[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erstellen einer Baugrubenumschließung, bei
welchem im Boden eine im Wesentlichen vertikale Umschließungswand aus Schlitzwandpanelen
erstellt wird, deren vertikale Stoßfugen mittels eines Fugendichtbandes abgedichtet
sind, der Boden innerhalb der Umschließungswand ausgehoben wird, und eine im Wesentlichen
horizontale Bodenplatte vorgesehen wird, welche an die Umschließungswand angrenzt,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Baugrubenumschließung mit einer im Wesentlichen
vertikalen Umschließungswand im Boden, welche aus Schlitzwandpanelen gebildet ist,
deren vertikale Stoßfugen mittels eines Fugendichtbandes abgedichtet sind, und einer
im Wesentlichen horizontalen Bodenplatte, welche an die Umschließungswand angrenzt
und die Baugrube nach unten abdichtet, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 10.
[0003] Weiterhin betrifft die Erfindung ein Dichtelement für ein derartiges Verfahren und
eine derartige Baugrubenumschließung.
[0004] Aus der
DE 10 2005 052 162 A1 sind zwei unterschiedliche Verfahren zur Herstellung einer Baugrubenumschließung
bekannt. Bei dem ersten Verfahren wird die Umschließungswand aus Stahlbetonfertigteilen
zusammengesetzt, welche vertikal übereinander angeordnet und miteinander verspannt
werden. Bei dem zweiten, gattungsgemäßen Verfahren wird zunächst eine Umschließungswand
im Boden erstellt. Dabei wird die Umschließungswand aus einzelnen Stichen oder Schlitzwandpanelen
erstellt, welche zusammengesetzt eine ringförmig geschlossene Umschließungswand bilden.
Anschließend wird das Erdreich innerhalb der Umschließungswand zum Bilden der Baugrube
ausgehoben.
[0005] In einem unteren Bereich ist eine Bodenplatte vorgesehen, welche die Baugrube gegen
einen Grundwasserdurchtritt von unten abdichtet. Die Bodenplatte kann durch eine wassersperrende
Bodenschicht gebildet oder als ein Bauwerkteil hergestellt sein. Zwischen den vertikalen
Schlitzwandpanelen bilden sich Stoßfugen aus, die undichte Bereiche darstellen.
[0006] In der
EP 2 647 765 A1 wird ein gattungsgemäßes Verfahren zum Herstellen einer Schlitzwand für eine Baugrubenumschließung
näher beschrieben. Zum Bilden eines Schlitzwandpanels wird dabei zunächst ein Schlitz
im Boden erstellt, welcher mit einer aushärtbaren Masse verfüllt wird. Zum Anschließen
eines seitlich angrenzenden weiteren Schlitzwandpanels wird in die noch nicht ausgehärtete
Masse ein Schalungselement eingesetzt, welches mit einem Fugendichtband versehen ist.
Nach Erstellen des angrenzenden Schlitzwandpaneels wird das Schalungselement entfernt,
wobei das Fugendichtband in einem Mittenbereich entlang der vertikalen Stoßfuge zwischen
den beiden so erstellten Schlitzwandpanelen verbleibt. Das Fugendichtband stellt sicher,
dass entlang der Stoßfuge zwischen den beiden Schlitzwandpanelen seitlich kein Wasser
in die ausgehobene Baugrube einströmt.
[0007] Eine ähnliche Anordnung mit zwei parallelen vertikalen Fugenbändern ist aus der
US 6,164,873 bekannt.
[0008] Entlang der horizontalen Stoßfuge, welche zwischen der Bodenplatte und der umgebenden
Umschließungswand gebildet ist, kann eine horizontale Dichtung vorgesehen sein. So
beschreibt die
EP 2 549 021 B1 einen Wasserspeicher mit einer Schachtwand aus Schlitzwandpanelen und einer Bodenplatte
aus Beton. Die Bodenplatte ist über Dübel oder einen Vorsprung mit der Schachtwand
verbunden. Im Eckbereich zwischen Schachtwand und Bodenplatte ist eine horizontale
ringförmige Dichteinrichtung vorgesehen.
[0009] Allerdings sind die Fugendichtbänder und Dichteinrichtungen oftmals nicht ausreichend,
eine so erstellte Baugrubenumschließung gegen Wasserdurchtritt abzudichten.
[0010] Aus der
DE 103 34 730 A1 ist es bekannt, innerhalb der ersten Baugrubenumschließung eine zweite wannenartige
Innenschale vorzusehen. Allerdings ist diese sehr kostenaufwändig und verringert auch
das nutzbare Raumvolumen des Bauwerkes.
[0011] Weiterhin ist es bekannt, den unteren Bereich einer Baugrubenumschließung mit aufwändigen
Dichtungsmaßnahmen zu versehen, um gezielt undichte Stellen zu beseitigen. Dies ist
ebenfalls sehr zeit- und kostenaufwändig.
[0012] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Baugrubenumschließung und ein Verfahren zum Erstellen einer Baugrubenumschließung
anzugeben, mit welchen in effizienter Weise eine besonders dichte Baugrubenumschließung
ermöglicht wird. Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung, ein Dichtelement hierfür
anzugeben.
[0013] Nach der Erfindung wird die Aufgabe zum einen durch ein Verfahren mit den Merkmalen
des Anspruchs 1, eine Baugrubenumschließung mit den Merkmalen des Anspruchs 10 beziehungsweise
durch ein Dichtelement mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen
sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Erstellen einer Baugrubenumschließung ist dadurch
gekennzeichnet, dass an mindestens einer vertikalen Stoßfuge zwischen zwei angrenzenden
Schlitzwandpanelen in die Umschließungswand eine sich zum Fugendichtband erstreckende
Aufnahmebohrung eingebracht wird und dass in die Aufnahmebohrung ein Dichtelement
zum Bilden einer horizontalen Abdichtung eingebracht wird.
[0015] Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass beim Eintritt von Wasser in eine gattungsgemäß
erstellte Baugrubenumschließung das Wasser maßgeblich entlang der vertikalen Stoßfugen
in einem Bereich eindringt, welcher sich zwischen einem im Wesentlichen mittig angeordneten
Fugenband zwischen den Schlitzwandpanelen und der Bodenplatte erstreckt. Dabei kann
das Wasser aufgrund von Kapillarkräften vertikal in der Stoßfuge nach oben steigen
und so an der Bodenplatte vorbei in die Baugrube eindringen. Um dies zu verhindern,
wird an der vertikalen Stoßfuge zwischen zwei angrenzenden Schlitzwandpanelen in die
Umschließungswand eine etwa horizontale Aufnahmebohrung eingebracht, welche sich zum
Fugendichtband erstreckt. In dieser Aufnahmebohrung wird dann ein Dichtelement eingebracht,
welches die Aufnahmebohrung und damit den kritischen Bereich der vertikalen Stoßfuge
zwischen dem vertikalen Fugendichtband und der angrenzenden Bodenplatte abdichtet.
Ein nach oben Steigen des Wassers entlang der vertikalen Stoßfuge wird damit unterbunden.
Hierdurch wird eine sehr gute Abdichtung des unteren Bereiches der Baugrubenumschließung
erzielt. Damit kann das Erstellen einer Innenwanne entfallen, so dass die Baugrubenumschließung
unmittelbar als eine Innenwand des Bauwerkes dienen kann.
[0016] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass die mindestens
eine Aufnahmebohrung auf Höhe der Bodenplatte in die Umschließungswand eingebracht
wird. Die Aufnahmebohrung kann dabei vorzugsweise horizontal oder in einem schrägen
Winkel erstellt werden. Dies ermöglicht eine möglichst kurze und damit effiziente
Bohrung. Die Bodenplatte kann durch eine wassersperrende Bodenschicht, welche natürlich
besteht oder durch Gelinjektionen abgedichtet wurde, oder als ein Bauwerkteil, etwa
aus Beton, gebildet sein.
[0017] Grundsätzlich kann die Aufnahmebohrung unmittelbar über einer bestehenden Bodenplatte
in die Umschließungswand eingebracht werden.
[0018] Besonders bevorzugt ist es nach einer Verfahrensvariante der Erfindung, dass die
Bodenplatte erstellt wird und dass die mindestens eine Aufnahmebohrung vor dem Erstellen
der Bodenplatte eingebracht wird. Die Aufnahmebohrung kann insbesondere auf dem Höhenniveau
der Bodenplatte erstellt werden. Nach dem Abdichten kann dann eine Bodenplatte separat
gefertigt werden, etwa durch Betonieren.
[0019] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist es bevorzugt, dass die Aufnahmebohrung
von einer Innenseite der Umschließungswand bis zum vertikalen Fugendichtband oder
darüber hinaus in die Umschließungswand eingebracht wird. Die Aufnahmebohrung verläuft
aber horizontal oder in einem gewissen Schrägungswinkel, bis die Aufnahmebohrung nahe
an das Fugendichtband heranreicht oder dieses vorzugsweise kontaktiert. Die Aufnahmebohrung
erstreckt sich somit quer zur vertikalen Stoßfuge, so dass nach Einbringung des Dichtelementes
ein kapillares Aufsteigen von Wasser zwischen dem vertikalen Fugendichtband und der
Bodenplatte unterbunden ist. In bestimmten Fällen kann die Aufnahmebohrung über das
Dichtband hinaus in die Umschließungswand eingebracht werden. Dabei wird das Fugendichtband
beim Einbringen der Bohrung in diesem Bereich entfernt und die Dichtfunktion dann
von dem eingebrachten Dichtelement übernommen. In Einzelfällen ist es auch möglich,
die Aufnahmebohrung bis zur Außenseite der Umschließungswand durchzuführen, so dass
das Dichtband sich quer durch die Umschließungswand erstreckt und die vertikale Stoßfuge
zwischen den zwei angrenzenden Schlitzwandpanelen über die gesamte Panelbreite abgedichtet
ist.
[0020] Abhängig von der Art und Weise der Erstellung der Bodenplatte ist es nicht zwingend
erforderlich, dass im Eckbereich zwischen Bodenplatte und der Umschließungswand eine
separate Dichtung vorgesehen ist. Für eine besonders zuverlässige Abdichtung ist es
jedoch nach einer Ausführungsform der Erfindung vorteilhaft, dass die Bodenplatte
an die Umschließungswand unter Ausbildung einer horizontalen Stoßfuge angrenzt, welche
mit einer horizontalen Dichtung abgedichtet wird. Die horizontale Dichtung kann dabei
eine ringförmige Dichteinrichtung, insbesondere ein über Eck geschlagenes Dichtband
sein. Vorzugsweise erstreckt sich die horizontale Dichtung ringförmig entlang dem
Rand der gesamten Bodenplatte.
[0021] Grundsätzlich kann das vertikale Fugendichtband zwischen den einzelnen Schlitzwandpanelen
auf jede geeignete Weise angeordnet werden. Auch können die Schlitzwandpanele, auch
Dichtwandpanele genannt, auf eine beliebige Weise durch Erstellen und Auffüllen eines
Loches im Boden gefertigt werden, etwa mittels Bohren. Die so erzeugte Schlitz- oder
Dichtwand kann als Bohrpfahlwand bezeichnet werden. Eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung besteht darin, dass die Schlitzwandpanele schrittweise mittels eines
Schlitzwandgreifers oder einer Schlitzwandfräse durch Erzeugen von Schlitzen im Boden
erstellt werden, welche mit einer aushärtbaren Masse verfüllt werden, und dass vor
dem Aushärten das vertikale Fugendichtband in den Schlitz eingesetzt wird. Das Einsetzen
des vertikalen Fugendichtbandes kann insbesondere in bekannter Weise mit einem Abschalelement
erfolgen, durch welches eine definierte Seitenfläche jedes Schlitzwandpanels vorgegeben
wird. Das Abschalelement wird in bekannter Weise wieder aus dem Schlitz entfernt.
[0022] Weiterhin ist das erfindungsgemäße Verfahren in bevorzugter Weise dadurch weitergebildet,
dass das Dichtelement einen zylindrischen Außenumfang aufweist, welches in die Aufnahmebohrung
passend eingesetzt wird. Das Dichtelement weist dabei eine Länge auf, welche kleiner,
gleich oder größer als die eingebrachte Aufnahmebohrung ist. Je nach Art der Ausbildung
und des Materiales des Dichtelementes, welche aus einem starren oder flexiblen Material
bestehen kann, wird das Dichtelement mit einer Presspassung oder Spielpassung in die
Aufnahmebohrung eingesetzt.
[0023] Gemäß einer Weiterentwicklung der Erfindung ist es bevorzugt, dass das Dichtelement
eine feste Metallhülse aufweist, welche mit einer Verbindungsmasse und/oder einem
Befestigungselement in der Aufnahmebohrung befestigt wird. Vorzugsweise ist das Dichtelement
insgesamt als eine Metallhülse ausgebildet, wobei die Metallhülse ein Rohrkörper oder
ein zumindest weitgehendes massives Stangenelement sein kann. Die Metallhülse wird
dabei vorzugsweise mit einer definierten Spielpassung in die Aufnahmebohrung eingesetzt,
wobei ein Freiraum zwischen der Bohrungswand und der Außenseite der Metallhülse gegeben
ist. In diesen Freiraum kann ein Mörtel oder eine andere Verbindungs- und Dichtmasse
eingespritzt werden, durch welche die Metallhülse in der Aufnahmebohrung fluiddicht
verankert wird. Als Dicht- und Verankerungsmasse kann grundsätzlich jedes geeignete
Material, insbesondere ein Mörtel, eingesetzt werden. Die Metallhülse kann sich dabei
über die gesamte Länge der Aufnahmebohrung oder nur über einen Teilbereich erstrecken.
Alternativ oder ergänzend kann die Metallhülse mit einem Befestigungselement, etwa
einem Ringflansch, an der Umschließungswand verankert sein.
[0024] Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung ist es vorteilhaft, dass das
Dichtelement eine flexible Schlauchhülse aufweist, welche mit Spiel in die Aufnahmebohrung
eingesetzt wird, und dass die Schlauchhülse mit einer Füllmasse verfüllt wird, welche
die Schlauchhülse erweitert und dabei fest und abdichtend in der Aufnahmebohrung verankert.
In einem Grundzustand weist die Schlauchhülse eine Spielpassung zum Durchmesser der
Aufnahmebohrung auf, so dass die Schlauchhülse einfach eingesetzt werden kann. Der
Schlauch kann aus Gummi, einem Kunststoff oder einem Textilmaterial gebildet sein.
Durch Einleiten einer Füllmasse, insbesondere einer aufquellbaren und aushärtbaren
Füllmasse, wird der Außenumfang der Schlauchhülse erweitert und dicht gegen die Wand
der Aufnahmebohrung gedrückt. Nach Aushärtung der Füllmasse wird so ein dicht in der
Aufnahmebohrung anliegendes Dichtelement erzeugt. Die Schlauchhülse erstreckt sich
vorzugsweise über die gesamte Länge der Aufnahmebohrung oder nur über einen Teilbereich.
Insbesondere kann auch eine Kombination aus Schlauchhülse und Metallhülse vorgesehen
sein, wobei ein oder mehrere Längenbereiche des Dichtelementes jeweils aus einer Schlauchhülse
oder einer Metallhülse gebildet sind.
[0025] Die Erfindung umfasst weiterhin eine Baugrubenumschließung, welche insbesondere nach
dem zuvor beschriebenen Verfahren hergestellt ist. Die erfindungsgemäße Baugrubenumschließung
ist dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer vertikalen Stoßfuge zwischen
zwei angrenzenden Schlitzwandpanelen in die Umschließungswand eine sich zum Fugendichtband
erstreckende Aufnahmebohrung ausgebildet ist, und dass in die Aufnahmebohrung ein
Dichtelement zum Bilden einer horizontalen Abdichtung eingebracht ist. Hierdurch wird
eine Baugrubenumschließung erreicht, bei der eine besonders gute Abdichtung gegen
Flüssigkeitseintritt durch die vertikale Stoßfuge gegeben ist.
[0026] Eine bevorzugte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Baugrubenumschließung besteht
darin, dass an jeder vertikalen Stoßfuge eine Aufnahmebohrung mit Dichtelement angeordnet
ist. Durch die Dichtelemente wird so verhindert, dass insbesondere Grundwasser entlang
den vertikalen Stoßfugen an der Bodenplatte vorbei durch die Kapillarkräfte nach oben
steigt und so in die Baugrube gelangen kann.
[0027] Eine besonders zuverlässige Abdichtung wird nach einer Weiterbildung der Erfindung
dadurch erreicht, dass sich das Dichtelement von einer Innenseite der Umschließungswand
mindestens bis zu dem Fugendichtband entlang der vertikalen Stoßfuge erstreckt. Durch
das Dichtelement, welches horizontal oder mit einem gewissen Schrägungswinkel zur
Horizontalen angeordnet ist, wird so eine zuverlässige Sperrung der vertikalen Stoßfuge
gegenüber aufsteigendem Wasser erzielt.
[0028] Weiterhin umfasst die Erfindung ein Dichtelement für ein Verfahren oder eine Baugrubenumschließung,
welche zuvor beschrieben wurden. Dieses ist nach der Erfindung dadurch gekennzeichnet,
dass das Dichtelement zylindrisch und passend zu einer Aufnahmebohrung in einer Umschließungswand
einer Baugrubenumschließung ausgebildet ist. Mit dem erfindungsgemäßen Dichtelement
können die zuvor beschriebenen Vorteile bei einer Baugrubenumschließung und ein Verfahren
zum Erstellen einer Baugrubenumschließung erzielt werden.
[0029] Eine bevorzugte Ausführungsform besteht nach der Erfindung darin, dass das Dichtelement
eine feste Metallhülse aufweist. Die Metallhülse ist passend, insbesondere mit einer
Spielpassung, zum Durchmesser der Aufnahmebohrung ausgebildet. Die feste Metallhülse
wird mittels einer Dichtmasse fest und abdichtend in der Aufnahmebohrung verankert.
[0030] Alternativ oder ergänzend kann es nach einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen
sein, dass das Dichtelement eine flexible Schlauchhülse aufweist, welche vorzugsweise
mit einer aufquellbaren Füllmasse verfüllt ist. Durch ein Aufquellen der Füllmasse
wird die elastische Schlauchhülse, welche insbesondere ein Gummi- oder Kunststoffschlauch
sein kann, definiert im Durchmesser erweitert, so dass der Außenumfang der Schlauchhülse
sich dicht und wassersperrend an die Wand der Aufnahmebohrung anlegt. Die aufquellbare
Füllmasse kann aushärten, so dass eine zuverlässige und stabile Verankerung des Dichtelementes
in der Umschließungswand erfolgt.
[0031] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter
erläutert, welche schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1
- eine Querschnittsansicht von oben auf einen Ausschnitt einer Umschließungswand mit
Stoßfuge;
- Fig. 2
- eine Querschnittsansicht durch den Schnitt A-A von Fig. 1 mit dem Eckbereich zur angrenzenden
Bodenplatte;
- Fig. 3
- eine schematische Querschnittsansicht durch eine Umschließungswand mit einem eingesetzten
schlauchförmigen Dichtelement;
- Fig. 4
- eine Querschnittsansicht entsprechend Fig. 3 mit einem eingesetzten hülsenförmigen
Dichtelement;
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht durch eine Umschließungswand mit einer eingebrachten ersten
Aufnahmebohrung;
- Fig. 6
- eine Querschnittsansicht durch eine Umschließungswand mit einer eingebrachten zweiten
Aufnahmebohrung;
- Fig. 7
- eine Teilansicht zu einer Baugrubenumschließung von oben gemäß dem Stand der Technik;
und
- Fig. 8
- eine Teilquerschnittsansicht von der Seite zu dem Ausschnitt einer Baugrubenumschließung
gemäß Fig. 7
[0032] Gemäß den Figuren 1 und 2 ist eine erfindungsgemäße Baugrubenumschließung 10 ausschnittsweise
dargestellt. Die Baugrubenumschließung 10 weist eine ringförmig geschlossene Umschließungswand
12 auf, von welcher lediglich teilweise zwei Schlitzwandpanele 14 gemäß Fig. 1 gezeigt
sind. Die Schlitzwandpanele 14 weisen im Wesentlichen einen rechteckigen Querschnitt
auf. Es können jedoch auch ovalförmige oder kreisrunde Querschnitte vorgesehen sein.
Verfahrensbedingt werden die einzelnen Schlitzwandpanele 14 separat hergestellt, wobei
sich zwischen zwei angrenzenden Schlitzwandpanelen 14 eine vertikale Stoßfuge 16 bildet.
Die vertikale Stoßfuge 16 erstreckt sich von einem Bodenbereich bis zum oberen Ende
der jeweils angrenzenden Schlitzwandpanele 14. In einem Mittenbereich der Schlitzwandpanele
14 erstreckt sich quer zur vertikalen Stoßfuge 16 ein Fugenband 18. Das Fugenband
18 wird beim Erstellen der Schlitzwandpanele 14 angeordnet, noch bevor die Schlitzwandpanele
14 ausgehärtet sind. Die Schlitzwandpanele 14 werden in üblicher Weise aus einem Mörtel
oder Beton hergestellt und sind gegebenenfalls mit einer Metallarmierung versehen.
[0033] In einem unteren Bereich der Umschließungswand 12 weist die Baugrubenumschließung
10 eine Bodenplatte 20 auf. Die Bodenplatte 20 ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 2 ebenfalls aus Beton hergestellt und ist über einen Vorsprung 22 formschlüssig
mit der Umschließungswand 12 verbunden. In dem angrenzenden Bereich zwischen der Bodenplatte
20 und der Umschließungswand 12 ist eine horizontale Stoßfuge 24 ausgebildet, welche
sich ringförmig entlang der Umschließungswand 12 zur Bodenplatte 20 ausbildet.
[0034] Zum Unterbinden des Eindringens von Feuchtigkeit und des Einsickerns von Wasser entlang
der vertikalen Stoßfuge 16 zwischen dem Fugenband 18 und der Bodenplatte 22 wird vor
dem Erstellen der Bodenplatte 22 in die Umschließungswand 12 im Bereich der vertikalen
Stoßfuge 16 eine Aufnahmebohrung 15 eingebracht. In die Aufnahmebohrung 15 wird ein
zylindrisches Dichtelement 30 eingesetzt, durch welches die vertikale Stoßfuge 16
horizontal abgedichtet wird. Angrenzend an das Dichtelement 30 ist bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel im unteren Bereich der Bodenplatte 20 entlang der horizontalen
Stoßfuge 24 eine horizontale Dichtung 28, welche als ein ringförmiges Dichtband ausgebildet
ist, vorgesehen. Die horizontale Dichtung 28 verhindert ein Eindringen von Feuchtigkeit
oder Wasser entlang der ringförmigen horizontalen Stoßfuge 24 an der Bodenplatte 20.
[0035] In Fig. 3 ist eine Detailansicht der erfindungsgemäßen Abdichtung dargestellt, wobei
in die Aufnahmebohrung 15 in das Schlitzwandpanel 14 ein Dichtelement 30 eingesetzt
ist, welches als eine Schlauchhülse 34 ausgebildet ist. Die Schlauchhülse 34 ist einerseits
mit einem Boden abgeschlossen. Die Aufnahmebohrung 15 ist bis an das Fugenband 18
niedergebracht. Zwischen der Schlauchhülse 34 und dem Fugenband 18 in dem Schlitzwandpanel
14 kann eine Dichtscheibe 36 aus einem elastischen Material vorgesehen sein. Grundsätzlich
ist es möglich, die Dichtscheibe 36 bereits vor dem Erstellen der Aufnahmebohrung
15 mit dem Fugenband 18 oder in die erstellte Aufnahmebohrung 15 einzubringen. Die
Schlauchhülse 34 ist mit einem auffüllbaren Füllmaterial versehen, durch welche die
flexible Schlauchhülse 34 in ihrem Umfang aufgeweitet und so dicht gegen die Wandung
der Aufnahmebohrung 15 gedrückt wird.
[0036] Eine alternative Ausgestaltung des Dichtelementes 30 ist in Fig. 4 dargestellt. Das
Dichtelement 30 ist dabei als eine rohrförmige Metallhülse 32 mit einem geschlossenen
Bodenbereich ausgebildet. Der Bodenbereich grenzt dabei über eine Dichtscheibe 36
an das Fugenband 18 in dem Schlitzwandpanel 14 an. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
ist die Metallhülse 32 im Wesentlichen mittels Presspassung in die Aufnahmebohrung
15 eingefügt, wobei an dem Außenumfang eine nicht dargestellte Dichtmasse zum Abdichten
der Fuge zwischen der Wand der Aufnahmebohrung 15 und der Metallhülse 32 vorgesehen
sein kann. Zusätzlich ist die Metallhülse 32 an ihrem zur Innenseite der Umschließungswand
12 beziehungsweise zum Inneren der Baugrube weisenden Ende mittels eines ringförmigen
Befestigungselementes 33 zusätzlich an dem Schlitzwandpanel 14 verankert. Das Befestigungselement
33 ist als ein flanschförmiger Haltering ausgebildet.
[0037] Eine Möglichkeit des Einbringens der Aufnahmebohrung 15 unter besonderer Schonung
des Fugendichtbandes 18 ist im Zusammenhang mit Fig. 5 erläutert. Dabei wird die Aufnahmebohrung
15 zunächst nur bis zu einem Zwischenabschnitt 13 in die Umschließungswand 12 eingebracht.
Anschließend erfolgt eine Sondierungsbohrung 19 mit einem kleinen Durchmesser, wobei
die Sondierungsbohrung 19 vorzugsweise von Hand durchgeführt wird. Sobald das Fugendichtband
18 erreicht ist, wird die Sondierungsbohrung 19 beendet und die Aufnahmebohrung 15
wird bis zu der Endtiefe gemäß der Sondierungsbohrung 19 durchgeführt. Sodann kann
eine Dichtscheibe 36 zum Abdichten eventueller Beschädigungen des Fugendichtbandes
18 und anschließend das nicht dargestellte Dichtelement 30 eingesetzt werden.
[0038] Eine alternative Anordnungsvariante ist in Fig. 6 dargestellt. Dabei wird die Aufnahmebohrung
15 durch das Fugendichtband 18 hindurch erstellt. Dabei wird das Fugendichtband 18
durchbohrt, so dass das einzusetzende Dichtelement die Funktion des Fugendichtbandes
18 mit übernimmt.
[0039] Zur Verdeutlichung der Erfindung ist in die Figuren 7 und 8 eine herkömmliche Baugrubenumschließung
10' mit einer nur teilweise dargestellten Umschließungswand 12' aus Schlitzwandpanelen
14' und einer Bodenplatte 20' dargestellt. Die vertikalen Stoßfugen 16' zwischen angrenzenden
Schlitzwandpanelen 14' sind jeweils durch ein vertikales Fugendichtband 18' abgedichtet,
so dass seitlich kein Wasser aus dem Boden in die Baugrube eindringen kann. Eine horizontale
Stoßfuge 24', welche zwischen der horizontalen Bodenplatte 20' und der vertikalen
Umschließungswand 12' ausgebildet ist, wird mittels einer horizontalen Dichtung 28'
abgedichtet. Gemäß Figur 8 endet die Umschließungswand 12' mit der Bodenplatte 20'
bündig. Vorzugsweise reicht die Umschließungswand 12' tiefer.
[0040] Nach einer Erkenntnis der Erfindung kann trotz dieser bekannten Dichtmaßnahmen in
nicht unerheblicher Weise Feuchtigkeit und Wasser entlang den vertikalen Stoßfugen
16' über einen Bereich zwischen dem Fugendichtband 18' und der Bodenplatte 20' von
unten in die Baugrube eindringen, wie schematisch durch den Pfeil P1 angedeutet ist.
Das Wasser kann dabei aufgrund von Kapillarkräften entlang der vertikalen Stoßfuge
16 nach oben steigen. Dieses Eindringen von Wasser wird durch die erfindungsgemäße
Lösung verhindert.
1. Verfahren zum Erstellen einer Baugrubenumschließung (10), bei welchem
- im Boden eine im Wesentlichen vertikale Umschließungswand (12) aus Schlitzwandpanelen
(14) erstellt wird, deren vertikale Stoßfugen (16) mittels eines Fugendichtbandes
(18) abgedichtet sind,
- der Boden innerhalb der Umschließungswand (12) ausgehoben wird, und
- eine im Wesentlichen horizontale Bodenplatte (20) vorgesehen wird, welche an die
Umschließungswand (12) angrenzt,
dadurch gekennzeichnet,
- dass an mindestens einer vertikalen Stoßfuge (16) zwischen zwei angrenzenden Schlitzwandpanelen
(14) in die Umschließungswand (12) eine sich zum Fugendichtband erstreckende Aufnahmebohrung
(15) eingebracht wird und
- dass in die Aufnahmebohrung (15) ein Dichtelement (30) zum Bilden einer horizontalen Abdichtung
eingebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine Aufnahmebohrung (15) auf Höhe der Bodenplatte (20) in die Umschließungswand
(12) eingebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bodenplatte (20) erstellt wird und
dass die mindestens eine Aufnahmebohrung (15) vor dem Erstellen der Bodenplatte (20) eingebracht
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aufnahmebohrung (15) von einer Innenseite der Umschließungswand (12) bis zum
vertikalen Fugendichtband (18) oder darüber hinaus in die Umschließungswand (12) eingebracht
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bodenplatte (20) an die Umschließungswand (12) unter Ausbildung einer horizontalen
Stoßfuge (24) angrenzt, welche mit einer horizontalen Dichtung (28) abgedichtet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schlitzwandpanele (14) schrittweise mittels eines Schlitzwandgreifers oder einer
Schlitzwandfräse durch Erzeugen von Schlitzen im Boden erstellt werden, welche mit
einer aushärtbaren Masse verfüllt werden, und
dass vor dem Aushärten das vertikale Fugendichtband 15 in den Schlitz eingesetzt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dichtelement (30) einen zylindrischen Außenumfang aufweist, welches in die Aufnahmebohrung
(15) passend eingesetzt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dichtelement (30) eine feste Metallhülse (32) aufweist, welche mit einer Verbindungsmasse
und/oder einem Befestigungselement (33) in der Aufnahmebohrung (15) befestigt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dichtelement (30) eine flexible Schlauchhülse (34) aufweist, welche mit Spiel
in die Aufnahmebohrung (15) eingesetzt wird, und
dass die Schlauchhülse (34) mit einer Füllmasse verfüllt wird, welche die Schlauchhülse
(34) erweitert und dabei fest und abdichtend in der Aufnahmebohrung (15) verankert.
10. Baugrubenumschließung, insbesondere erstellt nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche
1 bis 9, mit
- einer im Wesentlichen vertikalen Umschließungswand (12) im Boden, welche aus Schlitzwandpanelen
(14) gebildet ist, deren vertikale Stoßfugen (16) mittels eines Fugendichtbandes (18)
abgedichtet sind, und
- einer im Wesentlichen horizontalen Bodenplatte (20), welche an die Umschließungswand
(12) angrenzt und die Baugrube nach unten abdichtet,
dadurch gekennzeichnet,
- dass an mindestens einer vertikalen Stoßfuge (16) zwischen zwei angrenzenden Schlitzwandpanelen
(14) in die Umschließungswand (12) eine sich zum Fugendichtband (18) erstreckende
Aufnahmebohrung (15) ausgebildet ist, und
- dass in die Aufnahmebohrung (15) ein Dichtelement (30) zum Bilden einer horizontalen Abdichtung
eingebracht ist.
11. Baugrubenumschließung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass an jeder vertikalen Stoßfuge (16) eine Aufnahmebohrung (15) mit Dichtelement (30)
angeordnet ist.
12. Baugrubenumschließung nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich das Dichtelement (30) von einer Innenseite der Umschließungswand (12) mindestens
bis zu dem Fugendichtband (18) entlang der vertikalen Stoßfuge (16) erstreckt.
13. Dichtelement für ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9 oder eine Baugrubenumschließung
(10) nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Dichtelement (30) zylindrisch und passend zu einer Aufnahmebohrung (15) in einer
Umschließungswand (12) einer Baugrubenumschließung (10) ausgebildet ist.
14. Dichtelement nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dichtelement (30) eine feste Metallhülse (32) aufweist.
15. Dichtelement nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dichtelement (30) eine flexible Schlauchhülse (34) aufweist, welche mit einer
aufquellbaren Füllmasse verfüllt ist.