[0001] Die Erfindung geht aus von einem Sockelelement mit einem Seilführungsabschnitt als
Teil eines Seilführungssystems zur Absturzsicherung von Personen, wobei der Seilführungsabschnitt
zur Aufnahme oder zur Befestigung eines Führungsseils ausgebildet ist.
[0002] Derartige Sockelelemente kommen bei Seilführungssystemen zur Absturzsicherung von
Personen zum Einsatz. Bekanntermaßen bringen Arbeiten auf Dächern oder allgemein in
großer Höhe häufig ein hohes Absturzrisiko mit sich. Zum Schutz von Personen kommen
daher Absturzsicherungen, insbesondere basierend auf Seilführungssystemen, zum Einsatz.
Bei einem solchen System sichert sich eine zu schützende Person an einem Sicherungsseil.
Das Sicherungsseil ist über einen Gleiter in einem Führungsseil eingehängt. Das Führungsseil
ist wiederum über geeignete Befestigungselemente, insbesondere Sockelelemente, an
geeigneten Stellen, beispielsweise an einer feststehenden Gerüststange oder direkt
auf einer Dachabdeckung, fixiert. Die zu schützende Person kann sich somit weitgehend
ungehindert auf dem Dach bewegen, sofern der Gleiter den Bewegungen der zu sichernden
Person entlang des Führungsseils folgen kann.
[0003] Daher ist es wichtig, dass sich der Gleiter möglichst frei entlang des Führungsseils
bewegen kann, um den Bewegungsbereich der zu schützenden Person möglichst wenig einzuschränken.
Im Falle eines Absturzes wird die zu schützende Person durch das Sicherungsseil, welches
wiederum über den Gleiter mit dem Führungsseil verbunden ist, aufgefangen. Dazu ist
es wesentlich, dass das Führungsseil durch ein oder mehrere Befestigungselemente,
insbesondere Sockelelemente, sicher geführt beziehungsweise gehalten wird. Schwere
Verletzungen im Falle eines Absturzes aus großer Höhe können somit wirkungsvoll verhindert
werden.
[0004] Eine der größten Herausforderungen stellt jedoch die Führung des Führungsseils entlang
von Sockelelementen dar, so dass der Gleiter sich tatsächlich möglichst ungehindert
am Führungsseil bewegen kann, gleichzeitig aber auch hohe Belastungen sicher aufgefangen
werden können.
[0005] Insbesondere in Bereichen, in denen das Führungsseil um eine Ecke herumgeführt werden
muss, verhakt oftmals der Gleiter. Dann muss die zu sichernde Person den Gleiter manuell
um die Ecke herumführen, wodurch sie in ihrem normalen Arbeitsfluss behindert wird.
Daher muss eine Eckführung eines Führungsseils so ausgebildet sein, dass der Gleiter
möglichst gut ohne zu verklemmen über die Ecke hinweggleiten kann. Dabei sollte insbesondere
ein Abknicken des Führungsseils vermieden werden.
[0006] Für Hersteller und Anwender solcher Sicherungssysteme ist es von Vorteil, wenn die
hierfür notwendigen Systemkomponenten aus möglichst wenigen unterschiedlichen Teilen
bestehen und so einfach und sicher wie möglich zu montieren sind.
[0007] Im Stand der Technik sind hierfür vereinzelt schon Lösungen vorgeschlagen worden.
So ist aus der britischen Patentanmeldung
GB 2466460 eine Kurvenführung für eine Absturzsicherung bekannt. Nachteilig bei dieser Lösung
ist jedoch, dass die Kurvenführung starr ist und dass die Anordnung insgesamt sehr
viele unterschiedliche Teilkomponenten bzw. Bauteile benötigt.
[0008] Ein Eckelement für eine Absturzsicherung ist aus der
EP 1 762 275 B1 bekannt. Hier ist ein Kurvenrohr vorgesehen, durch das das Führungsseil um einen
vorbestimmten Winkel umgelenkt wird. Nachteilig ist auch hier, dass der Umlenkwinkel
vorbestimmt und nicht veränderbar ist.
[0009] Ähnliches gilt für die in der
DE 10 2013 021 739 A1 offenbarten Anordnung. Hieraus ist ein Führungsbogen bekannt, durch den ein Führungsseil
um eine Kurve umgelenkt wird.
[0010] Des Weiteren ist aus der Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2008 004 251 U1 ein Zwischenhalter für ein Sicherungsseil eines Überkopf-Seilsystems einer Absturzsicherung
offenbart. Der beschriebene Zwischenhalter stellt dabei einen Gegenstand gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 dar. Nachteilig bei diesem Zwischenhalter ist jedoch,
dass dieser nicht zur Führung des Führungsseils um Ecken herum geeignet ist. Ein mit
einem solchen Zwischenhalter ausgerüstetes Seilführungssystem erfordert zudem einen
spezifisch ausgebildeten, auf den Zwischenhalter angepassten Gleiter, damit der Gleiter
den Zwischenhalter ohne zu verhaken überfahren kann.
[0011] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, kostengünstige und einfach herstell-
und montierbare Seilführungssystem-Elemente anzubieten, die es ermöglichen, dass handelsübliche
Gleiter möglichst ohne zu verhaken oder zu verkanten über die gesamte Länge eines
Führungsseils gleiten können. Insbesondere soll ein Gleiter Eck- oder Kurvenbereiche
des Führungsseils ohne zu Verhaken überfahren können.
[0012] Gelöst wird die Aufgabe durch ein Sockelelement mit einem Seilführungsabschnitt als
Teil eines Seilführungssystems zur Absturzsicherung von Personen, wobei der Seilführungsabschnitt
zur Aufnahme oder zur Befestigung eines Führungsseils ausgebildet ist, wobei an wenigstens
einem freien Ende des Seilführungsabschnitts ein Gelenkelement, in oder an dem das
Führungsseil weiterführbar ist, über eine Gelenkverbindung gelenkig ankoppelbar ist.
[0013] Somit wird es möglich, am Seilführungsabschnitt ein Gelenkelement anzuordnen und
ein Führungsseil durch den Seilführungsabschnitt und das Gelenkelement hindurchzuführen.
Da ein Gelenkelement über eine Gelenkverbindung mit dem Seilführungsabschnitt bzw.
dem Sockelelement gelenkig koppelbar ist, kann das gleiche Sockelelement für verschiedene
Einbausituationen verwendet werden. Insbesondere kann das Sockelelement als Zwischenhalter
für eine geradlinige Führung des Führungsseils verwendet werden. Ebenso kann das Sockelelement
zur Führung des Führungsseils um Ecken bzw. Kurven verwendet werden, da ein am Seilführungsabschnitt
angeordnetes Gelenkelement je nach Bedarf mit unterschiedlichem Winkel zum Seilführungsabschnitt
gelenkt angeordnet sein kann. Gleichzeitig ermöglicht dies, dass das Führungsseil
in einem Eckbereich anstatt abzuknicken durch ein Sockelelement gemäß der Erfindung
näherungsweise bogenförmig geführt wird, so dass ein Gleiter den Eckbereich besser
passieren kann. Das Risiko eines Verhakens kann verhindert oder wesentlich reduziert
werden.
[0014] Vorteilhaft ist es hierbei, wenn die Gelenkelemente in ihrer Länge, in axialer Richtung,
kurzgehalten werden. Über die in der Länge kurz gehaltene Gelenkelemente lässt sich
eine Krümmung bzw. Kurvenführung verbessert stufenfrei einstellen. Ebenfalls kann
es vorteilhaft sein, die Gelenkverbindung symmetrisch oder asymmetrisch auszugestalten.
Bei symmetrischer Ausgestaltung der Gelenkelemente ist das erfindungsgemäße Seilführungssystem
frei in der Auslenkung und bei asymmetrischer Ausgestaltung der Gelenkelemente wird
eine erhöhte Stabilität der Gelenkverbindung erzielt. Weiterhin lässt sich die Gelenkverbindung
derart ausgestalten, dass sie in sich selbsthaltend ausgebildet ist. Dadurch lassen
sich Seile einfachst einfädeln.
[0015] Auch ergibt sich somit ein "Baukastensystem", das es in besonders vorteilhafter Weise
ermöglicht, ein Seilführungssystem zur Absturzsicherung mit nur einer minimalen Anzahl
unterschiedlicher Teilelemente aufzubauen. Hierdurch lassen sich Herstellkosten minimieren.
Auch sind dadurch vor Ort nur sehr wenige verschiedene Teilelemente erforderlich.
Das heißt, ein gleich ausgestattetes Set zum Aufbau eines Seilführungssystems kann
für die unterschiedlichsten geometrischen Anordnungen zur Führung des Führungsseils
eingesetzt werden. Die zu schützende Person läuft daher nicht Gefahr, ein Seilführungssystem
nicht aufbauen zu können, weil gerade beispielsweise anstelle eines in einer speziellen
Einbausituation benötigten Eckführungselements für das Führungsseil nur Elemente zur
Geradführung eines Führungsseils verfügbar sind oder umgekehrt.
[0016] Das Sockelelement kann mittels üblicher Befestigungsmöglichkeiten, beispielsweise
durch Klemmungen, Schraubungen, Dübelungen, durch Spanngurte oder -seile oder durch
Klettmechanismen, hoch belastbar an einem geeigneten Befestigungspunkt, beispielsweise
an einem Dachsparren, fixiert werden. Es versteht sich, dass hierzu das Sockelelement
ein oder mehrere Befestigungsausnehmungen, insbesondere zur Aufnahme von Befestigungselementen
wie Schrauben oder Dübeln, aufweisen kann. Somit können im Falle eines Absturzes auf
das Führungsseil übertragene Kräfte vom Sockelelement sicher aufgenommen und abgeleitet
werden.
[0017] Besonders bevorzugt ist es, wenn der Seilführungsabschnitt mindestens an einem Ende
mit einem Gelenkelement gelenkig verbunden ist. Somit kann die das Führungsseil durch
den Seilführungsabschnitt und durch das Gelenkelement sowohl geradlinig als auch abgewinkelt
geführt werden, da das Gelenkelement relativ zum Seilführungsabschnitt ausgelenkt
werden kann.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Seilführungsabschnitt aus einem Gelenkelement
gebildet ist. Hierdurch kann die Anzahl unterschiedlicher erforderlicher Teile weiter
reduziert werden, da für den Seilführungsabschnitt selbst ein Gelenkelement zum Einsatz
kommen kann.
[0019] Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ergibt sich auch, wenn der
Seilführungsabschnitt wenigstens zu einem seiner freien Enden hin stufenlos verjüngt
ausgebildet ist. Dabei kann es vorgesehen sein, dass die Verjüngung so ausgebildet
ist, dass ein Gleiter nahezu stufenfrei von dem Führungsseil auf den Seilführungsabschnitt
überwechseln kann. Somit kann der Gleiter noch leichter entlang des Führungsseils
über einen Seilführungsabschnitt und ggf. ein Gelenkelement hinweggleiten.
[0020] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Gelenkverbindung als Formschlussverbindung,
insbesondere als Rast- oder Steckverbindung, ausgebildet ist. Derartige Verbindungen
lassen sich besonders einfach herstellen.
[0021] Auch die Montage beispielsweise eines Gelenkelements an einem Seilführungsabschnitt
kann dadurch wesentlich erleichtert werden. Ein Gelenkelement kann dazu zur Verbindung
mit dem Seilführungsabschnitt einfach am Seilführungsabschnitt eingerastet oder angesteckt
werden.
[0022] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Gelenkelement zur Kopplung mit einem Seilführungsabschnitt
gemäß der Erfindung, in oder an dem das Führungsseil führbar ist und das über die
Gelenkverbindung mit dem Seilführungsabschnitt gelenkig koppelbar ist. Somit wird
ein zweites Seilführungssystem-Element zur Verfügung gestellt, durch das die Variantenvielfalt
aufbaubarer Befestigungspunkte für das Führungsseil weiter vergrößert wird. Insbesondere
kann zudem vorgesehen werden, dass ein solches Gelenkelement am Seilführungsabschnitt
eines Sockelelements einenends oder beidenends gelenkig angekoppelt werden kann.
[0023] Besonders vorteilhaft ist es ferner, wenn das Gelenkelement mit einem weiteren Gelenkelement
gelenkig koppelbar ist. Somit können mehrere Gelenkelemente sowie gegebenenfalls ein
Seilführungsabschnitt miteinander gelenkig gekoppelt und zu einer Reihenanordnung
miteinander verbunden werden.
[0024] Das Gelenkelement kann zu einem seiner freien Enden hin stufenlos verjüngt ausgebildet
sein, das heißt, eine Verjüngung aufweisen, die konisch verlaufen kann.
[0025] Dabei kann es vorteilhafterweise vorgesehen werden, dass die beiden an freien Enden
einer Reihenanordnung von Gelenkelementen angeordneten Gelenkelemente eine Verjüngung
aufweisen, nicht jedoch die im inneren Bereich der Reihenanordnung gelegenen Gelenkelemente.
Wird nun ein Führungsseil durch diese Reihenanordnung von Gelenkelementen und/oder
einem Seilführungsabschnitt geführt, so kann ein Gleiter entlang des Führungsseils
entlanggleiten und über die Verjüngungen auf die Reihenanordnung der Gelenkelemente
und den Seilführungsabschnitt auf und am anderen Ende wieder abgleiten. Eine Reihenanordnung
ermöglicht es auch, das Führungsseil über eine größere Länge hinweg, beispielsweise
um eine Ecke, knickfrei zu führen. Je nach Anzahl verwendeter Gelenkelemente kann
die sich ergebende Bogenlänge der Reihenanordnung sowie der Winkel, um den das Führungsseil
in der Ecke umgelenkt werden soll, eingestellt werden.
[0026] In einer besonders vorteilhaften Ausführung der Erfindung kann das Gelenkelement
in wenigstens einem Abschnitt trichterförmig ausgebildet sein. Insbesondere kann der
Innendurchmesser des Gelenkelements einenends größer als anderenends ausgebildet sein.
Dadurch können je zwei Gelenkelemente miteinander gelenkig verbunden werden, in dem
sie ineinander geschoben werden. Vorteilhafterweise kann bei einem solchen Gelenkelement
innenseitig eine Rastung vorgesehen sein, so dass je zwei Gelenkelemente drehverschieblich
mit einander verbunden sein und zueinander abgewinkelt werden können, das heißt, ein
Drehgelenk mit in axialer Richtung gegeneinander verschiebbaren Gelenkelementen bilden,
wobei sich jedoch die Gelenkelemente nicht selbsttätig voneinander lösen können. Auch
kann das Gelenkelement als Kugelgelenkelement oder becher- oder tulpenförmig ausgebildet
sein.
[0027] Solche Formen sind einfach herzustellen. Sie ermöglichen es auf besonders einfache
Weise, dass mehrere Gelenkelemente miteinander bzw. ein Gelenkelement mit einem Seilführungsabschnitt
gelenkig über eine Formschlussverbindung, insbesondere eine Steckverbindung, verbunden
werden können. Durch Reihenanordnung mehrerer Gelenkelemente lässt sich auf besonders
einfache Weise eine flexible, aber dennoch stabile, schwanenhalsartige Führung eines
Führungsseils erreichen.
[0028] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten
Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung,
die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigt, sowie aus den Ansprüchen. Die dort gezeigten
Merkmale sind nicht notwendig maßstäblich zu verstehen und derart dargestellt, dass
die erfindungsgemäßen Besonderheiten deutlich sichtbar gemacht werden können. Die
verschiedenen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen
bei Varianten der Erfindung verwirklicht sein.
[0029] In der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0030] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführung eines Sockelelements gemäß der Erfindung mit einem Seilführungsabschnitt
und zwei Gelenkelementen als Querschnittsansicht;
- Fig. 2a und 2b
- zwei alternative Ausführungsformen der Erfindung zur Führung eines Führungsseils in
einem Eckbereich sowie zur gradlinigen Führung eines Führungsseils;
- Fig. 3a und 3b
- eine weitere alternative Ausführung der Erfindung, bei der Gelenkelemente als Kugelgelenkelemente
ausgebildet sind, als Gesamtansicht und als Detail-Querschnittsansicht.
[0031] Die Fig. 1 zeigt ein Sockelelement 1, an dem ein Seilführungsabschnitt 2 angeordnet
ist. Einenends und anderenends des Seilführungsabschnitts 2 sind zwei Gelenkelemente
3a, 3b angeordnet. Die freien Enden der Gelenkelemente 3a, 3b sind verjüngend ausgebildet
und bilden somit Verjüngungen 4a, 4b. Zudem sind die freien Enden der Gelenkelemente
3a, 3b abgerundet ausgebildet. Die Gelenkelemente 3a, 3b sowie der Seilführungsabschnitt
2 sind innen hohl, sodass ein nicht näher in der Fig. 1 dargestelltes Führungsseil
durch die Gelenkelemente 3a, 3b und den Seilführungsabschnitt 2 hindurchgeführt werden
kann. Dazu sind die Innendurchmesser der Gelenkelemente 3a, 3b sowie des Seilführungsabschnitts
2 auf den Querschnitt des Führungsseils abgestimmt.
[0032] Ferner sind die Verjüngungen 4a, 4b insbesondere im Bereich der freien Enden der
Gelenkelemente 3a, 3b so ausgeführt, dass sich, wenn ein Führungsseil durch die Gelenkelemente
3a, 3b und den Seilführungsabschnitt 2 hindurch geführt wird, möglichst geringe Abstufungen
beziehungsweise Schwellen zwischen Ein- bzw. Austrittsstellen des Führungsseils und
den freien Enden der Gelenkelemente 3a, 3b ergeben. Die freien Enden der Gelenkelemente
3a, 3b laufen nahezu stufenfrei im Endbereich auf das Führungsseil spitz aus.
[0033] Die Gelenkelemente 3a, 3b sind mittels Gelenkverbindungen 5a, 5b mit dem Seilführungsabschnitt
2 gelenkig gekoppelt. Dazu weisen der Seilführungsabschnitt 2 und die Gelenkelemente
3a, 3b nut- bzw. federartig ausgebildete Profilierungen auf, durch die die Gelenkverbindungen
5a, 5b gebildet werden. Die nut- bzw. federartigen Profilierungen sind dabei so geformt,
dass sie in die jeweils angrenzende Profilierung ein- bzw. diese hintergreifen. Die
Profilierungen ermöglichen es ferner, die Gelenkelemente 3a, 3b im Bereich der Gelenkverbindungen
5a, 5b um eine vertikale Achse A
a, A
b um Auslenkwinkel α
a, α
b auszulenken. Gleichzeitig bilden die Profilierungen Anschläge, sodass die Auslenkwinkel
α
a, α
b begrenzt sind. In diesem Ausführungsbeispiel sind die Auslenkwinkel α
a,α
b auf einen Bereich von -45° bis +45° begrenzt. In anderen Ausführungsbeispielen ist
vorgesehen, die Auslenkwinkel α
a, α
b auf höchstens ± 15°, im Allgemeinen auf ± 90°, zu begrenzen.
[0034] Somit kann das Sockelelement 1 mit seinem Seilführungsabschnitt 2 und den Gelenkelementen
3a, 3b als Befestigungspunkt sowohl im Falle, dass das Führungsseil geradlinig gespannt
bzw. gehalten bzw. geführt werden soll, als auch für den Fall, dass das Führungsseil
um eine Ecke geführt werden soll, genutzt werden.
[0035] In Fig. 2a ist eine alternative Ausführung der Erfindung dargestellt. Insbesondere
ist zu erkennen, dass ein Führungsseil 7' über eine Reihenanordnung 3*, die aus mehreren
Gelenkelementen sowie einem Seilführungsabschnitt des Sockelelements 1' sowie mit
entsprechenden Gelenkverbindungen gebildet ist, geführt wird. Dazu weisen die Gelenkelemente
sowie der Seilführungsabschnitt der Reihenanordnung 3* beidenends Profilierungen auf,
durch die an den freien Enden der Gelenkelemente jeweils erste und zweite Gelenkverbindung
gebildet werden können, in dem jeweils zwei Gelenkelemente mit ihren Profilierungen
rastend zusammengesteckt werden.
[0036] Ferner ist zu erkennen, dass durch die wie zuvor beschrieben ebenfalls begrenzten
Anschlagwinkel der Gelenkverbindungen der Gelenkelemente der Reihenanordnung 3* bewirkt
wird, dass das Führungsseil 7' nicht abknickt, sondern bogenförmig um eine Ecke herumgeführt
werden kann. Ferner ist der Fig. 2a zu entnehmen, dass das Sockelelement 1' mittels
eines Befestigungselements 9', in diesem Falle eine Schraube, an einer Stange 6' fixiert
ist. Es versteht sich, dass das Sockelelement 1' anstelle an der Stange 6' auch an
beliebigen anderen geeigneten Stellen, beispielsweise an einem freistehenden Sparren
eines Daches, sofern eine auf dem Dach arbeitende Person geschützt werden soll, oder
an einem etwaig vorhandenen weiteren Gerüstelement oder dergleichen fixiert sein kann.
[0037] Somit bildet in diesem Anwendungsfall das Sockelelement 1' mit der Reihenanordnung
3* ein Eckelement zur Führung des Führungsseils 7'.
[0038] Kommt es zu einer Belastung des Führungsseils, insbesondere bei einem Absturz einer
zu sichernden Person, können die auf das Führungsseil 7' wirkenden Kräfte sicher durch
die Reihenanordnung 3* bzw. das Sockelelement 1' aufgenommen und in die Stange 6'
eineleitet werden.
[0039] Ferner ist der Fig. 2a auch zu entnehmen, dass jeweils an den freien Enden der Reihenanordnung
3* Gelenkelemente mit Verjüngungen angeordnet sind. Somit kann ein Gleiter, der entlang
des Führungsseils 7' gleitet, problemlos auf die Reihenanordnung 3* aufgleiten, über
diese hinweggleiten und dann wieder auf das Führungsseil 7' anderenends abgleiten.
Der Gleiter kann somit ohne zu Verhaken um eine bogenförmige Krümmung geführt umgelenkt
werden.
[0040] In der Fig. 2b ist eine weitere Ausführung eines Sockelelements 1" gemäß der Erfindung
dargestellt. Dabei wird ein Führungsseil 7" geradlinig durch das Sockelelement 1"
geführt. Zu erkennen ist, dass das Sockelelement 1" zwei Befestigungsausnehmungen
8a", 8b" aufweist. Durch eine der beiden Befestigungsausnehmungen 8a", 8b" greift
ein Befestigungselement 9", in diesem Fall ebenfalls eine Schraube, in die Stange
6" ein. Somit ist das Sockelelement 1" an der Stange 6" sicher fixiert. Die unterschiedlich
positionierten Befestigungsausnehmungen 8a" und 8b" dienen dabei dazu, die Lage und
Position des Sockelelements 1" nach Bedarf wählen zu können. Das Sockelelement 1"
der Ausführung gemäß der Fig. 2b bildet somit einen geradlinigen Zwischenhalter für
das Führungsseil 7".
[0041] In den Fig. 3a und 3b ist eine weitere Ausführung eines Sockelelements 1"' gemäß
der Erfindung abgebildet. Das Sockelelement 1"' weist einen Seilführungsabschnitt
2'" auf, an dem beidenends mehrere Gelenkelemente gelenkig gekoppelt sind und wodurch
somit eine Reihenanordnung 3*' gebildet wird. Man erkennt, dass die Gelenkelemente
der Reihenanordnung 3*' trichterförmig, insbesondere als kugelgelenkartige Elemente,
ausgebildet sind. Somit wirkt die Reihenanordnung 3*' als flexibel verformbarer Schwanenhals.
Durch die kugelelementartige Ausbildung der Gelenkelemente der Reihenanordnung 3*'
sind die maximal möglichen Auslenkwinkel der Gelenkelemente zueinander bzw. des Seilführungsabschnitts
2"' zu den benachbarten Gelenkelementen begrenzt. Ein Führungsseil 7"', das durch
die Reihenanordnung 3*' geführt wird, wird somit gegen Abknicken geschützt und bogenförmig
geführt und umgelenkt. Der erreichbare Umlenkwinkel β"', um den das Führungsseil 7"'
durch das Sockelelement 1"' umgelenkt wird, lässt sich auf einfache Weise durch Hinzufügen
oder Entfernen eines Gelenkelements innerhalb der Reihenanordnung 3*' konfigurieren.
[0042] Fig. 3b zeigt nun in einer Detailansicht ein Schnittbild des Sockelelements 1"' der
Fig. 3a. Zu erkennen ist, dass die kugelgelenkartig ausgebildeten Gelenkelemente,
die die Reihenanordnung 3*' bilden, einenends einen geringfügig größeren Innendurchmesser
aufweisen als anderenends, sodass ein Gelenkelement mit seinem anderen Ende in ein
anderes Gelenkelement mit seinem einen Ende verrastend und dennoch verschieblich eingreifen
kann. Somit können auf einfache Weise Gelenkverbindungen zwischen den Gelenkelementen
hergestellt werden.
[0043] Die Erfindung betrifft ein Sockelelement mit einem Seilführungsabschnitt als Teil
eines Seilführungssystems zur Absturzsicherung von Personen, wobei der Seilführungsabschnitt
zur Aufnahme oder zur Befestigung eines Führungsseils ausgebildet ist, wobei an wenigstens
einem freien Ende des Seilführungsabschnitts ein Gelenkelement, in oder an dem das
Führungsseil weiterführbar ist, über eine Gelenkverbindung gelenkig ankoppelbar ist.
[0044] Die Erfindung betrifft ferner ein Gelenkelement zur Kopplung mit einem Seilführungsabschnitt
nach einem der Patentansprüche 1 bis 5, in oder an dem das Führungsseil führbar ist
und das über die Gelenkverbindung an den Seilführungsabschnitt gelenkig ankoppelbar
ist.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1, 1', 1", 1"'
- Sockelelement
- 2, 2"'
- Seilführungsabschnitt
- 3a, 3b
- Gelenkelement
- 3*, 3*'
- Reihenanordnung
- 4a, 4b
- Verjüngung
- 5a, 5b
- Gelenkverbindung
- 6', 6"
- Stange
- 7', 7", 7"'
- Führungsseil
- 8a", 8b"
- Befestigungsausnehmung
- 9"
- Befestigungselement
- Aa, Ab
- Drehachse
- αa, αb
- Auslenkwinkel
- β"'
- Umlenkwinkel
1. Sockelelement (1, 1', 1", 1"') mit einem Seilführungsabschnitt (2, 2"') als Teil eines
Seilführungssystems zur Absturzsicherung von Personen, wobei der Seilführungsabschnitt
(2, 2"') zur Aufnahme oder zur Befestigung eines Führungsseils (7', 7", 7"') ausgebildet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens einem freien Ende des Seilführungsabschnitts ein Gelenkelement (3a,
3b), in oder an dem das Führungsseil (7', 7", 7"') weiterführbar ist, über eine Gelenkverbindung
(5a, 5b) gelenkig ankoppelbar ist.
2. Sockelelement (1, 1', 1", 1"') nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilführungsabschnitt (2, 2"') mindestens an einem Ende mit einem Gelenkelement
(3a, 3b) gelenkig verbunden ist.
3. Sockelelement nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilführungsabschnitt (2, 2"') aus einem Gelenkelement (3a, 3b) gebildet ist.
4. Sockelelement (1, 1', 1", 1"') nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilführungsabschnitt (2, 2"') zu einem seiner freien Enden hin stufenlos verjüngt
ausgebildet ist.
5. Sockelelement (1, 1', 1", 1"') nach einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenkverbindung (5a, 5b) als Formschlussverbindung, insbesondere als Rast- oder
Steckverbindung, ausgebildet ist.
6. Gelenkelement (3a, 3b) zur Kopplung mit einem Seilführungsabschnitt (2, 2"') nach
einem der Patentansprüche 1 bis 5, in oder an dem das Führungsseil (7', 7", 7"') führbar
ist und das über die Gelenkverbindung (5a, 5b) an den Seilführungsabschnitt (2, 2"')
gelenkig ankoppelbar ist.
7. Gelenkelement (3a, 3b) nach Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Gelenkelement (3a, 3b) mit einem weiteren Gelenkelement (3a, 3b) gelenkig koppelbar
ist.
8. Gelenkelement (3a, 3b) nach einem der Patentansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Gelenkelement (3a, 3b) zu einem seiner freien Enden hin stufenlos verjüngt ausgebildet
ist.
9. Gelenkelement nach einem der Patentansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Gelenkelement (3a, 3b) wenigstens in einem Abschnitt trichterförmig ausgebildet
ist.