[0001] Die Erfindung betrifft eine rotierende außengelagerte Verdrängerpumpe mit wenigstens
zwei synchron zueinander angetriebenen Verdrängerkörpern, welche endseitig auf zugeordneten
Wellen befestigt sind, wobei die Wellen jeweils durch ein erstes, radial wirkendes
Lager und ein zweites, radial und axial wirkendes Lager gelagert sind, die Lager in
Aufnahmebohrungen eines einteilig gefertigten Gehäuses eingepasst sind, und wobei
die Wellen durch ein Synchrongetriebe miteinander gekoppelt sind.
[0002] Rotierende Verdrängerpumpen sind in Form von Zahnradpumpen seit dem frühen 17. Jhd.
bekannt. In modernen Pumpen sind die Verdrängerkörper auf Wellen befestigt, welche
außerhalb eines vom zu fördernden Produkt durchflossenen Produktabschnitts gelagert
sind.
[0003] Der Antrieb der Pumpe erfolgt von außen über einen Motor, welcher eine der Wellen
antreibt. Die zweite Welle kann durch die miteinander kämmenden Verdrängerkörper angetrieben
werden. Dies führt jedoch insbesondere bei Schraubenspindelpumpen zu starkem Verschleiß
der Verdrängerkörper, welcher zum einen die Lebensdauer reduziert und zum anderen
zu einer Produktbelastung durch Abrieb führt, welche insbesondere bei Einsatz der
Pumpe im hygienischen Bereich nicht toleriert werden kann. Als hygienischer Bereich
ist insbesondere die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie zu verstehen.
[0004] Es hat sich daher hauptsächlich eine Bauart der Pumpen durchgesetzt, bei welcher
die zweite Welle über ein Synchrongetriebe mit der ersten Welle gekoppelt ist. Die
Verdrängerkörper können dann so ausgelegt werden, dass sie berührungs- und praktisch
verschleißfrei arbeiten.
[0005] An die Lagerung der Wellen sind bei den beschriebenen Pumpen besonders hohe Ansprüche
zu stellen. Wegen der berührungslosen Arbeitsweise muss die Lagerung sehr steif und
spielarm sein, um ungewollte Berührungen der Verdrängerkörper zu vermeiden. Gleichzeitig
muss die Lagerung bei bestimmten Pumpentypen, insbesondere bei einflutigen Schraubenspindelpumpen,
große Axialkräfte aufnehmen. Um diese Anforderungen zu erfüllen ist zwischen den radialen
und axialen Lagerstellen ein gewisser axialer Abstand erforderlich, welcher die äußeren
Dimensionen der Pumpen bestimmt. Durch diesen Abstand ist die ausreichende Kühlung
und Schmierung der Lager insbesondere bei hohen Drehzahlen schwierig.
[0006] Das Synchrongetriebe ist zumeist außerhalb der Lagerstellen der Wellen angeordnet,
was die Baulänge der Pumpe zusätzlich vergrößert. Es sind vereinzelt Pumpen bekannt,
bei denen das Synchrongetriebe zwischen den Lagerstellen angeordnet ist. Da der Durchmesser
der Ritzel des Getriebes größer ist als der Achsabstand der Wellen, können die Ritzel
jedoch von keiner Seite durch die Lagerbohrungen in das Gehäuse eingebracht werden,
so dass das Gehäuse zweiteilig aufgebaut werden muss, wobei die Lagerbohrungen für
die Radiallager in einem Teil und die Lagerbohrungen für die Axiallager in dem anderen
Teil vorgesehen sind. Wegen der geringen zulässigen Lagetoleranzen erhöht dieser Aufbau
den Herstellungs- und Montageaufwand der Pumpe immens.
[0007] Es besteht daher die Aufgabe, eine Pumpe bereitzustellen, welche insbesondere hinsichtlich
der oben genannten Nachteile verbessert ist.
[0008] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch eine rotierende außengelagerte
Verdrängerpumpe mit wenigstens zwei synchron zueinander angetriebenen Verdrängerkörpern,
welche endseitig auf zugeordneten Wellen befestigt sind, wobei die Wellen jeweils
durch ein erstes, radial wirkendes Lager und ein zweites, radial und axial wirkendes
Lager gelagert sind, die Lager in Aufnahmebohrungen eines einteilig gefertigten Gehäuses
eingepasst sind, und wobei die Wellen durch ein Synchrongetriebe miteinander gekoppelt
sind, welche dadurch weitergebildet ist, dass das Synchrongetriebe zwischen den jeweiligen
Lagern angeordnet ist und zwei miteinander kämmende Ritzel aufweist, deren Durchmesser
größer ist als der Achsabstand der Wellen, wobei die Ritzel jeweils einen Zahnkranz
aufweisen, welcher auf einem Tragkörper befestigt ist, und wobei der größte Außendurchmesser
der Tragkörper kleiner ist als der Achsabstand der Wellen.
[0009] Der entsprechende Aufbau der Pumpe bringt mehrere Vorteile. Durch den einteiligen
Aufbau des Gehäuses werden Fertigungs- und Montagetoleranzen der Gehäuseteile zueinander
reduziert, so dass die Herstellung der Pumpe einfacher und sicherer wird. Als einteiliger
Aufbau des Gehäuses im Sinne der Erfindung ist dabei jeder Aufbau zu verstehen, bei
dem alle Lagerbohrungen der Wellenlager in dem selben Teil des Gehäuses vorgesehen
sind. Dies schließt nicht aus, dass das Gehäuse weitere separate Teile umfasst, welche
keine Lagerbohrungen beinhalten.
[0010] Gleichzeitig kann die Baulänge der Pumpe verringert werden, da das Synchrongetriebe
in den funktionsbedingt erforderlichen Abstand zwischen den Lagerstellen passt. Das
Synchrongetriebe kann zusätzlich zur ausreichenden Schmierung und Kühlung der Lager
beitragen, indem die Ritzel des Synchrongetriebes umlaufend in einen Ölsumpf eintauchen
und das Öl in Richtung der Lager als Ölnebel abgeben. Durch die Positionierung des
Ölsumpfes zwischen den Lagerstellen wird eine gleichmäßige Schmierung und Kühlung
aller Lager mit minimalem Aufwand ermöglicht.
[0011] Dadurch, dass der größte Außendurchmesser der Tragkörper kleiner ist als der Achsabstand
der Wellen, können die Wellen mit montierten Tragkörpern durch die Lagerbohrungen
in das Gehäuse eingeschoben werden. Die Zahnkränze können durch eine separate Gehäuseöffnung
zwischen den Lagerstellen über die Wellen geschoben und auf den Tragkörpern befestigt
werden.
[0012] Die Tragkörper sind gemäß einer Ausführung der Erfindung kraft- und/oder formschlüssig
auf den Wellen befestigt. Dies erfolgt beispielsweise durch Aufschrumpfen und/oder
eine bekannte Passfederverbindung.
[0013] Die Zahnkränze sind gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kraftschlüssig an den
Tragkörpern befestigt. Die kraftschlüssige Verbindung ermöglicht es, zur rotatorischen
Ausrichtung der Verdrängerkörper zueinander wenigstens einen der Zahnkränze zu lockern
und auf dem Tragkörper zu verdrehen. Dabei können die Zahnkränze bei gelöstem Kraftschluss
bevorzugt in einem großen Winkelbereich frei verdreht werden, besonders bevorzugt
um eine oder mehrere volle Umdrehungen.
[0014] Die kraftschlüssige Befestigung der Zahnkränze auf den Tragkörpern erfolgt gemäß
einer beispielhaften Ausführung der Erfindung mittels verschraubter Klemmbleche.
[0015] In einer beispielhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Pumpe eine einflutige
Schraubenspindelpumpe.
[0016] Die Erfindung wird im Folgenden anhand einiger beispielhafter Zeichnungen erläutert.
Es zeigen:
Figur 1: eine Pumpe gemäß eines Aspekts der Erfindung,
Figur 2: eine horizontale Schnittdarstellung einer Pumpe gemäß eines weiteren Aspekts
der Erfindung,
Figur 3: eine vertikale Schnittdarstellung einer Pumpe gemäß eines weiteren Aspekts
der Erfindung,
Figur 4: einen horizontalen Schnitt durch die Abdichtung des Produktabschnitts einer
Pumpe,
Figur 5: ein Sicherungsblech einer Pumpe.
[0017] Figur 1 zeigt eine Pumpe 1 in perspektivischer Darstellung, welche im Wesentlichen
aus einem Antriebabschnitt 2 und einem Produktabschnitt 3 besteht. Im dargestellten
Beispiel handelt es sich um eine hygienische einflutige Schraubenspindelpumpe.
[0018] Der Antriebsabschnitt 2 der Pumpe 1 weist einen Antriebswellenzapfen 4 auf, mit welchem
die Pumpe 1 an einen nicht dargestellten Antriebsmotor gekoppelt werden kann. Der
Produktabschnitt 3 der Pumpe 1 weist einen Produktzufluss 5 und eine Produktabfluss
6 auf. Bei reversiblem Betrieb der Pumpe 1 können dabei Produktzufluss 5 und Produktabfluss
6 in Abhängigkeit von der Förderrichtung vertauscht sein.
[0019] Der innere Aufbau der Pumpe 1 ist in den Figuren 2 und 3 dargestellt. Im Produktabschnitt
3 sind zwei ineinandergreifende Verdrängerschrauben 7,8 angeordnet, welche von zwei
parallelen Wellen 9,10 angetrieben werden. Die Verdrängerschrauben 7,8 sind auf die
Wellen 9,10 aufgesteckt und formschlüssig lösbar an diesen befestigt, im dargestellten
Beispiel mittels der Verschraubungen 11,12.
[0020] Die Wellen 9,10, erstrecken sich aus dem Produktabschnitt 3 in den Antriebsabschnitt
2, wo sie zunächst durch radial wirkende Nadellager 13,14 und durch radial und axial
wirkende Schrägkugellager 15,16 gelagert sind. Die Schrägkugellager 15,16 bestehen
im dargestellten Beispiel aus jeweils drei hintereinander angeordneten Lagern, welche
der Übersichtlichkeit halber als ein Lager beschrieben werden. Zwischen den Lagern
13,14 und 15,16 ist ein Synchrongetriebe 17 mit ineinander kämmenden Ritzeln 18,19
angeordnet. Das Synchrongetriebe 17 überträgt die über den Antriebswellenzapfen 4
in die Welle 10 eingeprägte Bewegung auf die Welle 9, so dass sich die Verdrängerschrauben
7 und 8 synchron gegensinnig drehen.
[0021] An die Lager 13,14,15,16 und das Synchrongetriebe 17 einer einflutigen Schraubenspindelpumpe
1 sind besonders hohe Anforderungen zu stellen. Die Verdrängerschrauben 7,8 greifen
berührungslos mit minimalem Spalt ineinander, um einen hohen Wirkungsgrad zu erreichen.
Um eine Berührung der Verdrängerschrauben 7,8 zu vermeiden, durch welche diese zerstört
werden können, müssen daher sowohl das Synchrongetriebe 17 als auch die Lagerung extrem
steif und spielarm sein. Zudem wirken durch den einflutigen Aufbau insbesondere bei
hohen Förderraten und hochviskosen bzw. pastösen Produkten hohe Axialkräfte auf die
Wellen 9,10, welche durch die Schrägkugellager 15,16 aufgenommen werden müssen.
[0022] Um die hohen Belastungen aushalten zu können müssen die Lager 13,14,15,16 ständig
gekühlt werden. Dazu ist im Antriebsabschnitt 2 der Pumpe 1 ein Ölbad 20 vorgesehen.
Die Ritzel 18,19 tauchen dabei in einen Ölsumpf ein und erzeugen in dem Antriebsabschnitt
2 einen Ölnebel, welcher in die Lager 13,14,15,16 eintritt und diese gleichzeitig
schmiert und kühlt.
[0023] Die Wellen 9,10 sind am produktseitigen Ende des Antriebsabschnitts 2 durch Wellendichtringe
21,22 abgedichtet, um einen Austritt von Öl aus dem Antriebsabschnitt 2 zu verhindern.
Ein weiterer Wellendichtring 23 ist zur Abdichtung des Antriebswellenzapfens 4 vorgesehen.
[0024] Bei der Montage der Pumpe 1 ergibt sich die Schwierigkeit, dass der Durchmesser der
Ritzel 18,19 funktionsbedingt größer ist als der Achsabstand der Wellen 9,10, während
der Durchmesser der Aufnahmebohrungen 24,25 für die Außenringe 26,27 der Schrägkugellager
15,16 kleiner als der Achsabstand der Wellen 9,10 sein muss. Die Wellen 9,10 lassen
sich somit nicht mit montierten Ritzeln 18,19 durch die Aufnahmebohrungen 24,25 in
den Antriebsabschnitt 2 der Pumpe 1 einführen.
[0025] Daher erfolgt die Montage wie folgt: Auf die Wellen 9,10 werden vor der Montage die
Innenringe 28,29 der Nadellager 13,14, Tragkörper 30,31 für die Ritzel 18,19 sowie
die Schrägkugellager 15,16 montiert. Dazu werden die Innenringe 28,29 der Nadellager
13,14 sowie die Schrägkugellager 15,16 auf die Wellen 9,10 aufgeschrumpft, während
die Tragkörper 30,31 durch nicht dargestellte Passfederverbindungen auf den Wellen
9,10 fixiert werden.
[0026] In dem Gehäuse 34 des Antriebsabschnitts 2 werden die Außenringe 35,36 der Nadellager
13,14 mit den dazugehörigen Nadelkäfigen 41,42 in entsprechenden Aufnahmebohrungen
37,38 fixiert.
[0027] Die auf den Wellen 9,10 montierten Teile 28,29,30,31,15,16 sind so bemessen, dass
ihre Außendurchmesser alle kleiner sind als der Achsabstand der Wellen 9,10, so dass
die vormontierten Wellen durch die Aufnahmebohrungen 24,25 in Richtung des Produktabschnitts
3 in den Antriebsabschnitt 2 eingeschoben werden können. Dabei werden die Zahnkränze
39,40 durch eine Montageöffnung 43 des Gehäuses während des Einschiebens über die
Wellen 9,10 geführt. Zum axialen Fixieren der Wellen 9,10 und der Schrägkugellager
15,16 werden dann ein oder mehrere Fixierbleche 46 aufgeschraubt.
[0028] Nachdem die Wellen 9,10 durch Fixieren der Schrägkugellager 15,16 axial spielfrei
gelagert sind, wird im nächsten Schritt das Synchrongetriebe 17 fertig montiert. Dazu
werden die Zahnkränze 39,40, die schon beim Einschieben der Wellen 9,10 lose über
diese gelegt wurden, auf die Tragkörper 30,31 geschoben, wo sie mit enger Passung
aufsitzen und miteinander kämmen. Dazu weisen die Tragkörper 30,31 auf der vom Produktabschnitt
3 abgewandten Seite Anschlagschultern 47,48 auf. Von der dem Produktabschnitt 3 zugewandten
Seite werden dann Klemmbleche 49,50,51,52 gegen die Zahnkränze 39,40 gesetzt. Die
Klemmbleche 49,50,51,52 sind jeweils etwa halbringförmig ausgeführt und weise endseitige
Stufen auf, so dass jeweils zwei Klemmbleche zu einem bündigen Ring zusammengesetzt
werden können. Die zusammengesetzten Ringe werden dann mittels Schrauben an den Tragkörpern
30,31 befestigt und pressen die Zahnkränze 39,40 gegen die Anschlagschultern 47,48,
wodurch diese kraftschlüssig fixiert werden.
[0029] Dadurch dass die Aufnahmebohrungen 24,25 der Schrägkugellager 15,16 und die Aufnahmebohrungen
35,36 der Nadellager 13,14 koaxial in das einteilig gefertigte Gehäuse 34 eingebracht
werden können, ist die Fertigung mit sehr geringem Spiel möglich, wobei insbesondere
die Gefahr eines radialen Versatzes der einzelnen Aufnahmebohrungen 24,25,35,36 zueinander
reduziert ist.
[0030] An den Antriebsabschnitt 2 der Pumpe schließt sich der Produktabschnitt 3 an, welcher
aus einem Zwischenflansch 53 mit Produktzufluss 5, einem Fördergehäuse 54 und einem
Abschlussflansch 55 mit Produktabfluss 6 aufgebaut ist. Der Zwischenflansch 53 stützt
sich mit einem Ansatzkragen 56 am Gehäuse 34 des Antriebsabschnitts 2 ab, so dass
sich zwischen diesem und einer antriebsseitigen Wandung 57 ein Leckageraum 58 bildet.
Durch diesen Leckageraum 58 ist sichergestellt, dass Öl aus dem Antriebsabschnitt
2 bei Versagen eines der Wellendichtringe 21,22 aus der Pumpe austreten kann, ohne
das geförderte Produkt zu kontaminieren, was insbesondere beim Einsatz der Pumpe im
Hygienebereich, wie z.B. in der Lebensmittel- oder Kosmetikindustrie, von elementarer
Bedeutung ist.
[0031] Die Wellen 9,10 ragen durch Dichungssitze 59,60 in der Wandung 57 in den Produktbereich
und werden beim Durchtritt durch die Wandung 57 durch Gleitringdichtungen 61,62 abgedichtet,
welche der Übersichtlichkeit halber in den Figuren 2 und 3 nicht dargestellt sind.
Der Aufbau dieser Dichtungen wird im Folgenden anhand der Figur 4 näher erläutert.
[0032] Die Gleitringdichtungen 61,62 sind identisch aufgebaut, weswegen hier nur die Gleitringdichtung
61 beschreiben wird. Alle Angaben gelten gleichermaßen auch für die Gleitringdichtung
62.
[0033] Die Gleitringdichtung 61 ist zweistufig aufgebaut und weist daher einen stationären
Abschnitt 63 sowie zwei rotierende Abschnitte 64,65 auf. Der erste rotierende Abschnitt
64 sitzt antriebsseitig auf der Welle 9 und wird durch in die Welle 9 eingeschraubte
Stifte 66,67 axial und rotatorisch gehalten. Der stationäre Abschnitt 63 besteht aus
zwei Gleitringen 68,69, welche sich durch einen Federring 70 aneinander abstützen.
Die Einheit aus den beiden Gleitringen 68,69 und dem Federring 70 sind in einer Hülse
71 eingefasst, welche in den Dichtsitz 59 eingesetzt ist und sich hier axial an einem
Vorsprung 72 abstützt.
[0034] Der zweite rotierende Abschnitt 65 besteht wiederum aus einem Gleitring 73, welcher
in einem Topf 74 gefasst ist, welcher auf eine Stufe 75 der Welle 9 aufgesetzt ist
und dort durch die Verdrängerschraube 7 festgeklemmt wird. In den Topf 74 sind Mitnehmer
76 eingeschraubt, welche ein Verdrehen des Gleitrings 73 gegenüber dem Topf 74 verhindern.
[0035] Durch die Kraft des Federrings 70 wird der Gleitring 68 gegen den rotierenden Abschnitt
64 und der Gleitring 69 gegen den Gleitring 73 gedrückt, wodurch diese eng aneinander
anliegen und den Produktraum 77 gegen den Leckageraum 58 abdichten. Dabei sind insbesondere
die Gleitringe 69 und 73 aus produktverträglichem und verschleißarmen Material gefertigt.
[0036] Der Zwischenraum zwischen den Gleitringen 68,69,73 und der Welle 9 wird durch eine
produktverträgliche Flüssigkeit gespült, bei der es sich z.B. um destilliertes Wasser
handeln kann. Dies dient der Kühlung der Gleitringe und dem Abtransport ggf. zwischen
den Gleitringen durchtretender Produktbestandteile. Zu- und Abtransport der Flüssigkeit
erfolgt über Kanäle in der Wandung 57, welche der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt
sind.
[0037] Im Betrieb der Pumpe 1 kann es dazu kommen, dass in dem Produktraum 77 Unterdruck
herrscht. Um zu verhindern, dass sie Hülse 71 durch den Umgebungsdruck in den Produktraum
77 gedrückt wird, wodurch schlimmstenfalls Verunreinigungen in das Produkt gelangen
können, ragt die Hülse 71 antriebsseitig über die Wandung 57 hinaus und weist dort
eine umlaufende Nut 78 auf. In diese Nut 78 greifen Finger 79,80 (Fig. 5) eines von
außen in den Leckageraum 58 eingeschobenen Sicherungsblechs 81 ein. Dadurch wird die
Hülse 71 axial arretiert, so dass sie nicht in den Produktraum gedrückt werden kann.
[0038] An einer Stelle weist die Nut 78 eine axiale Ausfräsung 82 auf, welche mit einem
Vorsprung 83 des Sicherungsblechs 81 zusammenwirkt, um die Hülse 71 gegen Verdrehen
zu sichern.
[0039] Das Sicherungsblech 81 ist in der Figur 5 näher dargestellt. Das Sicherungsblech
weist zwei außen liegende Finger 79,80 und einen mittleren Steg 84 auf, welche in
der Kontur dem Nutgrund der Nut 78 angepasst sind. Insgesamt umfassen diese einen
Winkel von etwas mehr als 180°, so dass die Finger 79,80 beim Einschieben des Sicherungsblechs
81 elastisch nach außen gebogen werden und dann in ihre Ausgangslage zurückfedern.
Die elastische Verformung wird durch Langlöcher 85,86 unterstützt, welche beim Einschieben
des Sicherungsblechs über Sicherungsschrauben 87 (Fig. 4) greifen. In der Mitte des
Stegs 84 ist eine kleine Lasche 88 vorgesehen, welche zum Bilden des Vorsprungs 83
genutzt wird. Dazu kann, wie in Fig. 4 dargestellt, eine kleines Blech 89 auf der
Lasche 88 befestigt werden, z.B. durch Punktschweißen. Alternativ kann die Lasche
88 selbst etwas aus der Ebene des Sicherungsblechs 81 gebogen oder gebördelt werden,
um den Vorsprung 83 zu bilden.
[0040] Am freien Ende des Sicherungsblechs 81 ist ein schmaler Streifen um etwa 90° umgebogen
und fungiert somit als Eingreifschutz 90 für den Leckageraum 58. Dabei verbleibt ein
ausreichender Spalt, um die Sicherungsschrauben 87 nach dem Einschub des Sicherungsblechs
81 mit einem Schlüssel festzuziehen und somit das Sicherungsblech 81 zu fixieren.
[0041] Die Montage und Demontage der Gleitringdichtungen 61,62 ist besonders einfach und
erfolgt bei demontiertem Abschlussflansch 55 von der Produktseite her.
[0042] Der rotierende Abschnitt 64 von der Produktseite her auf die Welle geführt und bis
auf die Stifte 66,67 geschoben, welche schon vor der Montage des Antriebsabschnitts
2 in Gewindebohrungen der Wellen 9,10 eingeschraubt werden. Dann wird der stationäre
Abschnitt 63 mit den Gleitringen 68,69, dem Federring 70, und der Hülse 71 über die
Welle 9 geführt und bis in den Dichtungssitz 59 geschoben, wobei die Hülse 71 bis
zu der umlaufenden Nut 78 antriebsseitig aus der Wandung 57 hervorragt. Als nächstes
wird das Sicherungsblech 81 in den Leckageraum 58 eingeschoben, so dass die Finger
79,80 und der Steg 84 in die Nut 78 eingreifen. Die Hülse wird dabei so ausgerichtet
dass der Vorsprung 83 in die Ausfräsung 82 eingreift und so die Hülse gegen Verdrehen
sichert. Nach vollständigem Einschieben des Sicherungsblechs werden die Sicherungsschrauben
87 angezogen um das Sicherungsblech zu fixieren.
[0043] Abschließend wird der rotierende Abschnitt 65 mit dem Topf 74 und dem Gleitring 73
bis zu der Stufe 75 auf die Welle 9 geschoben. Durch montieren der Verdrängerschrauben
7,8 werden die Gleitringdichtungen 61,62 fixiert.
[0044] Bei der Montage der Verdrängerschrauben 7,8 werden diese bevorzugt vor dem Aufschieben
auf die Wellen 9,10 zueinander ausgerichtet, so dass die entsprechenden Gewindegänge
ineinandergreifen. Die Verdrängerschrauben 7,8 und die Produktseitigen Enden der Wellen
9,10 weisen formkomplementäre Passelemente auf, so dass ein Verdrehen der Verdrängerschrauben
7,8 auf den Wellen 9,10 ausgeschlossen ist. Der Formschluss wird durch die Verschraubungen
11,12 zusätzlich gesichert.
[0045] Da die Verdrängerschrauben 7,8 durch den Formschluss nur in diskreten Winkelpositionen
auf den Wellen 9,10 aufgesetzt werden können ist es erforderlich, die Wellen 9,10
gegeneinander zu verdrehen, um eine optimale berührungslose Ausrichtung der Verdrängerschrauben
7,8 zueinander einzustellen. Diese ist wichtig um einen vorzeitigen Verschleiß der
Verdrängerschrauben 7,8 zu vermeiden.
[0046] Dazu werden durch die Montageöffnung 43 die Klemmbleche 49,50 für den Zahnkranz 39
etwas gelockert, so dass sich der Zahnkranz 39 auf dem Tragkörper 30 verdrehen kann.
Dann wird der Spalt zwischen den Verdrängerschrauben 7,8 durch Verdrehen eingestellt.
Bei korrekter Lage der Verdrängerschrauben 7,8 zueinander werden die Klemmbleche 49,50
wieder angezogen, so dass der Zahnkranz 39 wieder drehfest fixiert ist.
[0047] Nach der Justage der Verdrängerschrauben 7,8 wird der Abschlussflansch 55 auf das
Fördergehäuse aufgesetzt. Am Antriebsabschnitt 2 der Pumpe wird die Montageöffnung
durch einen Deckel 91 verschlossen. Danach ist die Pumpe 1 einsatzbereit.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 1:
- Pumpe
- 2:
- Antriebsabschnitt
- 3:
- Produktabschnitt
- 4:
- Antriebswellenzapfen
- 5:
- Produktzufluss
- 6:
- Produktabfluss
- 7,8:
- Verdrängerschrauben
- 9,10:
- Wellen
- 11,12:
- Verschraubungen
- 13,14:
- Nadellager
- 15,16:
- Schrägkugellager
- 17:
- Synchrongetriebe
- 18,19:
- Ritzel
- 20:
- Ölbad
- 21,22,23:
- Wellendichtringe
- 24,25:
- Aufnahmebohrungen (Schrägkugellager)
- 26,27:
- Außenringe (Schrägkugellager)
- 28,29:
- Innenringe (Nadellager)
- 30,31:
- Tragkörper
- 32,33:
- Innenringe (Schrägkugellager)
- 34:
- Gehäuse
- 35,36:
- Außenringe (Nadellager)
- 37,38:
- Aufnahmebohrungen (Nadellager)
- 39,40:
- Zahnkränze
- 41,42:
- Nadelkäfige
- 43:
- Montageöffnung
- 44,45:
- Kugelkäfige
- 46:
- Fixierblech
- 47,48:
- Anschlagschultern
- 49,50,51,52:
- Klemmbleche
- 53:
- Zwischenflansch
- 54:
- Fördergehäuse
- 55:
- Abschlussflansch
- 56:
- Ansatzkragen
- 57:
- Wandung
- 58:
- Leckageraum
- 59,60:
- Dichtungssitze
- 61,62:
- Gleitringdichtungen
- 63:
- stationärer Abschnitt
- 64,65:
- rotierende Abschnitte
- 66,67:
- Stifte
- 68,69:
- Gleitringe
- 70:
- Federring 45
- 71:
- Hülse
- 72:
- Vorsprung
- 73:
- Gleitring
- 74:
- Topf
- 75:
- Stufe
- 76:
- Mitnehmer
- 77:
- Produktraum
- 78:
- Nut 5
- 79,80:
- Finger
- 81:
- Sicherungsblech
- 82:
- Ausfräsung
- 83:
- Vorsprung
- 84:
- Steg
- 85,86:
- Langlöcher
- 87:
- Sicherungsschrauben
- 88:
- Lasche
- 89:
- Blech
- 90:
- Eingreifschutz
- 91:
- Deckel
1. Rotierende außengelagerte Verdrängerpumpe mit wenigstens zwei synchron zueinander
angetriebenen Verdrängerkörpern (7,8), welche endseitig auf zugeordneten Wellen (9,10)
befestigt sind, wobei die Wellen (9,10) jeweils durch ein erstes, radial wirkendes
Lager (13,14) und ein zweites, radial und axial wirkendes Lager (15,16) gelagert sind,
die Lager (13,14,15,16) in Aufnahmebohrungen (24,25,37,38) eines einteilig gefertigten
Gehäuses (34) eingepasst sind, und wobei die Wellen (9,10) durch ein Synchrongetriebe
(17) miteinander gekoppelt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Synchrongetriebe (17) zwischen den jeweiligen Lagern (13,14,15,16) angeordnet
ist und zwei miteinander kämmende Ritzel (18,19) aufweist, deren Durchmesser größer
ist als der Achsabstand der Wellen (9,10), wobei
die Ritzel (18,19) jeweils einen Zahnkranz (39,40) aufweisen, welcher auf einem Tragkörper
(30,31) befestigt ist, und wobei der größte Außendurchmesser der Tragkörper (30,31)
kleiner ist als der Achsabstand der Wellen (9,10).
2. Pumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragkörper (30,31) kraft- und/oder formschlüssig auf den Wellen (9,10) befestigt
sind.
3. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnkränze (39,40) kraftschlüssig an den Tragkörpern (30,31) befestigt sind.
4. Pumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnkränze (39,40) mittels verschraubter Klemmbleche (49,50,51,52) auf den Tragkörpern
(30,31) befestigt sind.
5. Pumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe eine einflutige Schraubenspindelpumpe ist.