[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Schallwiedergabesysteme und insbesondere
auf Schallwiedergabesysteme mit hoher Schallwiedergabebandbreite.
[0002] Das Interesse an Flachlautsprechertechnologien ist in den letzten 10 Jahren deutlich
gewachsen. Im Wesentlichen ist dies durch den erhöhten Platzbedarf moderner Schallwiedergabeverfahren,
wie z.B. 5.1 Surround oder Wellenfeldsynthese, und durch den schwindenden Installationsraum
für Lautsprecher in immer kleiner bzw. flacher werdenden Multimediageräten, wie z.B.
Mobiltelefon und Notebook, bedingt. Der Einsatz von Flachlautsprechern statt konventionellen
Lautsprechern soll diesen erhöhten Anforderungen gerecht werden.
[0003] Untersuchungen an verschiedenen Flachlautsprechertechnologien, die in der Regel so
alt wie der Konuslautsprecher von Kellogg und Rice sind, haben gezeigt, dass sowohl
die Verwendung des gehäuselosen Flachlautsprechers direkt an der Wand als auch der
Einsatz eines flachen Lautsprechergehäuses mit erheblichen Klangeinbußen verbunden
ist. Stand der Technik findet sich in
Beer, D.: Flachlautsprecher - ein Überblick, präsentiert auf der DAGA08, März 2008,
Dresden;
H. Azima, J. Panzer, "Distributed-Mode Loudspeakers (DML) in Small Enclosures", presented
at the 106th AES Convention, Munich, Germany, May 1999;
Beer et al.: The air spring effect of flat panel speakers, presented at the 124th
AES-Convention, May 2008, Amsterdam/The Netherlands; und
Wagner, Roland: Electrostatic Loudspeaker - Design and Construction. Audio Amateure
Press, Peterborough, New Hampshire, 1993.
[0004] Der gehäuselose Flachlautsprecher ist in der Regel ein Dipolstrahler, der infolge
des akustischen Kurzschlusses einen geringen Schalldruckpegel im Tieftonbereich aufweist.
Bei der Installation in Wandnähe kommt es bei einem solchen Dipol durch die Reflexion
und Überlagerung der rückwärtigen Schallanteil mit den Anteilen, des auf der Membranvorderseite
abgestrahlten Schalls und damit verbundenen Beugungseffekten zu kammfilterartigen
Klangverfärbungen oberhalb der Kurzschlussfrequenz. Aus diesem Grund wird bei konventionellen
Lautsprechern ein Lautsprechergehäuse verwendet. Damit dennoch der Vorteil der flachen
Konstruktionsweise erhalten bleibt, werden flache Gehäuse verwendet, die in der Regel
ein kleineres Luftvolumen einschließen. Wie auch bei konventionellen Lautsprechern
verschiebt sich durch ein zu kleines Luftvolumen die Grundresonanzfrequenz des Schallwandlers
nach oben. Die untere Grenzfrequenz steigt dadurch ebenso, was eine verringerte Tieftonwiedergabe
zur Folge hat.
[0005] Z Die
US 2007/263894 A1 offenbart ein Schallwiedergabesystem mit einem Array von Einzellautsprecher und einer
Frequenzweiche. Das Array umfasst 2 Flächen-Teil-Array für Tieftonbereich und 1 Linien
Array für Hochtonbereich.
[0006] Die
US 2005/0201583 A1 offenbart ein Niederfrequenz-Oberflächenarray, das auf einem Dipol-Prinzip basiert.
Das System umfasst ein Haltesystem mit einem offenen Rahmen, wobei mehrere Sub-Woofer
in einer Dipol-Oberflächenarraykonfiguration in dem offenen Rahmensystem untergebracht
sind, um eine gesteuerte Schalldispersion sowohl in der horizontalen als auch in der
vertikalen Ebene zu liefern. Die Sub-Woofer sind betreibbar, um eine Niederfrequenz-Schalldispersion
unter etwa 300 Hz zu liefern.
[0007] Die
DE 695 07 896 T2 offenbart eine Lautsprechervorrichtung mit gesteuerter Richtungsempfindlichkeit,
der einen ersten Satz von mindestens drei Lautsprechern, die entlang einer ersten
geraden Linie entsprechend einem vorbestimmten Muster angeordnet sind, wobei die Abstände
von Lautsprecher zu Lautsprecher variable gestaltet sind, und wobei Lautsprecher auch
in Kontakt miteinander angeordnet werden können.
[0008] Das
US-Patent Nr. 2,602,860 offenbart eine Lautsprecherstruktur, bei der neun konische Lautsprecher symmetrisch
in drei Reihen von jeweils drei in einem einzigen Rahmen angeordnet sind. Der Rahmen
umfasst zueinander verkippte Segmente, um den Abstrahlwinkel zu erhöhen. So soll der
Abstand zwischen den Rändern der Lautsprecher kleiner als der Radius der Lautsprecher
sein, wobei alle Lautsprecher aus einer gleichen Quelle betrieben werden. Ferner soll
keine Restriktion bezüglich der Luftbewegung durch ein Gehäuse erreicht werden, da
dies das Verhalten bei tiefen Frequenzen beeinträchtigen würde.
[0009] Das
US-Patent Nr. 4,399,328 offenbart eine Richtungs- und Frequenz-unabhängige Spalte von elektroakustischen
Wandlern, die mit unterschiedlichen Amplituden angesteuert werden, so dass sich bestimmte
Verhältnisse der Ansteuerung der elektroakustischen Wandler ergeben.
[0010] Das
US-Patent Nr. 6, 801, 631 B1 offenbart ein Lautsprechersystem mit mehreren Wandlern, die in einer Ebene positioniert
sind, um ein optimales akustisches Schallausstrahlungsmuster zu erreichen. Vier mittlere
Wandler (Woofer) arbeiten zusammen, um die niedrigen und mittleren Frequenzen zu reproduzieren,
wobei die Woofer so positioniert sind, dass keine zwei Woofer eine gemeinsame vertikale
Achse oder eine gemeinsame horizontale Achse gemeinsam haben. Ferner ist ein fünfter
Wandler, und zwar ein Hochfrequenz-Tweeter vorgesehen, der in der Mitte der Woofer
angeordnet ist.
[0011] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein verbessertes Schallwiedergabesystem
zu schaffen.
[0012] Diese Aufgabe wird durch ein Schallwiedergabesystem gemäß Patentanspruch 1 gelöst.
[0013] Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass ein preisgünstiges,
flaches und dennoch hochqualitatives Schallwiedergabesystem durch Anordnen eines Flächen-Arrays
aus gehäuselosen Einzellautsprechern, welche alle eine flache Form haben, in einem
flachen Gehäuse erreicht werden kann, wobei dieses Schallwiedergabesystem eine hohe
Wiedergabebandbreite oder einen ausreichenden Schalldruck in einem gewünschten schmalen,
z. B. tiefen, Frequenzbereich aufweist.
[0014] Dieses Schallwiedergabesystem ist dahingehend vorteilhaft, dass der Platzbedarf aufgrund
der Verwendung der flachen und typischerweise im Durchmesser kleinen Einzellautsprecher
sehr gering ist. Auch das pro Einzellautsprecher erforderliche Gehäusevolumen ist
aufgrund der Tatsache, dass die gehäuselosen Einzellautsprecher klein und flach sind,
relativ gering, so dass das Gehäusevolumen des Flachgehäuses derart klein ist, dass
das gesamte Schallwiedergabesystem eine kompakte Bauform hat. Insbesondere wird als
Einzellautsprecher ein Element bevorzugt, das eine niedrige Freiluftresonanz hat.
Dann ist üblicherweise auch das äquivalente Luftvolumen klein. Die Steifigkeit der
Membranaufhängung des Einzellautsprechers wird hier mit der Steifigkeit eines äquivalenten
Luftvolumens gleichgesetzt. Insofern werden Einzellautsprecher mit einer Resonanzfrequenz
kleiner als 150 Hz und insbesondere sogar kleiner als 120 Hz oder sogar kleiner als
100 Hz bevorzugt.
[0015] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass sie die Verwendung
von flachen gehäuselosen Einzellautsprechern ermöglicht, wobei das erforderliche Gehäusevolumen
mit einem nahezu beliebigen Formfaktor, also mit einem flachen Gehäuse bereitzustellen.
Die Verwendung von gehäuselosen Einzellautsprechern mit flachem Formfaktor hat ferner
den Vortei1, dass diese Einzellautsprecher sehr preisgünstig in großer Stückzahl verfügbar
sind. Durch Anordnung dieser gehäuselosen Einzellautsprecher in einem Flächen-Array
wird eine Kopplung der Lautsprecher bei tiefen Frequenzen ausgenutzt, um auch bei
tiefen Frequenzen, wie beispielsweise bei 100 Hz einen ausreichenden Schalldruck zu
erzeugen. Andererseits ist die Verwendung von kleinen Einzellautsprechern, also von
Einzellautsprechern mit einem Membrandurchmesser, der verhältnismäßig klein ist, insbesondere
bei hohen Frequenzen von großem Vorteil im Vergleich zu einer Verwendung von Lautsprechern
mit grö-βeren Membranen, weil bei kleinen Membranen gegenüber grö-ßeren Membranen
erst bei höheren Frequenzen Partialschwingungen auftreten.
[0016] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass eine variable Ansteuerung der vielen gehäuselosen
Einzellautsprecher, und damit von Teilflächen des Flächen-Array, erfolgen kann. Es
soll eine über weite Teile ortsunabhängige Vollbereichsbeschallung im Raum vor dem
Schallwiedergabesystem so gut als möglich zu erreichen sein, trotz der Tatsache, dass
das Schallwiedergabesystem ein Einzellautsprecher-Array großer Abmessungen aufweist.
[0017] Vorzugsweise umfasst das Schallwiedergabesystem ausschließlich identische Einzellautsprecher,
die beispielsweise Kopfhörerkapseln oder allgemein gesagt Miniaturschallwandler sein
können. Dies führt dazu, dass die Herstellung des Schallwiedergabesystems zu einem
günstigen Preis möglich ist. Gemäß der vorliegenden Erfindung werden die Einzellautsprecher
in mehreren Arrays gruppiert, wobei das Flächen-Array mit den einzelnen Einzellautsprechern
für die Tieftonwiedergabe vorgesehen ist und ein Array von einem oder mehreren gleichen
Einzellautsprechern für eine Hochtonwiedergabe vorgesehen ist, wenn ein 2-Wege-System
eingesetzt wird. Alternativ kann auch ein 3-Wege-System implementiert werden, bei
dem das zweite Array mehrere Mitteltöner umfasst und der Hochtonbereich vorzugsweise
von einem einzigen oder von nur wenigen Einzellautsprechern bestritten wird. Allerdings
liefert auch bereits ein Ein-Wege-System mit gehäuselosen flachen Einzellautsprechern
eine gute Wiedergabe in einem überraschend großen Wiedergabeband.
[0018] Bei einem anderen Ausführungsbeispiel wird es bevorzugt, dem Flächenarray nur das
Tiefpasssignal zu liefern und dem weiteren Array, das für die mittleren oder hohen
Töne zuständig ist, das Audiosignal mit der gesamten Bandbreite zur Verfügung zu stellen.
Das heißt, dass eine Frequenzweiche in diesem Fall nur eine Tiefpassfunktion und keine
Hochpassfunktion hat.
[0019] Gemäß der vorliegenden Erfindung werden Schallwiedergabesysteme bzw. Lautsprecher
erhalten, die trotz eines flachen Lautsprechergehäuses von weniger als 5 cm und insbesondere
weniger als 3cm Tiefe und insbesondere mit identischen Einzellautsprechern eine Wiedergabe
des Frequenzbereichs von 100 Hz bis 20 kHz mit einer Sensitivität von wenigstens 90dB/1W/1m
ermöglichen. Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel umfasst 25 Miniaturschallwandler,
welche ein etwa 21x21cm großes Flächen-Array bilden, das zwei Teil-Arrays für die
Tieftonwiedergabe und ein zwischen diesen beiden Teilarrays vorhandenes Linienarray
für eine Hochtonwiedergabe aufweist.
[0020] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend Bezug
nehmend auf die beiliegenden Zeichnung detailliert erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1a
- eine Vorderansicht eines Lautsprechers bzw. Schallwiedergabesystems gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 1b
- eine Rückansicht des Lautsprechers bzw. Schallwiedergabesystems gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 1c
- eine Verschaltung der gehäuselosen Einzellautsprecher gemäß einem Ausführungsbeispiel;
- Fig. 1d
- eine frequenzmäßige Aufteilung der Arrayelemente von Fig. 1a für eine 3-Wege-Ansteuerung;
- Fig. 2a
- eine Vorderansicht eines Lautsprechers bzw. Schallwiedergabesystems gemäß einem zweiten
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2b
- eine Darstellung des Gehäuses des Lautsprechers bzw. Schallwiedergabesystems von Fig.
2a;
- Fig. 2c
- eine Rückansicht des Lautsprechers bzw. Schallwiedergabesystems von Fig. 2a ohne Gehäuserückwand;
- Fig. 2d
- eine Belegung der gehäuselosen Einzellautsprecher für eine 2-Wege-Ansteuerung;
- Fig. 2e
- eine alternative Implementierung des Lautsprechers bzw. Schallwiedergabesystems von
Fig. 2a mit angesetzten Fasen;
- Fig. 3
- eine Verschaltung der gehäuselosen Einzellautsprecher mit zusätzlicher Treiberelektronik
für die in Fig. 2d gezeigte Lautsprecherbelegung;
- Fig. 4a
- eine schematische Darstellung des flachen Gehäuses des Lautsprechers bzw. Schallwiedergabesystems
von Fig. 2a, Fig. 2b und Fig. 2c;
- Fig. 4b
- eine alternative schematische Darstellung des Gehäuses des Lautsprechers bzw. Schallwiedergabesystems
von Fig. 2a, Fig. 2b und Fig. 2c;
- Fig. 5a
- eine Übertragungsfunktion einer Frequenzweiche für eine 2-Wege-Ansteuerung;
- Fig. 5b
- die Frequenzgänge des Hoch- und des Tieftonwegs für den in Fig. 2a gezeigten Lautsprecher
bzw. das in Fig. 2a gezeigte Schallwiedergabesystem;
- Fig. 5c
- einen Frequenzgang des 2-Wege-Lautsprechers bzw. Schallwiedergabesystems gemäß Fig.
2a-2d ohne Entzerrung;
- Fig. 5d
- einen entzerrten Frequenzgang des Lautsprechers bzw. Schallwiedergabesystems von Fig.
2a mit einer Ansteuerung gemäß Fig. 3;
- Fig. 6a
- eine Vorderansicht und eine Rückansicht eines bevorzugten gehäuselosen Einzellautsprechers
in Form einer Kopfhörerkapsel;
- Fig. 6b
- technische Daten des gehäuselosen Einzellautsprechers von Fig. 6a;
- Fig. 7a
- eine schematische Darstellung eines Einsatzbereiches für Flachlautsprecher bzw. Schallwiedergabesystems
mit verkippt angeordneten Hoch- bzw. Mitteltönern; und
- Fig. 7b
- eine schematische Darstellung eines Lautsprechers bzw. Schallwiedergabesystems mit
einem zurückgesetzten Mittel- bzw. Hochtonarray mit einem Horn bzw. Wave-Guide zum
Vergleichmäßigen der Richtcharakteristik des Mittel- bzw. Hochtonarrays.
[0021] Fig. 1a zeigt eine Vorderansicht eines Schallwiedergabesystems, das nachfolgend auch
Lautsprecher genannt wird, gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
Der Lautsprecher in Fig. 1a umfasst ein Flächen-Array 10 aus gehäuselosen Einzellautsprechern
11a, 11b, 11c, ... , wobei jeder gehäuselose Einzellautsprecher eine flache Form aufweist,
wie es bereits anhand der Rückansicht in Fig. 1b anhand des gehäuselosen Einzellautsprechers
11d zu sehen ist. Insbesondere zeigt die Vorderansicht in Fig. 1a pro Einzellautsprecher
den vorderen Bereich, also eine Aufsicht auf die Membran des Lautsprechers, während
die Rückansicht veranschaulicht, dass der gesamte Einzellautsprecher so flach ist,
dass er in dem in Fig. 1b gezeigten Gehäuse bzw. in der entsprechenden Gehäusebohrung
aufgenommen ist und kaum über die Bohrung hervorsteht. Wie es noch anhand von Fig.
4a zu sehen ist, ist bei dem gehäuselosen Einzellautsprecher, der beispielhaft in
Fig. 1b und Fig. 1a eingesetzt ist, und der in Fig. 6a detailliert dargestellt ist,
der Einzellautsprecher nahezu vollständig in der Gesamtdicke des Materials der Lautsprechervorderwand
aufgenommen, derart, dass der Lautsprecher nur ein kleines Stück über die Gehäusevorderwand
hervorsteht und rückseitig aus der Gehäusevorderwand ebenfalls nur ein kleines Stück
hervorsteht, wobei der Vorstand aus der Gehäusevorderwand bei einem Ausführungsbeispiel
lediglich 4,5mm beträgt und der Lautsprecher lediglich etwa 1,5mm auf der rückwärtigen
Seite der Gehäusevorderwand vorsteht und damit ein extrem flacher Einzellautsprecher
ist.
[0022] Dennoch wird es aufgrund des besseren Verhaltens bevorzugt, elektrodynamische gehäuselose
Einzellautsprecher einzusetzen, die prinzipiell wie Konus-Lautsprecher aufgebaut sind.
Konus-Lautsprecher haben bereits eine systembedingte Minimaltiefe. Insbesondere bei
Kopfhörerkapseln ist jedoch diese Tiefe sehr gering, so dass Kopfhörerkapseln, wie
sie beispielsweise in Fig. 6a und Fig. 6b dargestellt sind, mit einer sehr geringen
Tiefe, nämlich z.B. nur mit einer Bautiefe von 10,6 mm, geeignet sind und außerdem
preisgünstig angeboten werden.
[0023] Fig. 1c zeigt eine Ansteuerung der einzelnen gehäuselosen Einzellautsprecher in Fig.
1a im Falle einer 1-Wege-Implementierung. Insbesondere werden aus den gehäuselosen
Einzellautsprechern des Flächenarrays wenigstens zwei Gruppen a wenigstens zwei Lautsprechern
gebildet, wobei bei dem in Fig. 1c gezeigten Ausführungsbeispiel fünf Gruppen 12a-12e
gebildet werden, wobei jede Gruppe fünf Einzellautsprecher aufweist, so dass der gesamte
Lautsprecher insgesamt 25 gehäuselose Einzellautsprecher aufweist.
[0024] Generell wird es bevorzugt, Lautsprecher bereitzustellen, deren Anzahl von Einzellautsprechern
zwischen 9 und 49 variiert, wobei die genaue Anzahl der Einzellautsprecher davon abhängt,
wie die einzelnen Verhältnisse der Einzellautsprecher sind, und welcher Schalldruckpegel
insbesondere im unteren Frequenzbereich, für den das Schallwiedergabesystem vorgesehen
ist, gefordert wird.
[0025] Bei dem in Fig. 1a und Fig. 1b gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Membrandurchmesser
eines Einzellautsprechers 36 mm. Gemäß der vorliegenden Erfindung werden gehäuselose
Einzellautsprecher verwendet, deren Membrandurchmesser kleiner als 5 cm und vorzugsweise
sogar kleiner als 4cm ist, da bei der erfindungsgemäßen Flächen-Array-Anordnung das
Verhalten im Hochtonbereich besser wird, je kleiner der Membrandurchmesser eines Einzellautsprechers
wird. Kleinere Membranflächen, die durch kleinere Einzellautsprecher erreicht werden,
und die Verwendung von gehäuselosen Einzellautsprechern ermöglichen eine dichtere
Anordnung der Einzellautsprecher, um damit die Gesamtgröße des Arrays zu verkleinern.
Dies führt zu einer reduzierten Richtwirkung. Außerdem werden Partialschwingungen,
die zu ausgeprägten räumlichen Variationen des Schalldruckpegels im Raum führen können,
zu unkritischeren höheren Frequenzen hin verschoben. Dort treten die Partialschwingungen
zwar ebenfalls auf, sind aber aufgrund der Tatsachen, dass sie nicht bei tiefen Frequenzen
sind, nicht mehr störend.
[0026] Der damit verbundene Abfall des Schalldruckpegels bei tiefen Frequenzen wird durch
eine gekoppelte Anordnung von mehreren Einzellautsprechern im Array kompensiert, wobei
es jedoch wesentlich ist, dass die Einzellautsprecher für die Tieftonwiedergabe in
einem Flächen-Array angeordnet werden und nicht etwa in einem Linien-Array. Ein Flächen-Array
erfordert wenigstens zwei benachbarte Reihen, wobei eine Reihe wenigstens zwei Lautsprecher
haben muss und die andere Reihe wenigstens einen Lautsprecher haben muss. So ist bereits
eine Dreiecks-Anordnung aus den Lautsprechern 11a, 11b, 11c in Fig. 1a ein Flächen-Array,
wobei Flächen-Arrays in Form eines Rechtecks, Quadrates oder eines Kreises bzw. einer
Ellipse bevorzugt werden. Insbesondere ein quadratisches Array wird am meisten bevorzugt,
weil die QuadraLform der Kreisform am nächsten kommt und die gewissermaßen rechtwinklige
Anordnung der einzelnen Einzellautsprecher, die zu einem insgesamten Quadrat für das
Flächen-Array führt, es ermöglicht, die Einzellautsprecher möglichst nah aneinander
anzuordnen. Insbesondere werden die Einzellautsprecher derart nah aneinander angeordnet,
dass sie sich berühren oder dass zwischen den Einzellautsprechern, die zueinander
benachbart sind, ein direkter Abstand besteht, der kleiner als 5 mm und insbesondere
kleiner als 3mm ist.
[0027] Die in Fig. 1c gezeigte Seriell-/Parallel-Schaltung ermöglicht es, dass das gesamte
Lautsprecher-Array noch einen nennenswerten Ohmschen Widerstand hat, im Vergleich
zu der Situation, bei der alle Lautsprecher parallel geschaltet sind, so dass der
fließende Strom die Belastbarkeit der Schwingspulen der Schallwandler nicht übersteigt.
Im Vergleich zu einer kompletten Serienschaltung aller einzelnen Lautsprecher wird
jedoch durch die Serien-Parallelschaltung erreicht, dass sich nicht alle, in Reihe
geschalteten Lautsprecher gegenseitig elektrisch beeinflussen Die Seriell-/Parallel-Schaltung
gemäß Fig. 1c stellt somit einen guten Kompromiss zwischen der Komplexität der Verdrahtung
der Einzellautsprecher und der von den Einzellautsprechern vorgegebenen Spezifikationen
für Maximalstrom dar.
[0028] Fig. 1d zeigt eine alternative Implementierung des in Fig. la gezeigten Ausführungsbeispiels,
bei dem die Einzellautsprecher ähnlich wie in Fig. 1a angeordnet sind, die jedoch
als 3-Wege-System angesteuert werden. Hierbei wird das Flächen-Array aus gehäuselosen
Einzellautsprechern in eine erste Array-Hälfte 13a aus Tiefton-Lautsprechern und eine
zweite Array-Hälfte 13b aus Tiefton-Lautsprechern ausgebildet. Diese beiden Arrayhälften
bzw. Teilarrays werden von einem weiteren Array aus Mittelton-Lautsprechern 13c und
einem noch weiteren Array, das nur aus einem einzelnen Hochton-Lautsprecher 13d besteht,
getrennt. Bei der in Fig. 1d gezeigten Implementierung werden die beiden mit "x" bezeichneten
Einzellautsprecher kurzgeschlossen, also deaktiviert, dahingehend, dass diese beiden
Einzellautsprecher nicht zur Schallausgabe beitragen und ein Schwingen als Passivmembran
verhindert werden kann.
[0029] Bei dem in Fig. 1d gezeigten Ausführungsbeispiel ist zu sehen, dass die Anzahl der
Tiefton-Einzellautsprecher wesentlich größer ist als die Anzahl der Mittelton-Lautsprecher
oder der Hochton-Lautsprecher. Diese Aufteilung zugunsten der Tiefton-Wiedergabe wird
vorgenommen, um durch eine Kopplung der Einzellautsprecher für den Tieftonbereich,
die dadurch erreicht wird, dass die Tiefton- Einzellautsprecher in einem Flächen-Array
so nah als möglich zusammen angeordnet werden, ein ausreichender Schalldruck bei tiefen
Frequenzen bereitgestellt wird.
[0030] Erfindungsgemäß wird trotz eines flachen Lautsprechergehäuses von nur 2,4 cm Innentiefe
und der damit verbundenen hohen Federsteifigkeit des eingeschlossenen Luftvolumens,
die Wiedergabe des Frequenzbereiches von 100 Hz (-6dB) bis zu 20kHz (-6dB) mit einer
Sensitivity von 101 dB/1W/1m ermöglicht. Dazu wird aus 25 Miniaturschallwandlern ein
21 cm x 21 cm großes Array gebildet und in ein Gehäuse der Größe (LxBxH) eingebaut.
Die Ansteuerung der einzelnen Treiber wird auf die Zielvorgabe eines möglichst linearen
Amplitudenfrequenzganges und einer gleichmäßigen Directivity in Hauptabhörrichtung
angepasst. Zu diesem Zweck wird das Array als Dreiwege-System ausgelegt. Der Array-Ansatz
wird deshalb gewählt, um eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Antriebskraft
auf die Membran zu realisieren und um mittels vieler kleiner Membranflächen das Auftreten
von Partialschwingungen zu höheren Frequenzen zu verschieben. Im Gegensatz zu einer
großen Membranfläche ist außerdem das wesentlich geringere Gewicht der Einzelmembrane
von großem Vorteil für die Wiedergabe hoher Frequenzen.
[0031] Insbesondere für die Wellenfeldsynthese-Anwendung bietet der Array-Ansatz die Möglichkeit,
den Lautsprecherabstand zwischen benachbarten Wiedergabekanälen veränderlich zu gestalten,
indem die Gruppierung von Wandlern zu einem Wiedergabekanal beliebig möglich ist.
Eine Randbedingung bei der Wellenfeldsynthese ist die "räumliche Abtastfrequenz",
die es erfordert, dass zur Aliasing-freien Wiedergabe eines Tons von 1 kHz alle 17
cm ein Lautsprecherelement vorhanden ist, das mit einem jeweils eigenen Signal angesteuert
wird. Bei 10 kHz sollte der Abstand bei 1,7 cm liegen, bei 100 Hz aber bei 1,7 m.
Ein Abstand von 1,7 m kann leicht erfüllt werden. Ein Abstand von 1,7 cm dagegen schwer
oder nur annähernd. Der erfindungsgemäße Flachlautsprecher ermöglicht es, größere
Gruppen von Einzellautsprechern mit einem tiefpassgefilterten Signal zu versorgen,
die eine größere Breite haben. Hier gibt es eine vorteilhafte Synergie, weil Einzellautsprecher
im tiefen Bereich ohnehin in einem Flächenarray benötigt werden, um einen ausreichenden
Schalldruck zu liefern. Dagegen werden benachbarte Gruppen oder einzelne nebeneinander
liegende Lautsprecher mit unterschiedlichen Lautsprechersignalen versorgt, um für
die höheren Frequenzen einen kleinen Kanalabstand zu erzeugen, der in der Größenordnung
des Membrandurchmessers liegt. Das Lautsprechersignal kann jeweils ein Hochpasssignal
oder ein Signal mit Hochpass- und Tiefpassanteilen sein.
[0032] Vorzugsweise ist also ein weiteres Array von Einzellautsprechern vorhanden, wobei
Einzellautsprecher es Flächenarrays so gruppiert sind, dass räumlich benachbarte Wellenfeldsynthesekanäle
mit begrenzter Bandbreite unter 1 KHz durch nebeneinander liegende Gruppen von Einzellautsprechern
wiedergebbar sind, deren Abstand größer ist als der zwischen benachbarten Einzellautsprechern
oder im Vergleich zu den Gruppen kleineren Grüppchen, die räumlich benachbarte Wellenfeldsynthesekanäle
mit Signalanteilen über 1 kHz wiedergeben.
[0033] Erfindungsgemäß wird ein Lautsprecher erhalten, der einen linearen Frequenzgang über
einen möglichst großen Frequenzbereich, gutes Impulsverhalten, ein gleichmäßiges und
für die Anwendung sinnvolles Abstrahlverhalten aufweist, und der in der Lage ist,
einen maximalen Schalldruckpegel von 101 dB oder mehr in einem 1 m Abstand zu erzeugen,
wobei der Lautsprecher dabei außergewöhnlich flach ist. Der Flachlautsprecher ist
dahin gehend vorteilhaft, dass er unauffällig in die Umgebung integrierbar ist und
trotzdem gute Übertragungseigenschaften hat. Die Gehäusekonstruktion soll so sein,
dass eine besonders geringe Bautiefe von 5 und vorzugsweise 3,6 cm bzw. noch bevorzugter
3,0 cm nicht überschritten wird. Zu diesem Zweck werden akustische Treiber verwendet,
die eine sehr geringe Bautiefe haben. Bevorzugt wird das elektrodynamische Prinzip
des Konuslautsprechers als Schallwandler, da diese Technologie gut beherrschbar und
leistungsfähig ist. Die geforderte geringe Bautiefe erfordert den Einsatz von Miniaturlautsprechern
und bedingt somit kleine Membranflächen. Daher werden einzelne Treiber in einer Gruppenanordnung
verwendet, wobei es in einem solchen Flächen-Array möglich ist, im Gegensatz zu einem
einzelnen großen Biegewellenwandler bzw. Einzelkolbenstrahler mit gleicher Membranfläche,
die jeweils aktive Strahlerfläche durch frequenzabhängige Ansteuerung der Array-Elemente
bei Bedarf zu verändern. Diese Option ist bezüglich der Vermeidung von Seitenkeulenbildung
bei hohen Frequenzen und der Vermeidung von Partialschwingungen von Vorteil, wobei
der Membranradius möglichst so gewählt wird, dass Partialschwingungen erst bei unkritischen
Frequenzen auftreten. Gegenüber bekannten Dickenschwingern ist ein wesentlich höherer
Membranhub und damit eine höhere Lautstärke im unteren Frequenzbereich erreichbar.
Daher sind Flächen-Arrays für die erfindungsgemäßen Flachlautsprecher günstig.
[0034] Fig. 6a zeigt eine Vorderansicht und eine Rückansicht eines vorzugsweise verwendeten
Miniaturlautsprechers bzw. "Miniaturchassis". Die Miniaturchassis ist vorzugsweise
als rückwärtig offene Kopfhörerkapsel, wie in Fig. 6a gezeigt, ausgeführt. Die messtechnisch
ermittelten Parameter eines solchen gehäuselosen Einzellautsprechers sind in der Tabelle
in Fig. 6b dargestellt. Die Freiluftresonanzfrequenz eines solchen Einzellautsprechers
liegt bei 120 Hz.
[0035] Sowohl bei dem in Fig. 1a gezeigten Lautsprecher als auch bei dem Bezug nehmend auf
die Figuren 2a-2e diskutierten Lautsprecher gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung wird ein geschlossenes Gehäuse eingesetzt. Bei einem anderen
bevorzugten Ausführungsbeispiel kann auch ein geöffnetes Gehäuse eingesetzt werden,
insbesondere mit einem Bassreflex-System, also einem Bassreflexgehäuse als Helmholtz-Resonator,
wie er aus der Technik bekannt ist.
[0036] Bezüglich des Materials des flachen Gehäuses wird ein geeignet steifes Material bevorzugt,
um ein ausreichend versteiftes Gehäuse zu erhalten, das mit einer Materialstärke von
weniger als 7 mm und insbesondere sogar mit einer Materialstärke von 3 mm oder noch
weniger auskommt. Es wird bevorzugt, als Material Stahlblech oder profilierten Kunststoff
zu verwenden, obgleich auch Holz eingesetzt werden kann. Es wird bevorzugt, um die
Anfälligkeit für Längs- und Quermoden gleicher Frequenz zu minimieren, dass die Kantenabmessungen
des gesamten Lautsprechers in keinem ganzzahligen Vielfachen zueinander sind oder
dass der Lautsprecher nicht parallele Wände aufweist. Um dennoch einen gewünschten
optischen Eindruck mit parallelen Wänden zu haben, kann ein inneres Gehäuse mit nicht
parallelen Wänden in ein äu-βeres Gehäuse mit parallelen Wänden gesetzt werden. Ein
Beispiel für eine Innenabmessung des in Fig. 1a gezeigten Ausführungsbeispiels beträgt
61,5 cm Breite, 80 cm Höhe und 2,4 cm Tiefe. Bei einer Verwendung eines 6 mm MDF-Plattenmaterials
ergeben sich Außenmaße mit einer Breite von 63,7 cm, einer Höhe von 81,2 cm und einer
Tiefe von 3,6 cm.
[0037] Gegen das Mitschwingen des Gehäuses wird es bevorzugt, im Gehäuseinneren Stege zwischen
Vorder- und Rückseite einzubringen, und es wird ferner bevorzugt, auf die Rückwand
von außen Profile aufzubringen. Wie es beispielsweise in Fig. 2a, 2b zu sehen ist,
wird es bevorzugt, dass das Flächen-Array bezüglich der Breite zentral und zu den
Kanten parallel einzubringen, jedoch bezüglich der Höhe exzentrisch anzuordnen. Die
Einzellautsprecher werden insbesondere in einzelnen Bohrungen untergebracht und teilweise
im Gehäusematerial eingelassen. Die Einzellautsprecher können z.B. mit Heißklebstoff
oder einem anderen Dichtungsmaterial eingeklebt und insbesondere akustisch abgedichtet
werden.
[0038] Ein Vorteil der Array-Anordnung ist die Möglichkeit, einzelne Elemente und damit
einzelne Teilflächen des Arrays unterschiedlich anzusteuern. Um die aktiven Elemente
des Arrays frequenzabhängig bestimmen zu können, wird eine Mehrwege-Ansteuerung verwendet.
Zu diesem Zweck wird das Flächen-Array, wie es anhand von Fig. 1d beschrieben worden
ist, in zwei Teilarrays 13a, 13b für die Tieftonwiedergabe aufgeteilt.
[0039] Alternativ zu dem in Fig. 1d gezeigten Ausführungsbeispiel würde eine 2-Wege-Anordnung
darin bestehen, dass in der mittleren Spalte alle Lautsprecher bis auf den einzigen
in der Mitte deaktiviert oder nicht vorhanden sind, wobei der einzige mittlere Lautsprecher
dann als einziger Hochtöner wirken würde. Um den maximal erzielbaren Schalldruckpegel
zu erhöhen, wird das in Fig. 1d gezeigte 3-Wege-System verwendet. Insbesondere wird,
damit sich der von den 3 Wegen abgestrahlte Schallphasen richtig überlagert, der Mitteltonzweig
um 0,5 ms und der Hochtonzweig um 0,52 ms gegenüber dem Tiefton-Array verzögert.
[0040] Um das Abstrahlverhalten noch weiter zu verbessern, wird es bevorzugt, eine 2-Wege-Ansteuerung
mit Hochtonweg in Form eines Bessel-gewichteten linearen Arrays zu verwenden, wie
sie in Fig. 2d schematisch gezeigt ist. Damit wird eine Bündelung und Seitenkeulenbildung
besser unterdrückt. Dieser Effekt wird noch verbessert, wenn, wie es in Fig. 2d gezeigt
ist, die Hochton-Einzellautsprecher in der Mitte angeordnet sind, und das Flächen-Array
aus Tiefton-Lautsprechern in zwei Teil-Arrays 13a, 13b aufteilen. Im Gegensatz zur
Fig. 1d existiert in Fig. 2 jedoch lediglich ein weiteres Hochton-Array 13e, wobei
die einzelnen Hochton-Lautsprecher mit den Gewichtungen angesteuert werden, wie sie
in Fig. 2d schematisch angegeben sind. Es sei darauf hingewiesen, dass die Gewichtungsfaktoren
0,5, 1, -1 lediglich aufgrund einer schaltungstechnisch einfachen Realisierung der
Bessel-Gewichte erhalten worden sind, die sich rechnerisch jedoch zu 0,11, 0,44, 0,76,
-0,44 und 0,11 ergeben, und nur mit größerem Aufwand zu realisieren sind.
[0041] Die in Fig. 2d gezeigte Ansteuerung findet derart statt, dass die drei Einzellautsprecher
in der Mitte des Arrays 13e mit voller Amplitude angesteuert werden, wobei jedoch
der untere dieser drei Einzellautsprecher mit invertierter Phase angesteuert wird,
während der oberste Einzellautsprecher und der unterste Einzellautsprecher des Arrays
13e mit halber Amplitude angesteuert werden. Diese Pegel- und Phasenverhältnisse lassen
sich, entgegen den Bessel-Funktionen errechneten Faktoren mit sehr einfachen Mitteln
umsetzen. Durch Parallelschalten der drei mittleren Einzellautsprecher mit einer Serienschaltung
der Lautsprecher ganz oben und ganz unten des Arrays 13e lassen sich diese Amplitudenverhältnisse
herstellen. Die Phase wird bei dem Einzellautsprecher, der einen Gewichtungsfaktor
"-1" in Fig. 2d hat, einfach durch Verpolen des Anschlusses erreicht, wie es in Fig.
3 bei 15 dargestellt ist.
[0042] Ähnlich zu Fig. 1c werden die vier Spalten des TieftonArrays in vier Gruppen von
jeweils fünf Einzellautsprechern gruppiert, wobei die Gruppen untereinander parallel
geschaltet sind. Dadurch ergibt sich für das Hochton-Array eine Nennimpedanz von 10
Ohm und für das Tiefton-Array eine Nennimpedanz von 56 Ohm. Es könnten auch alle Tiefton-Einzellautsprecher
parallel geschaltet werden, dann würde aber ein höherer Strom durch die Schwingspulen
fließen.
[0043] Dies könnte jedoch den Schwingspulendraht der Einzellautsprecher jedoch überlasten
und zerstörten.
[0044] Wie es in Fig. 3 dargestellt ist, wird bei dem Ausführungsbeispiel eine Frequenzweiche
16 mit einer Grenzfrequenz 710 Hz bevorzugt. Bei einer größeren Arrayfläche sollte
die Frequenzweiche eine kleinere Grenzfrequenz haben, und bei einer kleineren Arrayfläche
sollte die Frequenzweiche eine größere Grenzfrequenz haben. Aufgrund der Frequenzweiche
existieren ein Hochtonweg 17a und ein Tieftonweg 17b oder allgemein gesagt nur ein
Tieftonweg und ein Weg mit voller Bandbreite statt dem Hochtonweg, der keine Tieftonanteile
hat, welche vorzugsweise beide durch einen Entzerrer EQ 18a bzw. 18b entzerrt werden,
wobei die entzerrten Signale ferner vorzugsweise durch jeweils einen Verstärker 19a
bzw. 19b verstärkt werden.
[0045] Bei dem in Fig. 2a gezeigten Lautsprecher gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung wird ebenfalls ein geschlossenes System verwendet. Das Gehäuse
basiert auf einer Berechnung unter Verwendung der sogenannten Thiele-Small-Parameter
der gehäuselosen Einzellautsprecher, wobei die Gesamtgüte Q
tc der Kombination aus Gehäuse und Array bei 0,707 liegen soll. Diese Abstimmung wird
auch als Butterworth-Abstimmung bezeichnet und äußerst sich in einem, bei idealem
Free-Air-Frequenzgang, maximal glattem Frequenzgang und minimal erreichbarer Resonanzfrequenz.
[0046] Fig. 2a zeigt eine perspektivische Ansicht des Lautsprechers gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel
mit einer Gehäusevorderwand 1a und einer Gehäuseseitenwand 1b, wobei der Lautsprecher
in einem reflexionsarmen Raum angeordnet ist. Die Gehäusevorderwand umfasst eine Höhe
und eine Breite, wobei die Höhe größer als die Breite ist, und wobei es bevorzugt
wird, das Array bezüglich der Breite zentriert und kantenparallel einzufügen, und
das Array bezüglich der Höhe nicht zentriert, sondern dezentral unterzubringen, wie
es in Fig. 2b gezeigt ist. Fig. 2c zeigt eine Rückansicht des geöffneten Lautsprechers,
wobei Stege 19a, 19b in vertikaler Richtung und Stege 19c in horizontaler Richtung
gezeigt sind. Diese Stege, die vorzugsweise komplett von der Gehäusevorderseite bis
zur Gehäuserückseite durchgehend ausgebildet sind, ermöglichen eine Kapselung von
unterschiedlich angetriebenen Einzellautsprechern. Druckänderungen im Inneren des
Lautsprechers, hervorgerufen durch Schwingungen einzelner Membranen würden sich ansonsten
nämlich auf alle auf das gleiche Volumen arbeitende Einzellautsprecher auswirken.
Um dies zu vermeiden, arbeiten die Einzellautsprecher der mittleren Array-Spalte jeweils
auf ein einzeln abgegrenztes Volumen, das durch die Stege 19a, 19b, 19c erreicht wird.
Da diese Einzellautsprecher für den Hochtonzweig verwendet werden, diese also weit
oberhalb ihrer Resonanzfrequenz arbeiten sollen, ist eine aufwendige Dimensionierung
des entstehenden Volumens nicht nötig. Das an jeden Hochton-Einzellautsprecher angekoppelte
Volumen beträgt 0,0361 l. Die Abmessungen der Volumina bestimmen sich aus den Abmessungen
des Einzellautsprechers.
[0047] Die Streben 19a, 19b erreichen eine zusätzliche Versteifung des Gehäuses und führen
dazu, dass das Volumen für das Tiefton-Array in zwei Kammern aufgeteilt wird, wie
es aus Fig. 2c oder auch aus Fig. 4a oder Fig. 4b ersichtlich ist. Das Aufteilen des
Gesamtvolumens in zwei Kammern für die Teil-Arrays der Tiefton-Lautsprecher führt
zu einer effizienten Versteifung des Gehäuses und dazu, dass Biegeschwingungen der
Gehäusefront und/oder der Gehäuserückwand und Moden im Gehäuse unterdrückt werden,
um entsprechende negative Einflüsse auf das Verhalten des Lautsprechers zu reduzieren.
Weitere Versteifungselemente, wie sie bei 21 in Fig. 4b oder 22 in Fig. 4a gezeigt
sind, werden eingefügt, um die Steifigkeit des verwendeten Holzmaterials zu verbessern,
die relativ gering ist. Durch Minimieren der Abstände zwischen den Versteifungspunkten
wird das Mitschwingen der Gehäusewände wegen des hohen Drucks im Inneren bei Betrieb
des Lautsprechers verhindert. Vorzugsweise sind Höhe und Breite des Gehäuses keine
geradzahligen Vielfachen, um die Ausbildung von gleichzeitigen Längs- und Quermoden
nicht zu begünstigen. Die Innentiefe beträgt bei dem in Fig. 2a bzw. 2b gezeigten
Ausführungsbeispiel wieder 2,4 cm. Die Außenabmessungen des in Fig. 2a gezeigten Ausführungsbeispiels
betragen in der Breite 35,2 cm, in der Höhe 46,2 cm und in der Tiefe 3,6 cm. Diese
Außenmaße sind auch in der schematischen Zeichnung in Fig. 4a zusammen mit anderen
bevorzugten Abmessungen dieses Ausführungsbeispiels angegeben.
[0048] Die exzentrische Platzierung des Arrays auf der Front des Lautsprechers wird verwendet.
Der Schalldruck von Schallwellen, die sich von einer Schallquelle über eine Lautsprecherfront
ausbreiten, ändert sich, wenn diese auf eine Kante treffen, weil sich die Energie
der Welle auf ein geändertes Volumen aufteilt. Im Falle einer Gehäusekante beugt sich
eine Schallwelle um das Gehäuse. Das Volumen, in welches sich die Schallwelle ausbreitet
und die Oberfläche der Wellenfront werden größer. Der Schalldruck auf dieser Oberfläche
wird geringer. Durch die Druckänderung entsteht an dieser Kante eine zweite Schallquelle
mit entgegengesetzter Phase. Der von dieser sekundären Schallquelle abgestrahlte Schall
überlagert sich mit dem, von der primären Schallquelle abgestrahlten Schall. Je nach
Laufzeitunterschied, der durch die Entfernung zwischen beiden Schallquellen und zwischen
Lautsprecher und Hörposition beeinflusst wird, kommt es im Frequenzgang des Lautsprechers
abwechselnd zu konstruktiver und destruktiver Interferenz. Wenn der dem Laufzeitunterschied
äquivalente Wegunterschied ganzzahligen Vielfachen einer Wellenlänge entspricht, dann
kommt es zu Minima bei den entsprechenden Frequenzen, bei ganzzahligen Vielfachen
der halben Wellenlänge kommt es zu Überhöhungen. Wenn das Array zentral auf der Schallwand
platziert würde, käme es für Beobachtungspunkte nahe der 0°-Achse durch gleiche Laufzeiten
bezüglich rechter und linker bzw. oberer und unterer Schallwandkante zu einer Überlagerung
der Interferenzerscheinungen. Folge davon ist ein ortsabhängiger, teilweise von starken
Einbrüchen und Überhöhungen geprägter Frequenzgang. Um dies zu vermeiden, wird die
Position des Arrays auf der Frontplatte so ausgewählt, dass die Entfernung vom zentralen
Einzellautsprecher zur oberen, unteren und den seitlichen Gehäusekanten möglichst
unterschiedlich und keine ganzzahligen Vielfachen voneinander sind. Dadurch wird das
unvorteilhafte Zusammenfallen von Interferenz-Effekten verhindert.
[0049] Die Aufteilung des Gehäuses in zwei gleich große Kammern durch Versteifungsstege
bedingt, dass das Array horizontal zentriert angeordnet wird. So beträgt der Abstand
vom Zentrum des Arrays zu den Seitenkanten jeweils 17,6 cm. Der Abstand des Mittelpunkts
des Arrays zur oberen Gehäusekante wird auf 14,1 cm festgelegt. Der Abstand zur unteren
Gehäusekante ergibt sich somit zu 23,1 cm. Damit die bei dem Ausführungsbeispiel 6
mm starken Leisten, mit denen die Hochtontreiber abgetrennt werden, nicht die Luftkompression
an den rückseitig offenen Membranen behindern, werden nicht alle Einzellautsprecher
des Arrays ohne Zwischenraum angeordnet. Stattdessen wird zwischen den Einzellautsprechern
der mittleren Spalte des Arrays und den Einzellautsprechern der links und rechts benachbarten
Spalten ein Abstand von 6 mm vorgenommen, wie es aus Fig. 4a ersichtlich ist.
[0050] Es wird bevorzugt, das Gehäuse zur Vermeidung von Gehäusemoden mit Dämmwolle zu bedämpfen.
Eine Dämmwolle mit einer Dicke von 3 cm und einer Masse von 280 g/m
2 kann eingesetzt werden. Gehäusemoden soll durch Absorption im Dämmstoff Energie entzogen
werden, so dass sie sich nicht voll oder gar nicht ausbilden können. Dieses Prinzip
funktioniert nur bei hoher Schallschnelle. Da an den Rändern von Gehäusen bei Stehwellen
stets Druckmaxima und Schnelle-Minima sind, wird daher an den Rändern des Gehäuses
auf einer Breite von etwa 7 cm kein Dämmmaterial eingebracht, wie es schematisch in
Fig. 2c zu sehen ist.
[0051] Nachfolgend werden, Bezug nehmend auf die Figuren 5a-5d diverse Messungen an dem
in Fig. 2a bis Fig. 2d erläuterten Lautsprecher gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
erläutert.
[0052] Die Auftrennung der Audiosignale in einen Hochton-Zweig und in einen Tiefton-Zweig
durch die Frequenzweiche 16 wird mit Hilfe von Linkwitz-Riley-Filtern vierter Ordnung
für die Frequenzweiche vorgenommen. Die Übertragungsfunktion der Frequenzweiche ist
in Fig. 5a dargestellt. Der Pegel des Hochton-Zweiges ist gegenüber dem Tiefton-Signal
um 3 dB angehoben. Dem Lautsprecher ist ein 80 Hz Hochpass vorgeschaltet, der in Fig.
3 nicht gezeigt ist.
[0053] Das mit dieser Filterung beaufschlagte Signal wird dem Array zugeführt. Fig. 5b zeigt
die Frequenzgänge von Hoch- und Tiefton-Weg auf der 0°-Achse. Die akustische Summation
beider Wege ergibt den in Fig. 5c gezeigten nichtentzerrten Frequenzgang. Um sowohl
die Linearität des Frequenzgangs als auch die untere Frequenz näher an die gestellten
Anforderungen zu bringen, wird es bevorzugt, eine Entzerrung unter Verwendung der
Equalizer 18a, 18b vorzunehmen. Ein entzerrter Frequenzgang ist in Fig. 5d gezeigt,
bei dem eine wesentlich bessere Linearität ersichtlich ist, und bei dem ferner ein
wesentlich verbessertes Verhalten im unteren Frequenzbereich und eine gesenkte untere
Grenzfrequenz erhalten worden ist. Damit sich die von beiden Wegen abgestrahlten Schallanteile
im Übernahmebereich möglichst optimal überlagern, wird es bevorzugt, den Hochton-Weg
um 0,17 ms zu verzögern. Der Frequenzgang bei dem in Fig. 5d messtechnisch charakterisierten
Ausführungsbeispiel wird im Bereich von 100 Hz bis 20 kHz linearisiert, so dass sich
eine Welligkeit von +/- 2 dB erreichen lässt. Die Grenzfrequenz bei -6 dB beträgt
100 Hz. Bei 20 kHz ist der Schalldruckpegel ebenfalls um 6 dB abgefallen. Die mittlere
elektrische Empfindlichkeit des Lautsprechers beträgt 101 dB/1W/1m. Dieser Wert ist
im Vergleich zu herkömmlichen HiFi-Lautsprechern hoch und ist auf die hohe Empfindlichkeit
der gehäuselosen Einzellautsprecher zurückzuführen. Fig. 2e zeigt eine alternative
Implementierung des Flachgehäuses mit angesetzten Fasen, um mehr in die Nähe einer
Gehäusefront ähnlich eines Pyramidenstumpfes zur Abschwächung von Interferenz-Effekten
aufgrund von Beugungserscheinungen an den Kanten des Gehäuses zu kommen. Damit kann
ein besser linearer Frequenzgang erreicht werden.
[0054] Um den von dem Lautsprecher abgegebenen Schalldruck bei niedrigeren Frequenzen, also
im Bereich von 100 Hz und darunter zu verbessern, kann bei Ausführungsbeispielen der
Erfindung das flache Gehäuse als Bassreflexgehäuse ausgeführt sein, das nicht vollkommen
geschlossen ist, sondern eine oder mehrere Öffnungen in der Schallwand hat, die auch
als Kanäle in das Gehäuse hinein verlängert werden können. Das Gehäuse eines Bassreflexsystems
ist bei verschlossener Einbauöffnung für den Schallwandler ein Helmholtz-Resonator.
Innerhalb des Bassreflexkanals befindet sich eine Luftmasse, die im Resonanzfall mit
maximaler Amplitude schwingt. Der Resonator wird auf eine Resonanzfrequenz unterhalb
der Resonanzfrequenz des Schallwandlers abgestimmt und trägt dann bei tiefen Frequenzen
wesentlich zur Schallabstrahlung des Lautsprechers bei. Eine korrekt abgestimmte Bassreflexkonstruktion
hat einen Impedanzverlauf mit zwei benachbarten Maxima. Der maximale Schalldruck wird
vom Bassreflexrohr bei dem Minimum f
b zwischen den beiden Impedanz-Maxima abgestrahlt. In Richtung höherer und tieferer
Frequenz nimmt der vom Bassreflexkanal abgestrahlte Schalldruck ab. Das Ziel der Abstimmung
eines Bassreflexsystems ist die konstruktive Überlagerung von Schallanteilen, die
von Schallwandler und Bassreflexöffnung abgestrahlt werden. Bei einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel wird eine Bassreflexöffnung an der unteren Seitenwand des Gehäuses,
das beispielsweise in Fig. 2b gezeigt ist, vorgesehen, wobei diese Kanalöffnung rechteckig
mit einer Breite von 5 cm ausgelegt wird. Die Länge eines Reflexrohrs für eine Kammer
ergibt sich dann beispielsweise zu 3,3 cm. Ein darauf hin optimiertes Gehäuse hat
eine Abmessung in der Breite von 41,5 cm, in der Höhe von 66,2 cm und in der Tiefe
von 2,4 cm, wobei sich diese Abmessungen auf die Innenmaße beziehen. Die Öffnung des
Bassreflexkanals kann bei anderen Ausführungsbeispielen vergrößert werden, und zwar
insbesondere über die komplette Breite einer Kammer von z.B. 17,2 cm vergrößert werden.
Entsprechend kann die Reflexrohrlänge vergrößert werden, da die Länge mit zunehmender
Öffnungsfläche ebenfalls vergrößert werden muss, wenn die Abstimmfrequenz beibehalten
werden soll.
[0055] Bei einer anderen Implementierung kann die Reflexöffnung auch an der oberen Schmalseite
des Gehäuses angeordnet werden.
[0056] Insbesondere ein geschlossener Lautsprecher mit einer flächigen Anordnung von 25
Miniaturlautsprechern als Schallwandler wird bevorzugt, wobei die Anzahl der Schallwandler
je nach Einsatz auch zwischen 9 und 49 liegen kann. Eine quadratische Form der Anordnung
der Schallwandler wird bevorzugt, wobei das Flächen-Array aufgeteilt in getrennte
Teilarrays der den kritischen Tiefton-Bereich liefernden Einzellautsprecher vorzugsweise
in abgetrennten Volumina arbeiten soll. Vorzugsweise wird eine symmetrische 2-Wege-Anordnung
eingesetzt, wobei die Einzellautsprecher des weiteren Arrays zwischen den beiden Teil-Arrays,
welche als Hochtöner arbeiten, nach Koeffizienten von Bessel-Funktionen gewichtet
sind. Das Anregungs-Signal des Systems wird mit einem Lautsprecher-Controller entzerrt
sowie aktiv getrennt und mittels zwei Endstufen verstärkt. Damit werden HiFi-übliche
Werte sowohl für den maximal erreichbaren Schalldruckpegel als auch für die Welligkeit
des Frequenzgangs und den Klirrfaktor erreicht. Der Lautsprecher zeichnet sich durch
ein kontinuierliches, nicht übermäßig bündelndes Richtverhalten ohne Seitenkeulen
aus.
[0057] Lautsprecher gemäß der vorliegenden Erfindung sind sowohl in klassischen Stereo-
oder Multikanal-Setups, vorzugsweise mit einem Subwoofer für den untersten Frequenzbereich
einsetzbar. Das Array-Konzept führt zu einer hohen Skalierbarkeit des Systems. So
kann damit bei Lautsprecher-Panels für Wellenfeldsynthese der Abstand benachbarter
Wiedergabekanäle durch den geringen Durchmesser der Einzellautsprecher minimiert werden.
Durch die Möglichkeit, einzelne gehäuselose Einzellautsprecher und somit bestimmte
Bereiche eines Arrays diskret anzusteuern, sind auch zeitlich modifizierbare Ansteuerungen
verwendbar. Die Bündelungswirkung des Lautsprechers in der Vertikalebene oberhalb
von 10 kHz kann durch eine geänderte Array-Ansteuerung noch verringert werden, wenn
oberhalb von 10 kHz nur noch ein einzelner Lautsprecher betrieben wird. Entsprechend
der Richtwirkung des einzelnen Lautsprechers kann der vertikale Abstrahlwinkel oberhalb
von 10 kHz mit einem solchen 3-Wege-System vergrö-βert werden. Die Schalldrucküberhöhung
im Frequenzgang des in den Ausführungsbeispielen verwendeten Miniaturtreibers wird
vorzugsweise eliminiert, damit keine Entzerrung mehr nötig ist.
[0058] Bei nicht Echtzeit-kritischem Einsatz des Lautsprechers wird es bevorzugt, zur Entzerrung
einen linearphasigen Filtersatz zu verwenden. Damit kann die Gruppenlaufzeit des Systems
aus Lautsprecher und Controller positiv beeinflusst werden.
[0059] Um den Lautsprecher bei tieferen Frequenzen zu verbessern, wird es bevorzugt, nicht
die Array-Fläche zu vergrößern, sondern den abgestrahlten Schalldruck durch die Vergrößerung
des Membranhubs zu erhöhen. Bei einer Verdoppelung des Membranhubs verdoppelt sich
idealerweise auch der abgestrahlte Schalldruck. Hierzu muss jedoch die Mechanik des
Schallwandlers für größeren Hub ausgelegt werden. Die Kraft, die vom Antrieb eines
elektrodynamischen Schallwandlers erzeugt wird, wird vom Produkt aus der magnetischen
Flussdichte B des Magneten, der Länge l des Spulendrahtes und dem fließenden Strom
I in der Spule bestimmt.
[0060] Vorzugsweise wird der erfindungsgemäße Lautsprecher als aktiver Lautsprecher mit
interner Signalverarbeitung auf einem DSP implementiert, da eine (z. B. aktive) Frequenzweiche
und eine Entzerrung sowie eine mehrkanalige Verstärkung eingesetzt werden und in das
Lautsprechergehäuse integriert werden können.
[0061] Der erfindungsgemäße Lautsprecher zeichnet sich durch eine außergewöhnlich geringe
Gehäusetiefe, durch eine kostengünstige Herstellbarkeit und durch überzeugende Werte
sowohl auf messtechnischer Seite als auch auf subjektiver Ebene aus.
[0062] Fig. 7a zeigt einen Lautsprecher, bei dem ein weiteres Array von Einzellautsprechern
vorzugsweise in der Mitte des Lautsprechers vorhanden ist, bei dem einer oder mehrere
Einzellautsprecher bezüglich der Einzellautsprecher des Flächenarrays verkippt angeordnet
sind, so dass sich eine Flächennormale auf eine aktive Fläche eines Einzellautsprechers
des weiteren Arrays von einer Flächennormale auf eine aktive Fläche eines Einzellautsprechers
des Flächenarrays unterscheidet. Die Verkippung kann beispielsweise 30 Grad bezüglich
der Normalen betragen und liegt vorzugsweise zwischen 10° und 70°. Dann kann ein Hörer
eine Ausrichtung der Lautsprecher auf sich haben, selbst wenn der Flachlautsprecher
and der Wand montiert ist und nicht gedreht werden kann. Für die näherungsweise Rundstrahlcharakteristik
des Tieftonarrays ist dagegen eine Ausrichtung nicht erforderlich.
[0063] Fig. 7b zeigt einen Lautsprecher, bei dem ein weiteres Array von Einzellautsprechern
vorhanden ist, das in dem Gehäuse zurückgesetzt ist, oder das vor der aktiven Fläche
eine Wellenführungseinrichtung aufweist. Vorzugsweise wird eine Zurücksetzung und
eine Waveguide-Struktur verwendet, um eine eben Oberfläche des Lautsprechers zu haben.
Außerdem ist die Zurücksetzung der Hochtöner in der Mitte unkritisch, weil das nötige
Luftvolumen für die Hochtöner aufgrund der hohen Frequenzen klein bzw. insgesamt unerheblich
ist. Die Waveguide-Struktur dient dazu, die inhärente Richtwirkung im beabsichtigten
Bereich zu vergleichmäßigen und sie wird eine hornartige Form haben.
1. Schallwiedergabesystem, mit folgenden Merkmalen:
einem flachen Gehäuse (1), wobei das flache Gehäuse (1) eine Vorderwand (1a), eine
Rückwand, und eine Seitenwand (1b) aufweist,
einem Flächen-Array (10) aus Einzellautsprechern (11a, 11b, 11c), die eine flache
Form haben, wobei das Flächen-Array (10) wenigstens zwei benachbarte Reihen von Einzellautsprechern
(11a, 11b, 11c) aufweist, wobei eine Reihe der wenigstens zwei benachbarten Reihen
von Einzellautsprechern (11a, 11b, 11c) wenigstens zwei Einzellautsprecher (11a, 11b,
11c) aufweist, und wobei eine andere Reihe der wenigstens zwei benachbarten Reihen
von Einzellautsprechern (11a, 11b, 11c) wenigstens einen Einzellautsprecher (11a,
11b, 11c) aufweist, wobei das Flächen-Array (10) ein erstes Flächen-Teil-Array (13a)
aus Einzellautsprechern (11a, 11b, 11c) und ein zweites Flächen-Teil-Array (13b) aus
Einzellautsprechern (11a, 11b, 11c) aufweist;
einem weiteren Array (13c, 13d, 13e) aus Einzellautsprechern, die eine flache Form
haben, wobei das weitere Array (13c, 13d, 13e) entlang einer Breite der Vorderwand
(1a) zwischen dem ersten Flächen-Teil-Array (13a) aus Einzellautsprechern (11a, 11b,
11c) und dem zweiten Flächen-Teil-Array (13b) aus Einzellautsprechern (11a, 11b, 11c)
angeordnet ist; und
einer Frequenzweiche (16) zum Liefern eines Hochpass-Signals (17a) und eines Tiefpass-Signals
(17b), wobei das Hochpass-Signal zum Ansteuern der Einzellautsprecher des weiteren
Arrays (13c, 13d, 13e) verwendet wird, und wobei das Tiefpass-Signal (17b) zum Ansteuern
der Einzellautsprecher (11a, 11b, 11c) des ersten Flächen-Teil-Arrays (13a) und des
zweiten Flächen-Teil-Arrays (13b) des Flächen-Arrays (10) verwendet werden;
wobei die Einzellautsprecher (11a, 11b, 11c) des Flächen-Arrays (10) in der Vorderwand
(1a) aufgenommen sind, und
wobei das flache Gehäuse (1) eine Tiefe kleiner als 5 cm aufweist, oder wobei ein
Durchmesser eines Einzellautsprechers (11a, 11b, 11c) des Flächen-Arrays (10) kleiner
als 5 cm ist, und
wobei das Flächen-Array (10) und das weitere Array (13c, 13d, 13e) in der Vorderwand
(1a) zu den Kanten der Vorderwand (1a) parallel angeordnet sind, und wobei das Flächen-Array
(10) und das weitere Array (13c, 13d, 13e) in der Vorderwand (1a) exzentrisch angeordnet
sind.
2. Schallwiedergabesystem nach Anspruch 1,
bei dem ein kleinster Abstand eines Einzellautsprechers des weiteren Arrays (13c,
13d, 13e) zu einem Einzellautsprecher (11a, 11b, 11c) des Flächen-Arrays (10) größer
ist als ein kleinster Abstand zwischen zwei direkt benachbarten Einzellautsprechern
(11a, 11b, 11c) des Flächen-Arrays (10).
3. Schallwiedergabesystem nach Anspruch 1 oder 2, bei dem für das Hochpass-Signal und/oder
das Tiefpass-Signal ein Entzerrer (18a, 18b) und/oder ein Verstärker (19a, 19b) vorgesehen
sind, die ausgebildet sind, um ein Frequenzverhalten einer Schallausgabe des Schallwiedergabesystems
in einem vordefinierten Frequenzbereich zu vergleichmäßigen.
4. Schallwiedergabesystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem das flache Gehäuse
(1) im Inneren mindestens einen Steg (19a, 19b, 19c) zum Verbinden der Vorderwand
(1a) und der Rückwand aufweist, wobei der mindestens eine Steg (19a, 19b, 19c) so
angeordnet ist, dass er zwischen einem Einzellautsprecher (11a, 11b, 11c) des Flächen-Arrays
(10) und einem benachbarten Einzellautsprecher des weiteren Arrays (13c, 13d, 13e)
angeordnet ist.
5. Schallwiedergabesystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Flächen-Array
(10) so in einer Vorderwand (1a) exzentrisch angeordnet ist, dass ein Mittelpunkt
des Flächen-Arrays (10) von einem Mittelpunkt der Vorderwand (1a) um wenigstens 10
% der kürzeren Seite der Vorderwand (1a) unterschiedlich ist.
6. Schallwiedergabesystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem eine Anzahl von Einzellautsprechern
(11a, 11b, 11c) in dem Flächen-Array (10) wenigstens doppelt so groß ist wie eine
Anzahl von Einzellautsprechern in dem weiteren Array (13c, 13d, 13e).
7. Schallwiedergabesystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Flächen-Array
(10) wenigstens zwei Gruppen (12a, 12b, 12c, 12d, 12e) von Einzellautsprechern (11a,
11b, 11c) aufweist, wobei jede Gruppe von Einzellautsprechern (11a, 11b, 11c) wenigstens
zwei Einzellautsprecher (11a, 11b, 11c) aufweist, wobei die Einzellautsprecher (11a,
11b, 11c) in einer Gruppe von Einzellautsprechern (11a, 11b, 11c) seriell geschaltet
sind, und wobei die Gruppen von Einzellautsprechern (11a, 11b, 11c) parallel geschaltet
sind.
8. Schallwiedergabesystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem das weitere Array
(13c, 13d, 13e) ein Linien-Array von Einzellautsprechern ist, wobei eine Ansteuerungsschaltung
vorhanden ist, die ausgebildet ist, um äußere Einzellautsprecher des weiteren Arrays
(13c, 13d, 13e) mit einem amplitudenmäßig schwächeren Treibersignal als einen mittleren
Einzellautsprecher des weiteren Arrays (13c, 13d, 13e) zu versorgen.
9. Schallwiedergabesystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, in dem alle Einzellautsprecher
des Schallwiedergabesystems insgesamt identische aktive Flächen haben.
10. Schallwiedergabesystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Einzellautsprecher
(11a, 11b, 11c) so in dem flachen Gehäuse angeordnet sind, dass zwischen einer Rückseite
einer Membran jedes Einzellautsprechers (11a, 11b, 11c) des Flächen-Arrays (10) und
einer nächstliegenden Gehäusewand wenigstens ein Abstand von 0,8 cm und höchstens
ein Abstand von 4 cm vorhanden ist.
11. Schallwiedergabesystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem eine Tiefe
des flachen Gehäuses (1) kleiner als 1/10 der kürzeren Seite der Vorderwand (1a) oder
der Rückwand ist.
12. Schallwiedergabesystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das flache
Gehäuse (1) eine durchgehende Trennung (19a, 19b) aufweist, um für das erste Flächen-Teil-Array
(13a) ein erstes Gehäusevolumen bereitzustellen und für das zweite Flächen-Teil-Array
(13b) ein zweites Gehäusevolumen bereitzustellen, wobei das erste Gehäusevolumen und
das zweite Gehäusevolumen durch die Trennung (19a, 19b) voneinander getrennt sind.
13. Schallwiedergabesystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das weitere
Array (13c, 13d, 13e) von Einzellautsprechern vorhanden ist, das in dem flachen Gehäuse
(1) zurückgesetzt ist, oder das vor der aktiven Fläche eine Wellenführungseinrichtung
aufweist.
14. Schallwiedergabesystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem in dem weiteren
Array (13c, 13d, 13e) von Einzellautsprechern einer oder mehrere Einzellautsprecher
bezüglich der Einzellautsprecher (11a, 11b, 11c) des Flächen-Arrays (10) verkippt
angeordnet sind, so dass sich eine Flächennormale auf eine aktive Fläche eines Einzellautsprechers
des weiteren Arrays (13c, 13d, 13e) von einer Flächennormalen auf eine aktive Fläche
eines Einzellautsprechers (11a, 11b, 11c) des Flächen-Arrays (10) unterscheidet.
15. Schallwiedergabesystem nach Anspruch 1, bei dem das Flächen-Array (10) und das weitere
Array (13c, 13d, 13e) bezüglich der Breite zentral angeordnet sind.
16. Schallwiedergabesystem nach Anspruch 1, bei dem eine Anzahl von Einzellautsprechern
zwischen 9 und 49 liegt.
17. Schallwiedergabesystem nach Anspruch 1, bei dem das Flächen-Array (10) bezüglich einer
Breite des Schallwiedergabesystems zentral, zu Kanten des Schallwiedergabesystems
parallel, und bezüglich einer Höhe des Schallwiedergabesystems exzentrisch angeordnet
ist.
18. Schallwiedergabesystem nach Anspruch 1, bei dem eine Position des Arrays auf der Frontplatte
so ausgewählt ist, dass eine Entfernung eines zentralen Einzellautsprechers zu einer
oberen Gehäusekante, eine Entfernung eines zentralen Einzellautsprechers des Flächen-Arrays
(10) zu einer unteren Gehäusekante und eine Entfernung eines zentralen Einzellautsprechers
des Flächen-Arrays (10) zu seitlichen Gehäusekanten unterschiedlich zueinander sind
und keine ganzzahligen Vielfachen voneinander sind.
1. Sound reproduction system comprising:
a flat housing (1), wherein the flat housing (1) comprises a front wall (1a), a rear
wall, and a side wall (1b),
an two-dimensional array (10) consisting of individual loudspeakers (11a, 11b, 11c)
having a flat shape, wherein the two-dimensional array (10) comprises at least two
adjacent rows of individual loudspeakers (11a, 11b, 11c), wherein a row of the at
least two adjacent rows of individual loudspeakers (11a, 11b, 11c) comprises at least
two individual loudspeakers (11a, 11b, 11c), and wherein a different row of the at
least two adjacent rows of individual loudspeakers (11a, 11b, 11c) comprises at least
one individual loudspeaker (11a, 11b, 11c), wherein the two-dimensional array (10)
comprises a first two-dimensional sub-array (13a) consisting of individual loudspeakers
(11a, 11b, 11c) and a second two-dimensional sub-array (13b) consisting of individual
loudspeakers (11a, 11b, 11c);
a further array (13c, 13d, 13e) consisting of individual loudspeakers having a flat
shape, said further array (13c, 13d, 13e) being arranged along a width of the front
wall (1a) between the first two-dimensional sub-array (13a) consisting of individual
loudspeakers (11a, 11b, 11c) and the second two-dimensional sub-array (13b) consisting
of individual loudspeakers (11a, 11b, 11c); and
a frequency-separating means (16) for providing a high-pass signal (17a) and a low-pass
signal (17b), the high-pass signal being used for controlling the individual loudspeakers
of the further array (13c, 13d, 13e), and the low-pass signal (17b) being used for
controlling the individual loudspeakers (11a, 11b, 11c) of the first two-dimensional
sub-array (13a) and the second two-dimensional sub-array (13b) of the two-dimensional
array (10);
wherein the individual loudspeakers (11a, 11b, 11c) of the two-dimensional array (10)
are accommodated in the front wall (1a), and
wherein the flat housing (1) comprises a depth of less than 5 cm, or wherein a diameter
of an individual loudspeaker (11a, 11b, 11c) of the two-dimensional array is smaller
than 5 cm, and
wherein the two-dimensional array (10) and the further array (13c, 13d, 13e) are arranged
in the front wall (1a) in parallel to the edges of the front wall (1a), and wherein
the two-dimensional array (10) and the further array (13c, 13d, 13e) are arranged
eccentrically in the front wall (1a).
2. Sound reproduction system according to claim 1,
wherein a smallest distance of an individual loudspeaker of the further array (13c,
13d, 13e) from an individual loudspeaker (11a, 11b, 11c) of the two-dimensional array
(10) is greater than a smallest distance between two directly adjacent individual
loudspeakers (11a, 11b, 11c) of the two-dimensional array (10).
3. Sound reproduction system according to claim 1 or 2, wherein an equalizer (18a, 18b)
and/or an amplifier (19a, 19b) are provided for the high-pass signal and/or the low-pass
signal and configured to homogenize a frequency response of a sound output of the
sound reproduction system in a predefined frequency range.
4. Sound reproduction system according to one of claims 1 to 3, wherein the flat housing
(1) comprises, in its interior, at least one ridge (19a, 19b, 19c) for connecting
the front wall (1a) to the rear wall, said at least one ridge (19a, 19b, 19c) being
arranged such that it is arranged between an individual loudspeaker (11a, 11b, 11c)
of the two-dimensional array (10) and an adjacent individual loudspeaker of the further
array (13c, 13d, 13e).
5. Sound reproduction system according to one of the preceding claims, wherein the two-dimensional
array (10) is eccentrically arranged in a front wall (1a) such that a center of the
two-dimensional array (10) differs from a center of the front wall (1a) by at least
10 % of the shorter side of the front wall (1a).
6. Sound reproduction system according to one of claims 1 to 5, wherein a number of individual
loudspeakers (11a, 11b, 11c) in the two-dimensional array (10) is at least double
the number of individual loudspeakers in the further array (13c, 13d, 13e).
7. Sound reproduction system according to one of the preceding claims, wherein the two-dimensional
array (10) comprises at least two groups (12a, 12b, 12c, 12d, 12e) of individual loudspeakers
(11a, 11b, 11c), each group of individual loudspeakers (11a, 11b, 11c) comprising
at least two individual loudspeakers (11a, 11b, 11c), the individual loudspeakers
(11a, 11b, 11c) within a group of individual loudspeakers (11a, 11b, 11c) being serially
connected, and the groups of individual loudspeakers (11a, 11b, 11c) being connected
in parallel.
8. Sound reproduction system according to one of claims 1 to 7, wherein the further array
(13c, 13d, 13e) is a line array consisting of individual loudspeakers, wherein a control
circuit exists which is configured to provide outer individual loudspeakers of the
further array (13c, 13d, 13e) with a driver signal that is weaker, in terms of amplitude,
than a central individual loudspeaker of the further array (13c, 13d, 13e).
9. Sound reproduction system according to one of the preceding claims, wherein all individual
loudspeakers of the sound reproduction system comprise overall identical active areas.
10. Sound reproduction system according to one of the preceding claims, wherein the individual
loudspeakers (11a, 11b, 11c) are arranged within the flat housing such that there
is at least a distance of 0.8 cm and at most a distance of 4 cm between a rear side
of a diaphragm of each individual loudspeaker (11a, 11b, 11c) of the two-dimensional
array (10) and a nearest housing wall.
11. Sound reproduction system according to one of the preceding claims, wherein a depth
of the flat housing (1) is less than 1/10 of the shorter side of the front wall (1a)
or the rear wall.
12. Sound reproduction system according to one of the preceding claims, wherein the flat
housing (1) comprises a continuous partitioning (19a, 19b) so as to provide a first
housing volume for the first two-dimensional sub-array (13a) and to provide a second
housing volume for the second two-dimensional sub-array (13b), the first housing volume
and the second housing volume being separated from each other by the partitioning
(19a, 19b).
13. Sound reproduction system according to one of the preceding claims, wherein the further
array (13c, 13d, 13e) of individual loudspeakers exists, which is set back within
the flat housing (1), or which has a waveguide means in front of the active area.
14. Sound reproduction system according to one of the preceding claims, wherein, in the
further array (13c, 13d, 13e) consisting of individual loudspeakers, one or more individual
loudspeakers are arranged in a tilted manner in relation to the individual loudspeakers
(11a, 11b, 11c) of the two-dimensional array (10), so that a surface normal to an
active area of an individual loudspeaker of the further array (13c, 13d, 13e) differs
from a surface normal to an active area of an individual loudspeaker (11a, 11b, 11c)
of the two-dimensional array (10).
15. Sound reproduction system according to claim 1, wherein the two-dimensional array
(10) and the further array (13c, 13d, 13e) are arranged centrally with regard to the
width.
16. Sound reproduction system according to claim 1, wherein a number of individual loudspeakers
ranges between 9 and 49.
17. Sound reproduction system according to claim 1, wherein the two-dimensional array
(10) is arranged centrally with regard to a width of the sound reproduction system,
parallel to edges of the sound reproduction system, and eccentrically with regard
to a height of the sound reproduction system.
18. Sound reproduction system according to claim 1, wherein a position of the array on
the front plate is selected such that a distance of a central individual loudspeaker
from a top housing edge, a distance of a central individual loudspeaker of the two-dimensional
array (10) from a bottom housing edge, and a distance of a central individual loudspeaker
of the two-dimensional array (10) from lateral housing edges are different from one
another and are not integral multiples of one another.
1. Système de reproduction de son, aux caractéristiques suivantes:
un boîtier plat (1), où le boîtier plat (1) présente une paroi avant (1a), une paroi
arrière et une paroi latérale (1b),
un réseau de surface (10) composé de haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11c) qui
présentent une forme plane, où le réseau de surface (10) présente au moins deux rangées
adjacentes de haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11c), où une rangée parmi les au
moins deux rangées adjacentes de haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11c) présente
au moins deux haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11c), et où une autre rangée parmi
les au moins deux rangées adjacentes de haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11c)
présente au moins un haut-parleur individuel (11a, 11b, 11c), où le réseau de surface
(10) présente un premier sous-réseau de surface (13a) composé de haut-parleurs individuels
(11a, 11b, 11c) et un deuxième sous-réseau de surface (13b) composé de haut-parleurs
individuels (11a, 11b, 11c);
un autre réseau (13c, 13d, 13e) composé de haut-parleurs individuels qui présentent
une forme plane, où l'autre réseau (13c, 13d, 13e) est disposé le long d'une largeur
de la paroi avant (1a) entre le premier sous-réseau de surface (13a) composé de haut-parleurs
individuels (11a, 11b, 11c) et le deuxième sous-réseau de surface (13b) composé de
haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11e); et
un filtre de fréquences (16) destiné à fournir un signal passe-haut (17a) et un signal
passe-bas (17b), où le signal passe-haut est utilisé pour commander les haut-parleurs
individuels de l'autre réseau (13c, 13d, 13e), et où le signal passe-bas (17b) est
utilisé pour commander les haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11c) du premier sous-réseau
de surface (13a) et du deuxième sous-réseau de surface (13b) du réseau de surface
(10);
dans lequel les haut-parleurs individuels (11a, 11b, 1le) du réseau de surface (10)
sont reçus dans la paroi avant (1a), et
dans lequel le boîtier plat (1) présente une profondeur inférieure à 5 cm, ou dans
lequel un diamètre d'un haut-parleur individuel (11a, 11b, 11e) du réseau de surface
(10) est inférieur à 5 cm, et
dans lequel le réseau de surface (10) et l'autre réseau (13c, 13d, 13e) sont disposés
dans la paroi avant (1a) de manière parallèle aux bords de la paroi avant (1a), et
dans lequel le réseau de surface (10) et l'autre réseau (13c, 13d, 13e) sont disposés
de manière excentrique dans la paroi avant (1a).
2. Système de reproduction de son selon la revendication 1,
dans lequel une distance la plus petite entre un haut-parleur individuel de l'autre
réseau (13c, 13d, 13e) et un haut-parleur individuel (11a, 11b, 11c) du réseau de
surface (10) est supérieure à une distance la plus petite entre deux haut-parleurs
individuels directement adjacents (11a, 11b, 11c) du réseau de surface (10).
3. Système de reproduction de son selon la revendication 1 ou 2, dans lequel sont prévus,
pour le signal passe-haut et/ou le signal passe-bas, un égaliseur (18a, 18b) et/ou
un amplificateur (19a, 19b) qui sont conçus pour égaliser une réponse en fréquence
d'une sortie de son du système de reproduction de son dans une plage de fréquences
prédéfinie.
4. Système de reproduction de son selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel le
boîtier plat (1) présente à l'intérieur au moins une entretoise (19a, 19b, 19c) destinée
à connecter la paroi avant (1a) et la paroi arrière, où l'au moins une entretoise
(19a, 19b, 19c) est disposée de sorte qu'elle soit disposée entre un haut-parleur
individuel (11a, 11b, 11c.) du réseau de surface (10) et un haut-parleur individuel
adjacent de l'autre réseau (13c, 13d, 13e).
5. Système de reproduction de son selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
le réseau de surface (10) est disposé de manière excentrique dans une paroi avant
(la) de sorte qu'un point central du réseau de surface (10) soit différent d'un point
central de la paroi avant (1a) d'au moins 10 % du côté le plus court de la paroi avant
(la).
6. Système de reproduction de son selon l'une des revendications 1à 5, dans lequel un
nombre de haut-parleurs individuels (11a, 1 1b, 11c) dans le réseau de surface (10)
est au moins deux fois plus grand que le nombre de haut-parleurs individuels dans
l'autre réseau (13c, 13d, 13e).
7. Système de reproduction de son selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
le réseau de surface (10) comporte au moins deux groupes (12a, 12b, 12c, 12d, 12e)
de haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11c), dans lequel chaque groupe de haut-parleurs
individuels (11a, 11b, 11c) présente au moins deux haut-parleurs individuels (11a,
11b, 11c), dans lequel les haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11c) sont connectés
en série dans un groupe de haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11c), et dans lequel
les groupes de haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11c) sont connectés en parallèle.
8. Système de reproduction de son selon l'une des revendications 1 à 7, dans lequel l'autre
réseau (13c, 13d, 13e) est un réseau de rangées de haut-parleurs individuels, dans
lequel est présent un circuit de commande qui est conçu pour alimenter les haut-parleurs
individuels extérieurs de l'autre réseau (13c, 13d, 13e) par un signal de pilotage
plus faible en amplitude qu'un haut-parleur individuel central de l'autre réseau (13c,
13d, 13e).
9. Système de reproduction de son selon l'un des revendications précédentes, dans lequel
tous les haut-parleurs individuels du système de reproduction de son présentent dans
l'ensemble des surfaces actives identiques.
10. Système de reproduction de son selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
les haut-parleurs individuels (11a, 11b, 11c) sont disposés dans le boîtier plat de
sorte qu'entre une face arrière d'une membrane de chaque haut-parleur individuel (11a,
11b, 11c) du réseau de surface (10) et une paroi de boîtier adjacente soit présente
au moins une distance de 0,8 cm et tout au plus une distance de 4 cm.
11. Système de reproduction de son selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
une profondeur du boîtier plat (1) est inférieure à 1/10 du côté le plus court de
la paroi avant (1a) ou de la paroi arrière.
12. Système de reproduction de son selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
le boîtier plat (1) présente une séparation continue (19a, 19b) aux fins de créer,
pour le premier réseau partiel de surfaces (13a), un premier volume de boîtier et
de créer, pour le deuxième réseau partiel de surfaces (13b), un deuxième volume de
boîtier, dans lequel le premier volume de boîtier et le deuxième volume de boîtier
sont séparés l'un de l'autre par la séparation (19a, 19b).
13. Système de reproduction de son selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
est présent l'autre réseau (13c, 13d, 13e) de haut-parleurs individuels qui est placé
en retrait dans le boîtier plat (1), ou qui présente un dispositif de guide d'ondes
devant la surface active.
14. Système de reproduction de son selon l'une des revendications précédentes, dans lequel,
dans l'autre réseau (13c, 13d, 13e) de haut-parleurs individuels, un ou plusieurs
haut-parleurs individuels sont disposés inclinés par rapport aux haut-parleurs individuels
(11a, 11b, 11c) du réseau de surface (10), de sorte qu'une normale à la surface sur
une surface active d'un haut-parleur individuel de l'autre réseau (13c, 13d, 13e)
diffère d'une normale à la surface sur une surface active d'un haut-parleur individuel
(11a, 11b, 11c) du réseau de surface (10).
15. Système de reproduction de son selon la revendication 1, dans lequel le réseau de
surface (10) et l'autre réseau (13c, 13d, 13e) sont disposés de manière centrale par
rapport à la largeur.
16. Système de reproduction de son selon la revendication 1, dans lequel un nombre de
haut-parleurs individuels est compris entre 9 et 4-9.
17. Système de reproduction de son selon la revendication 1, dans lequel le réseau de
surface (10) est disposé de manière centrale par rapport à une largeur du système
de reproduction de son, de manière parallèle aux bords du système de reproduction
de son, et de manière excentrique par rapport à une hauteur du système de reproduction
de son.
18. Système de reproduction de son selon la revendication 1, dans lequel une position
du réseau sur le panneau avant est sélectionnée de sorte qu'une distance d'un haut-parleur
individuel central par rapport à un bord supérieur du boîtier, qu'une distance d'un
haut-parleur individuel central du réseau de surface (10) par rapport à un bord inférieur
du boîtier et qu'une distance d'un haut-parleur individuel central du réseau de surface
(10) par rapport aux bords latéraux du boîtier soient différentes l'une de l'autre
et ne soient pas des multiples de nombre entier l'une de l'autre.