[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein modulares Regalsystem, das aus mehreren Systemelementen
zusammengesetzt werden kann, insbesondere ein Regalsystem als Einrichtungsmöbel, nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind unterschiedliche Regalsysteme bekannt, die mehrere
einzelne Module umfassen und vor Ort aus diesen Modulen zusammengebaut werden. Beispielsweise
ist es bekannt, Leitern als seitliche, vertikale Stützmodule vorzusehen und Tablare
oder Schrankmodule als horizontale Module zu verwenden, die zwischen die Leitern eingesetzt
werden, so dass ein Regalgestell entsteht. Die Leitermodule und Tablare sind in verschiedenen
Längen und Breiten erhältlich, um das Regalgestell auf die Gegebenheiten vor Ort anpassen
zu können. Dennoch ist ein solches Regalsystem sperrig in der Handhabung und erlaubt
ein Einsetzen der Tablare oder Schrankmodule nur an vorbestimmten diskreten, starren
Positionen.
[0003] Für kleine Regalsysteme ist es aus der
WO 03/079853 bekannt, vier einzelne holmartige Stützen zu verwenden, die mit ihren Enden in passende
Aussparungen in den Ecken von horizontalen Abschlussplatten eingesteckt werden. Zusätzlich
können je nach Bedarf zwischen den Stützen Seitenelemente, z. B. als Gitter oder Wände,
eingesetzt werden. Die Abschlussplatten dienen als Ablagefläche und sind als Verbindungsstücke
zwischen den Stützen für die Statik des Regalsystems erforderlich.
[0004] Als Erweiterung dieses Regalsystems ist es aus der
WO 2015/106837 bekannt, auf einer oberen Abschlussplatte weitere vertikale Stützen anzubringen,
die wiederum in eine nächste Platte münden. Auf diese Weise kann das Regalsystem mehrere
horizontale Etagen aufweisen. Zur Montage der Stützen übereinander sind in den Ecken
der Platten Löcher vorgesehen. Die Enden der Stützen werden von den gegenüberliegenden
Seiten der Platte in diese Löcher eingesteckt bis der Rand des Plattenlochs an einer
Kante der Stützen anschlägt. Zudem können die von gegenüberliegenden Seiten in ein
Loch eingesteckten Stützen auch ineinander eingesteckt werden. Die Ausgestaltung des
Regalsystems ist abhängig von den vorgegebenen Längen der Stützen und den Dimensionen
der Platten. Die Platten können nicht an beliebiger Position zwischen den Stützen
angeordnet werden. Ein nachträgliches Verändern der Position der Platten ist nur möglich,
indem das Regalsystem vollständig auseinander gebaut und mit Stützen oder Platten
von anderer Grösse neu zusammengesetzt wird. Da die Platten zur Stabilität des Regalsystems
beitragen, müssen sie ausreichend stark ausgebildet sein. Die Verwendung von fragilen
Platten, wie z. B. Glasplatten, ist nicht möglich.
[0005] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Regalsystem zu schaffen, das
an individuelle Bedürfnisse und unterschiedliche Einsatzzwecke in einfacher Weise
angepasst werden kann und das ein ansprechendes Design aufweist. Insbesondere sollen
Höhe und Breite des Regalsystems beliebig angepasst und erweitert werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird von der Erfindung durch ein Regalsystem nach Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Ausführungsbeispiele sind in den abhängigen Ansprüchen
beschrieben.
[0007] Das Regalsystem nach der Erfindung ist aus mehreren Systemelementen zusammensetzbar.
Es sind im Wesentlichen zwei Systemelemente vorgesehen, nämlich Vertikalelemente und
Verbindungselemente zwischen den Vertikalelementen. Es sind wenigstens vier Vertikalelemente
vorgesehen, die vertikal und parallel verlaufende Stützen des Regalsystems bilden.
Weiter sind mehrere Verbindungselemente vorgesehen, die jeweils zwischen zwei Vertikalelementen
angeordnet sind und Verbindungsstreben zwischen den Vertikalelementen bilden. Nach
der Erfindung weisen die Verbindungselemente an ihren gegenüberliegenden Enden Durchgangslöcher
auf, durch welche die Vertikalelemente hindurch verlaufen, so dass die Verbindungselemente
entlang der Vertikalelement stufenlos verschoben werden können. An den Verbindungselementen
sind Feststellvorrichtungen, wie z. B. Schrauben, vorgesehen, mit denen die Verbindungselemente
an den Vertikalelement in einer beliebigen Höhe lösbar festgestellt werden und somit
an den Vertikalelementen befestigt werden können.
[0008] Um das Regalsystem aufspannen zu können, werden z. B. vier Vertikalelemente und vier
Verbindungselemente verwendet: jeweils ein Verbindungselement zwischen zwei Vertikalelementen
in einem Abstand zueinander, so dass ein Viereck aufgespannt wird und zwei weitere,
welche die Vierecke verbinden.
[0009] Vorteilhaft werden mindestens sechs Verbindungselemente vorgesehen: jeweils zwei
zwischen zwei Vertikalelement in einem Abstand zueinander, so dass ein Viereck aufgespannt
wird, und zwei weitere, welche die Vierecke verbinden. Vorzugsweise werden mindestens
acht Verbindungselemente vorgesehen, so dass benachbarte Vertikalelemente jeweils
an zwei Stellen mit einander verbunden werden. Je nach Höhe und Bestimmungszweck können
natürlich mehr als ein oder zwei Verbindungselemente zwischen zwei Vertikalelementen
angeordnet werden. Die Verbindungselemente werden in einfacher Weise mit ihren Durchgangslöchern
auf den Vertikalelementen aufgefädelt und sind in einer Schiebesitzpassung auf den
Vertikalelementen angeordnet. Mit der Feststellvorrichtung werden sie an einer beliebigen
Position entlang den Vertikalelementen befestigt.
[0010] Je nach Verwendung des Regalsystems können die Verbindungselemente als Auflagen für
Tablare verwendet werden, wobei unterschiedliche Arten von Tablare vorgesehen werden
können, z. B. aus Glas, Holz oder Metall. Auch können die Verbindungselemente als
Hängevorrichtung zum Aufhängen von Regalelementen oder zum Anbringen von Seitenelementen
verwendet werden.
[0011] Die Verbindungselemente sind hierfür vorteilhaft als Horizontalelemente vorgesehen,
die horizontal zwischen den Vertikalelementen angeordnet sind. Hierfür verlaufen die
Achsen der Durchgangslöcher senkrecht zur Längsachse der Verbindungselemente, so dass
die Horizontalelemente senkrecht von den Vertikalelementen abstehen. Alternativ ist
es auch denkbar, dass die Verbindungselemente in einem anderen Winkel von den Vertikalelementen
abstehen, solange sie eine stabile Verbindung der Vertikalelemente in einem Abstand
zueinander ermöglichen.
[0012] Vorteilhaft sind auf einer ersten Seite eines Vertikalelements die Verbindungselemente
als Seitenstreben und auf einer zweiten Seite des Vertikalelements die Verbindungselemente
als Querstreben derart angeordnet, dass Seitenstreben und Querstreben in einem rechten
Winkel zueinander stehen. Dadurch wird das Regalsystem als rechtwinkliger Quader aufgespannt,
woraus eine stabile Statik resultiert und sich das Regalsystem in eine übliche Raumgeometrie
einfügt.
[0013] Es wird angemerkt, dass die Vertikalelemente vorzugsweise völlig senkrecht angeordnet
werden. Es ist alternativ aber auch denkbar, dass die Vertikalelemente nur eine überwiegende
Vertikalkomponente aufweisen. Somit kann ein Regalsystem erreicht werden, das schief
auf einer horizontalen Fläche steht oder das auf einer schiefen Fläche senkrecht steht.
Sollen die Verbindungselemente nicht rechtwinklig von den Vertikalelementen abragen,
werden in den Verbindungselementen Durchgangslöcher mit einer Achse vorgesehen, die
nicht senkrecht zur Längsachse des Verbindungselements, sondern in einem Winkel ungleich
von 90° dazu ausgerichtet ist.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Regalsystems nach der Erfindung haben die
Vertikalelemente eine zylindrische Form und die Verbindungselemente sind als Vierkant,
vorzugsweise mit einem rechteckigen Querschnitt, ausgebildet. Die zylindrische Form
erstreckt sich über die gesamte Länge der Vertikalelemente, so dass deren Durchmesser
an jeder Stelle gleich ist. Die Vertikalelemente bilden somit Stützen des Regalsystems,
um welche die Verbindungselemente in eine beliebige Drehposition gedreht werden können.
Die viereckigen Verbindungselemente bilden mit ihren Seitenflächen geeignete Anlageflächen
z. B. für Tablare, Gegenstände, die im Regal versorgt werden, oder andere Regalelemente.
[0015] Vorzugsweise sind die Vertikalelemente und die Verbindungselemente aus Vollmaterial
gefertigt. Es werden somit bevorzugt keine Rohre mit einem hohlen Innenraum für diese
Elemente verwendet. Das Vollmaterial schafft eine solide Stabilität der Systemelemente
und trägt zudem mit seinem Gewicht zur Standfestigkeit des Regalsystems bei. Die Systemelemente
sind bevorzugt aus massivem Stahl gefertigt. Es ist aber auch möglich, Buntmetall,
Aluminium, Kunststoff oder Holz zu verwenden. Auch sind unterschiedliche Materialien
für die Vertikalelemente und die Verbindungselemente möglich. Bei der Verwendung von
massivem Stahl kann mit Vertikalelementen mit einem Durchmesser von ca. 12mm und Verbindungselementen
mit einem Querschnitt von 20mm z. B. ein Regalsystem mit Abmessungen von 350mm Breite,
260mm Tiefe und 1480mm Höhe erstellt werden, das ohne weitere Befestigungen durch
sein Eigengewicht stabil steht.
[0016] Alternativ zu Vollmaterialelementen können auch dickwandige Rohre verwendet werden,
welche eine axiale Bohrung haben. Die Bohrung kann als Vorbohrung für eine Gewindeschneidung
dienen, so dass mehrere Vertikalelemente axial miteinander verschraubt werden können.
[0017] Für die Stabilität des Regalsystems nach der Erfindung ist es entscheidend, dass
die Verbindungselemente eine stabile Verbindung mit den Vertikalelementen eingehen,
so dass sich Verbindungs- und Vertikalelemente nicht relativ zueinander bewegen. Dies
wird zum einen durch die Feststellvorrichtung zwischen Verbindungs- und Vertikalelementen
erreicht. Zum anderen ist es wichtig, dass die Verbindungselemente möglichst passgenau
auf dem Umfang der Vertikalelemente sitzen. Die Passform zwischen Verbindungs- und
Vertikalelementen unterstützt die Stabilität des Regalsystems, soll aber ein Verschieben
der Verbindungselemente auf den Vertikalelementen nicht unnötig einschränken. Vorzugsweise
sind hierfür die Durchgangslöcher in den Verbindungselementen passend zur Zylinderform
der Vertikalelemente ebenfalls zylindrisch ausgebildet. Zwischen den Vertikalelementen
und einem Innenumfang der Durchgangslöcher der Verbindungselemente liegt vorteilhaft
ein Spiel vor, dass kleiner als 0.1 mm, vorzugsweise kleiner als 0.07 mm und besonders
bevorzugt 0.05 mm beträgt. Die Verbindungselemente bleiben somit verschieblich auf
den Vertikalelementen, werden aber in ihrer Winkelposition zu den Vertikalelementen
überwiegend durch die Passform zwischen Durchgangsloch und Umfang des Vertikalelements
gehalten.
[0018] Für das Regalsystem nach der Erfindung sind unterschiedliche Feststellvorrichtungen
denkbar. Vorzugsweise ist die Feststellvorrichtung als Schraube an einem Durchgangsloch
vorgesehen, die von einer Aussenfläche des Verbindungselements in das Durchgangsloch
einschraubbar ist. Bevorzugt wird die Schraube radial zu dem Vertikalelement eingeschraubt.
Hierfür kann eine Gewindebohrung von einer Aussenseite des Verbindungselements in
Richtung der Achse des Durchgangslochs verlaufen. Beim Einschrauben drückt die Schraube
gegen das Vertikalelement und presst es im Durchgangsloch in einem Klemmsitz fest.
Die Schraubverbindung kann zum erneuten Verschieben der Verbindungselemente wieder
gelöst werden.
[0019] Bei einer Ausführungsform des Regalsystems nach der Erfindung sind mehrere Vertikalelemente
an ihren Enden mittels Anschlussstücken verbindbar, so dass zwischen den Vertikalelementen
beim Übergang von einem Vertikalelement zum nächsten Vertikalelement keine radiale
Stufe besteht. Die aneinandergesetzten Vertikalelemente bilden somit eine verlängerte
zylinderförmige Stütze für das Regalsystem. Als Anschlussstücke können z. B. Einrichtungen
für eine Steckverbindung oder eine Schraubverbindung verwendet werden. Auch hierbei
ist es vorteilhaft, die Vertikalelemente aus Vollmaterial zu fertigen. Somit kann
z. B. von einer Endfläche eines Vertikalelements ein Gewindestift axial abragen, der
in eine axiale Gewindebohrung an einer Endfläche eines nächsten Vertikalelements eingeschraubt
werden kann. Auch kann ein separater Gewindestift in gegenüberliegende Endflächen
zweier angrenzender Vertikalelemente geschraubt werden. Das Vollmaterial sorgt für
eine robuste Verbindung der Vertikalelemente.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform des Regalsystems können die Vertikalelemente und/oder
die Verbindungselemente eine Beschichtung aufweisen. Die Beschichtung kann z. B. zum
Schutz der Systemelemente dienen oder als Designelement verwendet werden. Erfindungsgemäss
weist die Beschichtung eine Schichtdicken-Toleranz von +/- 0.01 mm auf. Dadurch kann
sichergestellt werden, dass Vorgaben für die Passgenauigkeit zwischen Verbindungs-
und Vertikalelementen eingehalten und die Systemelemente stabil miteinander verbunden
werden können.
[0021] Das Regalsystem nach der Erfindung kann beliebig erweitert werden, indem mehrere
Vertikalelemente parallel nebeneinander angeordnet und durch Verbindungselemente verbunden
werden. Dabei können auch Vertikalelemente vorgesehen werden, die selbst nicht auf
einer Oberfläche stehen, sondern allein von den Verbindungselementen an anderen Vertikalelementen
befestigt sind, die z. B. fest auf dem Boden stehen. So kann das Regalsystem z. B.
um ein Fenster gebaut oder über einer Tür vorbei geführt werden.
[0022] Die Erfindung wurde an Hand mehrerer Ausführungsformen dargestellt. Die einzelnen
technischen Merkmale einer Ausführungsform können durchaus auch in Kombination mit
einer anderen Ausführungsform mit den dargelegten Vorteilen verwendet werden. Die
Beschreibung der erfindungsgemässen technischen Merkmale ist daher nicht auf die jeweilige
Ausführungsform beschränkt.
[0023] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen
dargestellt, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. Aus den Zeichnungen offenbar werdende Merkmale der Erfindung sollen einzeln
und in jeder Kombination als zur Offenbarung der Erfindung gehörend betrachtet werden.
In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1a
- eine dreidimensionale Konstruktionsansicht eines Regalsystems nach der vorliegenden
Erfindung,
- Fig. 1b
- eine dreidimensionale Ansicht des zusammengesetzten Regalsystems aus Figur 1a,
- Fig. 1c
- eine frontale Seitenansicht des Regalsystems aus Figur 1a,
- Fig. 2a
- eine Seitenansicht eines Verbindungselements eines Regalsystems nach der Erfindung,
- Fig. 2b
- eine Aufsicht auf das Verbindungselement aus Figur 2a,
- Fig. 2c
- eine dreidimensionale Ansicht des Verbindungselements und
- Fig. 3a
- Detailansicht eines Vertikalelements mit mehreren Verbindungselementen,
- Fig. 3b
- eine dreidimensionale Konstruktionsansicht eines Regalsystems nach der vorliegenden
Erfindung während der Montage,
- Fig. 3c
- eine dreidimensionale Konstruktionsansicht des Regalsystems in einem Zwischenstadium
der Montage, und
- Fig. 4
- einen Raumausschnitt mit unterschiedlichen Varianten eines Regalsystem nach der Erfindung.
[0024] Figur 1a zeigt eine Konstruktionsansicht eines Regalsystems nach der Erfindung, das
aus Vertikalelementen 1 als senkrechte Stützen und Verbindungselementen 2 zum Verbinden
der Vertikalelemente zusammengesetzt ist. Dabei sind Verbindungselemente 2' als Seitenstreben
zwischen einem ersten Vertikalelement und einem zweiten Vertikalelement und Verbindungselement
2" als Querstreben zwischen dem ersten Vertikalelement und einem dritten Vertikalelement
vorgesehen. In der gezeigten Ausführungsform des Regalsystems ragen die Seitenstreben
2' und die Querstreben 2" in einem Winkel von 90° zueinander von dem gemeinsamen Vertikalelement
1 ab. Das Regalsystem umfasst vier Stützen, die jeweils aus mehreren Vertikalelementen
1 aufgebaut sind und parallel zueinander verlaufen. Mit den Stützen kann das Regalsystem
auf einer ebenen Bodenfläche stehen. Weiter sind mehrere Verbindungselemente 2 vorgesehen,
die auf unterschiedlichen Höhen zwischen zwei Vertikalelementen 1 angeordnet sind.
In der gezeigten Ausführungsform stehen die Verbindungselemente 2 senkrecht von den
Vertikalelementen 1 ab und verlaufen horizontal zwischen benachbarten Vertikalelementen.
Gegenüberliegende Seitenstreben 2' sind auf gleicher Höhe an den Vertikalelementen
befestigt. Die Verbindungselemente 2 sind derart verteilt, dass das Regalsystem einen
rechteckigen Quader aufspannt. Am oberen Ende schliesst das Regalsystem mit zwei Querstreben
2" ab, die auf gleicher Höhe angeordnet sind und auf welchen ein Tablar 3 abgelegt
ist. Das Tablar 3 könnte alternativ auch auf zwei gleich hohen Seitenstreben 2' abgelegt
werden.
[0025] Die Vertikalelemente haben eine zylindrische Aussenform. Sie können aus Vollmaterial
bestehen oder aus einem dickwandigen Rohr. Sie weisen bei der gezeigten Ausführungsform
einen einheitlichen Durchmesser von 12 mm auf. Im Falle eines dickwandigen Rohres
sollte die Wanddicke wenigstens 2mm, vorzugsweise wenigstens 3mm betragen. Es sind
grössere oder kleiner Durchmesser denkbar, je nach Verwendungszweck des Regalsystems.
Vorteilhaft werden bei Anwendungen im Möbelbereich Durchmesser zwischen 10mm und 15mm
gewählt. Mehrere Vertikalelemente 1 sind entlang einer gemeinsamen Längsachse miteinander
verbunden, um gemeinsam eine verlängerte Stütze des Regalsystems zu bilden. Die Vertikalelemente
können hierfür an ihren Enden mittels Anschlussstücken verbunden werden. Es können
übliche Anschlussverbindungen verwendet werden. In der gezeigten Ausführungsform werden
Schraubstifte 4 als Anschlussstücke vorgesehen, die in Gewindebohrungen in einer Endfläche
der Vertikalelemente 1 eingeschraubt werden können. Die Anschlussstücke sind dabei
zentriert auf der Längsachse der Vertikalelemente vorgesehen, so dass sichergestellt
ist, dass zwischen aneinander angrenzenden Vertikalelementen 1 keine Stufe in Längsrichtung
der Stütze entsteht. Alternativ zu den einzelnen Schraubstiften 4 als Anschlussstücke
können die Anschlussstücke auch integrierter Bestandteil eines Vertikalelements sein.
[0026] Die Verbindungselemente 2 sind als Vierkantstreben ausgebildet und weisen jeweils
an gegenüberliegenden Enden Durchgangslöcher 5 auf, wie in den Figuren 2a bis 2c gezeigt
ist. Die Achse A der Durchgangslöcher 5 steht im Wesentlichen senkrecht zur Längsachse
des Verbindungselements 2 und zu einer breiten Fläche 6 des Verbindungselements 2
mit einer Breite von 20 mm. Andere Breiten sind ebenso möglich. Ein Durchmesser D
der Durchgangslöcher 5 beträgt in dieser Ausführungsform 12.1 mm mit einer Abweichung
von +/- 0.009. Ferner weist das Verbindungselement 2 Gewindebohrungen 7 auf, die sich
von einer schmalen Fläche 8 des Verbindungselements 2 bis zum den Durchgangslöchern
5 erstrecken. Die schmale Fläche 8 weist eine Breite von 6mm, kann aber auch andere
Masse aufweisen, solange die Gewindebohrungen in dem Verbindungselement ausgebildet
werden können. Die Achse der Gewindebohrung 7 schneidet die Achse A der Durchgangslöcher
5. Die Verbindungselemente 2 sind im Querschnitt und im Bereich der Durchgangslöcher
identisch ausgebildet für die Seitenträger 2' und die Querträger 2", können aber verschiedene
Längen für Seitenstreben und Querstreben aufweisen.
[0027] Das Regalsystem weist Feststellvorrichtungen in Form von Schrauben 9 auf, die an
den Verbindungselementen 2 in den Gewindebohrungen 7 vorgesehen sind und zum lösbaren
Befestigen der Verbindungselemente 2 an den Vertikalelementen 1 dienen. Die Schrauben
9 werden von einer Aussenfläche der Verbindungselemente, in diesem Fall von der schmalen
Fläche 8, in die Vertikalelemente eingeschraubt bis sie in die Durchgangslöcher für
die Durchführung der Vertikalelemente ragen.
[0028] Beim Zusammensetzen des Regalsystems nach der Erfindung werden die Vertikalelemente
1 durch die Durchgangslöcher 5 der Verbindungselemente 2 geschoben, wie auch in Figur
3a ersichtlich ist. Dies kann geschehen, wenn alle Vertikalelemente 2 einer Stütze
des Regalsystems verbunden sind oder während die einzelnen Vertikalelemente 1 mit
einander verbunden werden. Da die Vertikalelemente einen einheitlichen Durchmesser
auch übergreifend von einem Vertikalelement zum nächsten aufweisen, können die Verbindungselemente
2 ungehindert entlang der Vertikalelemente 1 verschoben werden. Sie können mittels
der Schrauben 9 an einer beliebigen Stelle entlang der Vertikalelemente 1 befestigt
werden, so dass ihre Höhe stufenlos einstellbar ist. Zum Fixieren der Verbindungselement
2 an den Vertikalelementen wird die Schraube 9 in Richtung des Durchgangslochs 5,
durch das ein Vertikalelement 1, verläuft eingeschraubt und trifft zentriert auf den
Aussenumfang des Vertikalelements, wodurch das Verbindungselement 2 am Vertikalelement
1 festgeklemmt wird.
[0029] Um die Verbindungselemente 2 entlang der Vertikalelemente 1 verschieben zu können,
sind der Durchmesser der Vertikalelemente 1 und der Durchmesser der Durchgangslöcher
5 derart dimensioniert, dass eine Schiebesitzpassung entsteht, wenn die Verbindungselemente
auf die Vertikalelemente geschoben sind. Vorteilhaft weist ein Spiel der Schiebesitzpassung
zwischen Durchgangsloch und Vertikalelement einen Freiraum von 0.05 mm auf. Ein derart
geringes Spiel unterstützt die Fixierung der Verbindungselemente an den Vertikalelementen.
[0030] Optional können als Zusatzelemente für das Regalsystem weitere Elemente vorgesehen
werden: kurze Verbindungsstücke 10 zur Fixierung von parallelen Vertikalelementen
zweier Regalsystemquader dicht nebeneinander; Wandhalter 11 zur Fixierung der Vertikalelemente
an einer Wand; Fusselemente 12 als unterer Abschluss der Vertikalelemente und Kappen
13 als oberer Abschluss der Vertikalelemente.
[0031] Figuren 1 b und 1 c zeigen ein Regalsystem analog Figur 1a in zusammengebautem Zustand.
Die Seitenstreben 2' und die Querstreben 2" stehen rechtwinklig zueinander von den
Vertikalelementen 1 ab, so dass das Regalsystem einen Quader der Höhe H von 1480 mm
und der Breite B von 350 mm bildet. Der Quader kann als Regalsystemeinheit verwendet
werden, die mit weiteren Regalsystemeinheiten gleicher oder anderer Ausgestaltung
verbunden wird. Die Verbindung kann durch kurze Verbindungsstücke 10 oder durch Verbindungselement
2 erfolgen. Die Seitenstreben 2' sind in gleichem Abstand zu einander entlang der
Vertikalelemente fixiert und auf beiden Seiten des Regalsystems jeweils auf gleicher
Höhe angeordnet. Die Seitenstreben 2' dienen in dieser Ausführungsform als Ablagestreben
für Tablare 3. Da die Tablare keine stabilisierende Funktion im Regalsystem übernehmen
müssen, können diese überwiegend nach gewünschten Designaspekten gefertigt werden.
Es können z. B. auch Glastablare verwendet werden.
[0032] In den Figuren 3a bis 3c sind verschiedene Ansichten ein Regalsystem nach der Erfindung
während einer Montage des Regalsystems gezeigt. Zur Veranschaulichung der Verbindung
zwischen den Elementen zeigt Figur 3a eine Detailansicht eines Vertikalelements 1
mit mehreren Verbindungselementen 2. Wie vorher erläutert, werden die Vertikalelemente
1 durch die Durchgangslöcher 5 der Verbindungselemente 2 geschoben. Dabei werden vorteilhaft
zunächst mehrere Verbindungselemente 2 auf einem gemeinsamen Vertikalelement 1 angebracht.
Anschliessend, wenn die Vertikalelemente mit den daraufsitzenden Verbindungselementen
ihren Bestimmungsort erreicht haben und ggf. mittels weiteren Vertikalelementen verlängert
wurden, werden die Verbindungselemente 2 entlang der Vertikalelemente 1 in ihre gewünschte
Höhe verschoben und dort befestigt, wie aus Figur 3b ersichtlich wird.
[0033] Figur 3c zeigt ein Arrangement aus vier in einem Viereck angeordneten parallel verlaufenden
Vertikalelementen 1, die mit mehreren Verbindungselementen 2 versehen sind. Auf den
Verbindungselementen 2 sind auch bereits die Tablare 3 angeordnet. Ausgehend von diesem
Arrangement können die Vertikalelemente 1 in beide Richtungen verlängert werden, falls
gewünscht. Die Verbindungselemente 2 mit den Tablaren 3 können problemlos entlang
der Vertikalelemente 1 verschoben und auf einer gewünschten Höhe befestigt werden.
Die Tablare 3 können auch mit den Verbindungselementen fest verbunden, z. B. verklebt
werden. So können die Verbindungselemente durch Verschiebung der Tablare entlang der
Vertikalelemente positioniert werden. Alternativ können auch zuerst die Verbindungselemente
positioniert werden und die Tablare anschliessend eingelegt werden.
[0034] In Figur 4 sind mehrere Designvarianten eines Regalsystems nach der vorliegenden
Erfindung in einem Raum z. B. in einer Wohnung gezeigt. Eine erste Variante 15 entspricht
im Wesentlichen der Ausführungsform der Figuren 1 b und 1 c. Eine zweite Variante
20 entspricht im Wesentlichen der Ausführungsform der Figur 1a bei der keine Zwischentablare,
wie bei der ersten Variante, verwendet werden. Zwischen den Stützen der Vertikalelemente
1 können zwischen einem oberen und einem unteren Tablar z. B. Holzscheite versorgt
werden. Eine dritte Variante 30 zeigt ein Regalsystem, bei dem mehrere Quader gemäss
der ersten Variante 15 verwendet werden. Zwei nebeneinander angeordnete Quader werden
mittels kurzen Verbindungstücken 10 miteinander verbunden. Zwei entfernt von einander
stehende Quader werden durch eine weitere Regalsystemeinheit 31 überbrückt, so dass
ein Regalmöbel über eine grosse Breite entsteht. Die Regalsystemeinheit 31 wird mittels
kurzer Verbindungstücken 10 mit den Quadern der Variante 15 verbunden. Zusätzlich
kann die Regalsystemeinheit 31 mit Wandhaltern an der Wand befestigt werden. Eine
vierte Variante 40 ist nicht auf dem Boden abgestützt, sondern mittel der Wandhalter
an der Wand befestigt. Durch die flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten des Regalsystems
nach der Erfindung kann die Variante 40 auch über Eck entlang zweier Wände angebracht
werden.
[0035] Das Design des Regalsystems nach der Erfindung kann durch das modular aufgebaute
System sehr flexibel gestaltet werden. Vorzugsweise weisen die einzelnen Module rechteckige
kubische Formen auf. Das Regalsystem lässt keine Bedürfnisse bei der Ausgestaltung
in Bezug auf Grössen und Unterteilungen unbefriedigt, obgleich das System im Wesentlichen
nur aus zwei unterschiedlichen Elementen, nämlich den Vertikalelementen und den Verbindungselementen,
besteht.
Bezugszeichen
| 1 |
Vertikalelement |
15 |
erste Variante |
| 2, 2', 2" |
Verbindungselement |
20 |
zweite Variante |
| 3 |
Tablar |
30 |
dritte Variante |
| 4 |
Schraubstift |
31 |
Regalsystemeinheit |
| 5 |
Durchgangsloch |
40 |
vierte Variante |
| 6 |
breite Fläche |
|
|
| 7 |
Gewindebohrung |
|
|
| 8 |
schmale Fläche |
|
|
| 9 |
Schraube |
A |
Achse Durchgangsloch |
| 10 |
Verbindungstück |
D |
Durchmesser |
| 11 |
Wandhalter |
H |
Höhe |
| 12 |
Fusselement |
B |
Breite |
| 13 |
Kappe |
|
|
1. Regalsystem, das aus mehreren Systemelementen zusammensetzbar ist und umfasst:
- wenigstens vier Vertikalelemente (1), die vertikal verlaufende Stützen des Regalsystems
bilden, und
- mehrere Verbindungselemente (2), die jeweils zwischen zwei Vertikalelementen (1)
angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Verbindungselemente (2) an ihren gegenüberliegenden Enden Durchgangslöcher (5)
aufweisen, durch welche die Vertikalelemente (1) verlaufen, so dass die Verbindungselemente
(2) entlang der Vertikalelemente (1) stufenlos verschieblich sind, und
- an den Verbindungselementen (2) Feststellvorrichtungen (9) vorgesehen sind, mit
denen die Verbindungselemente (2) an den Vertikalelementen (1) in einer vorgesehenen
Höhe lösbar befestigbar sind.
2. Regalsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungselemente (2) als Horizontalelemente ausgebildet sind, die horizontal
zwischen den Vertikalelementen (1) angeordnet sind.
3. Regalsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer ersten Seite eines Vertikalelements die Verbindungselemente als Seitenstreben
(2') und auf einer zweiten Seite des Vertikalelements die Verbindungselemente als
Querstreben (2") derart angeordnet, dass Seitenstreben und Querstreben in einem rechten
Winkel zueinander stehen.
4. Regalsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertikalelemente (1) eine zylindrische Form haben.
5. Regalsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungselemente (2) als Vierkant ausgebildet sind, vorzugsweise mit einem
rechteckigen Querschnitt.
6. Regalsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Vertikalelemente (1) und Verbindungselemente (2) aus Vollmaterial bestehen.
7. Regalsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Vertikalelementen (1) und einem Innenumfang der Durchgangslöcher (5)
der Verbindungselemente (2) ein Spiel vorliegt, dass kleiner als 0.1 mm, vorzugsweise
kleiner als 0.07 mm und besonders bevorzugt 0.05 mm ist.
8. Regalsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststellvorrichtung als Schraube (9) an einem Durchgangsloch (5) vorgesehen
ist, die von einer Aussenfläche (8) des Verbindungselements (2) in das Durchgangsloch
(5) einschraubbar ist.
9. Regalsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Vertikalelemente (1) an ihren Enden mittels Anschlussstücken (4) verbindbar
sind, so dass zwischen den Vertikalelementen (1) keine radiale Stufe besteht.
10. Regalsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertikalelemente (1) und/oder die Verbindungselemente (2) eine Beschichtung aufweisen
mit einer Schichtdicken-Toleranz von +/- 0.01 mm.