[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein optisch variables Element zur Anordnung an
einem Datenträger, insbesondere Wertgegenstand wie Wertdokument, einen Datenträger
mit einem optisch variablen Sicherheitselement und einer Herstellungsverfahren eines
optisch variablen Elements.
[0002] Optisch variable Elemente werden zu Gestaltungszwecken, aber auch in einem und/ oder
als Echtheitsmerkmal eingesetzt. Ein derartiges Echtheitsmerkmal, auch als Sicherheitsmerkmal
bezeichnet, kann beispielsweise eine besondere optische Wiedergabe in Abhängigkeit
des Betrachtungswinkels, wie z. B. ein Hologramm, aufweisen. Weiterhin sind Änderungen
der optischen Wiedergabe bzw. des optischen Eindrucks aufgrund veränderter physikalischer
oder chemischer Bedingungen und Umwelteinflüsse denkbar, beispielsweise aufgrund thermischer
Beeinflussung. Weiterhin ist eine veränderliche optische Wiedergabe aufgrund magnetischer
Beaufschlagung bekannt.
[0003] Bisherige optisch variable Elemente, welche aufgrund magnetischer Beaufschlagung
bekannt sind, umfassen ein plättchenförmiges optisch variables mit Magnetit beschichtetes
Pigment, welches mit einer umhüllenden Flüssigkeit verkapselt in einer Kapsel vorliegt.
In Aufsicht ohne Magnetfeld ist ein wolkiger bzw. uneinheitlicher Farbeindruck in
Abhängigkeit der Lagen der plättchenförmigen Pigmente in der Kapsel sichtbar. Bei
Anlegen eines Magnetfelds richten sich diese Plättchen entsprechend den magnetischen
Feldlinien aus. Die geringfügige Lageveränderung der plättchenförmigen magnetisch
orientierbaren Pigmente führt zwangsläufig zu geringen optischen Kontrasten. Zudem
kann das plättchenförmige beschichtete Pigment in der Kapsel verklemmen.
[0004] Es ist demnach eine Aufgabe der Erfindung, ein magnetisch schaltbares optisch variables
Element bereitzustellen, wobei ein Erkennungskontrast in der Fläche sichtbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Besonders
vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein optisch variables Element zur Anordnung
an einem Datenträger gelöst. Das optisch variable Element umfasst eine erste Phase
mit einem ersten Fluid, welches ein magnetisch ausrichtbares Pigment umfasst und eine
erste Farbgebung aufweist. Weiterhin umfasst das optisch variable Element eine zweite
Phase mit einem zweiten Fluid. Das zweite Fluid weist magnetisch nichtausrichtbare
Eigenschaften mit einer zweiten Farbgebung auf. Die erste und zweite Phase weisen
eine unterschiedliche Oberflächenspannung auf und sind daher miteinander nicht mischbar.
Die erste und zweite Phase sind von einer Kapsel umgeben. Im weiteren Verlauf ist
diese Kapsel auch als optisch variable Kapsel bezeichnet.
[0007] Das zweite Fluid kann ein magnetisch nichtausrichtbares Pigment aufweisen oder als
magnetisch nichtausrichtbares Pigment ausgebildet sein. Das zweite Fluid ist im Wesentlichen
unmagnetisch ausgebildet. Dabei kann das Material des zweiten Fluids, insbesondere
des magnetisch nichtausrichtbaren Pigments, aus unmagnetischem Werkstoff ausgebildet
sein. Weiterhin kann das Material des zweiten Fluids, insbesondere des magnetisch
nichtausrichtbaren Pigments, aus magnetischem Werkstoff ausgebildet sein, jedoch derart
beschaffen sein, dass es sich in einem magnetischen Feld nicht bzw. kaum ausrichtet.
Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine magnetische Beschichtung und/ oder ein
Kern (Teil des Pigments) sehr gering im Verhältnis zu dem nichtmagnetischen Teil des
zweiten Fluids ist.
[0008] Das magnetisch ausrichtbare Pigment weist ein magnetisierbares Material auf. Das
magnetisierbare Material weist zumindest in Anwesenheit eines magnetischen Feldes
ein magnetisches Moment auf und ist in diesem Zustand magnetisch ausgebildet. Das
magnetisch ausrichtbare Pigment orientiert sich hinsichtlich seiner Nord-Süd-Richtung
entlang der Magnetfeldlinien. Vorzugsweise weist das magnetisch ausrichtbare Pigment
paramagnetische, insbesondere superparamagnetische, Eigenschaften auf. Das heißt,
das magnetisch ausrichtbare Pigment weist in Abwesenheit eines magnetischen Feldes
kein oder ein sehr geringes magnetisches Moment auf, so dass das magnetisch ausrichtbare
Pigment vorzugsweise nicht magnetisch ausgebildet ist.
[0009] Im Rahmen dieser Erfindung wird unter dem Ausrichten eines Elements in einem Magnetfeld
sowohl eine Orientierung als auch eine Positionierung entsprechend dem Magnetfeld
verstanden. Wie bereits dargelegt handelt es sich bei der Orientierung um eine Anordnung
in Nord-Süd-Richtung entlang der Magnetfeldlinien aufgrund des magnetischen Moments.
Eine Positionierung ist durch eine ortsbezogene Bezugnahme, beispielsweise eine Ortsveränderung
und/ oder der Einnahme einer Ortsposition, gekennzeichnet.
[0010] Bevorzugt sind die magnetischen Pigmente so stabilisiert, dass diese ohne Beaufschlagen
mit magnetischem Feld, insbesondere nach Entfernen und/ oder Abschalten einer Magnetfeldquelle
in ihrer Phase weder aggregieren noch sedimentieren.
[0011] Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird ein optisch variables Element bereitgestellt,
womit in magnetischem Feld das erste Fluid mit dem magnetisch ausrichtbaren Pigment
ausgerichtet wird. Insbesondere wird im magnetischen Feld, beispielsweise bei Verwendung
der Magnetfeldquelle, z. B. ein Magnet, an einer ersten Seite des optisch variablen
Elements, vorzugsweise der optisch variablen Kapsel, das erste Fluid mit dem magnetisch
ausrichtbaren Pigment mit der ersten Farbgebung von einer Magnetfeldquelle angezogen
und entsprechend nahe der Magnetfeldquelle an der ersten Seite des optisch variablen
Elements positioniert. Weiterhin wird das magnetisch ausrichtbare Pigment im Rahmen
seines magnetischen Moments entsprechend der Magnetfeldlinien orientiert. Das zweite
Fluid mit dem beispielsweise magnetisch nichtausrichtbare Pigment hingegen ist im
optisch variablen Element, vorzugsweise der optisch variablen Kapsel, im Wesentlichen
von dem ersten Fluid verdrängt und entfernt von der Magnetfeldquelle an einer zweiten
Seite angeordnet bzw. positioniert. Bei Betrachtung des optisch variablen Elements
auf eine der Magnetfeldquelle gegenüberliegender Seite (zweite Seite) ist lediglich
die zweite Farbgebung sichtbar.
[0012] Wird die Magnetquelle an der zweiten Seite angeordnet, richtet sich das erste Fluid
entsprechend der Magnetfeldquelle aus. Das erste Fluid verdrängt das zweite Fluid
mit z. B. dem magnetisch nichtausrichtbaren Pigment. Das zweite Fluid wird dann im
Wesentlichen an der ersten Seite angeordnet.
[0013] Nach Wegnahme des Magneten bleibt vorzugsweise die Positionierung des ersten und
zweiten Fluids erhalten. Somit bleibt auf der ersten und zweiten Seite zumindest bis
zu einer Neuorientierung mittels Magnetfeld der Farbeindruck der ersten und zweiten
Seite erhalten und die erste und zweite Farbgebung sichtbar.
[0014] Ein Datenträger im Sinne der Erfindung ist grundsätzlich als Gegenstand zur Wiedergabe
von Informationen zu verstehen, insbesondere ein Wertdokument. Unter Wertdokumenten
werden dabei blattförmige Gegenstände verstanden, die beispielsweise einen monetären
Wert oder eine Berechtigung repräsentieren und daher nicht beliebig durch Unbefugte
herstellbar sein sollen. Sie weisen daher nicht einfach herzustellende, insbesondere
zu kopierende, Merkmale auf, deren Vorhandsein ein Indiz für die Echtheit, d.h. die
Herstellung durch eine dazu befugte Stelle, ist. Wichtige Beispiele für solche Wertdokumente
sind Chipkarten, Coupons, Gutscheine, Schecks und insbesondere Banknoten. Mithilfe
des Datenträgers soll insbesondere visuell eine Information wiedergegeben werden,
welche von einem besonderen Wert ist und vorzugsweise mit einem Echtheitsmerkmal bzw.
Sicherheitselement versehen werden soll. Gleichzeitig kann das Sicherheitselement
zumindest Teil der Information sein.
[0015] Die erste und/ oder zweite Farbgebung kann mithilfe einer Pigmentierung ausgebildet
sein. Beispielsweise kann die Pigmentierung lumineszierende Eigenschaften umfassen
und beispielsweise Licht mit Wellenlängen im sichtbaren Spektrum emittieren. Weiterhin
kann die Pigmentierung eine Emission von Licht im infraroten oder ultravioletten Spektrum
aufweisen.
[0016] Weiterhin kann die Pigmentierung Licht im UV-, Vis,- und/ oder IR-Bereich absorbieren.
Darüber hinaus kann die Pigmentierung Licht im längerwelligen Bereich absorbieren
und/ oder im kürzerwelligen Bereich des Spektrums emittieren (Anti-Stokes).
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die optisch variable Kapsel ein Trägerfluid.
Das Trägerfluid ist vorzugsweise eine Trägerflüssigkeit. Das Trägerfluid kann die
erste und zweite Phase umfassen. Weiterhin kann die erste Phase oder die zweite Phase
das Trägerfluid bilden.
[0018] Weiterhin können die erste Phase und/ oder die zweite Phase als Dispersion ausgebildet
sein, wobei das Trägerfluid das Dispersionsmittel der ersten oder zweiten Phase bildet
und die zweite oder erste Phase die dispergierte Phase bildet.
[0019] Vorzugsweise weisen die erste und/ oder zweite Phase eine Oberflächenspannung auf,
welche kompatibel zur Oberflächenspannung des Dispersionsmittel ist, wodurch ein Benetzen
der ersten und/ oder zweiten Phase durch das Trägerfluid möglich ist. Insbesondere
kann vorgesehen sein, dass die erste Phase und zweite Phase unterschiedliche Oberflächenspannung
aufweisen, so dass die erste und zweite Phase miteinander nicht mischbar ausgebildet
sind und unterschiedliche, getrennte Phasen bilden. Beispielsweise ist die erste Phase
hydrophob und die zweite Phase hydrophil, oder umgekehrt, ausgebildet.
[0020] In einer Ausführungsform ist die Wand der optisch variablen Kapsel und/ oder eine
die erste Phase und/ oder die zweite Phase umhüllende Trennschicht halbtransparent
ausgebildet. Aufgrund der Halbtransparenz ist eine durchscheinende Farbgebung der
ersten oder zweiten Phase gewährleistet, wobei gleichzeitig Unschärfeneffekte verhindert
und eine farblich deckende Wiedergabe ermöglicht werden. Der Grad der Unschärfe ist
so einzustellen, dass eine zu große Kontrastreduzierung durch die Unschärfe bzw. Streuung
verhindert wird. In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Wand der optisch variablen
Kapsel und/ oder die Trennschicht transparent ausgebildet, wodurch eine uneingeschränkte
und nichttransformierte Wiedergabe der Farbgebung möglich ist.
[0021] In einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass das erste Fluid, insbesondere
das magnetisch ausrichtbare Pigment, Magnetit, insbesondere Nanomagnetit, vorzugsweise
eine Vielzahl an aggregierte nicht- geordnete bzw. orientierte Nanomagnetite, Eisen,
und/ oder Kobalt umfasst. Dabei kann das erste Fluid eine Kombination aus Nanomagnetite
und Eisen, beispielsweise aufgrund einer Oxidation von Nanomagnetit von Fe
3O
4 zu Fe
2O
3 aufweisen. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die erste Phase bzw. das erste
Fluid als Ferrofluid ausgebildet ist. Das magnetisch ausrichtbare Pigment, insbesondere
die erste Phase, weist vorzugsweise eine sehr geringen bis keine Remanenz auf. Vorzugsweise
umfasst das magnetisch ausrichtbare Pigment, wenigstens das erste Fluid eine Dispersion
mit magnetischen Nanopartikeln, typischerweise von 2 bis 50 nm, welche in einem Dispersionsmedium
kolloidal suspendiert sind.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform ist die Rheologie insbesondere die Viskosität der
Trägerflüssigkeit bzw. ersten Phase oder zweiten Phase temperaturabhängig. Das heißt,
dass bei höherer Temperatur die Viskosität geringer wird. In einer besonderen Ausführungsform
ändert sich bei Temperaturerhöhung der Aggregatszustand der Trägerflüssigkeit bzw.
ersten Phase oder zweiten Phase von fest nach flüssig. In diesem Fall ist die Schaltbarkeit
des optisch variablen Elements nur bei erhöhter Temperatur in Gegenwart eines äußeren
Magneten möglich. In einer weiteren Ausführungsform ist auch eine Kombination von
optisch variablen Elementen als Figuren, Zeichen und/ oder Flächenteile mit Trägerflüssigkeiten,
welche vorzugsweise eine unterschiedliche temperaturabhängige Viskosität aufweisen,
vorgesehen. Diese Figuren, Zeichen und/ oder Flächenteile können als Druck auf Basis
von Farben, welche die optisch variable Kapsel umfassen, bereitgestellt sein.
[0023] Insbesondere ist vorgesehen, dass die erste Phase und die zweite Phase innerhalb
der optisch variablen Kapsel beweglich angeordnet sind. Es ist möglich, dass die erste
Phase sich in Anwesenheit einer Magnetfeldquelle in dessen Richtung und/ oder in Richtung
des magnetischen Feldes orientiert und positioniert. Im Wesentlichen positioniert
sich die erste Phase zur Magnetfeldquelle, vorzugweise Magnet, hin. Entsprechend wird
die zweite Phase von der ersten Phase verdrängt und in einer Position im Wesentlichen
entfernt der Magnetfeldquelle angeordnet.
[0024] Vorzugsweise gibt die Seite des optisch variablen Elements, welche der Magnetfeldquelle
nahe liegt, entsprechend in Abhängigkeit des magnetischen Feldes und einer Position
der Magnetfeldquelle im Wesentlichen die zweite Farbgebung wieder.
[0025] In einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Farbgebung der ersten Phase
zur Farbgebung der zweiten Phase einen großen Farbabstand aufweist. Aufgrund eines
großen Farbabstands ist ein besonders gut erkennbarer Farbkontrast erkennbar.
[0026] In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass ein optisch variables Element, bestehend
aus optisch variablen Kapseln bei Betrachtung einer Seite und/ oder eines Punkts einer
Seite unabhängig vom Betrachtungs- oder Beleuchtungswinkel einen gleichen bzw. ähnlichen
Farbton aufweist. Insbesondere ist die zu betrachtende Seite als die Seite definiert,
an welcher eine Ausrichtung der ersten oder zweiten Phase. Die erste Phase und/ oder
zweite Phase ist im Wesentlichen dreidimensional, vorzugsweise sphärisch, besonders
bevorzugt im Wesentlichen kugelförmig, ausgebildet. Da die erste Phase mit erster
Farbgebung sich während und nach dem Beaufschlagen mit magnetischem Feld auf der Seite
der Kapsel positioniert, welche nahe der Magnetfeldquelle ist und die zweite Phase
mit zweiter Farbgebung sich an gegenüberliegender Seite entsprechend positioniert,
ist unabhängig vom Betrachtungswinkels auf diese beiden Seiten (0°-180°) und/ oder
der Beleuchtung die erste oder zweite Farbgebung deckend erkennbar.
[0027] Vorzugsweise weist das erste Fluid bzw. die erste Phase superparamagnetische Eigenschaften
auf. Nach dem Beaufschlagen der erste Phase mit magnetischem Feld, insbesondere nach
Wegnahme oder Abschalten des magnetischen Feldes, verbleibt keine Remanenz, so dass
ein erneutes Ausrichten der erste Phase in der optisch variablen Kapsel, ohne dass
besondere Entmagnetisierungsverfahren durchgeführt werden, möglich ist.
[0028] In einer Ausführungsform kann das optisch variable Element, insbesondere das magnetisch
ausrichtbare Pigment bzw. die erste Phase, das magnetisch nichtausrichtbare Pigment
bzw. die zweite Phase und/ oder die optisch variable Kapsel, insbesondere ein Teil
davon, beispielsweise die Kapselwand, ein Effektpigment, insbesondere ein IR-, UV-
und/ oder ein Lumineszenzpigment umfassen. Besonders bevorzugt ist eine Beschichtung
der magnetisch ausrichtbaren Pigmente und/ oder das magnetisch nichtausrichtbare Pigment
mit voran genannten Effektpigmenten. Die Effektpigmente können auch Farbstoffe sein.
Insbesondere durch ein derartiges Effektpigment ist eine maschinenlesbare Auswertung
und Erkennung des optisch variablen Elements erweitert und damit sicherer. Die magnetisch
ausrichtbaren Pigmente bzw. das erste Fluid und/ oder das magnetisch nichtausrichtbare
Pigment bzw. das zweite Fluid können gleichartige, gleiche oder unterschiedliche Effektpigmente
aufweisen, so dass die Echtheit des optisch variablen Elements aufgrund der Übereinstimmung
zwischen dem optisch variablen Element und Umfeld geprüft werden kann. Anstatt oder
zusätzlich zum Effektpigment kann ein Effektfarbstoff verwendet werden. Unter Effektpigment
und/ oder Effektfarbstoff werden Stoffe verstanden, welche fluoreszierende und/ oder
phosphoreszierende Eigenschaften aufweisen und/ oder welche Anti-Stokes und/ oder
IR-absorbierende Eigenschaften aufweisen.
[0029] In einer weiteren Ausführungsform ist im Umfeld des optisch variablen Elementes mindestens
ein erster, besonders bevorzugt beide Farbzustände (erste und zweite Farbgebungen)
und/ oder soweit vorhanden beide Effektzustände als Referenzfeld angeordnet. Eine
Überprüfung des optisch variablen Elements sowohl ohne als auch mit Hilfsmittel (auch
maschinell) wird besonders einfach ermöglicht.
[0030] In einer Ausführungsform umfasst die erste Phase einen farbgebenden Bereich zur Wiedergabe
der ersten Farbgebung. Der farbgebende Bereich kann einen Farbstoff, vorzugsweise
Ruß und/ oder organische Buntpigmente, umfassen. Weiterhin kann der farbgebende Bereich
einen Farbfilter, beispielsweise mittels Beschichtung und/ oder auf atomarer Ebene,
beispielsweise mittels Brechung am Atomgitter, aufweisen. Der farbgebende Bereich
kann die erste Phase, das erste Fluid und/ oder das magnetisch ausrichtbare Pigment
umgeben, vorzugsweise umhüllen.
[0031] In einer Ausführungsform können die erste und zweite Phase derart angeordnet sein,
dass die zweite Phase die erste Phase umgibt, vorzugsweise umhüllt. Die erste Phase
ist demnach von der zweiten Phase umschlossen, wobei sich vorzugsweise eine Trennschicht,
beispielsweise eine Trennwand und/ oder eine Subkapselwand ausbildet.
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform kann die erste Phase, insbesondere das erste
Fluid, verkapselt mit einer vorzugsweise löslichen funktionelle-Beschichtung und/
oder funktionelle Partikel ausgebildet sein. Die Beschichtung bzw. die funktionellen
Partikel können zumindest temporär eine Trennwand, vorzugsweise eine Hilfskapsel,
um das magnetisch ausrichtbare Pigment bilden, wobei die Beschichtung bzw. die funktionellen
Partikel, d.h. vorzugsweise die Hilfskapsel innerhalb des die Hilfskapsel umgebenden
zweiten Fluids, aufgelöst bzw. zerstört werden können. Selbst nach der Auflösung können
die funktionelle Beschichtung bzw. die funktionellen Partikel zumindest partikulär
ausgebildet bleiben. Weiterhin können die magnetisch ausrichtbaren Pigmente, insbesondere
magnetische Partikel der magnetisch ausrichtbaren Pigmente, beispielsweise magnetische
Nanopartikel, eine vorzugsweise farbgebende Beschichtung aufweisen.
[0033] In einer Ausführungsform ist die optisch variable Kapsel hinsichtlich der Größe vorzugsweise
als Mikrokapsel, vorzugsweise mit einem mittleren Durchmesser von 6-50 µm ausgebildet.
Weiterhin kann die optisch variable Kapsel im Bezug zur Größe, insbesondere räumlichen
Ausdehnung zum magnetisch ausrichtbaren Pigment bzw. ersten Phase ausgebildet sein,
wobei vorzugsweise die erste Phase Pigmente umfasst, welche einen mittleren Durchmesser
von weniger als 3 µm, insbesondere weniger als 1 µm. Die optisch variable Kapsel kann
eine oder mehrere erste und/ oder zweite Phasen, welche unterschiedlich zueinander
ausgebildet sind, umfassen.
[0034] In einer Ausführungsform gemäß der Erfindung kann das optisch variable Element und
gegebenenfalls das optisch variable Sicherheitselement an einem Datenträger, insbesondere
Ausweisdokument und/ oder Wertdokument angeordnet sein.
[0035] In einer Ausführungsform gemäß der Erfindung kann das optisch variable Element und
gegebenenfalls das optisch variable Sicherheitselement an einem Datenträger, insbesondere
Ausweisdokument und/ oder Wertdokument angeordnet sein.
[0036] Damit das optisch variable Element, insbesondere das Sicherheitselement bereits bei
dessen Auslieferung eine bestimmte Wiedergabe aufweist, insbesondere dass bei Verwendung
einer Vielzahl von optisch variablen Elemente eine gleiche oder zumindest ähnliche
Wiedergabe aufweisen, kann das optisch variable Element, insbesondere Sicherheitselement
bei der Herstellung, oder nach der Herstellung, beispielsweise in einer Druckmaschine,
bei einer Qualitätskontrolle bei einer Prüfeinrichtung des optisch variablen Elements
beispielsweise in einer Wertdokumenteprüfvorrichtung, insbesondere Sicherheitselements,
und/ oder bei einer Eingabe - und/ oder Ausgabevorrichtung von Wertdokumenten, beispielsweise
in einem Ausgabeterminal, vororientiert und vorpositioniert werden.
[0037] Bei einem Verfahren zur Herstellung eines optisch variablen Elements gemäß der Erfindung
wird in einem Schritt ein erstes Fluid (erste Phase) bereitgestellt. Das erste Fluid
weist eine Dispersion mit magnetischen Partikeln, vorzugsweise Ferrofluid, auf. Das
erste Fluid, vorzugsweise das magnetisch ausrichtbare Partikel weist eine erste Farbgebung
auf. Weiterhin wird ein zweites Fluid (zweite Phase), welches nicht mischbar zum ersten
Fluid ist, bereitgestellt. Das zweite Fluid weist eine zweite Farbgebung auf. Vorzugsweise
weist das zweite Fluid Farbpigmente auf, wobei das zweite Fluid besonders bevorzugt
als Dispersion von Farbpigmenten ausgebildet ist. Weiterhin kann das zweite Fluid
einen Farbstoff zur Wiedergabe der zweiten Farbgebung aufweisen.
[0038] Das erste Fluid und das zweite Fluid bilden erfindungsgemäß in einem weiteren Schritt
eine erste Emulsion. Dabei bildet entweder das erste Fluid das Dispersionsmittel und
das zweite Fluid die disperse Phase oder das zweite Fluid das Dispersionsmittel und
das erste Fluid die disperse Phase. Welches Fluid das Dispersionsmittel bildet, hängt
beispielsweise von der Mischstelle, der jeweiligen Viskosität und/ der jeweiligen
Strömungsgeschwindigkeit zum Bilden der ersten Emulsion ab.
[0039] In einem weiteren Schritt wird ein drittes Fluid mit der ersten Emulsion vermengt,
wobei das dritte Fluid nicht mischbar zur ersten Emulsion, insbesondere zum Dispersionsmittel
der ersten Emulsion ausgebildet ist. Es wird eine zweite Emulsion gebildet, wobei
die erste Emulsion als Dispersionsmittel der zweiten Emulsion und das dritte Fluid
als disperse Phase der zweiten Emulsion vorliegt, oder das dritte Fluid als Dispersionsmittel
der zweiten Emulsion und das Dispersionsmittel der ersten Emulsion als disperse Phase
der zweiten Emulsion vorliegt. Ob das dritte Fluid oder die erste Emulsion das Dispersionsmittel
bzw. die disperse Phase bildet, hängt beispielsweise von der Mischstelle, der jeweiligen
Viskosität und/ der jeweiligen Strömungsgeschwindigkeit zum Bilden der zweiten Emulsion
ab.
[0040] In einem weiteren Schritt wird ein viertes Fluid bereitgestellt, wobei das vierte
Fluid nicht mischbar zur zweiten Emulsion, insbesondere nicht mischbar zum Dispersionsmittel
der zweiten Emulsion ausgebildet ist. Das vierte Fluid und die zweite Emulsion bilden
eine dritte Emulsion. Das vierte Fluid bildet das Dispersionsmittel der dritten Emulsion
und das Dispersionsmittel der zweiten Emulsion bildet die disperse Phase der dritten
Emulsion. Insbesondere dient das vierte Fluid als Trägerfluid der zweiten Emulsion.
[0041] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Mehrschalenemulsion gebildet, wobei
das magnetisch ausrichtbare Pigment bzw. erste Phase bzw. erste Fluid und/ oder die
zweite Phase bzw. das zweite Fluid beweglich angeordnet sind. Durch Beaufschlagen
mit einem magnetischen Feld richtet sich das magnetisch ausrichtbare Pigment und somit
die erste Phase aus, wobei entsprechend der Ausrichtung und der Aufsichtsrichtung
auf das optisch variable Element entweder die Farbgebung des ersten Fluids oder des
zweiten Fluids sichtbar ist.
[0042] In einer Ausführungsform des Verfahrens kann vorgesehen sein, dass das Dispersionsmittel
der zweiten und/ oder der dritten Emulsion vernetzt wird. Somit findet eine Verkapselung
des ersten und/ oder zweiten Emulsion statt. Das optisch variable Element kann einfach
und in einem stabilen Zustand transportiert und weiterverarbeitet, beispielsweise
als Farbpigment, werden. Das Vernetzen findet beispielsweise durch Energieeintrag,
insbesondere mittels Wärme oder ultraviolettem Licht statt. Weiterhin wäre auch eine
chemische Reaktion denkbar.
[0043] In einer Ausführungsform kann das erste, zweite, dritte und/ oder vierte Fluid einen
Farbstoff, insbesondere ein Farbpigment und/ oder ein Effektpigment bzw. einen Effektfarbstoff
umfassen.
[0044] Ein weiteres Herstellverfahren eines optisch variablen Elements gemäß der Erfindung
umfasst die Schritte:
- Bereitstellen eines ersten Fluids,
- Verkapseln des ersten Fluids in einer Hilfskapsel,
- Bilden eines ersten Stoffgemisches aus der Hilfskapsel und eines zweiten Fluids,
- Verkapseln des ersten Stoffgemisches durch eine Kapsel; und
- zumindest teilweises Zerstören der Hilfskapsel.
[0045] Zur Herstellung der Hilfskapsel kann aus dem ersten Fluid unter hohen Scherkräften
in einem Hilfsfluid, welches eine zum ersten Fluid nichtkompatible Oberflächenspannung
aufweist, eine Dispersion gebildet werden. Grundsätzlich wird in Abhängigkeit der
Scherkräfte, der Temperatur, der Viskosität und/ oder der Scherzeit die gewünschte
Tröpfchengröße und damit eine angestrebte Kapselgröße der optisch variablen Kapsel
eingestellt. Die Tröpfchengröße kann durch elektrostatische oder sterische Stabilisierung
stabil gehalten werden um eine Oswaldreifung zu vermeiden.
[0046] Der Dispersion wird ein Hilfskapselwandmaterial für die Hilfskapsel zugegeben. Das
Hilfskapselwandmaterial weist eine zumindest annähernd kompatible Oberflächenspannung
zum ersten Fluid und dem Hilfsfluid auf. Das Hilfskapselwandmaterial legt sich zwischen
der Grenzfläche des ersten Fluids und dem Hilfsfluid an. Das Hilfskapselwandmaterial
ist vernetzbar, beispielsweise mittels pH-Wert- und/ oder Temperaturänderung des Hilfsfluids,
ausgebildet.
[0047] Vorzugsweise wird weiterhin das Hilfsfluid entfernt, beispielsweise die Dispersion
mit der Hilfskapsel getrocknet, insbesondere gefriergetrocknet.
[0048] Die Hilfskapsel wird in einem weiteren Schritt in dem zweiten Fluid dispergiert (erstes
Stoffgemisch). Das zweite Fluid ist vorzugsweise eine farbige Pigmentdispersion, kann
selbstverständlich auch ein anderes farbgebendes Fluid sein.
[0049] Anschließend erfolgt ein Einemulgieren der Dispersion aus zweitem Fluid und Hilfskapsel
in eine (äußere) Trägerflüssigkeit. Mithilfe von Scherkräften kann eine gewünschte
Tröpfchengröße erreicht werden. Diese Tröpfchen können eine oder eine Vielzahl an
Hilfskapseln in Kombination mit und umgeben vom zweiten Fluid umfassen. Die Trägerflüssigkeit
weist eine zum zweiten Fluid nicht-kompatible Oberflächenspannung auf.
[0050] Der Emulsion bzw. Dispersion von Trägerflüssigkeit (auch Trägermedium) und Kombination
aus Hilfskapsel und zweitem Fluid wird ein Wandbildungsmaterial zugeführt, wobei das
Wandbildungsmaterial die Tröpfchen der Emulsion bzw. Dispersion der Kombination aus
Hilfskapsel und zweitem Fluid benetzt. Durch Vernetzen des Wandbildungsmaterials ist
die Dispersion aus Hilfskapsel und zweitem Fluid in einer optisch variablen Kapsel
verkapselt. Anschließend kann eine Trennung der optisch variablen Kapsel von der Trägerflüssigkeit
erfolgen und/ oder die Hilfskapsel aufgelöst bzw. zerstört werden.
[0051] Die Hilfskapsel wird vorzugsweise mittels (äußeren) Energieeintrag zumindest teilweise,
vorzugsweise vollständig, zerstört, beispielsweise Elektronenstrahlen und/ oder Licht.
Weiterhin kann ein thermischer (z. B. Erwärmung) und/ oder mechanischer (z. B. Ultraschall)
Energieeintrag und/ oder ein chemische Reaktion, beispielsweise ein definiertes Auflösen
der Hilfskapselwand im ersten Stoffgemisch. Beispielsweise kann die Hilfskapselwand
eine zeitlich begrenzte Stabilität aufweisen, z.B. eine Hilfskapselwand aus Gelatine
bei einem wässerigen Trägerfluid.
[0052] Vorzugsweise existiert die Hilfskapsel nur temporär und wird erst nach Erstellung
der (End-)Kapsel aufgelöst.
[0053] Vorzugsweise ist das Material der Hilfskapselwand transparent ausgebildet.
[0054] Die erfindungsgemäße optisch variable Kapsel umfasst ein Mehrphasensystem, wobei
eine Phase die erste Phase bzw. das erste Fluid mit magnetisch ausrichtbarem Pigment
ausgebildet ist. Diese Phase ist besonders bevorzugt als magnetorheologische Flüssigkeit
ausgebildet.
[0055] Das erste Fluid umfasst wenigstens ein magnetisch ausrichtbares Pigment, vorzugsweise
Ferrofluid, mit einer ersten Farbgebung. Im Rahmen dieser Erfindung bildet das erste
Fluid die erste Phase des optisch variablen Elements. Das zweite Fluid ist vorzugsweise
eine farbige Pigmentdispersion mit einer zweiten Farbgebung. Im Rahmen dieser Erfindung
bildet die farbige Pigmentdispersion die zweite Phase des optisch variablen Elements.
Selbstverständlich kann die farbige Pigmentdispersion auch als Farbstofflösung vorliegen.
[0056] Der Datenträger kann das erfindungsgemäße optisch variable Element und/ oder gegebenenfalls
das optisch variable Sicherheitselement aufweisen. In einer Ausgestaltung kann der
Datenträger ein Verifikationselement umfassen. Das Verifikationselement weist einen
Bereich mit magnetischen Eigenschaften auf, d.h., der Bereich ist magnetisch ausgebildet
und erzeugt ein magnetisches Feld. Zur Überprüfung des optisch variablen Elements
und/ oder gegebenenfalls des optisch variablen Sicherheitselements können diese in
die Nähe des magnetischen Bereichs gebracht werden, vorzugsweise in Überlappung. Die
magnetisch ausrichtbaren Pigmente richten sich entsprechend dem magnetischen Feld
aus.
[0057] Vorzugsweise weist der Datenträger eine Vielzahl an optisch variablen Elemente bzw.
eine Vielzahl an optisch variablen Sicherheitselementen, auf, welche bevorzugt ein-
oder mehrlagig in einer Matrix angeordnet sind. Bei dem Datenträger handelt es sich
vorzugsweise um ein flächiges, blattförmiges Gut. Der magnetische Bereich kann strukturiert
ausgebildet sein, beispielsweise in Form eines oder mehrerer Zeichen, einer Figur
und/ oder eines Symbols. Wird die Vielzahl an optisch variablen Elemente bzw. die
Vielzahl an optisch variablen Sicherheitselementen in Überlappung zum strukturierten
magnetischen Bereich angeordnet, richten sich die magnetisch ausrichtbaren Pigmente
entsprechend dem durch den magnetischen Bereich erzeugtem Magnetfeld aus. Am Datenträger
ist anhand der Vielzahl an optisch variablen Elemente bzw. der Vielzahl an optisch
variablen Sicherheitselementen die Struktur des magnetischen Bereichs erkennbar. Selbst
nach Entfernen der Vielzahl an optisch variablen Elemente bzw. der Vielzahl an optisch
variablen Sicherheitselementen bleibt die Struktur aufgrund des bevorzugt eindeutigen
Farbkontrasts erkennbar. Vorzugsweise handelt es sich beim Datenträger um ein Wertdokument,
insbesondere eine Banknote. Der Datenträger weist demnach ein Selbstverifikationselement
auf. Ein Echtheitselement, welches durch die optisch variablen Elemente bzw. die Vielzahl
an optisch variablen Sicherheitselementen gebildet wird, kann durch das am Datenträger
gleichzeitig bereitgestelltes Verifikationselement (magnetischer Bereich) von jedem
Benutzer geprüft werden.
[0058] Selbstverständlich können alle Eigenschaften, soweit wie sinnvoll, des magnetisch
ausrichtbaren Pigments auch auf das erste Fluid gelesen werden, so dass das erste
Fluid entsprechend ausgebildet ist.
[0059] Die Erfindung wird im Folgenden noch weiter beispielhaft an Hand der Zeichnungen
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1a
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform einer optisch variablen
Kapsel gemäß der Erfindung in nichtmagnetisiertem Zustand;
- Fig. 1b
- eine schematische Darstellung der ersten Ausführungsform einer optisch variablen Kapsel
gemäß der Erfindung in magnetisiertem Zustand;
- Fig. 1c
- eine schematische Darstellung eines optisch variablen Elements gemäß der Erfindung
in nichtmagnetisiertem Zustand;
- Fig. 1d
- eine schematische Darstellung eines optisch variablen Elements gemäß der Erfindung
in magnetisiertem Zustand;
- Fig. 1e
- eine Ausführungsform einer Magnetfeldquelle gemäß der Erfindung; und
- Fig. 2a-d
- ein Herstellverfahren eines optisch variablen Elements gemäß der Erfindung.
[0060] Zur Vereinfachung der Lesbarkeit und des Verständnisses der Erfindung werden in den
nachfolgenden Figuren und Figurenbeschreibung ähnliche bzw. gleiche Merkmale, insbesondere
hinsichtlich ihrer Ausprägung und/ oder Wirkung, soweit möglich mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0061] In der Figur 1a ist eine Ausführungsform eines optisch variablen Elements 10 anhand
einer optisch variablen Kapsel 105 gemäß der Erfindung dargestellt. Das optisch variable
Element 10 weist eine zweite Dispersion (vorliegend Pigmentdispersion; zweites Fluid)
aus in einer inneren Trägerflüssigkeit 120 angeordneten magnetisch nichtausrichtbare
Pigmenten 110 auf. Weiterhin weist das optisch variable Element 10 eine als erste
Dispersion ausgebildetes magnetisch ausrichtbare erste Phase bzw. ein erstes Fluid
auf. Das erste Fluidumfasst ein Magnetmaterial, vorliegend Ferrofluid 100. Das Ferrofluid
100 umfasst kolloidal suspendierte magnetische Nanopartikel 104. Das erste Fluid (erste
Phase) weist aufgrund des Ferrofluids 104 eine erste Farbwiedergabe, nämlich rotbraun
auf. Weiterhin kann das erste Fluid Farbpartikel zur Wiedergabe einer bestimmten Farbe
umfassen (nicht dargestellt). Die innere Trägerflüssigkeit 120 mit den darin angeordneten
magnetisch nichtausrichtbaren Pigmente 110 bilden eine zweite Phase bzw. ein zweites
Fluid.
[0062] Die erste Dispersion und zweite Dispersion weisen eine unterschiedliche Oberflächenspannung
auf. Die erste Dispersion und zweite Dispersion im optisch variablen Element 10 sind
miteinander nicht mischbar.
[0063] Wird das optisch variable Element 10 in ein Magnetfeld gebracht, d.h. befindet sich
in der Nähe des optisch variablen Elements 10 eine Magnetfeldquelle, beispielsweise
ein Magnet 20 (s. Fig. 1b), so orientiert sich die erste Phase mit dem Magnetmaterial
(Ferrofluid 100) zum Magnet 20 hin. D.h., das Ferrofluid 104 bewegt sich zum Magnet
20 hin und verdrängt die zweite Phase bzw. das zweite Fluid, insbesondere die innere
Trägerflüssigkeit 120 mit den magnetisch nichtausrichtbaren Pigmenten 110. Auf der
dem Magneten 20 zugewandten Seite des optisch variablen Elements 10 ist entsprechend
die Farbwiedergabe des Ferrofluids 100, auf der dem Magneten 20 gegenüberliegender
Seite des optisch variablen Elements 10 ist die Farbwiedergabe der magnetisch nichtausrichtbaren
Pigmente 110 erkennbar.
[0064] Die Fig.1c zeigt eine Vielzahl an optisch variable Elemente 10 aus den Fig. 1a und
1b, angeordnet auf einer ersten Seite 2 eines Substrats 30. Die optisch variablen
Elemente 10 sind in einer Druckschicht 31, beispielsweise ein Aufdruck des Substrats
30, angeordnet. Die Fig.1d zeigt optisch variable Elemente 10 gemäß Fig. 1c bei Beaufschlagung
mit einem Magneten 20.
[0065] In Bereichen des Aufdrucks 31, an denen der Magnet 20 nicht angeordnet ist, findet
kaum bis keine (Neu-) Orientierung des ersten Fluids bzw. des Ferrofluids 100 statt.
Bei den optisch variablen Elementen 10, welche bisher noch nicht mit magnetischem
Feld beaufschlagt wurden, verbleibt eine im Wesentlichen bisher zufällige Positionierung
des Ferrofluids 100 und des zweiten Fluids, insbesondere der magnetisch nichtausrichtbaren
Pigmente 110, in der optisch variablen Kapsel 105 im Wesentlichen erhalten. Ist bereits
ein optisch variables Element 10, insbesondere eine optisch variable Kapsel 105, anhand
eines Magnetfeldes beaufschlagt worden, bleibt im Wesentlichen die Orientierung und
Positionierung des magnetisch ausrichtbaren ersten Fluids, d.h. des Ferrofluids 100,
und der magnetisch nichtausrichtbaren Pigmente 110 erhalten. Grundsätzlich wäre jedoch
eine Beeinflussung der Positionierung des Ferrofluids 100 und der magnetisch nichtausrichtbaren
Pigmente 110 durch beispielsweise Energieeintrag möglich. Im Wesentlichen wird jedoch
die Positionierung des Ferrofluids 100, und der magnetisch nichtausrichtbaren Pigmente
110, welche nicht durch das Magnetfeld beaufschlagt werden, aufgrund der (Neu-) Ausrichtung
der vom Magnetfeld beaufschlagten optisch variablen Elemente 10 nicht beeinflusst.
[0066] Bei den optisch variablen Elementen 10, bei denen bereits eine Ausrichtung des Ferrofluids
100 stattgefunden hat, würde diese in der Regel ohne weitere Beaufschlagung durch
das Magnetfeld erhalten bleiben. Somit wäre vorliegend in Aufsicht auf die erste Seite
2 eine schwarze Farbwiedergabe bzw. rot-braune Farbwiedergabe und eine, gemäß dem
vorliegenden Beispiel, weiße Farbwiedergabe und in Durchsicht und/ oder Aufsicht auf
die zweite Seite 3 eine weiße Farbwiedergabe und eine schwarze bzw. rot-braune Farbwiedergabe
erkennbar, in Abhängig der beispielsweise vorhergenannten externen Beeinflussungen
und/ oder der Farbwiedergabe und Transparenz des Substrats 30.
[0067] An einer zweiten Oberfläche des Substrats 30, welche der ersten Oberfläche gegenüber
liegt, ist in Figur 1d ein Magnet 20 angeordnet. Das Magnetfeld des Magneten 20 beeinflusst
die optisch variablen Elemente 10 in dem Bereich der Druckschicht 31, an dem der Magnet
20 angeordnet ist. D.h., diese optisch variablen Elemente 10 richten sich entsprechend
dem Magnet 20 aus, wobei, soweit noch nicht bereits geschehen, sich das Ferrofluid
100 in den optisch variablen Elementen 10 und somit die erste Phase zu der zweiten
Seite 3 der optisch variablen Elemente 10 bewegt, welche dem Magnet 20 zugeordnet
ist. Die erste Phase würde dann die zweite Phase, insbesondere die in der inneren
Trägerflüssigkeit 120 angeordneten magnetisch nichtausrichtbaren Pigmente 110 verdrängen
und an der dem Magnet 20 gegenüberliegender Seite des optisch variablen Elements 20
positioniert werden.
[0068] In erster Aufsicht (Pfeil A) ist gemäß Fig.1d der Farbeindruck in der Farbe der Farbpartikel
bzw. der magnetisch nichtausrichtbaren Pigmente 110 zu erkennen. In Durchsicht (Pfeil
B), d.h. auf die zweite Seite 3, erscheint bei teiltransparentem und/ oder transparentem
Substrat 30 die Farbwiedergabe des Ferrofluids 100, so dass vorliegend eine rot-braune
bis schwarze Farbe erkennbar ist.
[0069] Das Substrat 30 kann ein transparentes, transluzentes, opakes oder im Wesentlichen
optisch dichtes Substrat auf Basis von Papier, insbesondere Fasermaterial, vorzugswiese
Baumwollfasern, einem Folienmaterial oder einem Komposit von beiden, beispielsweise
ein Hybrid-Substrat, sein. Die Druckschicht 31 umfasst eine Matrix, in der die optisch
variablen Elemente 10 angeordnet sind. Die Matrix ist beispielsweise ein Bindemittel
einer Farbe, insbesondere Druckfarbe, oder eines Lackes und/ oder ein Folie, vorzugsweise
Kunststofffolie und/ oder Kunststofffaser, insbesondere ein Faserflies auf Basis der
Kunstofffaser. Befindet sich ein Magnet 20 an einer zweiten Seite 3 des Wertdokuments
1, vorliegend dessen Unterseite, im Bereich des Aufdrucks 31 mit dem optisch variablen
Element 10, richtet sich das Ferrofluid 100 des optisch variablen Elements 10 aus.
D. h., das Ferrofluid 100 positioniert sich in dem optisch variablen Element 10 auf
der Seite des Magnets 20. Dabei werden die magnetisch nichtausrichtbaren Partikel
110 der zweiten Phase verdrängt, insbesondere zu Positionen an der dem Magnet 20 gegenüberliegender
Seite. In Aufsicht auf die erste Seite 2 (Pfeil A) ist im Bereich des Magnets 20 eine
weiße Farbe (Farbe der magnetisch nichtausrichtbaren Partikel 110) erkennbar. In Aufsicht
auf die zweite Seite 3 (Pfeil B) bzw. in Durchsicht ist in diesem Bereich eine schwarze
Farbe (Farbe des ersten Fluids bzw. des Ferrofluids 100) erkennbar.
[0070] Der Vorteil eines transparenten Substrats 30 liegt darin, dass eine Neuorientierung
des ersten Fluids bzw. des Ferrofluids 100 und eine damit verbundene veränderte Farbwiedergabe
des Sicherheitselements, d.h. des Aufdrucks 31, sowohl auf der ersten Seite 2 als
auch auf der zweiten Seite 3 festgestellt werden kann. Insbesondere kann der Aufdruck
31 hinsichtlich zwei unterschiedlichen Farbwiedergaben geprüft werden. In einer besonderen
Ausführungsform ist das transparente Substrat eingefärbt, so dass sich eine Mischfarbe
aus dem Zustand des optisch variablen Elements 10 bzw. der Farbe 31 zeigt und somit
der Farbeidruck des optisch variablen Elements immer unterschiedlich von der ersten
Seite 2 zur zweiten Seite 3 ist.
[0071] In einer Ausführungsform befindet sich zumindest in Teilbereichen auf der Druckschicht
31 und/ oder unterhalb der Druckschicht 31, vorzugsweise bei transparentem Substrat
30 und/ oder auf der zweiten Seite 3, eine optisch variable Farbschicht auf Basis
von Interferenzpigmenten. Bei Verwendung von dunkler erster oder zweiter Farbgebung
(beispielsweise mit Ferrofluid 100 als erstes Fluid) ist ein besonders guter Farbeffekt
in Form eines Colorschifts erkennbar.
[0072] In einer besonders attraktiven Ausführungsform enthält das transparente Substrat
30 zusätzlich visuell nicht sichtbare UV-absorbierende und/ oder IR-absorbierende
Stoffe. Dadurch ist es möglich, auf der ersten Seite 2 und zweiten Seite 3 unabhängig
vom visuellen Eindruck unterschiedliche Zusatzeigenschaften zu generieren. Beispielsweise
weist das magnetisch nichtausrichtbare Pigment 110 eine Fluoreszenzbeschichtung auf.
Befindet sich der Magnet 20 bei der zweiten Seite 3, ist bei Aufsicht gemäß Pfeil
A auf die erste Seite 2, welche dem Magneten 20 gegenüberliegt, bei Bestrahlung mit
UV-Licht eine Fluoreszenz feststellbar. Wird hingegen der Magnet 20 an der ersten
Seite 2 angeordnet, ist bei Bestrahlung des Wertdokuments 1, insbesondere der zweiten
Seite 3, mit UV-Licht von der zweiten Seite 3 keine Fluoreszenz feststellbar. Somit
weisen bei Beaufschlagung mit UV-Licht die erste Seite 2 und zweite Seite 3 einen
unterschiedlichen Farbeindruck auf.
[0073] Bei transluzentem oder opakem Substrat 30 dagegen ist für eine Verifizierung der
beiden Farbwiedergaben ein Positionswechsel der Magnetfeldquelle, vorliegend des Magneten
20, sinnvoll, bei bis optisch dichtem Substrat 30 notwendig, so dass zum einen Mal
die magnetisch ausrichtbaren Pigmente 100 und zum anderen Mal die magnetisch nichtausrichtbaren
Pigmente 110 an der ersten Seite 2 sichtbar sind. Erst dann wäre insbesondere eine
Beurteilung auf des Aufdrucks 31, insbesondere dessen Farbgebung und dessen Echtheit
möglich.
[0074] Anstelle des in den Fig.1b und 1d dargestellten Magneten 20 mit einer im Wesentlichen
homogenen, quaderförmigen Struktur, kann gemäß Fig. 1e ein Magnet 20' mit strukturierter
Oberfläche oder strukturiertem Volumen 201 verwendet werden. Die Strukturierung 201
codiert reliefartig eine Information mit Höhen 202 und Senken 203. Im Bereich der
Senken 203 erfährt ein Sicherheitselement, beispielsweise mit dem Aufdruck 31 gemäß
den Fig.1c und 1d, ein geringeres Magnetfeld, so dass sich in diesem Bereich das Ferrofluid
100 bzw. das die magnetisch ausrichtbaren Pigmente weniger stark bis vorzugsweise
nicht ausrichten. Die optisch variablen Kapseln 105 geben entsprechend die Strukturierung
203 des Magneten 20' und somit die codierte Information wieder.
[0075] In den Fig. 2a bis 2d ist beispielhaft eine Ausführungsform eines Herstellungsverfahrens
des optisch variablen Elements 10 gemäß den Fig. 1a bis 1d dargestellt. Einem ersten
Kreuzungspunkt wird von einem ersten Behälter 81 ein erstes Fluid, beispielsweise
Ferrofluid 100, insbesondere eine erste Dispersion mit magnetischen Partikeln 104,
zugeführt. Weiterhin wird ein zweites Fluid, insbesondere eine zweite Dispersion,
vorliegend eine farbgebende Pigmentdispersion 120' mit einer Vielzahl an magnetisch
nichtausrichtbare Partikel, dem ersten Kreuzungspunkt 40 zugeführt. Die erste Dispersion
und zweite Dispersion weisen eine unterschiedliche Oberflächenspannung auf und sind
nicht mischbar. Beispielsweise ist das erste Fluid hydrophob und das zweite Fluid
hydrophil.
[0076] Am ersten Kreuzungspunkt 40 bildet sich aus der ersten und zweiten Dispersion eine
erste Emulsion 41. Unter Anderem bestimmt eine Zuführgeometrie bspw. eine Düse zum
Zusammenführen der ersten bzw. zweiten Dispersion, deren Zuführgeschwindigkeiten,
Viskositäten und/ oder Temperatur, ob das erste Fluid oder das zweite Fluid das Dispersionsmedium
oder die disperse Phase der ersten Emulsion 41 bildet. Die erste Emulsion 41 umfasst
somit aus dem ersten Fluid und aus dem zweiten Fluid ein Zweiphasengemisch.
[0077] Die erste Emulsion 41 wird über eine erste Verbindung, vorliegend ein erster Chip,
einem zweiten Kreuzungspunkt 50 zugeführt. Die erste Verbindung weist auf der der
ersten Emulsion 41 zugewandten Wand eine Oberflächenspannung auf, welche Kompatibel
zum Dispersionsmedium der ersten Emulsion 41 ist. D. h., weist das Dispersionsmedium
der ersten Emulsion 41 hydrophile Eigenschaften auf, weist die entsprechende Wand
der ersten Verbindung ebenfalls hydrophile Eigenschaften auf, oder umgekehrt. Am vorliegenden
Beispiel weist das Dispersionsmedium der ersten Emulsion 41 (siehe Fig. 2b) als Dispersionsmedium
die hydrophile Pigmentdispersion 120' mit magnetisch nichtausrichtbaren Partikeln
und als disperse Phase hydrophobes Ferrofluid 100. Aufgrund der Oberflächenspannung
der ersten Verbindung wird zusätzlich bestimmt, dass das Fluid, welches eine zur ersten
Emulsion 41 zugewandter Wand kompatible Oberflächenspannung aufweist, das Dispersionsmedium
in der ersten Emulsion 41 bildet. Insbesondere wird verhindert, dass das Fluid mit
nichtkompatibler Oberflächenspannung mit der Wand in Berührung kommt und somit nicht
vollständig von dem anderen Fluid umgeben bzw. umhüllt wird.
[0078] Am zweiten Kreuzungspunkt 50 wird der ersten Emulsion 41 ein drittes Fluid 52, beispielsweise
ein Polymer, zugeführt. Dabei wird aus der ersten Emulsion 41 und dem dritten Fluid
52 eine zweite Emulsion 51 gebildet. Das dritte Fluid 52 ist im vorliegenden Beispiel
ein Kapselwandmaterial zur Bildung einer Kapselwand, insbesondere der optisch variablen
Kapsel gemäß den Fig. 1a-d. Das dritte Fluid 52 ist vorliegend ein photopolymerisierbares
Fluid, z. B. Acrylat, und weist hydrophobe Eigenschaften auf. Unter Anderem bestimmt
eine Zuführgeometrie, bspw. eine Düse zum Zusammenführen der ersten Emulsion 41 mit
dem dritten Fluid 52, deren Zuführgeschwindigkeiten, Viskositäten und/ oder Temperatur
am zweiten Kreuzungspunkt 50, ob die erste Emulsion 41 oder das dritte Fluid 52 das
Dispersionsmedium oder die disperse Phase der zweiten Emulsion 51 bildet. Die zweite
Emulsion 51 umfasst somit aus der ersten Emulsion 41 und aus dem dritten Fluid 52
ein Mehrphasengemisch, wobei die erste Emulsion 41 eine Mehrschalenemulsion bildet.
[0079] Die zweite Emulsion 51 wird über eine zweite Verbindung (zweiter Chip) einem dritten
Kreuzungspunkt 60 zugeführt. Die zweite Verbindung weist auf der der zweiten Emulsion
51 zugewandten Wand eine Oberflächenspannung auf, welche Kompatibel zum Dispersionsmedium
der zweiten Emulsion 51 ist. D. h., weist das Dispersionsmedium der zweiten Emulsion
51 hydrophile Eigenschaften auf, weist die entsprechende Wand der zweiten Verbindung
ebenfalls hydrophile Eigenschaften auf, oder umgekehrt. Am vorliegenden Beispiel weist
das Dispersionsmedium der zweiten Emulsion 51 (siehe Fig. 2c) hydrophobe Eigenschaften
und die disperse Phase der zweiten Emulsion 51 hydrophile Eigenschaften (wegen hydrophilem
Dispersionsmedium der ersten Emulsion 41) auf. Die entsprechende Wand der zweiten
Verbindung weist somit hydrophobe Eigenschaften auf.
[0080] Aufgrund der Oberflächenspannung der entsprechenden Wand der zweiten Verbindung wird
zusätzlich bestimmt, dass die Phase (erste Emulsion 41 oder drittes Fluid 52), welche
eine zur zweiten Emulsion 51 zugewandter Wand kompatible Oberflächenspannung aufweist,
das Dispersionsmedium in der zweiten Emulsion 51 bildet. Insbesondere wird verhindert,
dass die Phase mit nichtkompatibler Oberflächenspannung mit der Wand in Berührung
kommt und somit nicht vollständiges von der anderen Phase (erste Emulsion 41 oder
drittes Fluid 52) umgeben bzw. umhüllt wird.
[0081] Weiterhin kann die Oberflächenspannung des dritten Fluids 52 gewählt werden, dass
entweder das erste Fluid oder das zweite Fluid von der dritten Phase bevorzugt benetzt
wird. Vorzugsweise benetzt und umgibt jedoch die dritte Phase das Dispersionsmedium
der ersten Emulsion 41. Vorliegend umgibt das dritte Fluid 52 die erste Emulsion 41.
[0082] Am dritten Kreuzungspunkt 60 wird der zweiten Emulsion 51 ein viertes Fluid 62 zugeführt.
Am dritten Kreuzungspunkt 60 wird aus der zweiten Emulsion 51 und dem vierten Fluid
62 eine dritte Emulsion 61 gebildet. Das vierte Fluid 62 ist im vorliegenden Beispiel
ein äußeres Trägerfluid. Das vierte Fluid 62 weist eine Oberflächenspannung auf, welche
nicht-kompatibel zum Dispersionsmedium der zweiten Emulsion 51 ist. Im vorliegenden
Beispiel ist das vierte Fluid eine hydrophile äußere Trägerflüssigkeit, vorliegend
Wasser. Unter Anderem bestimmt eine Zuführgeometrie, bspw. eine Düse zum Zusammenführen
der zweiten Emulsion 51 mit dem vierten Fluid 62, deren Zuführgeschwindigkeiten, Viskositäten
und/ oder Temperatur am dritten Kreuzungspunkt 60, ob die zweite Emulsion 51 oder
das vierte Fluid 62 das Dispersionsmedium oder die disperse Phase der dritten Emulsion
61 bildet. Die dritte Emulsion 61 umfasst somit aus der zweiten Emulsion 51 und aus
dem vierten Fluid 62 ein Mehrphasengemisch, wobei die zweite Emulsion 51 eine Mehrschalenemulsion
bildet.
[0083] Die dritte Emulsion 61 wird über eine dritte Verbindung (dritter Chip) einem Ausgabebehälter
70 zugeführt. Die dritte Verbindung weist auf der der dritten Emulsion 61 zugewandten
Wand eine Oberflächenspannung auf, welche Kompatibel zum Dispersionsmedium der dritten
Emulsion 61 ist. D. h., weist das Dispersionsmedium der dritte Emulsion 61 hydrophile
Eigenschaften auf, weist die entsprechende Wand der dritten Verbindung ebenfalls hydrophile
Eigenschaften auf, oder umgekehrt. Am vorliegenden Beispiel weist das Dispersionsmedium
der dritten Emulsion 61 (siehe Fig. 2d) hydrophile Eigenschaften und die disperse
Phase der zweiten Emulsion 51 hydrophobe Eigenschaften (wegen hydrophobem Dispersionsmedium
(Kapselwandmaterial = drittes Fluid 52) der zweiten Emulsion 51) auf. Die zugehörige
Wand der dritten Verbindung weist entsprechend hydrophile Eigenschaften auf.
[0084] Aufgrund der Oberflächenspannung der entsprechenden Wand der dritten Verbindung wird
zusätzlich bestimmt, dass die Phase (zweite Emulsion 51 oder viertes Fluid 62), welche
eine kompatible Oberflächenspannung der zur dritten Emulsion 61 zugewandten Wand aufweist,
das Dispersionsmedium der dritten Emulsion 51 bildet. Insbesondere wird verhindert,
dass die Phase mit nichtkompatibler Oberflächenspannung mit der Wand in Berührung
kommt und somit nicht vollständig von der anderen Phase (zweite Emulsion 51 oder viertes
Fluid 62) umgeben bzw. umhüllt wird.
[0085] Weiterhin kann die Oberflächenspannung des vierten Fluids 62 gewählt werden, dass
entweder das dritte Fluid 52 oder die zweite Emulsion 51 von dem vierten Fluid 62
benetzt wird. Vorzugsweise benetzt und umgibt jedoch das vierte Fluid 62 das Dispersionsmedium
der zweiten Emulsion 51.
[0086] Im Wesentlichen umfasst gemäß dem Ausführungsbeispiel der Fig. 2a-d die dritte Emulsion
61 eine Mehrschalenemulsion. Die Mehrschalenemulsion umfasst partikelförmig, vorzugsweise
tropfenförmig, die erste Emulsion 41, welche von dem dritten Fluid 52 umgeben ist
und die zweite Emulsion 51 bildet, welche wiederum von dem vierten Fluid 62 umgeben
ist.
[0087] Nach dem Bilden der dritten Emulsion 61 wird diese gemäß dem Ausführungsbeispiel
mit UV-Licht beaufschlagt, wodurch das dritte Fluid 52 vernetzt. Somit bildet sich
eine Kapselwand aus, welche die zweite Emulsion 51 umgibt. Als Energiequelle für UV-Licht
eignet sich insbesondere ein fokussierter LED-UV-Strahler. Anstelle oder zusätzlich
zum UV-Licht sind andere Verfahren zum Bilden der Kapselwand, z. B. thermisches Beaufschlagen,
denkbar. Ein verkapseltes Partikel der dritten Emulsion 61 stellt ein optisch variables
Element 10 dar. Die in der dritten Emulsion 61 ausgebildeten optisch variablen Elemente
10 werden in der äußeren Trägerflüssigkeit 62 dem Ausgabebehälter 70 zugeführt.
[0088] Wie dem Aufbau gemäß den Figuren 2a-d zu entnehmen ist, kann die Größe der "Partikel"
in der ersten, zweiten und/ oder dritten Emulsion 41, 51, 61 durch den Volumenstrom,
der Viskosität, der Geometrie der Zuführelemente, beispielsweise Düsen, Beschichtungen
und/ oder Material von Verbindung zwischen Kreuzungsstellen und Behälter zur Aufnahme
von Fluiden, eingestellt werden. Insbesondere ist eine erste, zweite und/ oder dritte
Emulsion 41, 51, 61 mit einheitlicher, reproduzierbarer Größe der Partikel der jeweiligen
dispersen Phase möglich.
[0089] Es kann vorgesehen sein, dass zwischen dem ersten und zweiten Fluid nach oder vor
dem Vermengen am ersten Kreuzungspunkt 40 eine Hilfskapselwand ausgebildet wird. Das
Material der Hilfskapselwand weist eine Oberflächenspannung auf, welche mit der Oberflächenspannung
des umhüllenden ersten oder zweiten Fluids, beispielsweise farbgebende Pigmentdispersion
110 oder Ferrofluid 104, kompatibel ist. Vorzugsweise wird, nachdem die Kapselwand
(s.o.) ausgebildet ist, die Hilfskapselwand zerstört, besonders bevorzugt zersetzt,
beispielsweise mittels UV-Strahlung, Laser und/ oder Elektronenstrahlen. Weiterhin
kann die Hilfskapselwand löslich abgestimmt zur umhüllenden ersten bzw. zweiten Dispersion
ausgebildet sein, so dass sich die Hilfskapselwand, beispielsweise nach einer bestimmten
Zeitdauer und/ oder mittels Temperatureintrag, auflöst.
1. Optisch variables Element (10) zur Anordnung an einem Datenträger wie Wertgegenstand,
wobei das optisch variable Element (10) eine erste Phase mit einem ersten Fluid, welches
ein magnetisch ausrichtbares Pigment umfasst, mit einer ersten Farbgebung, und eine
zweite Phase mit einem zweiten Fluid, welches magnetisch nichtausrichtbar mit einer
zweiten Farbgebung ausgebildet ist, aufweist, wobei die erste und zweite Phase unterschiedliche
Oberflächenspannung aufweisen und eine Emulsion bilden, wobei eine optisch variable
Kapsel (105) die erste Phase und die zweite Phase umgibt.
2. Optisch variables Element (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das optisch variable Element (10) ausgebildet ist, in Abhängigkeit eines magnetischen
Feldes und einer Position einer Magnetfeldquelle bei Betrachtung in Aufsicht auf eine
erste Seite (2) des optisch variablen Elements (10), welche der Magnetfeldquelle gegenüber
liegt, die zweite Farbgebung aufweist und auf der zweiten Seite (3), welche nahe der
Magnetfeldquelle und gegenüber der ersten Seite (2) festgelegt ist, die erste Farbgebung
aufweist.
3. Optisch variables Element (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die optisch variable Kapsel (105) ein verkapseltes zweiphasiges Trägerfluid, insbesondere
eine verkapselte Trägerflüssigkeit (120), umfasst und vorzugsweise die erste Phase
oder die zweite Phase die Trägerflüssigkeit ausbildet.
4. Optisch variables Element (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Wand der optisch variable Kapsel (105) und/ oder eine die erste Phase und/ oder
die zweite Phase umhüllende Trennschicht und/ oder eine gegebenenfalls vorhandene
Hilfskapsel halbtransparent, vorzugsweise transparent, ausgebildet sind
5. Optisch variables Element (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das magnetisch ausrichtbare Pigment Magnetit, insbesondere Nanomagnetit, vorzugsweise
eine Vielzahl an aggregierte nicht- geordnete bzw. orientierte Nanomagnetite, Eisen,
Kobalt vorzugsweise in einer flüssigen Phase, und/ oder Ferrofluid (100) mit vorzugswiese
einer sehr geringen bis keiner Remanenz umfasst.
6. Optisch variables Element (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Phase bei Raumtemperatur in flüssigem oder gasförmigen Aggregatszustand
vorliegt.
7. Optisch variables Element (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbgebung der ersten Phase zur Farbgebung der zweiten Phase einen großen Farbabstand
aufweist.
8. Optisch variables Element (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das optisch variable Element (100), insbesondere die erste und/ oder zweite Phase,
vorzugsweise das magnetisch ausrichtbare Pigment beziehungsweise das magnetisch nichtausrichtbare
Pigment (110), wenigstens einen farbgebende Bereich umfasst, wobei der farbgebende
Bereich vorzugsweise einen Farbstoff und/ oder eine Pigmentierung, vorzugsweise ein
Effektpigment, insbesondere ein IR-, UV- und/ oder ein Lumineszenzpigment, Ruß und/
oder Farbpigmente, insbesondere organische Buntpigmente, umfasst.
9. Optisch variables Element (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Phase die erste Phase oder die erste Phase die zweite Phase umgibt, vorzugsweise
umhüllt.
10. Optisch variables Element (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die optisch variable Kapsel (105), als Mikrokapsel vorzugsweise mit einem mittleren
Durchmesser von 6 - 50 µm, ausgebildet ist.
11. Optisch variables Sicherheitselement zur Anordnung an einem Wertelement, insbesondere
einem Wertdokument (1), wobei das optisch variable Sicherheitselement wenigstens ein
optisch variables Element (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, vorzugsweise eine
Vielzahl davon, umfasst.
12. Datenträger, insbesondere Chipkarte, Ausweisdokument und/ oder Wertdokument (1), mit
einem optisch variablen Sicherheitselement gemäß Anspruch 11 oder einem optisch variablen
Element (10) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10.
13. Verfahren zur Herstellung eines optisch variablen Elements (10), insbesondere nach
einem der Ansprüche 1 bis 10, umfassend die Schritte:
- Bereitstellen eines ersten Fluids, wobei das erste Fluid eine Dispersion mit magnetischen
Partikeln, vorzugsweise Ferrofluid (100) umfasst, und eine erste Farbgebung aufweist;
- Bereitstellen eines zweiten Fluids (zweite Phase), wobei das zweite Fluid nicht
mischbar zum ersten Fluid ausgebildet ist und eine zweite Farbgebung aufweist;
- Bilden einer ersten Emulsion (41) aus dem ersten und zweiten Fluid, wobei das erste
Fluid als Dispersionsmittel der ersten Emulsion und das zweite Fluid als disperse
Phase der ersten Emulsion vorliegt, oder das zweite Fluid als Dispersionsmittel der
ersten Emulsion (41) und das erste Fluid als disperse Phase vorliegt;
- Bereitstellen eines dritten Fluids (52), wobei das dritte Fluid nicht mischbar zur
ersten Emulsion (41), insbesondere nicht mischbar zum Dispersionsmittel der ersten
Emulsion (41) ausgebildet ist; und
- Bilden einer zweiten Emulsion (51), wobei die erste Emulsion (41) als Dispersionsmittel
der zweiten Emulsion (51) und das dritte Fluid (52) als disperse Phase der zweiten
Emulsion (51) vorliegt, oder das dritte Fluid (52) als Dispersionsmittel der zweiten
Emulsion (51) und das Dispersionsmittel der ersten Emulsion (41) als disperse Phase
der zweiten Emulsion (51) vorliegt.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
gekennzeichnet durch die Schritte:
- Bereitstellen eines vierten Fluids (62), wobei das vierte Fluid (62) nicht mischbar
zur zweiten Emulsion (51), insbesondere nicht mischbar zum Dispersionsmittel der zweiten
Emulsion (51) ausgebildet ist;
- Bilden einer dritten Emulsion (61), wobei das vierte Fluid (62) als Dispersionsmittel
der dritten Emulsion (61) und das Dispersionsmittel der zweiten Emulsion (51) als
disperse Phase der dritten Emulsion (61) ausgebildet sind.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren weiterhin einen Schritt des Vernetzens des Dispersionsmittels der zweiten
und/ oder dritten Emulsion (51, 61).
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Emulsion (61) in einer optisch variablen Kapsel (105), insbesondere einer
Mikrokapsel angeordnet wird, wobei vorzugsweise das dritte Fluid eine Kapselwand der
optisch variablen Kapsel (105) bildet.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Fluid, das zweite Fluid, das dritte Fluid (62) und/ oder das gegebenenfalls
vorhandene vierte Fluid (61) einen Farbstoff umfasst.
18. Verfahren zur Herstellung eines optisch variablen Elements (10), insbesondere nach
einem der Ansprüche 1 bis 10, umfassend die Schritte:
- Bereitstellen eines ersten Fluids mit einer ersten Farbgebung, wobei das erste Fluid
wenigstens ein magnetisch ausrichtbares Pigment umfasst;
- Verkapseln des ersten Fluids in einer Hilfskapsel,
- Bilden eines ersten Stoffgemisches, insbesondere ersten Emulsion (41), aus der Hilfskapsel
und eines zweiten Fluids, wobei das zweite Fluid vorzugsweise eine farbige Pigmentdispersion
mit einer zweiten Farbgebung umfasst;
- Verkapseln des ersten Stoffgemisches zu einer optisch variablen Kapsel (105); und
- zumindest teilweises Zerstören der Hilfskapsel.