[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung vom im Herstellungsprozess
von Holzfaserdämmstoffmatten anfallenden Holzstaub gemäß dem Oberbegriff nach Anspruch
1, eine Vorrichtung zur Behandlung des Holzstaubes gemäß Anspruch 12 und eine Anlage
zur Herstellung von Holzfaserdämmstoffmatten umfassend eine solche Vorrichtung gemäß
Anspruch 15.
Beschreibung
[0002] Holzfaserdämmstoffe erfreuen sich aufgrund ihrer Nachhaltigkeit steigender Beliebtheit
zum Beispiel als Gefachdämmung, Innenraumdämmung beim Hausbau oder als Trittschall
mindernde Lage zwischen Geschossdecke und Bodenbelag.
[0003] Die für die Herstellung von Holzfaserdämmstoffen verwendeten Holzfasern werden aus
Holzhackschnitzeln in einem Zerfaserungsprozess (z.B. in einem Refiner) gewonnen.
Die mit solch einem Zerfaserungsprozess hergestellten Holzfasern weisen eine Länge
zwischen 1,5 mm und 20 mm und eine Dicke zwischen 0,05 mm und 1 mm auf.
[0004] Im weiteren Herstellungsprozess werden die Holzfasern getrocknet, mit einem geeigneten
Bindemittel vermischt, das Holzfaser-Bindemittel-Gemisch wird anschließen zu einem
Vlies auf einem Transportband abgelegt, zu Matten verdichtet und die verdichteten
Matten zugeschnitten und verpackt.
[0005] In jedem dieser einzelnen Verfahrensschritte fallen als Neben- bzw. Abfallprodukte
Holzstäube an, wobei die Zusammensetzung der Holzstäube in Abhängigkeit vom Verfahrensschritt
variiert. So weisen die während der Trocknung, Mischung, Vliesbildung und Verdichten
anfallenden Holzstäube vorwiegend faserhaltige Stäube auf, während der im Konfektionsschritt
der Holzfasermatten sich entwickelnde Holzstaub in erster Linie aus feinen Staubpartikeln
besteht.
[0006] Derartige Holzstäube können gesundheitliche Wirkungen für die damit in Kontakt kommenden
Personen aufweisen. So lagert sich ein wesentlicher Teil des Holzstaubes in der Nasenhöhle
und auch in den nachgelagerten Atemwegen ab, was im schlimmsten Fall zu Krebserkrankungen
der befallenen Gewebe führen kann. Entsprechend ist es notwendig diese Stäube unmittelbar
in den einzelnen Prozessschritten abzuführen und in geeigneter Weise zu entsorgen.
[0007] Eine Möglichkeit der Entsorgung der Holzstäube besteht in deren Verbrennung und der
damit verbundenen Nutzung zur Energie- bzw. Wärmegewinnung.
[0008] Ein Problem bei der Verbrennung der Holzstäube ergibt sich, wenn den Holzfaserdämmstoffen
im Herstellungsprozess brandhemmende Stoffe zugesetzt werden. Diese finden sich in
entsprechender Konzentration auch in den Holzstäuben wieder und sorgen in der Energieanlage
für einen schlechteren Brennwert. Dies führt wiederum dazu, dass mehr Energie (z.B.
Gas) benötigt wird, um die entsprechende Temperatur im Verbrennungsraum zu erreichen
und zu halten. Zusätzlich sorgen die Brandhemmer aufweisenden Stäube für eine unsaubere
Verbrennung und führen somit zu einem erhöhten Ausstoß von Emissionen. Außerdem scheint
diese unsaubere Verbrennung ursächlich für eine erhöhte Ablagerung von Silikaten im
Brennerraum zu sein, welche regelmäßig mit einem beachtlichen Kostenfaktor entfernt
werden müssen.
[0009] Entsprechend ergeben sich mehrere Nachteile. So ist der Brennwert des Holzstaubes
in der Energieanlage verschlechtert. Der Energieverbrauch beim Verbrennen der Holzabfälle
sowie der Ausstoß von Emissionen sind erhöht. Auch sind höhere Reinigungskosten der
Energieanlage durch eine nicht optimale Verbrennung des Brennstoffs erforderlich.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die technische Aufgabe zugrunde, die bei der
Herstellung von Holzfaserdämmstoffen anfallenden Holzstäube ökonomisch und ökologisch
besser zu verwerten.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Behandlung von Holzstaub
mit den Merkmalen des Anspruchs 1, eine Vorrichtung zur Behandlung von Holzstaub gemäß
Anspruch 12 und eine Anlage gemäß Anspruch 15 gelöst.
[0012] Entsprechend wird ein Verfahren zur Aufbereitung bzw. Behandlung von Holzstaub, der
im Herstellungsprozess von Holzfaserdämmstoffmatten in mindestens einem Verfahrensschritt
nach der Zerfaserung der Holzhackschnitzel zu Holzfasern anfällt, bereitgestellt,
wobei der Holzstaub mindestens einem Waschschritt unterzogen wird.
[0013] Das vorliegende Verfahren ermöglicht somit die Bereitstellung eines mit einem geeigneten
Waschmittel gewaschenen Holzstaubes, welchem einer kostengünstigen Verbrennung entgegenstehende
Additive (wie z.B. Flammschutzmittel) durch den Waschschritt entzogen wurden. Hierdurch
wird der Brennwert in der Energieanlage gesteigert und gleichzeitig werden Energiekosten
und Emissionen gesenkt. Es ergeben sich zudem Einsparungen bei den Reinigungskosten
des Brennerraumes der Energieanlage. Wie später noch im Detail erläutert kann das
das Additiv enthaltene Waschmittel in den Herstellungsprozess zurückgeführt werden,
wodurch eine zusätzliche Einsparung in der verwendeten Additivmenge z.B. Flammschutzmenge
möglich ist. Zudem ist es auch möglich, bereits im Herstellungsprozess der Holzfaserdämmstoffmatten
anfallenden Abwässer als Waschmittel dem Waschschritt zuzuführen.
[0014] In einer Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens wird in dem mindesten einen
Waschschritt mindestens ein wässriges Lösemittel, insbesondere Wasser, als Waschmittel
für den Holzstaub verwendet. Das wässrige Waschmittel sollte insbesondere ein Herauslösen
insbesondere von wasserlöslichen Additiven aus dem Holzstaub ermöglichen.
[0015] Der pH-Wert des wässrigen Waschmittels ist beliebig in Abhängigkeit von dem auszuwaschenden
Additiv einstellbar, wobei ein pH-Wert im Bereich zwischen 5 und 8, bevorzugt 7 wünschenswert
ist.
[0016] Auch kann die Temperatur des wässrigen Waschmittels entsprechend den Erfordernissen
angepasst werden. So kann die Temperatur des wässrigen Waschmittels zwischen 20°C
und 60°C, bevorzugt zwischen 25°C und 50°C betragen. Die Temperatur des wässrigen
Waschmittels hat nicht nur einen Einfluss auf das Löseverhalten des Additivs sondern
auch auf das Einweichverhalten der Holzstäube. Es hat sich nämlich gezeigt, dass sich
insbesondere faserhaltiger Holzstaub schneller in warmen Wasser als in kaltem Wasser
einweichen lässt.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens wird in dem mindestens
einen Waschschritt mindestens ein im Trocknungsprozess der Holzfaser anfallendes Kondensat
als Waschmittel für den Holzstaub verwendet. Hierdurch ist eine Einsparung an Frischwasser
möglich. Zum anderen weist das Kondensat bereits einen höheren pH-Wert als Frischwasser
auf, bevorzugt einen pH-Wert über 9. Auch sind in dem Kondensat während des Zerfaserungsprozesses
und anschließenden Trocknungsprozesses aus dem Holz gelöste Öle und Harze enthalten,
die sich aufgrund des Recyclings bzw. der Wiederverwendung des Kondensates als Waschwasser
während des Waschschritts an die Holzfaser anlagern und in der Energieanlage brandbeschleunigend
auswirken können.
[0018] Wie bereits angedeutet, können mit dem vorliegenden Verfahren in dem mindestens einen
Waschschritt wasserlösliche Additive, die den Holzfasern im Herstellungsprozess der
Holzfaserdämmstoffmatten zugemischt wurden, aus dem Holzstaub entfernt werden.
[0019] Die aus dem Holzstaub zu entfernenden wasserlöslichen Additive sind aus einer Gruppe
enthaltend Flammschutzmittel, insbesondere anorganische Flammschutzmittel, Fungizide
wie z.B. Polyamine oder VOC-reduzierende Mittel wie z.B. silanhaltige Verbindungen
oder Polyamine ausgewählt.
[0020] Es ist besonders bevorzugt, wenn die wasserlöslichen Additive Phosphat- oder Borat-haltige
Flammschutzmittel, bevorzugt Ammoniumpolyphosphat, Tris(tri-bromneopentyl)phosphat,
Zinkborat oder Borsäurekomplexe von mehrwertigen Alkoholen, umfassen. Ammoniumphosphate
bzw. Ammoniumpolyphosphate sind ganz besonders bevorzugt.
[0021] In einer Ausführungsform ist das mindestens eine Ammoniumphosphat ausgewählt aus
der Gruppe enthaltend Triammoniumphosphat (NH
4)
3P
3O
4, Diammoniumphosphat (NH
4)
2HP
3O
4, Monoammoniumphosphat (NH
4)H
2P
3O
4 und Ammoniumpolyphosphate [NH
4PO
3]
n. Es kann auch eine Mischung aus verschiedenen Ammoniumphosphaten verwendet werden.
So ist z.B. eine Mischung aus Triammoniumphosphat (NH
4)
3P
3O
4 und Ammoniumpolyphosphate [NH
4PO
3]
n denkbar.
[0022] Hierbei sind unter den Ammoniumpolyphosphaten Ammonium-Salze von Polyphosphaten zu
verstehen. Allgemein stellen Polyphosphate Kondensationsprodukte von Salzen der orthoPhosphorsäure
(H
3PO
4) mit der allgemeinen Summenformel M'
n+2P
nO
3n+1 und der Struktur M'-O-[P(OM')(O)-O]
n-M' dar, wobei M' ein einwertiges Metall oder wie vorliegend ein Ammonium-Kation NH
4+ sein kann. Zu den Polyphosphaten werden sehr häufig auch die kurzkettigen (also eigentlich
oligo-) Phosphate gezählt. Der Polymerisationsgrad n der Polyphosphate kann bis zu mehrere
Tausend betragen. Vorliegend ist der Polymerisationsgrad n der verwendeten Ammoniumpolyphosphate
größer als 10, bevorzugt größer als 15.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens wird der nach dem mindestens
einem Waschschritt anfallende gewaschene Holzstaub vom Waschwasser unter Verwendung
von geeigneten Mitteln, wie z.B. von Pelletpressen, Brikettpressen, Filtern oder Pressschnecken-Separatoren,
abgetrennt. Als besonders geeignet für diesen Zweck hat sich die Verwendung einer
Schnecke, z.B. einer Pressschnecke erwiesen.
[0024] Der abgetrennte Holzstaub kann anschließend der weiteren Nutzung zugeführt werden.
Insbesondere wird der abgetrennte, gewaschene Holzstaub in einer Energieanlage unter
Gewinnung von Energie und/oder Wärme verbrannt, die im Herstellungsprozess der Holzfaserdämmstoffmatten
nutzbar ist. Die erzeugte Energie in der Energieanlage wird bevorzugt zur Stromerzeugung
genutzt. Der Strom wird anschließend ins Stromnetz des Netzbetreibers zurückgespeist
und entsprechend vergütet.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens wird das
nach dem mindestens einen Waschschritt anfallende Waschwasser in den Herstellungsprozess
der Holzfaserdämmstoffmatte zurückgeführt. Entsprechend eröffnet das vorliegende Verfahren
die Möglichkeit Waschwasser, welches mindestens ein Flammschutzmittel und ggf. weitere
größtenteils wasserlösliche Additive (Fungizide etc.) enthält, in den Herstellungsprozess
der Holzfaserdämmstoffmatte wieder einzuschleusen.
[0026] Insbesondere wird das Waschwasser nach dem Zerfaserungsschritt und vor dem Trocknungsschritt
der Holzfasern in den Herstellungsprozess der Holzfaserdämmstoffmatte zurückgeführt.
[0027] In einer weiteren Variante des vorliegenden Verfahrens wird dem Waschwasser vor Rückführung
in den Herstellungsprozess mindestens ein Additiv, insbesondere mindestens ein Flammschutzmittel
wie Ammoniumphosphat zugegeben. In dem Falle, dass das Waschwasser bereits das Additiv
wie z.B. das Flammschutzmittel enthält, ist es auch denkbar, soviel Additiv dem Waschwasser
zusätzlich zuzugeben, bis die für den Herstellungsprozess erforderliche Konzentration
erreicht ist. Auch kann die für den Herstellungsprozess notwendige Additiv-Konzentration
durch wiederholtes Einschleusen in den Produktionsprozess und Abtrennen bewirkt werden.
[0028] Neben der Rückführung des Waschwassers in den Herstellungsprozess für Holzfasern
ist insbesondere im Falle des Einsatzes von Ammoniumphosphaten als Flammschutzmittel
auch eine Verwendung des Waschwassers als Düngemittel denkbar.
[0029] Wie bereits oben angedeutet, kann der zu waschende Holzstaub in verschiedenen Prozessschritten
während der Holzfaserdämmstoffproduktion anfallen. Entsprechend einer Variante des
vorliegenden Verfahrens fällt der zu waschende Holzstaub in mindestens einem Trocknungsschritt
der Holzfasern, während der Mischung der Holzfasern mit Bindemittelfasern, während
der Vliesbildung aus Holzfasern und Bindemittelfasern, während des Verdichtens des
Vlieses und/oder während der Konfektionierung der verdichteten Holzfaserdämmstoffmatte
an. Diese Verfahrensschritte werden im Folgenden näher erläutert.
[0030] Wie bereits erwähnt, schließt sich dem Zerfaserungsprozess der (feuchten) Holzhackschnitzel
in einem Refiner der Trocknungsprozess der Holzfasern an. Hierbei erfolgt ein Trocknen
der Holzfasern zu einem Feuchtegrad von 1 bis 10 %, bevorzugt 3 bis 5 %, wobei dieser
Trocknungsprozess in zwei Stufen ausgeführt werden kann.
[0031] Nach dem Zerfaserungsprozess und noch vor Einführen der Holzfasern in eine Trocknungsvorrichtung
werden die Holzfasern mit dem mindestens einen Additiv, insbesondere dem mindestens
einen Flammschutzmittel versetzt bzw. kontaktiert. Dies kann z.B. einem Blow-Line-Verfahren
erfolgen. Das Additiv, insbesondere das Flammschutzmittel, wird in einer Menge zwischen
1 und 20 Gew%, bevorzugt 5 und 15 Gew% eingesetzt.
[0032] Die getrockneten mit dem Additiv versehenen Holzfasern werden anschließend entsprechend
ihrer Größe sortiert bzw. gesichtet und bevorzugterweise zwischengelagert, zum Beispiel
in Silos oder Bunkern.
[0033] Die mit dem Additiv z.B. dem Flammschutzmittel versetzten bzw. gemischten Holzfasern
werden folgend mit Bindemittelfasern gemischt. Die Bindemittelfasern sind typischerweise
Kunststofffasern, die in Form von Monokomponenten-Fasern oder Bikomponenten-Fasern
vorliegen. Die Vermischung der Holzfasern mit derartigen Bindefasern erfolgt bevorzugterweise
in einer Blasleitung vor der Vliesbildung, wie weiter unten noch im Detail beschrieben
wird.
[0034] Werden Monokomponenten-Fasern verwendet, bestehen diese bevorzugt aus Polyethylen
oder anderen Kunststoffen mit einem niedrigen Schmelzpunkt.
[0035] Bikomponentenfasern (auch als BiCo-Stützfasern bezeichnet) bestehen typischerweise
aus einem Tragfilament oder aus einer Kernfaser aus einem Kunststoff mit höherer Temperaturbeständigkeit,
insbesondere Polypropylen, die aus einem Kunststoff mit einem niedrigeren Schmelzpunkt,
insbesondere aus Polyethylen, umhüllt bzw. ummantelt ist. Die Hülle bzw. der Mantel
ermöglicht nach Aufschmelzen eine Vernetzung der Holzfasern.
[0036] Das zur Herstellung der Holzfaserdämmstoffmatte verwendete Fasergemisch kann 60 bis
90 Gew%, bevorzugt 70 bis 80 Gew% an Holzfasern und 5 bis 20 Gew%, bevorzugt 10 bis
15 Gew% an Bindemittelfasern umfassen.
[0037] Zur Vermischung der Holzfasern mit den Bindemittelfasers werden die Bindemittelfasern
aus Ballenöffnern bereitgestellt und die notwendige Menge an Bindemittelfasern bestimmt.
[0038] Die Bindemittelfasern werden mit den Holzfasern auf ein erstes Transportband unter
Ausbildung eines Vorvlieses aufgebracht, insbesondere aufgeblasen. Gemäß dieser Variante
des Herstellungsverfahrens können die Holzfasern und die Bindemittelfasern über eine
Blasleitung geführt und auf ein erstes Transportband aufgeblasen werden. In der Blasleitung
erfolgt dabei eine intensive Vermischung von Holzfasern und Bindemittelfasern und
gegebenenfalls weiteren Komponenten durch die eingeblasene Luft als Transportmittel.
Die Menge an zugeführtem Fasergemisch richtet sich nach der gewünschten Schichtdicke
und der gewünschten Rohdichte der herzustellenden Holzfasermatte.
[0039] Nach Ablage der Mischung aus Holzfasern und Bindemittefasern und gegebenenfalls weiteren
Komponenten auf dem ersten Transportband können vorliegend unter Verwendung eines
Pulverstreuers (Hersteller: z.B. Fa. TPS) weitere Komponenten wie z.B. ein thermisch
aktivierbares Kunststoffgranulat auf das gebildete Vorvlies aufgestreut werden. Das
thermisch aktivierbare Kunststoffgranulat kann in Mengen von 5-45 Gew%, bevorzugt
in Mengen von 10-40 Gew%, insbesondere bevorzugt in Mengen von 20-30 Gew% bezogen
auf das jeweils eingesetzte Fasergemisch zugegeben werden. Gut geeignet als Kunststoffgranulate
sind solche, die beim Recyceln von Kunststoffartikeln aus dem dualen System anfallen.
[0040] In einem weitergehenden Schritt des vorliegenden Verfahrens wird das auf dem ersten
Transportband abgelegte Vorvlies zerfasert, vermischt und die Fasermischung auf ein
zweites Transportband unter Ausbildung eines Faserkuchens aufgebracht. Die Dicke des
erhaltenen Faserkuchens bzw. Matte wird dabei durch die Umlaufgeschwindigkeit des
zweiten Transportbandes eingestellt.
[0041] Wie oben bereits ausgeführt, wird der Faserkuchen anschließend erwärmt und verdichtet,
wobei die hierfür verwendeten Temperaturen zwischen 100°C und 250°C, bevorzugt 130°C
und 220°C, insbesondere bei 200°C liegen. Mit dem Verdichten und/oder Erwärmen ist
eine Aktivierung des Bindemittels bzw. der Bindefasern in der Holzfasermatte verbunden.
[0042] In der Endbearbeitung wird die Fasermatte schließlich auf die gewünschten Maße reduziert
und gekühlt; die Kühlung erfolgt bevorzugt während der Kalibrierung und in der Kühlzone
des Durchlaufofens.
[0043] Die während dieser einzelnen Verfahrensschritte anfallenden Stäube werden jeweils
separat in entsprechende Filtervorrichtungen eingeführt. So werden die während des
Trocknungsprozesses der Holzfasern anfallenden Holzstäube (die vorwiegend Holzfaserkomponenten
enthalten) in einen der Trocknungsvorrichtung zugeordneten Trocknerfilter eingeführt.
Die während des Mischens von Holzfasern und Bindemittelfasern und der anschließenden
mehrstufigen Vliesbildung und dem Verdichtungsprozess anfallenden Holzstäube (die
aus Holzfaser- und Bindemittelfasern bestehen) werden durch einen Produktionsfilter
geführt. Die während der Konfektionierung (Zuschnitt und Verpackung) anfallenden (sehr
feinteiligen) Holzstäube werden durch einen Sägefilter abgesaugt.
[0044] Die abfiltrierten Holzstäube werden anschließend in einer geeigneten Sammelvorrichtung,
z.B. einem Silo, gesammelt und zwischengelagert, bevor der Holzstaub dem Waschprozess
unterzogen wird. Es ist auch denkbar und möglich, dass die Holzstäube entsprechend
ihrer Zusammensetzung (vorwiegend faserförmige oder feinpartikelförmige Stäube) gelagert
werden, und in getrennten Waschvorgängen weiterbehandelt werden.
[0045] Der Waschschritt der Holzstäube wird in einer Vorrichtung z.B. einen Behälter durchgeführt,
die mindestens einen Einlass für den Holzstaub (z.B. in Form von mit dem Silo verbundenen
Trogschnecken), mindestens einen Einlass (insbesondere in Form von Düsen) für mindestens
ein wässriges Waschmittel, mindestens einen Auslass für das Waschwasser und mindestens
einen Auslass für den gewaschenen Holzstaub umfasst.
[0046] Die vorliegende Waschvorrichtung umfasst ebenfalls mindestens ein Mittel zum Abtrennen
des gewaschenen Holzstaubes vom Waschwasser, wobei das mindestens eine Abtrennmittel
ein Auspressen des Waschwassers aus dem gewaschenen Holzstaub bewirkt. Der mindestens
eine Auslass für das Waschwasser und der mindestens eine Auslass für den gewaschenen
Holzstaub sind dabei an sich gegenüberliegenden Enden des mindestens einen Abtrennmittels
vorgesehen.
[0047] In einer Ausführungsform ist das mindestens eine Abtrennmittel in Form einer Schnecke
(sog. Pressschnecken-Separator) ausgebildet. Durch die Verwendung einer Schnecke zum
Separieren des gewaschenen Holzstaubes vom Waschmittel bzw. Waschwasser kommt es zur
Ausbildung eines Pfropfens aus gepressten bzw. vorgepressten Holzstaub am bzw. vor
dem Auslass, der einen wasserdichten Verschluss des Holzstaubauslasses bewirkt.
[0048] Gleichzeitig wird ein weiteres Auspressen des Waschmittels aus dem Holzstaub durch
mindesten ein Mittel zum Gegenhalten gegen den sich am an dem mindestens einen Auslass
für den gewaschenen Holzstaub ausbildenden Pfropfen bewirkt. Dieses Mittel zum Gegenhalten
(auch als Gegenhalter bezeichnet) ist bevorzugt kegelförmig ausgebildet und/oder federbelastet.
[0049] Die beschriebene Waschvorrichtung ist Teil einer Anlage zur Herstellung von Holzfaserdämmstoffmatten.
So umfasst die vorliegende Anlage zur Herstellung der Holzfaserdämmstoffmatten mindestens
einen Trockner zur Holzfasertrocknung, mindestens eine Vorrichtung zum Mischen von
Holzfasern und Bindefasern, mindestens eine Vorrichtung zur Vliesbildung aus Holzfasern
und Bindefasern, mindestens eine Vorrichtung zur Vliesverdichtung und/oder mindestens
eine Vorrichtung zur Konfektionierung der verdichteten Holzfasermatte, und mindestens
ein Silo zum Sammeln des in mindestens einer dieser Vorrichtungen anfallenden Holzstaubes.
Die mindestens eine Waschvorrichtung für den Holzstaub ist stromabwärts von dem mindestens
einen Silo vorgesehen.
[0050] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Anlage ist dem Silo mindestens
ein Filter, bevorzugt mindestens drei Filter zum Abtrennen des Holzstaubes aus der
Absaugluft des Trockners, der Misch- und Vliesbildungsvorrichtung, der Verdichtungsvorrichtung
(z.B. Ofen) und/oder der Konfektionierungsvorrichtung vorgeschaltet. Dabei ist in
einer bevorzugten Ausführungsform mindestens ein Filter (Trocknerfilter) dem Trockner,
mindestens ein Filter (Produktionsfilter) der Misch-, Vliesbildung- und Verdichtungsvorrichtung
und mindestens ein Filter (Sägefilter) der Konfektionsvorrichtung zugeordnet.
[0051] In einer weiteren Variante der vorliegenden Anlage ist die mindestens eine Waschvorrichtung
mit mindestens einer Anlage zur Energie- und Wärmegewinnung gekoppelt. Der in der
Waschvorrichtung abgetrennte gewaschene Holzstaub wird in die Energieanlage zur Verbrennung
eingeführt.
[0052] In einer anderen Variante der vorliegenden Anlage ist die mindestens eine Waschvorrichtung
mit einer Ableitung für das Waschwasser in die Auftrags- oder Eintragsvorrichtung
für das mindestens eine Additiv, insbesondere Flammschutzmittel, in den Holzfaserstrom
gekoppelt. Das die Waschvorrichtung verlassene Waschwasser, welches das ausgewaschene
Additiv enthält, wird entsprechend mit den Holzfasern gemischt bzw. auf die Holzfasern
aufgetragen. Das ausgewaschene Additiv (z.B. Flammschutzmittel) wird somit in den
Prozesskreislauf zurückgeführt bzw. verbleibt in diesem.
[0053] Die vorliegende Anlage umfasst des Weiteren mindestens ein Mittel zur Entnahme des
im Holzfasertrockner angefallenen Kondensats, welches zumindest teilweise als Waschwasser
in die mindestens eine Waschvorrichtung eingeführt werden kann. Ein weiterer Teil
des Kondensates kann auch konventionell unmittelbar mit einem Additiv, insbesondere
einem Flammschutzmittel, vermischt werden und in den den Refiner verlassenen Holzfaserstrom
eingebracht werden.
[0054] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figur der Zeichnungen an
einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens,
und
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Waschvorrichtung
.
[0055] Die in Figur 1 gezeigte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens beschreibt
die einzelnen Verfahrensschritte beginnend mit dem Bereitstellen des Holzausgangsproduktes
bis zur fertigen Holzfaserdämmstoffmatte.
[0056] Entsprechend wird zunächst in Schritt 1 geeignetes Holzausgangsmaterial zur Herstellung
der Holzhackschnitzel bereitgestellt. Als Holzausgangsmaterial sind sämtliche Nadelhölzer,
Laubhölzer oder auch Mischungen davon geeignet.
[0057] Danach werden die Holzfasern dem Zerfaserungsprozess in einem Refiner (Schritt 2)
unterworfen, wobei im Verlaufe des Zerfaserungsprozesses den Holzfasern ggf. ein geeignetes
Benetzungsmittel zugeführt wird.
[0058] Die Holzfasern können unmittelbar nach dem Faseraufschluss mit einem Flammschutzmittel
vermischt werden (Schritt 3). Das In-Kontaktbringen der Holzfasern mit dem Flammschutzmittel
kann an dieser Verfahrensstufe zum Beispiel in einem Blow-line-Verfahren erfolgen.
[0059] Es schließt sich ein Trocknungsprozess der mit dem Flammschutzmittel versetzten Holzfasern
(Schritt 4) an, wobei dieser Trocknungsprozess in zwei Stufen I, II erfolgen kann.
Der Trockner ist als 2 Stufen Trockner ausgeführt, wobei die hauptsächliche Trocknung
in Stufe 1 mittels heißer Gase (Luft oder überhitzter Dampf) erfolgt und Nachtrocknung
in Stufe 2, wobei hier ebenfalls der Einsatz von heißer Luft oder überhitzten Dampf
möglich ist. Das Stoffgemisch wird in/nach jeder Stufe mittels Abscheidezyklon und
Kapselwerke getrennt (nicht gezeigt).
[0060] Die getrockneten Holzfasern werden entsprechend ihrer Größe sortiert bzw. gesichtet
(nicht gezeigt) und in geeigneten Vorratsbehältern (zum Beispiel Silo oder Bunker)
zwischengelagert (nicht gezeigt).
[0061] Anschließend werden die Holzfasern mit Bikomponentenfasern als Bindemittelfasern
vermischt (Schritt 5). Hierfür werden die Bikomponentenfasern aus Ballenöffnern bereitgestellt
und die notwendige Menge an Bikomponentenfasern bestimmt.
[0062] Zum Vermischen der Bikomponentenfasern mit den Holzfasern werden diese über eine
Blasleitung geführt und auf ein erstes Transportband aufgeblasen. In der Blasleitung
erfolgt eine intensive Vermischung von Holzfasern und Bikomponentenfasern durch die
eingeblasene Luft als Transportmittel.
[0063] Durch Ablage der Holzfaser-Bikomponentenfasern-Mischung auf dem ersten Transportband
kommt es zur Ausbildung eines Vorvlieses. Das Vorvlies wird am Ende des ersten Transportbandes
erneut zerfasert, vermischt und die Fasermischung auf ein zweites Transportband unter
Ausbildung eines Faserkuchens aufgebracht. Die Kombination der Bildung eines Vorvlieses
mit erneuter Zerfaserung ist auch als Air-lay-Verfahren bekannt (Schritt 6).
[0064] Der Faserkuchen wird anschließend bei einer Temperatur von ca. 200 °C verdichtet
(Schritt 7) und auf die gewünschte Dicke eingestellt. Hierbei durchströmt heiße Luft
den Faserkuchen und es kommt zu einer Aktivierung der Bindefasern in der Holzfasermatte,
so dass die erwärmten und angeschmolzenen Bindefasern sich mit den Holzfasern verbinden.
[0065] In der Endbearbeitung wird die erhaltene Holzfasermatte in geeigneter Weise konfektioniert
(Schritt 8).
[0066] Die während dieser einzelnen Verfahrensschritte anfallenden Stäube werden jeweils
separat in entsprechende Filtervorrichtungen eingeführt. So werden die während des
Trocknungsprozesses der Holzfasern anfallenden Holzstäube (die vorwiegend Holzfaserkomponenten
enthalten) in einen der Trocknungsvorrichtung zugeordneten Trocknerfilter (Schritt
9) eingeführt. Die während des Mischens von Holzfasern und Bindemittelfasern und der
anschließenden mehrstufigen Vliesbildung und dem Verdichtungsprozess anfallenden Holzstäube
(die aus Holzfaser- und Bindemittelfasern bestehen) werden durch einen Produktionsfilter
geführt (Schritt 10). Die während der Konfektionierung (Zuschnitt und Verpackung)
anfallenden (sehr feinteiligen) Holzstäube werden durch einen Sägefilter abgesaugt
(Schritt 11).
[0067] Die abfiltrierten Holzstäube werden anschließend in einer geeigneten Sammelvorrichtung,
z.B. einem Silo (12), gesammelt und zwischengelagert, bevor der Holzstaub dem Waschprozess
unterzogen wird.
[0068] Der Waschschritt der Holzstäube sowie die Abtrennung des gewaschenen Holzstaubes
vom Waschwasser werden in einer Waschvorrichtung 13 durchgeführt (siehe hierzu auch
die Beschreibung der Figur 2).
[0069] Die Waschvorrichtung 13 ist mit mindestens einer Anlage zur Energie- und Wärmegewinnung
gekoppelt. Der in der Waschvorrichtung abgetrennte gewaschene Holzstaub wird in die
Energieanlage 13a zur Verbrennung eingeführt. In der Waschvorrichtung 13 wird das
im Holzstaub enthaltene Flammschutzmittel ausgewaschen und mit dem Waschwasser zurück
in die Auftrags- oder Eintragsvorrichtung für das Flammschutzmittel in den den Refiner
2 verlassenen Holzfaserstrom geführt.
[0070] Als Waschmittel wird gemäß der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform das im Holzfasertrockner
anfallende Kondensat verwendet.
[0071] Figur 2 zeigt eine Ausführungsform der Waschvorrichtung 13 in Form eines Behälters
mit einem Einlass für den Holzstaub 14, welcher in Form von mit dem Staubsilo 12 gekoppelten
Trogschnecken ausgebildet ist, und mehreren Einlassdüsen 15 für das Waschmittel, wobei
die Einlässe 14, 15 jeweils oberseitig an dem Behälter angeordnet sind.
[0072] Der Behälter 13 weist einen bestimmten Füllstand an Waschmittel auf, wodurch auch
die Ermittlung von bestimmten das Löseverhalten definierenden Eigenschaften des Waschwassers,
wie pH-Wert und Leitwert, mittels geeigneter Sensoren möglich ist. Die Sensoren zur
Bestimmung des pH-Wertes 16 und des Leitwertes 17 sind im unteren Bereich des Behälters
nahe den Auslässen vorgesehen.
[0073] Zur Separierung von gewaschenen Holzstaub und Waschwasser ist ein Abtrennmittel 18
in Form einer Pressschnecke im unteren Bereich des Behälters 13 vorgesehen.
[0074] Das vom Holzstaub separierte Waschwasser wird über den Auslass 19 gekoppelt mit Ablassventil,
Filter und Pumpe zur Eintragsvorrichtung 3 für den Flammschutzmittellösung in den
den Refiner 2 verlassenen Holzfaserstrom zurückgeführt.
[0075] Durch die Verwendung einer Schnecke zum Separieren des gewaschenen Holzstaubes vom
Waschwasser kommt es zur Ausbildung eines Pfropfens aus gepressten bzw. vorgepressten
Holzstaub am bzw. vor dem Holzstaubauslass 20 aus dem Behälter 13.
[0076] Gleichzeitig wird ein weiteres Auspressen des Waschwassers aus dem Holzstaub durch
einen kegelförmigen Gegenhalter 21 am Auslass 20 bewirkt. Der ausgepresste Holzstaub
gelangt anschließend in die mit dem Auslass 20 gekoppelte Energieanlage 14 und wird
dort verbrannt.
[0077] Zur Bestimmung der optimalsten Bedingungen für den Waschschritt hinsichtlich des
Löseverhaltens des Flammschutzmittels vom Holzstaub wurden verschiedene Parameter
getestet.
Ausführungsbeispiel 1: Dauer des Waschprozesses
[0078] Zunächst wurde untersucht, welchen Einfluss die Zeit bzw. Dauer auf das Ablöseverhalten
des Flammschutzmittels Ammoniumphosphat vom Holzstaub hat. Hierzu wurden 30 g mit
Flammschutzmittel belasteter Holzstaub in jeweils 200 ml warmen Wasser (49°C) vermischt
und die Lösezeit über einen Zeitraum von 30 bis 120 Sekunden untersucht. Zur Bestimmung
der Ablösemenge des Ammoniumphosphates wurden der Leitwert und der pH-Wert des Waschüberstandes
(Sole) bestimmt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1
| Ifd. Nr |
Probengewicht in g |
Wasser menge in ml |
Wassertemp. in °C |
Leitwert Wasser in mS/cm |
PH-Wert Wasser in °dH |
Lösezeit in sek |
Leitwert Sole in mS/cm |
PH-Wert Sole in °dH |
Wassertemp. in °C |
| 1 |
30 |
200 |
49,0 |
0,452 |
7,54 |
30 |
21,6 |
3,90 |
36,5 |
| 2 |
30 |
200 |
49,0 |
0,592 |
7,41 |
60 |
20,7 |
3,98 |
36,4 |
| 3 |
30 |
200 |
49,0 |
0,478 |
7,45 |
90 |
21,5 |
3,96 |
36,0 |
| 4 |
30 |
200 |
49,0 |
0,557 |
7,21 |
120 |
21,6 |
3,99 |
35,7 |
[0079] Wie deutlich erkennbar, ist der Leitwert der Sole gegenüber dem zugeführten Wasser
bereits nach 30 Sekunden stark angestiegen, was auf eine Ablösung des Ammoniumphosphates
von den Holzfasern hindeutet. Entsprechend ist das Ammoniumphosphat schon nach kurzer
Lösezeit aus dem Holzstaub herausgelöst und eine Verlängerung der Behandlungszeit
hat nur einen geringen Effekt.
Ausführungsbeispiel 2: Dauer und Konzentration
[0080] Des Weiteren wurde der Einfluss der verwendeten Menge an warmen Waschwasser auf das
Löseverhalten untersucht (Tabelle 2).
Tabelle 2
| Ifd. Nr |
Probengewicht in g |
Wassermenge in ml |
Wassertemp. in °C |
Leitwert Wasser in mS/cm |
PH-Wert Wasser in °dH |
Lösezeit in sek |
Leitwert Sole in mS/cm |
PH-Wert Sole in °dH |
Wassertemp. in °C |
| 5 |
30 |
400 |
49,0 |
0,414 |
7,52 |
60 |
11,80 |
4,68 |
39,9 |
| 6 |
30 |
400 |
49,0 |
0,333 |
7,46 |
120 |
12,08 |
4,70 |
38,0 |
| 7 |
30 |
250 |
36,0 |
12,08 |
4,70 |
60 |
23,30 |
3,87 |
33,0 |
[0081] Die Halbierung des Leitwertes nach Verdopplung der verwendeten Waschwassermenge bestätigt,
dass das Ammoniumphosphat komplett aus dem Holzstaub herausgelöst wurde. Die Möglichkeit
der Aufsättigung bzw. Aufkonzentration wird im Versuch 7 bestätigt.
Ausführungsbeispiel 3: Temperatur
[0082] Auch wurde der Einfluss der Waschwassertemperatur auf das Löseverhalten untersucht,
wobei die Ergebnisse der Versuche 8 und 9 in Tabelle 3 bestätigen, dass das Löseverhalten
nicht maßgeblich von der Wassertemperatur abhängt. Allerdings ist ein verbessertes
Einweichverhalten des Holzstaubes in warmen Wasser zu beobachten.
Tabelle 3
| Ifd. Nr |
Probengewicht in g |
Solemenge in ml |
Wassertemp. in °C |
Leitwert Sole in mS/cm |
PH-Wert Sole in °dH |
Lösezeit in sek |
Leitwe rt Sole in mS/cm |
PH-Wert Sole in °dH |
Wassertemp. in °C |
| 8 |
30 |
500 |
24,6 |
0,376 |
7,47 |
60 |
10,40 |
5,37 |
23,7 |
| 9 |
30 |
500 |
26,2 |
0,377 |
7,20 |
120 |
10,25 |
5,38 |
24,6 |
[0083] Brandtest der gewaschenen Holzstaubproben zeigen eine vollständige Verbrennung des
Holzstaubes ohne Bildung von Rückständen.
1. Verfahren zur Behandlung von Holzstaub, der im Herstellungsprozess von Holzfaserdämmstoffmatten
in mindestens einem Verfahrensschritt nach der Zerfaserung der Holzhackschnitzel zu
Holzfasern anfällt,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Holzstaub mindestens einem Waschschritt unterzogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem mindesten einen Waschschritt mindestens ein wässriges Lösemittel, insbesondere
Wasser, als Waschmittel für den Holzstaub verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem mindestens einen Waschschritt mindestens ein im Trocknungsprozess der Holzfaser
anfallendes Kondensat als Waschmittel für den Holzstaub verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass in dem mindestens einen Waschschritt wasserlösliche Additive, die den Holzfasern
im Herstellungsprozess der Holzfaserdämmstoffmatten zugemischt wurden, aus dem Holzstaub
entfernt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die wasserlöslichen Additive ausgewählt sind aus einer Gruppe enthaltend Flammschutzmittel,
insbesondere anorganische Flammschutzmittel, Fungizide oder VOC-reduzierende Mittel.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die wasserlöslichen Additive Phosphat- oder Borat-haltige Flammschutzmittel, bevorzugt
Ammoniumpolyphosphat, Tris(tri-bromneopentyl)phosphat, Zinkborat oder Borsäurekomplexe
von mehrwertigen Alkoholen, umfassen.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der nach dem mindestens einem Waschschritt anfallende gewaschene Holzstaub vom Waschwasser,
insbesondere unter Verwendung von Pelletpressen, Brikettpressen, Filtern oder Pressschnecken-Separatoren,
abgetrennt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das nach dem mindestens einem Waschschritt anfallende Waschwasser in den Herstellungsprozess
der Holzfaserdämmstoffmatte zurückgeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Waschwasser nach dem Zerfaserungsschritt und vor dem Trocknungsschritt der Holzfasern
in den Herstellungsprozess der Holzfaserdämmstoffmatte zurückgeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass dem Waschwasser vor Rückführung in den Herstellungsprozess mindestens ein Additiv,
insbesondere mindestens ein Flammschutzmittel wie Ammoniumphosphat zugegeben wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zu waschende Holzstaub in mindestens einem Trocknungsschritt der Holzfasern,
während der Mischung der Holzfasern mit Bindemittelfasern während der Vliesbildung
aus Holzfasern und Bindemittelfasern, während des Verdichtens des Vlieses und/oder
während der Konfektionierung der verdichteten Holzfaserdämmstoffmatte anfällt.
12. Vorrichtung zur Behandlung, insbesondere zum Waschen von Holzstaub, der im Herstellungsprozess
von Holzfaserdämmstoffmatten in mindestens einem Verfahrensschritt nach der Zerfaserung
der Holzhackschnitzel zu Holzfasern anfällt, umfassend mindestens einen Einlass für
den Holzstaub, mindestens einen Einlass für mindestens ein wässriges Waschmittel,
mindestens einen Auslass für das Waschwasser und mindestens einen Auslass für den
gewaschenen Holzstaub,
gekennzeichnet durch
mindestens ein Mittel zum Abtrennen des gewaschenen Holzstaubes vom Waschwasser, wobei
das mindestens eine Abtrennmittel ein Auspressen des Waschwassers aus dem gewaschenen
Holzstaub bewirkt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Abtrennmittel in Form einer Schnecke ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, gekennzeichnet durch mindesten ein Mittel zum Gegenhalten gegen den sich an dem mindestens einen Auslass
für den gewaschenen Holzstaub ausbildenden Pfropfen.
15. Anlage zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 11 umfassend
- mindestens einen Trockner zur Holzfasertrocknung, mindestens eine Vorrichtung zum
Mischen von Holzfasern und Bindefasern, mindestens eine Vorrichtung Vliesbildung aus
Holzfasern und Bindefasern, mindestens eine Vorrichtung zur Vliesverdichtung und/oder
mindestens eine Vorrichtung zur Konfektionierung der verdichteten Holzfasermatte,
und
- mindestens ein Silo zum Sammeln des in mindestens einer dieser Vorrichtungen anfallenden
Holzstaubes,
gekennzeichnet durch
mindestens eine stromabwärts von dem mindestens einen Silo vorgesehene Vorrichtung
nach einem der Ansprüche 12 bis 14.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zur Herstellung von Holzfaserdämmstoffmatten, dadurch gekennzeichnet, dass der im Herstellungsprozess in mindestens einem Verfahrensschritt nach der Zerfaserung
der Holzhackschnitzel zu Holzfasern anfallende Holzstaub mindestens einem Waschschritt
unterzogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem mindesten einen Waschschritt mindestens ein wässriges Lösemittel, insbesondere
Wasser, als Waschmittel für den Holzstaub verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem mindestens einen Waschschritt mindestens ein im Trocknungsprozess der Holzfaser
anfallendes Kondensat als Waschmittel für den Holzstaub verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem mindestens einen Waschschritt wasserlösliche Additive, die den Holzfasern
im Herstellungsprozess der Holzfaserdämmstoffmatten zugemischt wurden, aus dem Holzstaub
entfernt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die wasserlöslichen Additive ausgewählt sind aus einer Gruppe enthaltend Flammschutzmittel,
insbesondere anorganische Flammschutzmittel, Fungizide oder VOC-reduzierende Mittel.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die wasserlöslichen Additive Phosphat- oder Borat-haltige Flammschutzmittel, bevorzugt
Ammoniumpolyphosphat, Tris(tri-bromneopentyl)phosphat, Zinkborat oder Borsäurekomplexe
von mehrwertigen Alkoholen, umfassen.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der nach dem mindestens einem Waschschritt anfallende gewaschene Holzstaub vom Waschwasser,
insbesondere unter Verwendung von Pelletpressen, Brikettpressen, Filtern oder Pressschnecken-Separatoren,
abgetrennt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das nach dem mindestens einem Waschschritt anfallende Waschwasser in den Herstellungsprozess
der Holzfaserdämmstoffmatte zurückgeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Waschwasser nach dem Zerfaserungsschritt und vor dem Trocknungsschritt der Holzfasern
in den Herstellungsprozess der Holzfaserdämmstoffmatte zurückgeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass dem Waschwasser vor Rückführung in den Herstellungsprozess mindestens ein Additiv,
insbesondere mindestens ein Flammschutzmittel wie Ammoniumphosphat zugegeben wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zu waschende Holzstaub in mindestens einem Trocknungsschritt der Holzfasern,
während der Mischung der Holzfasern mit Bindemittelfasern während der Vliesbildung
aus Holzfasern und Bindemittelfasern, während des Verdichtens des Vlieses und/oder
während der Konfektionierung der verdichteten Holzfaserdämmstoffmatte anfällt.
12. Vorrichtung zum Waschen von Holzstaub, der im Herstellungsverfahrens von Holzfaserdämmstoffmatten
in mindestens einem Verfahrensschritt nach der Zerfaserung der Holzhackschnitzel zu
Holzfasern anfällt, umfassend mindestens einen Einlass für den Holzstaub, mindestens
einen Einlass für mindestens ein wässriges Waschmittel, mindestens einen Auslass für
das Waschwasser und mindestens einen Auslass für den gewaschenen Holzstaub,
gekennzeichnet durch
mindestens ein Mittel zum Abtrennen des gewaschenen Holzstaubes vom Waschwasser, wobei
das mindestens eine Abtrennmittel ein Auspressen des Waschwassers aus dem gewaschenen
Holzstaub bewirkt, und wobei der mindestens eine Einlass für das mindestens eine wässrige
Waschmittel in Form von Düsen ausgebildet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Abtrennmittel in Form einer Schnecke ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, gekennzeichnet durch mindesten ein Mittel zum Gegenhalten gegen den sich an dem mindestens einen Auslass
für den gewaschenen Holzstaub ausbildenden Pfropfen.
15. Anlage zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 11 umfassend
- mindestens einen Trockner zur Holzfasertrocknung, mindestens eine Vorrichtung zum
Mischen von Holzfasern und Bindefasern, mindestens eine Vorrichtung Vliesbildung aus
Holzfasern und Bindefasern, mindestens eine Vorrichtung zur Vliesverdichtung und/oder
mindestens eine Vorrichtung zur Konfektionierung der verdichteten Holzfasermatte,
und
- mindestens ein Silo zum Sammeln des in mindestens einer dieser Vorrichtungen anfallenden
Holzstaubes,
gekennzeichnet durch
mindestens eine stromabwärts von dem mindestens einen Silo vorgesehene Vorrichtung
nach einem der Ansprüche 12 bis 14.