[0001] Die vorliegende Patentanmeldung nimmt die Priorität der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2016 200 344.5 in Anspruch, deren Inhalt durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird.
[0002] Die Erfindung betrifft ein Spielfahrzeug, insbesondere einen Spielfahrzeug-Anhänger,
der beispielsweise als Viehtransportanhänger genutzt werden kann.
[0003] Derartige Spielfahrzeuge sind vom Markt her bekannt. Die
DE 7419387 U1 beschreibt einen Ein- und Doppelachs-Pferdetransportanhänger.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Spielfahrzeug der eingangs genannten
Art derart weiterzubilden, dass es mit weiteren, an die Realität angenäherten Spielfunktionen
ausgerüstet ist.
[0005] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch ein Spielfahrzeug mit den im Anspruch
1 angegebenen Merkmalen.
[0006] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass über einen Verstellschlitten eine betriebssichere
Verstellung der mindestens einen Spielfahrzeug-Radachse zwischen der Fahrstellung
und der Ladestellung gewährleistet werden kann. Auch bei einem Spielfahrzeug mit relativ
schwerem Aufbau, insbesondere bei beladenem Spielfahrzeug, kann die Umstellung mit
vergleichsweise geringer Betätigungskraft erfolgen. Über die Grundrahmen-Hubführung
einerseits und die Verstellschlitten-Führung andererseits ist eine definierte Radachsenführung
gewährleistet. Das gesamte Spielfahrzeug kann aus Kunststoff gefertigt sein. Die Komponenten
des Spielfahrzeugs können als Spritzgussteile gefertigt sein. Der Verstellschlitten
kann manuell, also nicht motorisch, angetrieben verlagerbar sein.
[0007] Eine Ausführung der Grundrahmen-Hubführung mit mindestens einem Hubführungs-Langloch
nach Anspruch 2 gewährleistet eine sichere Führung der Radachse.
[0008] Eine Verstellkulisse nach Anspruch 3 gewährleistet eine sichere Verstellführung der
Radachse.
[0009] Dies gilt besonders durch die Ausgestaltung durch mindestens ein Verstellkulissen-Langloch
nach Anspruch 4.
[0010] Ein horizontal verlaufender Verstellkulissen-Langlochabschnitt nach Anspruch 5 vermeidet,
dass die Radachse in der Radachsen-Fahrstellung an einem schrägen Abschnitt der Verstellkulisse
anliegt, was zu einer unerwünschten Beeinträchtigung einer Drehbarkeit der Radachse
führen könnte.
[0011] Eine Ausführung mit mehreren Radachsen nach Anspruch 6 ermöglicht neben einer reinen
Absenkung des Fahrzeugaufbaus auch noch eine gezielte Neigungsvorgabe eines Fahrzeugsaufbaus
relativ zum Boden.
[0012] Über Verstellschlitten-Führungen nach Anspruch 7 lassen sich unterschiedliche Neigungen
des Fahrzeugsaufbaus in der Fahrstellung einerseits und in der Ladestellung andererseits
realisieren. Es kann beispielsweise eine horizontale Fahrstellung und eine geneigte
Ladestellung des Fahrzeugsaufbaus realisiert sein. In der geneigten Ladestellung kann
eine Ladeseite des Spielfahrzeugs zum Boden hin geneigt sein, was das Beladen zusätzlich
vereinfacht.
[0013] Eine Anordnung mindestens einer Radachse nach Anspruch 8 verbessert die Drehbarkeit
dieser Radachse in der Radachsen-Fahrstellung zusätzlich. In der Radachsen-Fahrstellung
kann mindestens eine der Radachsen auf Höhe eines horizontal verlaufenden Abschnitts
der Verstellschlitten-Führung angeordnet sein. Bei Ausführung der Verstellschlitten-Führung
als Verstellkulissen-Langloch kann die mindestens eine Radachse in einem horizontal
verlaufenden Langlochabschnitt des zugeordneten Verstellkulissen-Langlochs angeordnet
sein. Ein solcher horizontaler Abschnitt vermeidet eine unerwünschte Rückstellkraft,
die die Radachse aufgrund des hierauf lastenden Fahrzeuggewichts auf den Verstellschlitten
über die Verstellschlitten-Führung ausüben würde. Durch den horizontal verlaufenden
Abschnitt der Verstellschlitten-Führung ergibt sich zudem eine Art Verriegelungswirkung,
da verhindert ist, dass die Radachse die Radachsen-Fahrstellung unerwünscht verlässt.
Soweit mindestens eine der Radachsen in der Radachsen-Fahrstellung nicht an der Verstellschlitten-Führung
anliegt, kann ein definiertes Höhenspiel der Radachse relativ zur Verstellschlitten-Führung
erricht werden. Dies kann genutzt werden, um einen Ausgleich von Bodenunebenheiten
und damit eine Geländegängigkeit des Spielfahrzeugs zu gewährleisten.
[0014] Ein Spindelantrieb nach Anspruch 9 ermöglicht eine angetriebene Verstellung des Verstellschlittens
mit geringer Betätigungskraft. Der Spindelantrieb kann manuell, also nicht motorisch,
betätigbar sein.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine Explosionsdarstellung eines Spielfahrzeugs in Form eines Spielfahrzeug-Anhängers,
der beispielsweise als Viehtransportanhänger genutzt werden kann;
- Fig. 2
- eine Unteransicht des montierten Spielfahrzeugs in einer Fahrstellung;
- Fig. 3
- einen Schnitt gemäß Linie gemäß III-III in Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Unteransicht des Spielfahrzeugs in einer im Vergleich zur Fahrstellung abgesenkten
Ladestellung; und
- Fig. 5
- einen Schnitt gemäß Linie V-V in Fig. 2.
[0016] Fig. 1 zeigt eine Explosionsdarstellung eines Spielfahrzeugs 1, das als Spielfahrzeug-Anhänger
ausgeführt ist und beispielsweise als Spielzeug-Viehtransportanhänger genutzt werden
kann. Das Spielfahrzeug 1 hat einen Anhängeraufbau 2 mit einem Grundrahmen 3, der
als Rahmenplatte ausgeführt ist, die in einer Grundrahmenebene 4 (vgl. Fig. 3) verläuft.
Das Spielfahrzeug hat weiterhin eine Anhängerdeichsel 5, die am Anhängeraufbau 2 fixierbar
ist und eine Deichselstütze 6, die wiederum an der Anhängerdeichsel 5 fixierbar ist.
[0017] Weiterhin hat das Spielfahrzeug 1 zwei Radachsen, nämliche eine vordere Radachse
7 und eine hintere Radachse 8, an denen jeweils endseitig zwei Räder 9 des Spielfahrzeugs
1 montierbar sind. Je nach Ausführung des Spielfahrzeugs 1 können die Räder 9 drehfest
auf die Radachsen 7 beziehungsweise 8 aufgesteckt sein oder drehbar zu den Radachsen
7, 8 montiert sein.
[0018] Weiterhin hat das Spielfahrzeug 1 einen Verstellschlitten 10 zur nachfolgend noch
beschriebenen Umstellung der Radachsen 7, 8 zwischen einer in den Fig. 2 und 3 dargestellten
Fahrstellung des Spielfahrzeugs 1 und einer in den Fig. 4 und 5 dargestellten Ladestellung
des Spielfahrzeugs 1.
[0019] Der Verstellschlitten 10 ist in einer durch vorspringende Führungsnasen 11 des Grundrahmens
3 gebildeten Grundrahmen-Schlittenführung in der Grundrahmenebene 4 geführt und angetrieben
verlagerbar zwischen einer in den Fig. 2 und 3 dargestellten Verstellschlitten-Fahrstellung
und einer in den Fig. 4 und 5 dargestellten Verstellschlitten-Ladestellung. Die Führungsnasen
11 hintergreifen Führungsleisten 12, die an den Verstellschlitten 10 angeformt sind.
In der Verstellschlitten-Fahrstellung ist der Verstellschlitten 10 relativ zur Verstellschlitten-Ladestellung
zur Anhängerdeichsel 5 hin verlagert.
[0020] Zum Verstellantrieb des Verstellschlittens 10 dient ein Spindelantrieb mit einer
Antriebsspindel 13. Die Antriebsspindel 13 hat einen BetätigungsDrehknopf 14, der
zur Deichselseite hin aus dem Anhängeraufbau 2 ragt. Eine Drehbewegung der Antriebsspindel
13 ist axial und radial über entsprechende Lageraufnahmen im Grundrahmen 3 gelagert.
Ein Gewinde 15 der Antriebsspindel 13 greift ein in ein hierzu komplementäres Gegengewinde,
welches in den Verstellschlitten 10 eingeformt ist.
[0021] Der Grundrahmen 3 hat zwei Paare vertikal verlaufender Hubführungs-Langlöcher 17,
18. Diese Hubführungs-Langlöcher 17, 18, die alternativ auch nicht vertikal so verlaufen
können, dass sie jedenfalls eine vertikale Verlaufskomponente aufweisen, stellen eine
Grundrahmen-Hubführung des Grundrahmens 3 dar. Die vordere Radachse 7 ist durch die
beiden Hubführungs-Langlöcher 17 und die hintere Radachse 8 durch die beiden Hubführungs-Langlöcher
18 geführt.
[0022] Der Verstellschlitten 10 hat wiederum zwei Paare von Verstellkulissen-Langlöchern
19, 20 mit jeweils einem schräg zu den Hubführungs-Langlöchern 17, 18 verlaufenden
Langlochabschnitt 21, 22. Die Verstellkulissen-Langlöcher 19, 20 bilden eine Verstellschlitten-Führung
des Verstellschlittens 10, die schräg zu den Hubführungs-Langlöchern 17, 18 verläuft.
Die vordere Radachse 7 ist durch die beiden Verstellkulissen-Langlöcher 19 und die
hintere Radachse 8 ist durch die beiden Verstellkulissen-Langlöcher 20 geführt.
[0023] Jeder der beiden Radachsen 7, 8 ist also jeweils eine Grundrahmen-Hubführung, nämlich
eines der Hubführungs-Langlochpaare 17, 18, und jeweils eine Verstellschlitten-Führung,
nämlich jeweils ein Paar der Verstellkulissen-Langlöcher 19, 20, zugeordnet.
[0024] Die Radachsen 7, 8 sind über die Verstellschlitten-Führung 19, 20 derart geführt,
dass die Radachsen 7, 8 bei einer Verstellung des Verstellschlittens 10 zwischen der
Verstellschlitten-Fahrstellung und der Verstellschlitten-Ladestellung verstellt werden
zwischen der Radachsen-Fahrstellung (vgl. Fig. 2 und 3) und der Radachsen-Ladestellung
(vgl. Fig. 4 und 5).
[0025] In der Radachsen-Fahrstellung sind die Radachsen 7, 8 und die hieran montierten Räder
9 relativ zum Grundrahmen 3 ausgefahren, sodass der Anhängeraufbau 2 eine ausreichende
Bodenfreiheit hat. In der Radachsen-Ladestellung sind die Radachsen 7, 8 und die hieran
montierten Räder 9 relativ zum Grundrahmen eingefahren, sodass der Grundrahmen 3 zur
erleichterten Beladung des Anhängeraufbaus 2 abgesenkt ist.
[0026] In der Radachsen-Fahrstellung (vgl. Fig. 3) sind die Radachsen 7, 8 in jeweils einem
horizontal verlaufenden Langlochabschnitt 23, 24 der Verstellkulissen-Langlöcher 19,
20 angeordnet.
[0027] Die schrägen Verstellkulissen-Langlochabschnitte 21, 22 haben unterschiedliche Steigungen,
sodass eine Hubverlagerung der vorderen Radachse 7 bei der Umstellung zwischen der
Radachsen-Fahrstellung und der Radachsen-Ladestellung geringer ist als eine Hubhöhe
der entsprechenden Verlagerung der hinteren Radachse 8. Dies führt dazu, dass in der
in der Fig. 5 gezeigten Ladestellung des Anhängeraufbaus 2 eine rückwärtige Beladerampe
25 bis nahe zum Bodenniveau abgesenkt ist.
[0028] Die beiden horizontalen Verstellkulissen-Langlochabschnitte 23, 24 sind, wie insbesondere
die Fig. 5 zeigt, unterschiedlich hoch ausgeführt. Dies führt dazu, dass in der Fahrstellung
eine der Radachsen 7, 8, nämlich beim gezeigten Ausführungsbeispiel die vordere Radachse
7, nicht an der Verstellkulisse anliegt, sondern von der Verstellkulisse des Verstellschlittens
10 freikommt.
[0029] Zum Umstellen des Anhängeraufbaus 2 von der Fahrstellung in die Ladestellung wird
der Betätigungsdrehknopf 14 der Antriebsspindel 13 entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht.
Hierdurch wird der Verstellschlitten 10 relativ zum Grundrahmen 3 von der Deichsel
5 wegverlagert. Der Verstellschlitten 10 wird hierdurch in die Ladestellung umgestellt,
was über das Zusammenwirken der Verstellkulissen 19, 20 mit den Radachsen 7, 8 und
der Grundrahmen-Hubführung 17, 18 zur Umstellung der Radachsen 7, 8 von der Fahrstellung
in die Ladestellung führt. Eine Rückführung des Anhängeraufbaus 2 von der Ladestellung
in die Fahrstellung erfolgt entsprechend durch umgekehrtes Betätigen des Betätigungsdrehknopfes
14 im Uhrzeigersinn.
1. Spielfahrzeug (1)
- mit einem Grundrahmen (3) mit mindestens einer Grundrahmen-Hubführung (17, 18) und
einer Grundrahmen-Schlittenführung (11),
- mit mindestens einer Radachse (7, 8) zur Halterung mindestens eines Rades (9),
- wobei die Radachse (7, 8) in der Grundrahmen-Hubführung (17, 18) geführt verlagerbar
ist zwischen
-- einer relativ zum Grundrahmen (3) ausgefahrenen Radachsen-Fahrstellung und
-- einer relativ zum Grundrahmen (3) eingefahrenen Radachsen-Ladestellung,
- mit einem Verstellschlitten (10), der in der Grundrahmen-Schlittenführung (11) in
einer horizontalen Grundrahmenebene (4) geführt und angetrieben verlagerbar ist zwischen
-- einer Verstellschlitten-Fahrstellung und
-- einer Verstellschlitten-Ladestellung,
- wobei der Verstellschlitten (10) eine schräg zur Grundrahmen-Hubführung (17, 18)
verlaufende Verstellschlitten-Führung (19, 20) aufweist,
- wobei die Radachse (7, 8) über die Verstellschlitten-Führung (19, 20) derart geführt
ist, dass die Radachse (7, 8) bei einer Verstellung des Verstellschlittens (10) zwischen
der Verstellschlitten-Fahrstellung und der Verstellschlitten-Ladestellung verstellt
wird zwischen der Radachsen-Fahrstellung und der Radachsen-Ladestellung.
2. Spielfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundrahmen-Hubführung (17, 18) ausgeführt ist als mindestens ein Hubführungs-Langloch
mit vertikaler Verlaufskomponente.
3. Spielfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellschlitten-Führung (19, 20) ausgeführt ist als mindestens eine Verstellkulisse,
an der die Radachse (7, 8) anliegt.
4. Spielfahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellkulisse ausgeführt ist als Langloch mit schräg zum Hubführungs-Langloch
verlaufendem Langlochabschnitt (21, 22).
5. Spielfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Radachse (7, 8) in der Radachsen-Fahrstellung in einem horizontal verlaufenden
Langlochabschnitt (23, 24) der Verstellkulisse angeordnet ist.
6. Spielfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch mehrere Radachsen (7, 8), denen jeweils eine Grundrahmen-Hubführung (17, 18) und
eine Verstellschlitten-Führung (19, 20) zugeordnet ist.
7. Spielfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Steigungen der schräg verlaufenden Verstellschlitten-Führungen (19, 20) unterschiedlich
sind.
8. Spielfahrzeug nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Radachsen (7, 8) in der Radachsen-Fahrstellung nicht an der Verstellschlitten-Führung
anliegt.
9. Spielfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch einen Spindelantrieb mit einer Antriebsspindel (13) zum angetriebenen Verstellen
des Verstellschlittens (10).