[0001] Die Arbeiten, die zu dieser Erfindung geführt haben, wurden gemäß der
Finanzhilfevereinbarung Nr. CSJU-GAM-SAGE-2008-001 im Zuge des Siebten Rahmenprogramms der Europäischen Union
(
FP7/
2007-2013) für Clean Sky Joint Technology Initiative gefördert.
[0002] Die Erfindung betrifft ein Leitschaufelsystem für eine Strömungsmaschine gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Strömungsmaschine
und ein Verfahren zur Montage eines Leitschaufelsystems für eine Strömungsmaschine.
[0003] Aus der
EP 2 884 055 A1 ist ein Leitrad für eine Strömungsmaschine bekannt, bei welchem in Umfangsrichtung
des Leitrads nebeneinander angeordnete, um ihre radial verlaufende Längsachse verstellbare
Leitschaufeln vorgesehen sind. Radial innen von den Leitschaufeln ist ein Innenring
angeordnet. Die Leitschaufeln sind an ihrem radial inneren Ende in jeweiligen Ausnehmungen
des Innenrings gelagert. Wenigstens eine der Leitschaufeln weist dabei eine im Wesentlichen
senkrecht zur Längsachse ausgebildete und radial innen angeordnete Gleitfläche auf.
Die Gleitfläche und der Innenring bilden eine Reibpaarung. Dadurch werden jeweilige
Leckagen an der Lagerung der Leitschaufel an dem Innenring besonders reduziert.
[0004] Zur Sicherung der Lagerung der Leitschaufel an dem Innenring ist dabei ein in einer
Ebene senkrecht zur Längsachse der Leitschaufel angeordneter Sicherungsstift in radialer
Richtung mit dem radial inneren Ende der Leitschaufel formschlüssig verbunden. Die
Verstellbarkeit der Leitschaufel, insbesondere die Verdrehbarkeit um die Längsachse
der Leitschaufel, wird dabei mittels einer in Umfangsrichtung ausgebildeten Nut im
Innenring , in der der Sicherungsstift geführt wird, ermöglicht. Jede Leitschaufel
wird dabei mit jeweils einem ihr zugeordneten Sicherungsstift gesichert. Alternativ
ist es vorgesehen, die Leitschaufel mittels einer in einer Ebene senkrecht zur Längsachse
der Leitschaufel angeordneten Nietverbindung oder Schraubverbindung in radialer Richtung
mit dem radial inneren Ende der Leitschaufel formschlüssig zu verbinden. Des Weiteren
besteht die Möglichkeit, dass eine parallel zur Längsachse der Leitschaufel angeordnete
Schraube zur Fixierung des Innenrings an dem radial innenliegenden Ende der Leitschaufel
ausgebildet ist. Auch in diesen Fällen ist pro Leitschaufel eine Sicherung in Form
einer Nietverbindung oder Schraubverbindung vorgesehen. Nachteilig an den bekannten
Sicherungssystemen ist jedoch, dass hierdurch zusätzliche Leckagepfade in axialer
Richtung geöffnet werden können, wodurch die Leistung der Strömungsmaschine vermindert
wird.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Sicherung eines Leitschaufelsystems
für eine Strömungsmaschine zu verbessern. Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung,
eine Strömungsmaschine zu verbessern und ein besonders einfaches Verfahren zur Montage
eines Leitschaufelsystems für eine Strömungsmaschine zu schaffen.
[0006] Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Leitschaufelsystem mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1, einer Strömungsmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs
11 sowie durch ein Verfahren zur Montage eines Leitschaufelsystems mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 12 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen
der Erfindung sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben, wobei vorteilhafte
Ausgestaltungen des Leitschaufelsystems, der Strömungsmaschine und des Verfahrens
zur Montage des Leitschaufelsystems als jeweils wechselseitig vorteilhafte Ausgestaltungen
anzusehen sind.
[0007] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft ein Leitschaufelsystem für eine Strömungsmaschine
mit wenigstens einer um eine Verstellachse drehbar gelagerten Leitschaufel, welche
mit einem radial inneren Endbereich in einer korrespondierenden Ausnehmung eines Innenrings
angeordnet ist, wobei die Anordnung der Leitschaufel an dem Innenring mittels eines
Sicherungselements formschlüssig gesichert ist.
[0008] Erfindungsgemäß ist es dabei vorgesehen, dass das Sicherungselement als längliches
Element ausgebildet ist, welches wenigstens in einer in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine
verlaufenden Ausnehmung und/oder Durchgangsöffnung des radial inneren Endbereichs
der Leitschaufel und wenigstens in einer in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine
verlaufenden Ausnehmung und/oder Durchgangsöffnung des Innenrings angeordnet ist.
Diese Sicherung stellt eine zuverlässige formschlüssige Verbindung eines Leitschaufelzapfens
mit dem Innenring dar. Ein Abspringen des Innenrings zum Beispiel im Fall von sogenannten
Pumpstößen ist damit besonders unwahrscheinlich oder sogar gänzlich ausgeschlossen.
Weiterhin werden durch die jeweiligen Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen vorzugsweise
keine zusätzlichen Leckagepfade in axialer Richtung geöffnet, da diese in Umfangsrichtung
verlaufen. Die formschlüssige Verbindung des Innenrings mit der Leitschaufel unterdrückt
zudem die als Cording bekannte thermische Verformung des Innenrings. Dadurch wird
ein unnötiger Verschleiß von jeweiligen an dem Innenring angeordneten Dichtungselementen
verhindert. Das Cording wird insbesondere durch transiente thermische Verformungen
des Innenrings und/oder der Leitschaufeln hervorgerufen.
[0009] Das Leitschaufelsystem kann dabei Teil eines Leitschaufelrings sein, welches auch
als Leitrad bezeichnet wird. Insbesondere kann das Leitschaufelsystem mehrere, um
jeweils eine Verstellachse drehbar gelagerte Leitschaufeln umfassen, welche in Umfangsrichtung
nebeneinander angeordnet sind. Die jeweilige Verstellachse der Leitschaufeln entspricht
dabei vorzugsweise einer radialen Richtung der Strömungsmaschine. Vorzugsweise ist
die Leitschaufel beziehungsweise sind die Leitschaufeln an dem Innenring gelagert
und/oder der Innenring an den Leitschaufeln gehalten.
[0010] Vorzugsweise ist das Sicherungselement dazu ausgebildet, dass es durch die Anordnung
in den jeweiligen Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen eine relative, radiale
Bewegung der Leitschaufeln und des Innenrings zueinander verhindert oder zumindest
auf ein bestimmtes Maximalmaß begrenzt. Die jeweiligen Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen
können dabei so ausgebildet sein, dass sich entweder die Leitschaufel mit dem Sicherungselement
zusammen innerhalb des Innenrings um die Verstellachse drehen lässt oder die Leitschaufel
gedreht werden kann, ohne dass das Sicherungselement mitgedreht werden muss. Dadurch
ist die Ei- und/oder Verstellbarkeit der Leitschaufel auch mit der Sicherung gewährleistet.
Die Leitschaufel kann somit weiterhin in einem vorbestimmten Winkelbereich eingestellt
beziehungsweise gedreht werden, wodurch die Strömungsmaschine in jedem Betriebspunkt
mit einem besonders hohen Wirkungsgrad betrieben werden kann. Vorzugsweise wird das
Leitschaufelsystem in einem Niederdruckverdichter oder einem Hochdruckverdichter von
Flugtriebwerken eingebaut.
[0011] Die Leitschaufel des Leitschaufelsystems kann an ihrem radial inneren Endbereich
kegelstumpfförmig ausgebildet sein. Diese Bauweise zeichnet sich durch eine sehr geringe
radiale Bauhöhe aus. Dies erlaubt eine leckageoptimale Gestaltung jeweiliger innerer
Kavitäten des Innenrings und auch der Strömungsmaschine und damit insgesamt eine strukturmechanisch
günstige Gestaltung eines Rotorverbands. Bei einem radial inneren Endbereich, welcher
als Lagerzapfen ausgebildet ist und von dem Innenring umfasst wird, ist dagegen mit
erhöhen Leckagen zu rechnen. Insbesondere kann es in diesem Fall notwendig sein, den
Innenring axial geteilt auszubilden. Zudem können die Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen
aufeinander ausgerichtet sein. Das heißt, jeweilige Durchgangsöffnungen und/oder Ausnehmungen
sind wenigstens in teilweiser Überdeckung zueinander angeordnet, um so das Sicherungselement
in Umfangsrichtung durch diese Ausnehmung und/oder Durchgangsöffnung führen zu können.
Dabei sind die Durchgangsöffnungen und/oder Ausnehmungen vorzugsweise so geformt,
dass die Leitschaufel weiterhin verstellbar ist.
[0012] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Leitschaufelsystems
ist es vorgesehen, dass wenigstens zwei Leitschaufeln des Leitschaufelsystems mittels
eines gemeinsamen Sicherungselements gesichert sind. Insbesondere kann ein Sicherungselement
zum gemeinsamen Sichern einer Vielzahl oder aller Leitschaufeln eingesetzt werden.
Dadurch sinkt der Aufwand zur Sicherung der Anordnung der Leitschaufeln an dem Innenring
ganz erheblich. Es ist nicht mehr notwendig, jede Leitschaufel einzeln separat zu
sichern. Insbesondere kann dafür ein Sicherungselement in Umfangsrichtung in den Innenring
eingeschoben werden. Dieses Sicherungselement kann sich über die gesamte Erstreckung
in Umfangsrichtung des Innenrings erstrecken. Damit ist das Leitschaufelsystem besonders
schnell und einfach zu montieren, außerdem sind weniger Teile notwendig. Die gemeinsame
Sicherung von mehreren Leitschaufeln mittels eines gemeinsamen Sicherungselements
wird dabei erst durch die Ausrichtung der jeweiligen Ausnehmung und/oder Durchgangsöffnung
in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine in dieser einfachen Form ermöglicht.
[0013] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Leitschaufelsystems
ist es vorgesehen, dass die Ausnehmung der Leitschaufel als außen wenigstens teilweise
um den radial inneren Endbereich der Leitschaufel verlaufende Nut ausgebildet ist.
Eine solche Nut ist dabei schnell und kostengünstig zu fertigen. Außerdem wird durch
eine solche Nut der Verstellbereich der Leitschaufel bei dem Drehen um die Verstellachse
nicht eingeschränkt. Außerdem wirkt sich die am Umfang des radial inneren Endbereichs
der Leitschaufel verlaufende Nut vorteilhaft auf das Schwingungsverhalten der Leitschaufel
im Betrieb der Strömungsmaschine aus. Zudem wird bei einer nur bereichsweise um den
radial inneren Endbereich der Leitschaufel verlaufenden Nut die Gefahr von durch die
Sicherung erzeugten Leckagen minimiert. In der Nut der Leitschaufel kann das Sicherungselement
radial nach außen und/oder nach innen abgestützt sein.
[0014] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Leitschaufelsystems
ist es vorgesehen, dass das Sicherungselement als in Umfangsrichtung verlaufender,
im Querschnitt runder oder rechteckiger Sicherungsdraht ausgebildet ist. Ein Sicherungsdraht
ist ein besonders kostengünstiges herzustellendes und/oder besonders leichtes Sicherungselement.
Außerdem kann ein Sicherungsdraht besonders einfach an die Form beziehungsweise den
Radius des Innenrings angepasst werden. Die jeweiligen Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen
können wenigstens bereichsweise einen korrespondierenden Querschnitt aufweisen. Ein
eckiger, insbesondere ein rechteckiger Querschnitt und ein eckiger, insbesondere rechteckiger
Sicherungsdraht sind dabei besonders kostengünstig zu fertigen. Ein runder Querschnitt
und/oder ein runder Sicherungsdraht sind besonders robust. Insbesondere kommt es zu
keinen Spannungsspitzen aufgrund scharfer Winkel in dem radial inneren Endbereich
der Leitschaufel und/oder in dem Innenring.
[0015] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Leitschaufelsystems
ist es vorgesehen, dass der Innenring in axialer Richtung der Strömungsmaschine ungeteilt
ist. Ein solcher Innenring ist besonders kostengünstig zu fertigen, benötigt bei der
Montage keine zusätzlichen Verbindungselemente in axialer Richtung und weist keine
Leckage durch einen in Umfangsrichtung verlaufenden Spalt auf. Ein solcher axial ungeteilter
Innenring ist besonders vorteilhaft, wenn der radial innere Endbereich der Leitschaufel
kegelstumpfförmig ausgebildet ist. Im Gegensatz zu einem radial inneren Endbereich
mit einem Lagerzapfen und einem Tellerelement zum Halten der Leitschaufel an dem Innenring
kann ein so geformter Endbereich problemlos in die korrespondierende Ausnehmung des
Innenrings eingeführt werden. Insbesondere sind dann auch keine zusätzlichen Hülsen
zum Lagern der Leitschaufel am Innenring notwendig.
[0016] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Leitschaufelsystems
ist es vorgesehen, dass der Innenring in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine in
wenigstens zwei Innenringsegmente geteilt ist. Beispielsweise kann das Leitschaufelsystem
einen Innenring mit zwei sich über 180° erstreckenden Innenringsegmenten aufweisen.
Es ist aber auch möglich, dass der Innenring aus vier 90-Grad-Innenringsegmenten zusammengesetzt
ist. Ein in Umfangsrichtung geteilter Innenring ermöglicht eine besonders einfache
Montage der Strömungsmaschine. Außerdem kann so ein besonders großer Innenring vorgesehen
sein, dessen Durchmesser nicht durch jeweilige Fertigungsanlagen auf einen maximalen
Durchmesser eines fertigbaren Bauteils beschränkt ist. Außerdem ermöglicht ein in
Umfangsrichtung geteilter Innenring ein besonders einfaches Einführen des Sicherungselements.
Das Sicherungselement kann so einfach in eine Öffnung an einer Stirnseite der jeweiligen
Innenringsegmente - also einer Fläche, welche zu dem nächsten Innenringsegment bei
dem zusammengefügten Innenring weist - eingefädelt werden.
[0017] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Leitschaufelsystems
ist es vorgesehen, dass pro Innenringsegment jeweils ein Sicherungselement vorgesehen
ist. Dadurch können die jeweiligen Sicherungselemente bei in Umfangsrichtung geteilten
Innenringen besonders einfach montiert werden. Insbesondere kann jeweils ein Teil
des Leitschaufelsystems, bestehend aus einem Innenringsegment, den jeweiligen zugeordneten
Leitschaufeln und dem zugeordneten Sicherungselement, montiert werden und anschließend
dann einfach der Innenring und damit auch das Leitschaufelsystem durch Verbinden dieser
Innenringsegmente mit den daran gehaltenen Leitschaufeln und den bereits montierten
Sicherungselementen zusammengesetzt werden.
[0018] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Leitschaufelsystems
ist es vorgesehen, dass der Innenring zumindest teilweise mittels eines additiven
Fertigungsverfahrens hergestellt ist. Dadurch wird die Herstellung eines Innenrings
mit besonders komplexen Geometrien ermöglicht, insbesondere mit hinterschnittenen
Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen, welche mit herkömmlichen Fertigungsverfahren
nicht oder nur sehr aufwendig hergestellt werden können. Das additive Fertigungsverfahren
eignet sich insbesondere, um einen in axialer Richtung ungeteilten Innenring mit komplexen
Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen herstellen zu können. Ebenso ist es natürlich
möglich, dass auch die jeweiligen Leitschaufeln und/oder das Sicherungselement zumindest
teilweise mittels eines additiven Fertigungsverfahrens hergestellt sind. Insbesondere
ist es so möglich, den Innenring und das Sicherungselement und/oder die Leitschaufeln
in einer gemeinsamen Fertigung, insbesondere in einem einzigen Fertigungsschritt,
herzustellen.
[0019] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Leitschaufelsystems
ist es vorgesehen, dass an dem Innenring radial innenseitig wenigstens ein Dichtungselement
angeordnet ist. Mittels dieses Dichtungselements kann ein Strömungsraum der Strömungsmaschine
gegenüber einer radial innenseitig angeordneten Welle der Strömungsmaschine abgedichtet
werden. Aufgrund der formschlüssigen Sicherung der Leitschaufeln an dem Innenring
kommt es, wie bereits erläutert, zu keinem oder nur zu einem besonders reduzierten
Cording. Dadurch ist ein Verschleiß dieses Dichtungselements im Betrieb der Strömungsmaschine
besonders reduziert. Dabei kann radial innenseitig an dem Innenring ein Dichtungsträger
zum Halten des Dichtungselements vorgesehen sein. Dies gewährleistet ein einfaches
Austauschen des Dichtungselements.
[0020] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Leitschaufelsystems
ist es vorgesehen, dass die Ausnehmung und/oder die Durchgangsöffnung des radial inneren
Endbereichs der Leitschaufel wenigstens bereichsweise länglich korrespondierend zu
dem Sicherungselement ausgebildet ist und/oder die Ausnehmung und/oder die Durchgangsöffnung
des Innenrings wenigstens bereichsweise länglich korrespondierend zu dem Sicherungselement
ausgebildet ist. Dadurch kann das Sicherungselement an den jeweiligen Ausnehmungen
und/oder Durchgangsöffnungen besonders zuverlässig abgestützt werden. Durch die korrespondierenden
länglichen Ausgestaltungen der Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen und des Sicherungselements
ist die Leitschaufel zudem besonders lagegenau an dem Innenring gehalten werden, wodurch
das sogenannte Cording besonders reduziert wird.
[0021] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft eine Strömungsmaschine, insbesondere ein
Flugtriebwerk. Erfindungsgemäß ist es dabei vorgesehen, dass diese Strömungsmaschine
wenigstens ein Leitschaufelsystem gemäß dem ersten Erfindungsaspekt umfasst. Die sich
aus der Verwendung des Leitschaufelsystems gemäß dem ersten Erfindungsaspekt ergebenden
Merkmale und Vorteile sind den Beschreibungen des ersten Erfindungsaspekts zu entnehmen,
wobei vorteilhafte Ausgestaltungen des ersten Erfindungsaspekts als vorteilhafte Ausgestaltungen
des zweiten Erfindungsaspekts und umgekehrt anzusehen sind.
[0022] Ein dritter Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Montage eines Leitschaufelsystems
für eine Strömungsmaschine. Erfindungsgemäß ist dabei das Bereitstellen wenigstens
einer um eine Verstellachse drehbar lagerbaren Leitschaufel mit einem radialen Endbereich,
welcher wenigstens eine in Einbaulage der Leitschaufel in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine
verlaufende Ausnehmung und/oder Durchgangsöffnung aufweist, eines Innenrings mit einer
zu dem radial inneren Endbereich der Leitschaufel korrespondierenden Ausnehmung und
mit wenigstens einer in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine verlaufenden Ausnehmung
und/oder Durchgangsöffnung, und eines als längliches Element ausgebildeten Sicherungselements
vorgesehen. Vorzugsweise ist die Leitschaufel dabei drehbar an der Strömungsmaschine
lagerbar, insbesondere an einem Außenring der Strömungsmaschine beziehungsweise eines
Leitschaufelrings. In einem weiteren Schritt ist das Einführen des radial inneren
Endbereichs der Leitschaufel in die Ausnehmung des Innenrings vorgesehen. Danach wird
das Sicherungselement in die Ausnehmung und/oder in die Durchgangsöffnung des Innenrings
und in die Ausnehmung und/oder in die Durchgangsöffnung der Leitschaufel zum formschlüssigen
Sichern der Anordnung der Leitschaufel an dem Innenring eingeführt. Dafür kann es
notwendig sein, die Leitschaufel nach dem Einführen in die Ausnehmung des Innenrings
so auszurichten, dass die jeweiligen Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen wenigstens
so weit in Überdeckung sind, dass das Durchführen des Sicherungselements möglich ist.
[0023] Vorzugsweise wird das Sicherungselement eingeschoben. Insbesondere kann das Sicherungselement
in Umfangsrichtung in die jeweiligen Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen eingeführt
werden. Dabei kann es vorgesehen sein, dass ein als Sicherungsdraht ausgebildetes
Sicherungselement erst durch dieses Einführen an die in Umfangsrichtung gekrümmte
Form des Innenrings angepasst wird. Außerdem kann ein ausreichend langes Sicherungselement
durch mehrere Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen von mehreren Leitschaufeln
durchgeführt werden, wodurch diese mit einem einzelnen Sicherungselement gemeinsam
gesichert werden können.
[0024] Das Verfahren gemäß dem dritten Aspekt der Erfindung eignet sich also zur Montage
eines Leitschaufelsystems gemäß dem ersten Erfindungsaspekt, wobei das Leitschaufelsystem
so besonders einfach montiert werden kann. Das Verfahren zur Montage gemäß dem dritten
Erfindungsaspekt kann damit auch als Teil eines Verfahrens zur Montage einer Strömungsmaschine
gemäß dem zweiten Erfindungsaspekt verwendet werden. Die sich aus dem Leitschaufelsystem
gemäß dem ersten Erfindungsaspekt beziehungsweise aus der Strömungsmaschine gemäß
dem zweiten Erfindungsaspekt ergebenden Merkmale und Vorteile sind den Beschreibungen
des ersten beziehungsweise des zweiten Erfindungsaspekts zu entnehmen, wobei die vorteilhaften
Ausgestaltungen des ersten beziehungsweise des zweiten Erfindungsaspekts als vorteilhafte
Ausgestaltungen des dritten Erfindungsaspekts und umgekehrt anzusehen sind.
[0025] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung sowie anhand der Zeichnungen.
Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie
die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine
gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen
Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar,
ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
[0026] Dabei zeigt:
- Fig. 1
- in einem Meridianschnitt ein Leitschaufelsystem für eine Strömungsmaschine mit wenigstens
einer drehbar gelagerten Leitschaufel, welche an einem Innenring angeordnet ist, wobei
diese Anordnung mittels eines Sicherungselements formschlüssig gesichert ist;
- Fig. 2
- in einer schematischen Perspektivansicht ausschnittsweise das Leitschaufelsystems
gemäß Fig. 1;
- Fig. 3 bis 6
- in einer schematischen Schnittansicht ausschnittsweise alternative Ausführungsformen
der Leitschaufel und des Sicherungselements für das Leitschaufelsystem gemäß Fig.
1.
[0027] Fig. 1 zeigt in einem Meridianschnitt ein Leitschaufelsystem 10 für eine Strömungsmaschine
mit wenigstens einer um eine Verstellachse 12 drehbar gelagerten Leitschaufel 14,
welche mit einem radial inneren Endbereich 16 in einer korrespondierenden Ausnehmung
18 eines Innenrings 20 angeordnet ist. Der radial innere Endbereich 16 ist dabei kegelstumpfförmig
ausgebildet. Die Anordnung der Leitschaufel 14 an dem Innenring 20 ist dabei mittels
eines Sicherungselements 22 formschlüssig gesichert. Aufgrund dieser Sicherung der
Anordnung wird verhindert, dass der radial innere Endbereich 16 der Leitschaufel 14
beispielsweise aufgrund von sogenannten Pumpstößen von dem Innenring 20 abspringt
beziehungsweise aus dessen Ausnehmung 18 herausrutscht.
[0028] In dem gezeigten Beispiel weist das Leitschaufelsystem 10 einen Außenring 24 auf,
an welchem die Leitschaufel 14 mittels eines Lagerzapfens 26 drehbar gelagert ist.
An dem Außenring 24 können auch beispielsweise jeweilige Verstelleinrichtungen zum
Drehen der Leitschaufel 14 um die Verstellachse 12 vorgesehen sein. Durch diese Drehung
der Leitschaufel 14 kann deren Stellung an einen jeweiligen Betriebspunkt der Strömungsmaschine
angepasst werden und somit den Wirkungsgrad der Strömungsmaschine erhöhen. Vorzugsweise
ist die Strömungsmaschine dabei als Flugtriebwerk ausgebildet.
[0029] In der Fig. 1 ist ein Koordinatensystem 30 zur Orientierung eingezeichnet. Der Pfeil
32 markiert dabei die radial Richtung nach außen der Strömungsmaschine. Der Pfeil
34 markiert die axiale Richtung der Strömungsmaschine. Da es sich um einen Meridianschnitt
handelt, weist die Umfangsrichtung der Strömungsmaschine in die Blattebene hinein
beziehungsweise hinaus und folgt dabei einer Krümmung des Innenrings 20. In der Fig.
2 bis Fig. 6 ist das Koordinatensystem 30 ebenfalls eingezeichnet. In Fig. 2 ist dabei
die Umfangsrichtung der Strömungsmaschine durch Pfeil 46 kenntlich gemacht.
[0030] Das Leitschaufelsystem 10 bildet dabei Teil eines sogenannten Leitschaufelrings beziehungsweises
eines sogenannten Leitrads der Strömungsmaschine. Der Leitschaufelring umfasst eine
Vielzahl von in Umfangsrichtung nebeneinander angeordneten Leitschaufeln 14. Das Leitschaufelsystem
10 beziehungsweise der Leitschaufelring ist dabei vorzugsweise ein Teil eines Hochdruck-
oder Niederdruckverdichters der Strömungsmaschine.
[0031] Radial innenseitig ist an dem Innenring 20 ein Dichtungselement 36 vorgesehen. Mittels
dieses Dichtungselements 36 kann ein Strömungsraum, welcher durch den Außenring 24
und den Innenring 20 begrenzt wird, gegenüber weiteren Teilen der Strömungsmaschine
abgedichtet werden. Das Dichtungselement 36 kann dabei beispielsweise als schleifende
Bürstendichtung ausgebildet sein, mittels welcher dieser Strömungsraum an einer rotierenden
Welle der Strömungsmaschine abgedichtet wird.
[0032] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Sicherungselement 22 als längliches
Element ausgebildet, welches wenigstens in einer in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine
verlaufenden Durchgangsöffnung 38 des radial inneren Endbereichs 16 der Leitschaufel
14 angeordnet ist. Durch die Ausrichtung des Sicherungselements 22 in Umfangsrichtung
und zudem in jeweils dazu korrespondierenden Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen
40 (siehe auch Figur 2) ist eine einzelne oder gemeinsame Sicherung einer oder mehrerer
Leitschaufeln 14 an dem Innenring 20 mittels eines einzigen Sicherungselements 22
möglich. Dadurch ist diese Sicherung besonders einfach zu montieren und benötigt besonders
wenige Teile. Gleichzeitig wird der Innenring 20 aufgrund der gesicherten Anordnung
besonders zuverlässig an der Leitschaufel 14 gehalten und jeweilige transiente thermische
Effekte, welche auch als Cording bezeichnet werden, sind reduziert. Dadurch ist ein
Verschleiß des Dichtungselements 36 beim Betrieb der Strömungsmaschine besonders gering.
[0033] Über das Sicherungselement 22 sind die Leitschaufeln 14 und der Innenring 20 radial
aneinander nach außen und/oder nach innen abgestützt. Die Durchgangsöffnung 40 beziehungsweise
die Durchgangsöffnungen 40 des Innenrings 20 sind dabei in der schematischen Perspektivansicht
des Leitschaufelsystems 10 gemäß Fig. 2 gezeigt. Dort ist auch zu erkennen, dass die
Durchgangsöffnung 38 der Leitschaufel 14 und die Durchgangsöffnung 40 des Innenrings
20 für die Montage beziehungsweise ein Einführen des Sicherungselements 22 aufeinander
ausgerichtet sind. Da die jeweiligen Durchgangsöffnungen 38, 40 in Umfangsrichtung
verlaufen, kommt es aufgrund der Sicherung der Anordnung des Leitschaufelsystems 10
vorzugsweise zu keinen zusätzlichen axialen Leckagen.
[0034] Das in Fig. 2 gezeigte Ausführungsbeispiel des Leitschaufelsystems 10 zeigt Durchgangsöffnungen
40 des Innenrings 20, welche einen rechteckigen Querschnitt aufweisen. Entsprechend
weist ein hier nicht gezeigtes Sicherungselement 22 vorzugsweise ebenfalls einen rechteckigen
Querschnitt auf, um sich besonders gut in der Durchgangsöffnung 40 abstützen zu können.
Ebenso kann auch die Durchgangsöffnung 38 der Leitschaufel 14 einen rechteckigen Querschnitt
aufweisen. Die Querschnitte 38, 40 der Durchgangsöffnungen 38, 40 und des Sicherungselements
22 sind dabei derart ausgebildet, dass sie insgesamt zumindest ein minimales Spiel
aufweisen, um die Verstellbarkeit der Leitschaufel 14 zu gewährleisten. Alternativ
können die Durchgangsöffnungen 38, 40 und/oder das Sicherungselement 22 auch einen
runden Querschnitt aufweisen. Ein runder Querschnitt führt dabei zu besonders geringen
Spannungsspitzen bei einer Belastung, wodurch das Leitschaufelsystem 10 besonders
robust ist. Es können auch andere Querschnittsformen für die Durchgangsöffnungen 38,
40 und das Sicherungselement 22 gewählt werden.
[0035] Die Fig. 3 bis 6 zeigen in einer schematischen Schnittansicht den radial inneren
Endbereich 16 der Leitschaufel 14 mit dem dort angeordneten Sicherungselement 22 in
verschiedenen Ausgestaltungsformen. Fig. 3 zeigt dabei die Ausgestaltungsform gemäß
Fig. 1. Hier ist das Sicherungselement 22 ebenso wie die Durchgangsöffnung 38 im radial
inneren Endbereich 16 der Leitschaufel 14 rechteckig ausgebildet. Der Querschnitt
der Durchgangsöffnung 38 ist gegenüber dem Querschnitt des Sicherungselementes 22
in axialer Richtung vergrößert. Damit ist die Verstellbarkeit der Leitschaufel 14
gewährleistet.
[0036] Fig. 4 zeigt eine Ausgestaltungsform, bei welcher das Sicherungselement 22 in einer
Ausnehmung 42 an der Leitschaufel 14 angeordnet ist. Bei der Ausnehmung 42 gemäß Fig.
4 handelt es sich als außen wenigstens teilweise um den radial inneren Endbereich
16 der Leitschaufel 14 verlaufende Nut. Eine korrespondierende Nut zur Aufnahme eines
weiteren Bereichs des Sicherungselements 22 ist an der Innenseite der Ausnehmung 18
ausgebildet (nicht dargestellt). Durch diese Ausgestaltung ist wiederum gewährleistet,
dass die Leitschaufel 14 weiterhin um die Verstellachse 12 gedreht werden kann, ohne
dass diese Drehung durch das Sicherungselement 22 blockiert wird. Das Sicherungselement
22 weist zudem einen runden Querschnitt auf.
[0037] Fig. 5 zeigt eine Ausnehmung 42, welche als komplett um den radial inneren Endbereich
16 verlaufende Nut ausgebildet ist. Eine korrespondierende Nut zur Aufnahme eines
weiteren Bereichs des Sicherungselements 22 ist an der Innenseite der Ausnehmung 18
ausgebildet (nicht dargestellt). Die komplett umlaufende Nut schränkt einen Verstellbereich
bei der Drehung der Leitschaufel 14 nicht ein. Das Sicherungselement 22 weist zudem
einen runden Querschnitt auf.
[0038] Fig. 6 zeigt eine weitere Ausgestaltungsform, bei welcher die Ausnehmung 42 ähnlich
zu der Ausnehmung 42 gemäß Fig. 4 ausgebildet ist. Bei der Ausgestaltungsform gemäß
Fig. 6 ist die Ausnehmung 42 jedoch rechteckig ausgebildet. Ebenso ist hier das Sicherungselement
22 im Querschnitt rechteckig ausgebildet.
[0039] In Fig. 2 ist ein Innenringsegment 44 des Innenrings 20 gezeigt. Mindestens zwei
dieser Innenringsegmente 44 bilden den Innenring 20 aus. Der Innenring 20 ist in Umfangsrichtung
geteilt. Das Sicherungselement 22 wird bei dem geteilten Innenring 20 einfach in Umfangsrichtung
durch die jeweiligen Durchgangsöffnungen 40 des Innenringsegments 44 geführt. Dabei
sind vorher die Leitschaufeln 14 mit ihrem radial inneren Endbereich 16 in der Ausnehmung
18 des Innenringsegments 44 angeordnet worden. Es kann dabei pro Innenringsegment
44 jeweils ein Sicherungselement 22 vorgesehen sein. Auch die Verwendung eines einzigen,
umlaufenden Sicherungselements 22 ist möglich.
[0040] Beispielsweise ist es möglich, einen im Querschnitt runden oder rechteckigen Sicherungsdraht
als Sicherungselement 22 über einen Sektor von bis zu 180 Grad in Umfangsrichtung
durch den Innenring 20 beziehungsweise ein Innenringsegment 44 zu schieben und formschlüssig
mit den kegelstumpfförmigen Lagerzapfen der Leitschaufeln 14 zu verbinden. Dabei kann
dieser Sicherungsdraht als gerader Draht bereitgestellt werden und erst durch das
Einfädeln an eine Krümmung des Innenrings 20 angepasst werden.
[0041] Anstelle von Durchgangsöffnungen 40 können der Innenring 20 beziehungsweise das die
Innenringsegmente 44 auch jeweilige Ausnehmungen 42, beispielsweise in Form einer
Nut, aufweisen. Diese Nut könnte beispielsweise radial nach innen weisen, wodurch
dann weiterhin eine radial außenseitige Abstützung des Sicherungselements 22 in einer
solchen Nut des Innenrings 20 möglich ist. Generell kann eine Form und/oder ein Querschnitt
einer Durchgangsöffnung 40 oder einer Ausnehmung 42 des Innenrings 20 zu den Formen
und/oder Querschnitten des Sicherungselements 22 und/oder der Ausnehmung 42 der Leitschaufel
14 und/oder der Durchgangsöffnung 38 der Leitschaufel 14 korrespondieren. Für beispielhafte
Formen und Querschnitte wird auf die Fig. 3 bis Fig. 6 verwiesen.
[0042] Vorzugsweise sind der Innenring 20 beziehungsweise die Innenringsegmente 44 mittels
eines additiven Fertigungsverfahrens hergestellt. Beispielsweise können dafür ein
sogenanntes Selective Laser Melting- oder Selective Electron Beam Melting-Verfahren
verwendet werden. Dadurch kann ein Innenring 20 mit Geometrien hergestellt werden,
welche mit herkömmlichen Verfahren nicht herstellbar sind. Insbesondere können direkt
jeweilige Ausnehmungen und/oder Durchgangsöffnungen 40 bei dem Innenring 20 vorgesehen
sein. Die Durchgangsöffnungen 40 können dagegen bei einem axial ungeteilten Innenring
20, insbesondere aufgrund der Krümmung des Innenrings 20, beispielsweise nicht durch
herkömmliches Fräsen oder Bohren in den Innenring 20 eingebracht werden.
- 10
- Leitschaufelsystem
- 12
- Verstellachse
- 14
- Leitschaufel
- 16
- radial innerer Endbereich
- 18
- Ausnehmung
- 20
- Innenring
- 22
- Sicherungselement
- 24
- Außenring
- 26
- Lagerzapfen
- 30
- Koordinatensystem
- 32
- Pfeil
- 34
- Pfeil
- 36
- Dichtungselement
- 38
- Durchgangsöffnung
- 40
- Durchgangsöffnung
- 42
- Ausnehmung
- 44
- Innenringsegment
- 46
- Pfeil
1. Leitschaufelsystem (10) für eine Strömungsmaschine mit wenigstens einer um eine Verstellachse
(12) drehbar gelagerten Leitschaufel (14), welche mit einem radial inneren Endbereich
(16) in einer korrespondierenden Ausnehmung (18) eines Innenrings (20) angeordnet
ist, wobei die Anordnung der Leitschaufel (40) an dem Innenring (20) mittels eines
Sicherungselements (22) formschlüssig gesichert ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Sicherungselement (22) als längliches Element ausgebildet ist, welches wenigstens
in einer in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine verlaufenden Ausnehmung (42) und/oder
Durchgangsöffnung (38) des radial inneren Endbereichs (16) der Leitschaufel (14) und
wenigstens in einer in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine verlaufenden Ausnehmung
und/oder Durchgangsöffnung (40) des Innenrings (20) angeordnet ist.
2. Leitschaufelsystem (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens zwei Leitschaufeln (14) des Leitschaufelsystems (10) mittels eines gemeinsamen
Sicherungselements (22) gesichert sind.
3. Leitschaufelsystem (10) nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Ausnehmung (42) der Leitschaufel (14) als außen wenigstens teilweise um den radial
inneren Endbereich (16) der Leitschaufel (14) verlaufende Nut ausgebildet ist.
4. Leitschaufelsystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Sicherungselement (22) als in Umfangsrichtung verlaufender, im Querschnitt runder
oder eckiger Sicherungsdraht ausgebildet ist.
5. Leitschaufelsystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Innenring (20) in axialer Richtung der Strömungsmaschine ungeteilt ist.
6. Leitschaufelsystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Innenring (20) in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine in wenigstens zwei Innenringsegmente
(44) geteilt ist.
7. Leitschaufelsystem (10) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
pro Innenringsegment (44) jeweils ein Sicherungselement (22) vorgesehen ist.
8. Leitschaufelsystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Innenring (20) zumindest teilweise mittels eines additiven Fertigungsverfahrens
hergestellt ist.
9. Leitschaufelsystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
an dem Innenring (20) radial innenseitig wenigstens ein Dichtungselement (36) angeordnet
ist.
10. Leitschaufelsystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Ausnehmung (42) und/oder die Durchgangsöffnung (38) des radial inneren Endbereichs
(16) der Leitschaufel (14) wenigstens bereichsweise länglich korrespondierend zu dem
Sicherungselement (22) ausgebildet ist und/oder die Ausnehmung und/oder die Durchgangsöffnung
(40) des Innenrings (20) wenigstens bereichsweise länglich korrespondierend zu dem
Sicherungselement (22) ausgebildet ist.
11. Strömungsmaschine, insbesondere Flugtriebwerk,
dadurch gekennzeichnet, dass
diese wenigstens ein Leitschaufelsystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche
aufweist.
12. Verfahren zur Montage eines Leitschaufelsystem (10) für eine Strömungsmaschine mit
den Schritten:
- Bereitstellen wenigstens einer um eine Verstellachse (12) drehbar lagerbaren Leitschaufel
(14) mit einem radial inneren Endbereich (16), welcher wenigstens eine in Einbaulage
der Leitschaufel (14) in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine verlaufende Ausnehmung
(42) und/oder Durchgangsöffnung (38) aufweist, eines Innenrings (26) mit einer zu
dem radial inneren Endbereich (16) der Leitschaufel (14) korrespondierenden Ausnehmung
(18) und mit wenigstens einer in Umfangsrichtung der Strömungsmaschine verlaufenden
Ausnehmung und/oder Durchgangsöffnung (40), und eines als längliches Element ausgebildeten
Sicherungselements (22);
- Einführen des radial inneren Endbereichs (16) der Leitschaufel (14) in die Ausnehmung
(18) des Innenrings (20) ;
- Einführen des Sicherungselements (22) in die Ausnehmung (42) und/oder in die Durchgangsöffnung
(38) des Innenrings (20) und in die Ausnehmung und/oder in die Durchgangsöffnung (40)
der Leitschaufel (14) zum formschlüssigen Sichern der Anordnung der Leitschaufel (14)
an dem Innenring (20).