[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kran, insbesondere Turmdrehkran, mit zumindest
einem Stabwerkträger, der mehrere Längsgurte umfasst, die durch Quer- und/oder Diagonalstäbe
miteinander verbunden sind, wobei zumindest einer der Längsgurte einen sich über die
Gurtlänge ändernden Gurtquerschnitt und/oder in verschiedenen Stabwerkfeldern verschiedene
Gurtquerschnitte besitzt.
[0002] Bei Kranen wie Baukranen oder Hafenkranen werden Strukturteile der Kranstruktur oft
als Stabwerkträger ausgebildet, bei denen Längsgurte durch Quer- bzw. Diagonalstäbe
miteinander verbunden sind. Bei Turmdrehkranen können Turmelemente und Ausleger- und
Gegenauslegerteile in Form solcher Stabwerkträger ausgebildet sein. Bei anderen Kranformen
wie beispielsweise mobilen Teleskopkranen mit wippbarem Ausleger können Auslegerverlängerungen
wie beispielsweise Wippspitzen in Form solcher Stabwerkträger ausgebildet sein. Auch
bei anderen Kranen wie Derrickkranen und dergleichen sind Strukturteile in Form von
Fachwerk- oder Stabwerkträgern ausgebildet.
[0003] Um bei höchstmöglicher Festigkeit ein möglichst geringes Gewicht zu erzielen, ist
es wünschenswert, die Querschnittsprofile der Längsgurte und Quer- bzw. Diagonalstäbe
an die in jeweiligem Stabwerkfeld herrschenden Kräfte anzupassen, um die Materialquerschnitte
und die damit einhergehenden Festigkeiten bestmöglich auszunutzen. Bei den Längsgurten
bedeutet dies, dass diese in verschiedenen Längsabschnitten bzw. in verschiedenen
Stabwerkfeldern an sich unterschiedliche Querschnitte besitzen sollten, da in verschiedenen
Stabwerkfeldern unterschiedliche Zugkräfte auf die Längsgurte einwirken. Um dieser
Forderung gerecht zu werden, wurde bereits vorgeschlagen, einen Längsgurt aus verschiedenen
Gurtteilen zusammenzusetzen und die Gurtabschnitte miteinander zu verschweißen. Solche
Schweißverbindungen sind jedoch in der Fertigung nicht ganz einfach, insbesondere
wenn hochfeste Stähle verwendet werden. Zum anderen erhöht sich der Fertigungsaufwand
auch durch eine komplexere Lagerhaltung, da verschiedene Stabteile bereitgehalten
werden müssen.
[0004] Um diesem komplexeren Fertigungsaufwand zu entgehen, werden daher in der Praxis die
Längsgurte der Stabwerkträger von Kranen häufig mit gleichbleibendem Querschnitt gefertigt,
um einen durchgehenden Gurt einsetzen zu können. Um den Festigkeitsanforderungen gerecht
zu werden, muss dabei der Gurtquerschnitt jedoch so gewählt werden, dass er den Kräften
standhält, die in einem am stärksten beanspruchten Stabwerkfeld auftreten, was dann
zu einer Überdimensionierung in schwächer dimensionierten Stabwerkfeldern und einer
entsprechenden Gewichtserhöhung führt.
[0005] Es wurde insofern auch bereits vorgeschlagen, die Gurte und Stäbe eines solchen Kranstabwerkträgers
nicht mehr aus Stahlprofilen herzustellen, sondern andere, insbesondere faserverstärkte
Materialien wie kohlefaser- und/oder aramidfaserverstärkte Profilteile zu verwenden.
Neben recht hohen Fertigungskosten besitzen solche Faserwerkstoffteile ohne besondere
Schutzmaßnahmen bisweilen jedoch Nachteile bei der Schlag- und Stoßfestigkeit, was
gerade bei häufig auf- und abgebauten Schnelleinsatzkränen problematisch ist, die
beim Transport und bei der Montage oft eher rauen Bedingungen unterliegen.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten Kran
der genannten Art zu schaffen, der Nachteile des Standes der Technik vermeidet und
Letzteren in vorteilhafter Weise weiterbildet. Insbesondere soll ein hochfester, gewichtsoptimierter
Stabwerkträger geschaffen werden, der mit einfachem Fertigungsaufwand herstellbar
und an verschiedenen Kranformen einschließlich häufig auf- und abgebauten Schnelleinsatzkranen
verwendbar ist.
[0007] Erfindungsgemäß wird die genannte Aufgabe durch einen Kran gemäß Anspruch 1 gelöst.
Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0008] Zur Lösung der genannten Aufgabe wird vorgeschlagen, die Längsgurtquerschnitte an
die in den verschiedenen Stabwerkabschnitten herrschenden Kraftverhältnisse anzupassen,
ohne die Längsgurtabschnitte verschiedenen Querschnitts aus mehreren Gurtteilen zusammenzuschweißen,
sondern den Längsgurt zumindest abschnittsweise trotz sich veränderndem Querschnitt
aus einem Stück bzw. materialhomogen einstückig auszubilden. Erfindungsgemäß besitzt
der zumindest eine Längsgurt, der einen sich über die Länge ändernden Gurtquerschnitt
bzw. in verschiedenen Stabwerkfeldern verschiedene Gurtquerschnitte besitzt, schweißnahtfreie
Übergänge zwischen Gurtabschnitten unterschiedlichen Gurtquerschnitts. Zumindest zwei
Gurtabschnitte verschiedenen Querschnitts werden materialhomogen und verbindungsnahtfrei
aus einem Stück gefertigt, wobei der genannte Längsgurt insbesondere aus Stahl bzw.
einem Stahlprofil oder einem Stahlhalbzeug gefertigt sein kann. Dabei umfasst der
Längsgurt an zumindest einer Anschlussstelle eines Quer- und/oder Diagonalstabs eine
Profilaufweitung, von der aus sich der Gurtquerschnitt zu beiden Seiten hin - in Gurtlängsrichtung
betrachtet - verjüngt. Durch solche Profilaufweitungen im Bereich der Anschlussstellen
von Quer- und/oder Diagonalstreben können Schweißanschlüsse der genannten Quer- und/oder
Diagonalstreben in einem spannungsreduzierten Bereich vorgesehen werden, d.h. der
Querschnittskern des Längsgurts bleibt auch im Bereich der Anbindung von Quer- und/oder
Diagonalstreben schweißnahtfrei.
[0009] Der Stabwerkträger mit einem solchen Längsgurt mit schweißnahtfreien Übergängen zwischen
Gurtabschnitten verschiedenen Querschnitts kann grundsätzlich für verschiedene Kranteile
bzw. Strukturteile von Kranen Verwendung finden, insbesondere im Bereich von Turm-
und Auslegerteilen. Insbesondere kann ein in der genannten Weise ausgebildeter Stabwerkträger
als Ausleger bzw. Auslegerteil eines Krans Verwendung finden, wobei der Längsgurt
mit den verschiedenen Gurtquerschnitten und schweißnahtfreien Übergängen dazwischen
den Obergurt des Auslegerteils bilden kann. Generell kann der Stabwerkträger aber
auch bei anderen Kranträgerteilen Verwendung finden, wobei hier der in der genannten
Weise ausgebildete Längsgurt insbesondere dann von Vorteil ist, wenn dieser Gurt den
betriebsmäßig im Wesentlichen nur auf Zug beanspruchten Hauptgurt oder einen solchen
Hauptzuggurt bildet.
[0010] Insbesondere kann der in der genannten Weise ausgebildete Stabwerkträger einen im
Querschnitt betrachtet insgesamt dreieckförmigen Ausleger bzw. Auslegerteil bilden,
bei dem zumindest der Obergurt sich über die Länge verändernde Gurtquerschnitte mit
schweißnahtfreien Übergängen besitzt und von zwei Untergurten ergänzt wird, die miteinander
und mit dem genannten Obergurt durch Quer- und/oder Diagonalstreben verbunden sind.
[0011] In Weiterbildung der Erfindung besitzt der genannte zumindest eine Längsgurt in den
Stabwerksfeldern zwischen angeschlossenen Quer- und/oder Diagonalstreben verschiedene,
jeweils an die Zugkräfte im jeweiligen Stabwerkfeld angepasste Gurtquerschnitte, insbesondere
dergestalt, dass in Stabwerkfeldern mit höheren Zugkräften auf den Längsgurt dieser
einen dickeren bzw. größeren Gurtquerschnitt besitzt und in Stabwerkfeldern mit geringeren
Zugkräften geringere Gurtquerschnitte besitzt.
[0012] Prinzipiell kann sich der Gurtquerschnitt des Längsgurts dabei auch innerhalb eines
Stabwerkfeldes, d.h. zwischen zwei benachbarten Anschlusspunkten von Quer- bzw. Diagonalstreben,
ändern. Vorteilhafterweise jedoch besitzt der Längsgurt innerhalb eines jeweiligen
Stabwerkfeldes einen im Wesentlichen konstant bleibenden Gurtquerschnitt. Die Gurtquerschnitte
verändern sich von Stabwerkfeld zu Stabwerkfeld und sind in jedem Stabwerkfeld bestmöglich
an die herrschende Belastung angepasst. Die Querschnittsveränderungen können im Bereich
der Anlenkpunkte bzw. Anbindungsbereiche der Quer- bzw. Diagonalstreben vorgesehen
sein.
[0013] Der Gurtquerschnitt des genannten Längsgurts kann dabei in zumindest einem Teil des
Stabwerkträgers von Stabwerkfeld zu Stabwerkfeld abnehmen. Insbesondere kann der Gurtquerschnitt
in einer Richtung des Längsgurts von Stabwerkfeld zu Stabwerkfeld zum auskragenden
Ende des Auslegerteils hin abnehmen, wenn es sich bei dem Auslegerteil um eine Auslegerspitze
bzw. ein Auslegerspitzenteil handelt. Je nachdem, wie sich die Kräfte in den Stabwerkfeldern,
insbesondere die Zugkräfte auf den Obergurt, ergeben, können auch andere Querschnittsabstufungen
bzw. Verläufe sinnvoll sein.
[0014] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann der genannte Längsgurt mit den
sich ändernden Gurtquerschnitten mit schweißnahtfreien Übergängen zwischen den Profilabschnitten
bzw. Querschnittsänderungen aus einem Bandstahlsteil bzw. einem Vollmaterialprofilteil
mit etwa rechteckigem Querschnitt ausgebildet sein. Die Verwendung eines Flachstahl-Halbzeugs
erlaubt es, einen zumindest über einen Teil des Auslegerteils durchgehenden Längsgurt
zu verwenden, dessen Querschnitt in einfacher Weise variiert und damit für verschiedene
Stabwerkfelder an die dort herrschenden Kräfte angepasst werden kann.
[0015] Insbesondere kann der genannte Längsgurt in zumindest einem Gurtabschnitt eine sich
über die Länge ändernde Gurtbreite bei im Wesentlichen konstant bleibender Gurthöhe
besitzen. Wird in der vorgenannten Weise ein Flachstahl- bzw. Bandstahlteil verwendet,
bleibt die Dicke bzw. Höhe des Bandstahlteils über die Länge im Wesentlichen gleich,
während Querschnittsverjüngungen bzw. -verbreiterungen durch Variation der Bandstahlbreite
erzielt werden.
[0016] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann der genannte Längsgurt nicht nur
hinsichtlich seines Gurtquerschnitts an verschiedene Stabwerkträgerabschnitte angepasst
sein, sondern auch einen gekrümmten und/oder abgekanteten Verlauf besitzen, beispielsweise
um - wenn der Längsgurt als Obergurt verwendet wird - die Höhe des Stabwerkträgers
in verschiedenen Stabwerkträgerabschnitten verschieden zu gestalten, insbesondere
zu einer Auslegerspitze hin zu verjüngen und/oder neben einem in der Höhe konstant
bleibenden Stabwerkträgerabschnitt einen Stabwerkträgerabschnitt mit sich vergrößernder
oder verkleinernder Höhe vorzusehen und/oder Stabwerkträgerabschnitte mit verschieden
starker Höhenänderung vorzusehen. In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist
der Längsgurt dabei auch in den Übergangsbereichen zwischen zueinander abgekanteten
bzw. gebogenen Längsgurtabschnitten schweißnahtfrei ausgebildet, so dass sich ein
materialhomogener, integral einstückiger Abkantungs- bzw. Biegebereich ergibt.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und
zugehöriger Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Seitenansicht eines Krans in Form eines als Turmdrehkran ausgebildeten
mobilen Schnelleinsatzkranes, dessen Turm einen Ausleger trägt, der als Stabwerkträger
ausgebildet ist,
- Fig. 2:
- eine schematische Seitenansicht eines als Stabwerkträger ausgebildeten Auslegerteils,
das die Auslegerspitze mit zur Spitze hin kleiner werdender Stabwerkträgerhöhe zeigt,
- Fig. 3:
- eine Draufsicht auf den Auslegerteil aus Fig. 2, die den Obergurt und dessen Querschnittsverlauf
zeigt,
- Fig. 4:
- eine vergrößerte, ausschnittsweise Draufsicht auf den Obergurt des Auslegerteils aus
den vorhergehenden Figuren, und
- Fig. 5:
- eine vergrößerte, ausschnittsweise Seitenansicht des Obergurts des Auslegerteils aus
den vorhergehenden Figuren.
[0018] Wie Fig. 1 zeigt, kann der Kran 1 als mobiler Schnelleinsatzkran in Form eines Turmdrehkrans
ausgebildet sein, dessen Turm 2 einen Ausleger 3 trägt und mit seinem unteren Ende
auf einer Drehbühne 4 abgestützt ist, die um eine aufrechte Drehachse verdrehbar ist.
Die genannte Drehbühne 4 wiederum sitzt auf einem Unterwagen 5, der als Lastkraftwagen
ausgebildet oder in sonstiger Weise verfahrbar sein kann, ggf. aber auch von einer
festen, nicht verfahrbaren Abstützbasis gebildet sein kann.
[0019] Der Ausleger 3 kann um eine liegende Querachse wippbar an den Turm 2 gelagert sein,
wobei das Auf- und Niederwippen über die Abspannung 6 erfolgen kann.
[0020] Der Turm 2 und der Ausleger 3 besteht dabei aus Stabwerkträgern, von denen zumindest
einer in der nachfolgend näher erläuterten Weise ausgebildet sein kann.
[0021] Insbesondere kann ein Auslegerteil, beispielsweise die in Fig. 2 dargestellte Auslegerspitze
als Stabwerkträger 7 ausgebildet sein, der mehrere Längsgurte umfasst, die von mehreren
Quer- bzw. Diagonalstreben 10 miteinander verbunden sind. Insbesondere können die
genannten Längsgurte einen Obergurt 8 sowie zwei Untergurte 9 umfassen, so dass der
Stabwerkträger 7 einen insgesamt betrachtet dreieckigen Querschnitt besitzt. Grundsätzlich
sind jedoch auch andere Konstellationen denkbar, beispielsweise zwei Obergurte mit
zwei Untergurten oder zwei Obergurte mit einem Untergurt, je nachdem, welchen Belastungen
der Stabwerkträger unterworfen ist.
[0022] Zumindest einer der genannten Längsgurte kann die nachfolgend näher beschriebene
Ausbildung mit sich ändernden Querschnitten und schweißnahtfreien Übergängen besitzen,
wobei dies insbesondere der den hohen Zugkräften unterworfene Obergurt 8 sein kann.
Die anderen Längsgurte, insbesondere die Untergurte 9 können einen über die Länge
betrachtet gleichbleibenden Gurtquerschnitt besitzen, ggf. aber auch mit variierenden
Querschnitten analog dem Obergurt 8 ausgebildet sein.
[0023] Wie Fig. 3 und Fig. 4 zeigen, kann der Obergurt 8 in verschiedenen Stabwerkfeldern
11, 12 und 13 - die jeweils zwischen zwei Anlenkpunkten 14, 15, 16 bzw. 17 von Quer-
bzw. Diagonalstreben 10 liegen - unterschiedliche Gurtquerschnitte besitzen. Wie ein
Vergleich der Figuren 2 und 5 mit den Figuren 3 und 4 zeigt, kann der Obergurt 8 dabei
eine im Wesentlichen gleichbleibende Profildicke besitzen, während die Profilbreite
über die Länge des Gurts variiert bzw. von Stabwerkfeld zu Stabwerkfeld verschieden
ist. Die Profildicke und die Profilbreite werden dabei in zwei zueinander senkrechten
Hauptachsen des Querschnittprofils gemessen, wobei die Profildicke dann, wenn der
Stabwerkträger ein Auslegerteil ist, in vertikaler Richtung gemessen und die Profilbreite
in horizontaler Richtung gemessen werden kann.
[0024] Wie insbesondere Fig. 4 zeigt, kann die Profilbreite zur Auslegerspitze hin von Stabwerkfeld
zu Stabwerkfeld kleiner werden, insbesondere von B1 über B2 und B3 bis zu B4 hin abnehmen,
vgl. Fig. 4.
[0025] Im Bereich der Anlenkpunkte 14, 15, 16 und 17 der Quer- bzw. Diagonalstreben 10 kann
der Gurt Profilaufweitungen 18 besitzen, die insbesondere in Form von Querschnittsverbreiterungen
ausgebildet sein können, vgl. Fig. 4, wobei auch im Bereich der Profilaufweitungen
18 die Profildicke konstant bleiben kann.
[0026] Vorteilhafterweise besitzen die Querschnittsübergänge, insbesondere auch im Bereich
der Profilaufweitungen 18, kerbwirkungsarme, insbesondere abgerundete Konturierungen,
um keine Spannungsspitzen entstehen zu lassen. Durch die genannten Profilaufweitungen
18 können die Quer- bzw. Diagonalstreben 10 in zugspannungsarmen Randabschnitten des
Obergurts 8 angeschweißt werden.
[0027] Wie Fig. 3 und Fig. 4 zeigen, kann der Obergurt 8 trotz seiner variierenden Gurtquerschnitte
über die gesamte Länge des Auslegerteils bzw. Stabwerkträgers 7 einstückig ohne Schweißnahtverbindungen
in den Übergangsbereichen oder in den Abschnitten eines Stabwerkfeldes selbst ausgebildet
werden. Insbesondere kann der genannte Längsgurt 8 aus einem Flachstahlprofil mit
Vollmaterialquerschnitt gefertigt sein.
[0028] Wie Fig. 5 zeigt, kann der Obergurt 8 eine oder mehrere Abkantungen 19 umfassen,
wodurch die Höhe des Auslegerteils in gewünschter Weise variierend angepasst werden
kann, insbesondere zur Auslegerspitze hin verjüngt werden kann. Die genannten Abkantungen
19 sind dabei vorteilhafterweise senkrecht zur kürzeren Hauptachse des Gurtquerschnitts
vorgenommen, d.h. bei Erstreckung der größeren Breite in horizontaler Richtung ist
das Profil in vertikaler Richtung abgekantet bzw. gebogen.
[0029] Vorteilhafterweise kann der Obergurt 8 auch in den Übergangsbereichen der genannten
Abkantungen 19 schweißnahtfrei ausgebildet sein, so dass sich der Gurt auch über die
Abkantungen 19 hinweg materialhomogen und integral einstückig erstrecken kann.
[0030] In Weiterbildung der Erfindung kann der Obergurt 8 eine Längssehne bzw. einen zentralen
Materialkern besitzen, der sich über die gesamte Länge des Obergurts hinweg schweißnahtfrei
erstrecken bzw. materialhomogen, integral einstückig ausgebildet sein kann.
[0031] Der Obergurt 8 kann dabei - wie die Untergurte 9 und ggf. auch die Quer- bzw. Diagonalstreben
10 - aus hochfestem Stahl gefertigt sein, was insbesondere sinnvoll möglich ist, weil
wenig Schweißstöße notwendig sind bzw. Richtungsänderungen durch Abkantungen ausgebildet
und/oder Querschnittsänderungen über die Zuschnittsform ausgebildet sein können.
[0032] Zudem können auf einfache Art planmäßige Sollknickstellen im Stabwerkträger 7 bzw.
Ausleger eingebaut werden.
[0033] Weiterhin können Einsparungen in der Lagerhaltung erzielt werden, da für den Obergurt
nur ein Blechprofil bzw. Bandstahlprofil bereitgehalten werden muss.
[0034] Die im Rahmen der vorliegenden Anmeldung beschriebene Längsgurtausbildung bzw. -form
ermöglicht dabei insbesondere folgende Vorteile:
- Einfache Anpassung der Profilbreite bzw. des Profilquerschnitts an den statisch erforderlichen
Gurtquerschnitt und damit Leichtbau;
- es sind keine Schweißverbindungen zwischen den Obergurtfeldern notwendig, obwohl sich
der Querschnitt verändert;
- es können kerbarme Profilaufweitungen an den Stellen vorgesehen werden, an denen andere
Trägerteile wie beispielsweise Quer- und Diagonalstreben oder Anschlusslaschen angeschweißt
werden müssen;
- eine einfache Fachwerkhöhenveränderung ist durch Abkanten des Obergurts erreichbar;
- es ist auf einfache Art möglich, ein Obergurtfeld so zu gestalten, dass es bei einer
Kranfehlbedienung beispielsweise bei der Kranmontage als erstes Teil ausknickt, so
dass das kostengünstigste Auslegerteil als erstes versagt;
- es kann ein extrem schlankes Obergurtprofil und eine hierdurch bedingte geringe seitliche
Windangriffsfläche erzielt werden, so dass ein relativ kleinerer Drehwerkantrieb ausreichend
ist.
1. Kran, insbesondere Turmdrehkran, mit zumindest einem Stabwerkträger (7), der mehrere
Längsgurte (8, 9) umfasst, die durch Quer- und/oder Diagonalstreben (10) miteinander
verbunden sind, wobei zumindest einer der Längsgurte (8) einen sich über die Gurtlänge
ändernden Gurtquerschnitt und/oder in verschiedenen Stabwerkfeldern (11, 12, 13) verschiedene
Gurtquerschnitte besitzt, wobei der zumindest eine Längsgurt (8) schweißnahtfreie
Übergänge zwischen Gurtabschnitten unterschiedlicher Gurtquerschnitte besitzt, dadurch gekennzeichnet, dass der Längsgurt (8) an zumindest einer Anschlussstelle (14, 15, 16, 17) einer Quer-
und/oder Diagonalstrebe (10) eine Profilaufweitung (18) umfasst, von der aus der Gurtquerschnitt
zu beiden Seiten in Gurtlängsrichtung betrachtet abnimmt.
2. Kran nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der zumindest eine Längsgurt (8) den
Obergurt eines Auslegerteils und/oder einen überwiegend nur auf Zug beanspruchten
Hauptgurt des Stabwerkträgers (7) bildet.
3. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der zumindest eine Längsgurt (8)
in den Stabwerkfeldern (11, 12, 13) zwischen angeschlossenen Quer- und/oder Diagonalstreben
(10) verschiedene, jeweils an die Zugkräfte im jeweiligen Stabwerksfeld (11, 12, 13)
angepasste Gurtquerschnitte besitzt, wobei vorzugsweise der Gurtquerschnitt in einem
jeweiligen Stabwerkfeld (11, 12, 13) im Wesentlichen konstant über die Gurtlänge bleibt.
4. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Gurtquerschnitt des genannten
Längsgurts (8) in zumindest einem Teil des Stabwerkträgers (7) in einer Richtung,
insbesondere in einem Auslegerspitzenteil zum auskragenden Ende hin, von Stabwerkfeld
zu Stabwerkfeld hin abnimmt.
5. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Längsgurt (8) als Bandstahlteil
und/oder Vollmaterialprofilteil mit etwa rechteckigem Querschnitt ausgebildet ist.
6. Kran nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der Längsgurt mit seiner kürzeren Hauptachse
in einer vertikalen Ebene ausgerichtet ist.
7. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der genannte, zumindest eine Längsgurt
(8) aus einem vorzugsweise hochfesten Stahl gefertigt ist.
8. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der zumindest eine Längsgurt (8)
eine sich in Gurtlängsrichtung ändernde Gurtbreite (B1, B2, B3) bei konstant bleibender
Gurthöhe (H) besitzt.
9. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Längsgurt (8) zu den Profilaufweitungen
(18) hin kerbarme, insbesondere abgerundete Konturübergänge besitzt.
10. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der zumindest eine Längsgurt (8)
eine zumindest einfach abgekantete und/oder gebogene Längsachse besitzt, wobei ein
schweißnahtfreier Übergang zwischen den zueinander abgekanteten oder gebogenen Gurtabschnitten
vorgesehen ist.