[0001] Die Erfindung betrifft ein Identifikationsmerkmal zur Identifikation eines Gegenstandes
gemäß dem Anspruch 1 und ein Verfahren zur Prüfung der Identität und/oder der Echtheit
eines ein solches Identifikationsmerkmal aufweisenden Gegenstandes gemäß dem Anspruch
9.
[0002] Elektromagnetische Strahlung in einem Wellenlängenbereich von etwa 380 nm bis 790
nm wird allgemein als Lichtspektrum bezeichnet und ist vom Menschen mit seinen Augen
als Licht wahrnehmbar. Da die Empfindlichkeit des menschlichen Auges an den Wahrnehmungsgrenzen
nicht abrupt, sondern allmählich abnimmt, ist eine allzu genaue Eingrenzung des Lichtspektrums
jedoch wenig sinnvoll. Zudem ist das Farbempfinden für einzelne Wellenlängen bei Menschen
individuell leicht unterschiedlich ausgeprägt. Daher hat die Commission Internationale
de l'Éclairage (CIE) spektrale Empfindlichkeiten für Wellenlängen empirisch ermittelt
und ein Normvalenzsystem definiert, um eine Relation zwischen der menschlichen Farbwahrnehmung
(Farbe) und den physikalischen Ursachen eines Farbreizes (Farbvalenz) herzustellen.
Das CIE-Normvalenzsystem erfasst die Gesamtheit der vom Menschen wahrnehmbaren Farben.
Die an das Lichtspektrum angrenzenden Wellenlängenbereiche sind im kurzwelligen Bereich
die Ultraviolettstrahlung und im langwelligen Bereich die Infrarotstrahlung.
[0003] In der klassischen Elektrodynamik wird Licht als eine hochfrequente elektromagnetische
Welle aufgefasst. Die Strahlenoptik, auch geometrische Optik genannt, macht sich die
Näherung zunutze, dass die Ausbreitung des Lichts durch gerade Strahlen veranschaulicht
werden kann. Diese Näherung ist vor allem dann gerechtfertigt, wenn die Abmessungen
des zu untersuchenden Objekts oder der zu untersuchenden Struktur gegenüber der Wellenlänge
des Lichts groß sind. Dann können sämtliche Beugungsphänomene vernachlässigt werden.
Beugung oder Diffraktion ist die Ablenkung von Wellen an einem Hindernis. Durch Beugung
kann sich eine Welle in Raumbereiche ausbreiten, die auf rein geradem Weg durch das
Hindernis versperrt wären. Beugung ist aber dann nicht mehr vernachlässigbar, wenn
geometrische Strukturen eine Rolle spielen, deren Größe mit der Wellenlänge der verwendeten
Wellen vergleichbar ist. In der Quantenphysik wird Licht nicht mehr als klassische
Welle, sondern als Quantenobjekt aufgefasst. Demgemäß setzt sich das Licht aus einzelnen
diskreten Energiequanten, den so genannten Photonen zusammen. Ein Photon ist ein Elementarteilchen,
das sich stets mit Lichtgeschwindigkeit bewegt.
[0004] Wenn Licht auf Materie trifft, kommt es mit der Materie zu Wechselwirkungen, die
sich in einem oder mehreren der folgenden Phänomene äußern:
| Absorption: |
Die Energie des einfallenden Lichts wird von der Materie eines Körpers aufgenommen.
Dies kann dazu führen, dass ein in der Materie vorhandenes Elektron auf ein höheres
Energieniveau gehoben wird und sich der Körper erwärmt. Wenn die Strahlung unabhängig
von ihrer Wellenlänge von der Materie absorbiert wird, erscheint der Körper schwarz.
Wird nur ein Teil des Lichtspektrums absorbiert, so bestimmen die übrig gebliebenen
Teile des Lichtspektrums durch eine subtraktive Farbmischung die Farbe des Körpers.
Trifft weißes Licht auf einen Körper, wird das einfallende Licht teilweise reflektiert
und teilweise absorbiert. Wenn kurzwellige Anteile des Lichtspektrums ab 380 nm vom
Körper absorbiert werden, so enthält die remittierte Strahlung vorwiegend langwellige
Anteile bis 790 nm und die remittierte Strahlung wird mit dem Farbeindruck Rot wahrgenommen.
Bei vorwiegend langwelliger Absorption bis 790 nm ist die Farbwahrnehmung aus dem
reflektierten Licht Violett. |
| |
Im Falle einer elektronischen Anregung der Materie kann Energie auch wieder in Form
von Strahlung abgegeben werden. Man spricht von spontaner Emission, von Fluoreszenz
oder - wenn der Vorgang zeitlich verzögert erfolgt und/oder deutlich länger anhält
- von Phosphoreszenz. |
| Reflexion: |
An spiegelnden Flächen, z. B. an einer blanken Oberfläche eines Metalls, wird Licht
nach dem Reflexionsgesetz reflektiert. Dabei liegen der einfallende Lichtstrahl und
der ausfallende Lichtstrahl sowie das Lot auf der reflektierenden Fläche in einer
Ebene. Einfallswinkel und Ausfallswinkel sind einander gleich. Das Verhältnis der
reflektierten Lichtintensität zur einfallenden Lichtintensität wird als Reflexionsgrad
bezeichnet und ist material- und wellenlängenabhängig. |
| Streuung: |
Das Licht ändert seine Ausbreitung, jedoch nicht wie bei der Reflexion in eine definierte
Richtung, sondern diffus in alle möglichen Raumrichtungen. Je nach dem streuenden
Körper unterscheidet man zwischen Compton-Streuung (an freien Elektronen), Rayleigh-Streuung
(an gebundenen Elektronen ohne Energieübertrag), Raman-Streuung (an gebundenen Elektronen
mit Energieübertrag) und Mie-Streuung (an Teilchen, deren Ausdehnung in der Größenordnung
der Wellenlänge liegt). |
| Brechung: |
Licht wird an einer Grenzfläche zwischen zwei Medien unterschiedlicher optischer Dichte
gebrochen, d. h. ein Lichtstrahl ändert an dieser Grenzfläche seine Richtung. Manche
Materialien spalten einen Lichtstrahl in zwei Strahlen unterschiedlicher |
| |
Polarisation auf. In diesem Fall spricht man von einer Doppelbrechung. |
| Optische Aktivität: |
Bestimmte Medien drehen die Polarisationsebene von polarisiertem Licht. |
| Photoeffekt: |
Die Photonen der einfallenden Strahlung lösen Elektronen aus dem bestrahlten Körper. |
[0005] Ein Farbreiz entsteht durch Absorption und Remission (d. h. Streuung oder Reflexion)
bestimmter Frequenzanteile des sichtbaren Lichts. Der Farbreiz ist die physikalische
Kennzeichnung der Strahlung von sichtbarem Licht, das durch unmittelbare Reizung der
Netzhaut des Auges eine Wahrnehmung hervorruft, wobei diese Wahrnehmung als Farbe
empfunden werden kann. Der Farbreiz kann sowohl von einer Primärlichtquelle, d. h.
von einem Selbststrahler, d. h. von einer selbst leuchtenden Quelle, als auch von
einer Sekundärlichtquelle, d. h. von einem beleuchteten Körper ausgehen. Bei einem
von einer Primärlichtquelle hervorgerufenen Farbreiz spricht man von einer Lichtfarbe,
wohingegen der von einer Sekundärlichtquelle hervorgerufene Farbreiz als Körperfarbe
bezeichnet wird. Körperfarben ändern die spektrale Zusammensetzung des einfallenden
Lichts entsprechend einem Transmissions- und Remissionsverhalten der Materie des betreffenden
Körpers.
[0006] Für den Farbreiz ist eine relative spektrale Strahlungsverteilung S
λ entscheidend, d. h. die "reizende" Strahlung in ihrer Abhängigkeit von der Wellenlänge
und nicht in ihrer absoluten Größe bzw. Intensität. Die spektrale Verteilung, welche
die Farbempfindung bestimmt, wird als Farbreizfunktion ϕ(λ) bezeichnet. Diese Funktion
ist im Falle eines Selbststrahlers gleich dessen spektraler Verteilung S(λ). Im Falle
einer Sekundärlichtquelle, also einer Körperfarbe, wird der Farbreiz vom Produkt aus
Strahldichtefaktor β(λ) und der spektralen Verteilung der Lichtquelle bestimmt.
[0007] Die Radiometrie ist die Wissenschaft von der Messung elektromagnetischer Strahlung
und deren Anwendung. Die quantitative Messung von Strahlungsintensitäten erfolgt mit
verschiedenen Arten von Detektoren. Die Detektoren zur physikalischen Messung von
Strahlungsgrößen heißen Radiometer. Diese Detektoren wandeln einen Teil der Strahlung
in Wärme oder in ein elektrisches Signal um, woraus unter anderem auf die Art der
strahlenden Oberfläche und ihre Temperatur geschlossen werden kann. Mit Photometrie
oder Fotometrie werden Messverfahren im Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichtes
und des ultravioletten Spektralbereiches mit Hilfe eines Photometers bezeichnet, wobei
ein Photometer oder Fotometer ein Instrument zur Messung mindestens einer photometrischen
Größe ist. Photometrische Größen sind aus den zugehörigen radiometrischen Größen abgeleitet.
Der Unterschied zwischen einer photometrischen Größe und einer korrespondierenden
radiometrischen Größe besteht darin, dass in der Photometrie die Empfindlichkeit des
Betrachters mit einbezogen wird, indem die radiometrische Größe mit einer nach CIE
genormten spektralen Hellempfindlichkeitskurve, die auch als V-Lambda-Kurve bezeichnet
wird, multipliziert wird. Ein konventionsgemäß an die Größen angehängter Index v (in
nicht kursiver Schrift) für "visuell" steht dabei für den Bezug auf sichtbares Licht,
also typischerweise den Spektralbereich von 380 nm bis 790 nm. Es bestehen folgende
photometrischen Größen:
Der Lichtstrom, gemessen in der SI-Einheit Lumen (Im), ist die Strahlungsleistung
einer Lichtquelle, gewichtet mit der Hellempfindlichkeitskurve, und entspricht der
radiometrischen Größe Strahlungsleistung, d. h. dem Strahlungsfluss oder der Strahlungsenergie
pro Zeit, gemessen in der SI-Einheit Watt (W).
[0008] Die Lichtmenge, gemessen in der SI-Einheit Lumensekunde (Ims), ist die Strahlungsenergie
einer Lichtquelle, gewichtet mit der Empfindlichkeitskurve, und entspricht der radiometrischen
Größe Strahlungsenergie, d. h. der Strahlungsmenge oder der Energie einer Anzahl von
Photonen, die in einer als Strom von Photonen angenommenen elektromagnetischen Strahlung
transportiert wird, gemessen in der SI-Einheit Joule (J).
[0009] Die Lichtstärke, gemessen in der SI-Einheit Candela (cd), ist der Lichtstrom pro
Raumwinkel, gemessen in großer Entfernung von der Lichtquelle, und entspricht der
radiometrischen Größe Strahlungsintensität, d. h. der Strahlungsstärke, Strahlstärke
oder dem Strahlungsfluss jeweils pro Raumwinkel, gemessen in der SI-Einheit Watt pro
Steradiant (W/sr). Die Lichtstärke gibt an, wie intensiv eine Lichtquelle in eine
bestimmte Richtung leuchtet. Für eine räumlich isotrop strahlende Lichtquelle ist
der Lichtstrom gleich der Lichtstärke multipliziert mit 4π, dem vollen Raumwinkel.
[0010] Die Beleuchtungsstärke, gemessen in der SI-Einheit Lux (Ix), ist der Lichtstrom pro
beleuchteter Fläche, und entspricht der radiometrischen Größe Bestrahlungsstärke,
d. h. der Strahlungsstromdichte oder dem Strahlungsfluss jeweils pro effektiver Empfängerfläche,
gemessen in der SI-Einheit Watt pro Quadratmeter (W/m
2). Die Beleuchtungsstärke gibt an, wie intensiv die Fläche beleuchtet wird.
[0011] Die spezifische Lichtausstrahlung, gemessen in der SI-Einheit Lux (Ix), ist der emittierte
Lichtstrom, bezogen auf die Größe der Licht abstrahlenden Fläche, und entspricht der
radiometrischen Größe spezifische Ausstrahlung oder Ausstrahlungsstromdichte , d.
h. dem Strahlungsfluss pro effektiver Senderfläche, gemessen in der SI-Einheit Watt
pro Quadratmeter (W/m
2).
[0012] Die Leuchtdichte, gemessen in der SI-Einheit Candela pro Quadratmeter (cd/m
2), ist die Lichtstärke einer Lichtquelle, bezogen auf deren projizierte Fläche (senkrecht
zur Betrachtungsrichtung), und entspricht der radiometrischen Größe Strahldichte,
d. h. dem Strahlungsfluss pro Raumwinkel pro effektive Senderfläche, gemessen in der
SI-Einheit Watt pro Quadratmeter und Steradiant (W/(m
2 sr)). Die Leuchtdichte nimmt ein bilderfassendes optisches System, z. B. der Mensch
oder eine Kamera, als Helligkeit einer Licht abstrahlenden Fläche wahr.
[0013] Mit den photometrischen Größen oder den entsprechenden radiometrischen Größen können
Eigenschaften einer Strahlungsquelle, eines Empfängers und von bestrahltem Material
beschrieben werden.
[0014] Ein Emissionsspektrum ist das elektromagnetische Spektrum, das von Atomen, Molekülen
oder Materialien ausgestrahlt wird, ohne dass elektromagnetische Strahlung gleicher
Frequenz eingestrahlt wird. Das Gegenstück eines Emissionsspektrums bildet das Absorptionsspektrum.
Während diskrete Energieniveaus ein Linienspektrum hervorrufen, rufen Energiebänder
ein kontinuierliches Spektrum hervor. Ein Atomspektrum ist das Emissionsspektrum eines
einzelnen isolierten Atoms, also die Intensität des von ihm emittierten Lichts als
Funktion der Wellenlänge oder Frequenz. Die Spektrallinien entsprechen jeweils der
Energiedifferenz zwischen zwei verschiedenen Zuständen des Atoms. Diese Energiedifferenz
wird beispielsweise durch ein absorbiertes Photon aufgebracht und dann in Form eines
anderen Photons mit jener Energie abgegeben, also emittiert. Diese Energie (oder im
Spektrum die Linie) ist diskret, kann also nicht beliebige Werte annehmen. Dieses
bedingt, dass jedes Atom - entsprechend seiner Elektronenkonfiguration - nur Teilchen
diskreter Wellenlänge emittieren kann. Die Wellenlängen der emittierten Teilchen sind
daher spezifisch für ein bestimmtes Element. Dass die "Linien" im Spektrum (,peaks')
exakterweise Kurven mit einer bestimmten Breite sind, beruht auf Quanteneffekten.
Die Spektrallinien werden mit steigendem Gasdruck breiter. Bei sehr großem Druck kann
die Linienbreite so weit ansteigen, dass man ein Lichtkontinuum ähnlich wie bei einem
Festkörper beobachtet. Ursache ist die häufiger werdende gegenseitige Störung der
Atome beim Zusammenprall. Wird durch Absorption eines Photons ein Elektron ganz vom
Atom gelöst, spricht man von einer Ionisierung des Atoms. Hierfür ist, abhängig vom
Ausgangszustand des Elektrons, eine bestimmte Mindestenergie notwendig. Da für einen
kontinuierlichen Energiebereich über der Mindestenergie eine Ionisierung möglich wird,
ist ein Kontinuum möglich. Der umgekehrte Vorgang, d. h. die Emission eines Photons
beim Einfangen eines Elektrons, nennt man Rekombination des Elektrons mit dem positiven
Ion. Bei diesem Vorgang entsteht kontinuierliche Strahlung, das Grenzkontinuum. Während
das Emissionsspektrum verdünnter Gase ein Linienspektrum ergibt, emittieren heiße
Festkörper und Flüssigkeiten ein kontinuierliches Spektrum, weil die einzelnen Atome
zusätzlich miteinander wechselwirken und somit die diskreten Quantenzustände ineinander
übergehen. Solch ein kontinuierliches Spektrum lässt sich berechnen, indem man das
Spektrum eines Schwarzen Strahlers (Plancksches Strahlungsgesetz) gleicher Temperatur
mit dem Absorptionskoeffizienten für elektromagnetische Strahlung des "Objekts" bei
der jeweiligen Wellenlänge multipliziert.
[0015] Als Festkörper bezeichnet man Materie im festen Aggregatzustand, insbesondere bei
einer Temperatur von 20°C. Festkörper haben im technischen Sprachgebrauch eine gewisse
Mindest-Ausdehnung, die aber nicht scharf definiert ist. Sie sind demnach makroskopische
Körper - im Gegensatz zu mikroskopischen Körpern, wie z. B. Atome und Moleküle. Man
unterscheidet zwischen amorphen, d. h. im kleinsten Maßstab "gestaltlosen", polykristallinen
und kristallinen Festkörpern. Polykristalline Festkörper bestehen aus einer Ansammlung
von kleinen Einkristallen, die ungeordnet zu einem großen Ganzen verbaut sind.
[0016] Ein Absorptions- oder Absorptionslinienspektrum ist ein elektromagnetisches Spektrum,
das entsteht, wenn breitbandiges, insbesondere weißes Licht Materie durchstrahlt und
Lichtquanten, d. h. Photonen bestimmter Wellenlängen oder Wellenlängenbereiche dabei
absorbiert werden (Resonanzabsorption). Die absorbierten Photonen fehlen im hindurchtretenden
Licht, wodurch im Spektrum die so genannten Fraunhoferlinien ausgebildet werden. Deshalb
ist das Spektrum bei den betreffenden Wellenlängen dunkel oder im Extremfall schwarz.
[0017] Eine Absorptionsbande ist ein Wellenlängenintervall, in dem die elektromagnetische
Strahlung, z. B. Sonnenstrahlung, durch chemische Substanzen, z. B. atmosphärische
Gase wie Kohlenstoffdioxid, Kohlenstoffmonoxid, Ozon, Methan u. a. auf dem Weg zum
Empfänger selektiv absorbiert wird. Das ursprünglich kontinuierliche Spektrum der
Strahlungsquelle kommt beim Empfänger nur mit dunklen Lücken an, wobei diese Lücken
die so genannten Absorptionsbanden bilden. Bestimmte Intervalle des gesamten von der
Strahlungsquelle ausgesendeten Wellenlängenbereichs sind nun nicht mehr vorhanden.
Ein Abbild des durch selektive Absorption erhaltenen Spektrums wird Bandenspektrum
genannt. Eine Absorptionsbande besteht aus einer größeren Anzahl von einzelnen, d.
h. singulären, dicht nebeneinanderliegenden Absorptionslinien. Die Absorptionsbanden
entstehen infolge der Kopplung von elektrischer Schwingungs- und Rotationsanregung
in Molekülen, so dass keine einzelne Energiedifferenz absorbiert wird, sondern je
nach Anregung der Moleküle ein ganzes Spektrum von Energiewerten, d. h. das Absorptionsspektrum.
Die verschiedenen Moleküle absorbieren dabei jeweils nur in einem für sie spezifischen
Wellenlängenintervall. Wenn die Photonen der von einer Strahlungsquelle ausgesendeten
elektromagnetischen Strahlung absorbiert werden, indem diese Photonen Atome anregen,
dann handelt es sich um scharf definierte Energiebeträge und damit Wellenlängen, und
die dunklen Bereiche sind dementsprechend schmale Linien. In Molekülen liegen dagegen
oft viele absorbierbare Energiewerte dicht beieinander und bilden im Spektrum breitere
dunkle Bereiche, d. h. die Absorptionsbanden. In jedem Fall ist das beobachtete Absorptionsspektrum
charakteristisch für die Art der Materie, die die Strahlung durchquert. Deshalb ist
eine zumeist in verschiedenen Wellenlängenbereichen durchgeführte Spektroskopie eine
wichtige Methode zur Analyse von Stoffen. Werden freie Atome, z. B. in einem Gas oder
Dampf, spektroskopiert, so werden die Photonen nach der Absorption wieder emittiert,
und zwar gleichförmig in alle Raumrichtungen. Wird das Licht nur aus einer Richtung
eingestrahlt, so findet man im hindurchgetretenen Licht das für die vorliegende Atomsorte,
d. h. für das betreffende chemische Element, typische Absorptionsspektrum als Linienspektrum.
Das in die anderen Raumrichtungen gestreute Licht zeigt das entsprechende Emissionsspektrum.
[0018] Bei der Spektroskopie von Festkörpern kann zwischen der Absorption und eventueller
Emission noch eine Relaxation im Festkörper auftreten. Dabei wird ein Teil der Energie
der Photonen z. B. in Wärme umgesetzt. In diesem Fall sind Absorptions- und Emissionsspektrum
nicht wie bei den freien Atomen komplementär zueinander.
[0019] Lumineszenz ist die optische Strahlung eines physikalischen Systems, die beim Übergang
von einem angeregten Zustand zum Grundzustand entsteht. Je nach Art der Anregung unterscheidet
man verschiedene Arten der Lumineszenz. So wird z. B. Elektrolumineszenz durch elektrischen
Strom angeregt, z. B. in Leuchtdioden (LED). Photolumineszenz wird durch Photonen
angeregt, wobei man je nach Zeitdauer zwischen Anregung und Emission des Lichtes zwischen
Phosphoreszenz und Fluoreszenz unterscheidet. Radiolumineszenz wird durch eine Bestrahlung
mit Alpha- oder Beta-Strahlung bzw. durch Röntgenstrahlung angeregt. Superlumineszenz
entsteht durch optisches Pumpen, wobei spontan emittiertes Licht durch stimulierte
Emission in einem optisch aktiven Medium verstärkt wird. Chemolumineszenz wird durch
eine chemische Reaktion angeregt.
[0020] Eine Leuchtdiode (LED) ist ein lichtemittierendes Halbleiter-Bauelement, dessen elektrische
Eigenschaften denen einer pn-Halbleiterdiode entsprechen. Wenn durch die Diode in
deren Durchlassrichtung ein elektrischer Strom fließt, so strahlt eine Leuchtdiode
elektromagnetische Strahlung mit einer vom Halbleitermaterial und dessen Dotierung
abhängigen Wellenlänge (λ) ab, wobei diese Strahlung entweder sichtbares Licht oder
eine Infrarotstrahlung oder eine Ultraviolettstrahlung ist.
[0021] Die Fähigkeit eines Festkörpers zur Lichtabsorption, so auch für einen Halbleiter,
ist an die Bedingung geknüpft, die Photonenenergie durch eine Anregung von Elektronen
aufzunehmen. Da Elektronen in einem energetischen Abstand zwischen einem Valenzband
und einem Leitungsband des Festkörpers, d. h. in dessen so genannter Bandlücke nicht
angeregt werden können, muss die Energie eines Photons die Energie der Bandlücke übertreffen.
Ansonsten kann das Photon nicht absorbiert werden. Die Energie eines Photons ist über
das Plancksche Wirkungsquantum an die Frequenz der elektromagnetischen Strahlung gekoppelt.
Besitzt ein Festkörper eine Bandlücke, so ist er demnach - abgesehen von Sondereffekten
- für Strahlung unterhalb einer gewissen Frequenz bzw. oberhalb einer gewissen Wellenlänge
(λ) transparent. Die Energie eines vom Festkörper emittierten Photons ist gleich der
Energie der Bandlücke, also dem energetischen Abstand zwischen Leitungs- und Valenzband.
Die Energie der Bandlücke nimmt mit steigender Temperatur aufgrund der thermischen
Ausdehnung des Gitters zuerst quadratisch, dann mehr oder weniger linear ab, und zwar
ausgehend von einem maximalen Wert bei der Temperatur von Null Kelvin. Die Temperaturabhängigkeit
der Bandlücke ist werkstoffabhängig und lässt sich z. B. mit der Varshni-Formel beschreiben.
Die Größe der Bandlücke, also der Energielücke, bestimmt die Energie, d. h. die Frequenz,
Wellenlänge bzw. Farbe der Strahlung bzw. des ausgesandten Lichtes. Sie lässt sich
über die chemische Zusammensetzung des Halbleiters steuern. So verändert der Austausch
von Atomen im Kristallgitter den kristallinen und/oder molekularen Aufbau des Materials,
u. a. seine Gitterparameter oder sogar seine Gitterstruktur. Durch eine gezielte Auswahl
der Halbleitermaterialien und deren Dotierung können die Eigenschaften der erzeugten
Strahlung variiert werden. So lassen sich vor allem der Spektralbereich und die Effizienz
beeinflussen. Beispielsweise emittieren Leuchtdioden aus dem häufig verwendeten Halbleitermaterial
Indiumgalliumnitrid (InGaN) oder Galliumnitrid (GaN) je nach Dotierung im ultravioletten
(230 nm < λ < 400 nm), violetten (400 nm < λ < 450 nm), blauen (450 nm < λ < 500 nm)
oder grünen (500 nm < λ < 570 nm) Spektralbereich. Leuchtdioden emittieren in einem
begrenzten Spektralbereich Δλ z. B. von maximal Δλ ≈ 30 nm, ihre Strahlung ist also
nahezu monochromatisch. Bei einer Leuchtdiode z. B. aus dem Werkstoff Indiumgalliumnitrid
(InGaN, In
xGa
1-xN), was ein III-V-Halbleiter ist, welcher aus den beiden Grundsubstanzen Galliumnitrid
und Indiumnitrid gebildet ist, ergibt sich bei einem Verhältnis von 2 % Indiumnitrid
und 98 % Galliumnitrid ein Bandabstand, der für eine Emission im nahen Ultraviolett
sorgt. Bei 20 % Indiumnitrid und 80 % Galliumnitrid entsteht dagegen eine blau-violette
Strahlung mit einer Wellenlänge von 420 nm. Bei einem Verhältnis von 30 % / 70 % ergibt
sich eine Strahlung mit 440 nm, was einer blauen Farbe entspricht. Weitere Werkstoffe
für Leuchtdioden bilden z. B. II-VI-Verbindungen oder die chemischen Elemente Si und
Se.
[0022] Weißes Licht kann mit Leuchtdioden z. B. durch folgende Verfahren zur additiven Farbmischung
erzeugt werden:
- a) Es können verschiedene Leuchtdioden z. B. in ein und demselben Bauteil verwendet
werden. Blaue Leuchtdioden werden mit gelben oder mit roten und grünen so kombiniert,
dass sich ihr Licht gut mischt und damit als weiß erscheint.
- b) Es wird eine blau emittierende LED oder eine UV-LED mit einem Leuchtstoff z. B.
in Form einer Lumineszenzschicht aus einem photolumineszierenden Material oder einem
Lumineszenzfarbstoff kombiniert. So kann kurzwelliges, höherenergetisches Licht, insbesondere
blaues Licht oder eine Ultraviolettstrahlung, in langwelligeres Licht umgewandelt
werden. Beispielsweise wird eine blaue LED mit Cer-dotiertem Yttrium-Aluminium-Granat-Pulver
kombiniert. Da blaue LEDs den höchsten Wirkungsgrad haben, UV-LEDs hingegen weniger
als die Hälfte, ist das die wirtschaftlichste Methode, weißes Licht mittels LED zu
erzeugen, aber mit dem Nachteil eines Blaustichs des weißen Lichts. Der Ultraviolett-Anteil,
den blaue LEDs am kurzwelligen Ausläufer ihres Strahlungsspektrums aussenden, wird
durch die Lumineszenzschicht ebenfalls weitgehend in gelbliches Licht umgewandelt.
Bei einem Herstellungsverfahren für weiße LEDs wird z. B. Galliumnitrid epitaktisch
auf einen Träger z. B. aus Saphir oder Silizium aufgebracht. So entsteht die erste
Schicht des GaN-Halbleiterkristalls. Die lichtemittierende Schicht besteht in der
Regel aus InGaN, deren blaues Licht vom Leuchtstoff teilweise in längerwelliges Licht
umgewandelt wird. Die Lichtfarbe der LED ist auch zumindest teilweise von der Schichtdicke
des Leuchtstoffs abhängig.
[0023] Die vorgenannten Verfahren zur Erzeugung von weißem Licht sind z. B. in der
WO 2007/017049 A1 beschrieben. Durch die
WO 2007/017049 A1 ist auch photonisches Material mit regelmäßig angeordneten Kavitäten bekannt, enthaltend
mindestens ein Farbmittel, wobei das Wandmaterial des photonischen Materials dielektrische
Eigenschaften aufweist und als solches im Wesentlichen nicht absorbierend für die
Wellenlänge einer Absorptionsbande des jeweiligen Farbmittels wirkt und im Wesentlichen
transparent ist für die Wellenlänge einer durch die Absorptionswellenlänge anregbaren
Emission des Farbmittels und die Kavitäten so gestaltet sind, dass Strahlung der Wellenlänge
der schwachen Absorptionsbande des Farbmittels in dem photonischen Material gespeichert
wird. Dabei wird bevorzugt Strahlung aus dem Wellenlängenbereich von 250 nm bis 500
nm ausgewählt und in dem photonischen Material gespeichert, wobei die Strahlung vorzugsweise
ausgewählt ist aus dem Wellenlängenbereich von 380 nm bis 480 nm und insbesondere
bevorzugt von einem IndiumGalliumNitrid, insbesondere der Formel In
jGa
jAl
kN, wobei 0 < i, 0 < j, 0 < k, und i+j+k=1. Bei dem Farbmittel handelt es sich um einen
Emitter für Strahlung im Bereich von 550 nm bis 700 nm, wobei es sich vorzugsweise
um eine mit Europium, Samarium, Terbium oder Praseodym, vorzugsweise mit dreifach
positiv geladenen Europium-Ionen dotierte Seltenerdverbindung handelt. Das Farbmittel
liegt in nanopartikulärer Form, vorzugsweise mit einer mittleren Teilchengröße von
weniger als 50 nm (hydraulischer Durchmesser bestimmt mittels dynamischer Lichtstreuung)
vor.
[0024] Allgemein werden solche feste Stoffe als Leuchtstoff bezeichnet, die durch Anregung
mit kurzwelligem Licht bis ins Ultraviolett oder Elektronenbeschuss sichtbares Licht
erzeugen. Leuchtstoffe sind oft anorganische, kristalline Stoffe, welche durch gezieltes
Einbringen von Störstellen in die Kristallstruktur eine technisch verwertbare Lichtausbeute
erbringen. Dabei sind Reinheitsgrade der Ausgangsstoffe von bis zu 99,9999 % erforderlich.
Die Leuchtstoffe basieren meist auf Oxiden oder Sulfiden wie Zinkoxid, Zinksulfid,
Zink-Cadmium-Sulfid und Zink-Sulfid-Selenid sowie Silicaten wie Willemit und Zinkberylliumsilicat.
Zinksulfid wird auch in selbstleuchtenden radioaktiven Leuchtfarben eingesetzt. Das
Dotierungselement bestimmt die Leuchtfarbe (ZnS:Mn → orangerot; ZnS:Ag → blau; ZnS:Cu
→ Grün; ZnS:Ln → abhängig vom Lanthanoid rot bis blau-grün).
[0025] Parameter, wie Lichtfarbe der Fluoreszenz und Phosphoreszenz, Nachleuchtdauer und
Effizienz der Energiewiedergabe, sind nicht nur von den eingesetzten Stoffen abhängig,
sondern auch von deren Bearbeitung wie Glühen, Mahlen, Abschrecken, atmosphärische
Einwirkungen während dieser Vorgänge.
[0026] Durch die
EP 2 062 960 A1 ist ein Leuchtstoff, insbesondere ein Leuchtstoff bekannt, welcher in Beleuchtungen
bzw. in lichtemittierenden Vorrichtungen einschließlich LED verwendet wird, wobei
der Leuchtstoff im Wesentlichen ein Silikat und ein Aktivierungsmittelion umfasst
und eine chemische Hauptzusammensetzung aufweist, welche durch die folgende Formel
ausgedrückt wird:
aAO · bA'O · cSiO
2 : xEu · yLn · zM · δN,
wobei A ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend aus Sr, Ca, Ba und Kombinationen
davon; A' ausgewählt wird aus der Gruppe bestehend aus Mg, Zn und Kombinationen davon;
Ln ein Ion/Ionen ist von wenigstens einem Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Nd, Dy, Ho, Tm, La, Ce, Er, Pr, Bi, Sm, Sn, Y, Lu, Ga, Sb, Tb, Mn und Pb; M ausgewählt
wird aus der Gruppe bestehend aus Cl-, F-, B-, I- und Kombinationen davon; N ausgewählt
wird aus der Gruppe bestehend aus Li+, Na+, K+, Ag+ und Kombinationen davon; a, b,
c, x, y, z und δ molare Koeffizienten sind; 1,0 ≤ a ≤ 5,0; 0 ≤ b ≤ 2,0; 0,5 ≤ c ≤
2,5; 0,001 ≤ x ≤ 0,2; 0 ≤ y ≤ 0,5; 0 < z < 0,5; 0 < δ < 0,2; und wobei 1 ≤ (a+b)/c
≤ 4; und dass bei Erregung eines lichtemittierenden Elements als Erregungslichtquelle
mit einem Emissionsspektrum im Bereich von UV-Licht bis zu Blaulicht von 240 nm bis
475 nm der Leuchtstoff wenigstens einen Teil des Lichts von der Erregungslichtquelle
absorbiert und so ein Emissionsspektrum erzeugt, welches wenigstens zwei Maxima im
Bereich von 370 nm bis 760 nm aufweist, wobei die Emissionen sich verbinden, so dass
Weißlicht entsteht. Dabei wird der Leuchtstoff vorzugsweise von einer Erregungslichtquelle
mit einem Emissionsmaximum im Bereich von UV-Licht bis zu Blau-Violett-Licht von 240
nm bis 455 nm erregt, wobei dieser Leuchtstoff ein Lichtemissionsspektrum mit zwei
oder drei Maxima im Bereich von 370 nm bis 760 nm erzeugt.
[0027] Der Begriff Farbmittel ist gemäß DIN 55943:2001-10 "Farbmittel - Begriffe" eine Sammelbezeichnung
für alle farbgebenden Stoffe. Die DIN 55943 unterteilt die Farbmittel zunächst in
organische und anorganische Farbmittel. Jede der beiden Gruppen wird in Farbstoffe
und Pigmente eingeteilt. Pigmente sind farbgebende Substanzen, die im Gegensatz zu
Farbstoffen im Anwendungsmedium unlöslich sind. Dabei wird derjenige Stoff als Anwendungsmedium
bezeichnet, in den das Farbmittel eingearbeitet ist bzw. wird. Die Eigenschaften der
Pigmente sind neben der chemischen Struktur auch durch deren Festkörpereigenschaften
wie z. B. Kristallstruktur, Kristallmodifikation, Teilchengröße und Teilchengrößenverteilung
bestimmt. Um die jeweilige, optische Eigenschaften aufweisende Materie eines Farbstoffs
zu adressieren, wird im Folgenden von Partikeln des betreffenden Farbstoffs gesprochen,
auch wenn es sich bei diesen Partikeln um im Anwendungsmedium lösliche Moleküle oder
komplexere chemische Stoffverbindungen handelt.
[0028] Farbmittel absorbieren spezifisch einen begrenzten Teil des sichtbaren weißen Lichtes
und remittieren den nicht absorbierten Teil des weißen Lichtes. Dabei wird vom Farbmittel
die Komplementärfarbe des von einem Betrachter wahrgenommenen Lichtes absorbiert.
Die Farbabsorption basiert auf konjugierten Doppelbindungen und aromatischen Grundkörpern
der Moleküle. Bei der Absorption werden konjugierte Elektronen im Doppelbindungssystem
auf einen höheren Energiezustand gehoben und das Farbmittelmolekül gibt Energie durch
Strahlung in einer anderen, insbesondere sichtbaren Wellenlänge oder durch Wärmeabstrahlung
wieder ab. Durch die Änderung funktioneller Gruppen am Aromaten kann der Absorptionsbereich
eines Farbmittels beeinflusst werden, wobei diese Gruppen als eine Nitro-, Sulfonsäure-,
Dimethylamino- oder Hydroxygruppe ausgebildet sein können. Gleichzeitig können dadurch
auch die chemische Reaktivität und die Farbeigenschaft beeinflusst werden. So wirkt
eine NH
2-Gruppe mit ihrem freien Elektronenpaar farbvertiefend. Aromate, d. h. aromatische
Verbindungen bzw. chemische Verbindungen mit mindestens einem aromatischen Grundkörper,
sind eine Stoffklasse in der organischen Chemie, die dadurch gekennzeichnet ist, dass
aromatische Moleküle mindestens ein Ringsystem besitzen, das nach der Hückel-Regel
in konjugierten Doppelbindungen, freien Elektronenpaaren oder unbesetzten p-Orbitalen
eine Anzahl von 4n+2 (n = 0, 1, 2, ...) delokalisierten Elektronen enthält. Diese
Delokalisierung führt zu einem besonderen Bindungssystem, in dem im Ring nicht zwischen
Einzel- und Doppelbindungen unterschieden werden kann. In einfachen, symmetrischen
Ringsystemen, wie z. B. beim Benzol, sind damit alle Bindungen identisch. Aromaten
sind im Vergleich zu nichtaromatischen Doppelbindungssystemen energieärmer und deshalb
weniger reaktiv. Insbesondere neigen sie nicht zu Additionsreaktionen. Mit der Hückel-Regel
lässt sich bestimmen, ob es sich bei einer chemischen Verbindung um ein aromatisches
Molekül handelt. Ein zyklisch durchkonjugiertes Molekül ist mit [4n + 2] π-Elektronen
(einer ungeraden Zahl von Elektronenpaaren; Beispiel: n = 1, [4x1 + 2 = 6], also drei
Elektronenpaare) besonders stabil und wird als Aromat bezeichnet.
[0029] Wie bereits erwähnt, wird bei der Absorption von elektromagnetischer Strahlung das
Energieniveau von Elektronen in Molekülen oder Atomen angehoben. Dies bedeutet, dass
näherungsweise ein Abstand zwischen Elektronen und den jeweiligen zugehörigen Atomkernen
vergrößert wird. Die dafür nötige Energie wird der einfallenden elektromagnetischen
Strahlung, z. B. dem Licht, entnommen. Da diese Vorgänge unter Quantenbedingungen
ablaufen, ist die Absorption elektromagnetischer Strahlung nicht kontinuierlich, sondern
erfolgt nur in bestimmten Sprüngen, die dem energetischen Unterschied zwischen den
Elektronen vor und nach der Absorption entsprechen. Dieser Energieunterschied ist
umgekehrt proportional zu der absorbierten Wellenlänge des einfallenden Lichts und
bestimmt somit die Farbe, in der das Farbmittel erscheint.
[0030] Die Eigenschaft eines Stoffes, ein Farbmittel zu sein, ist somit in seiner chemischen
Struktur begründet. Moleküle mit σ-Bindungen absorbieren elektromagnetische Energie
im Röntgen- und UV-Bereich. Moleküle mit Elektronen in π-Bindungen, d. h. in ungesättigten
Bindungen, werden dagegen bereits bei geringerer Energie von elektromagnetischen Wellen
(oder Photonen) angeregt. Wechselwirkungen dieser Art im langwelligen UV- und besonders
im sichtbaren Bereich des Lichts lösen den Farbreiz aus.
[0031] Bei mehreren konjugiert ungesättigten Bindungen in einem Molekül lassen sich die
π-Elektronen "verschmieren", d. h. delokalisieren, wodurch sich der energetische Abstand
zwischen angeregtem Zustand und Grundzustand verringert und sich ein Absorptions-
oder Emissionsmaximum in Richtung längerer Wellenlängen verschiebt. Dabei wird der
Absorptionsbereich umso langwelliger, je mehr solcher ungesättigten Bindungen konjugiert
sind.
[0032] Es gibt organische und anorganische Chromophore, d. h. Farbträger. Organische Chromophore
bestehen aus Systemen konjugierter Doppelbindungen wie beim Carotin und/oder großen
aromatischen Molekülen wie beim Methylrot. Anorganische Chromophore sind häufig unter
den Übergangsmetallen zu finden. Beispiele sind Vanadium, Chrom, Mangan, Eisen, Cobalt,
Nickel und Kupfer. Je nach Oxidationsstufe und Komplexbildung können diese Elemente
sehr verschiedene Farben zeigen. Als Chromophor bezeichnet man also denjenigen Teil
eines Farbmittels, der für das prinzipielle Vorhandensein der Farbigkeit sorgt.
[0033] Chromophore sind Molekülstrukturen, deren Schwingungseigenschaften durch Auxochrome
(Elektronendonatoren) und Antiauxochrome (Elektronenakzeptoren), die die delokalisierten
π-Elektronen des Chromophors weiter verschieben und/oder polarisieren, noch einmal
wesentlich beeinflusst werden können. Auxochrome bzw. Antiauxochrome erhöhen die Mesomerie
im Molekül, indem sie Elektronen zu einer chromophoren Gruppe hin oder von einer solchen
weg verschieben. So muss das Absorptionsspektrum eines Chromophors allein zunächst
einmal nicht notwendig im sichtbaren Bereich des elektromagnetischen Spektrums liegen.
Wenn der Chromophor allerdings durch den mesomeren Effekt eines Substituenten weiter
verändert wird, verschiebt sich damit i. d. R. auch sein Absorptionsspektrum.
[0034] Chromophore sind also jene Grundstrukturen, die delokalisierbare Elektronen enthalten.
Die Art der Chromophore beeinflusst dabei über deren Absorptionsmaximum den Farbton
des Farbmittels, während die Häufigkeit der Chromophore die Farbtiefe beeinflusst.
Als Chromophore wirken dabei insbesondere folgende Molekülstrukturen: R-C=C-R; R-N=N-R;
R-NO
2; R-C=O; R-C=NH; R-N=O
[0035] Als Auxochrome bzw. Antiauxochrome wirken insbesondere folgende funktionelle Gruppen:
- a) Auxochrome: R-OH; R-O-R'; R-NH2; R-NH-R'; R-NHCO-R'
- b) Antiauxochrome: R2-C=O; R-NO2; R-CHO, R-COOH; R-SO3H; R-C=NR'
[0036] Die Farbeigenschaften von Farbmitteln sind somit begründet
- a) im Molekülaufbau des Farbmittels selbst,
- b) in seinen Molekül- und Atomschwingungen,
- c) in der Konzentration des Farbmittels sowie
- d) in seinem Bindungszustand am oder im jeweiligen Anwendungsmedium.
[0037] Die Art und Weise der Bindung des Farbmittels werden dabei vom z. B. als Substrat
oder Träger ausgebildeten Anwendungsmedium mitbestimmt. Die Bindung des Farbmittels
an einen Festkörper oder die Verteilung eines Farbstoffs in einer Lösung können den
Farbton ändern, was in der Solvatochromie genutzt wird. Solvatochromie bezeichnet
die Beeinflussung der Farbe eines Farbstoffs durch ein Lösungsmittel (Solvens). Die
erkennbare Farbe der Lösung beruht auf Wechselwirkungen des Farbstoffs einerseits
mit den Solvensmolekülen und auf den gegenseitigen Wechselwirkungen der Solvensmoleküle
andererseits.
[0038] Funktionelle Farbmittel erfüllen bei ihrer Anwendung eine spezielle definierte Funktion,
die nicht allein auf einer ästhetischen Farbgebung beruht. So ist z. B. ein Indikatorfarbstoff
ein funktionelles Farbmittel.
[0039] Aus der Kenntnis der Farbabsorption von aromatischen oder mehrfach ungesättigten
Verbindungen nach der Hückel-Regel kann man spezielle Farbmittel herstellen, die
- a) Licht bei einer bestimmten Wellenlänge absorbieren und das absorbierte Licht in
Wärme umwandeln,
- b) Licht bei einer anderen Wellenlänge wieder emittieren, z. B. als phosphoreszierende
Marker oder z. B. in Form von Fluoreszenz oder Chemilumineszenz,
- c) die Polarisationsrichtung des Lichts verändern, z. B. bei der Frequenzverdoppelung
oder als optische Schalter,
- d) elektrische Phänomene bewirken,
- e) fotochemische Prozesse ermöglichen.
[0040] Ein im Folgenden besonders interessierendes Anwendungsmedium für Farbmittel sind
in der Drucktechnik verwendete Druckfarben. Druckfarben sind farbmittelhaltige Stoffgemische,
die insbesondere mit Hilfe einer Druckform auf einen Bedruckstoff übertragen werden
und dort eine Schicht bilden, die trocknet. Druckfarben sind dazu geeignet, in technischen
und industriellen Prozessen Oberflächen so einzufärben, dass Bilder und Texte dargestellt
werden. Druckfarben bestehen aus dispergierten, d. h. aus i. d. R. extrem fein verteilten
Pigmenten, Bindemitteln und organischen Lösungsmitteln. Die Druckfarbe Schwarz enthält
Pigmente aus Ruß, insbesondere Gasruß. Farbige Pigmente werden aus Mineralien gewonnen
oder chemisch hergestellt.
[0041] Die Druckfarbe soll auf einem Bedruckstoff einen geforderten Farbton realisieren,
wobei der Farbton als ein Farbort in einem Farbraum angegeben werden kann. Die optischen
Eigenschaften einer Druckfarbe sind abhängig von dem für den Farbauftrag verwendeten
Druckverfahren, dem Bedruckstoff, dem Standort des Betrachters sowie der Lichtquelle,
unter der das Druckerzeugnis betrachtet wird.
[0042] Die mechanischen Eigenschaften von Druckfarben werden auch rheologische Eigenschaften
genannt. Druckfarben für Druckprozesse, bei denen der Farbauftrag durch Walzen erfolgt,
z. B. im Offsetdruck, Hochdruck oder Tiefdruck, erfordern einen guten Transport der
Druckfarbe über die Farbwalzen und eine niedrige Aerosolbildung. Der Farbtransport
wird über die Zügigkeit der Druckfarbe bestimmt. Die Zügigkeit ist diejenige Kraft,
die notwendig ist, um einen Druckfarbenfilm zu trennen. Sie ist ein komplexes Verhältnis
von Viskosität, Kohäsion und Adhäsion und wird in der Druckfarbenprüfung als tack
gemessen. Die Aerosolbildung ist die Bildung eines Farbnebels und von Farbfäden bei
hohen Druckgeschwindigkeiten. Diese Aerosole sind unerwünscht. Die Aerosolbildung
ist stark temperaturabhängig, da sie direkt mit der Viskosität korreliert.
[0043] Druckfarben bestehen aus:
- a) Farbmitteln, d. h. aus Pigmenten oder Farbstoffen, für die Farbigkeit,
- b) Bindemitteln, hauptsächlich aus Harzen (Festharze, Alkydharze), um die Farbmittel
auf dem Bedruckstoff zu befestigen,
- c) Hilfsstoffen zum Einstellen der rheologischen Eigenschaften, z. B. zur Beeinflussung
von Trocknung, Glanz oder Oberflächenhärte.
[0044] Da die Schichtdicken der auf dem Bedruckstoff aufgetragenen Druckfarben sehr gering
sind (typisch etwa 1 µm bis 8 µm, im Offsetdruck vorzugsweise 0,7 µm bis 2,5 µm),
werden insbesondere farbstarke Pigmente verwendet. Die meisten Druckfarben bestehen
aus einer Dispersion (eigentlich: Suspension) von Pigmenten in einem Trägerfluid und
sind damit ein heterogenes Stoffgemisch bestehend aus einer Flüssigkeit und darin
fein verteilten Festkörpern.
[0045] Pigmente sind organische, anorganische oder synthetische kristalline Pulver. Organische
Pigmente werden aus Erdöl gewonnen und zur Herstellung der Druckfarben Cyan, Magenta,
Yellow und Sonderfarben verwendet. Organische Pigmente sind wenig temperaturstabil.
Anorganische Pigmente sind meist spezielle Ruße für Schwarzfarben und Titan(IV)oxid
für Deckweiß. Ruß ist per Definition anorganisch. Die meisten anorganischen Pigmente
zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit dem Sauerstoff der Luft nicht chemisch reagieren,
daher äußerst resistent gegen Alterung sind und ihren Farbton praktisch beliebig lange
beibehalten. Feingemahlene Metallpigmente werden für Metalleffekte verwendet. Silbereffekte
werden durch Aluminium-Bronze erzielt. Goldeffekte erreicht man durch Einsatz von
Messing-Bronze oder Aluminium-Bronze mit Gelb/Orange Pigment. Leuchtfarben entstehen
durch UV-aktive Pigmente in der Druckfarbe. Pigmente sind in der Druckfarbe unlöslich
und zumeist gesundheitlich unbedenklich. Radioaktive Leuchtmittel werden nicht zu
den Pigmenten gezählt, obwohl sie im Anwendungsmedium unlöslich sind. Es sind Selbstleuchter,
deren Abstrahlung nicht durch UV-Strahlung oder Tageslicht, sondern durch radioaktive
Anregung erfolgt.
[0046] Farbstoffe ermöglichen reinere Farben als Pigmente, da sie Licht mit einem schmalbandigeren
Spektrum remittieren. Farbstoffe sind auf molekularer Basis in Wasser, Alkohol und
Fetten löslich. Farbstoffe neigen jedoch unter Einfluss von UV-Strahlung zum Verbleichen,
sie sind also nicht so farbecht wie Pigmente. Außerdem sind die meisten Farbstoffe
toxisch und damit für die Farbgebung von Gebrauchsgegenständen ungeeignet.
[0047] Die Pigmente der Druckfarbe sind im Bindemittel, d. h. in einem Dispergiermittel
dispergiert, d. h. fein verteilt. Das Bindemittel ermöglicht eine gute Benetzung der
einzelnen Pigmente und verhindert ein Verkleben von Pigmenten zu Agglomeraten. Die
Bindemittel verkleben beim Druck die Druckfarbe auf dem Bedruckstoff und bestimmen
die Viskosität.
[0048] Eine typische Offsetdruckfarbe enthält Pigmente in einem Massenanteil zwischen 12
% und 18 %.
[0049] Pigmente entstehen typischerweise in Form von Primärteilchen, insbesondere in Form
von kantigen Primärteilchen. Die Primärteilchen können über ihre Flächen zu Aggregaten
zusammenwachsen. Von Agglomeraten spricht man, wenn Primärteilchen und/oder Aggregate
über ihre jeweiligen Ecken und/oder Kanten verbunden sind. Durch einen Dispergierprozess
(Dispergierung) beim Einarbeiten der Pigmente in das betreffende Anwendungsmedium
werden die Pigment-Agglomerate zerkleinert. Es entstehen kleinere Agglomerate, Aggregate
und Primärteilchen. Diese werden, sofern vorhanden, durch ein Dispergiermedium bzw.
Dispergiermittel benetzt. Dabei werden sie idealerweise statistisch über das Anwendungsmedium
verteilt.
[0050] Für Einsatzzwecke in der Sicherheitstechnik sind z. B. durch die
WO 00/059731 A1 und die
WO 2012/083469 A1 Farbpigmente bekannt geworden, die zur Stoffklasse der Retinalproteine gehören. Ein
wichtiger Vertreter der Retinalproteine ist Bacteriorhodopsin (BR). Das Protein des
BR besteht aus 248 Aminosäuren, die, angeordnet in sieben näherungsweise parallelen
alpha-Helices, eine Zellmembran durchziehen und eine Pore bilden. In dieser Pore befindet
sich ein an das Protein gebundenes Retinalmolekül. Retinal ist das Chromophor des
Moleküls und über eine Iminbindung, in diesem Zusammenhang meist als Schiffsche Base
bezeichnet, an die Aminfunktion der Aminosäure Lys216 gebunden. Unter physiologischen
Bedingungen liegt das Chromophor nur als all-trans- und 13-cis-Isomer vor. Die Isomerisierung
erfolgt unter Lichteinwirkung. BR bildet in der Zellmembran des Halobacterium salinarum,
zusammengelagert zu Trimeren, zweidimensional kristalline Bereiche aus. Diese bis
zu fünf Mikrometer großen Bereiche, in denen BR-Trimere in zweidimensional hexagonaler
Anordnung in der Lipiddoppelschicht vorliegen, heißen Purpurmembran (PM). Die Einbettung
des BR in die Purpurmembran führt zu einer bemerkenswerten Stabilität des Proteins
gegenüber physikalisch-chemischen Einflüssen. So bleiben Farbe und photochemische
Aktivität der PM in Gegenwart von Sauerstoff sowie im trockenen Zustand erhalten.
[0051] BR kann als eine von Lichtenergie getriebene molekulare Maschine betrachtet werden,
die Protonen pumpt. Initiiert durch die lichtinduzierte Isomerisierung des Chromophors
und angetrieben durch Veränderungen der Protonenaffinitäten von Aminosäurefunktionen
werden in einem mehrstufigen Prozess Protonen von einer cytoplasmatischen zu einer
extracellulären Seite durch die Pore des Proteins verschoben. Auslösend für die gerichtete
Protonenverschiebung ist die Isomerisierung des Retinal-Chromophors infolge von Lichtabsorption.
Das Chromophor liegt im unbelichteten Zustand als Mischung von all-trans- und 13-cis-Retinal,
nach Belichtung lediglich in der 13-cis-Konfiguration vor. Dies hat aufgrund der Einbettung
des Chromophors strukturelle Veränderungen des Proteins zur Folge, was sich unmittelbar
auf den zunächst protonierten Zustand der Schiffschen Base auswirkt. Dieses Proton
befindet sich nach der Isomerisierung in einer energetisch ungünstigen Umgebung und
wird an den unmittelbaren Wechselwirkungspartner der Schiffschen Base, Asp85, in extracelluläre
Richtung abgegeben. Daran ist eine Folge von vier weiteren unidirektionalen Protonenverschiebungen
geknüpft, bevor abschließend der Ausgangszustand des Proteins wiederhergestellt wird
und ein neuer Zyklus durchlaufen werden kann. Dieses lichtgetriebene Pumpen von Protonen
ist an eine zyklische Folge spektroskopisch unterscheidbarer Zustände des Proteins
geknüpft. Diese Folge wird Photozyklus genannt. Das Durchlaufen des Photozyklus infolge
von Belichtung ist mit einem reversiblen Farbwechsel von Purpur (B-Zustand, Absorptionsmaximum
570 nm) nach Gelb (M-Zustand, Absorptionsmaximum 410 nm) verbunden.
[0052] In der vorgenannten
WO 00/059731 A1 ist nun ein Verfahren zur Sicherung der Authentizität von Gegenständen beschrieben
worden, bei dem eine photochrome Zubereitung in Form einer Tinte, die Bakteriorhodopsin
als photochromen Anteil enthält, auf den Gegenstand appliziert wird, wobei die Bestrahlung
dieser photochromen Zubereitung mit Licht im sichtbaren Wellenlängenbereich zu einer
Zustandsänderung führt, die zum Zwecke der Authentizitätsprüfung detektierbar ist.
[0053] Als Tinte wird eine intensiv gefärbte Flüssigkeit zur Verwendung z. B. in der Textverarbeitung
oder Warenauszeichnung bezeichnet. Tinte besteht aus einer Lösung oder Dispersion
von Farbmitteln in Wasser oder in einem anderen Lösungsmittel und enthält wenig oder
keine Bindemittel. Tinten ohne Bindemittel sind demnach keine Druckfarben. Es gibt
verschiedene Tintenarten, z. B. Tinten mit löslichen Farbmitteln oder mit unlöslichen
Farbmitteln, wasserlösliche Tinten, lösungsmittelbasierte Tinten oder pigmentierte
Tinten, wobei sich Pigmente im Gegensatz zu Farbstoffen im Anwendungsmedium nicht
chemisch lösen können. Während Pigmente eine charakteristische Eigenfärbung aufweisen,
kann die Farbe eines gelösten Farbstoffs vom verwendeten Lösemittel abhängen, wodurch
die Tinte eine andere Farbe als der getrocknete Tintenauftrag haben kann. Die Partikel
des Farbstoffs von der Tinte des ersten Identifikationselementes sind z. B. in einem
Massenanteil zwischen 1 % und 15 % in der betreffenden Tinte enthalten.
[0054] Durch die
WO 2012/083469 A1 ist ein Verfahren zur Überprüfung der Echtheit eines Sicherheitsmerkmals, insbesondere
auf einem Sicherheitsdokument bekannt, wobei das Sicherheitsmerkmal im sichtbaren
Bereich unter Anregung eines Lichtblitzes eine Veränderung zeigt, wobei wenigstens
ein erstes Bild des nicht angeregten Sicherheitsmerkmals mit einem Mobiltelefon aufgenommen
wird, wobei das Mobiltelefon eine Kamera mit integrierter Blitzfunktion aufweist,
wobei wenigstens ein zweites Bild des mit dem unter Verwendung der Blitzfunktion angeregten
Sicherheitsmerkmals mit dem gleichen Mobiltelefon aufgenommen wird, wobei die Reihenfolge
der beiden vorgenannten Aufnahmen auch umgekehrt ausgeführt werden kann. Im Mobiltelefon
wird dann aus den wenigstens zwei Bildern unter Zuhilfenahme eines geeigneten Datenverarbeitungsprogramms
auf dem Mobiltelefon eine Authentifikationsprüfung durchgeführt und das Resultat dieser
Prüfung über ein Display oder eine akustische Schnittstelle auf dem Mobiltelefon ausgegeben.
[0055] Unter einem Blitzlicht wird in der Fotografie eine Beleuchtungseinrichtung verstanden,
die für eine Objektausleuchtung im Moment der Aufnahme mittels eines Lichtblitzes
sorgt. Ein Elektronenblitzgerät ist ein z. B. in eine Datenerfassungseinrichtung oder
in eine Bildaufnahmeeinrichtung, z. B. in eine Kamera oder in ein Mobiltelefon, z.
B. in ein Smartphone integriertes Blitzgerät, das mit einer auf einer Gasentladungsröhre
basierenden Blitzlampe arbeitet. Elektronenblitzgeräte arbeiten zumeist mit xenongefüllten
Blitzröhren. Beim Auslösen des Blitzgerätes wird ein zuvor auf einige 100 Volt aufgeladener
Kondensator, z. B. ein zylinderförmiger Elektrolyt-Kondensator oder ein plattenförmig
flachbauender Polymer-Kondensator entladen, wodurch im Inneren der Blitzröhre eine
sehr kurze, helle Gasentladung erzeugt wird. Eine typische Leuchtdauer dieses Blitzes
liegt je nach Leistung und Ansteuerung zwischen etwa 1/300 und 1/40.000 Sekunde. Der
emittierte Spektralbereich einer xenongefüllten Blitzröhre erstreckt sich kontinuierlich
vom ultravioletten Bereich über den sichtbaren Bereich bis hin zum Infrarotbereich,
wobei je nach Ausbildung der Blitzröhre eine besonders hohe Strahlungsintensität im
Wellenlängenbereich z. B. zwischen 300 nm und 500 nm oder zwischen 880 nm und 1.000
nm gegeben ist.
[0056] Alternativ werden in Mobiltelefonen bzw. Smartphones LED's, vorzugsweise Power-LEDs
als Blitzgerät eingesetzt, z. B. eine Blitzlicht-LED der Produktreihe Luxeon von Philips
Lumileds Lighting Company, San Jose, Kalifornien, USA, oder der Produktreihe Oslux
oder Ceramos jeweils von OSRAM Opto Semiconductors GmbH, Regensburg, DE. Diese Blitzlicht-LED's
haben i. d. R. zwei spektrale Maxima, nämlich bei etwa 440 nm (blau) und bei etwa
570 nm (gelb), wodurch sich für einen Betrachter in der additiven Farbmischung zumindest
annähernd weißes Licht ergibt.
[0057] Durch die
WO 2013/054290 A1 ist ein Sicherheitselement oder Sicherheitsdokument mit einem Träger und wenigstens
einem auf dem Träger angebrachten ersten Merkmal mit einem dynamischen Effekt bekannt,
wobei der dynamische Effekt aufgrund einer Anregung durch eine Beleuchtung mit einer
ausgewählten Wellenlänge oder einem Wellenlängenband eintritt und eine optische spektrale
Reaktion erzeugt, wobei sich die optische spektrale Reaktion während der Anregung
mittels der Beleuchtung über eine beobachtbare Zeitspanne zwischen mehreren Farberscheinungen
dynamisch verändert, wobei das erste Merkmal mit dem dynamischen Effekt in einem Bereich
des Trägers angeordnet ist, der nahe an einem auf dem Träger angebrachten benachbarten
Merkmal angeordnet ist, wobei das benachbarte Merkmal einen Farbeindruck hat, der
derart ausgewählt ist, dass dieser Farbeindruck wenigstens einen Farbeindruck des
ersten Merkmals mit dem dynamischen Effekt verstärkt und/oder ergänzt. Dieser dynamische
Effekt wird vorzugsweise durch ein Pigment hervorgerufen, wie es z. B. in der
WO 2007/005354 A2 beschrieben ist, welches Pigment unter einer gleichmäßigen anhaltenden Bestrahlung
mit elektromagnetischer Strahlung mehr als einen Farbeindruck aufweist. Gemäß der
WO 2007/005354 A2 umfasst ein solches Pigment einen Kern mit einer Trägersubstanz und entweder einem
fluoreszierenden Material oder einem phosphoreszierenden Material, wobei der Kern
eine im Wesentlichen kugelförmige Gestalt aufweist, wobei eine den Kern umgebende
Schale vorgesehen ist, wobei die Schale photochromes Material enthält, das in der
Strahlung einer ersten Lichtquelle eine erste optische Eigenschaft aufweist und in
der Strahlung einer zweiten Lichtquelle eine zweite optische Eigenschaft aufweist,
wobei die zweite Lichtquelle eine Menge von Wellenlängen enthält, die in der ersten
Lichtquelle nicht ausreichend vorliegen, wobei die zweite optische Eigenschaft eine
von dem fluoreszierenden Material oder dem phosphoreszierenden Material emittierte
Strahlung dämpft. Die erste optische Eigenschaft ist z. B. im Wesentlichen transparent.
Die zweite Lichtquelle umfasst z. B. Ultraviolett-Wellenlängen.
[0058] Durch die
WO 2015/114 540 A2 sind ein Verfahren und ein Material zum passiven Vereiteln von scannerbasierten Reproduktionsverfahren
bekannt.
[0059] In der
EP 2 637 145 A1 wird ein Verfahren zur Authentifikation und/oder Identifikation eines Dokuments oder
eines Artikels vorgeschlagen, bei dem zirkular polarisierende Flüssigkristalle in
einer Druckfarbe in einer stochastischen Verteilung, d. h. Zufallsverteilung enthalten
sind, wobei mittels einer von den Flüssigkristallen verursachten Zirkularpolarisation
von einfallendem Licht die Echtheit dieses Dokuments oder Artikels geprüft wird. Derartige
Flüssigkristalle haben eine cholesterische Phase mit einer nematischen Ordnung mit
sich kontinuierlich drehender Vorzugsorientierung. Daraus ergibt sich eine helikale
Überstruktur mit einer Periodizität von typischerweise einigen 100 nm. Das so kontinuierlich
verdrillte optische Medium wirkt als eindimensionaler photonischer Kristall mit einer
photonischen Bandlücke für zirkular polarisiertes Licht mit der gleichen Händigkeit
wie die helikale Ordnung. Cholesterische Flüssigkristallfilme zeigen deshalb Selektivreflexion
von zirkular polarisiertem Licht. Im Gegensatz zur Reflexion an metallischen oder
dielektrischen Spiegeln bleibt bei cholesterischen Flüssigkristallfilmen die Händigkeit
der Zirkularpolarisation erhalten.
[0060] Durch die
DE 103 04 805 A1 oder die
WO 2004/070667 A2 ist jeweils ein Verfahren zur Herstellung von Sicherheitskennzeichen bekannt, bei
dem das Sicherheitskennzeichen ein Zufallsmuster enthält. Das Sicherheitskennzeichen
wird z. B. von der reflektierenden Oberfläche des jeweils zu kennzeichnenden Objektes
gebildet. Alternativ wird das Sicherheitskennzeichen von Partikeln, z. B. farbigen
Partikeln, Pigmenten, Effektpigmenten, Sand, Staub, Kristallen (z. B. Salzkristallen
unterschiedlicher Farbe), ferromagnetischen, magnetisierbaren, permanent magnetischen,
fluoreszierenden, phosphoreszierenden, irisierenden, opalisierenden oder radioaktiven
Partikel gebildet. Das insbesondere maschinenlesbare Zufallsmuster wird auf ein Produkt
oder ein Etikett aufgebracht. Aus einem eingelesenen Zufallsmuster wird ein Fingerabdruck
in Form eines Datensatzes extrahiert, der die individuellen Merkmale des Musters enthält.
Dieser Fingerabdruck wird für jedes Sicherheitskennzeichen individuell abgespeichert.
Bei der Authentifizierung wird erneut der Fingerabdruck extrahiert und die Übereinstimmung
mit dem abgespeicherten Fingerabdruck überprüft.
[0061] Als Partikel in Sicherheitskennzeichen eignen sich beispielsweise organische und
anorganische, davon besonders anorganische Fluoreszenzpartikel, wie sie beispielsweise
von der Firma Leuchtstoffwerk Breitungen GmbH (98597 Breitungen, www.leuchtstoffwerk.com)
angeboten werden. Ebenfalls gut geeignet sind Kristalle, z. B. plättchenförmige Kristalle,
Flüssigkristalle, reflektierende Pigmente aus mindestens zwei Schichten mit unterschiedlichem
Refraktärindex, Effektpigmente (Interferenzpigmente, Perlglanz- und Metallglanzpigmente).
Effektpigmente werden beispielsweise zum Einen unter den Handelsnamen Iriodin®/Afflair®
und Colourstream® von der Firma Merck KGaA, Darmstadt, und andererseits unter dem
Handelsnamen Helicone® von der Firma Wacker Chemie, Burghausen, angeboten. Besonderer
Vorzug reflektierender Partikel ist dabei der Umstand, dass a) sie im Gegensatz zu
Fluoreszenzpartikeln nahezu keinem Verschleiß durch Licht unterliegen und b) abhängig
vom Betrachtungs- und Beleuchtungswinkel unterschiedliche Zufallsmuster entstehen.
Solche Änderungen entstehen z. B. bei der Betrachtung der Effektpigmente dadurch,
dass jedes einzelne Pigment wie ein mikroskopischer Spiegel für Licht bestimmter Wellenlänge
wirkt, der dieses Licht in seiner zufälligen Raumausrichtung reflektiert, wodurch
dreidimensionale Zufallsmuster entstehen. Die verwendeten Partikel haben beispielsweise
einen Durchmesser zwischen 0,1 µm und 1 µm, zwischen 1 µm und 10 µm, zwischen 10 µm
und 80 µm, zwischen 80 µm und 150 µm oder zwischen 150 µm und 2000 µm, sowie jeweils
eine Stärke bis 50 µm, bevorzugt bis 10 µm, besonders bevorzugt bis 3 µm. Die Partikel
werden vorzugsweise in eine Matrix (Carrier) eingebracht. Das solcherart entstehende
Gemisch wird zur Beschichtung von Objekten verwendet. Als Matrix geeignet sind Farben
und Lacke, bevorzugt Wasser-, Lösemittel-, Pulver-, UV-Lacke, Epoxydharze, Kunststoffe
(z. B. Polyethylen), Ethylacetat und vergleichbare Materialien, Paraffine, Wachse
und wachsartige Beschichtungen (z. B. Flexane). Die Partikel können auch in Druckfarben
eingebracht werden. Bevorzugt handelt es sich um Druckfarben für Sieb-, Tief-, Flexo-
und Offsetdruck, wobei die Farbschichtstärke <=20 µm, bevorzugt <=10 µm, besonders
bevorzugt <= 5 µm, ganz besonders bevorzugt <=3 µm beträgt. Die Konzentration in Gewichtsprozent
der Partikel liegt in der Matrix zwischen 0,01 % und 30 %, bevorzugt zwischen 0,01
% und 1 %, zwischen 1 % und 10 %, sowie zwischen 10 % und 30 %, besonders bevorzugt
zwischen 0,01 % und 1 % und zwischen 10 % und 15 %.
[0062] Eine stochastische Verteilung, d. h. ein Zufallsverteilung von optisch aktiven Partikeln
in einer Schicht mit auslesbarer Information zur Authentifikation und/oder Identifikation
eines Sicherheitsmerkmals ist z. B. auch in der
WO 2006/078220 A1 beschrieben, wobei diese Partikel eine Längenausdehnung vorzugsweise im Bereich zwischen
10 nm und 500 µm haben.
[0063] Ebenso beschreibt die
US 2001/0010333 A1 Zufallsmuster mit optisch erfassbaren farbigen Fasern oder Fäden, um ein Objekt einzigartig
und damit nach einer Beleuchtung mit einer Lichtquelle durch die Erfassung von dem
optischen Muster des Objekts z. B. mittels eines Fotosensors dieses Objekt identifizierbar
zu machen.
[0064] Auch die
WO 2007/131043 A2 offenbart ein zu authentifizierendes Objekt mit einem Substrat und einer Markierung
auf dem Substrat, wobei die Markierung ein lumineszierendes Material aufweist, wobei
dieses Material in einem Zufallsmuster verteilt ist, wobei das lumineszierende Material
Photolumineszenz mit einer Quantenausbeute von wenigstens 10 Prozent aufweist. Die
Markierung weist Partikel mit dem lumineszierenden Material auf, wobei diese Partikel
in dem Zufallsmuster verteilt sind. Die Partikel haben eine Größe im Nanometerbereich.
[0065] Auch die
WO 2013/144645 A1 betrifft ein Verfahren zum Erzeugen einer Markierung, um zwischen echten und gefälschten
Waren zu unterscheiden, wobei mindestens eine Codierung auf eine Oberfläche aufgebracht
wird, wobei die Codierung nach dem Zufallsprinzip erstellt wird, so dass die Codierung
ein einzigartiges Muster aufweist, wenn sie einer bestimmten Art von Reiz unterworfen
wird. Es können auch eine Vielzahl von Codierungen aufgebracht werden. Das einzigartige
Muster ergibt sich z. B. daraus, dass die Position von Elementen der Codierung nur
unter UV-Strahlung erkennbar ist, dass die sichtbare Farbe der Elemente der Codierung
nur unter UV-Strahlung erkennbar ist, oder dass die Position der Elemente der Codierung
und die sichtbare Farbe der Elemente der Codierung unter IR-Strahlung sichtbar sind.
[0066] Des Weiteren ist aus der
WO 2010/023243 A1 ein Identifikationsmerkmal zur Identifikation eines Gegenstandes bekannt, das wenigstens
zwei Identifikationselemente umfasst, wobei zumindest ein erstes der Identifikationselemente
durch wenigstens eine definiert begrenzte Oberfläche mit einer definierten diffraktiven
Oberflächenstruktur gegeben ist, die durch Lichteinstrahlung im visuellen Bereich
erkennbar ist, und wobei zumindest ein zweites der Identifikationselemente innerhalb
eines optischen Erfassungsfeldes vorgesehen ist, das die definiert begrenzte Oberfläche
des ersten Identifikationselements wenigstens teilweise erfasst, wobei das erste und
das zweite Identifikationselement jeweils integraler Bestandteil des Gegenstandes
sind. Vorzugsweise ist das zumindest eine zweite Identifikationselement durch eine
Zufallsstruktur in einer Oberfläche des zweiten Identifikationselements oder des Gegenstandes
gegeben, wobei die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselements z. B. in der
definierten diffraktiven Oberflächenstruktur des ersten Identifikationselements integriert
ist. Das zumindest eine zweite Identifikationselement ist z. B. nicht sichtbar. Zur
Identifikation des Gegenstandes wird die Position, an der das wenigstens eine zweite
Identifikationselement relativ zu dem wenigstens einen ersten Identifikationselement
angeordnet ist, gespeichert. Ferner werden Identifikationsinformationen, die für das
wenigstens eine zweite Identifikationselement einzigartig sind, gespeichert. Zur Identifizierung
wird ein Abbild des ersten Identifikationselements mit den gespeicherten Daten verglichen.
[0067] Durch die
EP 1 953 684 A1, die ein Identifikationsmerkmal nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 offenbart, ist
ein maschinenlesbarer Code bekannt, umfassend mindestens einen Abschnitt eines graphischen
Freimachungsvermerks, wobei der graphische Freimachungsvermerk eine beliebige Anordnung
von Punkten umfasst, wobei mindestens einige der den graphischen Freimachungsvermerk
umfassenden Punkte eine Größe von weniger als ein Mikrometer haben.
[0068] Durch die
US 2013/286443 A1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Sichern von Dokumenten bekannt, wobei
das Verfahren folgende Schritte umfasst: einen Schritt zum Erzeugen eines Bildes;
einen Schritt zur Markierung einer Mehrzahl von Dokumenten, um das Bild auf jedem
der Dokumente mit Variationen für jedes Dokument aufzubringen, wobei die Mehrzahl
der Bilder, die auf diesen Dokumenten aufgebracht sind, eine physikalische Kopierschutzfunktion
darstellen entsprechend vorbestimmter Kriterien wie das Merkmal der Anzahl der Kopien,
die aus diesen Bildern nicht entsprechend dem vorgegebenen Kriterium herstellbar sind;
und einen Schritt zum Speichern des genannten eindeutigen Aufdrucks. In einigen Ausführungsformen
hat das Bild nur zwei Farben. Andere Ausführungsformen sehen vor, das Dokument mit
einem Merkmal zu markieren, welches für den Aufdruck repräsentativ ist und welches
einzeln auf das Dokument aufgebracht wird.
[0069] Durch die
DE 28 29 778 A1 ist ein Wertzeichen wie z. B. eine Kredit- oder Ausweiskarte mit individuellen Merkmalen
bekannt, wobei diese Merkmale auf oder in der Karte flächig in Zufallsverteilung vorhanden
und physikalisch abtastbar sind, wobei zur Erzeugung einer reproduzierbaren, der Zufallsverteilung
der Merkmale entsprechenden Abtastgröße auf oder in der Karte eine mit optischen Mitteln
abtastbare und gegenüber der Umgebung kontrastierende Spur vorgesehen ist, deren optische
Eigenschaften durch die Zufallsverteilung der mit der Spur in Deckung liegenden Merkmale
moduliert wird. Die Merkmale sind z. B. absorbierende und/oder streuende Strukturen
in einer oder mehreren Ebenen des Wertzeichens, wobei die Strukturen z. B. Einlagerungen
in den Schichten des Wertzeichens sind. Die Linie weist z. B. in Zufallsverteilung
vorliegende fluoreszierende Partikel auf, die in ihrer Größe sowie in ihrem gegenseitigen
Abstand zueinander variieren.
[0070] Durch die
DE 196 11 383 A1 ist ein Datenträger mit einem auf seiner Oberfläche angeordneten, optisch variablen
Sicherheitselement bekannt, wobei das Sicherheitselement bei wenigstens zwei Betrachtungswinkeln
jeweils einen unterschiedlichen optischen Eindruck vermittelt, wobei der Datenträger
wenigstens in einem Teilbereich mit einer Untergrundschicht versehen ist, welche wenigstens
ein Echtheitsmerkmal aufweist, und wobei das Sicherheitselement diese Untergrundschicht
wenigstens teilweise überlappt, wobei die Untergrundschicht so angeordnet ist, dass
sie zumindest in einer Richtung nicht vollständig von dem Sicherheitselement abgedeckt
wird. Die Untergrundschicht enthält z. B. wenigstens ein Echtheitsmerkmal aus der
Gruppe der lumineszierenden, metallischen, magnetischen elektrisch leitfähigen Stoffe
oder der optisch variablen Pigmente. In der Untergrundschicht liegen z. B. visuell
und/oder maschinell lesbare Informationen vor.
[0071] Durch die
WO 2013/034471 A1 ist eine Vorrichtung zum Erkennen eines Dokumentes bekannt, wobei das Dokument ein
Sicherheitsmerkmal mit Wellenlängen-Konversionseigenschaften aufweist, mit: a) einer
Lichterzeugungseinrichtung, welche ausgebildet ist, das Sicherheitsmerkmal zur Emission
von Licht mit Anregungslicht zu beleuchten; b) einer Bildaufnahmeeinrichtung, welche
ausgebildet ist, ein durch das Sicherheitsmerkmal ansprechend auf das Anregungslicht
emittiertes Licht aufzunehmen, um eine Emissionsaufnahme zu erhalten, wobei die Bildaufnahmeeinrichtung
ferner ausgebildet ist, durch das Sicherheitsmerkmal ansprechend auf ein Referenzlicht
emittiertes Licht aufzunehmen, um eine Referenzaufnahme zu erhalten; und c) einem
Prozessor, welcher ausgebildet ist, das Dokument auf der Basis der Emissionsaufnahme
und der Referenzaufnahme zu erkennen. Dabei ist das Referenzlicht z. B. Weißlicht,
insbesondere Tageslicht, oder die Lichterzeugungseinrichtung ist derart ausgebildet,
das Referenzlicht zu erzeugen, insbesondere als ein Dauerlicht während der Referenzaufnahme,
oder die Lichterzeugungseinrichtung ist derart ausgebildet, Referenzlichtpulse als
das Referenzlicht während der Referenzaufnahme zu erzeugen. Der Prozessor ist z. B.
derart ausgebildet, die Emissionsaufnahme mit der Referenzaufnahme zu vergleichen,
um ein Vergleichsergebnis zu erhalten und um das Dokument auf der Basis des Vergleichsergebnisses
zu erkennen, wobei das Referenzlicht insbesondere eine vorbestimmte Wellenlänge aufweist,
und wobei der Prozessor ausgebildet ist, eine Wellenlängendifferenz zwischen der vorbestimmten
Wellenlänge und zumindest einer Wellenlänge des Emissionslichts, oder einen zeitlichen
Wellenlängenverlauf des Emissionslichts bezüglich der vorbestimmten Wellenlänge, insbesondere
einen zeitlichen Verlauf einer Wellenlängenamplitude oder Wellenlängendifferenzen,
zu bestimmen, um das Vergleichsergebnis zu erhalten. Die Vorrichtung ist vorzugsweise
ein mobiles Kommunikationsgerät, insbesondere ein Smartphone, wobei die Lichterzeugungseinrichtung
eine LED-Blitzeinheit des mobilen Kommunikationsgerätes ist, und wobei die Bildaufnahmeeinrichtung
eine Digitalkamera des mobilen Kommunikationsgerätes ist. Alternativ oder zusätzlich
umfasst die Vorrichtung eine Sende-Empfangseinheit, welche ausgebildet ist, die Emissionsaufnahme
oder die Referenzaufnahme oder ein Vergleichsergebnis eines Vergleichs der Emissionsaufnahme
mit der Referenzaufnahme über ein Kommunikationsnetzwerk an einen entfernten Server
zwecks Dokumentenerkennung auszusenden und ansprechend hierauf ein Ergebnis der Dokumentenerkennung
zu empfangen. Die Vorrichtung umfasst eine Steuerungseinrichtung zum Ansteuern der
Lichterzeugungseinrichtung, um Anregungslicht und/oder um Referenzlicht zu erzeugen.
Die Steuerungseinrichtung kann programmtechnisch eingerichtet sein und beispielsweise
ausgebildet sein, ein Computerprogramm, das eine Applikationssoftware (APP) sein kann,
auszuführen. Das Sicherheitsmerkmal, das Wellenlängen-Konversionseigenschaften aufweist,
kann beispielsweise silicatische Pigmente, insbesondere Silicatphosphor-Pigmente,
Silikat-, Sulfid-, Nitrid-, YAG-, TAG-, Thiogallate-Phospor-Pigmente, umfassen, welche
einer Druckfarbe zugesetzt sind. Ein derartiges Sicherheitsmerkmal emittiert ansprechend
auf eine Anregung mit blauem Licht der Wellenlänge von etwa 400 nm ein farbverschobenes
Lichtspektrum, das beispielsweise Licht der Farbe Grün, Gelb, Orange und/oder Rot
aufweisen kann. Zur Anregung eines derartigen Sicherheitsmerkmals kann daher eine
LED herangezogen werden, deren Lichtemissionsspektrum blaues Licht in einem Wellenlängenbereich
zwischen 390 nm bis 470 nm umfasst. Die Dokumentenerkennung kann daher mittels eines
gewöhnlichen Smartphones durchgeführt werden, das mit einer LED-Blitzeinheit ausgestattet
ist. Das Anregungslicht kann daher blaues Licht in einem Wellenlängenbereich von 390
nm bis 470 nm, bevorzugt in einem Wellenlängenbereich zwischen 430 nm und 460 nm,
umfassen oder sein. Die Lichterzeugungseinrichtung kann hierzu eine LED zum Erzeugen
von Dauerlicht oder Blitzlicht oder Pulslicht umfassen. Ansprechend auf die Anregung
mit dem Anregungslicht wird das Sicherheitsmerkmal zur Lichtemission angeregt. Aufgrund
der Wellenlängen-Konversionseigenschaften des Sicherheitsmerkmals, welche beispielsweise
durch die Verwendung einer silicatischen Verbindung, wie etwa Silicatphosphor, realisiert
werden können, emittiert das Sicherheitsmerkmal Licht, das eine Wellenlänge aufweist,
welche sich von einer Wellenlänge des Anregungslichts unterscheidet. Die Emissionsaufnahme
enthält somit eine Information über ein durch das Sicherheitsmerkmal ansprechend auf
das Anregungslicht emittiertes Wellenlängenspektrum. In Analogie hierzu umfasst die
Referenzaufnahme Information über ein Referenzwellenlängenspektrum, das durch das
Sicherheitsmerkmal ansprechend auf das Referenzlicht emittierbar ist.
[0072] Durch die
EP 2 698 404 A1 ist zur Prüfung von Echtheit und Identität eine Gruppe von der Identifikation dienenden
Informationen bekannt, wobei die der Identifikation dienenden Informationen durch
eine Vergrößerung oder Verstärkung identifizierbar sind, wobei die Gruppe ein erstes
Informationselement und ein zweites Informationselement beinhaltet, wobei das zweite
Informationselement nicht durch irgendeine Vergrößerung oder Verstärkung identifiziert
werden kann, mit welcher das erste Informationselement identifiziert wird.
[0073] Durch die
WO 2013/060831 A2 ist für Zwecke der Informationscodierung und als Sicherheitsmerkmal ein Verfahren
zur Kennzeichnung eines Artikels umfassend ein Formgedächtnispolymer (FGP) mit einem
visuell und/oder maschinell lesbaren grafischen Element auf der Oberfläche des Artikels
bekannt, umfassend folgende Schritte:
- a) Vorbehandeln der Oberfläche des Artikels;
- b) Einfärben der Oberfläche des Artikels mit einer Farbstofflösung, die einen organischen
Farbstoff und ein organisches Lösungsmittel enthält;
- c) Reinigen und Trocknen der Oberfläche des Artikels;
- d) Gravieren durch zumindest teilweises Abtragen der Oberfläche des Artikels.
[0074] Als Formgedächtnispolymere (FGP) werden im allgemeinen Kunststoffe bezeichnet, die
sich nach einer Umformung an ihre frühere, äußere Form scheinbar "erinnern" können
und insofern ein Formgedächtnis besitzen. Um die frühere Form abzurufen, muss das
FGP einem Stimulus ausgesetzt werden. Dieser Stimulus kann beispielsweise in einer
Wärmezufuhr bestehen, indem das betreffende FGP direkt oder indirekt erwärmt wird.
Eine direkte Erwärmung des FGP kann von außen durch heiße Luft, durch IR-Einstrahlung,
beispielsweise durch Exposition mit Sonnenlicht oder den Luftstrom eines Heißlüfters
oder durch unmittelbaren Kontakt mit einem Wärmespeichermedium, etwa einem zuvor aufgeheizten
Fluid erfolgen. Beispielsweise kann die Wärmezufuhr mittels Eintauchen in warmes Wasser
erfolgen.
[0075] Durch die nachveröffentlichte
DE 10 2014 207 323 A1 ist ein Verfahren zur Identifikation eines Gegenstandes bekannt, bei dem zur Identifikation
des Gegenstandes ein Identifikationsmerkmal mit mehreren innerhalb einer definiert
begrenzten Fläche an oder auf dem Gegenstand angeordneten Identifikationselementen
verwendet wird, wobei in einem ersten Betriebszustand des Identifikationsmerkmals
durch eine Bestrahlung der die Identifikationselemente aufweisenden Fläche mit sichtbarem
Licht ein erstes Identifikationselement visuell erkennbar wird und ein zweites Identifikationselement
visuell nicht erkennbar wird, wobei das zweite Identifikationselement als eine aus
Pigmenten oder aus mindestens einem Farbstoff gebildete Zufallsstruktur ausgebildet
wird, wobei in einem zweiten Betriebszustand des Identifikationsmerkmals durch eine
Bestrahlung der die Identifikationselemente aufweisenden Fläche mit einer vom ersten
Betriebszustand verschiedenen elektromagnetischen Strahlung die Zufallsstruktur des
zweiten Identifikationselements visuell erkennbar wird, wobei von dem Identifikationsmerkmal
mit einer ersten Datenerfassungseinrichtung in einer ersten Beleuchtungssituation
ein erstes Abbild erfasst wird, wobei das erfasste erste Abbild in Form digitalisierter
Bilddaten oder eine aus dem erfassten ersten Abbild decodierte erste Information jeweils
in einem ersten Speicher gespeichert werden, wobei in einer zweiten, von der ersten
verschiedenen Beleuchtungssituation von demselben Identifikationsmerkmal mit einer
zweiten Datenerfassungseinrichtung ein zweites Abbild erfasst wird, wobei das erfasste
zweite Abbild in Form digitalisierter Bilddaten oder eine aus dem erfassten zweiten
Abbild decodierte zweite Information jeweils in einem zweiten Speicher gespeichert
werden, wobei in der zweiten Beleuchtungssituation eine Beleuchtungseinrichtung mit
mindestens einer Lichtquelle aus einem Halbleiterwerkstoff oder eine Beleuchtungseinrichtung
mit mindestens einer Gasentladungsröhre verwendet wird.
[0076] Durch die nachveröffentlichte
DE 10 2014 207 318 A1 ist ein Identifikationsmerkmal mit mehreren in einer definiert begrenzten Fläche
angeordneten Identifikationselementen zur Identifikation eines Gegenstandes bekannt,
wobei in einem ersten Betriebszustand des Identifikationsmerkmals durch eine Bestrahlung
der die Identifikationselemente aufweisenden Fläche mit sichtbarem Licht ein erstes
Identifikationselement visuell erkennbar ist und ein zweites Identifikationselement
visuell nicht erkennbar ist, wobei das zweite Identifikationselement als eine aus
Pigmenten gebildete Zufallsstruktur oder eine aus Partikeln von mindestens einem Farbstoff
gebildete Zufallsstruktur ausgebildet ist, wobei in einem zweiten Betriebszustand
des Identifikationsmerkmals durch eine Bestrahlung der die Identifikationselemente
aufweisenden Fläche mit einer vom ersten Betriebszustand verschiedenen elektromagnetischen
Strahlung zumindest die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselements visuell
erkennbar ist, wobei das erste Identifikationselement als eine Anordnung von zu einem
Code gehörenden Zeichen und/oder Bedeutungsträgern ausgebildet ist, wobei jedes der
Zeichen oder Bedeutungsträger dieser Anordnung jeweils als eine aus Pixeln bestehende
Rastergrafik ausgebildet ist, wobei die Pigmente oder die Partikel des mindestens
einen Farbstoffs des zweiten Identifikationselements in einer Druckfarbe oder in einer
Tinte enthalten sind, wobei die Pixel des ersten Identifikationselements aus dieser
betreffenden Druckfarbe oder Tinte ausgebildet sind.
[0077] Durch die
DE 10 2013 102 364 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Identifikationsmerkmals mit integriertem
Kopierschutz bekannt, bei dem man
- a) ein maschinenlesbares Identifikationsmerkmal erzeugt, vorzugsweise in Form eines
Matrixcodes oder Quick-Response Codes,
- b) das Identifikationsmerkmal auf den zu kennzeichnenden Gegenstand aufdruckt, bevorzugt
im Tintenstrahldruck, Digitaldruck oder Thermodruck, besonders bevorzugt im Tintenstrahldruck,
- c) ein physikalisches Zufallsmerkmal erzeugt, indem man Partikel, die in der Lage
sind, elektromagnetische Strahlung zu absorbieren, zu emittieren oder zu reflektieren
in eine aushärtbare Flüssigkeit einmischt, die bevorzugt transparent ist und entweder
gemeinsam mit dem Identifikationsmerkmal oder separat, aber in unmittelbarer räumlicher
Nähe zu dem Identifikationsmerkmal auf den zu kennzeichnenden Gegenstand aufbringt,
wobei sich die Partikel während des Aufbringens zufällig verteilen und durch Aushärten
in ihrer jeweils zufälligen Position fixiert werden.
[0078] Durch die
DE 10 2013 102 365 A1 ist ein Identifikationsmerkmal mit integriertem Kopierschutz bekannt, umfassend
- a) ein maschinenlesbares Identifikationsmerkmal, vorzugsweise in Form eines Matrixcodes
oder Quick-Response Codes, das auf den zu kennzeichnenden Gegenstand aufgedruckt wird,
bevorzugt im Tintenstrahldruck, Digitaldruck oder Thermodruck, besonders bevorzugt
im Tintenstrahldruck, sowie
- b) ein physikalisches Zufallsmerkmal, das erzeugt wird, indem man Partikel, die in
der Lage sind, elektromagnetische Strahlung zu absorbieren, zu emittieren oder zu
reflektieren in eine aushärtbare Flüssigkeit einmischt, die bevorzugt transparent
ist und entweder gemeinsam mit dem Identifikationsmerkmal a) oder separat, aber in
unmittelbarer räumlicher Nähe zu dem Identifikationsmerkmal a) auf den zu kennzeichnenden
Gegenstand aufbringt, wobei sich die Partikel während des Aufbringens zufällig verteilen
und durch Aushärten in ihrer jeweils zufälligen Position fixiert werden.
[0079] Durch die
DE 10 2013 022 028 A1 ist ein Wertdokument bekannt, insbesondere eine Banknote, mit einem visuell und maschinell
lesbaren individualisierenden Kennzeichen, das aus alphanumerischen Zeichen gebildet
wird, und mit einem maschinell lesbaren Prüfelement, wobei das individualisierende
Kennzeichen eine maschinell lesbare Codierung aufweist und das Prüfelement die Art
der Codierung zur Verifikation der Echtheit des individualisierenden Kennzeichens
in einer codierten Form enthält.
[0080] In der Online-Bibliothek WIKIPEDIA findet sich unter dem Stichwort Aesculin der Hinweis,
dass diese Substanz unter ultraviolettem Licht blau fluoresziert [26.07.2015. URL:
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Aesculin&oldid=144424767, abgerufen am
25.05.2016].
[0081] In der Online-Bibliothek WIKIPEDIA finden sich unter dem Stichwort Ruß die Hinweise,
dass diese Substanz ein schwarzer, pulverförmiger Feststoff ist und dass Ruß als Schwarzpigment
verwendet wird [30.09.2015. URL:
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ru%C3%9F&oldid=146565693, abgerufen am
25.05.2016].
[0082] Die Präsentation von Stefan GÜTTLER, betitelt "Entwicklungen im Digital Manufacturing",
datiert vom 18.10.2012 [URL: https://www.hdm-stuttgart.de/digitaldruck/Events/2012_10_18_digitrends/9_Vortrag_18-10-12.pdf,
abgerufen am 25.05.2016] geht auf Trends und Anwendungen im Digital Manufacturing
ein.
[0083] In der Online-Bibliothek WIKIPEDIA findet sich unter dem Stichwort Reflexion (Physik)
[03.09.2015. URL:
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Reflexion_%28Physik%29&oldid= 145692527,
abgerufen am 25.05.2016] die Erklärung, dass Reflexion in der Physik das Zurückwerfen
von Wellen an einer Grenzfläche bezeichnet, an der sich der Wellenwiderstand oder
der Brechungsindex des Ausbreitungsmediums ändert.
[0084] Die Präsentation von Ulrike HERZAU-GERHARDT, betitelt: Drucken oder Beschichten -
Organic Electronics Saxony - Workshop, datiert vom 20.03.2013 [URL: http://www.oesnet.de/uploads/media/Vortrag_HTWK_Herzau-Gerhardt.pdf,
abgerufen am 25.05.2016] nennt mittlere Schichtdicken diverser Druckverfahren.
[0085] Im Dokument "Digitale Drucktechnologie" von Larisa SALUN, WS 2011/12 [URL: http://www.idd.tu-darmstadt.de/media/fachgebiet_idd/studium_und_lehre/vorlesungen_
4/digitale_drucktechnologie_1/ws_2011_2/DDT_WS1112_08-2_lnkjet_V1.pdf [abgerufen am
16.06.2016], S. 1, 2, 12, 45 sind einige physikalische Eigenschaften von Tinten benannt.
[0086] In einem am 16.04.2014 unter der Internetadresse http://iopscience.iop.org/0957-4484/23/39/395201/cites
aufgerufenen Abstract von dem Dokument "Security printing of covert quick response
codes using upconverting nanoparticle inks" von Jeevan M Meruga et al, veröffentlicht
vom Institute of Physics (IOP) an der Universität des US-Bundesstaates South Dakota
und der South Dakota School of Mines and Technology am 11. September 2012 in IOP Publishing's
Journal Nanotechnology, Volume 23, Nr. 395201, doi:10.1088/0957-4484/23/39/395201,
wird ein auf einem Trägermaterial aufgedruckter Quick Response (QR)-Code beschrieben,
wobei dieser QR-Code unter normalen Tageslichtbedingungen nicht sichtbar ist, aber
durch eine Bestrahlung mit einer Strahlung aus dem nahen Infrarotbereich lesbar wird,
wobei der sichtbar gemachte QR-Code dann mittels einer Kamera eines Smartphones erfasst
werden kann. Dieser QR-Code wird z. B. zur Echtheitsprüfung von Banknoten, (Wert-)Dokumenten
oder Objekten verwendet. Dem QR-Code kann eine mikroskopische Nachricht eingearbeitet
sein, die z. B. nur mit einem Mikroskop lesbar ist. Der QR-Code wird mittels eines
CAD-Systems generiert. Der QR-Code wird z. B. aus einer Mischung von β-NaYF
4 Nanopartikeln mit Lanthanoiden, z. B. Yb
3+/Er
3+ und/oder Yb
3+/Tm
3+, und grün und blau fluoreszierenden Tinten hergestellt. Der Begriff Lanthanoide bezeichnet
das chemische Element Lanthan und die 14 im Periodensystem auf das Lanthan folgenden
Elemente Cer, Praseodym, Neodym, Promethium, Samarium, Europium, Gadolinium, Terbium,
Dysprosium, Holmium, Erbium, Thulium, Ytterbium und Lutetium. Alle Lanthanoide sind
silbrig-glänzende, relativ weiche und reaktionsfähige Metalle und sind ein Teil der
Gruppe der Metalle der Seltenen Erden.
[0087] Der in der vorgenannten Abstract beschriebene QR-Code wird in einem Direktdruckverfahren
mit einem Aerosol Jet Drucker auf dem Trägermaterial aufgedruckt. Einzelheiten zu
einem Aerosol Jet Drucker sind z. B. in der
WO 2006/065978 A2 beschrieben. Ein Aerosol Jet Drucker zerstäubt zunächst eine Druckfarbe mit einer
Viskosität zwischen 1 cP und 1.000 cP zu feinen Tröpfchen mit einer Größe von 1 µm
bis 5 µm, vorzugsweise von 1 µm bis 2 µm, und bringt diese Tröpfchen in einen ersten
Gasstrom ein, wobei dieser erste Gasstrom die derart aerosolisierte Druckfarbe zu
einem Druckkopf transportiert. Am Druckkopf ist ein ringförmig um den ersten Gasstrom
angeordneter zweiter Gasstrom vorgesehen, mittels welchem der die aerosolisierte Druckfarbe
transportierende erste Gasstrom auf einen Durchmesser von z. B. weniger als 10 µm
kollimiert wird. Beide Gasströme verlassen eine auf einen Bedruckstoff gerichtete
Düse des Druckkopfes mit hoher Geschwindigkeit und übertragen die feinen Tröpfchen
der Druckfarbe auf den zur Düse des Druckkopfes in einem Abstand von z. B. 1 mm bis
5 mm angeordneten Bedruckstoff. Ein derartiger Aerosol Jet Drucker erreicht eine Auflösung
von weniger als 10 µm, d. h. mehr als 2.500 dpi. Ein Aerosol Jet Drucker unterscheidet
sich demnach in seiner Arbeitsweise und in seinem Aufbau von einem Inkjet Drucker.
Unterschiede zu einem Inkjet Drucker bestehen z. B. darin, dass die Größe eines von
einem Inkjet Drucker ausgestoßenen Tropfens an Druckfarbe z. B. bei etwa 30 µm und
das Volumen eines von einem Inkjet Drucker ausgestoßenen Tropfens an Druckfarbe damit
etwa zweihundertmal größer ist als bei einem Aerosol Jet Drucker. Auch verwendet ein
Inkjet Drucker üblicherweise Druckfarbe mit einer Viskosität zwischen 8 cP und 12
cP, was gegenüber einem Aerosol Jet Drucker einen deutlich eingeschränkten Bereich
bedeutet.
[0088] Ein Code ist eine Vereinbarung über eine Menge von Zeichen oder Bedeutungsträgern
zum Zweck eines Informationsaustauschs. Die Zeichen oder Bedeutungsträger eines Codes
können visuell lesbar oder haptisch erfassbar oder für Menschen nicht unmittelbar
nutzbar, sondern mittels einer technischen Einrichtung lesbar, d. h. maschinenlesbar
sein. Ein Code ist z. B. auch eine visuell lesbare oder haptisch erfassbare Schrift,
da eine Schrift ein Zeichensystem zur Bewahrung und Weitergabe codierter Information
darstellt. Bei den Zeichen einer Schrift kann es sich z. B. jeweils um ein alphanumerisches
Zeichen oder ein anderes Schriftzeichen handeln. Bei den für einen bestimmten Code
vereinbarten Bedeutungsträgern handelt es sich z. B. jeweils um ein etwas Materielles
abbildendes Piktogramm oder um ein ein abstraktes Konzept darstellendes Ideogramm.
[0089] In der Warenwirtschaft oder Logistik werden zur Warenkennzeichnung verschiedene maschinenlesbare,
insbesondere optoelektronisch lesbare, z. B. mit einer CCD-Kamera oder mit einer CMOS-Kamera
oder mit einem Scanner erfassbare Codes, z. B. Strichcodes, verwendet, mithilfe derer
jeweils eine Information z. B. über eine Ware in einer Folge verschiedener Zeichen,
z. B. verschieden breiter schwarzer und weißer Streifen ("Strichen") dargestellt wird.
Als 2D-Code oder 2D-Barcode werden zweidimensionale Codes bezeichnet, die aus verschieden
breiten Strichen oder Punkten und dazwischen liegenden Lücken mit möglichst hohem
Kontrast bestehen. Im Gegensatz zu den eindimensionalen Strichcodes (englisch Barcode)
sind in einem 2D-Code die Daten nicht nur in einer Richtung (eindimensional) codiert,
sondern matrixförmig in einer Fläche über zwei Dimensionen. Beispiele für einen 2D-Code
sind der in der internationalen Norm ISO/IEC 16022 definierte DataMatrix-Code oder
der QR-Code gemäß ISO/IEC 18004 oder der bei UPS zur schnellen Identifizierung, Verfolgung
und Sortierung von Paketen entwickelte MaxiCode oder der in der Norm ISO/IEC 24778
festgeschriebene Aztec-Code.
[0090] Der zweidimensionale QR-Code besteht aus einem rechteckigen, zumeist quadratischen
Pixelmuster, wobei die einzelnen Pixel oder Symbolelemente aus kontrastierenden, vorzugsweise
aus weißen und schwarzen Quadraten bestehen und einen z. B. mit einem mathematischen
Algorithmus codierten Informationsinhalt damit binär darstellen. In einem QR-Code
befinden sich mindestens 21×21 und maximal 177×177 Symbolelemente. Ein QR-Code ist
mittels eines Smartphones mit einer Kamera, insbesondere mit einer Halbleiterkamera,
und mit einem als "QR Code Reader" ausgebildeten Programm, d. h. einer so genannten
APP, lesbar, wobei die Lesung i. d. R. omnidirektional möglich ist. Die Lesung ist
insbesondere eine Bildinterpretation anhand der erfassten Kontrastwerte. Ein auf einem
Träger angeordneter QR-Code enthält an definierten Stellen Markierungen zur Erkennung
seiner Position und Ausrichtung. Auch sind an weiteren definierten Stellen in dem
Pixelmuster Informationen zur Auflösung und zur Version des Pixelmusters sowie zum
Datenformat der in dem Pixelmuster gespeicherten Daten und für deren Fehlerkorrektur
hinterlegt, wobei eine aus einer Menge von zulässigen Fehlerkorrekturstufen ausgewählte
Fehlerkorrekturstufe während der Generierung des betreffenden QR-Codes festgelegt
wird. So wurden vier eine Fehlertoleranz bestimmende Fehlerkorrekturstufen L, M, Q
und H festgelegt, denen zufolge 7% (Stufe L), 15%, 25% oder 30% (Stufe H) z. B. aufgrund
von Zerstörung oder fehlerhafter Herstellung unlesbare Daten wiederhergestellt werden
können. Je QR-Code können bis zu 7.089 Zahlen oder 4.296 Buchstaben codiert werden.
[0091] Mit Bezug auf eine Anordnung von zu einem Code gehörenden Zeichen oder Bedeutungsträgern
sind Pixel Bildelemente oder Bildpunkte, denen in einer Grafik, insbesondere in einer
Rastergrafik jeweils ein Farbwert zugeordnet ist, wobei eine Rastergrafik ein Bild
in Form von computerlesbaren Daten darstellt. Eine Rastergrafik besteht somit aus
einer gitterförmigen Anordnung von Pixeln, also einer Anordnung in mehreren jeweils
benachbarten Spalten und diese Spalten jeweils kreuzenden Zeilen.
[0092] Als Kontrast wird ein Unterschied zwischen hellen und dunklen Bereichen bzw. Farben
eines Bildes bezeichnet. Der Kontrast ist ein Unterscheidungsmerkmal für einen Helligkeitsverlauf
eines Bildes oder zumindest zwischen zwei Bildpunkten. Der Kontrastumfang oder die
Dynamik beschreiben den Intensitätsunterschied zwischen dem hellsten und dunkelsten
Punkt eines Bildes. Der Kontrast ist über die in dem Bild oder zwischen den Bildpunkten
vorhandene maximale Leuchtdichte und minimale Leuchtdichte definiert. Dabei werden
unterschiedliche Intensitäten der jeweiligen Leuchtdichte vom menschlichen Auge nach
dem Weber-Fechner-Gesetz nicht linear, sondern logarithmisch wahrgenommen. Damit ein
visuelles oder ein optisches System, z. B. ein Auge oder eine Kamera, ein Objekt wahrnehmen
kann, muss dieses Objekt ausreichend groß sein und einen genügend hohen Kontrast aufweisen.
Darunter wird die Grenze der Sichtbarkeit verstanden, die dann erreicht wird, wenn
sich Objekte, die betrachtet und z. B. auf der Netzhaut im menschlichen Auge oder
auf einem Bildsensor in einer Kamera abgebildet werden, nicht mehr als Kontur und
Kontrast von der sie umgebenden Leuchtdichte abgrenzen. Dies bedeutet, dass die Erkennbarkeit
von Objekten im Wesentlichen von der Fähigkeit des visuellen oder optischen Systems
abhängt, Helligkeitsunterschiede wahrzunehmen. Somit ist zur Wahrnehmung eines Objektes
ein bestimmter Mindestkontrast erforderlich, der bei schwachen Umgebungslichtverhältnissen
höher ist als bei hellerem Licht.
[0093] Grundsätzlich kann ein Objekt nur dann optisch wahrgenommen werden, wenn das betreffende
Objekt hinsichtlich des dieses Objekt erfassenden visuellen oder optischen Systems
im Zeitpunkt der Bilderfassung bzw. der Bildaufnahme gleichzeitig folgende vier Mindestanforderungen
erfüllt:
- a) Mindestleuchtdichte
- b) Mindestkontrast
- c) Mindestgröße
- d) Mindestdarbietungsdauer
[0094] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Identifikationsmerkmal zur Identifikation
eines Gegenstandes zu schaffen, das in einem Druckprozess massenhaft und kostengünstig
ausgebildet werden kann und eine zuverlässige Feststellung hinsichtlich der Identität
und/oder Echtheit des betreffenden Gegenstandes erlaubt.
[0095] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 und 9 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und/oder Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen.
[0096] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass das
anspruchsgemäße Identifikationsmerkmal in einem mit einer Druckmaschine ausführbaren
Druckverfahren auf einfache Weise massenhaft und kostengünstig herstellbar ist. Das
Identifikationsmerkmal enthält in einer definiert begrenzten Fläche mehrere Identifikationselemente
zur Identifikation eines Gegenstandes, wovon jedoch ein Identifikationselement im
visuellen Bereich nicht erkennbar ist und damit einem menschlichen Betrachter gewöhnlich
verborgen bleibt. Ein erstes Identifikationselement ist vorzugsweise als eine Anordnung
von zu einem Code gehörenden Zeichen und/oder Bedeutungsträgern ausgebildet. In einer
vorteilhaften Ausführungsvariante ist das erste Identifikationselement als eine Anordnung
von Zeichen oder Bedeutungsträgern eines mehrdimensionalen Codes ausgebildet, z. B.
in Form eines ein Pixelmuster aufweisenden QR-Codes. Ein derart ausgebildetes erstes
Identifikationselement ist ohne hohen gerätetechnischen Aufwand sowohl generierbar
als auch maschinenlesbar. Zum Lesen reicht bereits ein herkömmliches Smartphone, das
mit einer Kamera ausgestattet ist und über eine zum Lesen eines QR-Codes geeignete
App, d. h. Anwendungssoftware verfügt. Das zweite Identifikationselement ist als eine
aus Pigmenten oder aus einem Farbstoff gebildete Zufallsstruktur ausgebildet, wobei
diese Zufallsstruktur erst durch eine Bestrahlung mit elektromagnetischer Energie
einer bestimmten Wellenlänge im visuellen Bereich erkennbar ist und dadurch fotografisch
abbildbar wird. Die Zufallsstruktur macht das Identifikationsmerkmal einzigartig,
so dass anhand des zweiten Identifikationselementes eine Prüfung der Authentizität
und/oder Identität des das betreffende Identifikationsmerkmal tragenden Gegenstandes
z. B. durch einen Vergleich mit einer zuvor erstellten Musterabbildung auf einfache
Weise möglich ist. Die Pigmente oder der mindestens eine Farbstoff des zweiten Identifikationselements
sind in einer Druckfarbe oder in einer Tinte enthalten, so dass z. B. aus dieser Druckfarbe
oder Tinte ausgebildete Pixel des ersten Identifikationselements mittels eines druckformgebundenen
Druckverfahrens oder mittels eines druckformlosen Druckverfahrens an dem Gegenstand
anordenbar sind.
[0097] Auf der Grundlage und unter Einbeziehung der zuvor gegebenen allgemeinen Erläuterungen
zu naturwissenschaftlichen und/oder technischen Sachverhalten ist in den Zeichnungen
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt und wird im Folgenden näher beschrieben.
[0098] Es zeigen beispielhaft:
- Fig. 1
- ein Identifikationsmerkmal mit einem QR-Code;
- Fig. 2
- eine Darstellung einer Zufallsstruktur innerhalb des QR-Codes;
- Fig. 3
- eine flächige Ausbildung der Zufallsstruktur innerhalb des QR-Codes.
[0099] Fig. 1 zeigt beispielhaft ein vorzugsweise von einer Druckeinrichtung einer Druckmaschine
insbesondere in einem Inkjet-Druckverfahren ausgebildetes Identifikationsmerkmal 01
mit mehreren Identifikationselementen zur Identifikation und/oder Authentifizierung
eines dieses Identifikationsmerkmal 01 tragenden Gegenstandes, wobei das Identifikationsmerkmal
01 z. B. an einer Oberfläche dieses Gegenstandes angeordnet ist. Die Identifikationselemente
des Identifikationsmerkmals 01 befinden sich innerhalb einer definiert begrenzten
Fläche an oder auf dem Gegenstand. Alle zu dem betreffenden Identifikationsmerkmal
01 gehörenden Identifikationselemente sind innerhalb derjenigen Fläche angeordnet,
die das betreffende Identifikationsmerkmal 01 an der Oberfläche des betreffenden Gegenstandes
einnimmt. Somit sind in dieser selben Fläche zumindest ein erstes Identifikationselement
und ein zweites Identifikationselement vorhanden, wobei das zweite Identifikationselement
die Funktion eines Sicherheitsmerkmals hat. Das erste Identifikationselement ist vorzugsweise
als eine Anordnung von zu einem Code gehörenden Zeichen und/oder Bedeutungsträgern
ausgebildet, wobei jedes der Zeichen oder Bedeutungsträger dieser Anordnung jeweils
als eine aus Pixeln bestehende Grafik ausgebildet ist, wobei diese Pixel durch ein
Aufbringen von einer Druckfarbe oder einer Tinte auf der Oberfläche des betreffenden
Gegenstandes ausgebildet sind bzw. werden. In einer anderen Ausführungsvariante wird
das erste Identifikationselement nicht als ein insbesondere maschinenlesbarer Informationsträger
verwendet, sondern bildet nur die Umgebung für das zweite Identifikationselement.
Die Pigmente oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs des zweiten Identifikationselements
sind in der Druckfarbe oder in der Tinte enthalten. Das die Pigmente oder die Partikel
des mindestens einen Farbstoffs aufweisende zweite Identifikationselement wird daher
zusammen mit dem aus der Druckfarbe oder der Tinte gebildeten ersten Identifikationselement
im selben bzw. in nur einem einzigen Arbeitsschritt auf der Oberfläche des betreffenden
Gegenstandes aufgetragen. Das zweite Identifikationselement ist somit im Zeitpunkt
der Anordnung des Identifikationsmerkmals 01 an der Oberfläche des betreffenden Gegenstandes
stets ein Bestandteil des ersten Identifikationselements und nicht ohne Weiteres vom
ersten Identifikationselement separierbar.
[0100] In einer vorteilhaften Ausführungsvariante ist das erste Identifikationselement als
ein mehrdimensionaler Code ausgebildet, z. B. als ein ein Pixelmuster aufweisender
zweidimensionaler Code, insbesondere als ein QR-Code. Im Fall der Ausgestaltung als
ein Pixelmuster sind in dem betreffenden Pixelmuster mindestens zwei kontrastierende,
d. h. relativ zueinander einen optischen Kontrast bildende Ausbildungen von Pixeln
02 vorhanden, d. h. es sind wenigstens zwei unterschiedliche Sorten von Pixeln 02
vorhanden. Diese Pixel 02 sind bei dem betreffenden ersten Identifikationselement
zum Zwecke ihrer optischen Wahrnehmung in mindestens zwei unterschiedlichen Farbtönen,
z. B. in einer Farbpaarung gestaltet, z. B. in der Paarung Schwarz / Weiß oder in
der Paarung Blau / Gelb oder in der Paarung Rot / Grün. Natürlich sind auch andere
Farbpaarungen oder die Verwendung von mehr als zwei Farbtönen möglich, solange die
verwendeten Farbtöne einen für die mit einem optischen oder visuellen System vorgenommene
optische Wahrnehmung ausreichenden Kontrast aufweisen. Der Kontrast kann dann als
ausreichend betrachtet werden, wenn die verschiedenen Sorten von Pixeln 02 als solche
von dem optischen oder visuellen System, z. B. von einer Datenerfassungseinrichtung
bzw. Bildaufnahmeeinrichtung, insbesondere einem Scanner oder einer (Halbleiter-)Kamera,
z. B. mit einem CCD-Bildsensor oder mit einem CMOS-Bildsensor, zuverlässig optisch
wahrnehmbar und die unterschiedlichen Ausbildungen der Pixel 02 eindeutig voneinander
unterscheidbar sind. Dieser Mindestkontrast ist von der Ausbildung des verwendeten
optischen oder visuellen Systems und auch von den das betreffende Identifikationsmerkmal
01 im Zeitpunkt der Datenerfassung bzw. Bildaufnahme umgebenden Lichtverhältnissen
abhängig. Die Pixel 02 des Pixelmusters sind in ihrer geometrischen Gestaltung vorzugsweise
jeweils als ein Rechteck, insbesondere als ein Quadrat ausgebildet. Eine zur Ausbildung
des Pixelmusters gewählte Anordnung der jeweiligen Pixel 02 stellt einen z. B. mit
Hilfe einer Recheneinheit unter Anwendung von mathematischen Algorithmen codierten,
insbesondere maschinenlesbaren Informationsinhalt dar. In dem beispielhaft dargestellten
Fall der Fig. 1 bis 3 ist in dem QR-Code jeweils ein link zur Internetseite
www.kba.com codiert.
[0101] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante ist das erste Identifikationselement
als eine visuell lesbare oder haptisch erfassbare Schrift ausgebildet. Dabei weist
die Schrift insbesondere mindestens ein alphanumerisches Zeichen auf. In noch einer
weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante ist mindestens ein in der Anordnung zu
dem Code gehörender Bedeutungsträger als ein Piktogramm oder als ein Ideogramm ausgebildet.
[0102] In einem ersten Betriebszustand des Identifikationsmerkmals 01 ist das erste Identifikationselement
durch eine Bestrahlung der die Identifikationselemente aufweisenden Fläche mit sichtbarem
Licht visuell erkennbar und das zweite Identifikationselement ist visuell nicht erkennbar.
In einem zweiten Betriebszustand des Identifikationsmerkmals 01 ist durch eine Bestrahlung
der die Identifikationselemente aufweisenden Fläche mit einer vom ersten Betriebszustand
verschiedenen elektromagnetischen Strahlung die aus Pigmenten gebildete Zufallsstruktur
oder aus Partikeln von mindestens einem Farbstoff gebildete Zufallsstruktur des zweiten
Identifikationselements, welches innerhalb derselben definiert begrenzten Fläche wie
das erste Identifikationselement an dem Gegenstand angeordnet ist, visuell erkennbar.
Die entweder aus Pigmenten oder Partikeln des mindestens einen Farbstoffs gebildete
Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselements stellt vorzugsweise einen zweiten
maschinenlesbaren Informationsinhalt dar. Wenn die entweder aus Pigmenten eines Farbmittels
oder aus Partikeln des mindestens einen Farbstoffs gebildete Zufallsstruktur des zweiten
Identifikationselements einen zweiten maschinenlesbaren Informationsinhalt darstellt,
wird dieser Informationsgehalt vorzugsweise mittels einer Recheneinheit z. B. durch
eine Grauwertbestimmung oder eine andere Schwellwertauswertung hinsichtlich der Anzahl
und/oder der Intensität der betreffenden Pigmente oder Partikel oder hinsichtlich
der von ihnen in dem ersten Identifikationselement ausgefüllten bzw. beanspruchten
Fläche bestimmt. Der jeweilige Informationsinhalt des ersten und/oder zweiten Identifikationselements
ist vorzugsweise jeweils omnidirektional lesbar.
[0103] Wie die Fig. 2 beispielhaft zeigt, ist das zweite Identifikationselement als eine
aus Pigmenten 03 oder dem mindestens einen Farbstoff gebildete Zufallsstruktur ausgebildet,
wobei die aus Pigmenten 03 oder dem mindestens einen Farbstoff gebildete Zufallsstruktur
des zweiten Identifikationselementes erst aufgrund einer durch eine Bestrahlung von
elektromagnetischer Energie mit einer Wellenlänge z. B. aus dem UV-Bereich ausgelösten
optischen Veränderung für einen Betrachter im visuellen Bereich erkennbar ist und
fotografisch abbildbar wird. Für die optische Wahrnehmung des zweiten Identifikationselementes
bedarf es also einer Anregung, die in Form einer Energiezufuhr erfolgt, wobei diese
Energie elektromagnetischer Art ist und vorzugsweise einer Strahlung entstammt, deren
jeweilige Wellenlänge z. B. im UV-Bereich liegt. Grundsätzlich schließt ein Emissionsspektrum
der Strahlung, die in dem zweiten Betriebszustand des Identifikationsmerkmals 01 in
die die Identifikationselemente aufweisende Fläche eingestrahlt ist, die Wellenlänge
von mindestens einer Absorptionslinie der Pigmente oder der Partikel des mindestens
einen Farbstoff des zweiten Identifikationselements ein, wobei die von dem betreffenden
Pigment oder den betreffenden Partikeln des Farbstoffs absorbierte Strahlungsenergie
das betreffende Pigment oder die betreffenden Partikel des Farbstoffs zu einer Emission
von elektromagnetischer Strahlung im Spektrum des sichtbaren Lichts veranlasst. In
einer bevorzugten Ausgestaltung beträgt die Strahlungsenergie der in dem zweiten Betriebszustand
des Identifikationsmerkmals 01 in die die Identifikationselemente aufweisende Fläche
eingestrahlten elektromagnetischen Strahlung mindestens 1,59 eV.
[0104] Die Pigmente 03 oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs des zweiten Identifikationselementes
sind vorzugsweise in einer zur drucktechnischen Herstellung des ersten Identifikationselementes,
d. h. hier zum Druck beispielsweise des QR-Codes verwendeten Druckfarbe oder Tinte
enthalten, wobei zumindest eine Teilmenge der Pixel 02 des das erste Identifikationselement
bildenden Pixelmusters aus dieser betreffenden Druckfarbe oder Tinte ausgebildet sind.
Das erste Identifikationselement und das zweite Identifikationselement werden jeweils
z. B. in einem druckformgebundenen Druckverfahren, vorzugsweise in einem Offsetdruckverfahren
oder in einem Tiefdruckverfahren oder in einem Hochdruckverfahren, oder in einem druckformlosen,
d. h. direkten Druckverfahren, z. B. in einem Inkjet-Druckverfahren oder in einem
Aerosol-Jet-Druckverfahren, an dem Gegenstand, d. h. auf dessen Oberfläche angeordnet
oder auf den Gegenstand aufgebracht. Der Gegenstand, an dessen Oberfläche das Identifikationsmerkmal
01 ausgebildet wird, ist z. B. ein Bedruckstoff, auf welchen mittels einer Druckmaschine
mehrere Identifikationsmerkmale 01 in einem Druckverfahren z. B. in einem Nutzen ausgebildet
werden. Der Bedruckstoff ist z. B. als eine Materialbahn oder als ein Druckbogen ausgebildet,
wobei der Bedruckstoff z. B. aus Papier oder aus einer Kunststofffolie oder aus einer
Metallfolie oder aus einem Textil besteht. In einer anderen Ausführungsvariante wird
das Identifikationsmerkmal 01 mittels eines Druckverfahrens unmittelbar und direkt
auf der Oberfläche des Gegenstandes ausgebildet, wobei der Gegenstand z. B. als eine
Verpackung, insbesondere als ein Hohlkörper, z. B. als eine (Glas-)Flasche oder als
eine (Blech-)Dose oder als ein Kunststoffbehältnis, oder als ein als solches verkaufsfähiges
Erzeugnis z. B. aus einem Kunststoff oder aus einer Keramik oder aus einem Metall
oder aus Holz ausgebildet ist. Im Fall mehrerer auf den Bedruckstoff aufgebrachter
Identifikationsmerkmale 01 werden diese nach ihrem Druck vereinzelt. Die jeweiligen,
z. B. jeweils als ein Etikett ausgebildeten einzelnen Identifikationsmerkmale 01 stehen
dann zur Verfügung, an einem anderen Gegenstand oder Produkt, dessen Identität und/oder
Echtheit zu einem späteren Zeitpunkt anhand des betreffenden Identifikationsmerkmals
einer Prüfung unterzogen werden soll, appliziert zu werden. Das als eine aus Pigmenten
03 oder dem mindestens einen Farbstoff gebildete Zufallsstruktur ausgebildete zweite
Identifikationselement kann ebenso wie das jeweilige zum selben Identifikationsmerkmal
01 gehörende erste Identifikationselement für die mehreren auf dem Bedruckstoff in
einem selben Produktionsprozess gedruckten Identifikationsmerkmale 01 jeweils gleich
oder jeweils unterschiedlich, d. h. individuell ausgebildet sein.
[0105] In einer bevorzugten Ausführung weisen die in der Druckfarbe oder Tinte enthaltenen,
zur Bildung der Zufallsstruktur verwendeten Pigmente 03 einen Kern mit einer Trägersubstanz
und mit entweder einem fluoreszierenden Material oder mit einem phosphoreszierenden
Material auf, wobei der Kern vorzugsweise eine im Wesentlichen kugelförmige Gestalt
aufweist. Dabei ist eine den Kern umgebende Schale vorgesehen, wobei die Schale photochromes
Material enthält, mit dem eine von dem fluoreszierenden Material oder dem phosphoreszierenden
Material emittierte Strahlung gedämpft wird oder zumindest dämpfbar ist. Die zur Bildung
der Zufallsstruktur verwendeten Pigmente 03 entsprechen dann z. B. der in
WO 2007/005354 A2 beschriebenen Ausführung.
[0106] Aufbauend auf dem zuvor Beschriebenen wird ein Verfahren vorgeschlagen, bei dem zur
Identifikation des Gegenstandes und/oder zur Prüfung seiner Echtheit ein Identifikationsmerkmal
mit mehreren innerhalb einer definiert begrenzten Fläche an oder auf dem Gegenstand
angeordneten Identifikationselementen verwendet wird, wobei in einem ersten Betriebszustand
des Identifikationsmerkmals durch eine Bestrahlung der die Identifikationselemente
aufweisenden Fläche mit sichtbarem Licht ein erstes Identifikationselement visuell
erkennbar wird und ein zweites Identifikationselement visuell nicht erkennbar wird,
wobei das zweite Identifikationselement als integraler Bestandteil des ersten Identifikationselementes
als eine aus Pigmenten oder aus Partikeln mindestens eines Farbstoffs gebildete Zufallsstruktur
ausgebildet wird, wobei in einem zweiten Betriebszustand des Identifikationsmerkmals
durch eine Bestrahlung der die Identifikationselemente aufweisenden Fläche mit einer
vom ersten Betriebszustand verschiedenen elektromagnetischen Strahlung die die Zufallsstruktur
des zweiten Identifikationselements bildenden Pigmente oder Partikel des mindestens
einen Farbstoffs zu einer spontanen Emission und zur Fluoreszenz oder Phosphoreszenz
angeregt und visuell erkennbar werden. Dabei wird an einem ersten Ort, z. B. am Produktionsort
des betreffenden Identifikationsmerkmals mit einer ersten Datenerfassungseinrichtung
in einer ersten Beleuchtungssituation, in der die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselements
visuell erkennbar ist, von dem Identifikationsmerkmal ein einzelnes erstes Abbild
oder eine Sequenz erster Abbildungen erfasst wird, wobei das jeweilige erfasste erste
Abbild in Form digitalisierter Bilddaten oder eine aus dem jeweiligen erfassten ersten
Abbild decodierte erste Information jeweils in einem ersten Speicher gespeichert werden,
wobei an einem zweiten, von dem ersten verschiedenen Ort mit einer zweiten Datenerfassungseinrichtung
wiederum in einer Beleuchtungssituation, in der die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselements
visuell erkennbar ist, von demselben Identifikationsmerkmal ein einzelnes zweites
Abbild oder eine hinsichtlich der Beleuchtungssituationen vorzugsweise gleiche oder
zumindest vergleichbare Sequenz zweiter Abbildungen erfasst wird, wobei das jeweilige
erfasste zweite Abbild in Form digitalisierter Bilddaten oder eine aus dem jeweiligen
erfassten zweiten Abbild decodierte zweite Information jeweils in einem zweiten Speicher
gespeichert werden, wobei der erste Speicher und der zweite Speicher nach einer am
zweiten Ort erfolgten Aufforderung für einen Datenaustausch über eine Kommunikationsverbindung
miteinander verbunden werden, wobei nach der Datenübertragung die Bilddaten und/oder
die decodierte Information des jeweiligen in dem ersten Speicher gespeicherten ersten
Abbildes des an oder auf dem Gegenstand angeordneten Identifikationsmerkmals und die
Bilddaten und/oder die decodierte Information des jeweiligen zweiten Abbildes desselben
an oder auf diesem Gegenstand angeordneten Identifikationsmerkmals mit Hilfe einer
Recheneinheit miteinander verglichen werden, wobei anhand des Vergleichs die Identität
und/oder die Echtheit des Gegenstandes geprüft wird. Die jeweiligen Sequenzen bestehen
z. B. aus jeweils drei oder mehr Abbildungen, die insbesondere in verschiedenen Beleuchtungssituationen
erfasst werden, wobei eine erste Abbildung z. B. unter normalen Tageslichtbedingungen
mit Licht im Wellenlängenbereich von 380 nm bis 790 nm und eine zweite Abbildung während
einer Bestrahlung des Identifikationsmerkmals mit einer Strahlung z. B. aus dem IR-Bereich
oder UV-Bereich und eine dritte Abbildung nach Beendigung der Bestrahlung des Identifikationsmerkmals
mit der Strahlung z. B. aus dem IR-Bereich oder UV-Bereich erfasst werden. Die jeweiligen
Sequenzen für das erste Abbild und für das zweite Abbild weisen vorzugsweise jeweils
eine gleiche Anzahl von Abbildungen auf.
[0107] Die erste vorzugsweise berührungslos erfassende digitale Datenerfassungseinrichtung
und die zweite vorzugsweise berührungslos erfassende digitale Datenerfassungseinrichtung
sind z. B. jeweils ein Scanner oder als eine Kamera, insbesondere als eine Digitalkamera,
ausgebildet. Die Erfassung des ersten Abbildes und/oder die Erfassung des zweiten
Abbildes erfolgen z. B. unter Verwendung eines als ein Anwendungsprogramm ausgebildeten
Codelesers, z. B. eines QR-Code-Readers oder eines Programms zur automatisierten Texterkennung
bzw. optischen Zeichenerkennung. Der erste Speicher und/oder der zweite Speicher sind
z. B. jeweils als eine Datenbank ausgebildet, in welcher das jeweilige Abbild jeweils
in Form digitalisierter Bilddaten und/oder jeweils eine aus dem erfassten betreffenden
Abbild decodierte Information digitalisiert gespeichert werden.
[0108] Dabei erfolgt die jeweilige Abbildung und/oder Decodierung zeitlich bevor der Gegenstand
z. B. von einem Lieferanten, der auch der Hersteller des betreffenden Gegenstandes
sein kann, an einen Nutzer ausgeliefert wird, also z. B. zu einem Zeitpunkt bei der
Herstellung dieses Gegenstandes oder bei der Applizierung des Identifikationsmerkmales
01 an oder auf dem betreffenden Gegenstand bzw. Produkt. Zu einem anderen, späteren
Zeitpunkt erfasst der Nutzer unter Verwendung der Einstrahlung von elektromagnetischer
Energie mit einer Wellenlänge z. B. aus dem UV-Bereich in das zweite Identifikationselement
das jeweilige zweite Abbild des Identifikationsmerkmals 01, wobei die Bilddaten von
dem betreffenden zweiten Abbild und/oder dessen decodierte Information zumindest kurzfristig
gespeichert werden. Zur Identifikation des das Identifikationsmerkmal 01 tragenden
Gegenstandes und/oder zur Prüfung der Echtheit dieses Gegenstandes werden sodann die
Bilddaten des jeweiligen gespeicherten ersten Abbildes des an dem Gegenstand angeordneten
Identifikationsmerkmals 01 und die Bilddaten des erfassten jeweiligen zweiten Abbildes
des an diesem Gegenstand angeordneten Identifikationsmerkmals 01 vorzugsweise in einer
Recheneinheit z. B. mit Methoden der Bildverarbeitung oder Mustererkennung miteinander
verglichen und auf Übereinstimmung geprüft. Alternativ oder zusätzlich werden die
aus dem erfassten jeweiligen ersten Abbild decodierte erste Information und die aus
dem erfassten jeweiligen zweiten Abbild decodierte zweite Information vorzugsweise
in der Recheneinheit miteinander verglichen und auf Übereinstimmung geprüft.
[0109] Bei gegebener und/oder unzureichender und/oder fehlender Übereinstimmung des gespeicherten
jeweiligen ersten Abbildes des an oder auf dem Gegenstand angeordneten Identifikationsmerkmals
01 mit dem erfassten jeweiligen zweiten Abbild des an oder auf diesem Gegenstand angeordneten
Identifikationsmerkmals 01 wird von der den Vergleich ausführenden Recheneinheit eine
das Vergleichsergebnis betreffende Meldung an den Nutzer und/oder an den Lieferanten
bzw. den Hersteller dieses Gegenstandes generiert und/oder z. B. optisch auf einer
Anzeigeeinrichtung oder akustisch ausgegeben. Dabei kann der Vergleich des gespeicherten
jeweiligen ersten Abbildes des an dem Gegenstand angeordneten Identifikationsmerkmals
01 mit dem erfassten jeweiligen zweiten Abbild des an diesem Gegenstand angeordneten
Identifikationsmerkmals 01, d. h. der zuvor beschriebene Vergleich ihrer jeweiligen
jeweils digital vorliegenden Bilddaten oder der jeweiligen decodierten Information,
in einem vorzugsweise mobilen Kommunikationsgerät, z. B. in einem Smartphone ausgeführt
werden, welche heutzutage üblicherweise jeweils über eine ausreichend leistungsfähige
Recheneinheit verfügen.
[0110] In einer anderen Ausführungsvariante wird das jeweilige erfasste zweite Abbild des
an oder auf dem betreffenden Gegenstand angeordneten Identifikationsmerkmals 01 von
der zweiten Datenerfassungseinrichtung über eine vorzugsweise drahtlose Kommunikationsverbindung,
z. B. über das Internet oder eine Mobilfunkverbindung, an einen z. B. vom Lieferanten
bzw. Hersteller des Gegenstandes oder für ihn betriebenen stationären Rechner, z.
B. einen Netzserver übertragen. Die Übertragung der Bilddaten oder der decodierten
Information insbesondere des jeweiligen erfassten zweiten Abbildes des an oder auf
diesem Gegenstand angeordneten Identifikationsmerkmals 01 z. B. an den stationären
Rechner und/oder eine Übertragung der das Vergleichsergebnis betreffenden Meldung
z. B. von dem stationären Rechner insbesondere an den Nutzer und/oder an den Lieferanten
bzw. Hersteller des betreffenden Gegenstandes und/oder eine Übertragung der das Vergleichsergebnis
betreffenden Meldung z. B. vom Nutzer insbesondere an den stationären Rechner und/oder
an den Lieferanten bzw. Hersteller des betreffenden Gegenstandes erfolgt jeweils vorzugsweise
verschlüsselt.
[0111] In einer besonders bevorzugten Ausführung der Erfindung sind in einer Menge von z.
B. in einem selben Produktionsprozess gedruckten Identifikationsmerkmalen 01 für alle
zu dieser Menge gehörenden Identifikationsmerkmalen 01 deren jeweilige erste Identifikationselemente
jeweils gleich ausgebildet, d. h. sie sind alle mit derselben Information codiert,
wohingegen das jeweilige, zu einem bestimmten Identifikationsmerkmal 01 gehörende
zweite Identifikationselement jeweils von den anderen zu dieser Menge gehörenden zweiten
Identifikationselementen verschieden ausgebildet ist. Dies bedeutet, dass sich in
einer bestimmten, z. B. in einem selben Produktionsprozess, insbesondere mit einer
Druckmaschine hergestellten Menge von Identifikationsmerkmalen 01 diese Identifikationsmerkmale
01 nur durch ihre jeweils aus Pigmenten oder dem mindestens einen Farbstoff gebildete
Zufallsstruktur, welche in jedem Identifikationsmerkmal 01 jeweils das zweite Identifikationselement
bildet, voneinander unterscheiden, aber gerade aufgrund dieser Unterschiedlichkeit
auch eindeutig identifizierbar sind. Die betreffende Zufallsstruktur ist z. B. durch
eine Beimischung von Leuchtstoffpigmenten oder anderen lumineszierenden oder zumindest
reflektierenden oder polarisierenden Partikeln in die zu verdruckende Druckfarbe oder
Tinte und eine stochastische Verteilung dieser Pigmente oder Partikel in der betreffenden
Druckfarbe oder Tinte hergestellt, wobei die betreffenden Pigmente oder Partikel im
Verhältnis zur Fläche der jeweiligen Pixel z. B. des Pixelmusters des ersten Identifikationselementes
jeweils klein sind. In einer alternativen Ausführungsvariante können in einer Menge
von z. B. in einem selben Produktionsprozess gedruckten Identifikationsmerkmalen 01
nicht nur die jeweiligen zweiten Identifikationselemente, sondern zusätzlich auch
zumindest eine Teilmenge der jeweiligen ersten Identifikationselemente jeweils individuell
ausgebildet sein, indem in der betreffenden Teilmenge die betreffenden ersten Identifikationselemente
oder alle ersten Identifikationselemente dieser Menge von Identifikationsmerkmalen
01 jeweils mit einer sich von anderen Identifikationsmerkmalen 01 dieser Menge unterscheidenden
Information codiert sind.
[0112] Es kann vorgesehen sein, dass bereits z. B. am Ende einer Produktionslinie zur Herstellung
einer bestimmten Menge von Identifikationsmerkmalen 01 von diesen Identifikationsmerkmalen
01 in der betreffenden, z. B. als eine Druckmaschine ausgebildeten Produktionsmaschine
kontinuierlich entsprechend dem Produktionsfortschritt zur Herstellung dieser Menge
von Identifikationsmerkmalen 01 von jedem fertig gestellten Identifikationsmerkmal
01 mit einer berührungslosen digitalen Datenerfassungseinrichtung, z. B. mit einem
Scanner oder mit einer Kamera, mindestens ein erstes Abbild erfasst und z. B. in Form
digitaler Bilddaten in einem ersten Speicher, insbesondere in einer Datenbank gespeichert
wird, wobei dieses mindestens eine erste Abbild des betreffenden Identifikationsmerkmals
01 jeweils nur dessen erstes Identifikationselement oder jeweils dessen erstes Identifikationselement
zusammen mit dessen zweiten Identifikationselement abbildet. Zur Ausführung der Abbildung
des betreffenden Identifikationsmerkmals 01 in der betreffenden, z. B. als eine Druckmaschine
ausgebildeten Produktionsmaschine oder Verarbeitungsmaschine wird eine Beleuchtungseinrichtung
mit mindestens einer Lichtquelle aus einem Halbleiterwerkstoff, z. B. eine LED- oder
Laserbeleuchtungseinrichtung, und/oder ein Scanner oder eine Halbleiterkamera mit
einem CCD-Bildsensor oder einem CMOS-Bildsensor verwendet. Alternativ kann eine Beleuchtungseinrichtung
mit mindestens einer Gasentladungsröhre verwendet werden, z. B. mit einer xenongefüllten
Blitzröhre. Die Produktionsmaschine bzw. Verarbeitungsmaschine kann auch als ein Verpackungsautomat
oder als eine Abfüllanlage oder als eine Konfektioniermaschine ausgebildet sein. Das
erste Abbild wird vorzugsweise ohne Verwendung eines Polarisationsfilters oder eines
Farbfilters oder eine andere das von dem betreffenden Identifikationsmerkmal 01 remittierende
Licht manipulierende Zusatzeinrichtung erfasst.
[0113] In der am ersten Ort vorhandenen ersten Beleuchtungssituation und in der am zweiten
Ort vorhandenen zweiten Beleuchtungssituation werden jeweils eine elektromagnetische
Strahlung verwendet, die von den Pigmenten oder den Partikeln des mindestens einen
Farbstoffs der Zufallsstruktur zumindest teilweise absorbiert wird. Die elektromagnetische
Strahlung absorbierenden Pigmente oder Partikel des mindestens einen Farbstoffs der
Zufallsstruktur werden durch die zumindest teilweise Absorption der betreffenden elektromagnetischen
Strahlung zumindest zu einer visuell erfassbaren Lumineszenz, vorzugsweise auch zu
Fluoreszenz oder Phosphoreszenz angeregt, wobei das erste Abbild und das zweite Abbild
von der jeweiligen Datenerfassungseinrichtung jeweils während der Lumineszenz der
Pigmente oder der Partikel des mindestens einen Farbstoffs der Zufallsstruktur erfasst
werden.
[0114] Es ist vorteilhaft, in einem Druckverfahren auszubildende Identifikationsmerkmale
01 der zuvor beschriebenen Art mit einer z. B. als eine Bogendruckmaschine oder als
eine Rollendruckmaschine ausgebildeten Druckmaschine auszubilden. Diese Druckmaschine
weist vorzugsweise mindestens eine in einem Inkjet-Druckverfahren druckende Druckeinrichtung
auf, wobei diese Druckeinrichtung das betreffende Identifikationsmerkmal 01 durch
ein Aufbringen von jeweils die Pigmente 03 oder die Partikel des mindestens einen
Farbstoffs des zweiten Identifikationselements enthaltender Druckfarbe oder Tinte
auf der Oberfläche des betreffenden Gegenstandes ausbildet. Diese Druckmaschine weist
eine den von der Druckmaschine ausgeführten Druckprozess steuernde Steuereinheit und
vorzugsweise mehrere Antriebe und/oder Stellelemente auf, wobei die Antriebe und/oder
Stellelemente von der Steuereinheit z. B. in Abhängigkeit von insbesondere in dieser
Druckmaschine z. B. sensorisch erfassten oder von programmtechnisch, z. B. von einem
Produktionsplanungssystem vorgegebenen Parametern gesteuert sind. Die Steuereinheit
und z. B. die von ihr gesteuerten Antriebe und/oder Stellelemente sind vorzugsweise
in einem insbesondere digitalen Netzwerk, z. B. in einem Bussystem zumindest datentechnisch
miteinander verbunden, wobei die Antriebe und/oder Stellelemente von der Steuereinheit
durch eine Datenkommunikation über das Netzwerk insbesondere in Abhängigkeit von in
dieser Druckmaschine sensorisch erfassten oder von programmtechnisch vorgegebenen
Parametern gesteuert werden. Es ist vorteilhaft, auch die das betreffende Identifikationsmerkmal
01 ausbildende Druckeinrichtung an dieses Netzwerk anzubinden und das jeweilige Identifikationsmerkmal
01 betreffende Daten über dieses Netzwerk z. B. von der Steuereinheit gesteuert zu
kommunizieren. In der Druckmaschine ist vorzugsweise eine mit dem Netzwerk verbundene,
z. B. als eine Kamera ausgebildete Datenerfassungseinrichtung angeordnet, wobei mit
dieser Datenerfassungseinrichtung von dem Identifikationsmerkmal 01 mindestens ein
Abbild erfasst wird, wobei das mindestens eine erfasste Abbild in Form digitalisierter
Bilddaten oder eine aus dem mindestens einen erfassten Abbild decodierte Information
jeweils in einem vorzugsweise mit dem Netzwerk verbundenen Speicher gespeichert werden.
Die in dem Speicher gespeicherten Bilddaten oder die dort gespeicherte decodierte
Information werden vorzugsweise nur nach einer außerhalb der Druckmaschine ausgelösten
Aufforderung über das Netzwerk kommuniziert.
[0115] In einer vorteilhaften Ausführungsvariante wird mit der in der Druckmaschine angeordneten
Datenerfassungseinrichtung von dem jeweiligen Identifikationsmerkmal 01 in einem festgelegten
Zeitraum eine Sequenz von mehreren Abbildungen erfasst, wobei zumindest ein Teil dieser
Abbildungen unter verschiedenen Beleuchtungssituationen erfasst wird, wobei die zu
derselben Sequenz gehörenden unter verschiedenen Beleuchtungssituationen erfassten
Abbildungen jeweils in dem Speicher gespeichert werden. Besonders vorteilhaft ist
es, von dem jeweiligen jeweils mit der Druckeinrichtung vorzugsweise in einem Inkjet-Druckverfahren
gedruckten Identifikationsmerkmal 01 mit der in der Druckmaschine angeordneten Datenerfassungseinrichtung
jeweils mindestens drei Abbildungen zu erfassen, wobei ein erstes Abbild nur das z.
B. als ein QR-Code ausgebildete erste Identifikationselement abbildet, weil in der
ersten Beleuchtungssituation das die Zufallsstruktur aufweisende zweite Identifikationselement
z. B. unter normalen Tageslichtbedingungen, d. h. bei einstrahlendem Licht im Wellenlängenbereich
zwischen von 380 nm bis 790 nm insbesondere visuell nicht erfassbar bzw. nicht erkennbar
ist. In der zweiten Beleuchtungssituation wird von demselben Identifikationsmerkmal
01 oder von denselben Identifikationsmerkmalen 01 mit der in der Druckmaschine angeordneten
Datenerfassungseinrichtung jeweils ein zweites Abbild erfasst, wobei in dieser zweiten
Beleuchtungssituation die jeweiligen Identifikationsmerkmale 01 jeweils mit elektromagnetischer
Energie einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt werden, so dass das die Zufallsstruktur
aufweisende zweite Identifikationselement zusammen mit dem ersten Identifikationselement
im visuellen Bereich erkennbar ist und von der Datenerfassungseinrichtung erfassbar,
insbesondere durch eine Kamera abbildbar wird, wobei die erforderliche elektromagnetische
Energie z. B. durch ein Blitzlichtgerät bereitgestellt wird. In der dritten Beleuchtungssituation
ist die Bestrahlung der jeweiligen Identifikationsmerkmale 01 jeweils mit elektromagnetischer
Energie einer bestimmten Wellenlänge zur Sichtbarmachung des die Zufallsstruktur aufweisenden
zweiten Identifikationselementes beendet und es wird von demselben Identifikationsmerkmal
01 oder von denselben Identifikationsmerkmalen 01 mit der in der Druckmaschine angeordneten
Datenerfassungseinrichtung jeweils ein drittes Abbild erfasst, wobei nun das die Zufallsstruktur
aufweisende zweite Identifikationselement aufgrund von spontaner Emission, von Fluoreszenz
oder - wenn der Vorgang zeitlich verzögert erfolgt und/oder deutlich länger anhält
- von Phosphoreszenz insbesondere im visuellen Bereich erkennbar ist und von der Datenerfassungseinrichtung
erfassbar wird. Diese Sequenz der mindestens drei jeweils von demselben Identifikationsmerkmal
01 oder von denselben Identifikationsmerkmalen 01 jeweils mit der in der Druckmaschine
angeordneten Datenerfassungseinrichtung erfassten Abbildungen ist z. B. von der Steuereinheit
dahingehend auswertbar, ob das betreffende Identifikationsmerkmal 01 oder die jeweiligen
Identifikationsmerkmale 01 ordnungsgemäß mit der Funktion eines Sicherheitsmerkmals
erstellt, d. h. gedruckt worden ist bzw. sind, wodurch eine Prüfung bzw. Produktionskontrolle
bzw. Qualitätskontrolle der jeweiligen Identifikationsmerkmale 01 noch innerhalb der
Druckmaschine ausgeführt wird. Das Ergebnis dieser Prüfung bzw. Produktionskontrolle
bzw. Qualitätskontrolle oder die jeweilige Sequenz von Abbildungen desselben Identifikationsmerkmals
01 wird jeweils z. B. in dem vorzugsweise mit dem Netzwerk verbundenen Speicher gespeichert.
[0116] Gemäß dem zuvor Beschriebenen ist ein Verfahren zur Produktionskontrolle von mit
einer Druckmaschine auf einen Bedruckstoff oder Gegenstand gedruckten Identifikationsmerkmalen
ausführbar, wobei die Identifikationsmerkmale 01 ein unter Tageslichtbedingungen visuell
erfassbares erstes Identifikationselement und ein unter Tageslichtbedingungen visuell
nicht erfassbares zweites Identifikationselement aufweisen, wobei das zweite Identifikationselement
erst durch eine Bestrahlung des Identifikationsmerkmals 01 mit elektromagnetischer
Energie einer bestimmten Wellenlänge dadurch visuell erfassbar wird, dass diese eingestrahlte
Energie zumindest teilweise von Pigmenten eines Farbmittels oder Partikeln eines Farbstoffs
jeweils des zweiten Identifikationselementes absorbiert wird und diese Pigmente oder
diese Partikel des Farbstoffs zu einer visuell erfassbaren spontanen Emission und
Fluoreszenz oder Phosphoreszenz angeregt werden, wobei in der Druckmaschine mit einer
in ihr angeordneten Datenerfassungseinrichtung von den jeweils mit einer Druckeinrichtung
dieser Druckmaschine gedruckten Identifikationsmerkmalen 01 jeweils eine Sequenz mit
mindestens drei Abbildungen erfasst wird, wobei das zu der jeweiligen Sequenz gehörende
erste Abbild des Identifikationsmerkmals 01 nur das unter Tageslichtbedingungen visuell
erfassbare erste Identifikationselement abbildet, wobei das zu der jeweiligen Sequenz
gehörende zweite Abbild des Identifikationsmerkmals 01 das erste Identifikationselement
zusammen mit dem unter Bestrahlung mit elektromagnetischer Energie bestimmter Wellenlänge
spontan emittierenden zweiten Identifikationselement abbildet, wobei das zu der jeweiligen
Sequenz gehörende dritte Abbild des Identifikationsmerkmals 01 das erste Identifikationselement
zusammen mit dem nach Beendigung der Bestrahlung mit elektromagnetischer Energie bestimmter
Wellenlänge fluoreszierenden oder phosphoreszierenden zweiten Identifikationselement
abbildet, wobei die zu der jeweiligen Sequenz gehörenden mindestens drei Abbildungen
von einer Steuereinheit dahingehend ausgewertet werden, ob das betreffende Identifikationsmerkmal
01 das unter Tageslichtbedingungen visuell nicht erfassbare, durch Bestrahlung mit
elektromagnetischer Energie bestimmter Wellenlänge spontan emittierende und nach Beendigung
dieser Bestrahlung fluoreszierende oder phosphoreszierende zweite Identifikationselement
aufweist. Vorzugsweise druckt die Druckeinrichtung der Druckmaschine die jeweiligen
Identifikationsmerkmale 01, die z. B. jeweils als ein QR-Code ausgebildet sind, jeweils
in einem Inkjet-Druckverfahren. Das zweite Identifikationselement wird insbesondere
als eine im ersten Identifikationselement enthaltene Zufallsstruktur ausgebildet.
Die jeweils für das zweite Identifikationselement verwendeten Pigmente des Farbmittels
oder Partikel des Farbstoffs werden vorteilhafterweise jeweils durch ein Rührwerk
und/oder in einem Ultraschallwasserbad und/oder mittels eines Ultraschallzerstäubers
in eine jeweils zum Drucken des ersten Identifikationselementes verwendete Druckfarbe
oder Tinte eingebracht. Die jeweils für das zweite Identifikationselement verwendeten
Pigmente des Farbmittels oder Partikel des Farbstoffs werden i. d. R. jeweils in einem
Massenanteil von unter 5%, insbesondere bis höchstens 2% in die zum Drucken des ersten
Identifikationselementes verwendete Druckfarbe oder Tinte eingebracht. Für das zweite
Identifikationselement werden jeweils insbesondere solche Pigmente des Farbmittels
oder solche Partikel des Farbstoffs verwendet, die jeweils einen Kern mit einem fluoreszierenden
Material oder mit einem phosphoreszierenden Material und jeweils eine den Kern umgebende
Schale aus einem photochromen und/oder einem fluoreszierenden oder einem phosphoreszierenden
Material aufweisen. Die Pigmente entsprechen z. B. der in
WO 2007/005354 A2 beschriebenen Ausführung. Die Schale, d. h. die Oberfläche der Pigmente besteht z.
B. aus einem Chitosan-Algnat oder aus einer Cellulose oder aus einer Ethylcellulose
oder aus einer Gelatine oder aus einem Gummiarabikum oder aus einem Melamin-Aldehyd-Harz
oder aus einem Melamin-Formaldehyd-Harz oder aus einem Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz
oder aus Nylon oder aus Phenolformaldehyd oder aus Polyacrylnitril oder aus Polyamid
oder aus einem Polyelektrolytkomplex oder aus einem Polyethylen oder aus einem Polyethylenglycol
oder aus einem Poly-L-Lysin oder aus einem Polylactid oder aus einem Polylysin oder
aus einem Alginat oder aus einem Polynukleotid oder aus einem Polypeptid oder aus
einem Polyphosphazen oder aus einem Polypropylen oder aus einem Polysaccharid oder
aus Polystyrol oder aus einem Harnstoff-Formaldehyd-Harz. Die zur spontanen Emission
des zweiten Identifikationselementes erforderliche elektromagnetische Energie bestimmter
Wellenlänge wird vorzugsweise von einem z. B. von der Steuereinheit gesteuerten Blitzlichtgerät
ausgestrahlt.
[0117] Die jeweils für das zweite Identifikationselement verwendeten Pigmente des Farbmittels
oder Partikel des Farbstoffs weisen vorzugsweise eine Längenausdehnung im Bereich
zwischen 0,5 µm und 10 µm auf. Die für die Druckfarbe oder die Tinte des ersten Identifikationselementes
verwendeten Pigmente des Farbmittels oder Partikel des Farbstoffs sind jeweils in
einem ersten Dispergiermittel dispergiert, d. h. die Pigmente des Farbmittels oder
die Partikel des Farbstoffs bilden in Verbindung mit dem ersten Dispergiermittel jeweils
ein erstes heterogenes Stoffgemenge, und die jeweils für das zweite Identifikationselement
verwendeten Pigmente des Farbmittels oder Partikel des Farbstoffs sind jeweils in
einem zweiten Dispergiermittel unter Ausbildung eines zweiten heterogenen Stoffgemenges
dispergiert, wobei sich vorzugsweise das erste Dispergiermittel und das zweite Dispergiermittel
voneinander unterscheiden, so dass für das erste Identifikationselement und für das
zweite Identifikationselement unterschiedliche Dispergiermittel verwendet werden,
wobei zwischen diesen beiden Dispergiermitteln vorzugsweise Repulsion, d. h. eine
Abstoßung besteht. Die Verwendung unterschiedlicher Dispergiermittel für das erste
Identifikationselement und für das zweite Identifikationselement fördern eine Koagulation
der für das zweite Identifikationselement verwendeten Pigmente des Farbmittels oder
Partikel des Farbstoffs, d. h. eine Zusammenballung dieser Pigmente des Farbmittels
oder Partikel des Farbstoffs und damit eine Aufhebung von deren fein verteiltem Zustand
im jeweils mit der Druckeinrichtung erzeugten Druckbild.
[0118] Zur besseren Verdruckbarkeit der in einem Inkjetdruckverfahren verwendeten Druckfarbe
oder Tinte weist diese Druckfarbe oder Tinte jeweils bei 23°C eine Leitfähigkeit vorzugsweise
im Bereich von 900 µS/cm bis 2.200 µS/cm auf, insbesondere zwischen 1.000 µS/cm bis
1.900 µS/cm. Die Leitfähigkeit der verwendeten Druckfarbe oder Tinte wird z. B. durch
eine Zufuhr von Additiven, vorzugsweise durch Salze und/oder Polymere, z. B. durch
Polymersalze erhöht. Die Additive können in Form z. B. eines Feststoffes und/oder
einer Lösung und/oder einer Dispersion der verwendeten Druckfarbe oder Tinte hinzugefügt
werden. Alternativ oder zusätzlich ist in der Druckfarbe oder Tinte mindestens ein
Leitsalz z. B. aus der Stoffgruppe der Alkalimetallsalze oder Ammoniumsalze enthalten,
wobei das Leitsalz z. B. als Ammoniumsulfat oder als Ammoniumchlorid oder als Ammoniumbromid
oder als Magnesiumsulfat oder als Natrium- und Kaliumsulfat oder als Natrium- und
Kaliumchlorid oder als Tetra-n-butylammoniumbromid oder als Tetra-n-butylammoniumtetrafluoroborat
oder als Tetra-n-butylammoniumhexafluorophosphat oder als Lithiumhexafluorophosphat
ausgebildet ist. Die Viskosität dieser Druckfarbe oder Tinte beträgt jeweils bei 25°C
für ein CIJ-Druckverfahren (CIJ = continuous ink jet) z. B. 2,5 mPa s bis 6 mPa s
oder für ein Piezodruckverfahren z. B. 3 cPa s bis 8 cPa s. Eine Dichte der in der
Druckfarbe oder Tinte verwendeten Pigmente des Farbmittels oder Partikel des Farbstoffs
liegt im Bereich zwischen 0,6 kg/m
3 und 1,3 kg/m
3, vorzugsweise zwischen 0,8 kg/m
3 und 1,0 kg/m
3. Bei der Verwendung einer wasserbasierten Druckfarbe oder Tinte werden die oberen
Werte der genannten Bereichsangaben bevorzugt.
[0119] Damit ergibt sich z. B. ein Identifikationsmerkmal mit mindestens zwei in einer definiert
begrenzten Fläche angeordneten Identifikationselementen zur Identifikation eines Gegenstandes,
wobei durch eine Bestrahlung der die Identifikationselemente des Identifikationsmerkmals
aufweisenden Fläche mit sichtbarem Licht dessen erstes Identifikationselement visuell
erkennbar ist und dessen zweites Identifikationselement visuell nicht erkennbar ist,
wobei das erste Identifikationselement aus einer Druckfarbe oder aus einer Tinte ausgebildet
ist, wobei das zweite Identifikationselement als eine aus Pigmenten eines Farbmittels
gebildete Zufallsstruktur oder als eine aus Partikeln von mindestens einem Farbstoff
gebildete Zufallsstruktur ausgebildet ist, wobei die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes
als integraler Bestandteil der Druckfarbe oder der Tinte des ersten Identifikationselementes
ausgebildet ist. Dabei weist die Druckfarbe oder die Tinte bei 23°C eine Leitfähigkeit
im Bereich von 900 µS/cm bis 2.200 µS/cm auf und/oder in der Druckfarbe oder in der
Tinte des ersten Identifikationselementes ist als Additiv mindestens ein Polymer und/oder
als ein Leitsalz mindestens ein Alkalimetallsalz oder ein Ammoniumsalz enthalten.
Ein Leitsalz ist ein Salz, das während einer Elektrolyse einen Transport elektrischer
Ladungen übernimmt und/oder in einer Lösung den Ohmschen Widerstand der Lösung verringert.
Dabei weisen die die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes bildenden
Pigmente oder Partikel des mindestens einen Farbstoffs eine Dichte z. B. im Bereich
zwischen 0,6 kg/m
3 und 1,3 kg/m
3 auf. Die Viskosität der Druckfarbe oder der Tinte jeweils bei 25°C liegt z. B. im
Bereich zwischen 2,5 mPa s und 6 mPa s oder im Bereich zwischen 3 cPa s und 8 cPa
s. In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die die Zufallsstruktur des zweiten
Identifikationselementes bildenden Pigmente oder Partikel des mindestens einen Farbstoffs
eine sphärische Oberfläche auf und diejenigen Pigmente eines Farbmittels oder diejenigen
Partikel mindestens eines Farbstoffs, die jeweils als farbgebender Stoff in der das
erste Identifikationselement ausbildenden Druckfarbe oder Tinte enthalten sind, sind
kantig oder sphärisch ausgebildet. Ferner sind die Pigmente des Farbmittels oder die
Partikel des Farbstoffs der Druckfarbe oder der Tinte des ersten Identifikationselementes
jeweils in einem ersten Dispergiermittel dispergiert und die Pigmente des Farbmittels
oder die Partikel des Farbstoffs des zweiten Identifikationselementes sind jeweils
in einem zweiten Dispergiermittel dispergiert, wobei sich das erste Dispergiermittel
und das zweite Dispergiermittel vorzugsweise stofflich voneinander unterscheiden.
Die die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes bildenden Pigmente des
Farbmittels oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs weisen vorzugsweise
eine einfallendes Licht diffus reflektierende Oberfläche auf. Die die Zufallsstruktur
des zweiten Identifikationselementes bildenden Pigmente des Farbmittels oder die Partikel
des mindestens einen Farbstoffs weisen z. B. eine Längenausdehnung im Bereich zwischen
0,5 µm und 10 µm auf. Die Druckfarbe oder die Tinte des ersten Identifikationselementes
ist vorzugsweise in einer Schichtdicke im Bereich von 0,3 µm bis 10 µm auf einer Oberfläche
des zu identifizierenden Gegenstandes aufgetragen. Die Pigmente des Farbmittels oder
die Partikel des Farbstoffs jeweils von der Druckfarbe oder der Tinte des ersten Identifikationselementes
sind aus einem organischen oder aus einem anorganischen oder aus einem synthetischen
kristallinen Pulver oder insbesondere aus Ruß oder aus Titan(IV)oxid oder aus einer
Aluminium-Bronze oder aus einer Messing-Bronze ausgebildet. Die Pigmente des Farbmittels
oder die Partikel des Farbstoffs jeweils von der Druckfarbe oder der Tinte des ersten
Identifikationselementes sind in einem Massenanteil z. B. zwischen 12 % und 18 % in
der betreffenden der Druckfarbe oder Tinte enthalten und/oder die jeweils die Zufallsstruktur
des zweiten Identifikationselementes ausbildenden Pigmente des Farbmittels oder die
Partikel des Farbstoffs sind jeweils in einem Massenanteil insbesondere von unter
5 %, vorzugsweise von weniger als 2 % in der betreffenden Druckfarbe oder Tinte des
ersten Identifikationselementes enthalten.
[0120] Es ergibt sich auch ein Identifikationsmerkmal mit mindestens zwei in einer definiert
begrenzten Fläche angeordneten Identifikationselementen zur Identifikation eines Gegenstandes,
wobei durch eine Bestrahlung der die Identifikationselemente des Identifikationsmerkmals
aufweisenden Fläche mit sichtbarem Licht dessen erstes Identifikationselement visuell
erkennbar ist und dessen zweites Identifikationselement visuell nicht erkennbar ist,
wobei das erste Identifikationselement aus einer Druckfarbe oder aus einer Tinte ausgebildet
ist, wobei das zweite Identifikationselement als eine aus Pigmenten eines Farbmittels
gebildete Zufallsstruktur oder als eine aus Partikeln von mindestens einem Farbstoff
gebildete Zufallsstruktur ausgebildet ist, wobei die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes
als integraler Bestandteil der Druckfarbe oder der Tinte des ersten Identifikationselementes
ausgebildet ist, wobei die auf einer Oberfläche des zu identifizierenden Gegenstandes
in einer gitterförmigen Anordnung von Pixeln aufgetragene Druckfarbe oder Tinte des
ersten Identifikationselementes eine Schichtdicke im Bereich von 0,3 µm bis 10 µm
aufweist, wobei die die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes bildenden
Pigmente des Farbmittels oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs durch Koagulation,
d. h. durch eine Zusammenballung eine mehrere benachbarte Pixel der Grafik, insbesondere
Rastergrafik umfassende flächige Struktur ausbilden (Fig. 3). Die Rastergrafik besteht
aus einer gitterförmigen Anordnung der Pixel, wobei diese Anordnung ein Bild in Form
von computerlesbaren Daten ausbildet. Diese Anordnung weist mindestens zwei Gruppen
von Pixeln auf, zwischen denen ein visuell wahrnehmbarer Kontrast besteht. Die die
Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes bildenden Pigmente des Farbmittels
oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs, die durch Koagulation eine mehrere
benachbarte Pixel der Rastergrafik umfassende flächige Struktur ausbilden (Fig. 3),
sind jeweils in Pixeln gleicher Helligkeit ausgebildet, z. B. jeweils in den mit einer
im Vergleich zu anderen Pixeln derselben Rastergrafik dunklen Druckfarbe oder Tinte
ausgebildeten Pixeln. Dabei weisen die die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes
bildenden Pigmente des Farbmittels oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs
eine Längenausdehnung im Bereich zwischen 0,5 µm und 10 µm auf. In sehr vorteilhafter
Weise weisen die die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes bildenden
Pigmente des Farbmittels oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs durch eine
einfallende elektromagnetische Strahlung der zuvor beschriebenen Art eine spontane
Emission visuell erkennbaren Lichts und/oder Fluoreszenz und/oder Phosphoreszenz auf.
Darüber hinaus kann das Identifikationsmerkmal mit jedem beliebigen der zuvor beschriebenen
physikalischen und/oder stofflichen Merkmale ausgebildet sein.
[0121] Es kann demnach ein Gegenstand mit einem zu seiner Identifikation angeordneten Identifikationsmerkmal
ausgebildet werden, wobei das Identifikationsmerkmal in einer definiert begrenzten
Fläche mindestens zwei Identifikationselemente aufweist, wobei das erste Identifikationselement
aus einer Druckfarbe oder aus einer Tinte ausgebildet ist, wobei das zweite Identifikationselement
als eine aus Pigmenten eines Farbmittels gebildete Zufallsstruktur oder als eine aus
Partikeln von mindestens einem Farbstoff gebildete Zufallsstruktur ausgebildet ist,
wobei die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes als integraler Bestandteil
der Druckfarbe oder der Tinte des ersten Identifikationselementes ausgebildet ist,
wobei die Druckfarbe oder die Tinte des ersten Identifikationselementes in einer Schichtdicke
im Bereich von 0,3 µm bis 10 µm auf einer Oberfläche des zu identifizierenden Gegenstandes
aufgetragen ist, wobei die die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes
bildenden Pigmente des Farbmittels oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs
eine einfallende elektromagnetische Strahlung diffus reflektierende Oberfläche aufweisen.
Dieser Gegenstand ist z. B. als ein Bedruckstoff aus Papier oder aus einer Kunststofffolie
oder aus einer Metallfolie oder aus einem Textil oder als ein Hohlkörper oder als
eine Flasche oder als eine Dose oder als ein Erzeugnis aus einem Kunststoff oder aus
einer Keramik oder aus einem Metall oder aus Holz ausgebildet. Die Pigmente des Farbmittels
oder die Partikel des Farbstoffs jeweils von der Druckfarbe oder der Tinte des ersten
Identifikationselementes sind aus einem organischen oder aus einem anorganischen oder
aus einem synthetischen kristallinen Pulver oder aus Ruß oder aus Titan(IV)oxid oder
aus einer Aluminium-Bronze oder aus einer Messing-Bronze ausgebildet und/oder die
die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes bildenden Pigmente des Farbmittels
oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs weisen eine Oberfläche aus einem
Chitosan-Algnat oder aus einer Cellulose oder aus einer Ethylcellulose oder aus einer
Gelatine oder aus einem Gummiarabikum oder aus einem Melamin-Aldehyd-Harz oder aus
einem Melamin-Formaldehyd-Harz oder aus einem Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz oder
aus Nylon oder aus Phenolformaldehyd oder aus Polyacrylnitril oder aus Polyamid oder
aus einem Polyelektrolytkomplex oder aus einem Polyethylen oder aus einem Polyethylenglycol
oder aus einem Poly-L-Lysin oder aus einem Polylactid oder aus einem Polylysin oder
aus einem Alginat oder aus einem Polynukleotid oder aus einem Polypeptid oder aus
einem Polyphosphazen oder aus einem Polypropylen oder aus einem Polysaccharid oder
aus Polystyrol oder aus einem Harnstoff-Formaldehyd-Harz auf. Es kann vorgesehen sein,
dass durch eine Bestrahlung der die Identifikationselemente des Identifikationsmerkmals
aufweisenden Fläche mit sichtbarem Licht in einem Wellenlängenbereich von 380 nm bis
790 nm dessen erstes Identifikationselement visuell erkennbar ist und dessen zweites
Identifikationselement visuell nicht erkennbar ist.
[0122] Alternativ ergibt sich auch ein Gegenstand mit einem zu seiner Identifikation angeordneten
Identifikationsmerkmal, wobei das Identifikationsmerkmal in einer definiert begrenzten
Fläche mindestens zwei Identifikationselemente aufweist, wobei das erste Identifikationselement
aus einer Druckfarbe oder aus einer Tinte ausgebildet ist, wobei das zweite Identifikationselement
als eine aus Pigmenten eines Farbmittels gebildete Zufallsstruktur oder als eine aus
Partikeln von mindestens einem Farbstoff gebildete Zufallsstruktur ausgebildet ist,
wobei die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes als integraler Bestandteil
der Druckfarbe oder der Tinte des ersten Identifikationselementes ausgebildet ist,
wobei die auf einer Oberfläche des zu identifizierenden Gegenstandes aufgetragene
Druckfarbe oder Tinte des ersten Identifikationselementes vorzugsweise in einer aus
einer gitterförmigen Anordnung von Pixeln bestehenden Rastergrafik aufgetragen ist,
wobei die die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes bildenden Pigmente
des Farbmittels oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs durch Koagulation
eine mehrere benachbarte Pixel der Rastergrafik umfassende flächige Struktur ausbilden
(Fig. 3). Dabei weisen die die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes
bildenden Pigmente des Farbmittels oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs
durch eine einfallende elektromagnetische Strahlung bestimmter Wellenlänge z. B. eine
spontane Emission visuell erkennbaren Lichts und/oder Fluoreszenz und/oder Phosphoreszenz
auf, wobei die die Zufallsstruktur des zweiten Identifikationselementes bildenden
Pigmente des Farbmittels oder die Partikel des mindestens einen Farbstoffs ihre spontane
Emission visuell erkennbaren Lichts und/oder Fluoreszenz und/oder Phosphoreszenz durch
eine einfallende elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge insbesondere aus
dem IR-Bereich oder aus dem UV-Bereich aufweisen. Darüber hinaus kann das Identifikationsmerkmal
des Gegenstandes mit einem oder mehreren der zuvor beschriebenen physikalischen und/oder
stofflichen Merkmale ausgebildet sein.
[0123] Es ergibt sich auch ein Verfahren zur Prüfung der Identität und/oder Echtheit eines
Gegenstandes, bei dem ein Identifikationsmerkmal mit einer aus Pigmenten eines Farbmittels
oder aus Partikeln von mindestens einem Farbstoff ausgebildeten Zufallsstruktur verwendet
wird, wobei die Zufallsstruktur als integraler Bestandteil einer auf einer Oberfläche
des Gegenstandes aufgetragenen Druckfarbe oder Tinte ausgebildet ist, wobei die die
Zufallsstruktur bildenden Pigmente des Farbmittels oder die Partikel des mindestens
einen Farbstoffs durch eine Bestrahlung des Identifikationsmerkmals mit einer elektromagnetischen
Strahlung z. B. aus dem IR-Bereich oder dem UV-Bereich zu einer spontanen Emission
und zur Fluoreszenz oder Phosphoreszenz angeregt und visuell erkennbar werden, wobei
zur Prüfung der Identität und/oder Echtheit des Gegenstandes mit einer Datenerfassungseinrichtung
von dem Identifikationsmerkmal während der Bestrahlung des Identifikationsmerkmals
mit der elektromagnetischen Strahlung z. B. aus dem IR-Bereich oder dem UV-Bereich
ein einzelnes erstes Abbild oder eine Sequenz erster Abbildungen erfasst wird und
wobei mit derselben Datenerfassungseinrichtung von dem betreffenden Identifikationsmerkmal
nach Beendigung der Bestrahlung des Identifikationsmerkmals mit der elektromagnetischen
Strahlung z. B. aus dem IR-Bereich oder dem UV-Bereich ein einzelnes zweites Abbild
oder eine Sequenz zweiter Abbildungen erfasst wird, wobei durch einen mit Hilfe einer
Recheneinheit ausgeführten Vergleich der jeweiligen ersten und zweiten Abbildungen
geprüft wird, ob die die Zufallsstruktur bildenden Pigmente des Farbmittels oder die
Partikel des mindestens einen Farbstoffs fluoreszieren oder phosphorisieren, wobei
bei einer von der Recheneinheit festgestellten Fluoreszenz oder Phosphoreszenz der
die Zufallsstruktur bildenden Pigmente des Farbmittels oder Partikel des mindestens
einen Farbstoffs die Identität und/oder Echtheit des Gegenstandes als bestätigt gilt.
Die Zufallsstruktur wird z. B. durch eine Bestrahlung des Identifikationsmerkmals
mit Licht in einem Wellenlängenbereich von 380 nm bis 790 nm visuell nicht erkennbar.
Das Identifikationsmerkmal wird in einem druckformgebundenen Druckverfahren oder in
einem druckformlosen Druckverfahren an oder auf dem Gegenstand angeordnet. Als Gegenstand
wird z. B. ein als eine Materialbahn oder als ein Druckbogen ausgebildeter Bedruckstoff
oder eine Verpackung oder ein Hohlkörper oder eine Flasche oder eine Dose oder ein
Kunststoffbehältnis verwendet. Das Identifikationsmerkmal wird vorzugsweise in einer
Druckmaschine oder in einem Verpackungsautomat oder in einer Abfüllanlage oder in
einer Konfektioniermaschine an oder auf dem Gegenstand angeordnet. Die jeweiligen
Abbildungen von dem Identifikationsmerkmal werden insbesondere jeweils mit einer Datenerfassungseinrichtung
eines mobilen Kommunikationsgerätes erfasst, wobei als Datenerfassungseinrichtung
vorzugsweise eine Kamera eines Mobiltelefons oder eines Smartphones verwendet wird.
Die die Zufallsstruktur bildenden Pigmente des Farbmittels oder die Partikel des mindestens
einen Farbstoffs bilden durch Koagulation eine flächige Struktur aus, wobei die flächige
Struktur größer ist als eine optische Auflösung der für die Abbildungen verwendeten
Datenerfassungseinrichtung. Ein Informationsgehalt der Zufallsstruktur wird insbesondere
mittels einer Recheneinheit durch eine Grauwertbestimmung oder eine Schwellwertauswertung
jeweils hinsichtlich der Anzahl und/oder der Intensität der betreffenden Pigmente
oder Partikel oder hinsichtlich der von ihnen beanspruchten Fläche bestimmt. Das Identifikationsmerkmal
des Gegenstandes kann wiederum mit einem oder mehreren der zuvor beschriebenen physikalischen
und/oder stofflichen Merkmale ausgebildet sein.
Bezugszeichenliste
[0124]
- 01
- Identifikationsmerkmal
- 02
- Pixel
- 03
- Pigment