[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spinnmaschine, insbesondere Rotorspinnmaschine,
mit einer Vielzahl von zwischen zwei stirnseitigen Enden der Spinnmaschine in Längsrichtung
der Spinnmaschine nebeneinander angeordneten Arbeitsstellen, welche jeweils wenigstens
eine Absaugstelle aufweisen. Weiterhin weist die Spinnmaschine wenigstens einen sich
in Längsrichtung der Spinnmaschine erstreckenden Absaugkanal und wenigstens eine Absaugeinrichtung
zur Erzeugung eines Unterdrucks in dem Absaugkanal und an den Absaugstellen auf.
[0002] Bei Spinnmaschinen verschiedener Bauart ist es erforderlich, die einzelnen Arbeitsstellen
mit Unterdruck zu versorgen, wofür üblicherweise eine zentrale Unterdruckquelle mit
einem Ventilator vorgesehen wird, an welche über einen in der Regel maschinenlangen
Absaugkanal die einzelnen Arbeitsstellen angeschlossen sind. Die einzelnen Arbeitsstellen
weisen Absaugstellen auf, die im Falle von Ringspinnmaschinen oder Luftdüsenspinnmaschinen
beispielsweise im Bereich eines Streckwerks, welches an jeder Arbeitsstelle angeordnet
ist, oder im Bereich einer Spinnkammer an der Luftspinndüse angeordnet sind. Lose
Fasern, Staub- und Faserflug werden über diese Absaugstellen abgesaugt und über den
Absaugkanal einer Filtereinrichtung zugeführt, die im Bereich der Unterdruckquelle
angeordnet ist. Bei Rotorspinnmaschinen ist hingegen eine Unterdruckversorgung bereits
für die Aufrechterhaltung des Spinnprozesses erforderlich. Hierzu ist an jeder Arbeitsstelle
eine Absaugstelle im Bereich des Spinnrotors vorgesehen, welche für den für erforderlichen
Unterdruck im Rotorgehäuse sorgt.
[0003] Die
DE 10 2006 035 729 A1 beschreibt eine Spinnmaschine mit einem Absaugsystem für Spinnstellen und einer zentralen
Einrichtung zur Unterdruckerzeugung. Die
DE 10 2006 035 729 A1 befasst sich mit dem Problem, dass aufgrund einer unterschiedlichen Belegung der
Filtereinrichtung es schwierig ist, kontrollierte Unterdruckbedingungen aufrechtzuerhalten.
Die Schrift schlägt daher vor das tatsächliche Unterdruckniveau messtechnisch zu erfassen
und den Unterdruck entsprechend zu regeln. Die Unterdruckquelle kann dabei entweder
einen Axialventilator oder einen Radialventilator umfassen.
[0004] Ein weiteres Problem bei der Unterdruckversorgung bei Spinnmaschinen ist es, dass
aufgrund der Baulänge der Spinnmaschinen an den Arbeitsstellen, die der Unterdruckquelle
am nächsten liegen, ein wesentlich höheres Unterdruckniveau herrscht, als an den Arbeitsstellen,
die von der Unterdruckquelle weiter entfernt liegen. Durch die bei heutigen Spinnmaschinen
bestehenden Anforderungen nach einer erhöhten Produktivität verschärft sich dieses
Problem noch, da die Anzahl der Arbeitsstellen an einer Spinnmaschine stets zunimmt
und die Maschinen hierdurch noch größere Baulängen aufweisen. Es wurden daher bereits
Konzepte vorgeschlagen, welche eine Erhöhung der Anzahl der Arbeitsstellen je Spinnmaschine
erlauben.
[0005] So beschreibt die
DE 10 2006 029 056 A1 eine Spinnmaschine mit einem zwischen den Arbeitsstellen angeordneten Zwischengestell.
Die Einrichtung zur Erzeugung des Spinnunterdrucks soll dabei in dem Zwischengestell
angeordnet sein, so dass der Unterdruckkanal nicht mehr durchgehend maschinenlang
ist, sondern sich jeweils von dem Zwischengestell ausgehend in beide Richtungen hin
zu den Endgestell der Maschine erstreckt. Die erforderliche Länge des Unterdruckkanals
wird hierdurch reduziert, so dass die Druckverluste in dem Absaugsystem deutlich reduziert
werden können und ein gleichmäßigeres Unterdruckniveau über die Länge der Spinnmaschine
herrscht. Dennoch sind noch immer Ventilatoren mit einer hohen Leistung erforderlich,
welche einen beträchtlichen Energiebedarf haben.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Spinnmaschine vorzuschlagen,
welche die Anordnung einer besonders hohen Anzahl von Arbeitsstellen erlaubt und zugleich
einen wirtschaftlichen Betrieb der Absaugeinrichtung ermöglicht.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des Anspruchs eins.
[0008] Eine Spinnmaschine weist eine Vielzahl von zwischen zwei stirnseitigen Enden der
Spinnmaschine in Längsrichtung der Spinnmaschine nebeneinander angeordneten Arbeitsstellen
auf, welche jeweils wenigstens eine Absaugstelle beinhalten. Weiterhin weist die Spinnmaschine
wenigstens einen sich in Längsrichtung der Spinnmaschine erstreckenden Absaugkanal
und wenigstens eine Absaugeinrichtung zur Erzeugung eines Unterdrucks in dem Absaugkanal
und an den Absaugstellen auf. Es ist vorgesehen, dass die Absaugeinrichtung wenigstens
zwei verschiedene Wirkungsbereiche beinhaltet, wobei wenigstens ein Wirkungsbereich
eine axiale Durchflussrichtung und wenigstens ein Wirkungsbereich eine radiale Durchflussrichtung
aufweist. Die Durchflussrichtung bezieht sich dabei auf das die Absaugeinrichtung
durchströmende Medium.
[0009] Durch die Anordnung sowohl eines Wirkungsbereiches mit einer axialen Durchflussrichtung
als auch eines Wirkungsbereiches mit einer radialen Durchflussrichtung ist es möglich,
die Strömungsverhältnisse innerhalb der Absaugeinrichtung zu verbessern und die die
Absaugeinrichtung durchströmende Luft verwirbelungsfreier durch die Absaugeinrichtung
zu führen. Strömungsverluste können hierdurch verringert werden und der Wirkungsgrad
der Absaugeinrichtung erhöht werden.
[0010] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die wenigstens zwei Wirkungsbereiche in Strömungsrichtung,
welche von der Saugseite zur Druckseite verläuft, nacheinander wirkend in der Absaugeinrichtung
angeordnet sind. Ungünstige Verwirbelungen in der Ansaugeinrichtung können hierdurch
besonders gut vermieden werden. Es ist allerdings auch denkbar, dass der Wirkungsbereich
mit der axialen Durchflussrichtung und der Wirkungsbereich mit der radialen Durchflussrichtung
zumindest teilweise parallel zueinander wirkend in der Absaugeinrichtung angeordnet
sind.
[0011] Besonders vorteilhaft bezüglich der Vermeidung von Verwirbelungen und der Steigerung
des Wirkungsgrades der Absaugeinrichtung ist es, wenn der Wirkungsbereich mit der
axialen Durchflussrichtung auf einer Saugseite der Absaugeinrichtung und der Wirkungsbereich
mit der radialen Durchflussrichtung auf einer Druckseite der Absaugeinrichtung angeordnet
ist. Es hat sich gezeigt, dass bei dieser Anordnung eine besonders verwirbelungsarme
Strömung der Absaugeinrichtung erzielt werden kann, so dass im Vergleich zu einer
Absaugeinrichtung mit nur einem Wirkungsbereich bei gleicher Baugröße der Absaugeinrichtung
und gleichem Energiebedarf eine wesentlich höhere Saugleistung ermöglicht wird. Die
beiden Wirkungsbereiche müssen dabei nicht zwangsläufig vollkommen getrennt hintereinander
angeordnet sein, sondern können auch ineinander übergehen, so dass in einem Übergangsbereich
das strömende Medium beiden Wirkungsbereichen gleichzeitig ausgesetzt ist.
[0012] Nach einer ersten Ausführung beinhaltet die Absaugeinrichtung wenigstens einen Axialventilator
und wenigstens einen Radialventilator, welche in Strömungsrichtung hintereinander
in der Absaugeinrichtung angeordnet sind. Vorzugsweise ist dabei der Axialventilator
dem Radialventilator vorgeschaltet. Aufgrund der Vorschaltung des Axialventilators
kann der Radialventilator, welcher besonders stark zur Ausbildung turbulenter Strömungen
neigt, kleiner ausgeführt werden, so dass insgesamt eine verwirbelungsärmere Strömung
bei gleicher Saugleistung erzielt werden kann.
[0013] Nach einer anderen Ausführung beinhaltet die Absaugeinrichtung wenigstens einen Ventilator,
dessen Laufrad erste Laufradschaufeln und zweite Laufradschaufeln aufweist, wobei
die ersten Laufradschaufeln den Wirkungsbereich mit axialer Durchflussrichtung bilden
und die zweiten Laufradschaufeln den Wirkungsbereich mit radialer Durchflussrichtung
bilden. In besonders vorteilhafter Ausführung sind dabei die ersten und die zweiten
Laufradschaufeln zwar auf einem gemeinsamen Laufrad, jedoch bezüglich ihrer Wirkung
dennoch in axialer Richtung des Laufrades versetzt zueinander angeordnet. Die die
Absaugeinrichtung bzw. den Ventilator durchströmende Luft durchströmt daher zunächst
nur den Wirkungsbereich mit axialer Durchflussrichtung, welcher dann in den Wirkungsbereich
mit radialer Wirkungsrichtung übergeht, in welchem die Luftströmung umgelenkt wird.
Die Strömungsverhältnisse auf der Saugseite können hierdurch ebenfalls optimiert werden,
so dass eine derartige Absaugeinrichtung besonders effizient betrieben werden kann.
[0014] Nach einer anderen Ausführung weist das Laufrad Laufradschaufeln auf, die derart
dreidimensional gekrümmt sind, dass durch die dreidimensionale Krümmung der Wirkungsbereich
mit axialer Durchflussrichtung und der Wirkungsbereich mit radialer Durchflussrichtung
in einer Laufradschaufel kombiniert sind. Auch hier ist vorzugsweise die dreidimensionale
Krümmung wieder derart ausgeführt, dass das Medium zuerst den Wirkungsbereich mit
axialer Durchflussrichtung durchströmt und von diesem in den Wirkungsbereich mit radialer
Durchflussrichtung übergeleitet wird. Denkbar ist es weiterhin, dass auch derart dreidimensional
gekrümmte Laufradschaufeln wiederum mit Laufradschaufeln mit einem rein radialen Wirkungsbereich
kombiniert werden.
[0015] Um bei besonders langen Spinnmaschinen eine möglichst gleichmäßige Versorgung aller
Absaugstellen entlang der Spinnmaschine zu gewährleisten, ist es weiterhin vorteilhaft,
wenn die Absaugeinrichtung wenigstens zwei Ventilatoren beinhaltet. Dabei ist vorzugsweise
wenigstens ein Ventilator an jedem der beiden stirnseitigen Enden der Spinnmaschine
angeordnet.
[0016] Denkbar ist es jedoch auch, einen oder mehrere Ventilatoren in einem mittleren Bereich
der Spinnmaschine zwischen den stirnseitigen Enden anzuordnen. Dabei können nur ein
oder zwei Ventilatoren in dem mittleren Bereich der Spinnmaschine angeordnet sein,
oder es können zusätzlich zu einem oder auch zwei endseitigen Ventilatoren ein oder
zwei Ventilatoren in dem mittleren Bereich angeordnet sein.
[0017] Daneben ist es auch denkbar, dass die Absaugeinrichtung wenigstens einen Ventilator
beinhaltet, welcher oberhalb oder unterhalb der Arbeitsstellen angeordnet ist. Insbesondere
bei einem in einem mittleren Bereich der Spinnmaschine angeordneten Ventilator ist
dies vorteilhaft, da kein voluminöses Zwischengestell angeordnet werden muss, sondern
lediglich der Absaugkanal aus der Maschine heraus geführt werden muss. Es kann daher
auch bei einem endseitig angeordneten Ventilator vorteilhaft sein, diesen oberhalb
oder unterhalb der Spinnmaschine bzw. der Arbeitsstellen anzuordnen, da die endseitigen
Gestelle hierdurch kleiner ausgeführt werden können.
[0018] Weitere Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgend dargestellten Ausführungsbeispiele
beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Übersichtsdarstellung einer Spinnmaschine mit einer Absaugeinrichtung,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer Absaugeinrichtung mit einem Axialventilator und
einem Radialventilator,
- Figur 3
- eine Draufsicht auf ein Laufrad mit einem axialen Wirkungsbereich und einem radialen
Wirkungsbereich, sowie
- Figur 4
- eine schematische Darstellung eines Laufrades mit einer dreidimensional gekrümmten
Laufradschaufel.
[0019] Figur 1 zeigt eine schematische Ansicht einer Spinnmaschine 1, welche nach vorliegendem
Beispiel als Rotorspinnmaschine ausgebildet ist. Die Spinnmaschine 1 weist eine Vielzahl
von Arbeitsstellen 3 auf, die in Längsrichtung der Spinnmaschine 1 zwischen zwei stirnseitige
Enden 2, vorliegend in stirnseitigen Gestellen 16, nebeneinander angeordnet sind.
Jede der Arbeitsstellen 3 der Spinnmaschine 1 weist mehrere Arbeitsorgane zur Garnherstellung
auf, welche vorliegend aus Gründen der Übersichtlichkeit lediglich an einer einzigen
Arbeitsstelle 3 bezeichnet sind. Die Arbeitsstellen weisen jeweils eine Zuführeinrichtung
11, ein Spinnelement 12, vorliegend einen Spinnrotor, sowie eine Abzugseinrichtung
13 zum Abzug des fertig gesponnenen Fadens ab, der mittels einer Spulvorrichtung 14
auf eine Spule 15 in an sich bekannter Weise aufgewickelt wird. Vorliegend ist eine
Rotorspinnmaschine dargestellt, im Falle einer Ringspinnmaschine oder einer Luftdüsenspinnmaschine
sind jedoch ebenso Zuführeinrichtungen 11 in Form eines Streckwerks, Spinnelemente
12 in Form einer Luftdüse oder Ringspindel, sowie Abzugseinrichtungen 13 und Spulvorrichtungen
14 vorhanden.
[0020] Weiterhin weist jede der Arbeitsstellen 3 wenigstens eine Absaugstelle 4 auf. Im
vorliegend gezeigten Beispiel der Rotorspinnmaschine befindet sich die Absaugstelle
4 im Bereich des als Spinnrotor ausgeführten Spinnelements 12, um in dem Rotorgehäuse
in an sich bekannter Weise den Spinnunterdruck zur Verfügung zu stellen. Im Falle
einer Luftdüsenspinnmaschine könnte die Absaugstelle 4 beispielsweise im Bereich eines
Streckwerksausganges oder auch im Bereich des Spinnelements bzw. der Luftdüse liegen.
Zudem sind weitere Absaugstellen 4 beispielsweise in besonders zu reinigenden Bereichen
denkbar. Die Absaugstellen 4 sind über eine Saugleitung 17 mit einem zentralen Absaugkanal
5 verbunden, der sich vorliegend über die gesamte Länge der Spinnmaschine 1 erstreckt
und über eine zentrale, vorliegend in einem der beiden Gestelle 16 angeordnete, Absaugeinrichtung
6 beaufschlagt wird. Die Absaugeinrichtung 6 beinhaltet dabei wenigstens einen Ventilator
8 (siehe Fig. 2).
[0021] Es versteht sich, dass die gezeigte Spinnmaschine 1 lediglich beispielhaft zu verstehen
ist. So kann die Absaugeinrichtung 6 auch mehrere Ventilatoren 8 beinhalten, die beide
in demselben Gestell 16 angeordnet sind oder auch in weiteren Gestellen 16 angeordnet
sein können. So sind bezüglich der Anordnung der Gestelle 16 sowie der Ventilatoren
8 der Absaugeinrichtung 6 zahlreiche Abwandlungen möglich. Es könnten weitere Gestelle
16 auch zwischen den Arbeitsstellen 3 vorgesehen sein oder weitere Ventilatoren 8
in weiteren Gestellen 16 angeordnet sein, die sowohl an einem oder beiden der Enden
2 der Spinnmaschine 1 angeordnet sein können als auch in einem mittleren Bereich der
Spinnmaschine 1 zwischen den beiden Enden 2. Zudem muss die Absaugeinrichtung 6 bzw.
der wenigstens eine Ventilator 8 der Absaugeinrichtung 6 auch nicht unbedingt in einem
der stirnseitigen Gestelle 16 angeordnet sein, sondern könnte auch an anderer Stelle
untergebracht sein. Beispielsweise können ein oder mehrere Ventilatoren 8 ohne Gestell
16 oberhalb oder unterhalb der Arbeitsstellen 3 platzsparend angeordnet werden. Ebenso
können auch mehrere Absaugkanäle 15 vorhanden sein, welches sich jeweils nur über
Teillängen der Spinnmaschine 1 erstrecken. Auch sind vorliegend aus Gründen der Übersichtlichkeit
lediglich einige wenige Arbeitsstellen 3 in der Spinnmaschine 1 angeordnet. In realen
Spinnmaschinen 1 sind hingegen 170 oder mehr Arbeitsstellen 3 insgesamt angeordnet.
[0022] Um nun auch derart lange Spinnmaschinen 1 energieeffizient und daher kostengünstig
mit einem ausreichenden Unterdruck zu versorgen, ist nun eine Absaugeinrichtung 6
mit wenigstens zwei verschiedenen Wirkungsbereichen 7a, 7b vorgesehen.
[0023] Figur 2 zeigt eine erste Ausführung einer solchen Absaugeinrichtung 6, bei welcher
ein Wirkungsbereich 7a mit einer axialen Durchflussrichtung in Form eines Axialventilators
8a vorgesehen ist, sowie ein zweiter Wirkungsbereich 7b mit radialer Durchflussrichtung
in Form eines Radialventilators 8b. Der Axialventilator 8a und der Radialventilator
8b sind dabei in Strömungsrichtung SR des die Absaugeinrichtung 6 durchströmenden
Mediums, welche von der Saugseite SS zur Druckseite DS verläuft, hintereinander angeordnet.
Nach vorliegendem Beispiel sind dabei der Axialventilator 8a und der Radialventilator
8b auf einer gemeinsamen Achse 18 angeordnet und werden durch einen gemeinsamen Antrieb
19 angetrieben. Selbstverständlich ist es jedoch ebenso möglich, die beiden Ventilatoren
8a und 8b jeweils mit separaten Antrieben 19 anzutreiben. Um die Strömungsverhältnisse
in der Absaugeinrichtung 6 zu verbessern und das einströmende Medium möglichst gleichmäßig
den Ventilatoren 8a und 8b zuführen zu können, können dabei in an sich üblicher Weise
Einströmdüsen 20 vorgeschaltet sein. Weiterhin können, auch wenn dies hier nicht dargestellt
ist, eine oder mehrere Leitwerke insbesondere nach dem Axialventilator 8a angeordnet
sein.
[0024] Die Absaugeinrichtung 6 ist nun auf Ihrer Saugseite SS an den Absaugkanal 5 der Spinnmaschine
1 angeschlossen, so dass die abzusaugende Luft dort über die Einströmdüse 20 und den
Axialventilator 8a in die Absaugeinrichtung 6 eintritt und von diesem in den Radialventilator
8b gelangt, den sie in üblicher Weise in radialer Richtung auf der Druckseite DS der
Absaugeinrichtung 6 verlässt. Der Radialventilator 8b ist dabei vorzugsweise mit einem
Spiralgehäuse 21 versehen, welches zur Erhöhung des Druckes und damit zur Effizienz
des Ventilators 8b beiträgt.
[0025] Figur 3 zeigt eine andere Ausführung eines Ventilators 8, von dem lediglich das Laufrad
9 dargestellt ist. Gezeigt ist eine Draufsicht auf die Saugseite SS des Laufrades
9. Das vorliegend gezeigte Laufrad 9 weist zwei verschiedene Laufradschaufeln 10a,
10b auf. Dabei sind erste Laufradschaufeln 10a derart ausgebildet, dass sie nach Art
eines Axialventilators 8a einen Wirkungsbereich mit einer axialen Durchflussrichtung
7a aufweisen. Weiterhin sind in dem Laufrad 9 zweite Laufradschaufeln 10b angeordnet,
welche einen Wirkungsbereich 7b nach Art eines Radialventilators 8b mit radialer Durchflussrichtung
aufweisen. Die Laufradschaufeln 10a sind dabei vorzugsweise derart angeordnet, dass
das auf der Saugseite SS zuströmende Medium zunächst nur in den Wirkungsbereich 7a
mit axialer Durchflussrichtung gelangt und von den Laufradschaufeln 10a dann erst
in den axial etwas versetzt hinter den Laufradschaufeln 10a angeordneten Wirkungsbereich
7b mit radialer Durchflussrichtung der zweiten Laufradschaufeln 10b gelangt.
[0026] Aufgrund des Laufrades 9, in dem verschiedene Laufradschaufeln 10a, 10b mit verschiedenen
Wirkungsbereichen 7a, 7b kombiniert sind, gelingt es, die Luft besonders verwirbelungsarm
durch den Ventilator 8 zu führen und das Druckverhältnis zwischen Saugseite SS und
Druckseite DS und damit den Wirkungsgrad des Ventilators 8 wesentlich zu erhöhen.
Aufgrund der Kombination der beiden Wirkungsbereiche 7a, 7b in einem einzigen Ventilator
8 kann zudem eine besonders kompakte Baugröße des Ventilators 8 erzielt werden.
[0027] Figur 4 zeigt schließlich noch eine schematische Ansicht eines Ventilators 8, welcher
eine Laufrad 9 mit besonders geformten Laufradschaufeln 10c aufweist. Aus Gründen
der Übersichtlichkeit ist lediglich eine Laufradschaufel 10c schematisch dargestellt.
Die Laufradschaufel 10c beinhaltet dabei sowohl einen Wirkungsbereich 7a mit axialer
Durchflussrichtung als auch einen Wirkungsbereich 7b mit radialer Durchflussrichtung.
Die Laufradschaufel 10c ist dabei derart dreidimensional gekrümmt, dass die beiden
Wirkungsbereiche 7a, 7b im Wesentlichen kontinuierlich ineinander übergehen.
[0028] Das den Ventilator 8 durchströmende Medium wird dabei auf der Saugseite SS eingesaugt,
wie durch entsprechende Pfeile symbolisiert, und trifft zunächst auf den Wirkungsbereich
7a mit axialer Durchflussrichtung, von wo aus es in den Wirkungsbereich 7b mit radialer
Durchflussrichtung weitergeleitet wird. Dort wird das zunächst axial in den Ventilator
8 einströmende Medium in die radiale Richtung umgelenkt und radial nach außen geführt,
bis es den Ventilator 8 wiederum in radialer Richtung verlässt, wie durch die Pfeile
auf der Druckseite DS symbolisiert.
[0029] Während bei bisherigen Textilmaschinen mit Absaugeinrichtungen stets versucht wurde,
dem Problem des hohen Unterdruckbedarfes sowie des ungleichmäßigen Unterdruckniveaus
an langen Spinnmaschinen 1 dadurch beizukommen, dass immer größere oder immer mehr
Ventilatoren je Spinnmaschine eingebaut wurden, gelingt es nun, durch die Kombination
eines Wirkungsbereiches mit axialer Durchflussrichtung und eines Wirkungsbereiches
mit radialer Durchflussrichtung in einer einzigen Absaugeinrichtung, den Wirkungsgrad
der Absaugeinrichtung zu erhöhen. Es ist somit möglich, bei gleicher Baugröße und
gleichem Energiebedarf wie bei bisherigen Absaugeinrichtungen eine wesentlich höhere
Saugleistung zu erzielen, welche auch an längeren Spinnmaschinen noch ein ausreichendes
Unterdruckniveau über die Länge der Maschine zur Verfügung stellt. Umgekehrt ist es
ebenso möglich, durch den Einsatz einer Absaugeinrichtung mit zwei verschiedenen Wirkungsbereichen
eine Spinnmaschine mit einem wesentlich geringeren Energieeinsatz als bisher zu betreiben.
[0030] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Weitere
Abwandlungen und Kombinationen im Rahmen der Patentansprüche fallen ebenfalls unter
die Erfindung.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1.
- Spinnmaschine
- 2.
- stirnseitiges Ende der Spinnmaschine
- 3.
- Arbeitsstelle
- 4.
- Absaugstelle
- 5.
- Absaugkanal
- 6.
- Absaugeinrichtung
- 7.
- Wirkungsbereich
7a Wirkungsbereich mit axialer Durchflussrichtung
7b Wirkungsbereiche mit radialer Durchflussrichtung aufweist.
- 8.
- Ventilator
8a Axialventilator
8b Radialventilator
- 9.
- Laufrad
- 10.
- Laufradschaufel
10a erste Laufradschaufel
10b zweite Laufradschaufel
10c kombinierte Laufradschaufel
- 11.
- Zuführeinrichtung
- 12.
- Spinnelement
- 13.
- Abzugseinrichtung
- 14.
- Spulvorrichtung
- 15.
- Spule
- 16.
- Gestell
- 17.
- Saugleitung
- 18.
- Achse
- 19.
- Antrieb
- 20.
- Einströmdüse
- 21.
- Spiralgehäuse
- SR
- Strömungsrichtung
- SS
- Saugseite
- DS
- Druckseite
1. Spinnmaschine (1), insbesondere Rotorspinnmaschine, mit einer Vielzahl von zwischen
zwei stirnseitigen Enden (2) der Spinnmaschine (1) in Längsrichtung der Spinnmaschine
(1) nebeneinander angeordneten Arbeitsstellen (3), welche jeweils wenigstens eine
Absaugstelle (4) aufweisen, mit wenigstens einem sich in Längsrichtung der Spinnmaschine
(1) erstreckenden Absaugkanal (5) und mit wenigstens einer Absaugeinrichtung (6) zur
Erzeugung eines Unterdrucks in dem Absaugkanal (5) und an den Absaugstellen (3), dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (6) wenigstens zwei verschiedene Wirkungsbereiche (7) beinhaltet,
wobei wenigstens ein Wirkungsbereich (7a) eine axiale Durchflussrichtung und wenigstens
ein Wirkungsbereich (7b) eine radiale Durchflussrichtung aufweist.
2. Spinnmaschine (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens zwei Wirkungsbereiche (7) in Strömungsrichtung (SR) nacheinander wirkend
in der Absaugeinrichtung (6) angeordnet sind.
3. Spinnmaschine (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkungsbereich (7a) mit der axialen Durchflussrichtung auf einer Saugseite (SS)
der Absaugeinrichtung (6) und der Wirkungsbereich (7b) mit der radialen Durchflussrichtung
auf einer Druckseite (DS) der Absaugeinrichtung (6) angeordnet ist.
4. Spinnmaschine (1) nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (6) wenigstens einen Axialventilator (8a) und wenigstens einen
Radialventilator (8b) beinhaltet, welche in Strömungsrichtung (SR) hintereinander
in der Absaugeinrichtung (6) angeordnet sind.
5. Spinnmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (6) wenigstens einen Ventilator (8) beinhaltet, dessen Laufrad
(9) erste Laufradschaufeln (10a) und zweite Laufradschaufeln (10b) aufweist, wobei
die ersten Laufradschaufeln (10a) den Wirkungsbereich (7a) mit axialer Durchflussrichtung
bilden und die zweiten Laufradschaufeln (10b) den Wirkungsbereich (7b) mit radialer
Durchflussrichtung bilden.
6. Spinnmaschine (1) nach Anspruch 1, 2, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Laufrad (9) Laufradschaufeln (10c) aufweist, die derart dreidimensional gekrümmt
sind, dass durch die dreidimensionale Krümmung der Wirkungsbereich (7a) mit axialer
Durchflussrichtung und der Wirkungsbereich (7b) mit radialer Durchflussrichtung in
einer Laufradschaufel (10c) kombiniert sind.
7. Spinnmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (6) wenigstens zwei Ventilatoren (8) beinhaltet, wobei vorzugsweise
wenigstens ein Ventilator (8) an jedem der beiden stirnseitigen Enden (2) der Spinnmaschine
(1) angeordnet ist.
8. Spinnmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (6) wenigstens einen Ventilator (8) beinhaltet, welcher in
einem mittleren Bereich der Spinnmaschine (1) zwischen den stirnseitigen Enden (2)
der Spinnmaschine (1) angeordnet ist.
9. Spinnmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (6) wenigstens einen Ventilator (8) beinhaltet, welcher oberhalb
oder unterhalb der Arbeitsstellen (3) angeordnet ist.