[0001] Die Erfindung betrifft eine Arretiervorrichtung für einen Türöffner gemäß den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] In der Praxis werden solche Arretiervorrichtungen bei Türöffnern verwendet, um sicherzustellen,
dass die verschlossene Tür nach elektrischem Freischalten des Türöffners geöffnet
werden kann, auch wenn zwischenzeitlich die elektrische Betätigung des Türöffners
nicht mehr erfolgt. Somit wird beispielsweise ein zeitverzögertes Begehen der Tür
ermöglicht. Insbesondere in Altersheimen und Krankenhäusern kann somit eine Begehung
einer Tür auch für Personen mit Beweglichkeitseinschränkungen komfortabel ermöglicht
werden.
[0003] Die
DE 1 138 334 A zeigt einen elektrischen Türöffner mit schwenkbarer Türöffnerfalle. Im Bereich der
Türöffnerfalle ist ein federbeaufschlagter Stift angeordnet, der über eine Druckfeder
und eine Blattfeder mit einem Türöffnerwechsel zusammenwirkt, um diesen in der Freigabestellung
zu arretieren. Nach Bestromung des Türöffners wird der Wechsel freigegeben und kann
in eine Freigabeposition überführt werden. In der Freigabeposition wird der Wechsel
durch den federbeaufschlagten Stift gehalten, in dem sich dieser Stift mit einem Ende
gegen den Wechsel des Türöffners und mit dem anderen Ende an einer Schlossfalle abstützt.
Wird nun die Tür geöffnet, so verschwenkt die Türöffnerfalle und der Arretierstift
gelangt außer Eingriff mit der Schlossfalle. Daraufhin kann sich die Druckfeder wie
auch die Blattfeder entspannen, sodass der Wechsel nicht mehr in die Freigabestellung
beaufschlagt wird.
[0004] Die
DE 10 2006 013 033 A1 zeigt einen elektrischen Türöffner mit einem federbelasteten Stift, der die Türöffnerfalle
durchgreift und mit einem schwenkbaren Halteelement zusammenwirkt, um den Türöffner
in einer freigegebenen Position zu halten.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Arretiervorrichtung für Türöffner
zu schaffen, die konstruktiv einfach aufgebaut ist und dennoch eine hohe Funktionssicherheit
aufweist. Vorzugsweise soll die Arretiervorrichtung auf einfache Art und Weise nachrüstbar
sein.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Arretiervorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Arretiervorrichtung einen Arretierkörper
aufweist, der an seinem einen Ende einen Arretierstift und an seinem gegenüberliegenden
Ende einen Druckbolzen in einer axialen Richtung verschiebbar lagert, wobei der Arretierkörper
den Arretierstift und den Druckbolzen in einer axialen Richtung relativ zueinander
verschiebbar lagert. D.h. sowohl der Arretierstift als auch der Druckbolzen können
jeweils in einer axialen Richtung unabhängig voneinander und relativ zu dem Arretierkörper
bewegt werden.
[0008] Weiter ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Arretiervorrichtung einen Arretierkörper
aufweist, der an seinem einen Ende einen Arretierstift und an seinem gegenüberliegenden
Ende einen Druckbolzen aufweist, wobei der Arretierkörper den Arretierstift austauschbar
haltert. Durch einen optionalen Austausch des Arretierstifts gegen einen Arretierstift
desselben Typs kann beispielsweise eine Verschleißreparatur erfolgen. Durch einen
optionalen Austausch des Arretierstifts gegen einen anderen Typ von Arretierstift
kann die Arretiervorrichtung an unterschiedliche Türöffner angepasst werden. Die unterschiedlichen
Typen von Arretierstiften können sich beispielsweise in ihren Abmessungen oder ihren
Schlossfallenführungsflächen unterscheiden.
[0009] Die Arretiervorrichtung ist also mehrteilig ausgebildet und umfasst einen Arretierkörper,
einen vorzugsweise austauschbaren Arretierstift und einen Druckbolzen. Die Arretiervorrichtung
bildet vorzugsweise eine abgeschlossene Baugruppe aus. Die in sich abgeschlossene
Baugruppe der Arretiervorrichtung ist separat d. h. unabhängig von einem Türöffner
herstellbar. Sie kann als ein eigenständiges Modul vertrieben werden. Die Arretiervorrichtung
benötigt im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik Lösungen keine konstruktive
Anpassung eines bestehenden Türöffners und ermöglicht zudem eine hohe Funktionssicherheit.
[0010] Die Arretiervorrichtung ist flexibel einsetzbar. Beispielsweise kann die Arretiervorrichtung
in einen Aufnahmeraum eines Türöffners eingesetzt werden, um den Türöffner aufzurüsten.
Der Aufnahmeraum des Türöffners ist vorzugsweise an der Türöffnerfalle des Türöffners
angeordnet. So kann auf einfache Art und Weise ein vorhandener Türöffner mit einer
Arretiervorrichtung aufgerüstet werden, ohne dass große konstruktive Anpassungen vorgenommen
werden müssen.
[0011] Es ist vorgesehen, dass die Arretiervorrichtung mit einem Türöffner mechanisch verbindbar
ist. Insbesondere wird sie in einem Aufnahmeraum an der Türöffnerfalle des Türöffners
eingesetzt und dort formschlüssig gehalten. Die Arretiervorrichtung wird in Schließstellung
von einer Schlossfalle beaufschlagt. D.h., dass bei bei in Schließlage befindlicher
Tür eine Schlossfalle eines Türschlosses in den durch eine Türöffnerfalle gebildeten
Aufnahmeraum eingreift und dort mit dem Arretierstift der Arretiervorrichtung so zusammenwirkt,
dass der Arretierstift von der Schlossfalle in das Türöffnergehäuse hinein beaufschlagt
wird. Die Arretiervorrichtung wirkt weiter mit der Sperreinrichtung oder einem Element
der Sperreinrichtung, beispielsweise einem Wechsel oder einem Anker des Türöffners
derart zusammen, dass sie nach einem fernbetätigten Schalten der Türöffnerfalle in
die Freigabeposition solange mechanisch in der Freigabeposition hält, bis entweder
die Türöffnerfalle verschwenkt wird und/oder die Schlossfalle außer Eingriff mit der
Arretiervorrichtung gelangt.
[0012] Fernbetätigtes Schalten bedeutet in diesem Falle, dass beispielsweise ein elektrischer
oder pneumatischer Öffnungsimpuls an die Sperreinrichtung des Türöffners gesendet
wird. Dieser Öffnungsimpuls schaltet die Sperreinrichtung in die Freigabeposition,
sodass die Türöffnerfalle geschwenkt werden kann. Bei herkömmlichen Türöffnern muss
die Tür geöffnet werden, solange der Öffnungsimpuls ansteht. Die Arretiervorrichtung
ist dazu ausgebildet, die Sperreinrichtung des Türöffners auch nach Beendigung des
Öffnungsimpulses in der Freigabeposition zu halten. Dazu wirkt die Arretiervorrichtung
mit der Sperreinrichtung zusammen, insbesondere überträgt die Arretiervorrichtung
die über die Schlossfalle ausgeübte Kraft auf einen Sperrhebel der Sperreinrichtung
und beaufschlagt diesen in die Freigabeposition. Die Beaufschlagung des Sperrhebels
erfolgt vorzugsweise über den Druckbolzen der Arretiervorrichtung.
[0013] Insbesondere ist vorgesehen, dass die Arretiervorrichtung mit dem Druckbolzen und
dem Arretierkörper in das Türöffnergehäuse bzw. einen Aufnahmeraum des Türöffnergehäuses
eingesetzt wird. Beim Einsetzten wird der Druckbolzen der Arretiervorrichtung unmittelbar
benachbart zu einem Sperrhebel positioniert. Insbesondere liegt der Druckbolzen an
einem Sperrhebel, vorzugsweise einem mit der Türöffnerfalle zusammenwirkenden Wechsel,
an. Dabei wird eine über die Schlossfalle auf den Arretierstift ausgeübte Kraft durch
den Druckbolzen auf den Sperrhebel übertragen, sodass der Sperrhebel in Richtung Freigabeposition
beaufschlagt wird.
[0014] Ein Öffnen des Türöffners erfolgt, indem ein Öffnungsimpuls an die Sperreinrichtung
gesendet und daraufhin der Sperrhebel freigeschaltet wird. Der Sperrhebel gelangt
daraufhin in die Freigabeposition. Nach Abschalten des Öffnungsimpulses verbleibt
der Sperrhebel infolge der Arretiervorrichtung in der Freigabeposition, solange der
Druckbolzen die von der Schlossfalle über den Arretierstift übertragene Kraft auf
den Sperrhebel ausübt. Nach Verschwenken der Türöffnerfalle oder bei Zurückziehen
der Schlossfalle mittels einer Türklinke endet die Kraftausübung auf den Arretierstift
und damit auf den Sperrhebel. Dieser kann wieder in die Sperrposition überführt werden.
In der Sperrposition wirkt der Sperrhebel mit der Türöffnerfalle über einen Anschlag
zusammen und verhindert, dass die Türöffnerfalle verschwenkt werden kann.
[0015] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Arretiervorrichtung derart in den Aufnahmeraum
einsetzbar ist, dass der Arretierkörper in dem Türöffner zumindest in axialer Richtung
fixiert ist. Beispielsweise kann der Arretierkörper mit der Türöffnerfalle verschraubt
oder verklebt oder formschlüssig in der Türöffnerfalle gehalten sein.
[0016] Insbesondere ist vorgesehen, dass die Arretiervorrichtung eine zwischen Arretierstift
und Druckbolzen angeordnete Druckfeder aufweist. Die Druckfeder kann als Schraubendruckfeder
ausgebildet sein. Sie ermöglicht einen Längenausgleich zwischen Druckbolzen und Arretierstift
und gleichzeitig eine Kraftübertragung. Insbesondere wird die Druckfeder komprimiert,
wenn eine Schlossfalle den Arretierstift betätigt. Diese Federkraft wird über den
Druckbolzen an die Sperreinrichtung, vorzugsweise einen Sperrhebel oder Wechsel der
Sperreinrichtung, übertragen.
[0017] Um eine hohe Funktionssicherheit zu gewährleisten, kann in einer Ausgestaltung vorgesehen
sein, dass der Arretierkörper eine Führungshülse aufweist, deren Innenkontur zumindest
abschnittsweise komplementär zu der Außenkontur des Arretierstifts ausgebildet ist,
um den Arretierstift axial verschiebbar zu führen. Die Führungshülse stützt den Arretierstift
gegen seitliche Belastungen ab. D.h. bei einer außermittigen oder seitlichen Beaufschlagung
des Arretierstifts wird diese Kraft von der Führungshülse aufgenommen und ein Verklemmen
des Arretierstifts verhindert.
[0018] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der Arretierstift über eine lösbare
Rastverbindung in dem Arretierkörper verschiebbar gelagert ist. Durch einen Austausch
des Arretierstifts kann beispielsweise ein verschlissener Arretierstift auf einfache
Art und Weise ersetzt werden.
[0019] In einer Ausgestaltung können auch unterschiedliche Typen von Arretierstiften vorgesehen
sein, sodass durch den Austausch des Arretierstifts oder durch gezielte Auswahl eines
Typs von Arretierstift eine Anpassung an die Abmessungen eines Türöffners möglich
ist. Insbesondere kann der Arretierstift derart ausgebildet sein, dass der Arretierstift
an seinem freien Ende eine Schlossfallenauflage und an seinem gegenüberliegenden Ende
eine federnde Rastnase aufweist, mit der er in dem Arretierkörper einsetzbar und dort
verrastbar ist. Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass die federnde Rastnase ein
Ende der Führungshülse hintergreift, um den Arretierstift mit dem Arretierkörper zu
verbinden.
[0020] In einer Ausgestaltung kann der Arretierstift einen sich zwischen der Rastnase und
der Schlossfallenauflage erstreckenden Führungsabschnitt aufweisen, der in der Führungshülse
formschlüssig führbar ist. Der Führungsabschnitt weist vorzugsweise eine zylindrische
Form auf.
[0021] Vorteilhafterweise kann der Arretierkörper den Arretierstift verdrehsicher haltern.
Insbesondere indem entweder der Arretierkörper eine Nut aufweist, in die eine Nase
des Arretierstifts eingreift, oder indem der Arretierstift eine Nut aufweist, in die
eine Nase des Arretierkörpers eingreift. Die Nut kann beispielsweise in dem Bereich
der Führungshülse bzw. des Führungsabschnitts angeordnet sein.
[0022] Weiter kann in einer Ausgestaltung vorgesehen sein, dass der Arretierstift eine rechteckige
oder ovale Schlossfallenauflagefläche aufweist. Über die länglich gestaltete Schlossfallenauflagefläche
kann eine Schlossfalle auch bei unterschiedlicher Falzluft oder bei sich mit der Zeit
verändernder Falzluft sicher geführt werden. Ein Spalt zwischen Schlossfallenführungsfläche
und einem Aufschraubstück kann so verhindert werden. Eine einfache Einstellbarkeit
ergibt sich, indem der Arretierstift mit dem Arretierkörper in zwei zueinander um
180° verdrehten Positionen verbindbar, insbesondere verrastbar ist. Durch Drehen des
Arretierstifts um 180° kann so der Führungsbereich der rechteckigen oder ovalen Schlossfallenauflagefläche
eingestellt werden.
[0023] Um eine gegen Verschmutzung resistente Ausgestaltung zu schaffen, kann vorgesehen
sein, dass der Arretierkörper und der Arretierstift und der Druckbolzen gemeinsam
einen Bauraum ausbilden, in dem eine Druckfeder aufgenommen ist. Der Bauraum kann
von dem Arretierkörper und dem Arretierstift und dem Druckbolzen geschlossen umschlossen
sein.
[0024] Um die Druckfeder zu haltern kann vorgesehen sein, dass der Arretierstift eine runde
Ausnehmung aufweist, in der die Druckfeder aufgenommen ist. Ebenso oder alternativ
kann vorgesehen sein, dass der Druckbolzen eine runde Ausnehmung aufweist, in der
die Druckfeder aufgenommen ist.
[0025] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der Druckbolzen eine Druckfläche
zur Abstützung auf einem Sperrhebel der Sperreinrichtung eines Türöffners aufweist.
Es kann vorgesehen sein, dass die Druckfläche abgerundet ausgebildet ist, insbesondere
als eine halbkugelförmige Druckfläche ausgebildet ist. Durch die abgerundete Druckfläche
des Druckbolzens wird gewährleistet, dass ein Verhaken des Druckbolzens mit der Türöffnermechanik
weitestgehend ausgeschlossen wird. Eine Türöffnermechanik oder eine Sperreinrichtung
des Türöffners weist herstellungsbedingte Fertigungs- und Oberflächentoleranzen auf.
Diese können dazu führen, dass die Oberfläche der Sperreinrichtung und/oder des Sperrhebels
und/oder benachbarter Bauteile nicht glatt ist, sondern jeweils kleine Vorsprünge
aufweist. Beim Betätigen der Arretiervorrichtung oder beim Schwenken der Türöffnerfalle
wird die Arretiervorrichtung bewegt, was dazu führt, dass der Druckbolzen entlang
der Oberfläche eines Hebels der Sperreinrichtung und/oder benachbarter Bauteile gleitet.
Durch die abgerundete Ausbildung des Druckbolzens, insbesondere im Bereich seiner
Druckfläche, wird ein Verhaken des Druckbolzens verhindert.
[0026] Um eine einfache Reparatur zu ermöglichen, kann vorgesehen sein, dass der Druckbolzen
in dem Arretierkörper austauschbar gelagert ist, vorzugsweise, dass der Druckbolzen
über eine lösbare Rastverbindung in dem Arretierkörper verschiebbar gelagert ist.
[0027] Um eine spielfreie Lagerung und damit eine hohe Funktionssicherheit zu ermöglichen,
kann vorgesehen sein, dass der Arretierkörper einen Stützabschnitt aufweist, der zumindest
abschnittsweise an einer Außenkontur des Druckbolzens anliegt, um den Druckbolzen
axial verschiebbar zu führen. Insbesondere kann eine Befestigung des Druckbolzens
in dem Arretierkörper erfolgen, indem vorgesehen ist, dass der Druckbolzen eine federnde
Rastlasche aufweist, die eine in der Innenwand des Arretierkörpers angeordnete Rastausnehmung
hintergreift, um den Arretierstift mit dem Arretierkörper zu verbinden.
[0028] In einer vorteilhaften Ausgestaltung kann die Arretiervorrichtung als Nachrüstsatz
für einen Türöffner angeboten werden. Der Nachrüstsatz besteht aus wenigstens zwei
verschiedenen Arretierstiften mit jeweils unterschiedlich bemessenen Auflageflächen
und/oder axialer Erstreckung, wobei einer dieser Arretierstifte in dem Arretierkörper
einsetzbar und mit diesem verrastbar ist, um die Arretiervorrichtung an einen Türöffner
anzupassen. So ist es möglich, bereits gefertigte Türöffner oder bereits ausgelieferte
Türöffner im Nachhinein mit einer Arretiervorrichtung zu versehen.
[0029] Durch Austausch des Arretierstifts gegen einen Arretierstift mit anderen Abmessungen
kann eine einfache Anpassung an die jeweiligen baulichen Gegebenheiten und/oder Abmessungen
erfolgen. Durch die unterschiedlich bemessenen Auflageflächen, die sich hinsichtlich
ihrer Breite und/oder Länge unterscheiden, kann beispielsweise eine Anpassung an unterschiedliche
Ausgestaltungen und/oder Positionen einer Schlossfalle und/oder eines Aufschraubstücks
erfolgen. Durch das Vorsehen von Arretierstiften mit unterschiedlicher axialer Erstreckung
kann beispielsweise eine Anpassung an unterschiedliche Eintauchtiefen von Schlossfallen
erfolgen. Bei einer kürzeren Eintauchtiefe einer Schlossfalle kann beispielsweise
ein Arretierstift mit einer größeren axialen Erstreckung verwendet werden.
[0030] In einer Ausgestaltung kann die Arretiervorrichtung auch zusammen mit einem Türöffner
hergestellt und/oder vertrieben werden. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der
Türöffner ein Gehäuse aufweist, das zum Einbau in eine Tür mit einem Türrahmen und
einem daran beweglich gelagerten Türflügel vorgesehen ist. An der Tür ist zudem ein
Schloss vorgesehen, welches eine vorzugsweise federbeaufschlagte Schlossfalle aufweist,
die zumindest in Schließlage der Tür mit der Türöffnerfalle zusammenwirkt. In dem
Türöffnergehäuse sind eine mit der Schlossfalle zusammenwirkende und schwenkbar gelagerte
Türöffnerfalle sowie eine fernbetätigbare Sperreinrichtung aufgenommen. Die Sperreinrichtung
weist einen zwischengeschalteten Wechsel auf, der als einarmiger oder mehrarmiger
Hebel ausgebildet ist. Der Wechsel wirkt mit der Türöffnerfalle derart zusammen, dass
die Türöffnerfalle in eine Sperrstellung und eine Freigabestellung schaltbar ist.
Insbesondere ist der Wechsel zwischen einem fernbetätigbaren Aktor und der Türöffnerfalle
geschaltet.
[0031] Insbesondere ist vorgesehen, dass die Türöffnerfalle eine zu der Sperreinrichtung
hin offene Aufnahmeöffnung aufweist in der die Arretiervorrichtung aufgenommen ist.
Beispielsweise kann die Arretiervorrichtung in der Aufnahmeöffnung lösbar aufgenommen
sein, vorzugsweise formschlüssig eingesetzt sein.
[0032] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der Arretierkörper zylinderförmig
ausgestaltet ist und an einem Ende einen vorstehenden Kragen aufweist, der in eine
an der Türöffnerfalle angeordnete Ausnehmung formschlüssig einsetzbar ist und vorzugsweise
bündig mit der Oberfläche der Falle abschließt.
[0033] Um den Türöffner an unterschiedliche Türen anpassen zu können, kann vorgesehen sein,
dass die Türöffnerfalle ein lösbares und quer verstellbares Aufschraubstück aufweist.
Nach dem Aufsetzen des Aufschraubstücks auf die Türöffnerfalle durchgreift der Arretierstift
ein Langloch des Aufschraubstücks und erstreckt sich in Richtung einer Schlossfalle.
Über das quer verstellbare Aufschraubstück kann beispielsweise der Türöffner an die
vorhandene Falzluft einer Tür angepasst werden, wobei das Langloch eine Querverstellung
des Aufschraubstücks ermöglicht.
[0034] Eine einfache Montage ergibt sich, indem in einer Ausgestaltung vorgesehen ist, dass
das auf der Türöffnerfalle montierte Aufschraubstück die Arretiervorrichtung, vorzugsweise
den Arretierkörper, in der Türöffnerfalle fixiert, indem der Durchmesser des Langlochs
eine kleinere lichte Weite als der Arretierkörper oder der Kragen des Arretierkörpers
aufweist.
[0035] In den Figuren werden Ausführungsbeispiele der Erfindung gezeigt und in der nachstehenden
Figurenbeschreibung näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Ansicht einer Gebäudetür mit einem Türöffner und erfindungsgemäßer
Arretiervorrichtung
- Fig. 2a-2c:
- eine Darstellung des Türöffners mit Arretiervorrichtung
- Fig. 3a-3c:
- eine schematische Darstellung der Arretiervorrichtung
- Fig. 3d-3e:
- eine schematische Darstellung der Arretiervorrichtung mit Verdrehsicherung
- Fig. 4, 5, 6:
- eine Schnittdarstellung im Bereich der Schlossfalle
- Fig. 7:
- eine Schnittdarstellung im Bereich der Türöffnerfalle ohne Schlossfalle
[0036] In der Fig. 1 ist eine Gebäudetür 9 dargestellt. Die Gebäudetür 9 weist einen an
einer Wand eines Gebäudes angeordneten Türrahmen sowie einen an den Türrahmen über
Türbänder 92a, 92b drehbar gelagerten Drehflügel auf. Die Tür 9 ist durch eine Sicherungsvorrichtung
gesichert. Die Sicherungsvorrichtung umfasst ein Schloss 8, ein Türöffner 2 und eine
Arretiervorrichtung 1, eingebaut in einem Aufnahmeraum 24 des Türöffners 2.
[0037] In dem Drehflügel 92 ist das Schloss 8 als Einsteckschloss 8 in eine Schlosstasche
eingesetzt. Das Einsteckschloss 8 weist eine federbelastete Schlossfalle 81 auf. Diese
kann über eine Türklinke 82 oder über einen per Schlüssel betätigbaren Schließzylinder
in das Schlossgehäuse zurückgezogen werden, um die Tür 9 zu begehen.
[0038] Auf der dem Schloss 8 gegenüberliegenden Rahmenseite ist der Türöffner 2 angeordnet.
Der Türöffner 2 weist ein Türöffnergehäuse 21 auf, in dem eine Schwenkfalle 22 gelagert
ist. Der Türöffner 2 ist als elektrischer Arbeitsstromtüröffner ausgebildet. D.h.
der Türöffner gibt bei einer Bestromung die Türöffnerfalle 22 frei und sperrt diese
im stromlosen Zustand. Im Bereich der Türöffnerfalle 22 ist eine Arretiervorrichtung
1 aufgenommen, die aus den Fig. 2a bis 2c ersichtlich ist. in der Fig. 1 ist die Arretiervorrichtung
der Übersichtlichkeit halber nicht eingezeichnet.
[0039] Die Fig. 1 zeigt die Tür in Schließlage. In der Schließlage greift die Schlossfalle
81 in einen Schlossfallenaufnahmeraum ein, der durch die Türöffnerfalle 22 gebildet
wird. Bei gesperrter Türöffnerfalle 22, also mit Türöffner 2 in Sperrposition, ist
die Türöffnerfalle 22 fixiert und lässt sich nicht schwenken. D.h. der Türflügel 92
ist in der Schließlage über die in die die Türöffnerfalle 22 eingreifende Schlossfalle
81 gegen Öffnen gesichert. Erst nach Rückziehen der Schlossfalle 81 und/oder nach
Freischalten der Türöffnerfalle 22 lässt sich der Türflügel 92 zum Begehen der Tür
9 öffnen.
[0040] Das Öffnen der Türe 9 erfolgt durch einen elektrischen Öffnungsimpuls. Dieser Öffnungsimpuls
schaltet die Türöffnerfalle 22 in die Freigabeposition, sodass die Türöffnerfalle
22 geschwenkt werden kann. Bei herkömmlichen Türöffnern muss die Tür 9 geöffnet werden,
solange der Öffnungsimpuls ansteht. Ansonsten wird die Türöffnerfalle automatisch
wieder verriegelt.
[0041] Die Arretiervorrichtung 1 ist dazu ausgebildet, eine die Türöffnerfalle 22 sperrende
Sperreinrichtung 3 des Türöffners 2 auch nach Beendigung des Öffnungsimpulses in der
Freigabeposition zu halten. Erst nach Öffnen der Tür durch Verschwenken der Türöffnerfalle
22 oder durch Zurückziehen der Schlossfalle 81 wird die Sperreinrichtung 3 wirksam.
[0042] In den Fig. 2a bis 2c ist der Türöffner 2 vergrößert dargestellt. Der Türöffner 2
weist ein Türöffnergehäuse 21 mit einem abnehmbaren Deckel 21 d auf. In den Figuren
2a und 2b ist der Türöffner mit geschlossenem Deckel 21 d gezeigt. In der Fig. 2c
ist der Deckel entfernt, um die Türöffnermechanik näher darzustellen. In dem Türöffnergehäuse
21 ist die als Schwenkfalle 22 ausgebildete Türöffnerfalle schwenkbar gelagert. Die
Türöffnerfalle 22 ist zweiteilig ausgebildet. Sie weist eine Fallenbasis und ein auf
diese aufschraubbares Aufschraubstück 23 auf. Das Aufschraubstück 23 ist L-förmig
ausgestaltet und weist eine Sperrschulter auf, die mit einer Schlossfalle 81 zusammenwirkt,
um die Schlossfalle in Schließlage zu sichern. Das Aufschraubstück 22 wird über zwei
Schrauben 232a, 232b auf das Schlossfallenteil 22 aufgeschraubt. Die Schraublöcher
sind als Langlöcher ausgebildet. Sowohl das Schlossfallenbasisteil 22 als auch das
Aufschraubteil 23 weist eine geriffelte Kontaktfläche auf. Das Aufschraubstück 23
ist relativ zu dem Türöffner 2 quer verstellbar und kann über die Schrauben 232a,
232b an einer gewünschten Querposition befestigt werden. Dadurch kann der Türöffner
2 beispielsweise an unterschiedliche Falzluftmaße einer Tür angepasst werden.
[0043] Die Türöffnerfalle 22 weist eine Aufnahmeöffnung 24 auf, in die die Arretiereinrichtung
1 einsetzbar ist. Die Arretiereinrichtung 1 ist mehrteilig ausgebildet. Sie umfasst
einen Arretierkörper 11, einen darin gelagerten Arretierstift 12 und einen in dem
Arretierkörper 11 befestigten Druckbolzen 13. Die Arretiereinrichtung ist in den Figuren
3a bis 3c näher dargestellt.
[0044] Der Arretierkörper 11 wird, wie in den Fig. 2a und 2b dargestellt, mit dem Druckbolzen
13 voraus in die Aufnahmeöffnung 24 der Türöffnerfalle eingesetzt. Nach dem Einsetzen
der Arretiervorrichtung in die Aufnahmeöffnung der Türöffnerfalle 22 wird das Aufschraubstück
23 mit der Türöffnerfalle 22 verschraubt. Das Aufschraubstück 23 fixiert den Arretierkörper
11 an der Türöffnerfalle 22.
[0045] Die Fig. 2c zeigt den Türöffner 2 von der Rückseite, d.h. von der der Türöffnerfalle
22 abgewandten Seite. Das Türöffnergehäuse 21 weist an seinem einen Ende einen elektrischen
Anschlussblock 25 auf, mittels dem der elektrische Türöffner 2 elektrisch anschließbar
ist. Die Türöffnermechanik umfasst eine Sperreinrichtung 3, mittels der die Schwenkfalle
22 elektrisch fernbetätigt zwischen einer Freigabeposition, in der die Türöffnerfalle
22 frei schwenken kann, und einer Sperrposition, in der das Schwenken der Türöffnerfalle
22 gesperrt ist, schaltbar ist.
[0046] Die Sperreinrichtung 3 umfasst einen um eine Drehachse 31 a drehbar gelagerten Sperrhebel
31, der als Wechsel dient. Weiter umfasst die Sperreinrichtung 3 einen um eine Drehachse
32a gelagerten Anker 32. Der Anker 32 ist von einem Elektromagnet 33 betätigbar und
wirkt zum Fixieren des Ankers 31 in der Sperrposition mit diesem zusammen. In der
Fig. 2c ist die Sperrposition dargestellt. Der Anker 32 weist einen Vorsprung auf
und hintergreift das Ende des Wechsels 31 um diesen in der Sperrposition zu fixieren.
In der Sperrposition liegt der Wechsel 31 an der Türöffnerfalle 32 an. Der Sperrhebel
31 weist einen Anschlag 34 auf, an dem eine vorspringende Kante oder Nase der Türöffnerfalle
22 aufliegt und verhindert, dass die Türöffnerfalle 22 um ihre in Längsrichtung des
Türöffnergehäuses 2 verlaufende Schwenkachse schwenkbar ist.
[0047] Der Wechsel 31 weist als Rückstellfeder eine Wechselfeder 31f auf, die als Schraubendruckfeder
ausgebildet ist und den Wechsel 31 in die Sperrposition beaufschlagt. Auch der Anker
32 wird von einer Rückstellfeder 32f in seine Sperrposition beaufschlagt. Das bedeutet,
dass im stromlosen Zustand sowohl der Wechsel 31 als auch der Anker 32 in Sperrposition
federbeaufschlagt sind. Der Türöffner 2 ist als Arbeitsstromtüröffner ausgebildet,
d. h. er ist in stromlosem Zustand gesperrt.
[0048] Die Arretiervorrichtung 1 ist in den Fig. 3a bis 3c näher dargestellt. Die Fig. 3a
zeigt eine Explosionsdarstellung der Arretiervorrichtung 1. Die Arretiervorrichtung
1 weist einen Arretierkörper 11 auf. An einem Ende des Arretierkörpers 11 ist der
Arretierstift 12 und am anderen Ende der Druckbolzen 13 gelagert. Der Arretierstift
12 der Druckbolzen 13 sind jeweils in derselben axialen Richtung, also koaxial angeordnet
und zueinander in axialer Richtung versetzt angeordnet und eigenständig verschiebbar
gelagert. Zwischen dem Arretierstift 12 und dem Druckbolzen 13 ist eine Schraubendruckfeder
14 vorgesehen, die sowohl den Druckbolzen 13 als auch den Arretierstift 12 beaufschlagt.
[0049] Der Arretierstift 12 weist an seinem freien Ende eine Schlossfallenauflagefläche
121 a auf. An dem gegenüberliegenden Ende weist der Arretierstift 12 eine Rastnase
122 auf. Die Rastnase 122 ist als umlaufende Rastnase ausgebildet. Ein Führungsabschnitt
123 des Arretierstiftes erstreckt sich zwischen der Rastnase 122 und der Schlossfallenauflage
121 a. Der Führungsabschnitt 123 wirkt mit einer Führungshülse 111 des Arretierkörpers
zusammen um den Arretierstift 12 zu führen.
[0050] Der Druckbolzen 13 weist an seinem freien Ende eine halbkugelförmige Druckfläche
131 auf. Die Druckfläche 131 wirkt auf einen Sperrhebel 31 der Sperreinrichtung 3
ein. An seinem vorderen Ende weist der Druckbolzen 13 eine Rastlasche 132 auf, mittels
der der Druckbolzen 13 in dem Arretierkörper 11 verrastet wird.
[0051] In den Fig. 3b und 3c ist die Arretiervorrichtung 1 jeweils in zusammengebautem Zustand
gezeigt. Die Fig. 3b zeigt eine Variante der Arretiervorrichtung mit einem ersten
Arretierstift 12, der eine breitere Schlossfallenauflage 121 b aufweist. Das in der
Fig. 3c gezeigte Ausführungsbeispiel entspricht, bis auf den Arretierstift 12, dem
in der Fig. 3b gezeigten Ausführungsbeispiel. In der Fig. 3c wird ein zweiter Arretierstift
12 verwendet, der eine kleinere Schlossfallenauflagefläche 121 a aufweist. Durch eine
gezielte Auswahl eines passenden Arretierstifts 12 kann die Arretiervorrichtung 1
an die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepasst werden.
[0052] Das in den Figuren 3d und 3e gezeigte Ausführungsbeispiel der Arretiervorrichtung
1 entspricht weitestgehend der in den Figuren 3a und 3b dargestellten Ausführung.
Im Unterschied zu der in den Figuren 3a und 3b dargestellten Ausführung weist hier
die Arretiervorrichtung 1 eine Verdrehsicherung für den Arretierstift 12 auf. Der
Arretierstift 12 weist eine ovale Schlossfallenführungsfläche 121 b bzw. Schlossfallenauflagefläche
121 b auf. An dem Führungsabschnitt 123 des Arretierstifts 12 ist eine vorstehende
Nase 124 angeformt. Der Arretierkörper 11 weist im Bereich seiner Führungshülse 111
zwei gegenüberliegende Nuten 114 auf. In den Darstellungen der Figuren 3d und 3e ist
aufgrund der Perspektive nur eine dieser Nuten 114 sichtbar. Der Arretierstift wird
so mit dem Arretierkörper verbunden, dass die Nase 124 entweder in die vordere Nut
114 oder in die hintere Nut 114 eingreift. Dabei wird die Schlossfallenführungsfläche
121 b um 180° gedreht und weist entweder gemäß der Figur 3d nach oben oder gemäß der
Darstellung in Figur 3e nach unten. Durch diese Einstellbarkeit der Schlossfallenführungsfläche
121 b wird vor allem in Kombination mit einem wie in der Figur 5 dargestellten verstellbaren
Aufschraubstück 23 ein großer Verstellbereich des Aufschraubstücks 23 ermöglicht,
ohne dass dabei zwischen dem Aufschraubstück 23 und der Schlossfallenführung 121 b
ein zu großer Spalt entsteht. Dadurch wird das Risiko des Verhakens einer Schlossfalle
verhindert.
[0053] Aus der in den Fig. 4, 5, 6 und 7 dargestellten Schnittdarstellung des Türöffners
2 ist die in dem Türöffnergehäuse 21 gelagerte Sperreinrichtung 3 ersichtlich.
[0054] Die Sperreinrichtung 3 weist den von einem Elektromagneten 33 beaufschlagten Anker
32 auf, wobei der Anker 32 in der Schnittdarstellung nicht zu sehen ist. Weiter umfasst
die Sperreinrichtung 3 den durch den Anker 32 sperrbaren Wechsel 31. Sowohl der Anker
32 wie auch der Wechsel 31 sind in dem Türöffnergehäuse 21 jeweils über parallel zueinander
angeordnete Drehachsen 31 a bzw. 32a drehbar gelagert. Der Elektromagnet 33 weist
eine elektrische Spule auf, die in einem Spulenmantel 331 aufgenommen und ortsfest
an dem Türöffnergehäuse 21 gehaltert ist.
[0055] Die Figur 4 zeigt den Türöffner 2 in der Sperrposition. Der Sperrhebel 31 befindet
sich in einer Position nahe der Türöffnerfalle 22. Der Sperrhebel ist in Anschlag
mit der Türöffnerfalle 22 und sperrt diese. Eine Schlossfalle 81 greift in die gesperrte
Türöffnerfalle 22 bzw. in das Aufschraubstück 23 ein und beaufschlagt den Arretierstift
12. Der Arretierstift 12 wird über die zwischengeschaltete Feder 14 gegen den Druckbolzen
13 vorgespannt. Der Druckbolzen 13 liegt mit seiner Druckfläche 131 an dem Sperrhebel
31 an und wird von dem Sperrhebel 31 in den Arretierkörper 11 hineingedrängt. Die
Feder 14 ist in dieser in der Figur 4 gezeigten Sperrposition maximal vorgespannt.
[0056] Der Druckbolzen 13 und der Arretierstift 12 sind teleskopartig ineinanderschiebbar
ausgebildet. In der in Figur 4 dargestellten Ausgestaltung weist der Druckbolzen 13
eine Innenöffnung auf, in die der Arretierstift 12 einschiebbar ist. Der Druckbolzen
13 weist an seinem innerhalb des Arretierkörpers gelagerten Ende eine Innenöffnung
mit einem größeren oder gleich großen Innendurchmesser auf als der Außendurchmesser
des Arretierstifts 12 bzw. als der Außendurchmesser der Rastnase 122. Der Arretierstift
12 greift in der Sperrposition mit seinem der Schlossfallenauflage 121a abgewandten
Ende in die Innenöffnung des Druckbolzens 13 ein. Der Arretierstift 12 ist somit sowohl
in dem Arretierkörper 11 als auch in dem Druckbolzen 13 verschiebbar gelagert. Dadurch
wird bei kompakter Bauweise der Arretiervorrichtung 1 eine große effektive Gleitlänge
des Arretierstifts 12 und des Druckbolzens 13 realisiert. In einer alternativen Ausgestaltung
kann auch der Arretierstift 12 eine Innenöffnung aufweisen, in die ein Abschnitt des
Druckbolzens 13 einschiebbar ist.
[0057] Zur Entriegelung des Türöffners 2 wird die elektrische Spule 33 bestromt. Daraufhin
wird der Anker 32 geschaltet und gibt den Sperrhebel 31 frei. Der über die Feder 14
vorgespannte Druckbolzen 13 drängt den Sperrhebel 31 daraufhin in die in der Fig.
5 dargestellte Freigabeposition. In dieser Position ist der Sperrhebel 31 außer Eingriff
mit der Türöffnerfalle 22 und die Türöffnerfalle 22 ist frei schwenkbar. Selbst wenn
nun die Bestromung der Spule 33 beendet wird, verbleibt der Sperrhebel 31 in seiner
Freigabeposition, da der Druckbolzen 13 den Sperrhebel 31 weiter in die Freigabeposition
beaufschlagt. Erst nach dem Öffnen der Tür bzw. dem Zurückziehen der Schlossfalle
81 entspannt sich die Druckfeder 14 und der Druckbolzen 13 kann von der Rückstellfeder
31f des Sperrhebels 31 in den Arretierkörper 11 hinein verfahren werden. Nach dem
Zurückziehen der Schlossfalle 81 wird somit der Sperrhebel 31 von seiner Rückstellfeder
31f wieder in Sperrposition verfahren, um die Türöffnerfalle 22 zu sperren.
[0058] Eine zweite Möglichkeit, um die Türöffnerfalle 22 nach erfolgter Entriegelung wieder
zu sperren ist, die Türöffnerfalle 22 durch Öffnen der Tür zu verschwenken, wie in
Fig. 7 dargestellt ist. Das hat zur Folge, dass der Druckbolzen 13 ebenfalls außer
Eingriff mit dem Sperrhebel 31 gelangt und dieser in Folge seiner Rückstellfeder 31f
in die Sperrposition zum Fixieren der Türöffnerfalle 22 verbracht wird.
[0059] Die Fig. 5 zeigt einen Schnitt durch den Türöffner 2 mit Arretiervorrichtung 1. Diese
beaufschlagt den freigegebenen Sperrhebel 31 in die Freigabeposition und verhindert,
dass dieser die Türfalle 22 sperren kann. Dies geschieht wie folgt. Die Schlossfalle
81 greift in den Aufnahmeraum des Fallenaufschraubstücks 23 ein. Die flache Seite
der Schlossfalle 31 liegt an der Sperrschulter des Aufschraubstücks 23 an und wird
von dieser gestützt. Die Spitze der Schlossfalle 81 betätigt zudem den Arretierstift
12 der Arretiervorrichtung 1. Der Arretierstift 12 wirkt seinerseits auf die Druckfeder
14 und überträgt die Kraft der Schlossfalle über diese Druckfeder 14 auf den Druckbolzen
13. Der Druckbolzen 13 liegt mit seiner Druckfläche 131 direkt an dem Sperrhebel 31
an und beaufschlagt diesen in die Freigabeposition. Durch die auf den Sperrhebel 31
übertragene Kraft des Druckbolzens 13 kann die Rückstellfeder 31f den Sperrhebel 31
nicht in die Sperrposition verbringen.
[0060] Die Schlossfalle 22 ist in der Fig. 5 in der Schließlage, d. h. bei geschlossener
Türe gezeigt. Durch Öffnen der Türe wird die Türöffnerfalle 22 um ihre Drehachse geschwenkt.
In der Fig. 7 ist derselbe Türöffner 2 mit aufgeschwenkter Türöffnerfalle 22 dargestellt.
Im Unterschied zu der Darstellung in der Fig. 5 ist in der Fig. 7 die Schlossfalle
81 nun außer Eingriff mit der Türöffnerfalle 22 und der Arretierstift 12 wurde entlastet.
D. h. der Arretierstift 12 steht daher von der Basis der Türöffnerfalle 22 vor. Dadurch
wird die auf den Druckbolzen 13 ausgeübte Kraft verringert, so dass die Rückstellfeder
31f den Wechsel 31 in die Sperrposition verbringen kann.
[0061] Zudem kommt der Druckbolzen 13 in Folge der Schwenkbewegung der Türöffnerfalle 22
außer Eingriff mit dem Wechsel 31 und gibt diesen frei. Der Druckbolzen 13 gleitet
beim Verschwenken der Türöffnerfalle 22 auf dem Spulenmantel 331 der Spule 33 ab.
Der Sperrhebel 31 kann sich in der in der Fig. 7 dargestellten verschwenkten Position
in Folge der Rückstellfeder 31f f wieder in die Sperrposition bewegen, um die Türöffnerfalle
22, sobald sie zurückgeschwenkt wird, in der Sperrposition zu fixieren.
[0062] In der Fig. 6 ist eine der Fig. 4 und 5 entsprechende Schnittdarstellung des Türöffners
2 dargestellt. Als einziger Unterschied zu dem in Fig. 4 und 5 dargestellten Ausführungsbeispiel
ist hier wiederum in die Arretiervorrichtung 1 ein Arretierstift mit einer breiteren
Schlossfallenauflagefläche 121 b eingesetzt.
[0063] Generell wird bei den beschriebenen Arretiervorrichtungen 1 sozusagen der fernbetätigt
auf den Türöffner geschaltete Öffnungsimpuls mechanisch gespeichert bzw. verlängert,
sodass auch nach dem Beenden oder Abklingen des fernbetätigten Öffnungsimpulses ein
Öffnungszustand des Türöffners 2 auf mechanische Art und Weise erhalten bleibt und
eine verzögerte Begehung der Tür ermöglicht wird. Nach erfolgter Begehung der Tür
oder nach Öffnen des Schlosses über die Türklinke 82 wird der Türöffner 2 automatisch
gesperrt, sodass eine Verriegelung der Tür und damit eine Sicherung des Gebäudezugangs
gewährleistet wird.
Bezugszeichenliste
[0064]
- 1
- Arretiervorrichtung
- 11
- Arretierkörper
- 111
- Führungshülse
- 112
- Rastausnehmung
- 114
- Nut
- 12
- Arretierstift
- 121a,b
- Schlossfallenauflage
- 122
- Rastnase
- 123
- Führungsabschnitt
- 124
- Nase
- 13
- Druckbolzen
- 131
- Druckfläche
- 132
- Rastlasche
- 14
- Druckfeder
- 15
- Kragen
- 2
- Türöffner
- 21
- Türöffnergehäuse
- 21d
- Deckel
- 22
- Schwenkfalle
- 23
- Aufschraubstück
- 231
- Langloch
- 232a,b
- Schrauben
- 24
- Aufnahmeöffnung
- 25
- elektrischer Anschlussblock
- 3
- Sperreinrichtung
- 31
- Wechsel
- 31a
- Drehachse Wechsel
- 31f
- Rückstellfeder
- 32
- Anker
- 32a
- Drehachse Anker
- 33
- Elektromagnet, el. Spule
- 331
- Spulenmantel
- 34
- el. Anschlussblock
- 8
- Türschloss
- 81
- Schlossfalle
- 82
- Türklinke
- 9
- Tür
- 91
- Türrahmen
- 92
- Türflügel
- 92a, b
- Türband
1. Arretiervorrichtung (1) für einen fernbetätigbaren Türöffner (2), der eine über eine
Sperreinrichtung (3) zwischen einer Freigabeposition und einer Sperrposition schaltbare
Türöffnerfalle (22) und einen Aufnahmeraum (24) zum Einsetzen der Arretiervorrichtung
(1) aufweist, wobei die Arretiervorrichtung (1) in Schließstellung von einer Schlossfalle
(81) beaufschlagt wird und ihrerseits die Sperreinrichtung (3) oder ein Element der
Sperreinrichtung (3) des Türöffners (2) derart beaufschlagt, dass sie den Türöffner
(2) nach einem fernbetätigten Schalten der Türöffnerfalle (22) in die Freigabeposition
solange mechanisch in der Freigabeposition hält, bis entweder die Türöffnerfalle (22)
verschwenkt wird und/oder die Schlossfalle (81) außer Eingriff mit der Arretiervorrichtung
(1) gelangt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Arretiervorrichtung (1) einen Arretierkörper (11) aufweist, der an seinem einen
Ende einen Arretierstift (12) und an seinem gegenüberliegenden Ende einen Druckbolzen
(13) aufweist und wobei der Arretierkörper (11) sowohl den Arretierstift (12) als
auch den Druckbolzen (13) in einer axialen Richtung relativ zueinander verschiebbar
lagert.
2. Arretiervorrichtung (1) für einen fernbetätigbaren Türöffner (2), der eine über eine
Sperreinrichtung (3) zwischen einer Freigabeposition und einer Sperrposition schaltbare
Türöffnerfalle (22) und einen Aufnahmeraum (24) zum Einsetzen der Arretiervorrichtung
(1) aufweist, wobei die Arretiervorrichtung (1) in Schließstellung von einer Schlossfalle
(81) beaufschlagt wird und ihrerseits die Sperreinrichtung (3) oder ein Element der
Sperreinrichtung (3) des Türöffners (2) derart beaufschlagt, dass sie den Türöffner
(2) nach einem fernbetätigten Schalten der Türöffnerfalle (22) in die Freigabeposition
solange mechanisch in der Freigabeposition hält, bis entweder die Türöffnerfalle (22)
verschwenkt wird und/oder die Schlossfalle (81) außer Eingriff mit der Arretiervorrichtung
(1) gelangt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Arretiervorrichtung (1) einen Arretierkörper (11) aufweist, der an seinem einen
Ende einen Arretierstift (12) und an seinem gegenüberliegenden Ende einen Druckbolzen
(13) aufweist, wobei der Arretierkörper (11) den Arretierstift (12) austauschbar haltert.
3. Arretiervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Arretiervorrichtung (1) eine zwischen Arretierstift (12) und Druckbolzen (13)
angeordnete Druckfeder (14), vorzugsweise Schraubendruckfeder, aufweist.
4. Arretiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arretierkörper (11) eine Führungshülse (111) aufweist, deren Innenkontur zumindest
abschnittsweise komplementär zu der Außenkontur des Arretierstifts (12) ausgebildet
ist, um den Arretierstift (12) axial verschiebbar zu führen.
5. Arretiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arretierstift (12) über eine lösbare Rastverbindung in dem Arretierkörper (11)
verschiebbar gelagert ist, vorzugsweise dass der Arretierstift (12) an seinem freien
Ende eine Schlossfallenauflage (121 a, 121 b) und an seinem gegenüberliegenden Ende
eine federnde Rastnase (122) aufweist, mit der er in dem Arretierkörper (11) einsetzbar
und dort verrastbar ist, vorzugsweise indem die federnde Rastnase (122) ein Ende der
Führungshülse (111) hintergreift, um den Arretierstift (12) mit dem Arretierkörper
(11) zu verbinden.
6. Arretiervorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arretierstift (12) einen sich zwischen der Rastnase (122) und der Schlossfallenauflage
(121 a, 121 b) erstreckenden Führungsabschnitt (123) aufweist, der in der Führungshülse
(111) formschlüssig führbar ist, vorzugsweise, dass der Führungsabschnitt (123) eine
zylindrische Form aufweist.
7. Arretiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arretierkörper (11) den Arretierstift (12) verdrehsicher haltert, insbesondere
indem entweder der Arretierkörper (11) eine Nut aufweist, in die eine Nase des Arretierstifts
(12) eingreift, oder indem der Arretierstift (12) eine Nut aufweist, in die eine Nase
des Arretierkörpers eingreift.
8. Arretiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arretierstift (12) eine rechteckige oder ovale Schlossfallenauflagefläche (121
b) aufweist und mit dem Arretierkörper (11) in zwei zueinander um 180° verdrehten
Positionen verbindbar, insbesondere verrastbar ist.
9. Arretiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arretierkörper (11) und der Arretierstift (12) und der Druckbolzen (13) gemeinsam
einen Bauraum ausbilden, in dem eine Druckfeder (14) aufgenommen ist, vorzugsweise,
dass der Bauraum von dem Arretierkörper (11) und dem Arretierstift (12) und dem Druckbolzen
(13) geschlossen umschlossen ist, vorzugsweise dass der Arretierstift (12) eine runde
Ausnehmung aufweist, in der die Druckfeder (14) aufgenommen ist und/oder dass der
Druckbolzen (13) eine runde Ausnehmung aufweist, in der die Druckfeder (14) aufgenommen
ist.
10. Arretiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Druckbolzen (13) eine Druckfläche (131) zur Abstützung auf einem Sperrhebel der
Sperreinrichtung (3) eines Türöffners (2) aufweist, vorzugsweise, dass die Druckfläche
(131) abgerundet ist, insbesondere als eine halbkugelförmige Druckfläche ausgebildet
ist.
11. Arretiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Druckbolzen (13) in dem Arretierkörper (11) austauschbar gelagert ist, vorzugsweise,
dass der Druckbolzen (13) über eine lösbare Rastverbindung in dem Arretierkörper (11)
verschiebbar gelagert ist, wobei vorzugsweise vorgesehen ist,
dass der Arretierkörper (11) einen Stützabschnitt aufweist, der zumindest abschnittsweise
an einer Außenkontur des Druckbolzens (13) anliegt, um den Druckbolzen (13) axial
verschiebbar zu führen, und/oder dass der Druckbolzen (13) eine federnde Rastlasche
(132) aufweist, die eine in der Innenwand des Arretierkörpers (11) angeordnete Rastausnehmung
(112) hintergreift, um den Arretierstift (12) mit dem Arretierkörper (11) zu verbinden.
12. Nachrüstsatz für einen Türöffner (2) umfassend eine Arretiervorrichtung (1) nach einem
der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Nachrüstsatz mindestens zwei verschiedene Arretierstifte (12) mit jeweils unterschiedlich
bemessenen Auflageflächen und/oder axialer Erstreckung aufweist, wobei einer dieser
Arretierstifte (12) in dem Arretierkörper (11) einsetzbar und mit diesem verrastbar
ist, um die Arretiervorrichtung (1) an einen Türöffner (2) anzupassen.
13. Fernbetätigbarer Türöffner mit einem Gehäuse zum Einbau in eine Tür (9) mit einem
Türrahmen (91) und einem daran beweglich gelagerten Türflügel (92) mit einem Schloss
(8), welches eine vorzugsweise federbeaufschlagte Schlossfalle (81) aufweist, wobei
in dem Türöffnergehäuse (21) eine mit der Schlossfalle (81) zusammenwirkende und schwenkbar
gelagerte Türöffnerfalle (22) sowie eine fernbetätigbare Sperreinrichtung (3) mit
einem zwischengeschalteten Wechsel (31) der als einarmiger oder mehrarmiger Hebel
ausgebildet ist, aufgenommen sind, wobei der Wechsel (31) mit der Türöffnerfalle (22)
derart zusammenwirkt, dass die Türöffnerfalle (22) in eine Sperrstellung und eine
Freigabestellung schaltbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Türöffnerfalle (22) eine zu der Sperreinrichtung (3) oder dem Wechsel (31, 32)
hin offene Aufnahmeöffnung (24) aufweist und eine Arretiervorrichtung (1) nach einem
der Ansprüche 1 bis 14 in der Aufnahmeöffnung (24) aufgenommen ist.
14. Türöffner nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Arretiervorrichtung (1) in der Aufnahmeöffnung (24) lösbar aufgenommen ist, vorzugsweise
formschlüssig eingesetzt ist, vorzugsweise dass der Arretierkörper (11) zylinderförmig
ausgestaltet ist und an einem Ende einen vorstehenden Kragen (15) aufweist, der in
eine an der Türöffnerfalle (22) angeordnete Aussparung formschlüssig einsetzbar ist
und vorzugsweise bündig mit der Oberfläche der Falle abschließt.
15. Türöffner nach einem der Ansprüche 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Türöffnerfalle (22) ein lösbares und quer verstellbares Aufschraubstück (23)
aufweist und der Arretierstift (12) ein Langloch (231) des Aufschraubstücks (23) durchgreift
und sich in Richtung einer Schlossfalle (81) erstreckt, wobei vorzugsweise vorgesehen
ist,
dass das auf der Türöffnerfalle (22) montierte Aufschraubstück (23) die Arretiervorrichtung
(1), vorzugsweise den Arretierkörper (11), in der Türöffnerfalle (22) fixiert, indem
der Durchmesser des Langlochs (231) eine kleinere lichte Weite als der Arretierkörper
(11) oder der Kragen (15) des Arretierkörpers (11) aufweist.