[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Holzwerkstoffplatte, mit
den Schritten (a) Herstellen des Substrats und (b) Aufbringen einer Flüssigkeit auf
einen Aufbringbereich des Substrats mittels einer Aufbringvorrichtung. Insbesondere
betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen einer Holzwerkstoffplatte, insbesondere
einer MDF- oder HDF-Platte, oder eines Fußbodenpaneels.
[0002] Gemäß einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung eine Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung,
die ausgebildet ist zum Herstellen einer Holzwerkstoffplatte, insbesondere einer MDF-
oder HDF-Platte, oder eines Fußbodenpaneels, mit (a) einer Substrat-Herstellvorrichtung
zum Herstellen eines Substrats und (b) einer Aufbringvorrichtung zum Aufbringen einer
Flüssigkeit auf einen Aufbringbereich des Substrats.
[0003] Beim Herstellen von Holzwerkstoffplatten, beispielsweise für Fußbodenpaneele, wird
ein Faserkuchen gestreut, der aus mit Klebstoff geleimten Holzfasern oder aus Holzfasern
und Leim besteht. Dieses Substrat wird mit einer Flüssigkeit versehen und danach zu
einer Holzwerkstoffplatte verpresst. Es ist dabei wichtig, dass die Flüssigkeit möglichst
gleichmäßig auf das Substrat aufgetragen wird.
[0004] Es ist möglich und stellt eine bevorzugte Ausführungsform dar, dass das Aufbringen
ein Zerstäuben ist. Bei einem solchen Verfahren wird bislang der entstehende Nebel
optisch analysiert, indem Licht auf den Nebel gerichtet und das Streulicht betrachtet
wird. Das ist vergleichsweise aufwändig und wenig genau.
[0005] Im Herstellungsprozess für Fußbodenpaneele wird zudem oft eine Flüssigkeit in Form
eines flüssigen Kunstharzes auf ein Substrat in Form der Holzwerkstoffplatte aufgebracht,
dann eine Papierlage auf die Holzwerkstoffplatte aufgelegt und beides anschließend
in einer Presse unter so hohem Druck und so hoher Temperatur verpresst, dass das Harz
aufschmilzt und die Papierlage mit der Holzwerkstoffplatte fest verbindet. Eine feste
Verbindung zwischen der Papierlage und der Holzwerkstoffplatte ist ein wichtiges Qualitätskriterium,
da eine zu schwache Verbindung zwischen beiden zu Blasen führen kann. Um das zu vermeiden,
muss auch in diesem Verfahrensstadium sichergestellt werden, dass eine möglichst gleichmäßige
Schicht an Flüssigkeit auf das Substrat aufgebracht wird.
[0006] Aus der
US 2009/0188642 A1 ist bekannt, die Feuchtigkeit in einer Holzwerkstoffplatte per Infrarotspektroskopie
zu messen. Eine solche Messung kann kleinräumige Inhomogenitäten beim Aufbringen nicht
erfassen.
[0007] Eine ortsaufgelöste infrarotspektroskopische Messung des Gehalts an pulverförmigem
Harz in einer Pflanzenfaserplatte ist in der
JP 2015-169569 beschrieben.
[0008] In der
WO 92/01540 ist ein Verfahren offenbart, bei dem eine Flüssigkeit inhomogen auf auszuhärtendes
Material und/oder ein Temperaturgradient aufgebracht wird, um die Inhomogenität bei
der Aushärtung mit Mikrowellen zu kompensieren. Die Temperatur wird mittels Thermokamera
erfasst, die Feuchtigkeit durch Absorptions- oder Reflektivitäts-Infrarotspektroskopie,
was aufwändig und wenig robust ist.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Aufbringen einer Flüssigkeit auf ein
Substrat zu verbessern.
[0010] Die Erfindung löst das Problem durch ein gattungsgemäßes Verfahren, das den Schritt
des Überwachens des Aufbringens der Flüssigkeit mittels einer Infrarot-Kamera, sodass
eine Inhomogenität des Aufbringens erfassbar ist, aufweist.
[0011] Gemäß einem zweiten Aspekt löst die Erfindung das Problem durch eine gattungsgemäße
Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung, die eine Infrarot-Kamera aufweist, die ausbildet
ist zum automatischen Aufnehmen zumindest eines Teils des Aufbringbereichs. Insbesondere
ist die Infrarot-Kamera so angeordnet und ausgebildet, dass eine Inhomogenität des
Aufbringens der Flüssigkeit erfassbar ist.
[0012] Vorteilhaft an der Erfindung ist, dass die Inhomogenität der aufgebrachten Flüssigkeit
mit einfachen technischen Mitteln überwachbar ist. Es hat sich herausgestellt, dass
der beim Aufbringen vorzugsweise entstehende Nebel sehr fein ist, sodass er zwar erkennbar
ist, insbesondere im Gegenlicht oder wenn das Licht von der Seite kommt, dass diese
optische Erkennung der Nebelverteilung jedoch aufwändig ist und sich kaum automatisieren
lässt. Demgegenüber kann mittels einer Infrarot-Kamera schnell erkannt werden, wenn
beispielsweise eine Aufbringdüse verstopft ist, da das die durch das Aufbringen der
Flüssigkeit bewirkte Temperaturänderung im Aufbringbereich ändert.
[0013] In anderen Worten ist die Temperaturverteilung des Substrats im Aufbringbereich ein
zuverlässiges und dennoch leicht erfassbares Maß für die Inhomogenität, mit der die
Flüssigkeit aufgebracht wird.
[0014] Es ist ein weiterer Vorteil, dass die Prozesskontrolle des Aufbringens mit vergleichsweise
einfachen Mitteln automatisiert werden kann. So kann die räumliche Temperaturverteilung,
gegebenenfalls in Abhängigkeit von der Zeit, automatisch erfasst und mit einer Soll-Temperaturverteilung
verglichen werden. Wird die Abweichung zwischen den beiden zu groß, deutet dies auf
einen Fehler beim Aufbringen der Flüssigkeit hin und es kann ein Warnsignal ausgegeben
werden.
[0015] Im Rahmen der vorliegenden Beschreibung wird unter dem Substrat insbesondere ein
aus Holzfasern aufgebautes Objekt verstanden, das entweder bereits verpresst wurde
oder im weiteren Verfahren verpresst wird. Das Substrat ist gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform ein Faserkuchen. Vorzugsweise ist das Substrat ein Endlos-Substrat,
das kontinuierlich hergestellt wird.
[0016] Ein Faserkuchen ist damit insbesondere ein Objekt, das durch kontinuierliches oder
diskontinuierliches Streuen von Holzfasern, die mit Leim vermengt sein können, hergestellt
ist. Das Verpressen dieses Faserkuchens ergibt eine Holzwerkstoffplatte. Aus der Holzwerkstoffplatte
wird im Rahmen eines ebenfalls erfindungsgemäßen Verfahrens ein Fußbodenpaneel hergestellt.
[0017] Unter einer Infrarot-Kamera wird eine Kamera verstanden, die ausgebildet ist zum
Aufnehmen von Infrarot-Strahlung, sodass eine Aussage über Temperaturunterschiede
im aufgenommenen Bild gemacht werden kann. Selbstverständlich ist es möglich, dass
die Infrarot-Kamera zudem auch sichtbares Licht verarbeiten kann. Die Kamera kann
dann von sichtbarem Licht kommende Signale elektrisch entfernen. Der Aufbringbereich
liegt im Sichtfeld der Infrarot-Kamera. Vorzugsweise liegt auch ein Bereich in Materialflussrichtung
vor dem Aufbringbereich im Sichtfeld.
[0018] Unter dem Aufbringbereich wird insbesondere derjenige Bereich des Substrats verstanden,
auf den die Flüssigkeit aufgebracht wird oder wurde. Der Aufbringbereich kann unterschieden
werden in einen Abscheidebereich, in dem der Flüssigkeitsgehalt des Substrats steigt,
und einem Auslaufbereich, der in Materialflussrichtung hinter dem Abscheidebereich
liegt und vor einer etwaig vorhandenen Presse endet.
[0019] Das Aufbringen kann beispielsweise ein Zerstäuben, Verdüsen oder Vernebeln sein.
Beim Zerstäuben wird aus der Flüssigkeit ein Nebel erzeugt, indem die Flüssigkeit
mit einem Trägergas komprimiert und schlagartig mittels einer Düse entspannt wird.
Die Energie zur Bildung des Nebels stammt aus dem Trägergas. Beim Verdüsen wird die
Flüssigkeit ohne Trägergas durch eine Düse gepresst, die Energie zur Bildung des Nebels
entstammt der Druckenergie der Flüssigkeit. Beim Vernebeln wird die Energie zur Bildung
des Nebels von einem starren Bauteil aufgebracht, beispielsweise einem rotierenden
oder mit Ultraschallfrequenz beaufschlagten Bauteil.
[0020] Unter dem Überwachen des Aufbringens wird insbesondere verstanden, dass mit der Infrarot-Kamera
automatisch eine Folge von Bildern aufgenommen wird, anhand derer beurteilt werden
kann, wie homogen die Flüssigkeit aufgebracht wird.
[0021] Mittels der Infrarot-Kamera wird die Temperatur des Substrats ortsaufgelöst gemessen.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt das Überwachen des Aufbringens mittels
einer Infrarot-Kamera durch Erfassen einer Inhomogenität des Aufbringens anhand einer
durch das Aufbringen der Flüssigkeit bewirkten Temperaturänderung. In anderen Worten
wird die Temperatur-Inhomogenität ermittelt und daraus die Inhomogenität der aufgebrachten
Flüssigkeit bestimmt. Das Verfahren wird insbesondere so durchgeführt, dass ein möglichst
homogener Auftrag erreicht wird.
[0023] Vorzugsweise wird mittels der Infrarot-Kamera zumindest ein Teil des Aufbringbereichs
aufgenommen, insbesondere über die volle Breite des Substrats. Die Breite ist dabei
die Erstreckung senkrecht zur Materialflussrichtung.
[0024] Besonders günstig ist es, wenn das automatische Aufnehmen zumindest des Teils des
Aufbringbereichs kontinuierlich erfolgt, das heißt in regelmäßigen Zeitabständen.
Beispielsweise erfolgt das automatische Aufnehmen zumindest alle 5 Sekunden oder häufiger.
Auf diese Weise können Fehler beim Aufbringen der Flüssigkeit schnell entdeckt und
behoben werden.
[0025] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird auch die Aufbringvorrichtung mittels
der Infrarot-Kamera aufgenommen. Das hat den Vorteil, das beispielsweise nicht ordnungsgemäß
funktionierende Aufbringdüsen schnell als defekt identifiziert werden können.
[0026] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird durch das Aufbringen der Flüssigkeit
eine Temperaturänderung der Substratoberfläche bewirkt. Das kann beispielsweise dadurch
erfolgen, dass die Umgebungs-Luftfeuchtigkeit und die Umgebungs-Lufttemperatur in
der Umgebung so gewählt sind, dass die Verdunstungskälte zur Temperaturänderung führt.
Alternativ oder zusätzlich kann die Flüssigkeit eine Temperatur haben, die sich von
der Umgebungs-Lufttemperatur unterscheidet. Besonders günstig ist es, wenn die Temperatur
der Flüssigkeit kleiner ist als die Umgebungs-Lufttemperatur, da die Verdunstungskälte
den Temperaturunterschied verstärkt.
[0027] Unter dem Merkmal, dass anhand der Temperaturänderung die Inhomogenität überwacht
wird. wird insbesondere verstanden, dass anhand der Temperaturänderung ermittelt wird,
ob die Flüssigkeit homogen oder inhomogen aufgetragen wurde.
[0028] Vorzugsweise erfolgt das Überwachen passiv. Das heißt, dass zum Messen der Infrarotstrahlung
mittels der Infrarot-Kamera keine Zusatz-Energie auf das Substrat aufgebracht wird.
In anderen Worten wird insbesondere die Wärme-Information der Infrarot-Kamera zum
Erfassen der Inhomogenität verwendet, es wird aber keine Infrarot-Spektroskopie durchgeführt.
[0029] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Substrat ein Faserkuchen und nach
dem Aufbringen der Flüssigkeit wird der Faserkuchen mittels einer, insbesondere beheizten,
Heißpresse zu einer Holzwerkstoffplatte verpresst.
[0030] Unter einer Heißpresse wird eine Presse verstanden, die das Substrat, insbesondere
den Faserkuchen, dadurch erhitzt, dass sie eine höhere Temperatur als der Faserkuchen
hat. Das Substrat wird daher durch Wärmeleitung aus der Heißpresse in das Substrat
erhitzt. Eine Heißpresse wird insbesondere nicht mittels Mikrowellen beheizt. Vorzugsweise
ist die Heißpresse mittels eines Wärmeübertragungsmediums, insbesondere eines Thermoöls,
beheizt. Die Heißpresse ist vorzugsweise eine Bandpresse, insbesondere eine Doppelbandpresse.
Bei Doppelbandpressen wird das Substrat zwischen zwei umlaufenden Pressblechen gepresst.
Insbesondere ist zumindest eines der Pressbleche beheizt.
[0031] Der Faserkuchen hat, insbesondere im besprühten Bereich, vorzugsweise eine Dicke
von zumindest 10 Millimeter, höchstens 150 Millimeter. Daraus hergestellte Holzwerkstoffplatten
weisen eine Dicke von 4 bis 15 Millimeter auf. Der Faserkuchen ist zumindest vorzugsweise
zumindest 20-fach so breit wie hoch.
[0032] Vorzugsweise hat das Substrat in Materialflussrichtung vor der Aufbringvorrichtung
eine Substrat-Temperatur, wobei die Flüssigkeit beim Aufbringen eine Flüssigkeits-Temperatur
hat, die sich um zumindest 5 Kelvin, insbesondere zumindest 10 Kelvin, von der Substrat-Temperatur
unterscheidet. Wenn das Substrat nicht über seine volle Breite senkrecht zur Materialflussrichtung
die gleiche Temperatur hat, so ist unter der Substrat-Temperatur der Mittelwert der
lokalen Temperaturen gemeint, insbesondere der arithmetische Mittelwert. Die Substrat-Temperatur
bezieht sich insbesondere auf den Bereich unmittelbar vor dem Abscheidebereich, insbesondere
den Bereich in einem Abstand von höchstens 1 m vor dem Abscheidebereich.
[0033] Es ist möglich, nicht aber notwendig, dass die Substrat-Temperatur absolut oder in
einer Temperatureinheit bekannt ist. Es ist ausreichend, dass die Temperatur-Differenz
zwischen Substrat-Temperatur und Flüssigkeits-Temperatur ermittelbar ist. Dabei ist
es möglich, nicht aber notwendig, dass diese Temperatur-Differenz in Form einer Temperatureinheit,
beispielsweise in Grad Celsius, Kelvin oder Fahrenheit, bekannt ist. Insbesondere
ist es auch möglich, dass die Temperatur oder die Temperatur-Differenz durch ein elektrisches
Signal kodiert ist. Maßgeblich ist lediglich, dass zeitliche und/oder räumliche Temperaturunterschiede
detektierbar sind, sodass eine Entscheidung darüber möglich ist, ob sich die Inhomogenität
des Aufbringens geändert hat.
[0034] Es ist günstig, wenn die Temperatur der Flüssigkeit gemessen wird, das ist aber nicht
notwendig. Beispielsweise kann die Flüssigkeit auch Umgebungstemperatur haben, während
das Substrat eine höhere Temperatur hat als die Umgebung.
[0035] Günstig ist es, wenn die Flüssigkeits-Temperatur kleiner ist als die Substrat-Temperatur.
In diesem Fall kann Verdunstungskälte, die beim Verdunsten von Teilen der Flüssigkeit
entsteht, den Kontrast verstärken.
[0036] Vorzugsweise umfasst das Verfahren die Schritte eines kontinuierlichen automatischen
Erfassens eines Inhomogenitätsparameters, der eine Inhomogenität des Auftrages, also
das Ergebnis des Aufbringens, an Flüssigkeit beschreibt. Vorzugweise umfasst das Verfahren
den Schritt eines Ausgebens eines Signals, wenn der Inhomogenitätsparameter von einem
vorgegebenen Soll-Wert um mehr als einen vorgegebenen Schwellenwert abweicht. Beispielsweise
ist der Inhomogenitäts-Parameter minimal, wenn die Flüssigkeit ideal homogen aufgetragen
wird. Je inhomogener der Auftrag der Flüssigkeit ist, desto größer wird der Inhomogenitätsparameter.
Selbstverständlich kann der Inhomogenitäts-Parameter auch maximal sein, wenn eine
ideal homogene Verteilung vorliegt, und sinken, wenn der Auftrag an Kunstharz inhomogener
wird. Das Erfassen des Inhomogenitätsparameters umfasst das Aufnehmen von Bildern
mittels der Infrarot-Kamera und deren Auswertung. Selbstverständlich kann der Inhomogenitäts-Parameter
auch maximal sein, wenn die Flüssigkeit ideal homogen aufgetragen wird und kleiner
werden, je inhomogener der Auftrag der Flüssigkeit ist.
[0037] Es ist möglich, nicht aber notwendig, dass das ausgegebene Signal von Menschen wahrnehmbar
ist. Insbesondere ist es auch möglich, dass das Signal ein elektrisches und/oder optisches
Signal ist. In diesem Fall wird das Signal vorzugsweise an eine Steuervorrichtung
der Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung weitergeleitet.
[0038] Beispielsweise ist der Inhomogenitäts-Parameter eine Aufbringbereich-Temperaturdifferenz
innerhalb des Aufbringbereichs, insbesondere des Auslaufbereichs. Unter der Aufbringbereich-Temperaturdifferenz
wird die maximale Temperaturdifferenz zwischen zwei Punkten oder Gruppen von Punkten
des Aufbringbereichs verstanden. Alternativ oder zusätzlich kann der Inhomogenitätsparameter
eine Temperatur-Varianz innerhalb des Aufbringbereichs und/oder eines Anteils der
Punkte außerhalb eines vorgegebenen Temperatur-Intervalls, beispielsweise um den arithmetischen
Mittelwert, beschreiben.
[0039] Vorzugsweise umfasst das erfindungsgemäße Verfahren den Schritt eines automatischen
Aufnehmens des Auslaufbereichs mit der Infrarot-Kamera. Günstig ist es, wenn der Inhomogenitäts-Parameter
auch eine Auslaufbereich-Temperatur-Differenz beschreibt, die zeitliche und/oder räumliche
Temperaturdifferenzen im Auslaufbereich charakterisiert.
[0040] Vorzugsweise umfasst das Herstellen des Substrats ein Streuen von beleimten Holzfasern
zu einem Faserkuchen, wobei die Flüssigkeit nach dem Streuen auf den Faserkuchen aufgebracht
wird und wobei der Faserkuchen nach dem Aufbringen der Flüssigkeit zu einer Holzwerkstoffplatte
verpresst wird. Auf diese Weise wird eine gleichmäßige Produktqualität der Holzwerkstoffplatte
erreicht.
[0041] Günstig ist es, wenn die Flüssigkeit dann zumindest 50 Gewichtsprozent, insbesondere
75 Gewichtsprozent, Wasser umfasst. Es ist vorteilhaft, wenn die Flüssigkeit ein Tensid
enthält, um die Benetzung des Substrats zu verbessern.
[0042] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform enthält die Flüssigkeit 1,5 bis 4 Gewichtsprozent
an Polyol und 1 bis 7 Gewichtsprozent an anionischen Tensiden, also einem oder mehr
Tensiden. Günstig ist es, wenn die Flüssigkeit höchstens 1% an nichtionischen Tensiden
enthält.
[0043] Vorzugsweise ist das Aufbringen ein Zerstäuben, Sprühen oder Verdüsen. Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform erfolgt das Aufbringen mittels zumindest dreier Aufbringelemente,
insbesondere Düsen, wobei das Überwachen des Auftragens ein Erfassen eines Funktionierens
der Aufbringelemente anhand des Sprühbilds, das von der Infrarot-Kamera aufgenommen
wird, umfasst. So kann schnell und einfach festgestellt werden, ob ein Aufbringelemente,
insbesondere eine Düse, verstopft oder ein Flüssigkeitstank leer ist.
[0044] Vorzugsweise werden Bereiche der Holzwerkstoffplatte, für den die Inhomogenität des
Flüssigkeitsauftrags zu groß ist, ausgesondert. Das kann beispielsweise dadurch geschehen,
dass diese Bereiche sichtbar oder unsichtbar markiert werden. Beispielsweise werden
nur solche Holzwerkstoffplatten oder Roh-Holzwerkstoffplatten mit einer Papierlage
versehen, für die der Flüssigkeitsauftrag hinreichend homogen war. Insbesondere werden
solche Bereiche ausgesondert, für die der Inhomogenitäts-Parameter größer als der
vorgegebene Schwellenwert.
[0045] Die Erfindung ist aber nicht auf das Befeuchten des Faserkuchens beschränkt, sondern
kann beispielsweise auch in einem Verfahren zum Herstellen eines Fußbodenpaneels eingesetzt
werden. Dazu umfasst das Herstellen des Substrats bevorzugt ein Streuen von beleimten
Holzfasern zu einem Faserkuchen und ein Verpressen des Faserkuchens zu einer Roh-Holzwerkstoffplatte.
Vorzugsweise wird die Flüssigkeit, insbesondere in Form von flüssigem Kunstharz, auf
eine Presshaut, insbesondere eine ungeschliffene Presshaut, der verpressten Roh-Holzwerkstoffplatte
aufgebracht. Es hat sich herausgestellt, dass eine vorzugsweise danach aufgebrachte
Papierlage besonders gut haftet. So entsteht eine Holzwerkstoffplatte in Form eines
Fußbodenpaneelrohlings. Das Verpressen erfolgt vorzugsweise mittels einer Kurztaktpresse.
[0046] Der Begriff Roh-Holzwerkstoffplatte soll lediglich ausdrücken, dass diese Holzwerkstoffplatte
in der Regel weiter verarbeitet wird, und bedeutet inhaltlich das Gleiche wie der
Begriff Holzwerkstoffplatte. In anderen Worten soll aus Klarheitsgründen lediglich
vermieden werden, die gleiche Bezeichnung der Holzwerkstoffplatte für verschiedene
Verarbeitungsstufen auf dem Weg zur (fertigen) Holzwerkstoffplatte zu verwenden. Der
Begriff Roh-Holzwerkstoffplatte wird für Verfahren verwendet, bei denen Flüssigkeit
auf ein Substrat in Form eines verpressten Faserkuchen aufgebracht wird. Es sei darauf
hingewiesen, dass die Roh-Holzwerkstoffplatte auch eine Holzwerkstoffplatte ist.
[0047] Vorzugsweise ist die Flüssigkeit dann ein flüssiges Kunstharz, insbesondere ein Melaminharz,
ein Harnstoffharz oder eine Mischung aus einem Melaminharz und einem Harzstoffharz.
Das Aufbringen ist beispielsweise ein Aufwalzen, Aufspritzen oder Aufsprühen.
[0048] Es hat sich herausgestellt, dass es vorteilhaft ist, zumindest 5 g flüssigen Kunstharzes
pro Quadratmeter Substrat aufzubringen. Beispielsweise werden 10 bis 20 Milliliter
pro Quadratmeter Substrat aufgebracht. Vorzugsweise ist die Menge der pro Quadratmeter
Substrat aufgebrachten Menge an Kunstharz kleiner als 100 g, insbesondere kleiner
als 50 g, vorzugsweise kleiner als 25 g. In diesem Fall ist eine aktive Trocknung
entbehrlich. Es ist aber auch möglich, dass mehr als 100 g pro Quadratmeter an flüssigem
Kunstharz aufgebracht werden, dann aber wird der Faserkuchen nach dem Aufbringen vorzugsweise
aktiv getrocknet.
[0049] Vorzugsweise umfasst das Verfahren die Schritte eines Aufbringens zumindest einer
Papierlage, die mit einem Kunstharz getränkt sein kann und vorzugsweise ein Dekorpapier
ist, auf eine Oberseite/eine Unterseite der Roh-Holzwerkstoffplatte, sodass eine papierbeschichtete
Holzwerkstoffplatte entsteht, und eines Verpressens der papierbeschichteten Holzwerkstoffplatte,
sodass das Kunstharz aufschmilzt und sich die Papierlage mit der Roh-Holzwerkstoffplatte
verbindet, wobei das flüssige Kunstharz vor dem Aufbringen der Papierlage aufgebracht
wird. Auf diese Weise verbindet sich die Papierlage unter Ausbildung eines Laminats
mit der Platte.
[0050] Vorzugsweise umfasst das Verfahren die Schritte eines Aufbringens einer Overlay-Papierschicht,
bei der es sich vorzugsweise um eine Schicht aus Dekorpapier handelt. Das erfolgt
vorzugsweise nach dem Aufbringen der Papierlage. Günstig ist es zudem, wenn eine Verschleißschutzschicht
auf die Papierlage oder die Overlay-Papierschicht aufgebracht wird.
[0051] Im Rahmen eines bevorzugten Verfahrens wird die Holzwerkstoffplatte geschnitten.
So kann beispielsweise ein Fußbodenpaneel entstehen. In die Holzwerkstoffplatte, insbesondere
ein Fußbodenpaneele werden vorzugsweise Nuten und/ oder Federn in den Randbereich
eingebracht. Daher ist auch ein Verfahren zum Herstellen eines Fußbodenpaneels erfindungsgemäß.
[0052] Eine erfindungsgemäße Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung ist vorzugsweise ausgebildet
zum Durchführen eines erfindungsgemäßen Verfahrens. Eine erfindungsgemäße Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung
umfasst dazu vorzugsweise eine Inhomogenitäts-Überwachungsvorrichtung, die die Infrarot-Kamera
aufweist. Die Inhomogenitäts-Überwachungsvorrichtung ist vorzugsweise eingerichtet
zum kontinuierlichen automatischen Erfassen des Inhomogenitäts-Parameters. Günstig
ist es, wenn sie zudem ausgebildet ist zum automatischen Ausgeben eines Signals, wenn
der Inhomogenitäts-Parameter von einem Soll-Wert um mehr als einen vorgegebenen Schwellenwert
abweicht.
[0053] Vorzugsweise besitzt die Aufbringvorrichtung ein erstes Aufbringsystem zum Aufbringen
der Flüssigkeit und ein zweites Aufbringsystem zum Aufbringen der Flüssigkeit (16),
das zum ersten Aufbringsystem redundant angeordnet ist. Vorzugsweise besitzen das
erste Aufbringsystem zumindest drei Aufbringelemente, insbesondere Düsen und das zweite
Aufbringsystem zumindest drei Aufbringelemente, insbesondere Düsen, wobei zumindest
das erste Aufbringsystem so bewegbar, insbesondere klappbar, ausgebildet ist, dass
zumindest eine Düse im Betrieb der Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung austauschbar
ist.
[0054] Vorzugsweise besitzt die Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung eine Steuervorrichtung,
die mit der Inhomogenitäts-Überwachungsvorrichtung verbunden ist und eingerichtet
ist zum automatischen Anschalten des zweiten Aufbringsystems und Abschalten der ersten
Aufbringsystems, wenn der Inhomogenitäts-Parameter vom vorgegebenen Soll-Wert um mehr
als den vorgegebenen Schwellenwert abweicht.
[0055] Erfindungsgemäß ist also insbesondere eine Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung,
die ausgebildet ist zum Herstellen einer Holzwerkstoffplatte, insbesondere einer MDF-
oder HDF-Platte, mit (a) einer Substrat-Herstellvorrichtung in Form einer Faserkuchen-Herstellvorrichtung
zum Herstellen eines Substrats in Form eines Faserkuchens und (b) einer Aufbringvorrichtung
zum Aufbringen einer Flüssigkeit auf einen Aufbringbereich des Faserkuchens, gekennzeichnet
durch (c) eine Infrarot-Kamera, die ausgebildet ist zum automatischen Aufnehmen zumindest
eines Teils des Aufbringbereichs, sodass eine Inhomogenität des Aufbringens erfassbar
ist. Die bevorzugten Ausgestaltungen, die oben genannt sind, beziehen sich auch auf
diese Erfindung. Diese Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung umfasst vorzugsweise
eine Heißpresse zum Pressen des Faserkuchens zu einer Roh-Holzwerkstoffplatte oder
Holzfaserplatte, beispielsweise einer MDF-Platte oder, was bevorzugt ist, zu einer
HDF-Platte.
[0056] Erfindungsgemäß ist insbesondere auch eine Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung,
die ausgebildet ist zum Herstellen einer Holzwerkstoffplatte, insbesondere einer MDF-
oder HDF-Platte oder eines Fußbodenpaneels, mit (a) einer Substrat-Herstellvorrichtung
zum Herstellen einer Holzwerkstoffplatte durch Verpressen eines Faserkuchens und (b)
einer Aufbringvorrichtung zum Aufbringen einer Flüssigkeit auf einen Aufbringbereich
der Holzwerkstoffplatte, gekennzeichnet durch (c) eine Infrarot-Kamera, die ausgebildet
ist zum automatischen Aufnehmen zumindest eines Teils des Aufbringbereichs, sodass
eine Inhomogenität des Aufbringens erfassbar ist. Die bevorzugten Ausgestaltungen,
die oben genannt sind, beziehen sich auch auf diese Erfindung.
[0057] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Steuervorrichtung der Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung
ausgebildet zum automatischen Ansteuern einer Ausschleusevorrichtung, sodass die Ausschleusevorrichtung
solche Substrate ausschleust, bei deren Herstellung der Inhomogenitäts-Parameter vom
vorgegebenen Soll-Wert um mehr als den vorgegebenen Schwellenwert abgewichen ist.
[0058] Alternativ oder zusätzlich ist die Steuervorrichtung ausgebildet zum automatischen
Markieren solcher Substrate, bei deren Herstellung der Inhomogenitäts-Parameter vom
vorgegebenen Soll-Wert um mehr als den vorgegebenen Schwellenwert abgewichen ist,
mit einer Markierung, die diese Tatsache kodiert. So können diese Substrate beispielsweise
für Produkte verwendet werden, an die geringere Ansprüche gestellt werden. Dieses
Markieren kann dadurch erfolgen, dass eine wahrnehmbare Markierung, beispielsweise
eine alphanumerische Kodierung, auf das Substrat aufgebracht wird. Alternativ ist
aber auch möglich, dass in der Steuervorrichtung Daten abgelegt werden, anhand derer
für jeden Abschnitt des Substrats feststellbar ist, ob der Inhomogenitäts-Parameter
vom vorgegebenen Soll-Wert um mehr als den vorgegebenen Schwellenwert abgewichen ist
oder nicht.
[0059] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Dabei zeigt
- Figur 1
- ein Schema einer erfindungsgemäßen Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung zum Durchführen
eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Herstellen einer Holzwerkstoffplatte,
- Figur 2
- eine schematische Detailansicht einer Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung, die
gegenüber der Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung nach Figur 1 leicht modifiziert
ist, und
- Figur 3
- ein Bild der Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung gemäß Figur 2, das von der Infrarot-Kamera
der Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung analog zu Figur 1 aufgenommen wurde.
[0060] Figur 1 zeigt schematisch eine Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung 10, die eine
Substrat-Herstellvorrichtung 12 und eine Aufbringvorrichtung 14 zum Aufbringen einer
Flüssigkeit 16 auf ein Substrat 18 aufweist. Das Substrat 18 ist an dieser Stelle
ein Faserkuchen und wird von der Substrat-Herstellvorrichtung 12 durch Streuen von
geleimten Holzfasern auf eine Fördervorrichtung 20 hergestellt.
[0061] Die Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung 10 umfasst eine Infrarot-Kamera 22,
in deren Sichtfeld 23 ein Aufbringbereich 24 liegt. Der Aufbringbereich 24 ist der
Bereich des Substrats 18, der mit Flüssigkeit 16 benetzt ist. In einer Materialflussrichtung
hinter der Aufbringvorrichtung ist eine Presse 26 angeordnet, die den Faserkuchen
18 zu einer Roh-Holzwerkstoffplatte 27 verpresst.
[0062] In Materialflussrichtung M hinter der Presse 26 kann eine Schneidevorrichtung vorhanden
sein, die die entstandene Roh-Holzwerkstoffplatte 27 schneidet und in ein Lager einschichtet.
Diese Vorrichtungen sind in Figur 1 nicht gezeigt. Auf diese Weise werden Holzwerkstoffplatten
erhalten, die eine zeitlich und räumlich konstante Qualität haben.
[0063] Es ist möglich, nicht aber notwendig, dass die Roh-Holzwerkstoffplatte 27 zu einem
Fußbodenpaneel 29 weiter verarbeitet wird. Das entsprechende erfindungsgemäße Verfahren
wird im Folgenden erläutert. Das Substrat 18, diesmal in Form der Roh-Holzwerkstoffplatte
27, wird dazu von einer zweiten Aufbringvorrichtung 14.2 mit einer zweiten Flüssigkeit
16.2 in Form eines flüssigen Kunstharzes benetzt. Dieses Aufbringen der Flüssigkeit
16.2 wird von einer zweiten Infrarot-Kamera 22.2 erfasst.
[0064] In Materialflussrichtung M hinter der zweiten Aufbringvorrichtung 14.2 ist eine Papierauflegevorrichtung
28 angeordnet, die eine Papierschicht zumindest oben auf die Holzwerkstoffplatte 27
auflegt. Eine dahinter angeordnete zweite Presse 30, bei der es sich um eine Kurztaktpresse
handeln kann, verpresst die Papierlage mit der Holzwerkstoffplatte 27. In einer nachgeschalteten
Besäumanlage 32, die optional ist, wird ein Verbindungsprofil, beispielsweise eine
Nut und/oder eine Feder, in den Randbereich der Holzwerkstoffplatte 27 eingebracht,
sodass ein Fußbodenpanel entsteht.
[0065] Figur 2 zeigt eine detaillierte schematische Detail-Ansicht der Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung
10. Es ist zu erkennen, dass die Aufbringvorrichtung 14 einen Flüssigkeitsbehälter
34, eine Pumpe 36 zum Pumpen eines Gemisches aus der Flüssigkeit 16 und Luft und eine
Mehrzahl von Düsen 38.1, 38.2, ... , 38.8 umfasst. Die Düsen 38.i (i = 1, 2, ...)
erzeugen einen Nebel 40, der sich auf dem Substrat 18 niederschlägt und es so benetzt.
Bei der Flüssigkeit 16 handelt es sich hier um tensidhaltiges Wasser. Durchläuft das
Substrat 18 die Presse 26, so verdampft das Wasser.
[0066] Die Flüssigkeit 16 hat eine Flüssigkeits-Temperatur T
16, die sich von einer Substrat-Temperatur T
42 in einem Vorlaufbereich 42 unterscheidet, wobei der Vorlaufbereich 42 in Materialflussrichtung
M vor dem Aufbringbereich 24 liegt. Durch das Aufbringen der Flüssigkeit 16 sinkt
daher die Temperatur eines Flächenstücks des Substrats 18. Das wird von der Infrarot-Kamera
22 erfasst.
[0067] Figur 3 zeigt ein Bild B, das mit der Infrarot-Kamera 22 aufgenommen wurde. Es ist
zu erkennen, dass der Vorlaufbereich 42 wärmer ist als der Aufbringbereich 24. Die
Infrarot-Kamera 22 (vgl. Figur 2) nimmt kontinuierlich derartige Bilder B auf, beispielsweise
fünf Bilder oder mehr pro Sekunde. Innerhalb des Aufbringbereichs 24 ist ein Messbereich
A festgelegt. Die Infrarot-Kamera 22 ist Teil einer Inhomogenitäts-Überwachungsvorrichtung
44, die zudem eine Auswerteeinheit 46 umfasst. Die Auswerteeinheit 46 ist ausgebildet
zum automatischen Ermitteln eines Inhomogenitäts-Parameters P, der beispielsweise
auf die im Folgenden bestimmte Art berechnet wird.
[0068] Für alle Bildpunkte des Bildes B, die im Messbereich A liegen, wird die jeweilige
Temperatur T ermittelt. Es wird dann die Durchschnittstemperatur in den extremen Quantilen
ermittelt, beispielsweise im ersten Dezil (T
1;10) und im zehnten Dezil (T
10;10). Weicht eine Temperaturdifferenz ΔT = T
1;10 - T
10;10 dieser beiden Temperaturen um mehr als einen vorgegebenen Schwellenwert F von beispielsweise
F = 0,5 Kelvin von einem Soll-Wert S = 0 Kelvin ab, so wird ein Warnsignal ausgegeben.
[0069] Dieses Warnsignal kann beispielsweise ein akustisches und/oder optisches Signal sein,
das einem Bediener der Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung 10 signalisiert, dass
möglicherweise eine Fehlfunktion vorliegt.
[0070] Alternativ oder zusätzlich kann die Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung 10 eine
redundante Hilfs-Aufbringvorrichtung 48 aufweisen, die in Figur 2 gestrichelt eingezeichnet
ist. Weicht der Inhomogenitäts-Parameter P zu stark vom Soll-Wert S ab, so stellt
sich die Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung 10 automatisch auf die Hilfs-Aufbringvorrichtung
48 um, sodass die Aufbringvorrichtung 14 repariert und/oder gereinigt werden kann.
[0071] Die Figur 1 zeigt, dass die Aufbringvorrichtung 14 ein erstes Aufbringsystem 15.1
und ein zweites Aufbringsystem 15.2 aufweist, das bezüglich einer Materialflussrichtung
M hinter dem ersten Aufbringsystem 15.1 angeordnet ist. Das zweite Aufbringsystem
15.2 ist redundant zum ersten Aufbringsystem 15.1 ausgebildet, das heißt, dass es
entbehrlich ist, solange das erste Aufbringsystem 15.1 funktioniert. Das erste Aufbringsystem
15.1 weist zumindest drei, im vorliegenden Fall nämlich vier Düsen 38.1, 38.2, 38.3
und 38.4 auf. Ebenso weist das zweite Aufbringsystem 15.2 zumindest drei, hier nämlich
vier Düsen auf. Die weiteren Aufbringsysteme 15.1 und 15.2 sind in eine aktive Position
bringbar, wie sie für das erste Aufbringsystem 15.1 gezeigt ist. Die Aufbringsysteme
15.1, 15.2 können zudem in eine Wartungsposition gebracht werden, wie sie für das
zweite Aufbringsystem 15.2 gezeigt ist. In diesem Zustand können die Düsen während
des Produktionsprozesses gereinigt oder ersetzt werden. Im vorliegenden Fall sind
die Aufbringsysteme zum Wegklappen ausgebildet. Es ist aber auch möglich, dass die
Aufbringsysteme beispielsweise schiebbar gelagert sind.
Bezugszeichenliste
| 10 |
Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung |
P |
Inhomogenitäts-Parameter |
| S |
Sollwert |
| 12 |
Substrat-Herstellvorrichtung |
T16 |
Flüssigkeits-Temperatur |
| 14 |
Aufbringvorrichtung |
T42 |
Substrat-Temperaturp |
| 15 |
Aufbringsystem |
|
|
| 16 |
Flüssigkeit |
|
|
| 18 |
Substrat |
|
|
| |
|
|
|
| 20 |
Fördervorrichtung |
|
|
| 22 |
Infrarot-Kamera |
|
|
| 23 |
Sichtfeld |
|
|
| 24 |
Aufbringbereich |
|
|
| 26 |
Presse |
|
|
| 27 |
Roh-Holzwerkstoffplatte |
|
|
| 28 |
Papierauflegevorrichtung |
|
|
| |
|
|
|
| 30 |
zweite Papierauflegevorrichtung |
|
|
| 32 |
Besäumanlage |
|
|
| 34 |
Flüssigkeitsbehälter |
|
|
| 36 |
Pumpe |
|
|
| 38 |
Düse |
|
|
| |
|
|
|
| 40 |
Nebel |
|
|
| 42 |
Vorlaufbereich |
|
|
| 44 |
Inhomogenitäts-Überwachungsvorrichtung |
|
|
| 46 |
Auswerteeinheit |
|
|
| 48 |
Hilfs-Aufbringvorrichtung |
|
|
| |
|
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| A |
Messbereich |
|
|
| B |
Bild |
|
|
| F |
Schwellenwert |
|
|
| M |
Materialflussrichtung |
|
|
1. Verfahren zum Herstellen einer Holzwerkstoffplatte, mit den Schritten:
(a) Herstellen eines Substrats (S) und
(b) Aufbringen einer Flüssigkeit (16) auf einen Aufbringbereich (24) des Substrats
(S) mittels einer Aufbringvorrichtung (14),
gekennzeichnet durch den Schritt:
(c) Überwachen des Aufbringens mittels einer Infrarot-Kamera (22), durch Erfassen einer Inhomogenität des Aufbringens anhand einer durch das Aufbringen der Flüssigkeit (16) bewirkten Temperaturänderung.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Substrat (S) in einer Materialflussrichtung (M) vor der Aufbringvorrichtung
(24) eine Substrat-Temperatur (T42) hat und
- die Flüssigkeit (16) beim Aufbringen eine Flüssigkeits-Temperatur (T16) hat, die sich um zumindest 1 Kelvin von der Substrat-Temperatur (T42) unterscheidet.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch die Schritte:
- kontinuierliches automatisches Erfassen eines Inhomogenitäts-Parameters (P), der
eine Inhomogenität des Auftrags an Flüssigkeit (16) beschreibt, und
- Ausgeben eines Signals, wenn der Inhomogenitäts-Parameter (P) von einem vorgegebenen
Soll-Wert (S) um mehr als einen vorgegebenen Schwellenwert (F) abweicht oder Anzeigen
des Inhomogenitäts-Parameters (P).
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
(a) das Herstellen des Substrats (S) ein Streuen von beleimten Holzfasern zu einem
Faserkuchen umfasst,
(b) die Flüssigkeit (16) nach dem Streuen auf den Faserkuchen (18) aufgebracht wird
und
(c) der Faserkuchen (18) nach dem Aufbringen der Flüssigkeit (16) zu einer Roh-Holzwerkstoffplatte
(27) verpresst wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Faserkuchen mittels einer Heißpresse verpresst wird, die mittels eines Heizfluids
beheizt wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit (16) zumindest 50 Gewichtsprozente Wasser umfasst und tensidhaltig
ist.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufbringen ein Zerstäuben oder ein Verdüsen ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Zerstäuben mittels zumindest drei Düsen erfolgt und
- das Überwachen des Auftragens ein Erfassen eines Funktionierens der Düsen anhand
eines Sprühbilds ist.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Bereiche der Holzwerkstoffplatte, für die die Inhomogenität des die Flüssigkeitsauftrags
zu groß ist, ausgesondert werden.
10. Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung (10), die ausgebildet ist zum Herstellen
einer Holzwerkstoffplatte , insbesondere einer MDF- oder HDF-Platte, mit:
(a) einer Substrat-Herstellvorrichtung (12) zum Herstellen eines Substrats (S) und
(b) einer Aufbringvorrichtung (14) zum Aufbringen einer Flüssigkeit (16) auf einen
Aufbringbereich (24) des Substrats (S),
gekennzeichnet durch
(c) eine Infrarot-Kamera (22), die ausgebildet ist zum automatischen Aufnehmen zumindest
eines Teils des Aufbringbereichs (24), sodass eine Inhomogenität des Aufbringens erfassbar
ist.
11. Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass
die Aufbringvorrichtung (14) ausgebildet ist zum Aufbringen der Flüssigkeit (16) mit
einer Temperatur, die sich um zumindest 1 Kelvin, insbesondere zumindest 5 Kelvin,
von einer Substrat-Temperatur (T42) unterscheidet, die das Substrat (S) vor dem Aufbringen hat.
12. Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass
die Substrat-Herstellvorrichtung (12) eine Heißpresse aufweist,
wobei die Heißpresse mittels eines Heizfluids beheizt ist.
13. Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Infrarot-Kamera (22) Teil einer Inhomogenitäts-Überwachungsvorrichtung (44) ist,
die eingerichtet ist zum
- kontinuierlichen automatischen Erfassen eines Inhomogenitäts-Parameters (P), der
eine Inhomogenität des Auftrags an Flüssigkeit (16) beschreibt, und
- automatischen Ausgeben eines Signals, wenn der Inhomogenitäts-Parameters (P) von
einem Soll-Wert (S) um mehr als einen vorgegebenen Schwellenwert (F) abweicht.
14. Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
(a) die Aufbringvorrichtung (14)
- ein erstes Aufbringsystem (15.1) zum Aufbringen der Flüssigkeit (16) aufweist, und
- ein zweites Aufbringsystem (15.2) zum Aufbringen der Flüssigkeit (16) aufweist,
das zum ersten Aufbringsystem (15.1) redundant angeordnet ist,
(b) das erste Aufbringsystem (15.1) zumindest drei Düsen (38.1, 38.2, 38.3) aufweist,
das zweite Aufbringsystem (15.2) zumindest drei Düsen (38.5, 38.6, 38.7) aufweist
und dass
zumindest das erste (15.1) Aufbringsystem so bewegbar, insbesondere klappbar, ausgebildet
ist, dass zumindest eine Düse (38.1) im Betrieb der Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung
(10) austauschbar ist.