[0001] Die Erfindung betrifft eine Saugbandeinheit, ausgebildet und eingerichtet zum Transportieren
von Tabak in einem Saugstrangförderer der Tabak verarbeitenden Industrie, umfassend
ein Gehäuse zur Bildung eines geschlossenen Betriebsraumes, wobei im Betriebsraum
ein endlos umlaufendes Saugband, mittels dem der Tabak von einem Einlaufbereich der
Saugbandeinheit in einen Auslaufbereich der Saugbandeinheit transportiert wird, mehrere
am Gehäuse angeordnete Umlenkelemente, um die das Saugband geführt ist, und mindestens
eine Unterdruckeinheit zum Halten des Tabaks am Saugband angeordnet sind, wobei mindestens
eines der Umlenkelemente als Pressscheibe ausgebildet ist, und jeder Pressscheibe,
die im Auslaufbereich der Saugbandeinheit angeordnet ist, ein beabstandet zur Pressscheibe
angeordnetes Schaberelement zugeordnet ist, wobei jede Pressscheibe zur Veränderung
des Abstandes gegenüber dem Schaberelement mittels einer Stelleinrichtung verstellbar
ausgebildet ist.
[0002] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Transportieren von Tabak in
einem Saugstrangförderer der Tabak verarbeitenden Industrie, insbesondere mit einer
Saugbandeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 10, umfassend die Schritte: Transportieren
des Tabaks mittels eines Saugbandes, das in einem geschlossenen Betriebsraum eines
Gehäuses einer Saugbandeinheit angeordnet ist, von einem Einlaufbereich der Saugbandeinheit
zu einem Auslaufbereich der Saugbandeinheit, wobei der Tabak während des Transports
vom Einlaufbereich bis zum Auslaufbereich mittels einer Unterdruckeinheit, die ebenfalls
in dem Betriebsraum angeordnet ist, am Saugband gehalten wird, Abstreifen des Tabaks
vom Saugband im Auslaufbereich mittels eines Schaberelementes, wobei zwischen dem
Schaberelement und mindestens einer Pressscheibe, um die das Saugband im Auslaufbereich
geführt ist, ein Abstand besteht, dessen Größe bei Bedarf mittels einer Stelleinrichtung,
die sich innerhalb des Betriebsraumes befindet, eingestellt wird.
[0003] Solche Saugbandeinheiten und Verfahren kommen in der Tabak verarbeitenden Industrie
zum Einsatz. Die Saugbandeinheit ist üblicherweise Bestandteil einer Saugstrangvorrichtung,
die zwischen einer Verteilervorrichtung für den Tabak und einer Strangeinheit zur
Bildung von endlosen Strängen und/oder Strangabschnitten aus dem zugeführten Tabak
angeordnet ist und somit den Übergang des Tabaks von der Verteilervorrichtung an die
Strangeinheit gewährleistet. Der Tabak wird im Bereich der Saugstrangvorrichtung aufgeschauert.
Das bedeutet, dass der von der Verteilervorrichtung zugeführte Tabak lage-/bzw. schichtweise
vom Saugband angesaugt wird, so dass sich an der Unterseite des Saugbandes ein mehrlagiger/mehrschichtiger
Strang von Tabak befindet. Der Tabak hängt quasi am Saugband, das den Tabak vom Einlaufbereich
in den Auslaufbereich der Saugbandeinheit transportiert. Im Auslaufbereich ist das
Schaberelement angeordnet, das mit einem Abstand zum Saugband versehen ist. Mit anderen
Worten existiert im Auslaufbereich der Saugbandeinheit ein Spalt zwischen dem Saugband
und dem Schaberelement.
[0004] Das Schaberelement kann Bestandteil der Saugbandeinheit oder einer anderen der Saugbandeinheit
in Transportrichtung des Tabaks nachgeordneten Vorrichtung/Maschine/Einheit sein.
Entscheidend ist das Zusammenwirken von Schaberelement und Saugbandeinheit und genauer
der Pressscheibe, da der Abstand zwischen dem Schaberelement und der Pressscheibe,
also die Größe des Spaltes, einen direkten Einfluss auf die Qualität des zu erzeugenden
Strangs bzw. der Strangabschnitte in der Strangeinheit hat. Das bedeutet, dass ein
zu großer oder ein zu kleiner Spalt zu Qualitätseinbußen führen kann, beispielsweise
in Form von so genanntem Kopfausfall (Loose Ends = LE) bei zu großem Spalt. Daraus
wird ersichtlich, dass das Einstellen des Abstandes zwischen der Pressscheibe und
dem Schaberelement für das Verfahren zum Transportieren von Tabak in einem Saugstrangförderer
sowie für die Saugbandeinheit des Saugstrangförderers eine zentrale Bedeutung hat.
[0005] Die Gründe, warum die Größe des Spaltes angepasst werden muss, sind vielfältig. Zum
einen erfordern beispielsweise unterschiedliche Produkte oder verschiedene Tabaksorten
individuelle Spaltgrößen. Dann ist eine Anpassung des Spaltmaßes bei einem Produkt-
oder Tabakwechsel erforderlich. Zum anderen führt der Verschleiß der Saugbänder zu
einer sich während der laufenden Produktion verändernden Spaltgröße. Dann ist eine
Anpassung des Spaltmaßes während der Produktion erforderlich. Der letztgenannte Fall
trifft besonders dann zu, wenn Saugbänder zum Einsatz kommen, deren Dicke während
der Produktion stark abnimmt.
[0006] Mit den bisherigen und bekannten Saugbandeinheiten sind für jede Verstellung des
Spaltmaßes die Saugbandeinheit und damit die gesamte Saugstrangvorrichtung auszuschalten,
um an die im geschlossenen Betriebsraum befindliche Stelleinrichtung zu gelangen.
Geschlossen ist im vorliegenden Fall als im Sinne von im Betrieb gegen Eingriff einer
Bedienperson geschützt zu verstehen. Im Stillstand der Saugbandeinheit bzw. der gesamten
Saugstrangeinrichtung wird durch das Öffnen einer Klappe oder dergleichen in den Betriebsraum
der Saugbandeinheit eingegriffen. In der Praxis umfasst die vollständig innerhalb
des Betriebsraumes angeordnete Stelleinrichtung einen lösbar am Gehäuse angebrachtes
erstes Stellglied, in dem ein zweites Stellglied geführt ist. Das zweite Stellglied,
an dem die oder jede Pressscheibe angeordnet ist, ist zum linearen und vertikalen
Verstellen des zweiten Stellglieds relativ zum ersten Stellglied ausgebildet. Für
eine Verstellung ist die innerhalb des Betriebsraumes angeordnete Stelleinrichtung
mit ihrem Betätigungsmittel zu betätigen. Zunächst ist die Fixierung des zweiten Stellgliedes
in dem zweiten Stellglied zu lösen. Mittels einer Stellschraube, die in dem ersten
Stellglied angeordnet ist und mit dem zweiten Stellglied in Wirkverbindung steht,
kann dann die Position des zweiten Stellgliedes relativ zum ersten Stellglied zur
Einstellung des Spaltes zwischen der oder jeder Pressscheibe, die an dem zweiten Stellglied
angeordnet ist, und dem Schaberelement verändert werden. Anschließend muss das zweite
Stellglied wieder in dem ersten Stellglied fixiert werden, um eine durch den Betrieb
bedingte Verstellung zu verhindern. Diese Vorgehensweise und Handhabung ist zum einen
umständlich. Gravierend ist zum anderen, dass die gesamte Anlage angehalten und der
Betriebsraum der Saugbandeinheit geöffnet werden muss, um die Anpassung der Spaltgröße
vornehmen zu können. Dies führt zu unerwünschten Stillstandzeiten und somit zu Produktionsausfällen.
[0007] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine einfache und kompakte Saugbandeinheit
zu schaffen, mittels der eine vereinfachte Einstellung der Spaltgröße zwischen Pressscheibe
und Schaberelement realisierbar ist. Die Aufgabe besteht des Weiteren darin, ein entsprechendes
Verfahren vorzuschlagen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Saugbandeinheit mit den eingangs genannten Merkmalen
dadurch gelöst, dass Betätigungsmittel zum Betätigen der Stelleinrichtung für das
Verstellen des Abstandes zwischen jeder Pressscheibe und dem Schaberelement außerhalb
des Betriebsraumes angeordnet sind. Das bedeutet, dass auf jeglichen Eingriff in den
Betriebsraum zum Betätigen der Verstelleinrichtung verzichtet werden kann und schließt
eine manuelle Verstellung und eine automatische Verstellung, die keiner expliziten
Betätigung durch eine Bedienperson bedarf, ausdrücklich mit ein. Durch die erfindungsgemäße
Lösung ist eine einfache und leicht handhabbare Saugbandeinheit geschaffen, die das
Verstellen der Spaltgröße wesentlich vereinfacht.
[0009] Eine bevorzugte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung
einen Führungskörper und einen relativ zum Führungskörper bewegbaren Gleitkörper,
dem jede Pressscheibe zugeordnet ist, umfasst, wobei das Betätigungsmittel zum Verändern
der Position des Gleitkörpers relativ zum Führungskörper eine von außerhalb des Betriebsraums
betätigbare Gewindestange oder einen von außerhalb des Betriebsraums betätigbaren
Exzenter umfasst, die/der mit dem Gleitkörper in Wirkverbindung steht. Als Gewindestange
werden solche Stangen und Mittel verstanden, die ganz oder teilweise ein Gewinde aufweisen
oder in der Art einer Gewindestange ausgebildet sind. Damit ist eine besonders einfache
und günstige Ausführungsform vorgeschlagen. Die Verstellung ist auch schnell und einfach
ausführbar, indem die aus dem Betriebsraum herausragende Gewindestange zum Verändern
der Position des Gleitkörpers relativ zum Führungskörper betätigt wird. Das Drehen
der Gewindestange bzw. das Aktivieren des Exzenters führt unmittelbar zu der gewünschten
Spaltgrößenanpassung.
[0010] Vorteilhafterweise umfasst die Saugbandeinheit mindestens einen Sensor zur Ermittlung
der Dicke des Saugbandes. Wie erwähnt, ändert sich die Dicke des Saugbandes während
der Lebensdauer desselben. Aus der mittels des Sensors detektierten, aktuellen Dicke
des Saugbandes kann dann die aktuelle Spaltgröße ermittelt werden, die die Basis für
eine Anpassung darstellt. Dadurch wird die Einstellung zusätzlich vereinfacht und
präzisiert.
[0011] In einer weiteren Ausführungsform umfasst die Saugbandeinheit mindestens einen Sensor
zur Ermittlung des Abstandes zwischen jeder Pressscheibe und dem Schaberelement. Wie
zu der vorgenannten Ausführungsform bereits angemerkt, ändert sich die Dicke des Saugbandes
während der Lebensdauer. Mit dem vorgeschlagenen Sensor kann der aktuelle Abstand
zwischen der Pressscheibe und dem Schaberelement ermittelt und daraus die aktuelle
Banddicke errechnet werden. Auf der Basis dieses Ergebnisses kann eine resultierende
und empfohlene Anpassung für die Spaltgröße angegeben werden. Dadurch wird die Einstellung
zusätzlich vereinfacht und präzisiert.
[0012] Besonders bevorzugt ist die Saugbandeinheit an eine Steuer- und Regelungseinrichtung
angeschlossen, wobei jeder Sensor mit der Steuer- und Regelungseinrichtung in Verbindung
steht und die Steuer- und Regelungseinrichtung zum Anzeigen der von dem oder jedem
Sensor ermittelten Informationen und/oder zum Errechnen und Anzeigen des einzustellenden
Abstandes zwischen jeder Pressscheibe und dem Schaberelement auf einem der Saugbandeinheit
zugeordneten Monitor ausgebildet und eingerichtet ist. Die Steuer-und Regelungseinrichtung
kann Bestandteil der Saugbandeinheit oder einer anderen Vorrichtung/Maschine/Einheit
zugeordnet sein. Entscheidend ist die Anbindung der Sensoren an die Steuer- und Regelungseinrichtung.
Wenn der tatsächlich Wert des Spaltes oder der einzustellende Wert des Spaltes visualisiert
wird, kann der Abstand manuell oder automatisch ohne Eingriff in den Betriebsraum
und sogar online, also während des Betriebs der Anlage, eingestellt bzw. angepasst
werden.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Stelleinrichtung manuell verstellbar
ausgebildet, derart, dass die Gewindestange aus dem Betriebsraum herausgeführt ist
und an dem aus dem Betriebsraum ragenden Ende der Gewindestange ein skalierter Drehknopf
angeordnet ist, mittels dem der gewünschte und/oder angezeigte Abstand jeder Pressscheibe
in Bezug auf das Schaberelement einstellbar ist. Dies beschreibt eine baulich besonders
einfache und platzsparende Ausführungsform, bei der die Bedienperson die angezeigten
Werte durch Drehen am skalierten Drehknopf einstellen kann. Eine Variante zu dieser
Ausführungsform ermöglicht es, dass auf der Basis des ermittelten Abstandes ein Einstellwert
auf einem Display angezeigt wird, auf den die Bedienperson die Pressscheibe einstellen
muss, indem der Drehknopf mithilfe der Skalierung auf den angezeigten Einstellwert
gedreht wird.
[0014] Vorteilhafterweise umfasst das Betätigungsmittel eine weitere Betätigungsstange,
die während des Betriebs von außen zugänglich ist und der ein Betätigungsknopf zugeordnet
ist, mittels dem der Gleitkörper gegenüber dem Führungskörper in der eingestellten
Position fixierbar und zum Einstellen des Abstandes lösbar ausgebildet und eingerichtet
ist. Diese Betätigungsstange ist vor dem Verstellen ebenfalls manuell zu lösen und
anschließend wieder zu fixieren, damit die eingestellte Position durch den Betrieb
der Anlage gesichert wird. Diese Klemmung der eingestellten Position erhöht die Präzision
der Einstellung.
[0015] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung
automatisch verstellbar ausgebildet ist, derart, dass der Gewindestange oder dem Exzenter
ein Motor zugeordnet ist, dessen Betätigungsmittel außerhalb des Betriebsraumes angeordnet
ist. Das Betätigungsmittel kann ein Schalter, eine Schaltfläche auf einem Monitor
oder jedes andere den Motor auslösende Element sein. Durch die automatische Verstellung
kann der Anpassvorgang beschleunigt und präziser ausgeführt werden.
[0016] Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, dass der Motor an die Steuer-und
Regelungseinrichtung angeschlossen ist, derart, dass der Motor über die Steuer- und
Regelungseinrichtung mit dem oder jedem Sensor zur automatischen Anpassung des Abstandes
zwischen jeder Pressscheibe und dem Schaberelement kommuniziert. Dadurch kann der
Anpassvorgang vollautomatisch, also ohne Bedienperson, ausgeführt werden, was die
Vereinfachung der Einstellung, also insbesondere die Beschleunigung und die Genauigkeit
der Einstellung, weiter verbessert. Die vollautomatische Ausführungsform ermöglicht
das individuelle und permanente Nachstellen jeder Pressscheibe bereits bei kleinsten
Änderungen im Abstand von Pressscheibe zu Schaberelement und in der Dicke des Saugbandes,
was zu einer verbesserten Qualität der zu erzeugenden Produkte führt, da der Abstand
stets die optimale Größe aufweist.
[0017] Zweckmäßigerweise ist der Motor ein Winkelantrieb. Damit lässt sich zum einen eine
besonders kompakte Bauweise realisieren. Zum anderen hält der Winkelantrieb die Gewindestange
in Position. Das bedeutet, dass die eingestellte Position, gleichbedeutend mit dem
eingestellten, optimalen Abstand, gesichert wird, so dass auf eine zusätzliche, mechanische
Fixierung des Gleitkörpers gegenüber dem Führungskörper verzichtet werden kann.
[0018] Die Aufgabe wird auch durch ein Verfahren mit den eingangs genannten Schritten dadurch
gelöst, dass das Bedienen der Stelleinrichtung zum Einstellen des Abstandes von außerhalb
des Betriebsraumes ausgeübt wird. Das bedeutet, dass manuell oder automatisch auf
die Verstelleinrichtung eingewirkt werden kann, ohne den Betriebsraum zu öffnen.
[0019] Vorzugsweise wird der Abstand zwischen jeder Pressscheibe und dem Schaberelement
mittels eines Sensors gemessen, wobei eine Steuer- und Regelungseinrichtung aus dem
Messwert die Dicke des Saugbandes und die daraus resultierende Position jeder Pressscheibe
berechnet.
[0020] In einer ersten besonders einfachen Variante wird die resultierende Position jeder
Pressscheibe angezeigt und durch eine Bedienperson manuell mittels eines außerhalb
des Betriebsraumes angeordneten Betätigungsmittels, das mit der Stelleinrichtung innerhalb
des Betriebsraumes in Wirkverbindung steht, eingestellt.
[0021] In einer weiteren besonders bevorzugten Variante wird die resultierende Position
jeder Pressscheibe durch die Steuer- und Regelungseinrichtung an einen Motor weitergegeben,
der die Stelleinrichtung automatisch betätigt.
[0022] Eine besonders bevorzugte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, dass der eingestellte
Abstand zwischen jeder Pressscheibe und dem Schaberelement während des Betriebs der
Saugbandeinheit kontinuierlich konstant gehalten wird.
[0023] Die Saugbandeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 10 eignet sich besonders zur Durchführung
des Verfahrens.
[0024] Die sich aus dem erfindungsgemäßen Verfahren ergebenden Vorteile wurden bereits im
Zusammenhang mit der Saugbandeinheit beschrieben, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen
auf die entsprechenden Passagen verwiesen wird.
[0025] Weitere zweckmäßige und/oder vorteilhafte Merkmale und Weiterbildungen sowie bevorzugte
Verfahrensschritte ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung. Besonders
bevorzugte Ausführungsformen der Einheit sowie das Verfahren werden anhand der beigefügten
Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Ausschnitts der Saugbandeinheit in perspektivische
Ansicht,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Stelleinrichtung mit außenliegenden
Betätigungsmitteln,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer manuellen Steuerung der Stelleinrichtung,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Stelleinrichtung mit Motor,
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines Ausschnitts der Saugbandeinheit mit eingebautem
Motor in perspektivische Ansicht,
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer automatischen Steuerung der Stelleinrichtung,
und
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung einer höhenverstellbaren Pressscheibe der Saugbandeinheit.
[0026] Die in der Zeichnung dargestellte Saugbandeinheit ist zum Transportieren von Tabakmaterial
ausgebildet und eingerichtet, wobei der Abstand zwischen der Pressscheibe und dem
Schaberelement, also die Spaltgröße, manuell oder automatisch einstellbar ist. Die
Erfindung bezieht sich in gleicher Weise auf Saugbandeinheiten, die anderes Material
der Tabak verarbeitenden Industrie, also beispielsweise Filtermaterial oder Mischungen
aus Tabak und Filtermaterial, zu Zwecken der Strangbildung transportieren.
[0027] In der Figur 1 ist eine Saugbandeinheit 10 dargestellt, die zum Transportieren von
Tabak in einem Saugstrangförderer der Tabak verarbeitenden Industrie ausgebildet und
eingerichtet ist. Die Saugbandeinheit 10 umfasst ein Gehäuse 11 zur Bildung eines
geschlossenen Betriebsraumes 12. Im Betriebsraum 12 sind ein endlos umlaufendes Saugband
13, mittels dem der Tabak von einem Einlaufbereich E der Saugbandeinheit 10 in einen
Auslaufbereich A der Saugbandeinheit 10 transportiert wird, mehrere am Gehäuse 11
angeordnete Umlenkelemente 14, um die das Saugband 13 geführt ist, und mindestens
eine Unterdruckeinheit 15 zum Halten des Tabaks am Saugband 13 angeordnet. Das Saugband
13 weist einen nach unten weisenden Transportabschnitt 16 auf, an den der Tabak aufgeschauert
wird. Über die gesamte Strecke bzw. Länge des Transportabschnittes 16 vom Einlaufbereich
E bis zum Auslaufbereich A erstreckt sich die Unterdruckeinheit 15, die der besseren
Übersicht halber in der Figur 1 nur teilweise dargestellt ist. Mindestens eines der
Umlenkelemente 14 ist als Antriebselement 17 für das Saugband 13 und mindestens ein
weiteres Umlenkelement 14 ist als Pressscheibe 18 ausgebildet. Jeder Pressscheibe
18, die im Auslaufbereich A der Saugbandeinheit 10 angeordnet ist, ist ein beabstandet
zur Pressscheibe 18 angeordnetes Schaberelement 19 zugeordnet, wobei jede Pressscheibe
18 zur Veränderung des Abstandes gegenüber dem Schaberelement 19 mittels einer Stelleinrichtung
20 verstellbar ausgebildet ist. Die Stelleinrichtung 20 ist auch innerhalb des Betriebsraumes
12 angeordnet.
[0028] Diese Saugbandeinheit 10 zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, dass Betätigungsmittel
21 zum Betätigen der Stelleinrichtung 20 für das Verstellen des Abstandes zwischen
jeder Pressscheibe 18 und dem Schaberelement 19 außerhalb des Betriebsraumes 12 angeordnet
sind.
[0029] Die im Folgenden beschriebenen Merkmale und Weiterbildung stellen für sich betrachtet
oder in Kombination miteinander bevorzugte Ausführungsformen dar. Es wird ausdrücklich
darauf hingewiesen, dass Merkmale, die in den Ansprüchen und/oder der Beschreibung
und/oder der Zeichnung zusammengefasst oder in einer gemeinsamen Ausführungsform beschrieben
sind, auch funktional eigenständig die weiter oben beschriebene Saugbandeinheit 10
weiterbilden können.
[0030] Das Gehäuse 11 kann ein allseitig geschlossenes System sein, wobei bevorzugt eine
Seite, nämlich die Vorderseite, zu öffnen ist. Allseitig geschlossen bedeutet, dass
mit Ausnahme der Unterseite, an der das Saugband 13 mit der Unterdruckeinheit 14 den
Betriebsraum 12 begrenzt, alle Seiten mit den Zugriff/Eingriff verhindernden Wandelementen
oder dergleichen zur Bildung des Betriebsraumes 12 geschlossen sind. Bevorzugt ist
eine Vorderwand des Gehäuses 11 als Klappdeckel ausgebildet und transparent, so dass
eine Überwachung des Betriebsraumes 12 erleichtert ist. Selbstverständlich sind andere
Gehäusekonstruktionen ebenfalls einsetzbar.
[0031] In der als bevorzugt beschriebenen Ausführungsform umfasst die Stelleinrichtung 20
einen Führungskörper 22 und einen relativ zum Führungskörper 22 bewegbaren Gleitkörper
23. Jede Pressscheibe 18 ist dem Gleitkörper 23 zugeordnet, derart, dass eine Bewegung
des Gleitkörpers 23 zwangsläufig zu der Bewegung jeder Pressscheibe 18 führt. Der
Führungskörper 22 ist bevorzugt fest mit dem Gehäuse 11 verbunden. Die Verbindung
kann unlösbar oder lösbar, z.B. mittels Schrauben, hergestellt sein. Vorzugsweise
ist der Führungskörper 22 an einer Rückwand 24 des Gehäuses 11 montiert. Der Gleitkörper
23 ist linear und vertikal entlang von Führungsnuten, Führungsschienen oder dergleichen
bewegbar ausgebildet, so dass die an einem freien Ende des Gleitkörpers 23 angeordnete
Pressscheibe 18 - oder zwei oder mehr Pressscheiben - auf das Schaberelement 19 zu
oder von diesem weg bewegbar ist. Das Betätigungsmittel 21 zum Verändern der Position
des Gleitkörpers 23 relativ zum Führungskörper 22 umfasst eine von außerhalb des Betriebsraums
12 betätigbare Gewindestange 25, die mit dem Gleitkörper 23 in Wirkverbindung steht.
Die Gewindestange 25, also jede Art Stange, mittels der durch Drehung eine Kraft auf
den Gleitkörper 23 aufbringbar ist, ist mit einem Ende an einen äußeren Rand des Gehäuses
11 oder aus dem Gehäuse 11 heraus geführt, so dass bezogen auf das Gehäuse 11 außenliegende
Betätigungsmittel 21 mit der Gewindestange 25 zusammenwirken können. Anstelle der
Gewindestange 25 kann auch ein Exzenter vorgesehen sein. Der Exzenter ist entsprechend
von außen mittels geeigneter Übertragungsorgane betätigbar.
[0032] Optional umfasst die Saugbandeinheit 10 mindestens einen nicht explizit dargestellten
Sensor zur Ermittlung der Dicke des Saugbandes 13. Die Anzahl solcher Sensoren und
deren Position können variieren. In einer weiteren Ausführungsform kann die Saugbandeinheit
10 alternativ oder kumulativ zum erst genannten Sensor mindestens einen weiteren Sensor
26 zur Ermittlung des Abstandes zwischen jeder Pressscheibe 18 und dem Schaberelement
19 umfassen. Jeder Sensor 26 zur Ermittlung bzw. Messung des Abstandes ist entsprechend
im Auslaufbereich der Saugbandeinheit 10 angeordnet. Sowohl mit dem Sensor zur Ermittlung
der Dicke des Saugbandes 13 als auch mit dem Sensor 26 zur Ermittlung des Abstandes,
mit dem Sensor 26 zur Ermittlung des Abstandes lässt sich im Übrigen auch die Dicke
des Saugbandes 13 ermitteln, lassen sich empfohlene Einstellungen jeder Pressscheibe
18 gegenüber dem Schaberelement 19 gewinnen.
[0033] Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform (siehe insbesondere die Figuren 3 und
6), bei denen die Saugbandeinheit 10 an eine Steuer- und Regelungseinrichtung 27 angeschlossen
ist. Jeder Sensor 26 steht mit der Steuer- und Regelungseinrichtung 27 in Verbindung.
Die Steuer- und Regelungseinrichtung 27 ist zum Anzeigen der von dem oder jedem Sensor
26 ermittelten Informationen und/oder zum Errechnen und Anzeigen des einzustellenden
Abstandes zwischen jeder Pressscheibe 18 und dem Schaberelement 19 auf einem der Saugbandeinheit
10 zugeordneten Monitor 28 ausgebildet und eingerichtet. Mit anderen Worten misst
der Sensor 26 beispielsweise den Abstand zwischen Saugband 13 und Pressscheibe 18
und liefert diese Information an die Steuer- und Regelungseinrichtung 27. Die Steuer-
und Regelungseinrichtung 27 berechnet daraus die Dicke des Saugbandes 13 und die daraus
resultierende empfohlene Einstellung der Pressscheibe 18. Diese Information wird dann
an eine Visualisierung, beispielsweise den Monitor 28, ausgegeben.
[0034] Die Verwertung dieser Information kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. In einer
Variante ist die Stelleinrichtung 20 manuell verstellbar ausgebildet, derart, dass
die Gewindestange 25 aus dem Betriebsraum 12 herausgeführt ist und an dem aus dem
Betriebsraum 12 ragenden Ende der Gewindestange 25 ein skalierter Drehknopf 29 angeordnet
ist, mittels dem der gewünschte und/oder angezeigte Abstand jeder Pressscheibe 18
in Bezug auf das Schaberelement 19 einstellbar ist. Der Drehknopf 29 kann auch einem
aus dem Betriebsraum 12 herausragenden Übertragungsorgan für den Exzenter zugeordnet
sein. Eine Bedienperson kann die Pressscheibe 18 bei Bedarf auf den angezeigten Abstand
einstellen. Vorzugsweise umfasst das Betätigungsmittel 21 eine weitere Betätigungsstange
30, die während des Betriebs der Saugbandeinheit 10 von außen zugänglich ist. Der
Betätigungsstange 30 ist ein Betätigungsknopf 31 zugeordnet, mittels dem der Gleitkörper
23 gegenüber dem Führungskörper 22 ohne Umbaumaßnahmen und permanent zugänglich in
der eingestellten Position fixierbar und zum Einstellen des Abstandes lösbar ausgebildet
und eingerichtet ist. Ein solcher Klemmmechanismus stellt sicher, dass die eingestellte
Position während des Betriebs der Anlage fixiert ist. Die Betätigungsstange 30 kann
wie die Gewindestange 25 ausgebildet sein. Als Betätigungsknopf 31 ist beispielsweise
ein Drehknopf vorgesehen.
[0035] In einer weiteren Variante ist die Stelleinrichtung 20 automatisch verstellbar ausgebildet,
derart, dass der Gewindestange 25 oder dem Exzenter ein Motor 32 zugeordnet ist, dessen
Betätigungsmittel 21 außerhalb des Betriebsraumes 12 angeordnet ist. In der dargestellten
Ausführungsform ist die Gewindestange 25 in dem Führungskörper 22 angeordnet. Der
Führungskörper 22 mit der Gewindestange 25 ist im Gehäuse 11 angeordnet und ragt z.B.
aus dem Betriebsraum 12 heraus. Der Motor 32 ist außerhalb des Gehäuses 11 platziert
und an die Gewindestange 25 angeschlossen. Der Motoranschluss kann auch in den Betriebsraum
12 hineinragen. Als Betätigungsmittel 21 kann ein einfacher Schalter dienen. Das Betätigungsmittel
21 kann aber auch eine Schaltfläche auf einem Display sein. Besonders bevorzugt ist
der Motor 32 an die Steuer-und Regelungseinrichtung 27 angeschlossen, derart, dass
der Motor 32 über die Steuer- und Regelungseinrichtung 27 mit dem oder jedem Sensor
26 zur automatischen Anpassung des Abstandes zwischen jeder Pressscheibe 18 und dem
Schaberelement 19 kommuniziert. In diesem Fall erfolgt die Anpassung des Abstandes
automatisch und unabhängig von einer Bedienperson, indem die von der Steuer- und Regelungseinrichtung
27 empfohlene Pressscheibenstellung automatisch an den Motor 32 weitergeleitet und
von diesem umgesetzt wird. Die visuelle Anzeige auf dem Monitor 32 ist optional. In
einer Weiterbildung ist der Motor 32 ein Winkelantrieb 33. Der Winkelantrieb 33 ist
platzsparend außerhalb des Gehäuses 11 angeordnet und über ein Anschlusselement mit
der Gewindestange 25 verbunden. Andere Antriebsarten, Motoren, Motor-/Getriebekombinationen
sind aber ebenfalls einsetzbar. Es ist auch möglich, einen Antrieb zum Verstellen
des Abstandes in dem Gehäuse 11 vorzusehen, der mittels der Steuer- und Regelungseinrichtung
27 ohne Eingriff in den Betriebsraum 12 eine vollautomatische Anpassung des Abstandes
sicherstellt, in dem die Anlage und genauer die Steuer- und Regelungseinrichtung 27
von außerhalb des Betriebsraumes 12 betätigt wird.
[0036] Optional ist die Saugbandeinheit 10 dazu ausgebildet und eingerichtet, eine Pressscheibenhöhenverstellung
vorzusehen. Anders ausgedrückt ist die oder jede Pressscheibe 18 in mindestens einer
Achse (z.B. der X-Achse), vorzugsweise jedoch in mindestens zwei Achsen (z.B. der
X-Achse und der Y-Achse), verstellbar ausgebildet (siehe insbesondere Figur 7). Die
Position bzw. Höhe der Pressscheibe 18 hat einen starken Einfluss auf den so genannten
Kopfausfall und hängt u.a. von der Tabaksorte, der Tabakqualität und anderen Parametern
ab. Anders ausgedrückt kann die Höhe der Pressscheibe 18 individuell an die genannten
Parameter angepasst werden. Zur Höhenverstellung ist jede Pressscheibe 18 manuell
oder automatisch in linearer Richtung entlang der X-Achse und/oder Y-Achse verstellbar
ausgebildet. Zunächst wird die Pressscheibenhöhe über die X-Achse, die senkrecht zum
Strang verläuft, eingestellt, derart, dass die Pressscheibe 18 den formatabhängigen
Abstand C (Dicke des Tabakstrangs) und einen konstanten Abstand D zum Schaberelement
19 (Spaltgröße zwischen Pressscheibe 18 und Schaberelement 19) aufweist. Im Betrieb
kann dann über die Verstellung entlang der Y-Achse, die parallel zum Schaberelement
19 verläuft, die Pressscheibenhöhe C1 eingestellt werden. Durch die parallele Führung
zum Schaberelement 19 entlang der Y-Achse bleibt der Abstand D bei sich verändernder
Höhe konstant. Diese Höhenverstellung der Pressscheibe 18 kann vorzugsweise auch im
Betrieb der Saugbandeinheit 10 ausgeführt werden. Die (nicht explizit dargestellten)
Stelleinrichtung(en) zum Verstellen der Pressscheibe 18 in X-Richtung und/oder Y-Richtung
ist/sind vorzugsweise an die Steuer- und Regelungseinrichtung 27 angeschlossen.
[0037] Optional umfasst die Saugbandeinheit 10 eine (nicht explizit dargestellte) Einrichtung
zur Ermittlung der Presskraft der oder jeder Pressscheibe 18. Die Presskraft (also
der vorhandene Verdichtungsdruck auf den Tabakstrang) hat ebenfalls einen starken
Einfluss auf den so genannten Kopfausfall. Die Einrichtung zur Ermittlung der Presskraft
kann z.B. Sensoren oder dergleichen umfassen. Eine besonders bevorzugte Ausführungsform
sieht vor, dass die Ermittlung bzw. Messung der Presskraft über eine Lagerung der
oder jeder Pressscheibe 18 erfolgt. Dazu kann ein so genanntes "Bearing Monitoring
System" eingesetzt werden, welches über die Ausbreitung von Schwingungen im Außenring
der Lagerung den mechanischen Belastungszustand ermitteln kann. Andere Komponenten
zur Ermittlung einer Presskraft sind ebenfalls einsetzbar. Bevorzugt ist die Einrichtung
zur Ermittlung der Presskraft an die Steuer-und Regelungseinrichtung 27 angeschlossen.
Wenn die Presskraft im Betrieb der Saugbandeinheit 10 ermittelt wird, kann die Presskraft
z.B. über die zuvor beschriebene Pressscheibenhöhenverstellung, wahlweise manuell
oder automatisch, vorzugsweise mittels der Steuer- und Regelungseinrichtung 27 im
optimalen Bereich gesteuert bzw. geregelt werden.
[0038] Im Folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahrensprinzip anhand der Zeichnung näher
erläutert.
Das Verfahren betrifft das Transportieren von Tabak in einem Saugstrangförderer der
Tabak verarbeitenden Industrie, insbesondere mit einer Saugbandeinheit 10 nach einem
der Ansprüche 1 bis 10. Der Tabak wird mittels eines Saugbandes 13, das in einem geschlossenen
Betriebsraum 12 eines Gehäuses 11 einer Saugbandeinheit 10 angeordnet ist, von einem
Einlaufbereich der Saugbandeinheit 10 zu einem Auslaufbereich der Saugbandeinheit
10 transportiert. Beim Transport des Tabaks vom Einlaufbereich bis zum Auslaufbereich
wird der Tabak mittels einer Unterdruckeinheit 15, die ebenfalls in dem Betriebsraum
12 angeordnet ist, am Saugband 13 gehalten. Im Auslaufbereich wird der Tabak mittels
eines Schaberelementes 19 vom Saugband 13 gestreift. Zwischen dem Schaberelement 19
und mindestens einer Pressscheibe 18, um die das Saugband 13 im Auslaufbereich geführt
ist, besteht ein Abstand, dessen Größe bei Bedarf mittels einer Stelleinrichtung 20,
die sich innerhalb des Betriebsraumes 12 befindet, eingestellt wird. Das Einstellen
des Abstandes ist beim Transport des Tabaks ein wesentlicher Aspekt, da die Qualität
der herzustellenden Produkte wesentlich von der optimalen Größe des Abstandes abhängt.
[0039] Dieses Verfahren zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, dass das Bedienen der
Stelleinrichtung 20 zum Einstellen des Abstandes von außerhalb des Betriebsraumes
12 ausgeübt wird. Das bedeutet, dass ein Eingriff in den Betriebsraum 12, vermieden
wird und somit eine einfache und schnelle Einstellung des Abstandes ermöglicht ist.
[0040] Bevorzugt wird der Abstand zwischen jeder Pressscheibe 18 und dem Schaberelement
19 mittels eines Sensors 26 gemessen, wobei eine Steuer- und Regelungseinrichtung
27 aus dem Messwert die Dicke des Saugbandes 13 und die daraus resultierende Position
jeder Pressscheibe 18 berechnet. Anstelle des Abstandes kann auch die Dicke des Saugbandes
13 überwacht werden, wobei eine Reduzierung der Dicke einhergeht mit einer Vergrößerung
des Abstandes. Für eine besonders einfache und leichte Handhabung wird die resultierende
Position jeder Pressscheibe 18 angezeigt, beispielsweise auf einem Monitor 32, und
durch eine Bedienperson manuell mittels eines außerhalb des Betriebsraumes 12 angeordneten
Betätigungsmittels 21, das mit der Stelleinrichtung 20 innerhalb des Betriebsraumes
12 in Wirkverbindung steht, eingestellt.
[0041] Ein konkretes Beispiel für eine manuelle Verstellung des Abstandes wird im Folgenden
beschrieben. Jede Pressscheibe 18 wird über die Gewindestange 25 auf einen optimalen
Abstand zum Schaberelement 19, beispielsweise einem Fingerschaber, eingestellt. Anschließend
wird eine skalierte Hülse des Drehknopfes 29 so positioniert, dass die auf der Hülse
befindliche Skalierung mit der "1" nach vorne weist. In dieser Position wird die Hülse
mit dem Drehknopf an der Gewindestange 25 fixiert. Über den Umfang der Hülse verteilt
befinden sich senkrechte Nuten, in die eine federbeaufschlagte Kugel von der Seite
aus hineingedrückt wird. Wird die Gewindestange 25 zum Verstellen der Pressscheibe
18 gedreht, rastet diese Kugel in die Nuten der Hülse ein. An diesen Positionen sind
zur Skalierung passend Ziffern am Umfang eingebracht, die einer Bedienperson zeigen,
an welcher Position sich die Pressscheibe 18 jeweils befindet.
[0042] Besonders bevorzugt wird die von der Steuer- und Regelungseinrichtung 27 errechnete
resultierende Position jeder Pressscheibe 18 durch die Steuer- und Regelungseinrichtung
27 an einen Motor 32 weitergegeben, der die Stelleinrichtung 20 automatisch betätigt.
Der Motor 32 treibt die Gewindestange 25, die mit dem Gleitkörper 23, an dem jede
Pressscheibe 18 angeordnet ist, zum Verändern des Abstandes an. Der Motor 32 wird
dabei ohne Eingriff einer Bedienperson direkt von der Steuer- und Regelungseinrichtung
27 betätigt. Für den Fall, dass der Motor 32 durch eine Bedienperson betätigt wird,
kann ein Schalter außerhalb des Betriebsraumes 12 angeordnet sein, oder es ist eine
externe Schaltfläche, beispielsweise auf einem "Touch-screen" vorgesehen. Besonders
bevorzugt wird der eingestellte Abstand zwischen jeder Pressscheibe 18 und dem Schaberelement
19 während des Betriebs der Saugbandeinheit 10 kontinuierlich konstant gehalten. Mit
anderen Worten stellt der Motor 32 jederzeit, auch schon bei kleinsten Änderungen
im kontinuierlich überwachten Abstand, also bei kleinsten Änderungen der Dicke des
Saugbandes 13, diesen Abstand automatisch nach.
[0043] Besonders eignet sich die zuvor beschriebene Saugbandeinheit 10 zum Durchführen des
Verfahrens.
1. Saugbandeinheit (10), ausgebildet und eingerichtet zum Transportieren von Tabak in
einem Saugstrangförderer der Tabak verarbeitenden Industrie, umfassend ein Gehäuse
(11) zur Bildung eines geschlossenen Betriebsraumes (12), wobei im Betriebsraum (12)
ein endlos umlaufendes Saugband (13), mittels dem der Tabak von einem Einlaufbereich
der Saugbandeinheit (10) in einen Auslaufbereich der Saugbandeinheit (10) transportiert
wird, mehrere am Gehäuse (11) angeordnete Umlenkelemente (14), um die das Saugband
(13) geführt ist, und mindestens eine Unterdruckeinheit (15) zum Halten des Tabaks
am Saugband (13) angeordnet sind, wobei mindestens eines der Umlenkelemente (14) als
Pressscheibe (18) ausgebildet ist, und jeder Pressscheibe (18), die im Auslaufbereich
der Saugbandeinheit (10) angeordnet ist, ein beabstandet zur Pressscheibe (18) angeordnetes
Schaberelement (19) zugeordnet ist, wobei jede Pressscheibe (18) zur Veränderung des
Abstandes gegenüber dem Schaberelement (19) mittels einer Stelleinrichtung (20) verstellbar
ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass Betätigungsmittel (21) zum Betätigen der Stelleinrichtung (20) für das Verstellen
des Abstandes zwischen jeder Pressscheibe (18) und dem Schaberelement (19) außerhalb
des Betriebsraumes (12) angeordnet sind.
2. Saugbandeinheit (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (20) einen Führungskörper (22) und einen relativ zum Führungskörper
(22) bewegbaren Gleitkörper (23), dem jede Pressscheibe (18) zugeordnet ist, umfasst,
wobei das Betätigungsmittel (21) zum Verändern der Position des Gleitkörpers (23)
relativ zum Führungskörper (22) eine von außerhalb des Betriebsraums (12) betätigbare
Gewindestange (25) oder einen von außerhalb des Betriebsraums (12) betätigbaren Exzenter
umfasst, die/der mit dem Gleitkörper (23) in Wirkverbindung steht.
3. Saugbandeinheit (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugbandeinheit (10) mindestens einen Sensor zur Ermittlung der Dicke des Saugbandes
(13) umfasst.
4. Saugbandeinheit (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Saugbandeinheit (10) mindestens einen Sensor (26) zur Ermittlung der Abstandes
zwischen jeder Pressscheibe (18) und dem Schaberelement (19) umfasst.
5. Saugbandeinheit (10) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugbandeinheit (10) an eine Steuer- und Regelungseinrichtung (27) angeschlossen
ist, wobei jeder Sensor (26) mit der Steuer- und Regelungseinrichtung (27) in Verbindung
steht und die Steuer- und Regelungseinrichtung (27) zum Anzeigen der von dem oder
jedem Sensor (26) ermittelten Informationen und/oder zum Errechnen und Anzeigen des
einzustellenden Abstandes zwischen jeder Pressscheibe (18) und dem Schaberelement
(19) auf einem der Saugbandeinheit (10) zugeordneten Monitor (28) ausgebildet und
eingerichtet ist.
6. Saugbandeinheit (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (20) manuell verstellbar ausgebildet ist, derart, dass die Gewindestange
(25) aus dem Betriebsraum (12) herausgeführt ist und an dem aus dem Betriebsraum (12)
ragenden Ende der Gewindestange (25) ein skalierter Drehknopf (29) angeordnet ist,
mittels dem der gewünschte und/oder angezeigte Abstand jeder Pressscheibe (18) in
Bezug auf das Schaberelement (19) einstellbar ist.
7. Saugbandeinheit (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsmittel (21) eine weitere Betätigungsstange (30) umfasst, die während
des Betriebs von außen zugänglich ist und der ein Betätigungsknopf (31) zugeordnet
ist, mittels dem der Gleitkörper (23) gegenüber dem Führungskörper (22) in der eingestellten
Position fixierbar und zum Einstellen des Abstandes lösbar ausgebildet und eingerichtet
ist.
8. Saugbandeinheit (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (20) automatisch verstellbar ausgebildet ist, derart, dass der
Gewindestange (25) oder dem Exzenter ein Motor (32) zugeordnet ist, dessen Betätigungsmittel
(21) außerhalb des Betriebsraumes (12) angeordnet ist.
9. Saugbandeinheit (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor (32) an die Steuer-und Regelungseinrichtung (27) angeschlossen ist, derart,
dass der Motor (32) über die Steuer- und Regelungseinrichtung (27) mit dem oder jedem
Sensor (26) zur automatischen Anpassung des Abstandes zwischen jeder Pressscheibe
(18) und dem Schaberelement (19) kommuniziert.
10. Saugbandeinheit (10) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor (32) ein Winkelantrieb (33) ist.
11. Verfahren zum Transportieren von Tabak in einem Saugstrangförderer der Tabak verarbeitenden
Industrie, insbesondere mit einer Saugbandeinheit (10) nach einem der Ansprüche 1
bis 10, umfassend die Schritte:
- Transportieren des Tabaks mittels eines Saugbandes (13), das in einem geschlossenen
Betriebsraum (12) eines Gehäuses (11) einer Saugbandeinheit (10) angeordnet ist, von
einem Einlaufbereich der Saugbandeinheit (10) zu einem Auslaufbereich der Saugbandeinheit
(10),
- wobei der Tabak während des Transports vom Einlaufbereich bis zum Auslaufbereich
mittels einer Unterdruckeinheit (15), die ebenfalls in dem Betriebsraum (12) angeordnet
ist, am Saugband (13) gehalten wird,
- Abstreifen des Tabaks vom Saugband (13) im Auslaufbereich mittels eines Schaberelementes
(19),
- wobei zwischen dem Schaberelement (19) und mindestens einer Pressscheibe (18), um
die das Saugband (13) im Auslaufbereich geführt ist, ein Abstand besteht, dessen Größe
bei Bedarf mittels einer Stelleinrichtung (20), die sich innerhalb des Betriebsraumes
(12) befindet, eingestellt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienen der Stelleinrichtung (20) zum Einstellen des Abstandes von außerhalb
des Betriebsraumes (12) ausgeübt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen jeder Pressscheibe (18) und dem Schaberelement (19) mittels
eines Sensors (26) gemessen wird, wobei eine Steuer- und Regelungseinrichtung (27)
aus dem Messwert die Dicke des Saugbandes (13) und die daraus resultierende Position
jeder Pressscheibe (18) berechnet.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die resultierende Position jeder Pressscheibe (18) angezeigt und durch eine Bedienperson
manuell mittels eines außerhalb des Betriebsraumes (12) angeordneten Betätigungsmittels
(21), das mit der Stelleinrichtung (20) innerhalb des Betriebsraumes (12) in Wirkverbindung
steht, eingestellt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die resultierende Position jeder Pressscheibe (18) durch die Steuer- und Regelungseinrichtung
(27) an einen Motor (32) weitergegeben wird, der die Stelleinrichtung (20) automatisch
betätigt.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der eingestellte Abstand zwischen jeder Pressscheibe (18) und dem Schaberelement
(19) während des Betriebs der Saugbandeinheit (10) kontinuierlich konstant gehalten
wird.