[0001] Die Erfindung betrifft einen Doppelachsantrieb und ein Fahrwerk eines Schienenfahrwerks.
[0002] Bei Schienenfahrzeugen mit Längsantrieben, Mittenantrieben oder je einem außenliegenden
Längsantrieb, also sogenannten Doppelachsantrieben, werden an einem Fahrmotor an seinen
jeweiligen Enden seiner Rotorwelle ein Achsgetriebe montiert als Antrieb eines Rades
oder Radsatzes, wodurch eine mehrteilige Gehäusekonstruktion entsteht.
[0003] Das Gehäuse des Fahrmotors dieses Längsantriebs beinhaltet bisher lediglich ein Lagerschild,
wobei die Getriebe jeweils ein eigenes Gehäuse mit Getriebedeckel aufweisen und somit
die gesamte Konstruktion des Doppelachsantriebs aus mehreren Teilen, insbesondere
Gehäuseteilen, besteht, wie dies beispielsweise der
EP 0 718 170 A1 zu entnehmen ist.
[0004] Ausgehend davon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen derartigen Doppelachsantrieb
bezüglich seines Aufbaus zu vereinfachen und ein dementsprechendes Fahrwerk für ein
Schienenfahrzeug zu schaffen.
[0005] Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt durch einen Doppelachsantrieb zumindest
mit einem zwischen zwei Treibachsen angeordneten Fahrmotor, dessen Drehachse quer,
insbesondere senkrecht zu den Treibachsen verläuft, wobei mittels einer Antriebswelle
des Fahrmotors jeweils über ein Getriebe eine Radsatzwelle antreibbar ist, wobei der
gesamte Doppelachsantrieb in einer Gehäuseeinheit angeordnet ist, die zwei Gehäuseabschnitte
aufweist.
[0006] Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt auch durch ein Fahrwerk eines Schienenfahrzeugs
mit zumindest zwei parallelen Doppelachsantrieben, die durch wenigstens einen Längsträger
miteinander mechanisch verbunden sind.
[0007] Erfindungsgemäß ist nunmehr zwischen den beiden Treibachsen lediglich nur noch eine
Gehäuseeinheit vorgesehen, die nunmehr Bestandteile des Fahrmotors, des Lagers, der
Kupplung und zwei Getrieben beinhaltet, so dass die Herstell- und Montagekosten und
auch das Gewicht gegenüber herkömmlichen Doppelachsantrieben reduziert wird.
[0008] Vorteilhafterweise ist dabei das Getriebe als Hypoidkegelradgetriebe oder als normales
Winkelgetriebe ausgeführt. Diese kompakten Getriebe eignen sich insbesondere für derartige
Doppelachsantriebe, da sich dort der Kraftfluss auf engstem Raum nahezu ideal umlenken
lässt. Um nun die beiden Gehäuseabschnitte kraftschlüssig miteinander zu verbinden,
werden an den Stoßstellen Flanschflächen ausgeführt, an denen diese beiden Gehäuseabschnitte
verbindbar sind.
[0009] Vorteilhafterweise verlaufen diese Flanschflächen senkrecht zur Antriebswelle des
Rotors des Fahrmotors oder parallel zu den Treibachsen. Damit vereinfacht sich die
Herstellung derartiger Flanschflächen.
[0010] Um dem Statorblechpaket des Fahrmotors einen durchgehenden Sitz im Gehäuse zu gewährleisten,
werden die Flanschflächen außerhalb, insbesondere axial außerhalb des Statorblechpakets
vorgesehen. Damit vereinfacht sich auch der Schrumpfsitz des Statorblechpakets innerhalb
des dafür vorgesehenen Gehäuseabschnitts. Die auf das Statorblechpaket wirkenden Drehmomente
Im Betrieb des Doppelachsantriebs werden dadurch besser aufgenommen. Dabei bleibt
auch die Demontierbarkeit der jeweiligen Gehäuseabschnitte erhalten.
[0011] Bei einem Fahrwerk eines Schienenfahrzeugs mit zumindest einem Doppelachsantrieb
werden nunmehr ein kompakter Aufbau bei vergleichsweise geringem Gewicht und eine
Kostenreduktion für derartige Fahrwerke geschaffen.
[0012] Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden anhand
prinzipiell dargestellter Ausführungsbespiele näher dargestellt; dabei zeigt
- FIG 1
- einen Längsschnitt mit mittig einem angeordnetem Flansch,
- FIG 2
- einen Längsschnitt mit einem außermittig angeordnetem Flansch.
[0013] FIG 1 zeigt einen Längsschnitt eines Doppelachsantriebs, der sowohl als Mittenantrieb
als auch als außenliegender Längsantrieb, insbesondere für Niederflurfahrzeuge geeignet
ist. Dabei ist zwischen zwei Treibachsen 14 ein Fahrmotor 3 angeordnet, der ein Statorblechpaket
4 und ein eine Rotorwelle 7 umgebendes Rotorblechpaket 5 aufweist. Die um eine Drehachse
6 rotierbare Rotorwelle 7 ist dabei über Lager 9 gelagert. Das Statorblechpaket 4
ist drehfest in einer Gehäuseeinheit 15 untergebracht. Das Gehäuseeinheit 15 ist in
zwei Gehäuseabschnitten 16 und 17 aufgeteilt, die an einer Flanschfläche 10 miteinander
verbindbar sind. In dem vorliegenden Fall befindet sich die Flanschfläche 10 des Flansches
im Bereich des Statorblechpakets 4.
[0014] In den Gehäuseabschnitten 16, 17 sind dabei jeweils Teile des Fahrmotors 3, Kupplung
8, Lagereinheit 23 für Getriebe 18 und Fahrmotors 3. In zumindest einem der Gehäuseabschnitte
16, 17 kann außerdem eine Bremsen, insbesondere zwischen Kupplung 8 und Fahrmotor
3 angeordnet sein. Am bzw. in den Gehäuseabschnitten 16, 17 können optional Luftleitvorrichtungen
für Kühlluftströme, als auch Kühlmitteleinlässe 11 bzw. Kühlmittelauslässe 12 an der
Hülle der Gehäuseabschnitte 16, 17 vorgesehen werden.
[0015] In einer vorteilhaften weiteren, Ausführungsform gemäß FIG 2 befinden sich die Flanschflächen
10 des Flansches axial außerhalb des Statorblechpakets 4. Damit weist des Statorblechpaket
4 einen durchgehende Sitz in einem Gehäuseabschnitt auf. Dies vereinfacht die Demontierbarkeit
der Gehäuseabschnitte 16, 17. Damit können beispielsweise elektrische Anschlüsse des
Wicklungssystems des Fahrmotors 3 besonders günstig auf einer Seite des Statorblechpaketes
4 zugänglich angeordnet werden.
[0016] In dem Gehäuseabschnitt 16 ist dabei u.a. der Fahrmotor 3, die Kupplung 8, eine Lagereinheit
23 für Getriebe 18 und Fahrmotors 3 und optional eine Bremse angeordnet. Im anderen
Gehäuseabschnitt 17 ist die Kupplung 8 und eine Lagereinheit 23 für das Getriebe 18
angeordnet. Am bzw. in den Gehäuseabschnitten 16, 17 können dabei jeweils optional
Luftleitvorrichtungen für Kühlluftströme, als auch Kühlmitteleinlässe 11 bzw. Kühlmittelauslässe
12 an der Hülle der Gehäuseabschnitte 16, 17 vorgesehen werden.
[0017] In der Gehäuseeinheit 15, insbesondere in den Gehäuseabschnitten 16 und 17 sind somit
jeweils Lufteinlässe 11 und/oder Luftauslässe 12 in der Wandung der Gehäuseabschnitte
16, 17 vorgesehen. Ebenso ist innerhalb der Gehäuseeinheit 15 jeweils eine Kupplung
8, sowohl zur einen Treibachse 14 als auch zur anderen Treibachse 14 hin, angeordnet.
Die gesamte Gehäuseeinheit 15 ist über Federn 13 in einem nicht näher dargestellten
Drehgestell eines Schienenfahrzeugs platziert.
[0018] Die jeweiligen Gehäuseabschnitte 16, 17 nehmen ebenso jeweils die Lageranordnungen
23 in dementsprechenden Lagersitzen der Gehäuseabschnitte 16, 17 auf, die sich vorzugsweise
zwischen Getriebe 18 und Kupplung 8 befinden.
[0019] Die jeweiligen Gehäuseabschnitte 16, 17 ragen axial - vom Fahrmotor 3 aus betrachtet
- über die Treibachsen 14. Die Gehäuseabschnitte 16, 17 umgreifen dabei ihre jeweilige
Treibachse 14 sowohl nach FIG 1 als auch nach FIG 2 bis zu 180 Grad. Mit anderen Worten:
eine gedachte Verlängerung der Flanschflächen der Flansche 21 geht durch die jeweilige
Treibachse 14.
[0020] Auch Winkel kleiner 180 Grad gestatten eine vergleichsweise einfache Montage.
[0021] Die Gehäuseabschnitte 16, 17 werden jeweils durch einen Getriebedeckel 20 abgeschlossen,
die mittels Flanschverbindungen 21 am jeweiligen Gehäuseabschnitt 16, 17 befestigt
werden. Die Getriebedeckel 20 weisen jeweils eine Wartungsöffnung 22 auf.
[0022] Über die Treibachse 14 wird mittels eines Getriebes 18 jeweils ein Rad bzw. ein Radsatz
mit zwei Rädern angetrieben. Die Treibachse dieser Räder bzw. dieser Radsätze verlaufen
dabei im Wesentlichen senkrecht zur Drehachse 6 des Fahrmotors 3.
1. Doppelachsantrieb zumindest mit einem zwischen zwei Treibachsen (14) angeordneten
Fahrmotor (3), dessen Drehachse (6) quer, insbesondere senkrecht zu den Treibachsen
(14) verläuft, wobei mittels einer Antriebswelle (7) des Fahrmotors (3) jeweils über
ein Getriebe (18) eine Radsatzwelle antreibbar ist, wobei der gesamte Doppelachsantrieb
in einer Gehäuseeinheit (15) angeordnet ist, die zwei Gehäuseabschnitte (16,17) aufweist.
2. Doppelachsantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (18), insbesondere ein Winkelgetriebe oder ein Hypoidkegelradgetriebe
ist.
3. Doppelachsantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Gehäuseabschnitte (16,17) einander zugewandte Flanschflächen (10) aufweisen,
an denen die Gehäuseabschnitte (16,17) fixierbar sind, wobei die Flanschfläche (10)
insbesondere senkrecht oder parallel zur Antriebswelle (7) verläuft.
4. Doppelachsantrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Flanschfläche (10) axial außerhalb eines Statorblechpakets (4) des Fahrmotors
(3) angeordnet ist.
5. Fahrwerk eines Schienenfahrzeugs mit zumindest zwei parallelen Doppelachsantrieben,
die durch wenigstens einen Längsträger miteinander mechanisch verbunden sind.