines Staubsaugers ihre maximale Entfaltung erzielen,
wurden wie beispielsweise in der
US 3 479 802 A1 veranschaulicht, doppelwandige Filterbeutel vorgesehen, deren äußere Filterwand durch
Saugluft aufgeblasen wird, um Raum für eine Ausdehnung des darin angeordneten weiteren
Filterbeutels zu schaffen.
[0004] Eine weitere, ähnliche Lösung offenbart die Druckschrift
DE 20 2011 000 339 U1, bei der im Filterbeutel ein schlauchartiges Gebilde vorgesehen ist, das mit einer
Einströmöffnung verbunden ist und dadurch die Luft gezielt in zwei Richtungen des
Filterbeutels drängt, um diesen möglichst weit aufzufalten. Damit eine effektive Filterung
in den Kammern ermöglicht wird, ist das schlauchförmige Gebilde in einem bestimmten
Abstand zu der Außenwand des Filtermaterials angeordnet. Demnach wirkt das schlauförmige
Gebilde als Saugluft-Teiler, wobei die Luft hauptsächlich in zwei Richtungen des Filterbeutels
geleitet wird.
[0005] Aus der
DE 195 08 427 A1 ist ein Staubfilter bekannt, bei der ein Staubfilter eine Innenhülle im Filterbeutel
aufweist, deren Luftdurchlässigkeit niedriger ist als die der Außenhülle. Beim Einschalten
eines Staubsaugergeräts tritt in dem zwischen den beiden Beuteln vorhandenen Innenraum
eine Druckdifferenz auf, die zu einer Mitnahme der Filtersackwandung im Staubraum
führt, wobei sich der Filterbeutel stoßartig aufbläht. Aufgrund der fehlenden oder
nur sehr geringen Luftdurchlässigkeit wirkt auf der Innenseite der Innenhülle sofort
eine Kraft ein, sodass ein sogenannter Öffnungsstoß auftritt, der die Innenhülle aufbläst.
[0006] Aus der
CN 104 888 542 A ist ein Staubfilterbeutel bekannt, der durch ein Gerüst aus aufblasbaren Schläuchen
gehalten wird. Die Schläuche sind im Inneren des Filterbeutels angeordnet und können
über einen Gaseingang aus einer separaten Gasquelle befüllt werden. Ein stoßweises
Befüllen soll ein Reinigen des Filterbeutels bewirken können.
[0007] Außerdem ist aus der
US 3 443 336 bekannt, innerhalb eines Filters einen weiteren Filter anzuordnen und einen Teil
der einströmenden Luft in den Bereich zwischen den Filtern zu leiten. Dadurch soll
eine verbesserte Filter-Standzeit im Verhältnis zu einer Anordnung mit nur einem Filter
erreicht werden.
[0008] Herkömmliche Filterbeutel für Staubsauger weisen bei ihrer Auslieferung in Folge
einer kleinen Verkaufsverpackung einen gefalteten Zustand auf. Der Benutzer legt dann
den nur teilweise entfalteten Filterbeutel in einen Staubraum des Staubsaugers, ohne
den Filterbeutel in dem Staubraum vollständig aufzufalten. Die dadurch vorhandenen
Knickfalten und/oder abgeschnürte Bereiche in dem Filterbeutel erzeugen einen höheren
Luftwiderstand, der eine Saugleistung des Staubsaugers vermindert, da der gesamte
Luft-Saugstrom durch eine kleinere Filterfläche strömen muss. Da dabei nur ein kleineres
nutzbares Filtervolumen genutzt werden kann, muss die Leistung einer Motor-Gebläse-Einheit
des Staubsaugers erhöht werden, damit der notwendige Volumenstrom, sowie die gewünschte
Saugleistung aufrecht erhalten werden kann. Bei der sich dabei einstellenden Strömungsgeschwindigkeit
ergibt sich ein entsprechend höherer Luftwiderstand. Darüber hinaus verkleinert und
verstopft eingesaugter Staub die tatsächliche nutzbare Filterfläche des Filterbeutels
und verkürzt somit dessen Wechselintervalle, beziehungsweise die Standzeit des Filterbeutels.
Der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe
[0009] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Filterbeutel sowie einen Staubsauger
mit einem solchen Filterbeutel bereit zu stellen, der über seine gesamte Nutzungsdauer
energieeffizient betrieben werden kann.
Erfindungsgemäße Lösung
[0010] Diese Aufgabe wird mittels eines Filterbeutels für einen Staubsauger gemäß dem Merkmal
von Anspruch 1 gelöst. Dabei umfasst der Filterbeutel zumindest ein schlauchartiges
Expansionselement mit einem ersten offenen Ende, das exzentrisch an einen Luft-Einlass
des Filterbeutels grenzt und einen mit dem Luft-Einlass gemeinsamen Überschneidungsquerschnitt
aufweist, der geringer ist als der Öffnungsquerschnitt des Luft-Einlasses des Filterbeutels.
Das Expansionselement sorgt dafür, dass sich der Filterbeutel bei einem Einschalten
des Staubsaugers im Wesentlichen auf sein maximales Volumen entfaltet, beziehungsweise
seine maximale Ausdehnung in einem Staubraum erreicht, wobei das Expansionselement
den Filterbeutel in seinem entfalteten Zustand versteift. Die maximale Ausdehnung
des Filterbeutels ermöglicht es, nicht nur den Füllgrad des Filterbeutels maximal
auszunutzen, sondern auch die Standzeit, beziehungsweise Nutzungsdauer des Filterbeutels
zu erhöhen. Gleichzeitig nimmt ein den Filterbeutel durchströmender Volumenstrom auch
bei zunehmender Beladung nur langsamer ab, was eine erhöhte Energieeffizienz gewährleistet.
Darüber hinaus kann auf eine manuelle Auffaltung des Filterbeutels verzichtet werden.
Demzufolge können mehrfach vorgefaltete Filterbeutel bereits als leere Beutel in dem
Staubraum ihre maximale Ausdehnung einnehmen und somit ihr maximales Staub-Aufnahmevolumen
zur Verfügung stellen. Dabei ist das Expansionselement als schlauchartiges Element
ausgebildet. Dabei ermöglicht ein erstes zum Einlassstutzen hin geöffnetes Ende des
Expansionselements ein Aufblasen mittels der einströmenden angesaugten Luft.
[0011] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Staubsauger mit dem Merkmal von
Anspruch 14, der mit einem Filterbeutel gemäß Anspruch 1 versehen ist. Dabei umfasst
der Staubsauger: einen Staubraum, in dem der Filterbeutel anordenbar ist; eine Motor-Gebläse-Einheit
zum Erzeugen eines Unterdrucks in dem ihr vorgelagerten Staubraum; einen Einlassstutzen,
der dem Staubraum vorgelagert ist und mit einem ersten Endstück an diesen angrenzt
oder in diesen hineinragt, wobei das zweite Endstück des Einlassstutzens an einen
Saugschlauch und/oder eine Saugdüse gekoppelt ist. Der Filterbeutel weist zumindest
ein Expansionselement mit einem ersten Ende auf, das - in Richtung - zu einem mit
dem Einlassstutzen verbindbaren Einlass des Filterbeutels hin geöffnet ist, wobei
das erste Ende des Expansionselements exzentrisch an einen Luft-Einlass des Filterbeutels
grenzt und einen mit dem Luft-Einlass gemeinsamen Überschneidungsquerschnitt aufweist,
der geringer ist als der Öffnungsquerschnitt des Luft-Einlasses des Filterbeutels.
Dabei lassen sich die im Vorfeld beschriebenen Vorteile des Filterbeutels mit dem
besagten Expansionselement auf den damit versehenen Staubsauger in vollem Umfang übertragen.
Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung
[0012] Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen, welche einzeln oder in Kombination miteinander
eingesetzt werden können, sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0013] Dabei weist bei einer anliegenden Luftströmung zweckmäßigerweise das Expansionselement
eine höhere Steifigkeit auf als der Filterbeutel. Dadurch kann gewährleistet werden,
dass sich der mit dem Expansionselement versehene Filterbeutel nur in bestimmte Richtungen
ausbreitet bzw. ausdehnt.
[0014] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Expansionselement aus einem
metamorphen Material oder Materialgemisch hergestellt. Im Zusammenhang mit der Erfindung
wird unter einem metamorphen Material oder Materialgemisch ein Material verstanden,
das eine Zustandsänderung vollziehen kann. Vorzugsweise handelt es sich dabei um eine
einmalige Formänderung bzw. Gestaltänderung. Somit können Materialien verwendet werden,
die ein Formgedächtnis bzw. einen Einmal-Memory-Effekt aufweisen, wobei sie nach einer
vollzogenen Formänderung in dem eingenommenen Zustand verweilen. Darüber hinaus können
solche Materialien "programmiert" werden, eine bestimmte Form einzunehmen. Somit können
auf bestimmte Staubsaugertypen abgestimmte und optimierte Filterbeutel hergestellt
werden.
[0015] Vorzugsweise ist das Expansionselement zumindest teilweise aus einem luftdurchlässigen
Material hergestellt. Dadurch kann sichergestellt werden, dass ein aufgeblähtes schlauchartiges
Expansionselement selbst eine Filterfunktion erfüllen kann.
[0016] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform des Filterbeutels weist das Expansionselement
ein von dem Einlass, beziehungsweise von dem ersten offenen Ende abgewandtes zweites
offenes Ende auf. Dadurch kann ein bereits aufgeblähtes Expansionselement dazu dienen,
die in den Filterbeutel angesaugte Luft in eine bestimmte Richtung zu führen, um so
eine möglichst effiziente Staubabscheidung in dem Filterbeutel zu erlangen.
[0017] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist die Öffnung
des zweiten Endes des Expansionselements einen geringeren Öffnungsquerschnitt als
die Öffnung des ersten Endes des Expansionselements auf. Wegen des geringeren Öffnungsquerschnitts
kann Luft, die durch die Öffnung mit dem relativ dazu größeren Öffnungsquerschnitt
angesaugt wird, in dem schlauchartigen Expansionselement gestaut werden. Aufgrund
des auftretenden Staudrucks kommt es zu einer Versteifung des Expansionselements.
Sofern eine maximale Versteifung erhalten werden soll, ist die Öffnung des zweiten
Endes des Expansionselements vollständig verschlossen. Dadurch baut sich ein maximaler
Staudruck in dem schlauchartigen Expansionselement auf, der gleichzeitig eine Erhöhung
der Steifigkeit des Expansionselementes nach sich zieht.
[0018] Das Expansionselement für den Filterbeutel kann zweckdienlicher Weise an einer Innenseite
und/oder Außenseite einer Wandung des Filterbeutels angebracht werden. Dadurch lassen
sich auch kreuzende Anordnungen von schlauchartigen Expansionselementen konstruieren,
die ein verbessertes Aufspannverhalten des Filterbeutels ermöglichen.
[0019] Vorzugsweise kann das Expansionselement an einer Innenseite und/oder Außenseite der
Wandung des Filterbeutels durch eine Klebe- oder Schweißnaht angebracht werden. Derartige
Verbindungen sind besonders leicht herstellbar und kostengünstig.
[0020] Um besonders platzsparende und gleichzeitig besonders stabile Filterbeutel zu erhalten,
sind die Expansionselemente in der Wandung des Filterbeutels eingearbeitet.
[0021] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Wandung des
Filterbeutels zumindest partiell doppellagig ausgeführt, sodass sich zwischen den
einzelnen Lagen ein Zwischenraum bildet. Darin können besonders leicht Abschnitte
eingearbeitet werden, die wie ein Expansionselement wirken.
[0022] Bei besonders großen Filterbeuteln werden Expansionselemente vorgesehen, die eingerichtet
sind, von einem Aktivierungsmittel aufgebläht zu werden. Besonders in solchen Staubräumen,
die ein großes Volumen aufweisen, bzw. Staubräumen in denen der Unterdruck nicht ausreichend
groß ist, um bei einer ersten Verwendung des Filterbeutels diesen optimal zu entfalten,
eignen sich Aktivierungsmittel zur Kompensation des geringen Unterdrucks in dem betreffenden
Staubraum.
[0023] Als Aktivierungsmittel eignet sich insbesondere Treibgas, weil es sich nach einer
Verwendung verflüchtigt und somit den Filterbeutel in seiner Wirkung nicht einschränkt.
Insbesondere eignet sich Treibgas als Aktivierungsmittel zur Entfaltung des Filterbeutels
im Vergleich mit elastischen Gegenständen, z. B. Federn, die nach einer Entfaltung
des Filterbeutels in diesem verbleiben und auch bei der Entsorgung besonders berücksichtigt
werden müssen.
[0024] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Aktivierungsmittel eine relativ
zur Arbeitsumgebung des Filterbeutels erhöhte Temperatur. Schließlich tritt bei erstmaligem
Benutzen des Filterbeutels in den Staubsauger wegen des erhöhten Luftwiderstands kurzzeitig
eine erhöhte Betriebs-/Luft-Temperatur auf, durch die das metamorphe Material einmalig
aktiviert werden kann. Diese Lösung ist besonders kostengünstig und platzsparend.
[0025] Mittels des beschrieben Filterbeutels bzw. Staubsaugers mit einem solchen Filterbeutel
gelingt es, die Nutzungsdauer des Filterbeutels zu erhöhen und gleichzeitig die Energieeffizienz
des damit versehenen Staubsaugers zu verbessern.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0026] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend
bezugnehmend auf eine Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig.1
- eine skizzenhafte Darstellung eines herkömmlichen Staubsaugers mit einem Filterbeutel
gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform; und
- Fig. 2
- eine skizzenhafte Darstellung einer Draufsicht eines Filters gemäß einer vorteilhaften
Ausführungsform.
Ausführliche Figurenbeschreibung
[0027] Anhand der skizzenhaften Darstellung eines Staubsaugers 2 mit einem Filterbeutel
1 soll das Funktionsprinzip eines Ausführungsbeispiels für einen Filterbeutel 1 erläutert
werden, der mit Expansionselementen 10 versehen ist. Bei existierenden Filterbeuteln
1 für Staubsauger 2 besteht das Problem, dass sich die Filterbeutel 1 nicht optimal
im Staubraum 3 entfalten. Dadurch bleibt das volle Beutelvolumen ungenutzt und die
Saugleistung des Staubsaugers 2 ist geringer. Durch den in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellten
Filterbeutel 1 wird ein maximales Volumen des Filterbeutels 1 im Staubraum 3 erreicht
und kann somit besser ausgenutzt werden. Der Filterbeutel 1 kann mehr Schmutz aufnehmen,
bevor er gewechselt werden muss. Die Saugleistung des Staubsaugers 2 bleibt dadurch
länger erhalten.
[0028] Der in Figur 1 dargestellte Staubsauger 2 entspricht einem herkömmlichen Staubsauger
2, der eine Motor-Gebläse-Einheit 4 zur Erzeugung eines Unterdrucks in einem Staubraum
3 umfasst, wobei über eine Saugdüse 9 Staub bzw. größere Partikel aufgesaugt werden
und direkt oder über einen Saugschlauch 8 in den Staubraum 3 des Staubsaugers 2 geleitet
werden. Der Staubsauger 2 verfügt über einen Einlassstutzen 5, dessen erstes Endstück
6 an den Staubraum 3 grenzt oder in diesen hineinführt und dessen zweites Endstück
7 an den Saugschlauch 8 oder die Saugdüse 9 gekoppelt ist.
[0029] Um eine Filterleistung des Filterbeutels 1 optimal nutzen zu können, ist es notwendig,
dass sich der Filterbeutel 2 im Staubraum 3 vollständig ausbreiten kann. Dadurch wird
sein maximales Aufnahmevolumen zur Verfügung gestellt und gleichzeitig eine Saugleistung
der Motor-Gebläse-Einheit 4 des Staubsaugers 2 optimiert. Ein weiterer Vorteil ist,
dass über die Nutzungsdauer des Filterbeutels 1 hinweg bei steigendem Füllgrad des
Filterbeutels 1 ein Absinken des Volumenstroms geringer ausfällt. Der in Fig. 1 dargestellte
Filterbeutel 1 entspricht einer vorteilhaften Ausführungsform des Filterbeutels 1,
der mit Expansionselementen 10 versehen ist. Ein mit Expansionselementen 10 versehener
Filterbeutel ermöglicht eine verbesserte Auffaltung des Filterbeutels 1 im Staubraum
3 des Staubsaugers 2. Im vorliegenden Beispiel reicht der Einlassstutzen 5 in den
Filterbeutel 1 hinein. Der Filterbeutel 1 ist mittels eines Luft-Einlasses 13 an dem
Einlassstutzen 5 befestigt. Auf die Beschreibung der Befestigung von dem Filterbeutel
1 in dem Staubraum 3 wird an dieser Stelle nicht eingegangen, da es im Rahmen dieser
Beschreibung nicht notwendig ist. Hier wird vollumfänglich auf den bekannten Stand
der Technik verwiesen. Ein erstes offenes Ende 11 des jeweiligen Expansionselements
10 des Filterbeutels 1 ist zum Einlassstutzen 5 hin geöffnet und ermöglicht dadurch
die Aufnahme von angesaugter Luft. Das erste offene Ende 11 grenzt exzentrisch an
den Luft-Einlass 13 des Filterbeutels 1 und weist einen mit dem Luft-Einlass 13 gemeinsamen
Überschneidungsquerschnitt auf, der geringer ist als der Öffnungsquerschnitt des Luft-Einlasses
13 des Filterbeutels 1. Vorzugsweise ist der gemeinsame Überschneidungsquerschnitt
kleiner als die Hälfte des Öffnungsquerschnitts des Luft-Einlasses 13.
[0030] Die in das Expansionselement 10 über das erste Ende 11 eindringende Luft führt zu
einer Versteifung des Expansionselements 10, wodurch ein Auffalten des Filterbeutels
1 im Staubraum 3 bewirkt wird. Im vorliegenden Beispiel ist das Expansionselement
10 ein schlauchartiges Gebilde, in dem sich zur Aussteifung des Expansionselements
10 Luft aufstaut. Dabei wird bei einer anliegenden Luftströmung durch den Einlassstutzen
5 in den Staubraum 3 hinein das schlauchartige Element aufgeblasen, wobei sich dann
das aufgeblähte Expansionselement 10 entfaltet und gleichzeitig versteift.
[0031] In Fig. 2 wird ein Filterbeutel 1 gemäß einer bevorzugten Ausführungsform dargestellt.
In der darin veranschaulichten Schnittansicht ist ein Luft-Einlass 13 zu erkennen,
um den herum jeweils ein erstes Ende 11 eines Expansionselements 10 angeordnet ist.
Beim Verwenden des Filterbeutels 1 wird dieser derart in den Staubraum 3 des Staubsaugers
2 angeordnet, dass der Einlassstutzen 5 soweit in ihn hinein reicht, dass er auf das
erste Ende 11 des jeweiligen Expansionselements 10 trifft. Aufgrund eines sich in
dem Staubraum 3 aufbauenden Unterdrucks, der von einer Motor-Gebläse-Einheit 4 erzeugt
wird, gelangt Luft über den Einlassstutzen 5 in den Staubraum 3. Das jeweils mit dem
ersten Endstück 6 des Einlassstutzens 5 in Berührung stehende erste Ende 11 nimmt
dabei Luft auf und führt diese durch ein schlauchartiges Gebilde bis zu einem zweiten
Ende 12 des jeweiligen Expansionselements 10. Bei der in Fig. 2 veranschaulichten
Ausführungsform des Filterbeutels 1 ist das zweite Ende 12 des Expansionselements
10 verschlossen. Dadurch kann sich in dem Expansionselement 10 ein Staudruck aufbauen,
der zum Versteifen des Expansionselements 10 führt und dadurch ein Auffalten des Filterbeutels
1 im Staubraum 3 bewirkt. Bei einer weiteren hier nicht dargestellten Ausführungsform
ist das zweite Ende 12 des Expansionselements 10 offen ausgebildet. Allerdings muss
in so einem Fall das zweite Ende 12, das als Austrittsöffnung für angesaugte Luft
in das schlauchartige Expansionselement 10 wirkt, einen Querschnitt aufweisen, der
geringer als der Querschnitt der Eintrittsöffnung bzw. des ersten Endes 11 ist. Dadurch
kann sichergestellt werden, dass sich im Expansionselement 10 der benötigte Staudruck
aufbauen kann. Des Weiteren muss im Falle, dass das zweite Ende 12 offen ausgestaltet
ist, sich dieses innerhalb des Filterbeutels 1 befindet. Somit können keine Staubpartikel
in den Staubraum 3 gelangen, die sonst die Motor-Gebläse-Einheit 4 beschädigen könnten.
[0032] Vorzugsweise ist das Material, aus dem das Expansionselement 10 gebildet ist, luftdurchlässig,
wobei es dadurch in gewissem Maße selbst eine Filterwirkung des Filterbeutels 1 erfüllt.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Expansionselement 10 aus einem
metamorphen Material hergestellt, das aufgrund eines Einmal-Memory-Effekts beim erstmaligen
Benutzen des Filterbeutels 1 ein Auffalten bewirkt und anschließend die gewünschte
Form des Filterbeutels 1 in dem Staubraum 3 des Staubsaugers 2 aufrecht erhält. Ein
Formgedächtnis besitzen beispielsweise: Federelemente sowie Schläuche, die uni- oder
bidirektional schrumpfen, wie auch Materialien wie: Polyolefine, Polyvinylidenfluorid
PVDF, Polyvinylchlorid PVC, Polytetrafluorethen PTFE/Teflon und dergleichen.
[0033] Um die Steifigkeit des aufgefalteten Filterbeutels 1 zu erhöhen, können Expansionselemente
10 sowohl innerhalb des Filterbeutels 1 als auch außerhalb des Filterbeutels 1 angeordnet
werden. Dadurch lassen sich die schlauchartig geformten Expansionselemente 10 auch
überkreuz anordnen, wobei eine Art ausgesteiftes Gitter bzw. Gittergehäuse für den
Filterbeutel 1 entsteht. Je nach Ausführungsform können die Expansionselemente 10
auf dem Filterbeutel 1 aufgeklebt oder daran angeschweißt werden. Bei einer weiteren
hier nicht dargestellten Ausführungsform sind die Expansionselemente 10 in einer Wandung
des Filterbeutels 1 eingearbeitet. Dadurch lassen sich besonders platzsparende Ausführungsformen
des Filterbeutels 1 herstellen. Eine Möglichkeit, die Expansionselemente 10 in den
Filterbeutel 1 einzuarbeiten, wäre, die Wandungen des Filterbeutels zumindest partiell
doppellagig auszuführen, sodass sich zwischen den einzelnen Lagen ein Zwischenraum
bildet, der mit Luft ausgesteift werden kann.
[0034] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann insbesondere für Filterbeutel
1 mit einem großen Staub-Aufnahme-Volumen ein Aktivierungsmittel vorgesehen werden,
mit dessen Hilfe die jeweiligen Expansionselemente 10 über ihr erstes Ende 11 aufgeblasen
oder gefüllt werden. Dieses kann bei bevorzugten Ausführungsformen mittels einer Treibladung
- nicht gezeigt - geschehen, beispielsweise einer CO
2-Patrone, Sprengstoff oder durch Ausblasluft vom Staubsauger - in den Figuren nicht
gezeigt. Alternativ dazu ist es auch möglich, chemische Substanzen wie z.B. Bauschaum
einzusetzen, die sich nach einer Aktivierung in dem schlauchartigen Element ausbreiten
und dieses aufbläht beziehungsweise entfaltet. Bei einer weiteren Ausführungsform
des aktivierten Expansionselements 10 kann auch eine erhöhte Temperatur als Auslöser
für ein Ausdehnen des Expansionselements 10 verwendet werden. Dies ist besonders deswegen
vorteilhaft, da beim erstmaligen Verwenden des Filterbeutels 1 im Staubsauger 2 -
wegen des erhöhten Luftwiderstandes des noch in gefalteter Form vorliegenden Filterbeutels
1 - sich die angesaugte Luft stärker erwärmt.
[0035] Der vorstehend beschriebene Filterbeutel 1 ermöglicht aufgrund seiner verbesserten
Auffaltungs-Eigenschaften eine Erhöhung der Saugleistung und vorteilhafte Nutzung
des gesamten Aufnahmevolumens des Filterbeutels 1. Darüber hinaus kann auf eine manuelle
Auffaltung des Filterbeutels 1 im Staubraum 3 des Staubsaugers 2 verzichtet werden.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 1
- Filterbeutel
- 2
- Staubsauger
- 3
- Staubraum
- 4
- Motor-Gebläse-Einheit
- 5
- Einlassstutzen
- 6
- erstes Endstück
- 7
- zweites Endstück
- 8
- Saugschlauch
- 9
- Saugdüse
- 10
- Expansionselement
- 11
- erstes Ende
- 12
- zweites Ende
- 13
- Einlass
1. Filterbeutel (1), dadurch gekennzeichnet, dass der Filterbeutel (1) zumindest ein schlauchartiges Expansionselement (10) zur verbesserten
Auffaltung des Filterbeutels mit einem ersten offenen Ende (11) umfasst, das exzentrisch
an einen Luft-Einlass (13) des Filterbeutels (1) grenzt und einen mit dem Luft-Einlass
(13) gemeinsamen Überschneidungsquerschnitt aufweist, der geringer ist als der Öffnungsquerschnitt
des Luft-Einlasses (13) des Filterbeutels (1).
2. Filterbeutel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Expansionselement (10) eine höhere Steifigkeit aufweist als der Filterbeutel
(1).
3. Filterbeutel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Expansionselement (10) aus einem metamorphen Material oder Materialgemisch hergestellt
ist.
4. Filterbeutel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Expansionselement (10) zumindest teilweise aus einem luftdurchlässigen Material
hergestellt ist.
5. Filterbeutel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Expansionselement (10) ein von dem ersten offenen Ende (11) abgewandtes zweites
offenes Ende (12) aufweist.
6. Filterbeutel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung des zweiten Endes (12) des Expansionselements (10) einen geringeren Öffnungsquerschnitt
aufweist als die Öffnung des ersten Endes (11) des Expansionselements (10).
7. Filterbeutel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Expansionselement (10) an einer Innenseite und/oder Außenseite einer Wandung
des Filterbeutels (1) anbringbar ist.
8. Filterbeutel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Expansionselement (10) mittels einer Klebe- oder Schweißnaht anbringbar ist.
9. Filterbeutel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Expansionselement (10) in der Wandung des Filterbeutels (1) eingearbeitet ist.
10. Filterbeutel (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung des Filterbeutels (1) zumindest partiell doppellagig ausgeführt ist,
so dass sich zwischen einzelnen Lagen ein Zwischenraum bildet.
11. Filterbeutel (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Expansionselement (10) eingerichtet ist, von einem Aktivierungsmittel entfaltet
zu werden.
12. Filterbeutel (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungsmittel ein Treibgas ist
13. Filterbeutel (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivierungsmittel eine vorbestimmte Temperatur ist/hat.
14. Staubsauger (2) mit einem Filterbeutel (1), wobei der Staubsauger (2) umfasst:
einen Staubraum (3), in dem der Filterbeutel (1) anordenbar ist;
eine Motor-Gebläse-Einheit (4) zum Erzeugen eines Unterdruckes in dem ihr vorgelagerten
Staubraum (3);
einen Einlassstutzen (5), der dem Staubraum (3) vorgelagert ist und mit einem ersten
Endstück (6) an diesen grenzt oder in diesen hinein ragt, wobei ein zweites Endstück
(7) des Einlassstutzens (5) an einen Saugschlauch (8) und/oder eine Saugdüse (9) gekoppelt
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Filterbeutel (1) des Staubsaugers (2) ein Filterbeutel (1) gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche ist.