[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Heizgerät aus dem Bereich der sogenannten schmiegsamen
Wärme, auf ein Herstellungsverfahren für ein Heizgerät sowie auf ein Verfahren für
den Betrieb eines Heizgerätes.
[0002] Die mobile Energieversorgung von Heizgeräten ist generell schon hinlänglich bekannt.
Zu solchen Heizgeräten können unter anderem Geräte wie Heizkissen, Fußwärmer, Unterbetten,
Wärmezudecken gezählt werden.
[0003] Eine der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, die Handhabbarkeit solcher
bekannten Heizgeräte zu verbessern.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind jeweils Gegenstand der Unteransprüche. Diese können
in technologisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden. Die Beschreibung,
insbesondere im Zusammenhang mit der Zeichnung, charakterisiert und spezifiziert die
Erfindung zusätzlich.
[0005] In einer ersten Ausführung ist ein Heizgerät mit einer Tasche aus flexiblem Material,
einer Heizeinrichtung mit einem flexiblen Heizelement und einer Steuereinrichtung
zum Steuern und/oder zum Regeln des Heizelements, einem Akkumulator zum Versorgen
der Heizeinrichtung mit elektrischer Energie und einer Bedieneinrichtung zur Bedienung
der Steuereinrichtung ausgestattet. Die Tasche ist zur Aufnahme des Akkumulators,
der Heizeinrichtung und der Steuereinrichtung geeignet. Ein erster Taschenabschnitt
der Tasche ist mit einer Öffnung zur Aufnahme des Akkumulators versehen und ein zweiter
Taschenabschnitt ist zur Aufnahme des Heizelements geeignet. Die Bedieneinrichtung
ist innerhalb einer der Bedieneinrichtung angepasste Aussparung der Tasche angeordnet
und mit der Tasche befestigt.
[0006] Bei dem Akkumulator handelt es sich bevorzugt um eine Powerbank. Powerbanks sind
externe Akkumulatoren zur Speicherung elektrischer Energie. Eine Powerbank ist üblicherweise
ein externer Zusatzakkumulator für mobile Geräte wie Tabletcomputer und insbesondere
Smartphones. Eine Powerbank ist gewöhnlich mit einem Lithium-Polymer- oder Lithium-Ionenakku
aufgebaut, enthält üblicherweise eine Lade- und Entladesteuerung sowie eine zumindest
rudimentäre Anzeige für den Betriebs- bzw. Ladezustand. Die Stromabgabe an das oder
die angeschlossenen Geräte erfolgt über einen oder mehrere USB-Anschlüsse (Typ A).
Geladen wird die Powerbank gewöhnlich über einen Micro-USB-Anschluss an einem Rechner
oder einem externen Netzteil. Lade- und Entladeströme sind nicht standardisiert und
können von den USB-Spezifikationen unter Umständen stark abweichen.
[0007] Powerbanks sind mit nominellen Kapazitäten zwischen unter 1000 mAh bis weit über
20.000 mAh erhältlich. Übliche nominelle Kapazitäten sind derzeit 3000 mAh, 6000 mAh
und 10.000 mAh. Der abgebbare Strom kann zwischen 500 mA und über 3 A variieren. Die
Kapazitätsangaben beziehen sich in der Regel auf den verbauten Akkumulator und nicht
auf die der Powerbank entnehmbare elektrische Energie. Stehen mehrere Anschlüsse zur
Verfügung, dann sind diese häufig nicht gleichwertig, sind also für eine unterschiedliche
maximale Stromabgabe spezifiziert. Der Ladewirkungsgrad kann bei hochwertige Geräten
bei mehr als 70 % liegen.
[0008] Zur Komfortausstattung einer Powerbank können beispielsweise eine digitale Anzeige
des Lade- und Betriebszustands gehören. Eine Powerbank kann für den Pufferbetrieb
geeignet sein, wenn sie gleichzeitig ge- und entladen werden kann.
[0009] Im Zusammenhang mit Heizgeräten ist die Verwendung von Powerbanks besonders vorteilhaft,
da solche Powerbanks oft zusammen mit dem Smartphone oder anderen Geräten mitgeführt
werden und somit unproblematisch für andere Anwendungen, etwa den Betrieb der Heizeinrichtung
d.h. als Teil der Heizeinrichtung verwendet werden können.
[0010] Der Aufbau der Heizeinrichtung kann eine Überhitzungsschutzeinrichtung als Teil der
Steuereinrichtung umfassen. Die Bedieneinrichtung kann insbesondere zum Ein- und Ausschalten
der Energieversorgung der Heizeinrichtung verwendet werden. Es kann ferner vorgesehen
sein, dass mehrere Heizstufen gewählt werden können. Die Heizstufen können etwa durch
an sich bekannte Pulsweitenmodulation realisiert werden. Als Überhitzungsschutz kann
ein Bimetall-Regler verwendet werden, der beispielsweise innerhalb des Heizelements
angeordnet und mit diesem verschaltet sein kann.
[0011] Die Tasche ermöglicht durch ihren eigens dafür vorgesehenen Abschnitt die sichere
Lagerung und ferner den schnellen Tausch des Akkumulators. Bevorzugt ist wenn für
den Akkumulator eine sogenannte Powerbank verwendet wird. Als Powerbank wird ein externer
Zusatzakkumulator für mobile Geräte wie Tabletcomputer und insbesondere Smartphones
bezeichnet und ist gewöhnlich mit einem Lithium-Polymer- oder Lithium-Ionenakkumulator
ausgestattet und enthält ferner eine Lade- und Entladesteuerung sowie eine Anzeige
für den Betriebs- bzw. Ladezustand. Die Stromabgabe an das oder die angeschlossenen
Geräte kann über einen oder mehrere USB-Anschlüsse erfolgen. Eine Powerbank kann über
einen Micro-USB-Anschluss an einem Rechner oder einem externen Netzteil geladen werden.
[0012] Die Tasche kann insbesondere von einem flexiblen Element, etwa einem Textil, einer
Folie, einem Netz gebildet sein, dass vernäht, abgenäht, verklebt oder ultraschallverschweißt
wurde. Alternativ können verschiedene Lagen von flexiblen Materialien eine Tasche
bilden. Wobei zwischen den Lagen eine Tasche bzw. ein Taschenabschnitt durch Abnähen,
Einnähen, Einkleben, Verschweißen gebildet sein kann. Der Anschluss des Akkumulators
an die Heizeinrichtung erfolgt bevorzugt an einem Randbereich des Heizgerätes bzw.
der Tasche. Hierzu kann bevorzugt vorgesehen sein, dass der zweite Taschenabschnitt
der Tasche eine Öffnung zur Durchführung eines Kabels aufweist. Die Öffnung kann an
ihrem Rand verstärkt ausgebildet sein, etwa wie bei einem Knopfloch oder innerhalb
oder nahe an verstärkten Bereichen der Tasche vorgesehen sein, etwa als Teil von Haltelaschen.
Das Kabel ist mit der Steuereinrichtung verbunden und kann endseitig mit einem USB-Anschluss
oder ähnlichem ausgestattet sein, um mit dem Akku verbunden zu werden.
[0013] In einem Aspekt der Erfindung ist es bevorzugt, wenn die Öffnung des ersten Taschenabschnitts
mittels eines Verschlusses ausgewählt aus der Gruppe Klettband, Hakenband, Knopflochverschluss,
Lasche, Bänder verschlossen werden kann, um ein unbeabsichtigtes Herausfallen des
Akkumulators zu verhindern.
[0014] Eine bevorzugte Ausführung kann darin bestehen, dass die Bedieneinrichtung eine gummielastische
Taste aufweist. Hierdurch wird eine besonders angenehme Haptik bei der Bedienung erreicht.
[0015] Ferner kann in einer sehr bevorzugten Ausführung des Heizgeräts vorgesehen sein,
dass die Steuereinrichtung mittels der Bedieneinrichtung an der Tasche befestigt ist.
Die, insbesondere ausschließliche, Befestigung der Steuereinrichtung ist platzsparen,
insbesondere jedoch vorteilhaft für die generelle Schmiegsamkeit des Heizgeräts, da
das nichtflexible Volumen auf ein Minimum reduziert werden kann, nämlich im Wesentlichen
auf den Bereich des Akkumulators und der Bedieneinrichtung. Bevorzugt wird insbesondere
in diesem Zusammenhang dass eine Platine der Steuereinrichtung an die Bedienfläche
der Bedieneinrichtung derart angepasst ist, dass der Flächeninhalt der Platinengrundfläche
das 0,8 bis 1,8-fache der Bedienfläche, bevorzugt das 0,9 bis 1,1 fache der Bedienfläche
ist. Die Platine der Steuereinrichtung kann etwa in die Bedieneinrichtung hineingedrückt
werden.
[0016] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Bedieneinrichtung
ein Leuchtmittel aufweist. Hierfür können eine oder mehrere farbige LED verwendet
werden. Die Ausleuchtung der Oberfläche der Bedieneinrichtung und zugleich der Bedienfläche
kann beispielsweise als gestufter ein-oder mehrfarbiger Balken erfolgen. Ferner können
Kreise oder Kreissegmente angezeigt werden. In diesem Zusammenhang können auch mehrere
Durchmesser der Kreise oder Kreissegmente, mehrere Leuchtpunkte und dergleichen verwendet
werden.
[0017] Optional kann die Beleuchtung blinken oder blitzen oder auch den ausgeschalteten
Zustand signalisieren. Für die optische Anzeige können auch Informationen über die
vergangene Heizzeit, eine Restheizzeit und dergleichen erfolgen, sofern beispielsweise
eine Timerfunktion, also eine Abschaltung des Heizgeräts nach einer vorwählbaren Zeit
gewählt wurde. Die Anzahl der Blinksignale kann ebenfalls zur Information über den
gewählten oder den tatsächlichen Zustand des Heizgeräts verwendet werden.
[0018] Anstelle oder zusätzlich zu einer Beleuchtung können ferner akustische Signale verwendet
werden, deren Ausgabe beispielsweise durch Piezoelemente, Lautsprechern und anderen
Schallgebern erfolgen kann. Insbesondere kann eine Signalausgabe auch mittels LCD,
Punkt-Matrix, Siebensegmentanzeige, OLED, E-Paper erfolgen.
[0019] In einer Ausführung ist es bevorzugt, dass das Heizgerät zumindest nach Entfernung
bzw. Abstecken des Akkumulators handwaschbar oder maschinenwaschbar ist. Hierzu kann
die Elektronik des Heizgeräts, insbesondere der Steuereinrichtung als Teil der Heizeinrichtung
mit einer textilen Lage abgedeckt und insbesondere verklebt oder vernäht sein. Bei
maschinenwaschbaren Ausführungen ist es bevorzugt, die mit der Bedieneinrichtung fest
verbundene Steuereinrichtung mit Isoliermasse oder Isolierkleber zu vergießen und
somit gegen das Eidringen von Feuchtigkeit zu schützen.
[0020] Vorgeschlagen ist ferner noch ein Herstellungsverfahren für ein Heizgerät mit einer
Tasche aus flexiblem Material, einer Heizeinrichtung mit einem flexiblen Heizelement
und einer Steuereinrichtung zum Steuern und/oder Regeln des Heizelements, einem Akkumulator
zum Versorgen der Heizeinrichtung mit elektrischer Energie und einer Bedieneinrichtung
zur Bedienung der Steuereinrichtung. Das Verfahren weist die dabei bevorzugt folgenden
Schritte auf: Platzieren und Befestigen der Bedieneinrichtung in einer Aussparung
einer Tasche; Platzieren und Befestigen der Steuerungseinrichtung an einer der Bedienseite
abgewandten Seite der Bedieneinrichtung und Abdecken der Steuerungseinrichtung mittels
eines Isoliermaterials.
[0021] Das Herstellungsverfahren kann weitergebildet werden, indem das Befestigen der Bedieneinrichtung
an der Tasche mittels Vernähen ausgeführt ist.
[0022] Das Herstellungsverfahren kann ferner dadurch weitergebildet werden, dass das Abdecken
der Steuereinrichtung mittels Vergießen durchgeführt ist.
[0023] Vorgeschlagen wird ferner noch ein Verfahren zum Betrieb eines Heizgeräts mit einer
Tasche aus flexiblem Material, einer Heizeinrichtung mit einem flexiblen Heizelement
und einer Steuereinrichtung zum Steuern und/oder Regeln des Heizelements, einem Akkumulator
zum Versorgen der Heizeinrichtung mit elektrischer Energie und einer Bedieneinrichtung
zur Bedienung der Steuereinrichtung. Das Verfahren weist die folgenden Schritte auf:
- Betätigen einer Taste der Bedieneinrichtung und dadurch Auslösen zumindest einer der
Funktionen: Ein- und Ausschalten der Spanungsversorgung;
Wahl der Temperatur;
Auswahl einer Schnellanheizung;
Auswahl eines interaktiven Modus und/oder Quittieren eines interaktiven Modus;
Freigabe für die Kommunikation der Steuereinrichtung mit einem Handheld Device;
- Anzeigen eines anliegenden oder ausgewählten Betriebszustandes der Steuereinrichtung
mittels zumindest eines Leuchtmittels der Bedieneinrichtung.
[0024] In einer Ausführung ist ferner bevorzugt, dass die mit der Betätigung der Taste ausgelöste
Funktion abhängig ist von der Zeit der Tastenbetätigung und/oder von dem auf die Taste
ausgeübten Druck.
Nachfolgend werden einige Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht über den prinzipiellen Aufbau eines Heizgeräts;
- Figur 2
- eine Ansicht auf ein Detail eines Heizgeräts;
- Figur 3 bis 5
- ein Nacken-und Schulterheizgerät in verschiedenen Ansichten;
- Figur 6
- ein weiteres Nacken-und Schulterheizgerät;
- Figur 7
- ein Heizkissen;
- Figur 8 und 9
- ein Hüftheizkissen;
- Figur 10:
- eine Ansicht auf ein Heizgerät mit geöffneter Tasche und
- Figur 11:
- Temperaturverläufe verschiedener Heizstufen.
[0025] Die in Figur 1 gezeigte schematische Ansicht zeigt den prinzipiellen Aufbau eines
Heizgeräts 1 gemäß der Erfindung. Das Heizgerät weist eine Tasche 2 aus flexiblem
Material, nämlich einem äußeren textilen Kunststoffmaterial und einer Füllung aus
Polyester auf. Ferner besitzt das Heizgerät 1 eine Heizeinrichtung mit einem flexiblen
Heizelement 3 und einer Steuereinrichtung 4 zum Steuern und/oder Regeln des Heizelements
3. Das Heizelement 3 ist als gewendelter Heizdraht auf Trägerfäden in Form einer Doppelkordel
ausgeführt. Andere Ausführungen, etwa als Einfach- oder Mehrfachkordel sind selbstverständlich
ebenfalls möglich. Gezeigt ist ferner ein Akkumulator 5 in Form einer sogenannten
Powerbank zum Versorgen der Heizeinrichtung mit elektrischer Energie und eine Bedieneinrichtung
6 zur Bedienung der Steuereinrichtung 4. Ein in den Akkumulator eingesteckter USB-Anschluss
7 am Ende eines Verbindungskabels 8 ist ebenfalls gezeigt. Die Tasche 2 hat zur Aufnahme
des Akkumulators 5 einen ersten Taschenabschnitt 9 mit einer Öffnung 10. Der Taschenabschnitt
ist hier durch eine einfache als gestrichelte Linie gezeigte Naht 11 von einem zweiten
Taschenabschnitt 12 räumlich getrennt. Das Volumen des ersten Taschenabschnitts 9
ist derart ausgelegt, dass neben dem Akkumulator 5 bzw. der Powerbank noch das Verbindungskabel
8 mit der USB-Steckkupplung darin gelagert werden kann. Der Akkumulator 5 ist vor
dem Herausfallen bzw. vor einem Herunterfallen durch einen ebenfalls als Strichlinie
angedeuteten Klettverschluss 13, der die Öffnung 10 verschließt, gesichert.
[0026] Der bereits genannte zweite Taschenabschnitt 12 nimmt das Heizelement 3 auf. Insbesondere
kann dabei das Heizelement 3 in einer textilen Zwischenlage aufgenommen sein, die
auf die Innenseite des zweiten Taschenabschnitts 12 aufgenäht ist, wie Fig. 10 schematisch
zeigt.
[0027] Die Figur 2 zeigt ein Detail eines Heizgeräts 1, nämlich die Bedieneinrichtung 6
mit der Steuereinrichtung 4 und der Tasche 2, wobei die Ansicht von der zur Bedienseite
abgewandten Seite gezeigt ist. Ein gummielastischer Rand 14 schließt sich einer auch
in Fig. 3, 4, 6, 7 und 9 gezeigten Taste 15 an und ist mit einer Naht 16 mit dem Taschenmaterial,
hier mit zwei Lagen, nämlich einer in Fig. 2 nicht gezeigten Außenlage und einer Polsterlage
17 vernäht. Während der Rand 14 mit dem Taschenmaterial überlappt, ist Taste 15 in
einer nicht gezeigten Aussparung der Tasche 2 angeordnet. Gezeigt sind ferner drei
Anschlussleitungen 18 zum Anschluss des hier nicht gezeigten Heizelements und des
ebenfalls hier nicht gezeigten Akkumulators an eine Platine 19 der Steuereinrichtung
4. Es wird bemerkt, dass die Größe und Form der Platine 19 der Steuereinrichtung 4
der Größe und Form der Taste 15 (Fig. 6) entspricht. Deutlich erkennbar ist ferner,
dass die Steuereinrichtung eine vergleichsweise geringe Größe aufweist und deshalb
vollständig unter der Bedieneinrichtung 6, d.h. ohne einen Überstand, angeordnet werden
kann. Nicht gezeigt sind Bauelemente, etwa Halbleiterbauelemente, die auf der Platine
der Steuereinrichtung 6 angeordnet sind.
[0028] Das in den Figuren 3 bis 5 gezeigte Heizgerät 1 in Form eines Nacken-und Schulterheizgerätes
ist für die Wärmeabgabe an die linke und rechte, insbesondere hintere Schulterpartie
und zugleich an den Nackenbereich eines Benutzers (nicht gezeigt) geeignet. Dabei
kann der Öffnungsumfang des Nacken-und Schulterheizgerätes an den Halsumfang des Benutzers
angepasst werden. Als Anpassungsmittel wurden hier Druckknöpfe 20 gewählt, wobei eine
Druckknopfverbindung für ein sicheres Anlegen als ausreichend betrachtet werden kann.
Während in Fig. 3 der innenliegende Druckknopf 20 mit dem hier nicht gezeigten unteren
Druckknopf verbunden ist um die engste Anlage für Personen mit eher geringem Halsumfang
zu gewährleisten, zeigt Fig. 4 die Verrastung des äußeren Druckknopfes 20 mit dem
darunter liegenden Druckknopf um eine möglichst große Halsöffnung zu erreichen.
[0029] Gezeigt ist ferner in Fig. 5 die Position des ersten Taschenabschnitts 9 über der
Brust des Benutzers und zwar auf der Unterseite der Tasche 2. Erkennbar ist noch ein
USB-Kabel 8, welches aus einer als Knopflochöse 21 ausgebildeten Öffnung 10 des zweiten
Taschenabschnitts 12 herausragt und mit einem hier nicht gezeigten Akkumulator in
Form einer Powerbank verbunden werden kann. Eine gummielastische Taste 15 als Teil
der Bedieneinrichtung 6 ist im Randbereich der Tasche vorhanden. Hierdurch kann das
Heizgerät 1 auch im angelegten Zustand leicht bedient werden.
[0030] In Fig. 6 ist noch eine alternative Befestigung eines weiteren Nacken-und Schulterheizgerätes
gezeigt. Dabei wurde ein schalförmiger Fortsatz 22 der Tasche 2 durch eine Schlaufe
23 hindurchgeführt. Der hier nicht gezeigte Akkumulator in Form der Powerbank befindet
sich rechts im Bereich der Taste 15.
[0031] Fig. 7 zeigt die Oberseite eines Heizgeräts 1 in Form eines Heizsitzkissens. Gezeigt
ist insbesondere die Öffnung 10 des zweiten Taschenabschnitts 9, das USB-Kabel 8 und
die Taste 15 als Teil der Bedieneinrichtung. Die Taste ist als transparenter, gummielastischer
Kunststoff ausgebildet. Als Teil der Bedieneinrichtung befinden sich unter der Tastenabdeckung
noch 4 farblich verschiedene Leuchtdioden, nämlich in den Farben Weiß, Grün, Gelb
und Rot. Mittels dieser Leuchtdioden können verschiede Zustände des Heizgeräts angezeigt
werden:
Wird der Akkumulator in Form der Powerbank etwa mit dem USB-Kabel des Heizgerätes
verbunden so blinkt die weiße LED dreimal auf. Nach einmaligem Drücken der Taste 15
wird ein Betriebsmodus mit geringer Temperatur, etwa 20 Grad Celsius als grünes Licht
unter Verwendung einer grünen LED anzeigt. Nach zweimaligem Drücken der Taste 15 wird
ein Betriebsmodus mit mittlerer Temperatur (z.B. 50 Grad Celsius) als gelbes Licht
unter Verwendung einer gelben LED anzeigt. Nach dreimaligem Drücken der Taste 15 wird
ein Betriebsmodus mit höherer Temperatur (z.B. 70 Grad Celsius) als rotes Licht unter
Verwendung einer roten LED anzeigt.
[0032] Die farbige Hintergrundbeleuchtung des Bedienknopfes kann im Übrigen auch durch weitere
hier nicht eigens gezeigte gestalterische Oberflächenausleuchtungen erfolgen, z. B.
mittels gestufter Uni-oder Farbbalken, Kreise bzw. Kreissegmente mit/ ohne verschiedenem
Durchmessern, Leuchtpunkte, usw.
[0033] Die optionale Betriebszeitanzeige kann ferner durch stetiges Leuchten und nach entladener
Powerbank durch Blinken, Blitzen oder einem "AUS"-Signal der Heiz-/ Betriebsanzeige
signalisiert sein.
[0034] Zur optionalen Anzeige kann auch eine optische Anzeige für die vergangene und/ oder
Restlaufzeit des Heizbetriebs mit oder alternativ ohne Abschaltung des Timers erfolgen.
[0035] Dazu können dem Anwender eine bestimmte Anzahl von Blinkzyklen oder dergleichen signalisiert
werden. Der Bedienknopf bzw. der Taster kann zumindest teilweise transparent oder
transluzent ausgeführt sein. Ferner können zusätzlich oder alternativ ebenfalls Anzeigen
mit oder ohne Hinterleuchtung bzw. auch mit oder ohne Hintergrundbeleuchtung verwendet
sein, wie etwa LED LCD, Dot- Matrix, Siebensegment, OLED, E-paper. Die Funktionszustände
oder Fehlermeldungen können insbesondere in Form von Symbolen, Text oder einer Grafik
ausgeben werden. Die Verwendung akustischen Aktoren, etwa in Form von Piezoscheiben,
Lautsprechern und anderen Schallgebern ist ebenfalls möglich.
[0036] Mit dem Taster bzw. mit der Betätigung des Tasters können mehrere Funktionen vereint
sein wie zum Beispiel die folgenden (Vor-)Einstellungen: Heizzeit, (Rest-)Kapazität
des Akkumulators, Abschaltzeit und Schnellanheizung.
[0037] Ein interaktiver Betrieb des Heizgeräts etwa für eine Quittierfunktion als Teil einer
Kommunikation mit einem Smartphone zur Freigabe der Steuerung oder Regelung kann ebenfalls
vorgesehen sein.
[0038] Beispielsweise kann die Temperaturstufeneinstellung durch einen Tastendruck von 0,2
- 1 Sekunden erfolgen und in einem Voreinstellmodus kann durch einen langen Tastendruck
(~3 Sek) gesprungen werden. Ein Tastendauerdruck kann Funktionen rotieren lassen und
bei einem Loslassen die zuletzt erreichte Funktion speichern. Insbesondere nach einer
Zeitprüfung ohne Tastendruck kann hier noch ein automatischer Rücksprung in den normalen
Betriebsmodus erfolgen. Andere Bedienfunktionen sind selbstverständlich ebenfalls
möglich, ohne die Erfindung zu verlassen. Selbstverständlich sind Mehrtastenausführungen
ebenfalls von dem Erfindungsgedanken mit umfasst.
[0039] Die Anzeigen und Bedienfunktionen können selbstverständlich auch in Kombination der
vorgenannten Ausführungen realisiert sein.
[0040] Das Heizgerät kann ein oder mehrere an sich bekannte Überhitzungsschutzelemente,
etwa einen Bimetallregler, oder andere elektromechanische oder elektronische Schutzeinrichtung
enthalten. In Fig. 10 ist ein nicht gezeigter Bimetall- Regler zwischen dem meanderförmigen
Heizelement in der Nähe des Bedienelements 4 angeordnet. Das Heizelement kann als
gewendelter Heizdraht auf Trägerfaden hergestellt sein. Insbesondere sind hier Ausführungen
als Einfach-, Doppel- oder Mehrfachkordel, sowie als insbesondere netzartigem Flächenheizelement
(realisiert mittels Carbonfasern, Lacken, leitenden Polymeren)
[0041] Die inneren elektrischen Verbindungen im Heizgerät können beispielsweise durch Löten,
Crimpen, Umwickeln oder mittels Schweißen hergestellt sein.
[0042] Bevorzugt ist eine Sicherheitsabschaltung des Heizgeräts nach einer gewissen Zeit,
z.B. nach 90 Minuten, vorgesehen.
[0043] In Figur 8 und 9 ist eine weitere Ausführung eines Heizgerätes zur Erwärmung etwa
des unteren Rückens gezeigt. Das gezeigte Heizgerät kann etwa im Bereich der Taille
angelegt werden und wird mittels Klettverschlusselementen 24, 25, die sich an zwei
sich gegenüberstehenden Befestigungslaschen 26, 27 befinden, befestigt. Die Bedieneinrichtung
6 und der zweite Taschenabschnitt 9 mit seiner Öffnung 10 zur Aufnahme der (hier nicht
gezeigten) Powerbank befinden sich auf einer Seite des Heizgeräts.
[0044] In Figur 10 ist ein Heizgerät mit geöffneter Tasche 2 gezeigt. Gut erkennbar ist
die Befestigung des als Kordel ausgebildeten Heizelements 3 in der Tasche. Ferner
ist die Leitungsführung von dem Heizelement zu dem als Powerbank ausgebildeten Akkumulator
5 sowie zu der Steuereinrichtung 4 gezeigt.
[0045] Figur 11 zeigt schließlich drei Temperaturverläufe verschiedener Heizstufen. Bei
der oben gezeigten Kurve werden Temperaturen knapp unter 80 Grad erreicht, bei der
mittleren Kurve werden Temperaturen über 50 Grad Celsius erreicht und bei der zuunterst
gezeigten Kurve werden Temperaturen von etwa 20 Grad Celsius erreicht.
[0046] In den Figuren sind gleiche oder funktional gleichwirkende Bauteile mit gleichen
Bezugszeichen versehen.
[0047] Gleichwohl in der vorangegangenen Beschreibung einige mögliche Ausführungen der Erfindung
offenbart wurden, versteht es sich, dass zahlreiche weitere Varianten von Ausführungen
durch Kombinationsmöglichkeiten aller genannten und ferner aller dem Fachmann naheliegenden
technischen Merkmale und Ausführungsformen existieren. Es versteht sich ferner, dass
die Ausführungsbeispiele lediglich als Beispiele zu verstehen sind, die den Schutzbereich,
die Anwendbarkeit und die Konfiguration in keiner Weise beschränken. Vielmehr möchte
die vorangegangene Beschreibung dem Fachmann einen geeigneten Weg aufzeigen, um zumindest
eine beispielhafte Ausführungsform zu realisieren. Es versteht sich, dass bei einer
beispielhaften Ausführungsform zahlreiche Änderungen bezüglich Funktion und Anordnung
der Elemente vorgenommen werden können, ohne den in den Ansprüchen offenbarten Schutzbereich
und dessen Äquivalente zu verlassen.
LISTE DER BEZUGSZEICHEN
[0048]
- 1
- Heizgerät
- 2
- Tasche
- 3
- Heizelement
- 4
- Steuereinrichtung
- 5
- Akkumulator
- 6
- Bedieneinrichtung
- 7
- USB-Anschluss
- 8
- Verbindungskabel
- 9
- Taschenabschnitt
- 10
- Öffnung
- 11
- Naht
- 12
- Taschenabschnitt
- 13
- Klettverschluss
- 14
- Rand
- 15
- Taste
- 16
- Naht
- 17
- Polsterlage
- 18
- Anschlussleitung
- 19
- Platine
- 20
- Druckknopf
- 21
- Knopflochöse
- 22
- Fortsatz
- 23
- Schlaufe
- 24
- Klettverschlusselement
- 25
- Klettverschlusselement
- 26
- Befestigungslasche
- 27
- Befestigungslasche
1. Heizgerät (1) mit
- einer Tasche (2) aus flexiblem Material,
- einer Heizeinrichtung mit einem flexiblen Heizelement (3) und einer Steuereinrichtung
(4) zum Steuern und/oder Regeln des Heizelements (3),
- einem Akkumulator (5) zum Versorgen der Heizeinrichtung mit elektrischer Energie
und
- einer Bedieneinrichtung (6) zur Bedienung der Steuereinrichtung (4),
wobei die Tasche (2) zur Aufnahme des Akkumulators (5), und der Heizeinrichtung geeignet
ist und einen ersten Taschenabschnitt (9) mit einer Öffnung (10) zur Aufnahme des
Akkumulators (5) und einen zweiten Taschenabschnitt (12) zur Aufnahme des Heizelements
(3) aufweist und wobei die Bedieneinrichtung (6) innerhalb einer der Bedieneinrichtung
angepassten Aussparung der Tasche (2) angeordnet und mit der Tasche befestigt ist.
2. Heizgerät (1) nach Anspruch 1, wobei der zweite Taschenabschnitt (12) der Tasche eine
Öffnung zur Durchführung eines Kabels (8) aufweist.
3. Heizgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Öffnung (10) des ersten Taschenabschnitts
mittels eines Verschlusses ausgewählt aus der Gruppe Klettband, Hakenband, Knopflochverschluss,
Lasche, Bänder verschlossen werden kann, um ein unbeabsichtigtes Herausfallen des
Akkumulators zu verhindern.
4. Heizgerät (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Bedieneinrichtung eine
gummielastische Taste (15) aufweist.
5. Heizgerät (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Steuereinrichtung (4)
mittels der Bedieneinrichtung (6) an der Tasche (2) befestigt ist.
6. Heizgerät (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Bedieneinrichtung (6)
ein Leuchtmittel aufweist.
7. Heizgerät (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei das Heizgerät (1) handwaschbar
oder maschinenwaschbar ist.
8. Heizgerät (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei eine Platine (19) der Steuereinrichtung
(4) an die Bedienfläche der Bedieneinrichtung (6) derart angepasst ist, dass der Flächeninhalt
der Platinengrundfläche das 0,8 bis 1,8-fache der Bedienfläche, bevorzugt das 0,9
bis 1,1 fache der Bedienfläche ist.
9. Heizgerät (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei der Akkumulator (5) eine
Powerbank ist.
10. Heizgerät (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, wobei der Akkumulator (5) des
Heizgeräts induktiv aufladbar ist.
11. Herstellungsverfahren für ein Heizgerät (1) mit einer Tasche (2) aus flexiblem Material,
einer Heizeinrichtung mit einem flexiblen Heizelement (3) und einer Steuereinrichtung
(4) zum Steuern und/oder Regeln des Heizelements (3), einem Akkumulator (5)zum Versorgen
der Heizeinrichtung mit elektrischer Energie und einer Bedieneinrichtung (6) zur Bedienung
der Steuereinrichtung, das Verfahren aufweisend die folgenden Schritte:
Platzieren und Befestigen der Bedieneinrichtung (6) in einer Aussparung der Tasche
(2);
Platzieren und Befestigen der Steuerungseinrichtung (4) an einer der Bedienseite abgewandten
Seite der Bedieneinrichtung;
Abdecken der Steuerungseinrichtung mittels eines Isoliermaterials.
12. Herstellungsverfahren nach Anspruch 11, wobei das Befestigen der Bedieneinrichtung
(6) mittels Vernähen ausgeführt ist.
13. Herstellungsverfahren nach Anspruch 11 oder 12, wobei das Abdecken der Steuereinrichtung
(4) mittels Vergießen durchgeführt ist.
14. Verfahren zum Betrieb eines Heizgeräts (1) mit einer Tasche (2) aus flexiblem Material,
einer Heizeinrichtung mit einem flexiblen Heizelement (3) und einer Steuereinrichtung
(4) zum Steuern und/oder Regeln des Heizelements (3), einem Akkumulator (5)zum Versorgen
der Heizeinrichtung mit elektrischer Energie und einer Bedieneinrichtung (6) zur Bedienung
der Steuereinrichtung (4), das Verfahren aufweisend die folgenden Schritte:
- Betätigen einer Taste (15) der Bedieneinrichtung und dadurch Auslösen zumindest
einer der Funktionen:
Ein- und Ausschalten der Spanungsversorgung;
Wahl der Temperatur;
Auswahl einer Schnellanheizung;
Auswahl eines interaktiven Modus und/oder Quittieren eines interaktiven Modus;
Freigabe für die Kommunikation der Steuereinrichtung mit einem Handheld Device;
- Anzeigen eines anliegenden oder ausgewählten Betriebszustandes der Steuereinrichtung
mittels zumindest eines Leuchtmittels der Bedieneinrichtung.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei die mit der Betätigung der Taste (15) ausgelöste
Funktion abhängig ist von der Zeit der Tastenbetätigung und/oder von dem auf die Taste
ausgeübten Druck.