[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bearbeitung von Tabak mit
einer Tabakförderstrecke, einem Tabakeinlassbereich und einem Tabakauslassbereich,
wobei die Tabakförderstrecke eine Vorschubeinrichtung aufweist, die derart ausgebildet
ist, dass der Tabak entlang der Tabakförderstrecke vom Tabakeinlassbereich zum Tabakauslassbereich
förderbar ist.
[0002] Derartige Vorrichtungen sind aus dem Stand der Technik bekannt. In der Regel werden
diese Vorrichtungen verwendet, um den Tabak von einer Bearbeitungsstelle zur nächsten
Bearbeitungsstelle zu transportieren. So wird sogenannter Schnitttabak beispielsweise
durch das Schneiden von Tabakblättern erzeugt. Nach dem Schneiden der Tabakblätter
durchläuft der dann in Form eines Tabakvlies vorliegende Tabak in der Regel eine Trocknungsanlage
mit einer Austrittstemperatur von ungefähr 60°C bis 85°C. In der nachfolgenden Kühlanlage
wird der Tabak auf Raumtemperatur abgekühlt. Um das später zu erreichende Füllvolumen
und die Austrittsfeuchtigkeit des Tabaks zu fixieren, ist ein schnelles Abkühlen des
Tabaks hierbei vorteilhaft.
[0003] Beim Schnitttabak unterscheidet man generell zwischen Volumentabak für die maschinelle
Zigarettenherstellung, Stopftabak für die manuelle Zigarettenherstellung in vorgefertigte
Papierhüllen mit geeigneten Stopfmaschinen (MYO, make your own) und Feinschnitt-Tabak
für das manuelle Selbstdrehen in einen Papierstreifen (RYO, roll your own).
[0004] Die vorliegende Erfindung bezieht sich insbesondere auf die Herstellung von Feinschnitt-Tabak.
Im Gegensatz zur Herstellung von Volumentabak oder Stopftabak werden für die Herstellung
von Feinschnitt-Tabak kleinere Tabakblätter verwendet. Hierbei ergibt sich auch der
Hauptunterschied, nämlich dass die Tabakblätter nicht entrippt werden. Unter "Entrippen"
versteht man bei der Tabakherstellung das Entfernen bzw. Ausschneiden der Hauptrippe
eines Tabakblattes.
[0005] Da auch die Tabakblattrippen neben den Tabakblättern im fertigen Feinschnitt-Tabak
verbleiben wird eine besonders homogene Durchmischung der Feinschnitt-Tabakbestandteile
angestrebt. Hierfür ist es von Vorteil, wenn die Tabakblätter möglichst senkrecht
zur Hauptrippe geschnitten werden, wie dies schematisch auch in Fig. 1 gezeigt ist.
[0006] Bei den bekannten Vorrichtungen zur Herstellung von Feinschnitt-Tabak ist diese vorteilhafte
Schnittführung nur bedingt umsetzbar, sodass es häufig vorkommt, dass verhältnismäßig
große Hauptrippenstücke im Feinschnitt-Tabak enthalten sind. Dies wirkt sich negativ
auf die Qualität des Feinschnitt-Tabaks aus. Dies deshalb, da die Tabakblätter in
einem dosierten Massenstrom, aber unsortiert und teilweise ineinander verflochten
der Feinschnitt-Tabakherstellung bzw. der entsprechenden Maschinerie zugeführt werden.
[0007] Somit ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zur Bearbeitung
von Tabak - insbesondere zur Herstellung von Feinschnitt-Tabak - aufzuzeigen, mit
welcher sich die Tabakblätter so ausrichten lassen, dass bei einer nachfolgenden Zerkleinerung
eine im Wesentlichen senkrecht zur Hauptrippe verlaufende Schnittführung möglich ist.
[0008] Die Lösung der Aufgabe gelingt mit einer Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder gemäß
Anspruch 2. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0009] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass die Vorrichtung
eine Zuluftvorrichtung aufweist, wobei ein Luftpolster unterhalb des entlang der Tabakförderstrecke
geförderten Tabaks und oberhalb eines ersten rotierbaren Vorschubkörpers durch die
Zuluftvorrichtung erzeugbar ist. So wird eine Ablagerung oder ein Austreten von Tabak
verhindert. Ferner kann so die Ausrichtung der Tabakblätter entlang der Tabakförderstrecke
ermöglich und vereinfacht werden, sodass diese prinzipiell einheitlich ausgerichtet
einer Zerkleinerung zugeführt werden können.
[0010] Alternativ zeichnet sich die erfindungsgemäße Vorrichtung dadurch aus, dass die Vorschubeinrichtung
wenigstens einen rotierbaren ersten Vorschubkörper und wenigstens einen rotierbaren
zweiten Vorschubkörper aufweist. Erfindungsgemäß sind der erste Vorschubkörper und
der zweite Vorschubkörper auf gegenüberliegenden Seiten der Tabakförderstrecke angeordnet.
Diese Anordnung sorgt für einen besonders homogenen Massenstrom an Tabakblättern und
unterstützt das Ausrichten der Tabakblätter, sodass diese in der gewünschten Ausrichtung
der Zerkleinerung zugeführt werden können.
[0011] Zweckmäßigerweise weist die Vorrichtung sowohl eine Zuluftvorrichtung als auch einen
ersten und zweiten rotierbaren Vorschubkörper auf. So kann eine besonders vorteilhafte
Ausrichtung der Tabakblätter entlang der Tabakförderstrecke erreicht werden.
[0012] Es ist von Vorteil, wenn der erste Vorschubkörper entlang der Tabakförderstrecke
gesehen unterhalb der Tabakförderstrecke angeordnet ist, wobei der zweite Vorschubkörper
entlang der Tabakförderstrecke gesehen oberhalb des ersten Vorschubkörper angeordnet
ist, insbesondere symmetrisch zur Tabakförderstrecke. Hierbei ist es zweckmäßig, wenn
der erste Vorschubkörper in eine erste Richtung rotiert und dass der zweite Vorschubkörper
in eine zweite Richtung rotiert, wobei die zweite Richtung gegenläufig zur ersten
Richtung ist. So kann eine besonders homogene Verteilung der Tabakblätter erreicht
werden. Ferner kann mit dieser Anordnung auch erreicht werden, dass die ineinander
verwobenen und verflochtenen Tabakblätter getrennt werden.
[0013] Denkbar ist, dass der erste Vorschubkörper und der zweite Vorschubkörper mit unterschiedlicher
Rotationsgeschwindigkeit rotieren. Dies trägt zu einer Entflechtung und Homogenisierung
der Tabakblätter bei.
[0014] Es ist vom Vorteil, wenn die Vorschubeinrichtung wenigstens einen rotierbaren dritten
Vorschubkörper aufweist, wobei der erste Vorschubkörper und der dritte Vorschubkörper
mit unterschiedlicher Rotationsgeschwindigkeit rotieren. Die unterschiedliche Rotationsgeschwindigkeit
hat den Vorteil, dass der zu transportierende Tabak bzw. das Tabakvlies gestaucht
und/oder gestreckt werden kann. Somit können die Tabakblätter in Längsrichtung gezogen
bzw. gekämmt werden. Daher ist eine besonders gute Ausrichtung der Tabakblätter möglich.
[0015] Es ist zweckmäßig, wenn der dritte Vorschubkörper näher am Tabakauslassbereich angeordnet
ist als der erste Vorschubkörper, wobei der dritte Vorschubkörper mit einer höheren
Rotationsgeschwindigkeit rotiert als der erste Vorschubkörper. Dies hat den Vorteil,
dass der zu transportierende Tabak bzw. das Tabakvlies langsam auseinandergezogen
wird. Somit ergibt sich eine besonders gute Ausrichtung der Tabakblätter.
[0016] Hierbei ist es von Vorteil, wenn die Vorschubkörper eine Mantelfläche und wenigstens
ein Vorschubkörper - beispielsweise der erste und/ oder der zweite und/ oder der dritte
Vorschubkörper - sich radial von der Mantelfläche erstreckende Mitnehmereinrichtungen
aufweist. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass die Tabakblätter besonders gut gekämmt
bzw. gezogen werden und so eine optimale Ausrichtung und Vereinzelung der Tabakblätter
erfolgt.
[0017] Zweckmäßigerweise sind die Mitnehmereinrichtungen radial von der jeweiligen Mantelfläche
ausfahrbar, und vorzugsweise vollständig im Vorschubkörper versenkbar sind. Der im
Tabakeinlassbereich aufgegebene Tabak wird also entlang der Tabakförderstrecke durch
Rotation des ersten Vorschubkörpers transportiert. Die ausfahrbaren Mitnehmereinrichtungen
werden insbesondere so ausgefahren, dass diese direkt auf den zu transportierenden
Tabak bzw. das zu transportierende Tabakvlies einwirken. Nachdem diese auf den Tabak
bzw. Tabakvlies eingewirkt haben, werden diese wieder eingefahren. Dies hat den Vorteil,
dass der laterale Platzbedarf für die Mitnehmereinrichtungen gespart wird, sodass
der erste Vorschubkörper nah am Tabakeinlassbereich bzw. am Tabakauslassbereich positioniert
werden kann. Dies hat auch den Vorteil, dass der Abstand zwischen dem Vorschubkörper
und einem daran angrenzenden Bauteil der Vorrichtung (beispielsweise zu einem dritten
Vorschubkörper) äußerst gering gewählt werden kann.
[0018] Es ist von Vorteil, wenn die Mitnehmereinrichtungen als Mitnehmerstifte ausgebildet
sind. Mitnehmerstifte haben den Vorteil, dass diese in der Längserstreckung einen
gleichmäßigen Querschnitt aufweisen, sodass diese im eingefahrenen Zustand die Mantelfläche
vollständig abschließen und keine Restöffnung verbleibt, wie es beispielsweise bei
Spitzen oder Kegeln der Fall wäre. Nachteilig an derartigen Öffnungen ist es nämlich,
dass diese durch Tabakpartikel verstopft werden könnten und somit der Bearbeitungsprozess
insgesamt negativ beeinflusst werden kann.
[0019] Es ist von Vorteil, wenn der erste Vorschubkörper und der zweite Vorschubkörper im
Wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind, wobei der Abstand zwischen dem ersten
Vorschubkörper und dem zweiten Vorschubkörper veränderbar ist. Hierdurch kann beispielsweise
die Menge an zugeführter Luft und somit das unterhalb des Tabaks erzeugte Luftpolster
eingestellt werden.
[0020] Zweckmäßigerweise sind der erste Vorschubkörper und/ oder der zweite Vorschubkörper
und/ oder der dritte Vorschubkörper als Walzen ausgebildet. Walzen haben den Vorteil,
dass diese rotationssymmetrisch ausgebildet sind und daher der Abstand zwischen den
Walzen optimal eingestellt werden kann. Selbstverständlich kann aber nach den Anforderungen
auch eine andere Form für die Vorschubkörper Verwendung finden, beispielsweise können
Kegel oder dergleichen verwendet werden.
[0021] Zweckmäßigerweise weist die Vorrichtung ein Gehäuse auf, wobei die Tabakförderstrecke
innerhalb des Gehäuses angeordnet ist, und die Zuluftvorrichtung eine unterhalb der
Tabakförderstrecke am Gehäuse angeordnete Zuluftöffnung zur Aufgabe von Luft und eine
oberhalb der Tabakförderstrecke am Gehäuse angeordnete Abluftöffnung aufweist. Dies
hat den Vorteil, dass die zur Erzeugung des Luftpolsters notwendige Luft von unten
her an den Tabak herangeführt wird, an den Vorschubkörpern vorbeiströmt, sich dann
ausdehnt und mithin ein homogenes Luftpolster gebildet wird. Anschließend wird die
Luft durch die Abluftöffnung aus der Vorrichtung entfernt und kann beispielsweise
gefiltert werden, um Staub oder dergleichen auszuscheiden.
[0022] Es ist von Vorteil, wenn Druckluft in die Vorschubkörper einleitbar ist. So kann
verhindert werden, dass die innenliegende Mechanik durch die Ablagerung von Staub
oder dergleichen beschädigt wird. Ferner kann so auch das Intervall zwischen notwendigen
aber aufwändigen Reinigungen verlängert werden. Diese auch als Sperrluft bezeichnete
Druckluft kann beispielsweise auch über die Zuluftvorrichtung zur Verfügung gestellt
werden.
[0023] Denkbar ist auch, dass die Vorrichtung im Wesentlichen vollständig symmetrisch zur
Tabakförderstrecke ausgebildet ist. Somit können mehrere parallele Vorschubkörper
nicht nur unterhalb der Tabakförderstrecke, sondern auch oberhalb der Tabakförderstrecke
vorgesehen sein. Diese weiteren zum zweiten Vorschubkörper parallelen Vorschubkörper
könnten beispielsweise als vierte Vorschubkörper bezeichnet werden. Selbstverständlich
können diese auch mit unterschiedlichen Rotationsgeschwindigkeiten rotieren. Insbesondere
ist es von Vorteil, wenn die Rotationsgeschwindigkeiten vom Tabakeinlassbereich zum
Tabakauslassbereich entlang der Tabakförderstrecke ansteigen.
[0024] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Figuren näher beschrieben. Hierbei zeigen
schematisch
- Fig 1
- eine schematische Darstellung zur optimalen Schnittrichtung eines Tabakblattes;
- Fig. 2
- eine schematische Übersicht über eine erfindungsgemäß Vorrichtung zur Bearbeitung
von Tabak;
- Fig. 3
- eine teilweise freigeschnittene Seitenansicht der Vorschubeinrichtung gemäß Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf die teilweise freigeschnittene Vorschubeinrichtung gemäß Fig.
3 mit fünf Vorschubkörpern.
[0025] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Tabakblattes 101 wie es zur Herstellung
von Feinschnitt-Tabak verwendet wird. Das Tabakblatt 101 hat eine Hauptrippe 102 und
wird vorzugsweise senkrecht zu dieser Hauptrippe 102 geschnitten. So kann eine möglichste
homogene Verteilung von Rippenanteil und Blattanteil erreicht werden. Hierzu wird
das Tabakblatt entlang von im Wesentlichen parallelen Schnittachsen 103 durch eine
geeignete Schneidvorrichtung 104 geschnitten. Selbstredend ist es hierfür notwendig,
dass die Tabakblätter 101 ausgerichtet der Schneidvorrichtung 104 zugeführt werden,
also in dem gezeigten Beispiel entlang der Längsachse bzw. entlang der Hauptrippe
102.
[0026] In Fig. 2 ist eine schematische Übersicht über eine erfindungsgemäße Vorrichtung
1 zur Bearbeitung von Tabak T, insbesondere von Tabak T der zur Herstellung von Feinschnitt-Tabak
verwendet wird. Die Vorrichtung 1 weist eine Tabakförderstrecke 2, einen Tabakeinlassbereich
3 und einen Tabakauslassbereich 4 auf. Die Tabakförderstrecke 2 weist eine Vorschubeinrichtung
5 auf, die in dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel exemplarisch aus sechs Vorschubkörpern
6, 7, 8 besteht. Die Vorschubkörper 6, 7, 8 sind als Walzen ausgebildet und können
jeweils um eine zentrale Achse X durch einen nicht näher dargestellten Antrieb rotiert
werden. Hierbei ist es unerheblich, ob jede Walze 6, 7, 8 über einen eigenen Antrieb
verfügt, oder ein einziger Antrieb alle Walzen 6, 6, 7, 8, beispielsweise mit zwischengeschalteten
Getrieben, antreibt. Jedoch ist der Antrieb der Walzen 6, 7, 8 so ausgebildet, dass
die Walzen 6, 7, 8 mit unterschiedlichen Rotationsgeschwindigkeiten V rotieren können.
[0027] Die Walzen 6, 7, 8 sind weitgehend identisch aufgebaut. Jede Walze 6, 7, 8 weist
eine Mantelfläche 9 auf, aus der in radialer Richtung Mitnehmereinrichtungen 10 ausgefahren
werden können. Die Mitnehmereinrichtungen 10 sind vorzugsweise als Mitnehmerstifte
ausgebildet, die vollständig in die Mantelfläche 9 einfahrbar sind. Ferner ist Druckluft
in die Walzen 6, 7, 8 einleitbar, sodass der Innenraum der Walzen 6, 7, 8 mit der
innenliegenden Mechanik nicht durch Staub oder dergleichen zugesetzt wird. Die auch
als Sperrluft bezeichnete Druckluft kann beispielsweise über eine nachfolgend noch
beschriebene Zuluftvorrichtung 11 bereitgestellt werden.
[0028] Wie in den Fig. 2 bis 4 dargestellt können die Mitnehmerstifte 8 in Reihen entlang
der Längsachse A der Walze 6, 7, 8 angeordnet sein. Denkbar ist aber auch, dass die
Mitnehmerstifte 8 eine andere Anordnung, beispielsweise in Form einer Helix aufweisen
oder zwischen den Walzen 6, 7, 8 versetzt angeordnet sein, wie dies beispielsweise
in Fig. 4 dargestellt ist. Die Mitnehmerstifte 10 werden über eine nicht näher dargestellte
Bewegungseinrichtung in radialer Richtung bewegt, sodass diese sich entweder von der
Mantelfläche 9 erstrecken, oder innerhalb der Mantelfläche 9 versenkt sind.
[0029] Die den ersten Vorschubkörper und die dritten Vorschubkörper bildenden Walzen 6,
8 sind parallel entlang der Tabakförderstrecke 2 in einem veränderbaren Abstand D
zueinander angeordnet. Da die Mitnehmerstifte 10 ein- und ausfahrbar sind, wird der
minimale Abstand D zwischen zwei Walzen 6, 8 bzw. 8, 8 nicht durch die radiale Erstreckung
der Mitnehmerstifte 10 definiert. Vielmehr können die Walzen 6, 8 so angeordnet werden,
dass sich die Mantelflächen 9 kontaktieren bzw. gerade keinen Kontakt zueinander haben.
Wie in den Figuren dargestellt werden die Mitnehmerstifte 10 kurz bevor diese auf
den Tabak T einwirken radial ausgefahren und nachdem diese auf den Tabak T eingewirkt
haben wieder eingefahren. Beispielsweise kann dies Ein- und Ausfahrbewegung der Mitnehmerstifte
10 durch eine innerhalb der Walze 6, 7, 8 angeordnete Nockenwelle gesteuert werden.
Wie insbesondere in Fig. 2 und Fig. 3 dargestellt, werden die Mitnehmerstifte 10 vorzugsweise
ungefähr im oberen Drittel des Walzenquerschnitts ein- bzw. ausgefahren, sodass kein
Kontakt zwischen Mitnehmerstiften 10 benachbarter Walzen 6, 8 bzw. 8.8 entsteht.
[0030] Wie man insbesondere in Fig. 2 erkennt, ist die den zweiten Vorschubkörper bildende
Walze 7 oberhalb der Tabakförderstrecke 2 neben dem Tabakeinlassbereich 3 angeordnet.
Insbesondere ist die Walze 7 symmetrisch zu der den ersten Vorschubkörper bildenden
Walze 6 angeordnet. Ferner rotiert die Walze 6 in einer ersten Richtung R1, nämlich
im Uhrzeigersinn, wohingegen die Walze 7 in einer hierzu entgegengesetzten Richtung
R2 rotiert, nämlich gegen den Uhrzeigersinn.
[0031] Des Weiteren weist die Vorrichtung 1 ein Gehäuse 12 sowie eine Zuluftvorrichtung
11 auf. Die Tabakförderstrecke 2 ist innerhalb des Gehäuses 12 angeordnet. Die Zuluftvorrichtung
11 besteht aus einer Zuluftöffnung 13 und einer Abluftöffnung 14. Wie dargestellt
befindet sich die Zuluftöffnung 13 in diesem Ausführungsbeispiel unterhalb der Tabakförderstrecke
2 und die Abluftöffnung 14 oberhalb der Tabakförderstrecke 2. Denkbar ist aber auch,
dass mehr als eine Zuluftöffnung 13 oder Abluftöffnung 14 vorgesehen sind und diese
auch an anderen Stellen der Vorrichtung 1 bzw. des Gehäuses 10 angeordnet sein können.
Durch die Zuluftöffnung 13 wird Luft L mit einer gewählten Strömungsgeschwindigkeit
S aufgegeben. Hierdurch kann ein optimales Luftpolster unterhalb des Tabaks T entlang
der Tabakförderstrecke erzeugt werden, wie dies nachfolgenden noch näher beschrieben
wird. Hierfür wird der Abstand D zwischen den Walzen 6, 8 bzw. 8, 8 wird so gewählt,
dass ein optimales Luftpolster erzeugt wird.
[0032] Es sei darauf hingewiesen, dass in Fig. 3 und Fig. 4 teilweise freigeschnittene Darstellung
gezeigt sind, wobei in Fig. 4 lediglich die den ersten und die dritten Vorschubkörper
bildenden Walzen 6, 8 dargestellt sind.
[0033] Nachfolgend wird nunmehr beschrieben, wie der Tabak T in der Vorrichtung 1 bearbeitet
wird. Zunächst wird der Tabak T im Tabakeinlassbereich 3 in die Vorrichtung 1 aufgegeben.
Der aufgegebene Tabak T wird in diesem Ausführungsbeispiel in Form eines Tabakvlies
T aus ungeschnittenen Tabakblättern aufgegeben. Da der Tabak T anschließend geschnitten
werden soll, erfolgt entlang der Tabakförderstrecke 2 eine Sortierung bzw. Ausrichtung
und Vereinzelung der einzelnen Tabakblätter.
[0034] Hierzu wird das Tabakvlies T entlang der Tabakförderstrecke 2 durch die Vorschubeinrichtung
5 gefördert und gleichzeitig durch die unterschiedlichen Rotationsgeschwindigkeiten
V der Walzen 6, 7, 8 gekämmt bzw. gezogen. So wird die Rotationsgeschwindigkeit V
der Walzen 6, 8 vom Tabakeinlassbereich 3 zum Tabakauslassbereich 4 kontinuierlich
erhöht. Mit anderen Worten rotiert die am nächsten zum Tabakeinlassbereich 3 gelegene
Walze 6 mit der niedrigsten Rotationsgeschwindigkeit V, und die am nächsten zum Tabakauslassbereich
4 gelegene Walze 8 mit der höchsten Rotationsgeschwindigkeit V. Im Tabakeinlassbereich
3 erfolgt eine zusätzliche Kämmung durch die den zweiten Vorschubkörper bildende Walze
7, welche in einer entgegengesetzt Richtung R2 zur Walze 6 rotiert. Denkbar ist hierbei
auch, dass sich die Rotationsgeschwindigkeit V der Walze 7 von der Rotationsgeschwindigkeit
V der Walze 6 unterscheidet, beispielsweise niedriger ist.
[0035] Der Abstand D zwischen den Walzen 6, 8 ist hierbei so gewählt, dass an der jeweiligen
Stelle innerhalb der Tabakförderstrecke 2 keine unerwünschten Partikel schwerkraftbedingt
durch den durch den Abstand D zwischen den Walzen 6 definierten Spalt 9 fallen, und
diesen zusetzen..
[0036] Durch Zufuhr von Luft L mit einer gewählten Strömungsgeschwindigkeit S durch die
Zuluftöffnung 13 kann das Zusetzen des Spaltes zwischen den Walzen 6,8 bzw. 8, 8 zusätzlich
verhindert werden. Die Luft L durchströmt den Spalt zwischen den Walzen 6, 8 bzw.
8, 8 wobei sich die Strömungsgeschwindigkeit S der Luft L aufgrund des Bernoulli-
Effektes verringert, wenn diese durch den Spalt 9 in Richtung des Tabakvlies T austritt.
Hierdurch verteilt sich die Luft L homogen unterhalb des Tabakvlies T und erzeugt
so das gewünschte Luftpolster. Die Luft L tritt dann durch die Abluftöffnung 14 aus
und kann beispielsweise gefiltert werden, um Staubpartikel oder ähnliches aus der
Luft L zu entfernen.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Vorrichtung zur Bearbeitung von Tabak
- 2
- Tabakförderstecke
- 3
- Tabakeinlassbereich
- 4
- Tabakauslassbereich
- 5
- Vorschubeinrichtung
- 6
- Vorschubkörper/ Walze
- 7
- Vorschubkörper/ Walze
- 8
- Vorschubkörper/ Walze
- 9
- Mantelfläche
- 10
- Mitnehmereinrichtung
- 11
- Zuluftvorrichtung
- 12
- Gehäuse
- 13
- Zuluftöffnung
- 14
- Abluftöffnung
- 101
- Tabakblatt
- 102
- Hauptrippe
- 103
- Schnittachse
- 104
- Schneidvorrichtung
- A
- Längsachse
- D
- Abstand
- L
- Luft
- S
- Strömungsgeschwindigkeit
- T
- Tabak/ Tabakvlies
- V
- Rotationsgeschwindigkeit
- R1
- erste Richtung
- R2
- zweite Richtung
- X
- Rotationsachse
1. Vorrichtung (1) zur Bearbeitung von Tabak (T) mit einer Tabakförderstrecke (2), einem
Tabakeinlassbereich (3) und einem Tabakauslassbereich (4), wobei die Tabakförderstrecke
(2) eine Vorschubeinrichtung (5) aufweist, die derart ausgebildet ist, dass der Tabak
(T) entlang der Tabakförderstrecke (2) vom Tabakeinlassbereich (3) zum Tabakauslassbereich
(4) förderbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung (1) eine Zuluftvorrichtung (11) aufweist, wobei ein Luftpolster unterhalb
des entlang der Tabakförderstrecke (2) geförderten Tabaks (T) und oberhalb eines ersten
rotierbaren Vorschubkörpers (6) durch die Zuluftvorrichtung (11) erzeugbar ist.
2. Vorrichtung (1) zur Bearbeitung von Tabak (T) mit einer Tabakförderstrecke (2), einem
Tabakeinlassbereich (3) und einem Tabakauslassbereich (4), wobei die Tabakförderstrecke
(2) eine Vorschubeinrichtung (5) aufweist, die derart ausgebildet ist, dass der Tabak
(T) entlang der Tabakförderstrecke (2) vom Tabakeinlassbereich (3) zum Tabakauslassbereich
(4) förderbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorschubeinrichtung (5) wenigstens einen rotierbaren ersten Vorschubkörper (6)
und wenigstens einen rotierbaren zweiten Vorschubkörper (7) aufweist, wobei der erste
Vorschubkörper (6) und der zweite Vorschubkörper (7) auf gegenüberliegenden Seiten
der Tabakförderstrecke (2) angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorschubeinrichtung wenigstens einen rotierbaren zweiten Vorschubkörper (7) aufweist,
wobei der erste Vorschubkörper (6) und der zweite Vorschubkörper (7) auf gegenüberliegenden
Seiten der Tabakförderstrecke (2) angeordnet sind.
4. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Vorschubkörper (6) entlang der Tabakförderstrecke (2) gesehen unterhalb
der Tabakförderstrecke (2) angeordnet ist, und wobei der zweite Vorschubkörper (7)
entlang der Tabakförderstrecke (2) gesehen oberhalb des ersten Vorschubkörper (6)
angeordnet ist, insbesondere symmetrisch zur Tabakförderstrecke (2).
5. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Vorschubkörper (6) in eine erste Richtung (R1) rotiert und dass der zweite
Vorschubkörper (7) in eine zweite Richtung (R2) rotiert, wobei die zweite Richtung
(R2) gegenläufig zur ersten Richtung (R1) ist.
6. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Vorschubkörper (6) und der zweite Vorschubkörper (7) mit unterschiedlicher
Rotationsgeschwindigkeit rotieren.
7. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorschubeinrichtung (5) wenigstens einen rotierbaren dritten Vorschubkörper (8)
aufweist, wobei der erste Vorschubkörper (6) und der dritte Vorschubkörper (8) mit
unterschiedlicher Rotationsgeschwindigkeit rotieren.
8. Vorrichtung (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der dritte Vorschubkörper (8) näher am Tabakauslassbereich (4) angeordnet ist als
der erste Vorschubkörper (6), wobei der dritte Vorschubkörper (8) mit einer höheren
Rotationsgeschwindigkeit rotiert als der erste Vorschubkörper (6).
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorschubkörper (6, 7, 8) eine Mantelfläche (9) haben, wobei der erste Vorschubkörper
(6) und/ oder der zweite Vorschubkörper (7) und/ oder der dritte Vorschubkörper (8)
sich radial von der Mantelfläche (9) erstreckende Mitnehmereinrichtungen (10) aufweist
bzw. aufweisen.
10. Vorrichtung (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mitnehmereinrichtungen (10) radial von der jeweiligen Mantelfläche (9) ausfahrbar
sind, und vorzugsweise vollständig im Vorschubkörper (6, 7, 8) versenkbar sind.
11. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Vorschubkörper (6) und der dritte Vorschubkörper (8) im Wesentlichen parallel
angeordnet sind, wobei der Abstand (D) zwischen dem ersten Vorschubkörper (6) und
dem dritten Vorschubkörper (8) veränderbar ist.
12. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Vorschubkörper (6) und/ oder der zweite Vorschubköper (7) und/ oder der
dritte Vorschubkörper (8) als Walzen ausgebildet ist bzw. sind.
13. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung (1) ein Gehäuse (12) aufweist, wobei die Tabakförderstrecke (2) innerhalb
des Gehäuses (12) angeordnet ist, und die Zuluftvorrichtung (11) eine unterhalb der
Tabakförderstrecke (2) am Gehäuse angeordnete Zuluftöffnung (13) zur Aufgabe von Luft
(L) und eine oberhalb der Tabakförderstrecke (2) am Gehäuse (10) angeordnete Abluftöffnung
(14) aufweist.
14. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
Druckluft in die Vorschubkörper (6, 7, 8) einleitbar ist.