[0001] Die Erfindung betrifft ein Drahtseil, insbesondere ein Versorgungsseil für eine Seilbahnanlage
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, sowie eine Seilbahnanlage.
[0002] Derartige Versorgungsseile werden in einer Vielzahl von Seilbahnen zum Durchführen
notwendiger Wartungs- und Reparaturarbeiten, aber auch etwa zum Beleuchten und/oder
Beschallen der Anlagen eingesetzt. Insbesondere bei Stadtbahnen müssen die Revisionsarbeiten
in der Regel nachts ausserhalb der Betriebszeiten durchgeführt werden. Die Wartungsarbeiten
betreffen dabei hauptsächlich die Rollenbatterien am Kopf der Seilbahnstützen der
Seilbahn. Dafür braucht es dort Strom zum Beleuchten der Seilbahnstützen und zum Antreiben
der eingesetzten Gerätschaften. Dabei werden auch Flüssigkeiten, beispielsweise zur
Reinigung und Schmierung der entsprechenden Bauteile benötigt. Und schliesslich braucht
es auch Telekommunikationsverbindungen zur Steuerung und Überwachung der Anlage.
[0003] Bei Seilbahnen, die insbesondere zu Tourismuszwecken eingesetzt werden, gibt es ebenfalls
oft einen Beleuchtungsbedarf, weil die Anlagen vermehrt nachts benutzt werden. Mitunter
als Informations- bzw. Sicherheitsmassnahme besteht zunehmend ein Beschallungsbedarf,
beispielsweise für Lautsprechermusik, Ankündigungen, Warnungen etc.
[0004] Der elektrische Strom und die Wartungs- und Betriebsmittel werden bislang jeweils
pro Einsatz individuell jeder Seilbahnstütze durch Einsatz einer Notstromgruppe bzw.
durch Verlegen von Kabeln oder Zufuhrleitungen usw. an den jeweiligen Stützköpfen
zugeführt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu vermeiden, und ein Drahtseil
der eingangs genannten Art zu schaffen, das bei einem kompakten Aufbau die Seilbahnstützen
mit den erforderlichen Ressourcen versorgt, wie elektrischen Strom, Telekommunikationsverbindung,
Flüssigkeiten und/oder ähnlichem.
[0006] Die Aufgabe ist erfindungsgemäss durch die Merkmale nach dem Anspruch 1 gelöst.
[0007] Mit dieser Ausbildung des erfindungsgemässen Drahtseils, zwischen den Drahtlitzen
mehrere Versorgungsleitungen als Bündel und/oder als Einlagen um den Kern zu winden,
ergibt sich eine hohe Lebensdauer bei kompaktem Aufbau desselben und es kann mit ihm
die erforderliche Stromversorgung und das Zuführen von weiteren Ressourcen bei den
Seilbahnstützen sichergestellt werden.
[0008] Hierbei ist es fertigungstechnisch besonders zweckmässig, wenn sich das Drahtseil
aus Stahldrahtlitzen als tragende Elemente und dazwischen ebenfalls gewundene Bündel
von Versorgungsleitungen, welche als Kupferleiterbündel, Glasfaserbündel, Flüssigkeitszufuhrrohre
oder ähnliche Strangelemente ausgebildet sind.
[0009] In Hinblick auf die üblichen Einsatzbedingungen des Seils kann die Anzahl der über
ihn verseilten Drahtlitzen und Versorgungsleitungen insgesamt vorzugsweise zwischen
6 und 12 betragen. Deren Anordnung und Grösse kann individuell festgelegt werden.
[0010] Das Drahtseil kann auch mit Leuchtelementen versehen sein, etwa für Luftfahrzeuge
als Warnseil oder zwecks einer ästhetisch ansprechenden Beleuchtung.
[0011] Es ist ebenfalls möglich, in das Drahtseil Heizelemente zu integrieren, die verhindern,
dass bei Kälte Eisbildung entsteht und das Drahtseil zusätzlich belasten würde, womit
eine Reduzierung des sonst erforderlichen Seildurchmessers erzielt wird.
[0012] Bei einer weiteren Ausführungsform ist es erfindungsgemäss vorgesehen, dass insbesondere
die Strom- und Kommunikationsleitungen in zwischen den Drahtlitzen des Drahtseils
befindlichen Einlagen mit vorzugsweise I-förmigem Querschnitt eingebaut sind. Damit
kann ein Nachrutschen der Elektroleitungen vermieden werden, und es ist ebenfalls
eine glatte Aussenfläche gewährleistet, die dazu beiträgt, den Eisbehang zu reduzieren.
[0013] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf
die Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Abschnitt eines erfindungsgemässen Drahtseils, perspektivisch dargestellt, und
- Fig. 2
- einen schematischen Schnitt durch ein erfindungsgemässes Drahtseil als weitere Variante
mit in I-förmigen Einlagen eingebetteten Versorgungsleitungen.
[0014] Fig.1 zeigt ein als Drahtlitzenseil ausgebildetes Drahtseil 10, welches vorzugsweise
zwischen zwei Endstationen einer Seilbahnanlage oberirdisch gespannt und dazwischen
von mehreren Seilbahnstützen getragen ist. Es kann sich dabei um eine urbane Seilbahnanlage,
aber auch um eine Bergbahn für Touristikzwecke, um eine Materialtransportseilbahn,
eine Material-Förderbandanlage oder ähnlichem handeln.
[0015] Das Drahtseil 1 enthält eine Mehrzahl von wendelförmig um einen nicht gezeigten Kern
verseilten Drahtlitzen 12 als Tragelemente, welche jeweils aus einer Anzahl von zu
einer Litze verseilten Stahldrähten bestehen. Diese Drahtlitzen könnten auch als Drahtbündel
oder dergleichen hergestellt sein. Der Kern ist vorteilhaft ebenfalls aus einem oder
mehreren Drahtlitzen gebildet,
[0016] Erfindungsgemäss sind zwischen den Drahtlitzen 12 mehrere Versorgungsleitungen 13
jeweils als Bündel 15 um den Kern 26 gewunden. Es sind dabei abwechslungsweise je
eine Drahtlitze 12 und anschliessend ein Bündel 15 von mehreren Versorgungsleitungen
13 mit einem annähernd gleichen Aussendurchmesser wie die Drahtlitzen vorgesehen.
[0017] Diese Bündel 15 der Versorgungsleitungen 13 sind jeweils durch elektrische Leitungen
mit Kupferleiter und Isolierung, durch Glasfaserkabel, Flüssigkeitszufuhrrohre und/oder
ähnliches gebildet und vorzugsweise litzenförmig gewunden. Vorteilhaft sind sie durch
Kleben oder ähnlichem miteinander und mit den benachbarten Drahtlitzen bzw. dem Kern
zusätzlich verbunden.
[0018] Die Anzahl der um den Kern verseilten Drahtlitzen 12 und die Bündel 15 der Versorgungsleitungen
13 beträgt je nach Anordnung und Grösse insgesamt vorzugsweise zwischen 6 und 12.
Es könnten zum Beispiel auch jeweils zwei Drahtlitzen 12 nebeneinander und dann ein
Bündel 15 angeordnet sein. Dies kann je nach Seillänge, Anzahl der Seilbahnstützen
und/oder andern Parametern massgerecht ausgelegt werden.
[0019] Das so ausgebildete Drahtseil kann auch mit einer glatten Seiloberfläche versehen
sein, ohne dass dies die Zugänglichkeit der Versorgungsleitungen beeinträchtigen würde.
[0020] Das in Fig. 2 gezeigte Drahtseil 20 unterscheidet sich von demjenigen nach Fig. 1
hauptsächlich dadurch, dass bei ihm die Versorgungsleitungen 23 nicht zwischen den
Drahtlitzen 12 als Bündel gewunden sind, sondern im Rahmen der Erfindung in Einlagen
24 zwischen den einzelnen Drahtlitzen 22 eingebaut sind. Vorliegend sind nur in einer
Einlage 24 drei Versorgungsleitungen 23 veranschaulicht. Sie sind aber vorteilhaft
in allen acht Einlagen 24 jeweils ihn seinem Kopfteil 24' eingebettet. Die Anordnung,
Anzahl und die Grösse dieser Versorgungsleitungen 23 kann selbstverständlich je nach
Anforderung unterschiedlich sein.
[0021] Die in ihrem Querschnitt beidseitig an die Rundungen der benachbarten Drahtlitzen
22 angepassten Einlagen 24 sind mit einer Mindestdicke D derart dimensioniert, damit
die darin eingebetteten Versorgungsleitungen 23 mit ausreichend grossen Durchmessern
versehen werden können. Diese Mindestdicke D entsprechen etwa dem halben Durchmesser
einer Drahtlitze 22. Sie könnten aber im Verhältnis noch grösser als dargestellt dimensioniert
sein.
[0022] Ferner sind die gezeigten Einlagen 24 jeweils so ausgebildet, dass jede ein bis zum
Umkreis des Drahtseils 20 ragenden Kopfteil 24', ein an dem aus mehreren Drahtlitzen
26' bestehender Seilkern 26 anliegendes Fussteil 27 und ein dazwischenliegendes Mittelteil
28 aufweist. Die Geometrie der Einlagen 24 kann je nach Ausführung des Drahtseils
und der Strangelemente variieren. Letztere können im Bedarfsfall durch entsprechend
ausgebildete Einzelleitungen ersetzt werden.
[0023] Zum Erleichtern der Wartungsarbeiten oder aber zum Erzielen ästhetisch ansprechender
Effekte kann das Drahtseil zusätzlich mit Leuchtelementen versehen sein.
[0024] Es ist ebenfalls möglich, das Drahtseil mit darin integrierten Heizelementen zu versehen,
um zu verhindern, dass bei Kälte bzw. Eisbildung das Seil einer zusätzlichen Belastung
ausgesetzt ist.
[0025] Mit der erfindungsgemässen Ausbildung der Drahtseile 10, 20 sind die Versorgungsleitungen
13, 23 an jeder Seilbahnstütze für die Abnahme von elektrischem Strom, von Telekommunikationssignalen,
von Flüssigkeit und/oder von ähnlichen zuführbaren Mitteln zugänglich.
[0026] Sehr vorteilhaft ist das Drahtseil so ausgelegt, dass jeder Seilbahnstütze jeweils
ein Teil der Versorgungsleitungen für die erfolgende Abnahme zugeordnet sind. So kann
zum Beispiel jedes der Bündel 15 beim Drahtseil 10 nach Fig. 1 bei je einer Seilbahnstütze
durch entsprechende Verbindungselemente weggeleitet und der elektrische Strom etc.
abgenommen werden.
[0027] Die Erfindung ist mit dem erläuterten Ausführungsbeispiel ausreichend dargetan. Sie
könnte aber noch durch andere Varianten erläutert sein. Im Prinzip könnte der Seilkern
auch als Kunststoffseele hergestellt und in dieser Versorgungsleitungen eingebettet
sein.
[0028] Das Drahtseil kann ferner derart bei den Seilbahnstützen gehalten und geführt sein,
dass es als Tragseil zum Beispiel für eine Evakuierungsbahn dienen kann.
1. Drahtseil, insbesondere ein Versorgungsseil für eine Seilbahnanlage, welches einen
Kern (26), um diesen verseilte Drahtlitzen (12, 22) und Versorgungsleitungen (13,
23) für elektrischen Strom, für Telekommunikationsübertragung, als Rohr für Flüssigkeitsförderung
und/oder für ähnliches umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen den Drahtlitzen (12, 22) vorzugsweise mehrere Versorgungsleitungen (13, 23)
als Bündel (15) und/oder in Einlagen (24) um den Kern (26) gewunden sind.
2. Drahtseil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass abwechslungsweise eine bzw. mehrere Drahtlitzen (12) und dazwischen wenigstens ein
Bündel (15) von Versorgungsleitungen (13) mit einem annähernd gleichen Aussendurchmesser
wie die Drahtlitzen (12) vorgesehen sind.
3. Drahtseil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bündel (15) der Versorgungsleitungen (13) jeweils durch elektrische Leitungen
mit Kupferleiter mit Isolation, durch Glasfaserkabel, Flüssigkeitszufuhrrohre und/oder
durch ähnliches gebildet und vorzugsweise litzenförmig gewunden sind.
4. Drahtseil nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Anzahl der um den Kern verseilten Drahtlitzen (12) und die Bündel (15) der Versorgungsleitungen
(13) je nach Anordnung und Grösse insgesamt vorzugsweise zwischen 6 und 12 beträgt.
5. Drahtseil nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die Versorgungsleitungen (23) in Einlagen (24) integriert sind, wobei letztere mit
annähernd I-förmigem Querschnitt versehen und zwischen den Drahtlitzen (22) angeordnet
sind.
6. Drahtseil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass
die jeweils in ihrem Querschnitt beidseitig an die Rundungen der benachbarten Drahtlitzen
(22) angepassten Einlagen (24) eine ausreichende Mindestdicke (D) aufweisen, damit
die darin eingebetteten Versorgungsleitungen (23) mit entsprechend grossen Durchmessern
dimensionierbar sind.
7. Drahtseil nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass
in einer Versorgungsleitung zusätzlich mindestens ein von aussen sichtbares Leuchtelement
enthalten ist.
8. Drahtseil nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass
als Versorgungsleitung zusätzlich wenigstens ein Heizelement vorgesehen ist.
9. Drahtseil nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die Versorgungsleitungen (13, 23) durch Verkleben oder dergleichen miteinander, mit
dem Kern und/oder den Drahtlitzen (12, 22) verbunden sind.
10. Drahtseil nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass
das Drahtseil (1) mit einer glatten Seiloberfläche ohne Beeinträchtigung der Zugänglichkeit
der Versorgungsleitungen ummantelt ist.
11. Drahtseil nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass
zusätzlich im Kern des Drahtseils mindestens eine Versorgungsleitung integriert ist.
12. Seilbahnanlage mit einem als Versorgungsseil vorgesehenen Drahtseil nach einem der
vorhergehenden Ansprüche 1 bis 11, bei der zwei Endstationen und vorzugsweise mehrere
zwischen diesen installierte Seilbahnstützen vorgesehen sind, wobei das Drahtseil
(10, 20) von einer zur andern Endstation via diese Seilbahnstützen oberirdisch geführt
ist, dadurch gekennzeichnet, dass
die Versorgungsleitungen (13, 23) des Drahtseils (10, 20) an jeder Seilbahnstütze
für die Abnahme von elektrischem Strom, von Telekommunikationssignalen, von Flüssigkeit
und/oder von ähnlichen zuführbaren Mitteln zugänglich sind.
13. Seilbahnanlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Seilbahnstütze, bei der eine Stromversorgung etc. erfolgen soll, jeweils ein
Teil der Versorgungsleitungen (13, 23) des Drahtseils (10, 20) für die durch entsprechende
Verbindungselemente erfolgende Abnahme zugeordnet sind.
14. Seilbahnanlage nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Drahtseil derart bei den Seilbahnstützen gehalten und geführt ist, dass es zusätzlich
als Tragseil zum Beispiel für eine Evakuierungsbahn dienen kann.