[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schießkinosimulatorsystem insbesondere für
Bogen-, Armbrust-, und Dartsport inklusive einer Sensorik zum Detektieren von Geschosseinschlägen
auf einer Zielwand, welches ermöglicht unter realen Bedingungen auf bewegliche Ziele,
die auf die Zielwand projiziert werden, zu schießen.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Für ein Schießtraining sind im Stand der Technik Schießsimulatoren für den Gebrauch
von Schusswaffen bekannt. Bei diesen Schießsimulatoren wird vor einen Kugelfang bzw.
Geschossfang eine Leinwand aus Papier aufgebaut. Hinter dieser Leinwand befindet sich
eine Infrarotlampe. Sobald ein Loch in die Leinwand mittels eines Geschosses oder
Projektils geschossen wird, wird mittels einer vor der Leinwand befindlichen Kamera
das durch das Loch hindurch scheinende Infrarotlicht detektiert und mittels eines
Datenverarbeitungssystems ausgewertet. Solche Systeme weisen insbesondere die Nachteile
auf, dass sie sehr teuer sind und eine Ortsverlagerung des Schießsimulators nur schwer
durchführbar ist. Zudem ist ein Einschlagwinkel eines Geschosses nicht oder nur schwer
feststellbar.
[0003] Weiterhin sind Systeme bekannt, bei denen die Geschossspitzen mit einem großen Gummischutz
versehen werden und die Leinwand eine feste Platte ist von der der Pfeil abprallt.
Zudem bedarf die Lokalisierung des Einschlagspunkts ebenfalls einer Kameraanordnung.
Ähnlich wie im obig beschriebenen Fall sind diese Konfigurationen kostenintensiv und
lassen ebenfalls eine Auswertung des Schusswinkels nicht zu. Zudem ist aufgrund der
notwendigen Präparierung der Pfeile kein Training unter realistischen Bedingungen
möglich.
[0004] Zudem sind auch Systeme bekannt, bei dem der Bogen mit einem Dämpfer versehen wird,
um die Energie des Bogens aufzunehmen und bei dem statt eines Abschuss eines Pfeils
lediglich ein am Bogen angebrachter Laser einen Laserstrahl in Richtung einer Zielwand
aussendet, wo Treffer von einer Kamera ausgewertet werden. In Korrespondenz zu den
bereits beschriebenen Systemen ist eine solche Konfiguration mit hohen Kosten verbunden
und verhindert ebenfalls ein realitätsnahes Training. Zudem ist es möglich, dass durch
die Präparierung der Ausrüstung (Dämpfer am Bogen) Materialschäden entstehen können.
Zusammenfassung der Erfindung
[0005] Folglich besteht Bedarf für einen Schießkinosimulator, der es ermöglicht kostengünstig,
ortsflexibel/transportabel und unter möglichst realistischen Bedingungen ein Schießtraining
durchzuführen. Insbesondere besteht der Bedarf mit denselben unveränderten Ausrüstungsgegenständen,
z. B. Bogen und Pfeile, zu trainieren, die auch bei Turnieren oder Jagdveranstaltungen
zum Einsatz kommen.
[0006] Diese Aufgabe wird von der Erfindung gemäß dem unabhängigen Patentanspruch gelöst.
Weitere bevorzugte Ausbildungen werden von den abhängigen Patentansprüchen beschrieben.
[0007] Ein Aspekt der Erfindung betrifft ein System zum Detektieren eines Einschlags eines
insbesondere mechanisch beschleunigten Geschosses, das eine Zielwand aufweisen kann.
Zudem kann das System einen Projektor umfassen, der von einer Datenverarbeitungseinheit
gesteuert werden kann. Dieser Projektor kann so konfiguriert werden, dass zeitlich
bewegliche Ziele auf der Zielwand dargestellt werden können. Weiterhin kann das erfindungsgemäße
System zumindest einen Einschlagsensor umfassen, der an der Zielwand angeordnet werden
kann. Dieser Einschlagssensor kann ferner mit der Datenverarbeitungseinheit verbunden
sein. Die Datenverarbeitungseinheit kann mittels eines Signals des Einschlagssensors
bei Einschlag des Geschosses veranlassen, dass der Projektor den Zeitablauf der auf
der Zielwand darstellbaren Ziele anhält.
[0008] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Systems zum Detektieren eines Geschosseinschlags
wird ermöglicht ein realitätsnahes Schießtraining durchzuführen, bei dem dieselben
unveränderten Ausrüstungsgegenstände (z. B. Bogen und Pfeile) zum Einsatz kommen,
die ein Schütze auf Turnierveranstaltungen oder bei der Jagd einsetzen würde. Mit
anderen Worten besteht keine Notwendigkeit die Ausrüstungsgegenstände für das Schießtraining
speziell zu konfigurieren. Somit wird ein verfälschender Einfluss durch beispielsweise
zusätzliches Gewicht des Pfeils, einer Änderung von dessen Gewichtsverteilung oder
realitätsferner Abschusskinemathek beim Schießtraining ausgeschlossen. Weiterhin ist
es möglich jedes von einer Datenverarbeitungseinheit abspielbare Video für das Schießtraining
zu benutzen. So kann beispielsweise normales Filmmaterial (z. B. Tierdokumentationen,
Videospielsequenzen) sowie speziell auf die Nutzung von Schießsimulatoren ausgerichtete
Filmsequenzen eingesetzt werden. Darüber hinaus ist es möglich die Zielwand beliebig
zu vergrößern indem mehrere Zielwandabschnitte zusammengefügt werden und der oder
die Einschlagssensoren entsprechend an der neu zusammengefügten Zielwand angeordnet
werden. Ebenfalls ist es möglich das erfindungsgemäße System schnell und einfach zu
errichten und wieder abzubauen, wodurch eine rasche und unkomplizierte örtliche Verlegung
des Systems ermöglicht wird.
[0009] Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße System zum Detektieren eines Geschosseinschlags
so ausgebildet, dass die Zielwand derart konfiguriert sein kann, dass das Geschoss
beim Auftreffen auf die Zielwand in die Zielwand eindringen kann und das Geschoss
von dem Material der Zielwand fixiert werden kann. Insbesondere kann die Zielwand
so konfiguriert sein, dass ein Geschoss, welches einen vorbestimmten Impuls überschreitet,
derart in die Zielwand eindringt, dass das Geschoss von dem Material der Zielwand
umschlossen bzw. umfasst werden kann und somit von der Zielwand festgehalten bzw.
von dieser fixiert werden kann.
[0010] Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass der Schusswinkel eines Pfeils einfach
und direkt festgestellt werden kann, da der Pfeil nach dem Einschlag in einer der
Schusstrajektorie entsprechenden Position im Material der Zielwand fixiert wird.
[0011] Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße System zum Detektieren eines Geschosseinschlags
so ausgebildet, dass die Datenverarbeitungseinheit ein Personalcomputer (PC) sein
kann.
[0012] Dies hat den Vorteil, dass zur Steuerung des Projektors ein handelsüblicher PC eingesetzt
werden kann, wodurch der Kostenaufwand reduziert wird.
[0013] Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße System zum Detektieren eines Geschosseinschlags
so ausgebildet, dass die Zielwand deformierbaren Schaumstoff umfassen kann.
[0014] Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass es ermöglicht wird die Geschosse (z.
B. Pfeile) mehrfach zu verwenden, ohne diese durch einen Aufprall an der Zielwand
zu beschädigen. Dadurch werden Materialkosten des Schießtrainings reduziert. Zudem
verhindert ein Einsatz von deformierbaren Schaumstoff an der Zielwand, dass die Geschosse
stark an der Zielwand abprallen und unbestimmbar gestreut werden. Somit wird die Sicherheit
beim Schießtraining erhöht.
[0015] Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße System zum Detektieren eines Geschosseinschlags
so ausgebildet, dass der zumindest eine Einschlagssensor ein piezoelektrisches Element
umfassen kann. Insbesondere kann das piezoelektrische Element bei mechanischer Einwirkung,
beispielsweise durch eine zeitlich periodische Kraft, eine messbare Wechselspannung
als Signal produzieren.
[0016] Dies hat den Vorteil, dass die messbare Wechselspannung als Signal genutzt werden
kann, um einen Einschlag eines Geschosses auf der Zielwand zu detektieren. Zudem kann
das Wechselspannungssignal genutzt werden, um den Zeitpunkt des Geschosseinschlages
zu ermitteln.
[0017] Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße System zum Detektieren eines Geschosseinschlages
so ausgebildet, dass das Signal des Einschlagsensors durch eine Elektronik gefiltert
und verstärkt werden kann, insbesondere kann das Signal nach Filterung und Verstärkung
auf den Eingang einer Soundkarte der Datenverarbeitungseinheit geleitet werden. Die
Soundkarte der Datenverarbeitungseinheit kann das Signal des Einschlagsensors verarbeiten
und in Reaktion Steuersignale an den Projektor leiten.
[0018] Dies hat den Vorteil, dass zur Signalauswertung und zur Videosequenzsteuerung handelsübliche
Elemente, wie z. B. eine Datenverarbeitungseinheit (PC), eine Soundkarte und ein von
einer Datenverarbeitungseinheit (PC) steuerbarer Projektor, genutzt werden können,
wodurch der Kostenaufwand und die Komplexität des Systems erheblich reduziert werden.
[0019] Vorzugsweise ist das System zum Detektieren eines Geschosses so ausgebildet, dass
der zumindest eine Einschlagssensor eine Referenzschallquelle umfassen kann. Insbesondere
kann die Referenzschallquelle ein Schallsignal emittieren.
[0020] Dies hat den Vorteil, dass Schallsignale zur Bestimmung von Positionsinformation
eines Einschlagssensors auf der Zielwand herangezogen werden können und zur Bestimmung
einer Einschlagsposition des Geschosses auf der Zielwand genutzt werden können. Ungenauigkeiten
und Materialfehler der Zielwand können somit vernachlässigt werden, sowie verschiedene
Zielwände einzeln und gemeinsam genutzt werden.
[0021] Vorzugsweise ist das System zum Detektieren eines Geschosses so ausgebildet, dass
mittels einer Aktivierung und Deaktivierung eines Elektromagneten ein Aussenden bzw.
eine Emission eines Schallsignals der Referenzschallquelle gesteuert werden kann.
[0022] Dies hat den Vorteil, dass die Aussendung eines Schallsignals, z. B mittels der Datenverarbeitungseinheit
(PC), gesteuert werden kann. Somit wird eine Einstellung bzw. Benutzung des Schießkinosimulators
für ein Schießtraining vereinfacht.
[0023] Vorzugsweise ist das System zum Detektieren eines Geschosses so ausgebildet, dass
zumindest vier Einschlagsensoren in Randabschnitten bzw. Eckbereichen der Zielwand
angeordnet sein können. Insbesondere kann durch eine solche Konfiguration eine Bestimmung
von Lokalisierungsinformation des Einschlagspunktes eines Geschosses auf der Zielwand
mithilfe einer Analyse von Messsignalen, der verschiedenen in den Randabschnitten
bzw. Eckbereichen der Zielwand angeordneten Einschlagssensoren, durchgeführt werden.
[0024] Dies hat den Vorteil, dass eine präzise Bestimmung des Einschlagsortes des Geschosses
auf der Zielwand durchgeführt werden kann. Folgerichtig brauchen beispielsweise Materialungenauigkeiten
der Zielwand bei der Einschlagspositionsbestimmung nicht berücksichtigt zu werden.
Dies reduziert die Komplexität der Positionsbestimmung des eingeschlagenen Geschosses
auf der Zielwand und erleichtert zudem den Trainingsablauf.
[0025] Vorzugsweise ist das System zum Detektieren eines Geschosses so ausgebildet, dass
die verschiedenen Messsignale der Einschlagsensoren von einem A/D-Wandler erhalten
und verarbeitet werden können. Insbesondere können die von dem A/D-Wandler verarbeiteten
Messsignale als digitale Signale nachfolgend auf einen Mikrocontroller (bzw. einen
Microcomputer oder eine Logikeinheit) geleitet werden. Dieser Mikrocontroller kann
dann mittels einer Zeitanalyse der digitalisierten Signale die Lokalisierungsinformation
des Einschlagspunktes des Geschosses auf der Zielwand bestimmen.
[0026] Das hat den Vorteil, dass die Lokalisierungsinformation des Geschosses verarbeitet
und aufbereitet wird und dass somit eine einfache Weiterverarbeitung des Signals mithilfe
von handelsüblichen Datensignalverarbeitungskomponenten (z. B. in einem PC) ermöglicht
wird. Dies reduziert Komplexität und Kostenaufwand des auf ein Schießtraining ausgerichteten
Systems.
[0027] Vorzugsweise ist das System zum Detektieren eines Geschosses so ausgebildet, dass
der Mikrocontroller die bestimmte bzw. ermittelte Lokalisierungsinformation des Einschlagspunktes
des Geschosses auf der Zielwand an die Datenverarbeitungseinheit (PC) weiterleiten
kann. Die Datenverarbeitungseinheit (PC) kann dann den Projektor in Reaktion auf die
vom Mikrocontroller erhaltene Lokalisierungsinformation steuern bzw. überwachen.
[0028] Dies hat ähnlich wie oben den Vorteil, 1, dass handelsübliche Datensignalverarbeitungskomponenten
(PC) und Videoprojektionsvorrichtungen für das Schießtraining eingesetzt werden können,
wodurch insbesondere der Kostenaufwand für ein Schießsimulationssystem verringert
wird.
[0029] Vorzugsweise ist das System zum Detektieren eines Geschosses so ausgebildet, dass
der Projektor den Zeitablauf der Ziele anhalten kann, die mittels des Projektors auf
der Zielwand dargestellt bzw. auf die Zielwand projiziert werden. Insbesondere kann
der Einschlagsort bzw. Einschlagspunkt des Geschosses auf der Zielwand mittels des
Projektors optisch markiert werden.
[0030] Dies hat den Vorteil, dass für einen trainierenden Schützen bzw. Nutzer des Schießsimulatorsystems
die Einschlagsposition eines Geschosses auf der Zielwand direkt und deutlich sichtbar
erkennbar ist, wodurch ein unmittelbares Abstimmen des Trainingsverlaufs erfolgen
kann. Mit anderen Worten erhält der Schütze sofortiges optisches Feedback über die
Qualität bzw. Präzision seines abgegebenen Schusses.
[0031] Vorzugsweise ist das System zum Detektieren eines Geschosses so ausgebildet, dass
der Projektor, gesteuert durch die Datenverarbeitungseinheit (PC), nach Ablauf einer
vorbestimmten Zeitperiode den Zeitablauf der Ziele, die auf der Zielwand dargestellt
werden, automatisch fortsetzt.
[0032] Dies hat den Vorteil, dass ein Benutzer bzw. Schütze, der das erfindungsgemäße System
einsetzt, sich vollständig auf das Abgeben von Schüssen auf dargestellte Ziele auf
der Zielwand konzentrieren kann, ohne die Fortsetzung der Videosequenz selber einleiten
zu müssen. Dies ermöglicht ausgeprägte Konzentrationsphasen zur Zielerfassung von
Zielen auf der Zielwand und verbessert den Sch ießtra i n i ngseffekt.
[0033] Vorzugsweise ist das System zum Detektieren eines Geschosses so ausgebildet, dass
die Datenverarbeitungseinheit (PC) mit einem Schaltelement verbunden werden kann,
welches mechanisch betätigt bzw. aktiviert werden kann. Die Datenverarbeitungseinheit
(PC) kann dann in Reaktion auf eine Aktivierung bzw. ein Betätigen des Schaltelements
veranlassen, dass der Projektor den Zeitablauf, der auf der Zielwand dargestellten
Ziele, fortsetzt.
[0034] Dies hat den Vorteil, dass ein Schütze, der das erfindungsgemäße System zum Schießtraining
nutzt, ein Fortführen der auf die Zielwand projizierten Videosequenz selber kontrollieren
bzw. steuern kann. Die Videosequenz, die auf die Zielwand mittels des Projektes projiziert
wird, stoppt unmittelbar (im Millisekundenbereich) nach Einschlagen eines Geschosses,
z. B. eines Pfeils, auf der Zielwand. Der Schütze kann somit in Ruhe den Einschlagwinkel
seines Geschosses auf der Zielwand feststellen und den abgelaufenen Schießvorgang
analysieren. Nach Abschluss der Schussanalyse kann der Schütze den Schießtrainingsvorgang,
beispielsweise durch Aktivierung des Schaltelements (beispielsweise mittels eines
Fußes), nahtlos fortführen. Dies erhöht die Effizienz des Schießtrainings. Durch eine
Fußsteuerung des Schaltelements wird zudem ermöglicht, dass der Schütze sich vollständig
auf die von seinen Händen geführte Schusswaffe konzentrieren kann, wodurch sich die
Qualität des Schießtrainings weiter erhöht.
[0035] Zusammenfassend ermöglicht das erfindungsgemäße Schießsystem somit ein Schießtraining
unter möglichst realistischen Bedingungen unter Einsatz von handelsüblichen Komponenten
(beispielsweise PC, Projektor etc.) zur Auswertung von Schüssen. Folgerichtig wird
ein Schießkinosimulator zur Verfügung gestellt, der die Effizienz und Qualität des
Schießtrainings im Vergleich zu bisherigen Systemen erheblich verbessert.
[0036] Die Erfindung wird im Folgenden exemplarisch mit Bezug auf die beigefügten, schematischen
Zeichnungen beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 eine Perspektivdarstellung auf eine beispielhafte Ausbildung eines Schießkinosimulatorsystems,
das konfiguriert ist, um Geschosseinschläge zu detektieren
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausbildung eines Schießkinosimulatorsystems,
das konfiguriert ist, um Geschosseinschläge zu detektieren
Fig. 3 eine schematische Querschnittdarstellung einer beispielhaften Ausbildung eines
Einschlagssensors mit Referenzschallquelle,
Fig. 4 eine Perspektivdarstellung einer beispielhaften Ausbildung eines Schießkinosimulatorsystems,
das konfiguriert ist, um Geschosseinschläge zu detektieren und den Einschlagspunkt
zu lokalisieren,
Fig. 5 eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausbildung eines Schießkinosimulatorsystems,
das konfiguriert ist, um Geschosseinschläge zu detektieren und den Einschlagspunkt
zu lokalisieren.
[0037] Im Folgenden werden verschiedene Beispiele der vorliegenden Erfindung detailliert
unter Bezugnahme auf die Figuren beschrieben. Gleiche bzw. ähnliche Elemente in den
Figuren werden hierbei mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Die vorliegende Erfindung
ist jedoch nicht auf die beschriebenen Ausführungsmerkmale begrenzt, sondern umfasst
weiterhin Modifikationen von Merkmalen der beschriebenen Beispiele und Kombination
von Merkmalen verschiedener Beispiele im Rahmen des Schutzumfangs der unabhängigen
Ansprüche.
[0038] In der Figur 1 wird eine perspektivische Darstellung einer beispielhaften Ausbildung
des erfindungsgemäßen Schießkinosimulators dargestellt. Ein Personalcomputer (PC)
103 ist über eine Verbindung (Kabel) 103 B mit einem Projektor 102 verbunden, wobei
der PC 103 den Projektor 102 steuert. Der PC 103 ist zudem konfiguriert Videodateien
abzuspielen und den Inhalt dieser Videodateien mittels des Projektors 102 auf eine
Zielwand 100 zu projizieren. Zu diesem Zweck können beliebige auf dem PC 103 abspielbar
Videodateien genutzt werden. Beispielsweise ist es möglich Sequenzen aus gewöhnlichen
Kino und Fernsehfilmen mittels des Projektors 102 auf die Zielwand 100 zu projizieren
und für ein Schießtraining zu nutzen. Zudem können aber auch speziell für Schießkinosimulatoren
produzierte Filmsequenzen eingesetzt werden. Ebenfalls im Anwendungsbereich des erfindungsgemäßen
Schießkinosimulators liegt es, lediglich ein Standbild mittels des Projektors 102
auf die Zielwand 100 zu projizieren. Somit wird ein umfassendes Schießtraining auf
bewegliche und unbewegliche Ziele ermöglicht. Weiterhin zeigt Figur 1, dass der PC
103 mittels einer Verbindung 103 A mit einem Einschlagssensor 104 verbunden ist. Die
Verbindungen 103 A, 103 B sind als Datenkabelverbindungen ausgebildet, können aber
auch wahlweise als drahtlose bzw. kabellose Verbindungen (z.B. Bluetooth, WLAN, infraroter
bzw. optischer Frequenzbereich) ausgelegt sein. Der Einschlagssensor 104 ist mit der
Zielwand 100 physikalisch direkt verbunden. Die Zielwand 100 besteht aus einem oder
mehreren verschiedenen deformierbaren Schaumstoffen, wobei der Einschlagsensor 104
mittels eines Abschnittes 104 A in den Schaumstoff der Zielwand 100 eingeführt bzw.
hineingesteckt wird und somit in direkten Kontakt mit der Zielwand 100 gebracht wird.
Anders formuliert wird der Abschnitt 104 A des Einschlagssensors 104 in die Zielwand
100 eingeführt, so dass der Abschnitt 104 A des Einschlagssensors 104 von dem Material
der Zielwand 100 umschlossen wird. Es wird somit eine formschlüssige Verbindung zwischen
dem Abschnitt 104 A des Einschlagssensors 104 und dem Material der Zielwand 100 hergestellt.
Dadurch werden Dichtefluktuationen 300 im Material der Zielwand 100, die durch einen
Einschlag eines Geschosses 101 verursacht werden, direkt auf den Abschnitt 104 A des
Einschlagssensors 104 übertragen. Der Abschnitt 104 A des Einschlagsensors 104 umfasst
zudem ein piezoelektrisches Element (nicht dargestellt), dass bei mechanischer Krafteinwirkung,
beispielsweise durch die erwähnten Dichtefluktuationen 300, eine messbare Wechselspannung
erzeugt. Der zeitliche Ablauf hinsichtlich eines Eintreffens der Dichtefluktuationen
300 beim Einschlagssensor 104 und Erzeugen eines Wechselspannungssignals ist im Spannungs-Zeit-Diagramm
304 schematisch wiedergegeben (eine detaillierte Diskussion wird im Zusammenhang mit
Figur 2 gegeben). Im Einschlagssensor 104 wird das generierte Wechselspannungssignal
zudem elektronisch verarbeitet und verstärkt und auf den Eingang einer Soundkarte
des PC 103 gegeben. Der PC 103 (genauer gesagt eine Software, die auf dem PC installiert
ist) veranlasst in Reaktion auf das erhaltene Wechselspannungssignal des Einschlagssensors
104 eine Steuerung des Projektors 102, z.B. ein Anhalten oder Verlangsamen des Zeitablaufs,
der auf die Zielwand 100 projizierten Videosequenz.
[0039] Die Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausbildung des
erfindungsgemäßen Schießkinos bzw. Schießkinosimulators. In Bezug auf Figur 2 wird
das Funktionsprinzip des erfindungsgemäßen Systems zum Detektieren eines Geschosseinschlags
näher erläutert und das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten verdeutlicht.
Der Einschlagssensor 104 ist mit der Zielwand 100 mittels des Abschnitts 104A physikalisch
direkt verbunden. Der Sensor 104 umfasst zudem einen Schall/Spannungswandler, um akustische
Signale zu verarbeiten. Weiterhin umfasst der Einschlagsensor 104 ein Filter-, und
Verstärkungselement 104 I. Das Filter-, und Verstärkungselement 104 I filtert und
verstärkt nach dem Einschlag eines Geschosses 101 auf der Zielwand 100 das Wechselspannungssignal,
das durch das piezoelektrisches Element (nicht dargestellt) erzeugt wird. Dabei wird
durch das Filter-, und Verstärkungselement 104 I das Wechselspannungssignal derart
verarbeitet, dass es für den Eingang einer Soundkarte geeignet ist. Insbesondere wird
dabei durch mechanische und elektrische Frequenzweichen das Signal so aufbereitet,
dass ein Signal-Rauschabstand erzeugt wird, der zur Detektion eines Geschosseinschlags
genutzt werden kann. Das so verarbeitete Signal wird anschließend mittels der Verbindung
103 A an den PC 103 weitergeleitet. Genauer gesagt wird das verarbeitete Signal auf
den Eingang einer Soundkarte 103 C des PC 103 geleitet. Somit liegt unmittelbar nach
dem Einschlag (Millisekundenbereich) eines Geschosses 101 auf der Zielwand 100 ein
Wechselspannungssignal am Eingang der Soundkarte an, das von einer auf dem PC installierten
Software 103 D interpretierbar ist. Das in Figur 1 dargestellte Spannungs-Zeit-Diagramm
304 verdeutlicht diesen Zusammenhang schematisch. Zunächst liegt ein konstantes Referenzpotenzial
(Spannung V) am Einschlagssensor 104 vor (Zeitpunkt t=0). Aufgrund der Dichtefluktuationen
300 wird der Abschnitt 104 A zu einem späteren Zeitpunkt (t>0) aus seiner Ruhelage
ausgelenkt und somit eine Wechselspannung mittels des piezoelektrischen Elements erzeugt.
Die Software 103 D wertet das Wechselspannungssignal, welches aus Dichtefluktuationen
300 des Zielwandmaterials durch den Geschosseinschlag resultiert, aus und steuert
in Reaktion das Abspielen der Videodatei. Insbesondere veranlasst die Software 103
D, dass der Zeitablauf der Videodatei im Millisekundenbereich nach Einschlag des Geschosses
101 auf der Zielwand 100 angehalten wird, d.h. der Projektor 102 wird mittels der
Verbindung 103 B von dem PC 103 (genauer der Software 103 D) angesteuert und projiziert
ein zeitunabhängiges Bild (Standbild) auf die Zielwand 100. Zudem veranlasst die Software
103 D eine Speicherung eines Screenshots und eines Zeitstempels des Videos zur späteren
Auswertung des abgegebenen Schusses. Mithilfe eines programmierten Zeitgebers, der
auf dem PC 103 eingerichtet ist, wird der Zeitablauf der Videodatei nach einer vorbestimmten
Zeitperiode automatisch fortgesetzt und auf die Zielwand 100 mittels des Projektors
102 projiziert, d.h. der Zeitablauf der Videosequenz wird fortgeführt. Alternativ
ist es jedoch auch möglich, dass der Projektor 102 den Zeitablauf, der auf der Zielwand
100 dargestellten Ziele, in Reaktion auf Betätigen eines mechanisch zu aktivierenden
Schaltelements (z. B. kabelloser Fußschalter, der mit dem PC verbunden ist), fortsetzt.
[0040] Die Figur 3 zeigt eine schematische Querschnittdarstellung einer beispielhaften Ausbildung
eines Einschlagssensors 104. Insbesondere ist in Figur 3A gezeigt, dass der erfindungsgemäße
Einschlagsensor 104 einen Abschnitt 104 A umfasst, mittels dessen der Einschlagsensor
104 an der Zielwand 100 angeordnet bzw. in die Zielwand 100 hineingesteckt werden
kann. Weiterhin umfasst der Einschlagsensor 104 ein piezoelektrisches Element 104
B, welches konfiguriert ist, um mechanische Krafteinwirkung (verursacht beispielsweise
durch Dichtefluktuationen im Zielwandmaterial) in Spannungssignale umzuwandeln. Genauer
gesagt wird beim (direkten) piezoelektrischen Effekt mittels einer elastischen Verformung
eines Festkörpers eine Änderung der elektrischen Polarisation verursacht und demzufolge
ein elektrisches Feld (Spannung) generiert. Ein piezoelektrisches Element ist ein
Bauteil, welches den piezoelektrischen Effekt ausnutzt, um bei Einwirkung einer mechanischen
Kraft auf das piezoelektrische Element eine elektrische Spannung zu erzeugen. Piezoelektrische
Elemente können bestimmte Kristalle oder piezoelektrisches Keramiken (polykristalline
Materialien) sein. Auf dem piezoelektrischen Material können zudem Elektroden aufgebracht
sein, so dass das durch eine mechanische Kraft hervorgerufene elektrische Feld eine
Spannung an den Elektroden bewirkt. So wird beispielsweise durch Einwirkung einer
zeitlich periodischen mechanischen Kraft auf das piezoelektrische Element 104 B ein
Wechselspannungssignal erzeugt. Eine solche zeitlich periodische mechanische Krafteinwirkung
wird beispielsweise durch Dichtefluktuationen 300 des Materials der Zielwand 100 generiert,
die sich konzentrisch von einem Einschlagspunkt eines Geschosses 101 bei Einschlag
auf der Zielwand 100 ausbreiten. Ein so erzeugtes Wechselspannungssignal kann dann
von dem Einschlagsensor verarbeitet bzw. weitergeleitet werden. Zudem ist schematisch
dargestellt, dass die piezoelektrische Sensoranordnung eine seismische Masse 104 C
umfasst.
[0041] Weiterhin dargestellt ist eine Feder 104 D, ein Elektromagnet 104 E, sowie ein Schallerzeugungselement
104 F (Klicker), die in einer Kavität 104 G des Einschlagssensors 104 separat, d.h.
eigenständig, angeordnet sind. Die Kavität 104 G wird durch eine Ummantelung 104 H
ausgebildet. Die Anordnung, die die Feder 104 D, den Elektromagneten 104 E und den
Klicker 104 F umfasst stellt eine Referenzschallquelle des Einschlagssensors 104 dar.
Der Klicker 104 F mit der Feder 104 D verbunden. Die Feder 104 D ist zudem ebenfalls
mit dem Elektromagneten 104 E verbunden. Die Feder kann aber auch alternativ, statt
mit dem Elektromagneten 104 E, an einem Abschnitt der Ummantelung 104 des Einschlagssensors
104 angeordnet sein. Der Klicker 104 F besteht aus oder umfasst zudem ein ferromagnetisches
Material. Somit wird der Klicker 104 F bei Aktivierung des Elektromagneten in Richtung
des Elektromagneten 104 E bewegt, wodurch die Feder 104 D zusammengedrückt wird. Mit
anderen Worten wird bei einer Aktivierung des Elektromagneten 104 E ein Magnetfeld
erzeugt, welches eine Kraft auf den Klicker 104 F ausübt und den Klicker 104 F in
Richtung des Elektromagneten bewegt. Durch diese Bewegung des Klickers 104 F wird
die an dem Klicker 104 F angeordnete Feder 104 D gestaucht bzw. zusammengedrückt.
Diese elastische Verformung der Feder 104 D erzeugt eine Rückstellkraft der Feder
104 D, die der durch den Elektromagneten 104 E verursachten Bewegungsrichtung des
Klickers 104 F entgegengerichtet ist (das Magnetfeld ist so konfiguriert, das die
durch das Magnetfeld erzeugte magnetische Kraft betragsmäßig größer ist als die Rückstellkraft
der Feder 104 D). Daher wird bei einer Deaktivierung des Elektromagneten 104 E, bei
der auch das magnetische Feld deaktiviert wird, der Klicker 104 F durch die Rückstellkraft
der Feder 104 D von dem Elektromagneten 104 E wegbewegt.
[0042] Das Prinzip der Schallerzeugung im dargestellten Ausführungsbeispiel wird in den
Figuren 3B und 3C schematisch dargestellt.
[0043] Zunächst befindet sich der Elektromagnet 104 E in einem deaktivierten Zustand (Figur
B). Der Klicker 104 F wird mittels der Feder 104 E (genauer gesagt durch eine Rückstellkraft
der Feder 104 E, dargestellt durch den Pfeil in Figur B) in einer vorbestimmten Distanz
vom Elektromagneten 104 E gehalten, d.h. es besteht zunächst kein direkter physikalischer
Kontakt zwischen dem Klicker 104 F und dem Elektromagneten 104 E. Durch eine Aktivierung
des Elektromagneten 104 E wird ein Magnetfeld erzeugt. Durch die Kraft des Magnetfeldes
(dargestellt durch den Pfeil in Figur C) wird der Klicker 104 F in Richtung des Elektromagneten
104 D bewegt bzw. gezogen und die Feder 104 E gleichzeitig gestaucht bzw. zusammengedrückt,
wodurch eine Erhöhung der dem Magnetfeld entgegengerichteten Federkraft verursacht
wird. Bei Erreichen des Elektromagneten 104 D schlägt der Klicker 104 F auf den Elektromagneten
104 D auf. Durch diesen Aufprall wird ein Schallsignal generiert.
[0044] Bei Deaktivierung des Elektromagneten 104 D durch den PC 103 erlischt das Magnetfeld,
wodurch mittels der Rückstellkraft der Feder 104 E der Klicker 104 F wieder in seine
Ausgangsposition verbracht wird.
[0045] Alternativ kann die Referenzschallquelle der Einschlagssensors 104 so konfiguriert
sein, dass beim Verbringen des Klickers 104 F in seine Ausgangsposition durch die
Federrückstellkraft der Feder 104 E, der Klicker 104 F gegen einen Abschnitt der Ummantelung
104 H des Einschlagssensors 104 getrieben wird bzw. schlägt und somit ein messbares
Schallsignal generiert wird.
[0046] Die Referenzschallquelle wird mittels des PC 103 gesteuert. Genauer gesagt steuert
der PC 103 den Elektromagneten 104 E durch Aktivieren bzw. Deaktivieren über ein Gleichpannungssignal.
Auch wenn nicht explizit in Figur 3 dargestellt, so umfasst ein erfindungsgemäßer
Einschlagssensor 104 zudem ein Filter-, und Verstärkungselement 104 I, dass das Wechselspannungssignal
filtert und verstärkt, so dass es für den Eingang einer Soundkarte geeignet ist.
[0047] Die Figur 4 zeigt eine Perspektivdarstellung einer beispielhaften Ausbildung eines
Schießkinosimulatorsystems, das konfiguriert ist, um Geschosseinschläge zu detektieren
und den Einschlagspunkt zu lokalisieren. Die Anordnung des in Figur 4 dargestellten
beispielhaften Schießkinosimulatorsystems entspricht im Wesentlichen dem bereits erläuterten
Ausführungsbeispiel bezüglich der Figur 1. Aus diesem Grund werden korrespondierende
Elemente an dieser Stelle nicht noch einmal detailliert beschrieben, sondern es wird
auf die entsprechenden Ausführungen, insbesondere in Relation zu den Figuren 1-3,
verwiesen. Abweichend von dem bereits erläuterten Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung sind jedoch mehrere Einschlagssensoren 104 an der Zielwand 100 angeordnet
bzw. mit der Zielwand 100 befestigt. Genauer gesagt befinden sich vier Einschlagssensoren
104 an den Randbereichen bzw. Eckbereichen der Zielwand 100. Diese vier Einschlagssensoren
104 sind jeweils in der oben beschriebenen Art und Weise mit der Zielwand 100 verbunden,
und sind somit in der Lage Dichtefluktuationen zu detektieren, die von einem Geschoss
101, das auf der Zielwand 101 einschlägt, verursacht werden. In den Spannungs-Zeit-Diagrammen
304 A, B, C, D ist dargestellt, dass, abhängig von der (euklidischen) Entfernung des
jeweiligen Einschlagssensors 104 zum Einschlagsort eines Geschosses 101 auf der Zielwand
100, zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein Wechselspannungssignal in dem jeweiligen
Einschlagssensor 104 durch die Dichtefluktuationen 300 ausgelöst wird. So ist im abgebildeten
Beispiel der Einschlagssensor 104 im linken oberen Randbereich der Zielwand 100 dem
Einschlagsort des Geschosses 101 am nächsten, d.h er weist die geringste euklidische
Distanz zum Einschlagsort des Geschosses 101 auf der Zielwand 100 auf. Folgerichtig
erreichen die durch das Material der Zielwand 100 propagierenden Dichtefluktuationen
300 diesen Einschlagsensor 104 zeitlich zuerst und lösen ein entsprechendes Wechselspannungssignal
am Einschlagssensor 104 aus. Der Einschlagssensor 104 am linken unteren Randbereich
der Zielwand 100 weist die zweitgeringste euklidische Distanz zum Einschlagsort des
Geschosses 101 auf und wird als nächstes von den Dichtefluktuationen 300 erreicht.
Somit wird ein Wechselspannungssignal in dem Einschlagsensor 104 zu einem späteren
Zeitpunkt als beim Einschlagsensor 104 des linken oberen Randbereichs der Zielwand
100 generiert. Der Einschlagssensor 104, der im rechten oberen Randbereich der Zielwand
100 angeordnet ist weist die drittgeringste euklidische Distanz vom Einschlagsort
des Geschosses 101 auf und wird von den Dichtefluktuationen 300 nach den Einschlagssensoren
104 erreicht, die sich im linken oberen und linken unteren Randbereich der Zielwand
100 befinden. Entsprechend wird an dem Einschlagsensor 104, der sich im rechten oberen
Randbereich der Zielwand 100 befindet, eine Wechselspannung zu einem Zeitpunkt erzeugt,
der später ist als die Zeitpunkte der Wechselspannungserzeugung in den Einschlagssensoren
104 des linken oberen und linken unteren Randbereichs der Zielwand 100. Der Einschlagssensor
104, der im rechten unteren Randbereich der Zielwand 100 angeordnet ist, wird durch
die Dichtefluktuationen 300 als letzter der vier Einschlagssensoren 104 erreicht.
Folgerichtig wird an dem Einschlagsensor 104 des rechten unteren Randbereichs der
Zielwand 100 eine Wechselspannung zu einem Zeitpunkt generiert, der später ist, als
die Zeitpunkte der Wechselspannungserzeugung bei den Einschlagssensoren 104 des linken
oberen, linken unteren und rechten oberen Randbereichs der Zielwand 100. Die Zeitabfolge
der Erzeugung der Wechselspannung an den jeweiligen Einschlagssensoren 104 wird schematisch
durch die Diagramme 304 A, B, C, D dargestellt.
[0048] Weiterhin sind die Einschlagssensoren 104 jeweils mit einem PC 103 mittels Verbindungen
103 A verbunden. Der PC 103 ist zur Steuerung eines Projektors 102 konfiguriert, der
beliebige Videosequenzen auf die Zielwand 100 projizieren kann. Zudem werden im Unterschied
zur oben beschriebenen Konfiguration (siehe insbesondere Figur 1 und Figur 2) die
erzeugten Wechselspannungssignale der Einschlagssensoren 104 nicht an eine Soundkarte
des PC 103 übermittelt, sondern an ein Mikrocontrol- und Analog/Digitalwandler-Element
200 zur Weiterverarbeitung weitergeleitet (nicht dargestellt). Das Mikrocontrol- und
Analog/Digitalwandler-Element 200 bestimmt dann die Position des Einschlags des Geschosses
101 auf der Zielwand 100 und leitet die ermittelten Informationen an den PC 103 weiter
(für eine detailliertere Beschreibung der Positionsbestimmung siehe Beschreibung der
Figur 5). Der PC 103 veranlasst in Reaktion auf die erhaltenen Informationen eine
Steuerung des Projektors 102. Genauer gesagt wird die Wiedergabe der abgespielten
Videosequenz/Videodatei angehalten und der Einschlagspunkt des Geschosses 101 auf
der Zielwand 100 optisch markiert.
[0049] Die Figur 5 zeigt eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausbildung eines
Schießkinosimulatorsystems, das konfiguriert ist, um Geschosseinschläge zu detektieren
und den Einschlagspunkt zu lokalisieren. Insbesondere zeigt Figur 5 die Zielwand 100,
die einen speziellen Schaumstoff oder verschiedene Schaumstoffe umfassen kann. In
den Randbereichen der Zielwand 100 sind zudem vier Einschlagsensoren 104 dargestellt,
die jeweils in einem Randbereich/Eckbereich der Zielwand 100 angeordnet bzw. befestigt
sind. Die vier Einschlagssensoren 104 sind jeweils über eine Verbindung 103 A mit
einem Mikrocontrol- und Analog/Digitalwandler-Element 200 verbunden.
[0050] Die Referenzschallquellen der einzelnen Einschlagssensoren 104 werden nach einer
Anordnung bzw. Anbringung der Einschlagssensoren 104 an der Zielwand 100 genutzt,
um die Position der jeweiligen Einschlagssensoren 104 in Relation zueinander zu ermitteln.
Hierzu wird der Reihe nach der Klicker 104 F jedes Einschlagsensors 104 aktiviert,
wodurch jeweils Schallsignale emittiert werden. Diese Schallsignale werden jeweils
von bevorzugt allen der vier Einschlagsensoren 104 erfasst bzw. registriert und verarbeitet
(Es kann allerdings auch eine Registrierung und Verarbeitung von weniger als vier
Schallsignalen durchgeführt werden). Insbesondere werden die empfangenen Schallsignale
von den Schall/Spannungswandlern der Einschlagssensoren 104 in Spannungssignale umgewandelt
und vom Mikrocontroller des Mikrocontrol- und Analog/Digitalwandler-Elements 200 verarbeitet.
Genauer gesagt ermittelt der Mikrocontroller aus den verschiedenen Schalllaufzeiten
der von den Referenzschallquellen der Einschlagssensoren 104 emittierten Schallsignale
die jeweiligen Positionen der Einschlagssensoren 104 zueinander an bzw. auf der Zielwand
100. Somit findet eine Kalibrierung der Positionen der Einschlagssensoren 104 auf
der Zielwand 100 aufgrund der verschiedenen Schalllaufzeiten, der von den Referenzschallquellen
der Einschlagssensoren 104 emittierten Schallsignale, statt. Mit anderen Worten werden
die relativen Positionen der Einschlagssensoren 104 zueinander auf der Zielwand durch
den Mikrocontroller ermittelt. In Referenz zu diesen Positionsinformationen der Einschlagssensoren
104 kann der Mikrocontroller dann die Position des Einschlags eines Geschosses 101
auf der Zielwand 100 ermitteln.
[0051] Bei Einschlag eines Geschosses 101 auf der Zielwand 100 propagieren Dichtefluktuationen
300 des Zielwandmaterials zu den jeweiligen Einschlagssensoren 104. Durch die Dichtefluktuationen
300 werden die Abschnitte 104 A der Einschlagssensoren 104 mechanisch verformt, wodurch
ein Spannungssignal mittels des piezoelektrischen Elements 104 B generiert wird. Aufgrund
der unterschiedlichen Distanzen von der Einschlagsposition bis zum jeweiligen Einschlagssensor
104 erreichen die Dichtefluktuationen die jeweiligen Einschlagssensoren 104 zu unterschiedlichen
Zeitpunkten. Folgerichtig werden auch die Wechselspannungssignale zu unterschiedlichen
Zeitpunkten ausgelöst. Das Mikrocontrol- und Analog/Digitalwandler-Element 200 empfängt
diese Wechselspannungssignale und verarbeitet sie mittels eines Analog/Digitalwandlers,
so dass die Signale von einem Mikrocontroller interpretiert werden können. Anders
formuliert fragt der Analog/Digitalwandler die Wechselspannungssignale der Sensoren
ab und gibt ab einer vorbestimmten gemessenen Spannung ein digitales 1-Signal an den
Mikrocontroller weiter. Diese digitalen 1-Signale werden somit vom Mikrocontroller
zu (vier) verschiedenen Zeiten registriert. Diese verschiedenen Zeiten entsprechen
den verschiedenen Zeitpunkten, bei denen die Dichtefluktuationen 300 die jeweiligen
Einschlagssensoren 104 erreichen und ein Wechselspannungssignal am jeweiligen Einschlagssensor
104 erzeugen. Aus den relativen Positioninformationen der Einschlagssensoren 104 zueinander
und den verschiedenen Zeiten der Registrierung der digitalen 1-Signale errechnet der
Mikrocontroller die Position des Einschlags des Geschosses 101 auf der Zielwand 100.
Die ermittelte Information hinsichtlich der Einschlagsposition wird dann mittels einer
Verbindung (beispielsweise einer USB-Verbindung) 201 an den PC 103 übertragen. Der
PC 103 steuert dann in Reaktion auf die erhaltene Information den Projektor 102 an
und veranlasst, dass der Zeitablauf der Videosequenz angehalten wird und die Einschlagsposition
des Geschosses 101 auf der Zielwand 100 optisch, z. B. Mithilfe eines Fadenkreuzes
oder einer Zielscheibenringanordnung (Scheibenspiegel), hervorgehoben bzw. markiert
wird.
[0052] Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass durch die vorliegende Erfindung ein
Schießkinosimulator mit einer Detektierung von Geschosseinschlägen zur Verfügung gestellt
wird. Dieses System wird durch den Einsatz handelsüblicher Komponenten (PC, Soundkarte)
besonders kostengünstig bereitgestellt. Zudem wird ermöglicht ein Schießtraining unter
möglichst realen Bedingungen durchzuführen.
1. System zum Detektieren eines Einschlags eines insbesondere mechanisch beschleunigten
Geschosses (101), umfassend:
- eine Zielwand (100);
- einen Projektor (102), der von einer Datenverarbeitungseinheit (103) gesteuert wird,
wobei der Projektor (102) konfiguriert ist, um zeitlich bewegliche Ziele auf der Zielwand
(100) darzustellen;
- zumindest einen Einschlagsensor (104), der an der Zielwand (100) angeordnet ist
und der mit der Datenverarbeitungseinheit (103) verbunden ist, wobei mittels eines
Signals des Einschlagssensors (104) bei Einschlag des Geschosses (101) veranlasst
wird, dass der Projektor (102) den Zeitablauf, der auf der Zielwand (100) dargestellten
Ziele, anhält.
2. System nach Patentanspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Zielwand (100) so konfiguriert ist, dass das Geschoss (101) beim Auftreffen auf
die Zielwand (100) in die Zielwand (100) eindringt und fixiert wird.
3. System nach zumindest einem der voranstehenden Patentansprüche, gekennzeichnet dadurch, dass die Datenverarbeitungseinheit (103) ein Personalcomputer (PC) ist.
4. System nach zumindest einem der voranstehenden Patentansprüche, gekennzeichnet dadurch, dass die Zielwand (100) deformierbaren Schaumstoff umfasst.
5. System nach zumindest einem der voranstehenden Patentansprüche, gekennzeichnet dadurch, dass der zumindest eine Einschlagsensor (104) ein piezoelektrisches Element umfasst, dass
bei mechanischer Einwirkung eine messbare Wechselspannung als Signal produziert.
6. System nach zumindest einem der voranstehenden Patentansprüche, gekennzeichnet dadurch, dass das Signal des Einschlagsensors (104) durch eine Elektronik gefiltert und verstärkt
wird und nachfolgend auf den Eingang einer Soundkarte der Datenverarbeitungseinheit
(103) geleitet wird, wobei die Soundkarte der Datenverarbeitungseinheit (103) das
Signal des Einschlagsensors (104) verarbeitet und in Reaktion Steuersignale an den
Projektor (102) leitet.
7. System nach zumindest einem der Patentansprüche 1- 5, gekennzeichnet dadurch, dass der zumindest eine Einschlagssensor (104) eine Referenzschallquelle umfasst, die
ein Schallsignal emittiert.
8. System nach Patentanspruch 7, gekennzeichnet dadurch, dass die Emission des Schallsignals der Referenzschallquelle mittels eines Elektromagneten
gesteuert wird.
9. System nach zumindest einem der Patentansprüche 7 - 8, gekennzeichnet dadurch, dass zumindest 4 Einschlagssensoren (104) in Randabschnitten der Zielwand (100) angeordnet
sind und eine Bestimmung von Lokalisierungsinformation des Einschlagspunktes auf der
Zielwand (100) mittels Analyse von Messsignalen, der verschiedenen in den Randabschnitten
der Zielwand (100) angeordneten Einschlagssensoren (104), durchgeführt wird.
10. System nach Patentanspruch 9, gekennzeichnet dadurch, dass die verschiedenen Messsignale der Einschlagssensoren (104) von einem A/D-Wandler
erhalten und verarbeitet werden, wobei die von dem A/D-Wandler verarbeiteten Messsignale
als Digitalsignale nachfolgend auf einen Mikrocontroller geleitet werden und der Mikrocontroller
mittels einer Zeitanalyse der Digitalsignale, die Lokalisierungsinformation des Einschlagspunktes
auf der Zielwand (100) ermittelt.
11. System nach Patentanspruch 10, gekennzeichnet dadurch, dass der Mikrocontroller die ermittelte Lokalisierungsinformation des Einschlagspunktes
auf der Zielwand (100) an die Datenverarbeitungseinheit (103) weiterleitet und die
Datenverarbeitungseinheit (103) den Projektor (102) in Reaktion auf die erhaltene
Lokalisierungsinformationen steuert.
12. System nach Patentanspruch 11, gekennzeichnet dadurch, dass der Projektor (102) den Zeitablauf, der auf der Zielwand (100) dargestellten Ziele
anhält und der Einschlagspunkt des Geschosses (101) auf der Zielwand (100) optisch
markiert wird.
13. System nach zumindest einem der vorstehenden Patentansprüche, gekennzeichnet dadurch, dass der Projektor (102) nach Ablauf einer vorbestimmten Zeitperiode den Zeitablauf, der
auf der Zielwand (100) dargestellten Ziele, automatisch fortsetzt.
14. System nach zumindest einem der voranstehenden Patentansprüche, gekennzeichnet dadurch, dass die Datenverarbeitungseinheit (103) mit einem mechanisch zu betätigenden Schaltelement
verbunden ist und die Datenverarbeitungseinheit (103) in Reaktion auf ein Betätigen
des Schaltelements veranlasst, dass der Projektor (102) den Zeitablauf, der auf der
Zielwand (100) dargestellten Ziele, fortsetzt.