HINTERGRUND DER ERFINDUNG
1. Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Behandlung von Gegenständen wie Fahrzeugkarosserien
und/oder Fahrzeugbauteile mit einer Mehrzahl an Behandlungsmodulen.
[0002] Die Erfindung betrifft außerdem ein Behandlungsmodul zur Behandlung von Gegenständen
wie Fahrzeugkarosserien und/oder Fahrzeuganbauteilen sowie ein Verfahren zur Behandlung
von Gegenständen wie Fahrzeugkarosserien und/oder Fahrzeuganbauteilen.
2. Beschreibung des Standes der Technik
[0003] Anlagen zur Behandlung von Gegenständen werden beispielsweise als Lackieranlagen
oder als Trocknungsanlagen im Fahrzeugbau beispielsweise für Fahrzeugkarosserien oder
Fahrzeuganbauteile eingesetzt. Bei Fahrzeuganbauteilen kann es sich beispielsweise
um Stoßfänger, Außenspiegelabdeckungen, Räder, etc. handeln.
[0004] Üblicherweise sind derartige Anlagen entsprechend den für eine Lackierung oder Trocknung
notwendigen Behandlungsschritten in einzelne Bereiche aufgeteilt, die der zu behandelnde
Gegenstand der Reihe nach durchläuft. In einer solchen "Straße" oder "Linie" werden
die zu behandelnden Bauteile üblicherweise entlang eines zusammenhängenden Transportwegs
durch die Behandlungsanlage und die einzelnen Behandlungsstationen transportiert.
[0005] Speziell im Beschichtungs- und Lackierbereich werden die zu behandelnden Gegenstände
meist im kontinuierlichen Durchlaufbetrieb gefördert. Dabei werden die zu behandelnden
Gegenstände auf einer Fördereinheit kontinuierlich innerhalb der Bearbeitungsstraße
entlang einem festgelegten Verfahrweg durch die einzelnen Bearbeitungsbereiche transportiert.
Alternativ kann eine solche Beschichtungs- oder Lackieranlage auch getaktet arbeiten.
Dies wird auch als Stop-and-Go bezeichnet. In einem solchen Fall befinden sich die
zu behandelnden Gegenstände ebenfalls während der gesamten Behandlung in/auf der Fördereinheit,
stehen aber während der Behandlung an der jeweiligen Station im Wesentlichen still
und werden zwischen den einzelnen Behandlungsschritten von einer Station zu der nächsten
gefördert.
[0006] In beiden Fällen ist es üblich, dass die zu behandelnden Gegenstände zu Beginn einer
Behandlung auf einen Werkstückträger wie beispielsweise einen sogenannten Skid aufgegeben
werden, welcher den oder die zu behandelnden Gegenstände zu den einzelnen Behandlungsstationen
transportiert. In der Regel verlassen die zu behandelnden Gegenstände für die Behandlung
den Werkstückträger nicht oder werden nach dem Behandlungsschritt wieder auf den Werkstückträger
aufgegeben. Ein die einzelnen Behandlungsstationen verbindendes Fördersystem sorgt
dafür, dass mittels eines solchen Werkstückträgers die zu behandelnden Gegenstände
jede Behandlungsstation gemäß einer durchgängigen vorgegebenen Abfolge erreichen.
[0007] Hierfür ist üblicherweise ein durchgängiges Fördersystem vorgesehen. Ein einzelner
Werkstückträger kann prinzipiell die Behandlungsanlage von Anfang bis Ende und damit
auch jede einzelne Behandlungsstation durchlaufen.
[0008] Nachteilig bei den genannten Behandlungsanlagen ist, dass nachträgliche Kapazitätserweiterungen
nur mit grundlegenden Umbauten der gesamten Behandlungsanlage möglich sind. Dies wiegt
insbesondere bei kleineren Anlagen schwer, für die von vornherein nur eine geringe
Bodenfläche vorgesehen ist. Seitens der Anlagenbetreiber besteht deshalb zunehmend
der Wunsch, besonders bei kleineren Behandlungsanlagen beispielsweise für Fahrzeuganbauteile
mit geringer zur Verfügung stehender Bodenfläche einen kompakten Anlagenaufbau zu
erreichen, der auch nach der erstmaligen Errichtung Erweiterungen in der Kapazität
der Anlage ohne einen grundlegenden Anlagenumbau ermöglicht.
[0009] Es sind in diesem Zusammenhang im Stand der Technik modular aufgebaute Anlagen bekannt,
die eine gewisse Flexibilität im Aufbau von Lackieranlagen versprechen. Beispielhaft
sei in diesem Zusammenhang auf die internationale Patentanmeldung mit der Veröffentlichungsnummer
WO 2009/018841 A1 verwiesen. Dort wird eine aus Modul-Gruppen aufgebaute Lackieranlage beschrieben,
bei der Werkstücke einzelne Bearbeitungsstationen nacheinander durchlaufen. Nachteilig
bei dieser Herangehensweise ist, dass für eine Erhöhung der Kapazität der Anlage die
Gesamtlänge erhöht und somit der gesamte Grundriss der Anlage neu konzipiert werden
muss.
[0010] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Anlage, ein Behandlungsmodul
sowie ein Verfahren zur Behandlung von Gegenständen anzugeben, das eine einfache Veränderung
der Gesamtkapazität der Anlage ermöglicht.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0011] Die Aufgabe wird durch eine Anlage zur Behandlung von Gegenständen wie Fahrzeugkarosserien
und/oder Fahrzeuganbauteile gemäß dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst.
[0012] Die erfindungsgemäße Anlage weist eine Mehrzahl an Behandlungsmodulen auf. Jedes
Behandlungsmodul weist eine Behandlungszone, ein Fördersystem zur Förderung eines
Werkstückträgers entlang einer Strecke innerhalb des Behandlungsmoduls sowie für das
Fördersystem mindestens eine Aufnahmestelle zur Aufnahme eines Werkstückträgers und
mindestens eine Abgabestelle zur Abgabe eines Werkstückträgers auf. Das Fördersystem
ist dazu ausgelegt, einen Werkstückträger an der Aufnahmestelle aufzunehmen, in die
Behandlungszone zu fördern und zu der Abgabestelle zu fördern.
[0013] Die Abgabestelle eines ersten Behandlungsmoduls und eine Aufnahmestelle eines zweiten
Behandlungsmoduls sind dazu ausgebildet, dass die Abgabestelle des ersten Behandlungsmoduls
mit der Aufnahmestelle des zweiten Behandlungsmoduls so bestimmungsgemäß zusammenwirken
kann, dass ein Werkstückträger von dem ersten Behandlungsmodul zu dem zweiten Behandlungsmodul
übergebbar ist.
[0014] Es weist also jedes Behandlungsmodul ein eigenes Fördersystem auf. Durch die Aufteilung
der Fördertechnik der Anlage in entsprechend den Behandlungsmodulen getrennte, dem
jeweiligen Behandlungsmodul zugeordnete Fördersysteme wird das bisherige Konzept aufgegeben.
Es gibt kein durchgängiges Fördersystem, das einen Werkstückträger durch alle Behandlungsmodule
fördern könnte. Vielmehr findet von Behandlungsmodul zu Behandlungsmodul eine Übergabe
eines Werkstückträgers mit einem zu behandelnden Gegenstand statt. Innerhalb des Behandlungsmoduls
kann der Werkstückträger von der Aufnahmestelle zu der Behandlungszone und von der
Behandlungszone zu der Abgabestelle gefördert werden. Die dadurch entstehenden Übergabestellen
sind auch Schnittstellen innerhalb der Anlage und ermöglichen somit insgesamt einen
modularen Aufbau der Anlage. Dies bedeutet eine deutliche Verbesserung hinsichtlich
der Flexibilität bei Auslegung der Anlage und erleichtert eine nachträgliche Veränderung
der Anlage, wie beispielsweise eine Vergrößerung der Anlagenkapazität.
[0015] Die einzelnen Behandlungsmodule sind hinsichtlich ihrer Aufnahmestelle und ihrer
Abgabestelle so aufgebaut, dass Aufnahmestelle und Abgabestelle zueinander kompatibel
sind. Es kann also eine Aufnahmestelle eines ersten Behandlungsmoduls mit einer Abgabestelle
eines zweiten Behandlungsmoduls bestimmungsgemäß zusammenwirken.
[0016] Insgesamt ergibt sich somit ein vollständig modularer Aufbau der gesamten Anlage.
Die Schnittstellen des Fördersystems ermöglichen einen leichten Austausch eines Behandlungsmoduls.
Dies kann beispielsweise dazu genützt werden, bei einem Wunsch nach einer Erhöhung
der Kapazität des Behandlungsmoduls dieses durch eines mit einer größeren Kapazität
auszutauschen. Durch die innerhalb des Behandlungsmoduls integrierte Fördertechnik
muss ein Behandlungsmodul mit größerer Kapazität nicht gleichzeitig eine größere Länge
aufweise. Vielmehr kann sich die größere Kapazität auch in einer Behandlungszone niederschlagen,
die senkrecht zur allgemeinen Förderrichtung verbreitert ist. Gleichzeitig kann auch
durch die Modularität das Gesamtsystem leicht erweitert werden, indem lediglich ein
weiteres Behandlungsmodul an eine ohnehin vorhandene Schnittstelle wie beispielsweise
eine Aufnahmestelle oder eine Abgabestelle angesetzt wird.
[0017] Das separate Fördersystem eines Behandlungsmoduls erlaubt es außerdem, ein einzelnes
Behandlungsmodul auf einfache Weise hinsichtlich seiner Kapazität zu erweitern. So
kann aufgrund der Möglichkeit, dass ein Werkstückträger von der Aufnahmestelle zu
der Behandlungszone förderbar ist, einfach die Kapazität der Behandlungszone und somit
die Kapazität des Behandlungsmoduls erweitert werden, ohne dass das Modul oder größere
Teile der Anlage ausgetauscht werden müssten.
[0018] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass jedes
Behandlungsmodul einen eigenen Förderantrieb aufweist. Der Förderantrieb kann individuell
steuerbar sein. Auf diese Weise kann die Gesamtsteuerung der Anlage auf modularer
Basis angepasst werden.
[0019] Vorteilhafterweise kann vorgesehen sein, dass jede Aufnahmestelle zu jeder Abgabestelle
kompatibel ist, sodass jedes Behandlungsmodul mit einem anderen Behandlungsmodul kombinierbar
ist. Dies ermöglicht eine besonders einfache Kombinierbarkeit der Behandlungsmodule
untereinander.
[0020] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Anlage sieht vor, dass die Behandlungszone
eines Behandlungsmoduls eine Mehrzahl an Behandlungseinheiten umfasst. Die Aufteilung
der Behandlungszone in Behandlungseinheiten erleichtert die bereits erwähnte Anpassung
der Kapazität der Behandlungszone eines Behandlungsmoduls. Für eine Erhöhung der Kapazität
kann die Anzahl an Behandlungseinheiten je Behandlungsmodul vergrößert und entsprechend
für eine Verkleinerung der Kapazität verkleinert werden. Aufgrund des separaten Fördersystems
erfordert dies keine Anpassung der Fördersysteme in anderen Behandlungsmodulen oder
eines - ohnehin nicht vorhandenen - Gesamtfördersystems.
[0021] Bei einer konkreten Ausgestaltung der Anlage kann vorgesehen sein, dass die Behandlungseinheiten
gleichartig sind und/oder nebeneinander und/oder übereinander angeordnet sind. Die
Behandlungseinheiten können beispielsweise hinsichtlich ihrer Funktion und/oder ihrer
Abmessungen und/oder ihres Aufbaus gleichartig sein. Gleichartige Behandlungseinheiten
innerhalb der Behandlungszone eines Behandlungsmoduls verringern die Herstellungskosten
der einzelnen Behandlungseinheiten und erleichtern eine Vergrößerung oder Verkleinerung
der Anzahl an Behandlungseinheiten je Behandlungsmodul oder einen Austausch einzelner
Behandlungseinheiten. Bei einem erhöhten Kapazitätsbedarf können in einfacher Weise
weitere gleichartige Behandlungseinheiten hinzugefügt, bei einem dauerhaft geringeren
Kapazitätsbedarf können die gleichartigen Behandlungseinheiten einfach abgebaut und
gegebenenfalls anderweitig genützt werden.
[0022] Eine Anordnung der Behandlungseinheiten nebeneinander innerhalb der Behandlungszone
eines Behandlungsmoduls, beispielsweise direkt aneinandergrenzend, stellt eine fördertechnisch
einfach zu realisierende Ausführungsform dar. Eine Anordnung von Behandlungseinheiten
übereinander spart Aufstellungsfläche für das Behandlungsmodul und damit auch für
die gesamte Anlage. Dies ist insbesondere bei einer nachträglichen Erweiterung der
Kapazität eines Behandlungsmoduls oder bei besonders knapper Aufstellfläche für die
Gesamtanlage interessant.
[0023] Eine Ausführungsform der Anlage sieht vor, dass die Behandlungseinheiten die Funktion
einer Abdunstzone, eines Trockners, einer Kühlzone oder einer allgemeinen Verweilzeit
wahrnimmt. Somit können Funktionen, die eine bestimmte Verweilzeit innerhalb einer
Anlage beanspruchen, über eine entsprechende Anzahl an Behandlungseinheiten innerhalb
des jeweiligen Behandlungsmoduls realisiert werden. Insbesondere kann eine der jeweiligen
Verweilzeit entsprechende Anzahl an Behandlungseinheiten je Behandlungsmodul bzw.
Behandlungszone vorgehalten werden.
[0024] In diesem Zusammenhang kann es vorteilhaft sein, wenn die Behandlungseinheiten mittels
des Fördersystems beschickbar sind. Hierfür kann das Fördersystem beispielsweise einen
Drehtisch, einen Hubtisch, einen kombinierten Dreh-Hubtisch oder eine ähnliche Vorrichtung
aufweisen, um die für die Beschickung einer Behandlungseinheit erforderliche Ausrichtung
des Werkstückträgers zu erzielen. Die Behandlungseinheiten können für die Beschickung
bzw. die Beladung beispielsweise so ausgestaltet sein, dass durch eine Schrägstellung
oder Absenkung einer in der Behandlungseinheit vorhandenen Ebene der Werkstückträger
antriebslos in die Behandlungseinheit gleiten kann. Die Schrägstellung kann beispielsweise
pneumatisch oder elektrisch erfolgen. Für die Entladung kann in umgekehrter Weise
verfahren werden, indem die Ebene in die andere Richtung verstellt oder angehoben
wird. Alternativ kann eine Übergabe des Werkstückträgers an die Behandlungseinheit
im Push-/Pull-Betrieb erfolgen. Die Behandlungseinheit selbst kann beispielsweise
als Regal mit Fächern oder mit Schubladen ausgestaltet sein.
[0025] Bei einer Ausführungsform der Anlage kann vorgesehen sein, dass das Fördersystem
eine Fördereinheit zur Aufnahme und zur Bewegung eines Werkstückträgers aufweist.
Dies ermöglicht eine besonders einfache Übergabe eines Werkstückträgers. Insbesondere
bei der Übergabe eines Werkstückträgers an eine Behandlungseinheit kann ein Teleskopförderer
eingesetzt werden.
[0026] Hinsichtlich der Aufnahmestelle und der Abgabestelle eines Behandlungsmoduls kann
vorgesehen sein, dass Aufnahmestelle und Abgabestelle identisch sind. Dies kann bedeuten,
dass es lediglich eine einzige Übergabestelle an dem Behandlungsmodul gibt, die sowohl
als Aufnahmestelle als auch als Abgabestelle fungiert. Die Aufnahmestelle und die
Abgabestelle können alternativ beispielsweise an gegenüberliegenden Seiten eines Behandlungsmoduls
angeordnet und somit einen geradlinigen Durchlaufbetrieb durch das Behandlungsmodul
ermöglichen. Alternativ können Aufnahmestelle und Abgabestelle an benachbarten Seiten
eines Behandlungsmoduls angeordnet sein. Dies ermöglicht bei einem rechteckigen Grundaufbau
eines Behandlungsmoduls eine Umlenkung des Werkstückträgerwegs relativ zu der Gesamtanlage
gesehen um 90°. Weiterhin alternativ können Aufnahmestelle und Abgabestelle an einer
gleichen Seite eines Behandlungsmoduls angeordnet sein. Dies ermöglicht bei einem
rechteckigen Grundaufbau eines Behandlungsmoduls eine Umlenkung des Werkstückträgerwegs
relativ zu der Gesamtanlage gesehen um 180°.
[0027] Weitere Ausgestaltungen der Anlage sind in den übrigen Unteransprüchen angegeben.
[0028] Die Aufgabe wird außerdem durch ein Behandlungsmodul zur Behandlung von Gegenständen
wie Fahrzeugkarosserien und/oder Fahrzeuganbauteile gelöst. Das erfindungsgemäße Behandlungsmodul
weist eine Behandlungszone, ein Fördersystem zur Förderung eines Werkstückträgers
entlang einer Strecke innerhalb des Behandlungsmoduls sowie für das Fördersystem eine
Aufnahmestelle zur Aufnahme eines Werkstückträgers und eine Abgabestelle zur Abgabe
eines Werkstückträgers auf. Das Fördersystem ist dazu ausgelegt, einen Werkstückträger
an der Aufnahmestelle aufzunehmen, den Werkstückträger in die Behandlungszone des
Behandlungsmoduls zu fördern und den Werkstückträger zu der Abgabestelle zu fördern.
[0029] Aufnahmestelle und Abgabestelle des Behandlungsmoduls sind so eingerichtet, dass
die Aufnahmestelle des Behandlungsmoduls mit einer Abgabestelle eines anderen gleichartigen
Behandlungsmoduls und/oder die Abgabestelle des Behandlungsmoduls mit eine Aufnahmestelle
eines anderen gleichartigen Behandlungsmoduls bestimmungsgemäß zusammenwirken können.
Aufnahmestelle und Abgabestelle eines Behandlungsmoduls sind also zueinander kompatibel.
Die Aufnahmestelle eines Behandlungsmoduls kann mit der Abgabestelle eines anderen
Behandlungsmoduls so kombiniert werden, dass eine Übergabe eines Werkstückträgers
von einem Behandlungsmodul zu einem anderen Behandlungsmodul möglich ist, ohne eine
weitere Übergabefunktionalität beispielsweise in Form eines Übergaberoboters zu benötigen.
Dies ermöglicht die bereits oben dargestellten Vorteile einer besonders flexiblen
Modularität einer aus solchen Behandlungsmodulen aufgebauten Behandlungsanlage.
[0030] Bei einem erfindungsgemäßen Behandlungsmodul kann vorgesehen sein, dass das Behandlungsmodul
eine oder mehrere Schnittstellen aufweist. Beispielsweise kann eine Schnittstelle
gleichzeitig Aufnahmestelle und Abgabestelle bilden, es können aber auch mehrere Schnittstellen
mit verschiedenen Funktionen vorgesehen sein. Eine Schnittstelle kann neben der Übergabefunktion
für einen oder mehrere Werkstückträger auch eine vereinfachte Schnittstelle für Medien
wie beispielsweise leistungsführende Elektrik, Steuerungstechnik, Druckluft, Wasser
etc. bieten.
[0031] Die Aufgabe wird außerdem durch ein Verfahren zur Behandlung von Gegenständen wie
Fahrzeugkarosserien und/oder Fahrzeuganbauteile gelöst. Das Verfahren weist die Schritte
auf: Aufnehmen eines ersten Werkstückträgers mit einem ersten zu behandelnden Gegenstand
an einer Aufnahmestelle eines Behandlungsmoduls einer Anlage zur Behandlung von Gegenständen;
Verfahren des ersten Werkstückträgers entlang einer Strecke innerhalb des Behandlungsmoduls
zu einer ersten Behandlungseinheit des Behandlungsmoduls; Behandeln des ersten Gegenstands
in der ersten Behandlungseinheit; Aufnehmen eines zweiten Werkstückträgers mit einem
zweiten zu behandelnden Gegenstand an einer Aufnahmestelle eines Behandlungsmoduls
einer Anlage zur Behandlung von Gegenständen; Verfahren des zweiten Werkstückträgers
entlang einer Strecke innerhalb des Behandlungsmoduls zu einer zweiten Behandlungseinheit
des Behandlungsmoduls; Behandeln des zweiten Gegenstands in der zweiten Behandlungseinheit;
Entnehmen des ersten Werkstückträgers der ersten Behandlungseinheit; Verfahren des
ersten Werkstückträgers zu einer Abgabestelle des Behandlungsmoduls; Abgeben des ersten
Werkstückträgers an ein weiteres Behandlungsmodul; Entnehmen des zweiten Werkstückträgers
der zweiten Behandlungseinheit; Verfahren des zweiten Werkstückträgers zu einer Abgabestelle
des Behandlungsmoduls; Abgeben des zweiten Werkstückträgers an ein weiteres Behandlungsmodul.
[0032] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, innerhalb eines Behandlungsmoduls
mit separierter Fördertechnik mehrere Gegenstände auf entsprechenden Werkstückträgern
in einer entsprechenden Anzahl an Behandlungseinheiten zu behandeln. Die Simultaneität
der Behandlung ermöglicht eine besonders vorteilhafte Steuerung des Behandlungsprozesses
und erlaubt, wie bereits erläutert, eine besonders einfache Erweiterung oder Verkleinerung
der Kapazität eines Behandlungsmoduls und damit auch der gesamten Anlage.
[0033] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens kann vorgesehen sein, dass
das Abgeben der Werkstückträger von einem ersten Behandlungsmodul zu einem zweiten
Behandlungsmodul seriell durchgeführt werden kann. Dies kann beispielsweise bedeuten,
dass nach der Entnahme eines behandelten Gegenstands aus einer Behandlungseinheit
und der Übergabe in den zweiten Bereich die nun freigewordene Behandlungseinheit wieder
belegt wird.
[0034] Die Übergabe der behandelten Gegenstände kann alternativ parallel durchgeführt werden.
Dies kann beispielsweise bedeuten, dass zunächst alle behandelten Gegenstände aus
den Behandlungseinheiten entnommen und in das zweite Behandlungsmodul überführt werden
und danach die freigewordenen Behandlungseinheiten wieder belegt werden.
[0035] Des Weiteren kann die Übergabe eines Werkstückträgers über zwei Behandlungsmodule
hinweg gesehen gleichzeitig oder nacheinander erfolgen. Beispielsweise kann der Wechsel
eines Werkstückträgers von einem ersten Behandlungsmodul in eine zweites Behandlungsmodul
gleichzeitig mit einem Wechsel eines Werkstückträgers von dem zweiten Behandlungsmodul
in ein drittes Behandlungsmodul stattfinden, Es kann aber alternativ auch erst der
Wechsel eines Werkstückträgers von dem zweiten Behandlungsmodul in ein drittes Behandlungsmodul
erfolgen, der dann einen Platz in dem zweiten Behandlungsmodul freiwerden lässt, der
wiederum von einem Werkstückträger aus dem ersten Behandlungsmodul belegt werden kann.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0036] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. In diesen zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Behandlungsanlage mit erfindungsgemäßen Behandlungsmodulen und
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Behandlungsanlage.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0037] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform einer Lackieranlage
10. Die Lackieranlage weist eine Reihe von Behandlungsmodulen 20, 30, 40, 50, 60,
70, 80, die im Folgenden näher erläutert werden. Die Lackieranlage 10 dient lediglich
als beispielhafte Ausführungsform. Bei der Behandlungsanlage könnte es sich aber auch
um eine andere Form der Behandlung wie beispielsweise eine reine Trocknungsanlage,
eine reine Montageanlage, eine reine Kontroll-/Auditanlage oder um eine Kombination
aus den genannten Anlagenarten handeln.
[0038] Die Lackieranlage 10 ist für die Beschichtung von Fahrzeuganbauteilen 12 wie beispielsweise
Stoßfängern 121 ausgelegt. Selbstverständlich können in einer solchen Lackieranlage
10 auch andere Fahrzeuganbauteile wie Räder etc. beschichtet werden. In der Lackieranlage
10 werden die zu beschichtenden Gegenstände 12 auf Werkstückträgern 14 wie beispielsweise
einem Förderschlitten 141, auch Skid genannt, gefördert. Der Antrieb der Werkstückträger
14 erfolgt prinzipiell über eine bekannte Antriebstechnik 16! wie Gurt-, Rollen- oder
Kettenförderer. Um die Ausrichtung des Werkstückträgers 14 relativ zu der Lackieranlage
10 verändern zu können, sind Drehtische wie beispielsweise ein Drehtisch 161 an entsprechenden
Stellen in der Lackieranlage 10 vorgesehen.
[0039] Den Anfang der Lackieranlage 10 bildet die Aufgabestelle 18, an der ein durch den
Drehtisch 161 ausgerichteter Werkstückträger 14 in die Lackieranlage eingebracht werden
kann. Die Aufgabe eines Werkstückträgers 14 auf den Drehtisch 161 kann manuell oder
automatisiert erfolgen.
[0040] An die Aufgabestelle 18 schließt sich ein erstes Behandlungsmodul 20 an. Das Behandlungsmodul
20 weist eine im Wesentlichen quaderförmige Grundstruktur aus und umfasst Seitenwände
201-204, deren Aufbau grundsätzlich bekannt ist und der von der Art der Behandlung,
die in dem Behandlungsmodul stattfinden soll, abhängt und deshalb hier nicht näher
erläutert werden soll. Nicht dargestellt ist eine obere Begrenzung des Behandlungsmoduls
20, die zusammen mit dem nur schematisch dargestellten Boden des Behandlungsmoduls
20 einen Behandlungsraum umschließt.
[0041] Zwei gegenüberliegende Seitenwände 203, 204 des ersten Behandlungsmoduls 20 sind
mit Aufnahmestellen und Abgabestellen versehen: Eine erste Seitenwand 203, welche
dem Drehtisch 161 und der Aufgabestelle 18 zugewandt ist, weist eine erste Aufnahmestelle
205 und eine erste Abgabestelle 206 auf, eine zweite Seitenwand 204, die der ersten
Seitenwand gegenüberliegt, weist eine zweite Abgabestelle 207 und eine zweite Aufnahmestelle
208 auf. In dem Behandlungsmodul 20 befindet sich ein Fördersystem 216 mit einem ersten
Förderabschnitt 2161 und einem zweiten Förderabschnitt 2162. Der erste Förderabschnitt
2161 verbindet die erste Aufnahmestelle 205 und die zweite Abgabestelle 207, der zweite
Förderabschnitt 2162 verbindet die zweite Aufnahmestelle 208 und die erste Abgabestelle
206.
[0042] Die Aufnahme- und Abgabestellen 205-208 bilden Öffnungen in den Seitenwänden 203,
204, durch die der Werkstückträger 14 über die Fördertechnik 16 hindurch bewegt werden
kann. Die Öffnungen können beispielsweise durch Schnelllauftore oder andere geeignete
Abschottungsmittel offenbar und verschließbar sein.
[0043] Die beiden Förderabschnitte 2161, 2162 des Fördersystems 216 durchqueren eine zweiteilige
Behandlungszone 209 in dem Behandlungsmodul 20, die in Figur 1 gestrichelt dargestellt
ist. Innerhalb der Behandlungszone 209 ist ein Applikationsroboter 210 angeordnet,
der beispielsweise für einen Auftrag einer Grundierung, auch Primer genannt, und eines
Klarlacks ausgelegt ist. Der Applikationsroboter 210 kann hierfür beispielsweise zwei
Applikationsköpfe tragen. Alternativ können auch zwei separate Applikationsroboter
vorgesehen sein. Je nach Vorbereitung des Applikationsroboters 210 kann in einem ersten
Abschnitt 211 der Behandlungszone 209, der in Figur 1 oben liegt, eine Grundierung
aufgebracht werden oder in einem zweiten Abschnitt 212 der Behandlungszone 209 ein
Klarlack auf einen zu behandelnden Gegenstand aufgebracht werden.
[0044] Nach einer Aufgabe eines Werkstückträgers 14 an der Aufgabestelle 18 wird der Werkstückträger
14 zusammen mit dem Werkstück 12 allgemein über die Fördertechnik 16 in das Behandlungsmodul
20 gefördert. Konkret übernimmt der Förderabschnitt 2161 einen durch die erste Aufnahmestelle
205 teilweise in den Innenraum des Behandlungsmoduls 20 ragenden Werkstückträger 14
und fördert diesen in den ersten Abschnitt 211 der Behandlungszone 209. Nach Auftragung
der Grundierung durch den Applikationsroboter 210 kann der Werkstückträger 14 über
den Förderabschnitt 2161 durch die zweite Abgabestelle 207 aus dem ersten Behandlungsmodul
20 hinaus gefördert werden.
[0045] Nach dem Auftrag der Grundierung in dem ersten Behandlungsmodul 20 schließt sich
ein erstes Abdunst-Behandlungsmodul 30 an, das eine mit einer gestrichelten Linie
gekennzeichnete Abdunstzone 307 umfasst. Das Abdunst-Behandlungsmodul 30 weist - vergleichbar
mit dem ersten Behandlungsmodul 20 - Seitenwände 301-304, sowie Decke und Boden (ohne
Bezugszeichen) auf. Das Abdunst-Behandlungsmodul 30 weist ein Fördersystem 316 mit
einem entlang eines Förderabschnitts 3162 verfahrbaren Drehtisch 3161 auf. Die Abdunstzone
307 weist mehrere Behandlungseinheiten auf: Vier Abdunsteinheiten 308 sind einander
benachbart und zueinander parallel innerhalb der Abdunstzone 307 angeordnet. In dem
in Figur 1 dargestellten Betriebszustand sind zwei Abdunsteinheiten 308 bereits mit
einem Werkstückträger 14, der einen zu behandelnden Gegenstand 12 trägt, belegt.
[0046] Zur Beschickung der Abdunstzone 307 übernimmt der Drehtisch 3161 einen Werkstückträger
14 aus dem ersten Behandlungsmodul 20. Hierzu verfährt der Drehtisch 3161 entlang
des Förderabschnitts 3162 des Fördersystems 316 zu einer ersten Seitenwand 302, die
dem ersten Behandlungsmodul 20 benachbart ist. In dieser ersten Seitenwand 302 ist
eine Aufnahmestelle 305 so angeordnet, dass sie zur Abgabestelle 207 des ersten Behandlungsmoduls
20 komplementär ist. Die Aufnahmestelle 307 ermöglicht ein Übergeben eines Werkstückträgers
14 von dem ersten Behandlungsmodul 20 in das Abdunst-Behandlungsmoduls 30.
[0047] Der Drehtisch 3161 übernimmt den Werkstückträger 14, entfernt sich mit dem Werkstückträger
14 von der ersten Seitenwand 302, indem er entlang des Förderabschnitts 3162 in Richtung
der zweiten Seitenwand 302 verfährt, dreht den Werkstückträger 14 um 90° und fördert
ihn in eine freie Abdunsteinheit 308 der Abdunstzone 307. Je nach Ausgestaltung der
Abdunstzone 307 innerhalb des Abdunst-Behandlungsmoduls 30 kann auch der Vorgang des
Verfahrens nach der Übernahme des Werkstückträgers 14 entfallen. Sind beispielsweise
zwischen der äußeren Abgrenzung der Abdunstzone 307 und den Seitenwänden 302, 303
genügend Freiräume vorhanden, kann nach der 90°-Drehung bereits eine Abdunsteinheit
308 beschickbar sein.
[0048] Die Anzahl der Abdunsteinheiten 308 in der Abdunstzone 307 korreliert mit der Taktdauer
für die Übernahme eines Werkstückträgers 14 aus dem ersten Behandlungsmodul 20 und
der gewünschten Abdunstdauerje Abdunstvorgang. Nach Beendigung eines Abdunstvorgangs
entnimmt der Drehtisch 3161 wiederum den Werkstückträger 14 aus der Behandlungseinheit
308, verfährt diesen gegebenenfalls entlang des Förderabschnitts 3162, dreht den Werkstückträger
14 um 90° und fördert ihn in Richtung der zweiten Seitenwand 307, in der eine Abgabestelle
306 angeordnet ist.
[0049] An das Abdunst-Behandlungsmodul 30 schließt sich ein weiteres Behandlungsmodul an,
das Basislack-Behandlungsmodul 40.
[0050] Das Basislack-Behandlungsmodul 40 weist Decke und Boden (ohne Bezugszeichen), Seitenwände
401-404, eine das Basislack-Behandlungsmodul 40 in zwei Teilbereiche 410, 411 unterteilende
Zwischenwand 409, eine Fördertechnik 416 sowie je einen in den Teilbereichen 410,
411 angeordneten Lackierroboter 412, 413 auf. In den Teilbereichen 410, 411 weist
das Fördersystem 416 einen ersten Förderabschnitt 4161 und einen zweiten Förderabschnitt
4162 auf.
[0051] In einer ersten Seitenwand 402, die dem Abdunst-Behandlungsmodul 30 benachbart ist,
ist in dem ersten Teilbereich 410 eine erste Aufnahmestelle 405, in dem zweiten Teilbereich
411 eine zweite Abgabestelle 406, in einer der ersten Seitenwand 402 gegenüberliegenden
zweiten Seitenwand 403 ist in dem ersten Teilbereich 410 eine erste Abgabestelle 407
und in dem zweiten Teilbereich 411 eine zweite Aufnahmestelle 408 angeordnet.
[0052] Die Lackierroboter 412, 413 definieren jeweils eine Behandlungszone 414, 415, die
jeweils durch eine gestrichelte Linie dargestellt ist.
[0053] Das Basislack-Behandlungsmodul 40 wird von einem Werkstückträger 14 zweimal durchlaufen.
Zunächst übernimmt die Fördertechnik 416 in dem Förderabschnitt 4161 über die Aufnahmestelle
405 einen Werkstückträger 14, der von dem Abdunst-Behandlungsmoduls 30 über die Abgabestelle
306 angefördert wird und transportiert den Werkstückträger 14 in die erste Behandlungszone
414, die sich in dem ersten Teilbereich 410 befindet. Dort wird der auf dem Werkstückträger
14 befindliche zu behandelnde Gegenstand 12 durch den Lackierroboter 412 mit einer
ersten Schicht Basislack beschichtet. Nach dem Beschichtungsvorgang wird der Werkstückträger
14 entlang dem Förderabschnitt 4161 weiter zu der Abgabestelle 407 in der zweiten
Seitenwand 403 transportiert.
[0054] An das Basislack-Behandlungsmodul 40 schließt sich ein Umsetz-Modul 50 an. Das Umsetz-Modul
50 weist eine erste Seitenwand 501 mit einer Aufnahmestelle 502 und einer Abgabestelle
503 sowie weitere Seitenwände, Decke und Boden auf, die keine eigenen Bezugszeichen
aufweisen.
[0055] Innerhalb des Umsetz-Moduls 50 befindet sich eine Fördertechnik 516, die als wesentliche
Bestandteile einen ersten Drehtisch 5161 und einen zweiten Drehtisch 5162 aufweist.
[0056] Nach Übernahme eines Werkstückträgers 14 von der Abgabestelle 407 des Basislack-Behandlungsmoduls
40 über die Aufnahmestelle 502 durch den ersten Drehtisch 5161 dreht dieser den Werkstückträger
14 um 90° und übergibt den Werkstückträger 14 an den zweiten Drehtisch 5162. Diese
vollführt wiederum eine Drehung um 90° im gleichen Drehsinn und übergibt den Werkstückträger
14 über die Abgabestelle 503 an das Basislack-Behandlungsmodul 40, insbesondere an
den zweiten Teilbereich 411.
[0057] In dem zweiten Teilbereich 411 findet analog zu dem ersten Teilbereich 410 wiederum
eine Basislack-Beschichtung durch einen Lackierroboter 413 statt. Nach Aufbringen
der zweiten Schicht Basislack durch den Lackierroboter 413 wird der Werkstückträger
14 entlang des zweiten Förderabschnitts 4162 durch die Fördertechnik 416 zu der zweiten
Abgabestelle 406 gefördert.
[0058] Dort übergibt die Fördertechnik 416 den Werkstückträger 14 an ein zweites Abdunst-Behandlungsmodul
60. Das zweite Abdunst-Behandlungsmodul 60 ist weitgehend identisch zu dem ersten
Abdunst-Behandlungsmodul 30 aufgebaut. Es wird daher auf eine detaillierte Beschreibung
der einzelnen Merkmale verzichtet. Gleiche oder identische Merkmale beginnen mit der
Ziffer 6 anstatt - wie bei dem ersten Behandlungsmodul 30 - mit der Ziffer 3.
[0059] Nach Anforderung des Werkstückträgers 14 aus dem zweiten Teilbereich 411 des Basislack-Behandlungsmoduls
40 über die Abgabestelle 406 übernimmt der Drehtisch 6161 der Fördertechnik 616 des
zweiten Abdunst-Behandlungsmoduls 60 an der Aufnahmestelle 606 in der zweiten Seitenwand
603 den Werkstückträger 14, dreht diesen um 90° und beschickt eine der freien Abdunst-Behandlungseinheiten
608. Ist in einer der Abdunst-Behandlungseinheiten 608 der Behandlungsvorgang - also
das Abdunsten - abgeschlossen, entnimmt der Drehtisch 6161 den darin befindlichen
Werkstückträger 14, verfährt gegebenenfalls entlang des Förderabschnitts 6162, dreht
den Werkstückträger 14 und fördert diesen entlang des Förderabschnitts 6162 zu der
Abgabestelle 605.
[0060] Dort erfolgt eine Übergabe von dem zweiten Abdunst-Behandlungsmodul 60 an das erste
Behandlungsmodul 20. Die Fördertechnik 216 des ersten Behandlungsmoduls 20 übernimmt
entlang des Förderabschnitts 2162 an der zweiten Aufnahmestelle 208 den Werkstückträger
14 und fördert diesen in den zweiten Abschnitt 212 der Behandlungszone 209.
[0061] Dort kann der Applikationsroboter 210 einen Klarlack auf den zu behandelnden Gegenstand
12 auf dem Werkstückträger 14 aufbringen. Nach Beendigung des Beschichtungsvorgangs
wird der Werkstückträger 14 entlang der Förderstrecke 2162 zu der ersten Abgabestelle
206 gefördert. Dort kann eine Übergabe des Werkstückträgers 14 an das nächste Modul
in der Fertigungsanlage 10 erfolgen.
[0062] Nach der Klarlackbeschichtung wird der Werkstückträger 14 in das letzte Abdunst-Behandlungsmodul
70 gefördert. Auch hier ist der Aufbau vergleichbar mit dem ersten Behandlungsmodul
30. Im Unterschied zu dem ersten Behandlungsmodul 30 sind in dem letzten Abdunst-Behandlungsmodul
70 sechs Abdunsteinheiten 708 vorgesehen.
[0063] Nach der Übergabe des Werkstückträgers 14 übernimmt der Drehtisch 7161 der Fördertechnik
716 des Behandlungsmoduls 70 an der Aufnahmestelle 706 der ersten Seitenwand 703 den
weiteren Transport des Werkstückträgers 14. Es wird eine freie Abdunsteinheit 708
mit dem übernommenen Werkstückträger 14 belegt. Anschließend kann ein Werkstückträger
14 eine Abdunsteinheit 708, dessen Abdunstzeit bereits abgelaufen ist, mittels des
Drehtisches 7161 der Abdunsteinheit 708 entnommen und an die Abgabestelle 705 der
zweiten Seitenwand 702 gefördert werden.
[0064] In Anschluss an das letzte Abdunst-Behandlungsmodul 70 ist in der Anlage 10 eine
Kombination aus zwei Trockner-Behandlungsmodulen 80, 90 sowie einer Verteilereinheit
100 vorgesehen. Die Trockner-Behandlungsmodule 80, 90 sind im Wesentlichen identisch
aufgebaut. Es wird daher lediglich im Detail auf das erste Trockner-Behandlungsmodul
80 eingegangen.
[0065] Das erste Trockner-Behandlungsmodul 80 ist vergleichbar dem ersten Abdunst-Behandlungsmodul
30 aufgebaut. Eine Reihe von Trocknungseinheiten 808 ist einander benachbart und parallel
zueinander innerhalb einer Behandlungszone 807 angeordnet. Eine Fördertechnik 816
mit einem Verfahrtisch 8161, der entlang einer Förderstrecke 8162 verfahrbar ist,
ist innerhalb des Trocknung-Behandlungsmoduls 80 angeordnet.
[0066] Alternativ oder zusätzlich könnten die Trocknungseinheiten 808 auch übereinander
angeordnet sein. In diesem Fall wäre der Verfahrtisch 8161 zusätzlich mit einer Hubvorrichtung
ausgestattet.
[0067] Eine Fördertechnik 816 wie erwähnt mit einem Verschiebetisch 8161 zur linearen Förderung
entlang einer Förderstrecke 8162 ermöglicht ein Beladen und ein Entladen der Trocknungseinheiten
808. Die Übergabe eines Werkstückträgers 14 in Trocknungseinheit 808 kann beispielsweise
über eine Push-/Pull-Technik oder über eine antriebslose Übergabe dadurch erfolgen,
dass die Trocknungseinheit 808 für eine Beladung abgesenkt/geneigt und für eine Entladung
angehoben/geneigt werden kann.
[0068] Die Übergabe eines Werkstückträgers 14 auf den Verschiebetisch 8161 erfolgt über
eine Aufnahme- und Abgabestelle 802 in einer ersten Seitenwand 801, die der Verteilereinheit
100 zugewandt ist.
[0069] Das zweite Trockner-Behandlungsmodul 90 weist entsprechend ebenfalls eine Aufnahmeund
Abgabestelle 902 in einer Seitenwand 901 auf, die der Verteilereinheit 100 zugewandt
ist.
[0070] Die Verteilereinheit 100 weist eine Fördertechnik 116 mit einem Drehtisch 1161 und
einer Förderstrecke 1162 auf. Der Drehtisch 1161 ist entlang der Förderstrecke 1162
verfahrbar und dazu ausgelegt, einen über die Abgabestelle 705 des letzten Abdunst-Behandlungsmoduls
70 herangeförderten Warenträger 14 entgegenzunehmen, um 90° zu drehen und mit einer
der Aufnahme- und Abgabestellen 802, 902 auszurichten und in eine der zwei Trockner-Behandlungsmodule
80, 90 zu übergeben. Entsprechend ist die Verteilereinheit 100 dazu ausgelegt, nach
Beendigung eines Trocknungsvorgangs eines auf einem Warenträger 14 befindlichen Gegenstands
12 diesen über die Aufnahme- und Abgabestellen 802, 902 zu übernehmen und zu einer
Entnahmestelle 110 zu fördern. In der Entnahmestelle kann optional, falls erforderlich,
eine Kühlung des behandelten Gegenstands 12 auf dem Werkstückträger 14 erfolgen. Die
Übergabe des Werkstückträgers 14 an die Entnahmestelle 110 ist über eine Abgabestelle
117 möglich.
[0071] Die in Figur 2 dargestellte Ausführungsform einer Behandlungsanlage 10' weist verglichen
mit der in Figur 1 dargestellten Behandlungsanlage 10 die gleichen Behandlungsmodule
20-70 betreffend die Beschichtung- und die Abdunstungsvorgänge auf. Diese Behandlungsmodule
weisen daher die gleichen Bezugszeichen 20-70 auf und werden nicht nochmals erläutert.
[0072] Das Trocknungs-Behandlungsmodul 80' hingegen ist verglichen mit dem Trocknungsbereich
Behandlungsmodule 80 der Behandlungsanlage 10 um 90° gedreht und schließt ohne eine
Verteilereinheit direkt an das Abdunst-Behandlungsmodul 70 an. Es weist in seiner
Behandlungszone sieben Trocknungseinheiten 808' auf, die benachbart und parallel zueinander
angeordnet sind. An einer dem Abdunst-Behandlungsmodul 70 zugewandten Seitenwand 801'
weist das Trocknungs-Behandlungsmodul 80' eine Aufnahmestelle 802' und eine Abgabestelle
803' auf.
[0073] Innerhalb des Trocknung-Behandlungsmoduls 80' befindet sich eine Fördertechnik 816'
mit einem linear beweglichen Verschiebetisch 8161', der entlang einer Förderstrecke
8162' hin und her bewegt werden kann und die Trocknungseinheiten 808' be- und entladen
kann.
[0074] Ein aus dem Abdunst-Behandlungsmodul 70 herangeförderter Werkstückträger 14 kann
über die Aufnahmestelle 802' an den Verschiebetisch 8161' übergeben und in eine freie
Trocknungseinheit 808' gefördert werden. Nach Beendigung eines Trocknungsvorgangs
kann ein Werkstückträger 14 einer Trocknungseinheit 808' mittels des Verschiebetisches
8161' entnommen und über die Abgabestelle 803' aus dem Trocknungs-Behandlungsmodule
80' gefördert werden.
[0075] Im Unterschied zu der Behandlungsanlage 10 der Figur 1 weist die Behandlungsanlage
10' der Figur 2 einen geschlossenen Warenträger-Kreislauf auf. Ein aus dem Trocknung-Behandlungsmodul
80' herausgeförderter Werkstückträger 14 gelangt zu einer kombinierten Abgabe-/Aufgabestelle
18'. An dieser kann der Werkstückträger 14 von dem zu behandelnden Gegenstand entladen
und mit einem neuen zu behandelnden Gegenstand beladen werden. Dabei kann der Werkstückträger
direkt nach der Abnahme oder, wie in Figur 3 gezeigt, erst nach einem freien Takt
wieder belegt werden. Dies erzeugt einen freien Pufferplatz.
1. Anlage (10) zur Behandlung von Gegenständen wie Fahrzeugkarosserien und/oder Fahrzeuganbauteile,
mit
a. einer Mehrzahl an Behandlungsmodulen (20, 30), wobei jedes Behandlungsmodul
b. eine Behandlungszone (209, 307),
c. ein Fördersystem (216, 316) zur Förderung eines Werkstückträgers (14) entlang einer
Strecke (2161, 3162) innerhalb des Behandlungsmoduls (20, 30) sowie
d. für das Fördersystem (216, 316) eine Aufnahmestelle (205, 305) zur Aufnahme eines
Werkstückträgers (14) und eine Abgabestelle (207, 306) zur Abgabe eines Werkstückträgers
(14) aufweist,
e. wobei das Fördersystem (216, 316) dazu ausgelegt ist, einen Werkstückträger (14)
an der Aufnahmestelle (205, 305) aufzunehmen, in die Behandlungszone (209, 307) zu
fördern und zu der Abgabestelle (207, 306) zu fördern,
f. wobei eine Abgabestelle (207) eines ersten Behandlungsmoduls (20) und eine Aufnahmestelle
(305) eines zweiten Behandlungsmoduls (30) so ausgebildet sind, dass die Abgabestelle
(207) des ersten Behandlungsmoduls (20) mit der Aufnahmestelle (305) des zweiten Behandlungsmoduls
(30) so bestimmungsgemäß zusammenwirken kann, dass ein Werkstückträger (14) von dem
ersten Behandlungsmodul (20) zu dem zweiten Behandlungsmodul (30) übergebbar ist.
2. Anlage nach Anspruch 1, wobei jede Aufnahmestelle (205, 208, 305) zu jeder Abgabestelle
(207, 306, 206) kompatibel ist, so dass jedes Behandlungsmodul (20, 30) mit einem
anderen Behandlungsmodul (20, 30) kombinierbar ist.
3. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Behandlungszone (307) eines
Behandlungsmoduls (30) eine Mehrzahl an Behandlungseinheiten (308) umfasst.
4. Anlage nach Anspruch 3, wobei die Behandlungseinheiten (308) gleichartig sind und/oder
nebeneinander und/oder übereinander angeordnet sind.
5. Anlage nach einem der Ansprüche 3 oder 4, wobei die Behandlungseinheiten die Funktion
einer Abdunstzone (308), eines Trockners (808), einer Kühlzone oder einer allgemeinen
Verweilzeit wahrnehmen.
6. Anlage nach einem der Ansprüche 3 bis 5, wobei die Behandlungseinheiten (308) mittels
des Fördersystems beschickbar sind.
7. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Fördersystem eine Fördereinheit
zur Aufnahme und zur Bewegung eines Werkstückträgers aufweist.
8. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Aufnahmestelle (802) und Abgabestelle
(802) identisch oder an gegenüberliegenden Seiten eines Behandlungsmoduls (305, 306)
angeordnet oder an benachbarten Seiten eines Behandlungsmoduls angeordnet oder an
der gleichen Seite eines Behandlungsmoduls angeordnet sind.
9. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Aufnahmestelle (305) und
die Abgabestelle (207) an den Behandlungsmodulen (20, 30) zueinander kompatibel angeordnet
sind.
10. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Abgabestelle (207) eines
ersten Behandlungsmoduls (20) so mit der Aufnahmestelle (305) eines zweiten Behandlungsmoduls
(30) ausgerichtet ist, dass ein Werkstückträger (14) von der Abgabestelle (207) des
ersten Behandlungsmoduls (20) an die Aufnahmestelle (305) des zweiten Behandlungsmoduls
(30) übergebbar ist.
11. Behandlungsmodul (30) zur Behandlung von Gegenständen wie Fahrzeugkarosserien und/oder
Fahrzeuganbauteile, mit
a. einer Behandlungszone (307),
b. einem Fördersystem (316) zur Förderung eines Werkstückträgers (14) entlang einer
Strecke (3162) innerhalb des Behandlungsmoduls (30) sowie
c. für das Fördersystem (316) eine Aufnahmestelle (305) zur Aufnahme eines Werkstückträgers
(14) und eine Abgabestelle (306) zur Abgabe eines Werkstückträgers (14),
d. wobei das Fördersystem (316) dazu ausgelegt ist, einen Werkstückträger (14) an
der Aufnahmestelle (305) aufzunehmen, in die Behandlungszone (307) zu fördern und
zu der Abgabestelle (306) zu fördern,
e. wobei die Aufnahmestelle (305) und die Abgabestelle (306) des Behandlungsmoduls
(30) so eingerichtet sind, dass die Aufnahmestelle (305) des Behandlungsmoduls (30)
mit einer Abgabestelle (207) eines anderen Behandlungsmoduls (20) und/oder die Abgabestelle
(306) des Behandlungsmoduls (30) mit einer Aufnahmestelle (405) eines anderen Behandlungsmoduls
(40) bestimmungsgemäß zusammenwirken können.
12. Verfahren zur Behandlung von Gegenständen wie Fahrzeugkarosserien und/oder Fahrzeuganbauteile,
mit den Schritten.
a. Aufnehmen eines ersten Werkstückträgers mit einem ersten zu behandelnden Gegenstand
an einer Aufnahmestelle eines Behandlungsmoduls einer Anlage zur Behandlung von Gegenständen;
b. Verfahren des ersten Werkstückträgers entlang einer Strecke innerhalb des Behandlungsmoduls
zu einer ersten Behandlungseinheit des Behandlungsmoduls;
c. Behandeln des ersten Gegenstands in der ersten Behandlungseinheit;
d. Aufnehmen eines zweiten Werkstückträgers mit einem zweiten zu behandelnden Gegenstand
an einer Aufnahmestelle eines Behandlungsmoduls einer Anlage zur Behandlung von Gegenständen;
e. Verfahren des zweiten Werkstückträgers entlang einer Strecke innerhalb des Behandlungsmoduls
zu einer zweiten Behandlungseinheit des Behandlungsmoduls;
f. Behandeln des zweiten Gegenstands in der zweiten Behandlungseinheit;
g. Entnehmen des ersten Werkstückträgers der ersten Behandlungseinheit;
h. Verfahren des ersten Werkstückträgers zu einer Abgabestelle des Behandlungsmoduls;
i. Abgeben des ersten Werkstückträgers an ein weiteres Behandlungsmodul;
j. Entnehmen des zweiten Werkstückträgers der zweiten Behandlungseinheit;
k. Verfahren des zweiten Werkstückträgers zu einer Abgabestelle des Behandlungsmoduls;
l. Abgeben des zweiten Werkstückträgers an ein weiteres Behandlungsmodul.