[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen einer aus einer Mehrzahl
von gleichen Arbeitsstellen bestehenden Textilmaschine, wobei eine Reinigungsanforderung
für eine Arbeitsstelle gestellt wird und die zu reinigende Arbeitsstelle durch eine
fahrbare Reinigungsvorrichtung angefahren und gereinigt wird. Die Erfindung betrifft
ferner eine Textilmaschine mit einer Mehrzahl von gleichen Arbeitsstellen, einer fahrbaren
Reinigungsvorrichtung und einer Steuereinrichtung.
[0002] Die Reinigung von Arbeitsstellen von Textilmaschinen durch fahrbare Reinigungsvorrichtungen
ist wohlbekannt. Dabei gibt es unterschiedliche Verfahren, nach welchen Gesichtspunkten
die Reinigungsvorrichtung die einzelnen Arbeitsstellen anfährt. So wird in der
EP 0 259 622 B1 ein Verfahren beschrieben, bei dem die Reinigungsvorrichtung beginnend bei einer
ersten Arbeitsstelle von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle bis zur letzten Arbeitsstelle
fährt. Ist ein solcher Arbeitszyklus abgeschlossen, beginnt die Reinigungsvorrichtung
entweder sofort oder nach einer gewissen Wartezeit von vorne mit dem nächsten Arbeitszyklus.
Bei diesem Verfahren wird aber nicht berücksichtigt, dass die einzelnen Arbeitsstellen
unterschiedlich schnell verschmutzen. Dies kann beispielsweise an unterschiedlichem
Vorlagematerial liegen, an einer unterschiedlichen Anzahl vorgefallener Fadenbrüche
oder auch nur an der unterschiedlichen räumlichen Lage der Arbeitsstelle an der Textilmaschine.
Dementsprechend ist aber bei den einzelnen Arbeitsstellen eine Reinigung zu unterschiedlichen
Zeiten notwendig.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, ein Verfahren zum Reinigen einer
aus einer Mehrzahl von gleichen Arbeitsstellen bestehenden Textilmaschine vorzuschlagen,
das die unterschiedliche Verschmutzung der einzelnen Arbeitsstellen berücksichtigt.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Reinigen einer Textilmaschine und
eine Textilmaschine mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche.
[0005] Vorgeschlagen wird ein Verfahren zum Reinigen einer aus einer Mehrzahl von gleichen
Arbeitsstellen bestehenden Textilmaschine. Dabei kann es sich beispielsweise um eine
Rotor-Spinnmaschine, eine Luftspinnmaschine, eine Ringspinnmaschine oder auch um eine
Spulmaschine oder eine andere Textilmaschine handeln, die eine Aneinanderreihung von
gleichen Arbeitsstellen aufweist und von einer fahrbaren Reinigungsvorrichtung gereinigt
wird. Unter einer Arbeitsstelle versteht man dabei für den Fall einer Spinnmaschine
eine Einheit, die ein aus einer Kanne kommendes Faserband zu einem Faden verspinnt
und den Faden auf einer Spule aufwickelt.
[0006] Bei dem Verfahren wird eine Reinigungsanforderung für eine Arbeitsstelle gestellt.
Dies kann sowohl durch die Arbeitsstelle selbst als auch durch eine Steuereinrichtung
der Textilmaschine erfolgen. Wenn eine Reinigungsanforderung gestellt wurde, wird
die Arbeitsstelle durch eine fahrbare Reinigungsvorrichtung angefahren und gereinigt.
[0007] Erfindungsgemäß wird die Reinigungsanforderung in Abhängigkeit von an den jeweiligen
Arbeitsstellen seit dem letzten Reinigungsvorgang angefallenen Ereignissen gestellt.
Diese Ereignisse sind dabei ein Indiz für die seit dem letzten Reinigungsvorgang angefallene
Verschmutzung der Arbeitsstelle. Das Verfahren berücksichtigt also die unterschiedliche
Verschmutzung der einzelnen Arbeitsstellen.
[0008] Vorteilhafterweise zählen zu den Ereignissen vorbestimmte Störungen, vorbestimmte
Kombinationen von Messwerten, vorzugsweise in Form von Qualitätsmesswerten, Ansetzvorgänge,
der Wechsel von Spulen und/oder Wechsel von Kannen. Zu den Störungen zählen beispielsweise
Fadenbrüche oder Reinigerschnitte. Dabei können alle oder auch nur einige vorbestimmte
Störungen als Ereignisse gewertet werden. Messwerte, vorzugsweise Qualitätsmesswerte,
sind beispielsweise die Dicke oder die Farbe des Fadens. Bestimmte Kombinationen von
solchen Messwerten zeigen dabei einen Reinigungsbedarf an einer Arbeitsstelle an und
können folglich ebenfalls als Ereignisse gewertet werden. Unter Ansetzvorgängen versteht
man dabei sowohl das Verbinden von zwei losen Fadenenden nach einem Fadenbruch bzw.
Reinigerschnitt als auch das Ansetzen eines Fadens auf eine leere oder teilweise bewickelte
Spule. Spulen- und Kannenwechsel zeigen dabei direkt an, wie viel Garn bzw. Textil
bearbeitet wurde. Da pro bearbeiteter Garn- oder Textilmenge auch eine gewisse Verschmutzung
anfällt, sind Spulen- und Kannenwechsel gute Indikatoren für die angefallene Verschmutzung.
Auch bei jedem Ansetzvorgang fällt Schmutz an bzw. wird Schmutz aufgewirbelt. Daher
ist auch dies ein guter Indikator für die Verschmutzung der Arbeitsstelle. Diese Liste
an Ereignissen ist aber nicht ausschließlich: je nach Textilmaschine können auch noch
andere Ereignisse berücksichtigt werden, beispielsweise bestimmte Wartungsvorgänge
durch eine Wartungsvorrichtung oder der Austausch von Verschleißteilen.
[0009] Vorteilhaft ist es, wenn bei einer von einer Arbeitsstelle angeforderten Reinigungsfahrt
die auf dem Weg der Reinigungsvorrichtung liegenden Arbeitsstellen in Abhängigkeit
von an den jeweiligen Arbeitsstellen seit dem letzten Reinigungsvorgang angefallenen
Ereignissen auch gereinigt werden. Dabei wird diese Abhängigkeit so gewählt, dass
die auf dem Weg der Reinigungsvorrichtung liegenden Arbeitsstellen auch schon gereinigt
werden, wenn sie selbst noch keine Reinigungsanforderung gestellt haben, aber wenn
auf Grund der bereits angefallenen Ereignisse abzusehen ist, dass sie bald eine Reinigungsanforderung
stellen werden. Somit werden unnötig häufige bzw. weite Fahrten der Reinigungsvorrichtung
vermieden, was die Effizienz der Reinigungsvorrichtung steigert.
[0010] Von Vorteil ist es, wenn die Abhängigkeit das Überschreiten einer, vorzugsweise gewichteten,
Anzahl von Ereignissen ist. Dabei zeigt beispielsweise ein Kannenwechsel an, dass
eine relativ große Menge Garn verarbeitet wurde und dementsprechend eine starke Verschmutzung
verursacht wurde. Der Gewichtungsfaktor für einen Kannenwechsel ist also relativ hoch.
Dagegen verursacht ein einzelner Ansetzvorgang nur eine relativ schwache Verschmutzung,
so dass der Gewichtungsfaktor für einen Ansetzvorgang relativ klein zu wählen ist.
Wird dann ein bestimmter Schwellenwert von gewichteten Ereignissen überschritten,
zeigt dies an, dass ein bestimmter Grad an Verschmutzung erreicht wurde. Es wird daraufhin
eine Reinigungsanforderung gestellt.
[0011] Für Arbeitsstellen, die - wie oben beschrieben - auf dem Weg der Reinigungsvorrichtung
liegen, wird ein etwas kleinerer Schwellenwert gewählt, um festzulegen, ob sie bei
der Reinigungsfahrt mitgereinigt werden oder nicht. So können diese Arbeitsstellen
auch schon gereinigt werden, wenn sie noch nicht ganz den Schwellenwert erreicht haben,
der zum Stellen einer Reinigungsanforderung führen würde.
[0012] Es ist auch von Vorteil, wenn die Ereignisse nach ihrer Entfernung zur jeweiligen
Arbeitsstelle gewichtet werden. So wird üblicherweise die meiste Verschmutzung durch
den Spinnbetrieb an der jeweiligen Arbeitsstelle selbst verursacht. Aber auch der
Spinnbetrieb an den benachbarten Arbeitsstellen verursacht eine gewisse, aber mit
zunehmendem Abstand geringere, Verschmutzung einer Arbeitsstelle. Je größer also die
Entfernung der Arbeitsstelle, an der ein Ereignis auftritt, zur beobachteten Arbeitsstelle
ist, desto kleiner wird der Gewichtungsfaktor gewählt. Üblicherweise wird es ausreichen,
die Ereignisse von ein paar wenigen benachbarten Arbeitsstellen zu berücksichtigen.
[0013] Vorteilhaft ist es auch, wenn die Abhängigkeit eine vorbestimmte Abfolge von Ereignissen
ist. Wird beispielsweise zwischen zwei Spulenwechseln eine bestimmte Anzahl von Ansetzvorgängen
überschritten, so ist davon auszugehen, dass ein Fehler vorliegt. Dieser Fehler könnte
von einer zu stark verschmutzten Arbeitsstelle kommen, könnte aber auch andere Ursachen
haben. Das Stellen einer Reinigungsanforderung nach einer bestimmten Anzahl von Ansetzvorgängen
hintereinander dient also dazu, eine mögliche Verschmutzung als Fehlerursache zu beheben.
Sollten nach erfolgter Reinigung weiterhin viele Ansetzvorgänge hintereinander ausgeführt
werden, dann ist die Ursache des Fehlers wohl eine andere. In dem Fall muss eine Wartungsvorrichtung
die Arbeitsstelle warten oder Bedienpersonal die Ursache der Häufung von Ansetzvorgängen
untersuchen.
[0014] Wenn die letzte Reinigung einer Arbeitsstelle schon eine längere Zeit zurückliegt,
dann kann diese Arbeitsstelle insbesondere auch durch in der Umgebungsluft enthaltenen
Staub bzw. Fasern verschmutzen. Ist seit der letzten Reinigung der Arbeitsstelle also
schon eine vorbestimmte Zeit vergangen, dann ist es von Vorteil, wenn eine Reinigungsanforderung
für diese Arbeitsstelle gestellt wird, um sicherzustellen, dass die entsprechenden
Arbeitsstellen zu keiner Zeit übermäßig verunreinigt werden.
[0015] Vorteilhafterweise wird eine Reinigungsanforderung nur für laufende Arbeitsstellen
gestellt. Wenn eine Arbeitsstelle eine längere Zeit nicht läuft, könnte es durch Ereignisse
an benachbarten Arbeitsstellen passieren, dass dennoch eine Reinigungsanforderung
gestellt wird. Es lohnt sich jedoch nur, eine Reinigungsanforderung zu stellen, wenn
die Arbeitsstelle bald darauf wieder läuft. Da dies bei Arbeitsstellen, die längere
Zeit nicht laufen, nicht vorherzusehen ist, ist es effizienter, wenn nicht laufende
Arbeitsstellen keine Reinigungsanforderungen stellen.
[0016] Liegt andererseits eine nicht laufende Arbeitsstelle auf dem Weg einer Reinigungsvorrichtung,
dann ist es günstig, wenn sie in Abhängigkeit von den seit dem letzten Reinigungsvorgang
angefallenen Ereignissen auch gereinigt wird, so dass eine übermäßige Verschmutzung
dieser Arbeitsstelle vermieden wird.
[0017] Vorteilhaft ist es, wenn die fahrbare Reinigungsvorrichtung als separates Reinigungsaggregat
betrieben wird. Dann kann die Reinigungsvorrichtung weitgehend unabhängig von anderen
Wartungsvorrichtungen entlang der Textilmaschine und damit zu den einzelnen Arbeitsstellen
verfahren werden und muss die Abarbeitung der Reinigungsanforderungen nicht mit anderen
Wartungsanforderungen koordinieren.
[0018] Es kann aber auch von Vorteil sein, wenn die Reinigungsvorrichtung als Teil einer
größeren verfahrbaren Wartungsvorrichtung betrieben wird. So benötigt die Reinigungsvorrichtung
keinen separaten Antrieb und es muss nicht auf mögliche Kollisionen zwischen der Reinigungsvorrichtung
und der größeren Wartungsvorrichtung geachtet werden (wobei die Wartungsvorrichtung
beispielsweise als Serviceroboter ausgebildet ist, der die oben genannten Ansetzvorgänge
durchführt).
[0019] Bei Textilmaschinen mit einer großen Zahl an Arbeitsstellen ist mehr als eine Reinigungsvorrichtung
nötig, um alle Reinigungsanforderungen zu bedienen. Dann ist es von Vorteil, wenn
ein Überschneidungsbereich vorgesehen ist, der von mindestens zwei Reinigungsvorrichtungen
gereinigt werden kann. Durch ein geschicktes Verteilen der im Überschneidungsbereich
anfallenden Reinigungsanforderungen kann nämlich die Effizienz der Reinigungsvorrichtungen
erhöht werden. Vorzugsweise hält sich dabei höchstens eine Reinigungsvorrichtung zu
einem gegebenen Zeitpunkt im Überschneidungsbereich auf. Dies ist eine einfache, aber
effektive Methode, Kollisionen zwischen den Reinigungsvorrichtungen zu vermeiden.
[0020] Wenn die Reinigungsanforderung für eine Arbeitsstelle im Überschneidungsbereich gestellt
wird, ist es vorteilhaft, wenn der Reinigungsvorgang von derjenigen Reinigungsvorrichtung
durchgeführt wird, die eine geringere Arbeitsauslastung aufweist. So wird eine Anpassung
der Arbeitsauslastungen erreicht und die Effizienz der Reinigungsvorrichtungen gesteigert.
[0021] Wenn die Reinigungsanforderung für eine Arbeitsstelle im Überschneidungsbereich gestellt
wird, kann es jedoch auch von Vorteil sein, wenn der Reinigungsvorgang von derjenigen
Reinigungsvorrichtung durchgeführt wird, die näher an der Arbeitsstelle ist, für die
die Reinigungsanforderung gestellt wurde. Mit dieser Strategie werden unnötig weite
Fahrwege der Reinigungsvorrichtungen vermieden und die Reinigungen können zeitnäher
durchgeführt werden.
[0022] Ferner wird eine Textilmaschine mit einer Mehrzahl von gleichen Arbeitsstellen vorgeschlagen.
Die Textilmaschine weist außerdem eine fahrbare Reinigungsvorrichtung und eine Steuereinrichtung
auf. Dabei ist die Steuereinrichtung dazu ausgebildet, Reinigungsanforderungen für
Arbeitsstellen zu stellen und die Reinigungsvorrichtung dazu ausgebildet, eine Arbeitsstelle,
für die eine Reinigungsanforderung gestellt wurde, anzufahren und zu reinigen.
[0023] Erfindungsgemäß ist die Steuereinrichtung derart ausgebildet, dass sie die Textilmaschine
gemäß den bisher beschriebenen Aspekten reinigt. Die Steuereinrichtung stellt also
Reinigungsanforderungen in Abhängigkeit von an den jeweiligen Arbeitsstellen seit
dem letzten Reinigungsvorgang angefallenen Ereignissen. Diese Ereignisse sind dabei
ein Indiz für die seit dem letzten Reinigungsvorgang angefallene Verschmutzung der
Arbeitsstelle. Die Steuereinrichtung ist also dazu ausgebildet, beim Stellen der Reinigungsanforderungen
die unterschiedliche Verschmutzung der Arbeitsstellen zu berücksichtigen.
[0024] Von Vorteil ist es dabei, wenn die fahrbare Reinigungsvorrichtung als separates Reinigungsaggregat
ausgebildet ist. Dann kann die Reinigungsvorrichtung weitgehend unabhängig von anderen
Wartungsvorrichtungen entlang der Textilmaschine verfahren werden und muss die Abarbeitung
der Reinigungsanforderungen nicht mit anderen Wartungsanforderungen koordinieren.
[0025] Es kann aber auch von Vorteil sein, wenn die Reinigungsvorrichtung als Teil einer
größeren fahrbaren Wartungsvorrichtung ausgebildet ist. So wird ein separater Antrieb
für die Reinigungsvorrichtung gespart und es muss nicht auf mögliche Kollisionen zwischen
der Reinigungsvorrichtung und der größeren Wartungsvorrichtung geachtet werden.
[0026] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es zeigt:
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer Reinigungsvorrichtung vor einer Arbeitsstelle und
- Figur 2
- eine Draufsicht einer Textilmaschine mit einer Mehrzahl von Arbeitsstellen und zwei
Reinigungsvorrichtungen.
[0027] Figur 1 zeigt eine fahrbare Reinigungsvorrichtung 1 vor einer Arbeitsstelle 2 einer
Textilmaschine. Dabei handelt es sich in diesem Fall um eine Rotor-spinnmaschine.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist aber im Prinzip auf andere Spinnmaschinen oder
generell jede Textilmaschine mit einer Mehrzahl von gleichen Arbeitsstellen 2 und
einer fahrbaren Reinigungsvorrichtung 1 anwendbar.
[0028] Die Arbeitsstelle 2 weist ein Spinnaggregat 3 auf, das ein aus einer Kanne 4 kommendes
Faserband 5 zu einem Faden 6 verspinnt. Der Faden 6 wird dann von einem Abzugswalzenpaar
7 übernommen und mittels eines Changierelements 8 auf einer Spule 9 aufgewickelt.
[0029] Ereignisse wie ein Wechsel der Kanne 4, ein Wechsel der Spule 9 oder ein Ansetzen
des Fadens 6 werden von der Arbeitsstelle 2 an eine Steuereinrichtung der Textilmaschine
übermittelt. Ist ein vorbestimmter Schwellenwert an gewichteten Ereignissen für die
Arbeitsstelle 2 erreicht oder überschritten, fordert die Steuereinrichtung die Reinigung
der Arbeitsstelle 2 durch die Reinigungsvorrichtung 1 an.
[0030] Die Reinigungsvorrichtung 1 fährt dann entlang von Schienen 10 bis zur Arbeitsstelle
2, wo sie sich mittels eines der Arbeitsstelle zugeordneten Positionierelements 11
exakt positioniert. Die Reinigung selbst wird in diesem Ausführungsbeispiel von einem
Saugrüssel 12 durchgeführt. Der Saugrüssel 12 ist dabei über mehrere Arme 13, 14,
15 mit dem Fahrgestell 16 der Reinigungsvorrichtung 1 verbunden. Der Saugrüssel 12
und die Arme 13, 14 sind um horizontale Achsen 17, 18, 19 und der Saugrüssel zusätzlich
um die vertikale Achse 20 schwenkbar. So kann der Saugrüssel 12 zu den abzusaugenden
Objekten der Arbeitsstelle 2 bewegt werden.
[0031] Das hier beschriebene Verfahren beschränkt sich allerdings nicht auf eine Reinigung
durch Absaugen von Verschmutzungen; vielmehr sind auch andere Reinigungsmethoden,
beispielsweise mit Druckluft oder mit mechanischen Reinigungselementen, denkbar.
[0032] Figur 2 zeigt eine Draufsicht einer Textilmaschine 21 mit einer Mehrzahl von Arbeitsstellen
2 und zwei Reinigungsvorrichtungen 1. Die Reinigungsvorrichtungen sind dabei entlang
der Schienen 10 fahrbar.
[0033] Die Arbeitsstellen 2 sind einem von drei Bereichen zugeordnet: einem exklusiven Bereich
EB1, der sich auf einer Maschinenseite der Textilmaschine 21 befindet, einem exklusiven
Bereich EB2, der sich auf der anderen Maschinenseite befindet, und einem Überschneidungsbereich
Ü.
[0034] Die Arbeitsstellen 2 senden Informationen über Ereignisse wie Kannenwechsel, Spulenwechsel
und/oder Ansetzvorgänge an eine am Maschinenende 22 angeordnete Steuereinrichtung
23. Diese Ereignisse werden von der Steuereinrichtung 23 mit einem Gewichtungsfaktor
versehen. Dabei ist der Gewichtungsfaktor umso größer, je größer die dem Ereignis
zugeordnete Verschmutzung ist. Für jede Arbeitsstelle 2 wird eine Summe der gewichteten
Ereignisse gebildet. Dabei werden auch Ereignisse, die an benachbarten Arbeitsstellen
2 angefallen sind, gezählt, allerdings werden diese Ereignisse mit einem weiteren
Gewichtungsfaktor versehen, der umso kleiner ist, je größer der Abstand vom Ereignis
zur Arbeitsstelle 2 ist.
[0035] Ist ein Schwellenwert an gewichteten Ereignissen für eine Arbeitsstelle 2 überschritten,
so wird eine Reinigungsanforderung für diese Arbeitsstelle 2 gestellt. Befindet sich
die Arbeitsstelle 2 im exklusiven Bereich EB1, der der in Figur 2 oberen Reinigungsvorrichtung
1 zugeordnet ist, so fährt die Reinigungsvorrichtung 1 zu der Arbeitsstelle 2, für
die die Reinigungsanforderung gestellt wurde. Ebenso ist die in Figur 2 untere Reinigungsvorrichtung
1 für die Arbeitsstellen 2 im exklusiven Bereich EB2 zuständig. Wird die Reinigungsanforderung
allerdings für eine Arbeitsstelle im Überschneidungsbereich Ü gestellt, so wird der
Reinigungsvorgang von der Reinigungsvorrichtung 1 durchgeführt, die die geringere
Arbeitsauslastung aufweist.
[0036] Auf dem Weg der Reinigungsvorrichtung 1 zur Arbeitsstelle 2, für die die Reinigungsanforderung
gestellt wurde, werden außerdem alle Arbeitsstellen 2 gereinigt, deren gewichtete
Ereignissumme einen bestimmten Schwellenwert überschreitet.
[0037] Nach erfolgter Reinigung wird die gewichtete Ereignissumme für die gereinigte Arbeitsstelle
2 auf null gesetzt und die Zählung beginnt von vorne.
[0038] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine
Kombination der Merkmale, auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Reinigungsvorrichtung
- 2
- Arbeitsstelle
- 3
- Spinnaggregat
- 4
- Kanne
- 5
- Faserband
- 6
- Faden
- 7
- Abzugswalzenpaar
- 8
- Changierelement
- 9
- Spule
- 10
- Schienen
- 11
- Positionierelement
- 12
- Saugrüssel
- 13
- Arm
- 14
- Arm
- 15
- Arm
- 16
- Fahrgestell
- 17
- Horizontale Achse
- 18
- Horizontale Achse
- 19
- Horizontale Achse
- 20
- Vertikale Achse
- 21
- Textilmaschine
- 22
- Maschinenende
- 23
- Steuereinrichtung
- EB1
- Exklusiver Bereich
- EB2
- Exklusiver Bereich
- Ü
- Überschneidungsbereich
1. Verfahren zum Reinigen einer aus einer Mehrzahl von gleichen Arbeitsstellen (2) bestehenden
Textilmaschine (21), wobei eine Reinigungsanforderung für eine Arbeitsstelle (2) gestellt
wird und die zu reinigende Arbeitsstelle (2) durch eine fahrbare Reinigungsvorrichtung
(1) angefahren und gereinigt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Reinigungsanforderung in Abhängigkeit von an den jeweiligen Arbeitsstellen (2)
seit dem letzten Reinigungsvorgang angefallenen Ereignissen gestellt wird.
2. Verfahren nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zu den Ereignissen vorbestimmte Störungen, vorbestimmte Kombinationen von Messwerten,
vorzugsweise in Form von Qualitätsmesswerten, Ansetzvorgänge, der Wechsel von Spulen
(9) und/oder der Wechsel von Kannen (4) gehören.
3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer von einer Arbeitsstelle (2) angeforderten Reinigungsfahrt die auf dem Weg
der Reinigungsvorrichtung (1) liegenden Arbeitsstellen (2) in Abhängigkeit von an
den jeweiligen Arbeitsstellen (2) seit dem letzten Reinigungsvorgang angefallenen
Ereignissen auch gereinigt werden.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abhängigkeit das Überschreiten einer, vorzugsweise gewichteten, Anzahl von Ereignissen
ist.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ereignisse nach ihrer Entfernung zur jeweiligen Arbeitsstelle (2) gewichtet werden.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abhängigkeit eine vorbestimmte Abfolge von Ereignissen ist.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Reinigungsanforderung für eine Arbeitsstelle (2) gestellt wird, wenn eine vorbestimmte
Zeit seit der letzten Reinigung dieser Arbeitsstelle (2) vergangen ist.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Reinigungsanforderung nur für laufende Arbeitsstellen (2) gestellt wird.
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Reinigungsvorrichtung (1) ein separates Reinigungsaggregat oder eine entlang
der Textilmaschine (21) verfahrbare Wartungsvorrichtung zum Einsatz kommt.
10. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehr als eine Reinigungsvorrichtung (1) und ein Überschneidungsbereich (Ü) vorgesehen
sind, wobei der Überschneidungsbereich (Ü) von mindestens zwei Reinigungsvorrichtungen
(1) gereinigt werden kann und wobei sich vorzugsweise höchstens eine Reinigungsvorrichtung
(1) im Überschneidungsbereich (Ü) aufhält.
11. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass, wenn die Reinigungsanforderung für eine Arbeitsstelle (2) im Überschneidungsbereich
(Ü) gestellt wird, der Reinigungsvorgang von derjenigen Reinigungsvorrichtung (1)
durchgeführt wird, die eine geringere Arbeitsauslastung aufweist.
12. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass, wenn die Reinigungsanforderung für eine Arbeitsstelle (2) im Überschneidungsbereich
(Ü) gestellt wird, der Reinigungsvorgang von derjenigen Reinigungsvorrichtung (1)
durchgeführt wird, die näher an der Arbeitsstelle (2) ist, für die die Reinigungsanforderung
gestellt wurde.
13. Textilmaschine mit einer Mehrzahl von gleichen Arbeitsstellen (2), einer fahrbaren
Reinigungsvorrichtung (1) und einer Steuereinrichtung (23), wobei die Steuereinrichtung
(23) dazu ausgebildet ist, Reinigungsanforderungen für Arbeitsstellen (2) zu stellen
und die Reinigungsvorrichtung (1) dazu ausgebildet ist, eine Arbeitsstelle (2), für
die eine Reinigungsanforderung gestellt wurde, anzufahren und zu reinigen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuereinrichtung (23) derart ausgebildet ist, dass sie Reinigungsanforderungen
in Abhängigkeit von an den jeweiligen Arbeitsstellen (2) seit dem letzten Reinigungsvorgang
angefallenen Ereignissen stellt.
14. Textilmaschine nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung (1) als separates Reinigungsaggregat oder als Teil einer
entlang der Textilmaschine (21) verfahrbaren Wartungsvorrichtung ausgebildet ist.