[0001] Die Erfindung geht aus von einem Handwerkzeug, insbesondere einer Schneide- und Montagehilfe,
zur Verarbeitung bahnen- oder plattenförmiger Materialien, mit einem Auflageteil,
das eine ebene Auflagefläche aufweist, und einem an dem Auflageteil angeordneten Griff.
[0002] Aus ökologischen Gründen und aus Kostengründen wächst die Bedeutung leistungstarker
Wärmedämmsysteme im Gebäudebau. Sowohl im Neubau als auch im Altbau finden dazu bahnen-
oder plattenförmige Materialien regelmäßig Verwendung. Als Materialien werden dazu
Dämmmaterialien wie beispielsweise Mineralfaserdämmstoffbahnen und/oder Mineralfaserdämmstoffplatten
zur Dämmung verwendet. Um eine optimale Wärmedämmwirkung erreichen zu können, ist
es wichtig, die Dämmmaterialien möglichst spaltfrei einzubauen. So ist es beispielsweise
zur nachträglichen Dämmung eines Daches durch eine Zwischensparrendämmung erforderlich,
die Dämmmaterialien präzise und passgenau entsprechend dem Zwischensparrenabstand
zuzuschneiden.
[0003] Aus der
DE 10 2011 011 015 A1 ist dazu eine Schneidehilfe für das passgenaue Zuschneiden eines bahnförmigen oder
plattenförmigen Dämmstoffelements bekannt. Diese Schneidehilfe weist eine Auflageleiste
mit zwei Linealen auf. An der Schneidehilfe kann eine gewünschte Schnittbreite eingestellt
werden. Die Schneidehilfe kann beispielsweise auf eine Dämmstoffbahn aufgelegt werden.
Entlang der Auflageleiste kann dann mit einem Messer die Dämmstoffbahn in gewünschter
Breite durchtrennt werden.
[0004] Aus der
DE 20 2004 000 873 U1 ist eine Schneidehilfe, insbesondere eine kombinierte Schneide- und Fixiervorrichtung
für mit einem Handmesser schneidbare Bauplatten bekannt. Bei dieser Schneidehilfe
ist es vorgesehen, mittels zweier Leisten, die über ein Scharnier miteinander verbunden
sind, eine Dämmstoffplatte festzuklemmen und zu fixieren. Entlang einem an einer der
beiden Leisten angebrachten Schlitz kann mit einem Messer die fixierte Dämmstoffplatte
durchtrennt werden.
[0005] Nachteilig bei diesen Lösungen ist, dass diese Lösungen vergleichsweise aufwändig
und teuer in der Herstellung sind. Auch weisen die Vorrichtungen im Stand der Technik
in der Regel bewegliche Teile auf, wodurch die Haltbarkeit einer solchen Vorrichtung
oftmals reduziert ist. Auch beschränkt sich der Einsatz der im Stand der Technik bekannten
Schneidhilfen ausschließlich auf den Einsatz zum maßgenauen Schneiden eines Dämmmaterials.
Als Winkel können in der Regel nur rechte Winkel abgemessen werden. Eine weitere Unterstützung
des Einbaus des Dämmmaterials ist in der Regel nicht vorgesehen.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Handwerkzeug, insbesondere eine
Schneidehilfe zur Verarbeitung bahnen- oder plattenförmiger Materialien, weiter zu
verbessern. Insbesondere soll die Schneidehilfe kostengünstig herstellbar, einfach
und vielseitig einsetzbar und sicher verwendbar sein.
[0007] Gelöst wird die Aufgabe durch ein Handwerkzeug, insbesondere einer Schneide- und
Montagehilfe, zur Verarbeitung bahnen- oder plattenförmiger Materialien, mit einem
Auflageteil, das eine ebene Auflagefläche aufweist, und einem an dem Auflageteil angeordneten
Griff, wobei an einer Längsseite des Auflageteils ein Führungsteil mit einer ebenen
Führungsfläche angeordnet ist, wobei die Führungsfläche und die Auflagefläche einen
Winkel α mit 0° < α < 180°, vorzugsweise α = 90°, zueinander aufweisen.
[0008] Ein solches Handwerkzeug kann zum Zuschneiden von bahnen- oder plattenförmigen Materialien,
beispielsweise flexiblen Dämmstoffen, verwendet werden. Auch kann das Handwerkzeug
als Mess-, Anreiß-, Prell- und/oder Einführwerkzeug genutzt werden. Mit anderen Worten
stellt das Handwerkzeug eine sehr vielseitig anwendbare Schneide- und/oder Montagehilfe
dar. Aufgrund seines einfachen Aufbaus ist die Verwendung selbst für unerfahrene Benutzer
nahezu selbsterklärend. Auch kann das Handwerkzeug vergleichsweise kostengünstig hergestellt
werden.
[0009] Das Handwerkzeug kann eine Länge im Bereich 100 - 150 cm aufweisen. Da übliche Dämmstoffe
eine in diesem Größenbereich liegende Breite aufweisen, lässt sich somit das Handwerkzeug
besonders vorteilhaft zum Messen und Anreißen einsetzen. Eine besonders günstige Verwendung
als Einführwerkzeug ergibt sich, wenn das Handwerkzeug eine Länge im Bereich von 30
- 70 cm aufweist.
[0010] Mit Hilfe des Griffs kann das Handwerkzeug beispielsweise auf einer zu durchtrennenden
Dämmplatte aufgelegt und in die Dämmplatte gedrückt werden. Entlang der Kanten des
Auflageteils und des Führungsteils wird das Dämmmaterial zusammengepresst. Mit Hilfe
eines Messers kann dann beispielsweise entlang einer Kante des Führungsteils das Dämmmaterial
mit einem sauberen Schnitt durchtrennt werden. Mit Hilfe des Auflageteils und des
Führungsteils kann das maßhaltig geschnittene Dämmmaterialstück aufgenommen werden.
Ebenfalls mit dem Handwerkzeug kann das Dämmmaterialstück an der gewünschten Position,
beispielsweise zwischen zwei Sparren, passgenau und nahezu drucklos eingesetzt werden.
Dazu kann das Dämmmaterialstück an einen der Sparren seitlich angelehnt werden und
mit Hilfe des Führungsteils entlang des Randes des anderen Sparrens durch eine Drehbewegung
vollständig in den Sparrenzwischenraum eingebracht werden, sodass das Führungsteil
in einem Spalt zwischen Dämmmaterialstück und diesem Sparren eingeklemmt ist. Da das
Führungsteil nur eine geringe Reibung gegenüber dem Dämmmaterialstück aufweist, lässt
es sich anschließend problemlos aus dem Spalt herausziehen, während das Auflageteil
genutzt werden kann, um das Dämmmaterialstück im Zwischensparrenbereich zu halten.
Somit kann das Dämmmaterialstück aufgefächert werden, sodass es den Sparrenzwischenraum,
insbesondere in Eck- und Randbereichen, vollständig ausfüllt.
[0011] Somit kann das gleiche Handwerkzeug einerseits als Schneidehilfe für einen sauberen
Schnitt des Dämmmaterials genutzt werden als auch andererseits als Montagehilfe zum
Einbau eines maßgeschnittenen Dämmmaterialstücks. Vorteilhaft ist es dabei auch, dass
ein Benutzer des Handwerkzeugs nicht direkt in einen Gefahrenbereich eingreifen muss.
Mit anderen Worten können durch das Handwerkzeug Verletzungsrisiken, insbesondere
beim Einbau von Dämmmaterial, minimiert werden.
[0012] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Auflageteil und/oder das Führungsteil plattenförmig
ausgebildet sind. Dadurch lassen sich auf einfache Weise ebene Flächen bilden. Das
Auflageteil und/oder das Führungsteil können dabei auch nur bereichsweise plattenförmig
ausgebildet sein. Außerdem können diese ein oder mehrere Öffnungen aufweisen, um das
Gesamtgewicht des Handwerkzeugs zu reduzieren.
[0013] Besonders bevorzugt ist es, wenn das Führungsteil senkrecht zum Auflageteil ausgerichtet
ist. Auch kann in bevorzugter Ausgestaltung das Führungsteil in einem Winkel von 60°
bis 120° zum Auflageteil angeordnet sein. Dadurch kann beispielsweise sichergestellt
werden, dass das Handwerkzeug problemlos auf einer Dämmstoffbahn positioniert werden
kann und dass anschließend die Dämmstoffbahn beispielsweise entlang einer Kante des
Führungsteils mit einem Messer getrennt werden kann.
[0014] Besonders vorteilhaft ist es ferner, wenn das Auflageteil und/oder das Führungsteil
eine Maßteilung aufweist. Dabei kann es insbesondere vorgesehen sein, dass sowohl
das Auflageteil als auch das Führungsteil jeweils eine Maßteilung aufweisen. Mit Hilfe
solcher Maßteilungen ist es möglich, ohne das Handwerkzeug abzulegen, sowohl die notwendigen
Maße beispielsweise im vorgesehenen Einbaubereich, z. B. zwischen zwei Sparren, aufzunehmen
als auch diese Maße, ohne das Handwerkzeug ablegen zu müssen, direkt auf beispielsweise
eine Dämmstoffbahn zu übertragen.
[0015] Aufgrund der üblichen Gepflogenheiten im Baubereich ist es zudem vorteilhaft, wenn
die Maßteilung eine 0,5-Zentimeter-Teilung aufweist. Ganz besonders bevorzugt ist
es, wenn der Griff des Handwerkzeugs einen Handgriffbereich, vorzugsweise einen Handbügelgriff,
aufweist. So kann das Handwerkzeug einfach mit der Hand gegriffen und festgehalten
werden.
[0016] Zudem kann vorgesehen sein, dass der Griff einen Trittbereich aufweist. Vorzugsweise
kann der Trittbereich flächig ausgebildet sein. Der Trittbereich kann vorteilhafterweise
eine etwa einer mittleren bis großen Schuhgröße entsprechende Größe aufweisen. Ein
solcher Trittbereich ermöglicht es, das Handwerkzeug, sobald es auf einer zu schneidenden
Dämmstoffbahn den gewünschten Maßen entsprechend positioniert ist, mit dem Fuß anstelle
mit einer Hand zu fixieren. Somit kann der Anpressdruck erhöht werden, wodurch wiederum
ein Schnitt noch sauberer geführt werden kann. Auch kann dadurch die Bediensicherheit
des Handwerkzeugs gesteigert werden, da zum Schneiden mit einem Messer nur eine Hand
benötigt wird, und die andere Hand - da das Handwerkzeug mit dem Fuß fixiert ist -
außerhalb eines Gefahrenbereichs gehalten werden kann.
[0017] Dabei kann vorgesehen sein, dass der Trittbereich schräg, vorzugsweise in einem Winkel
von 30° bis 60°, vorzugsweise in einem 45°-Winkel, zum Auflageteil ausgerichtet ist.
Dadurch kann beim Auflegen des Handwerkzeugs auf ein zu schneidendes Dämmmaterial
der Trittbereich annähernd horizontal ausgerichtet sein, wodurch die Trittsicherheit
verbessert wird.
[0018] Ebenfalls kann die Bediensicherheit verbessert werden, wenn der Trittbereich und/oder
der Handgriffbereich eine Rutschhemmung aufweist. Eine Rutschhemmung kann beispielsweise
aus Noppen und/oder einer Riffelung gebildet sein. Bevorzugterweise kann eine Rutschhemmung
auch aus rutschhemmendem Material gebildet sein; sie kann beispielsweise eine Gummierung
aufweisen.
[0019] Auch kann vorgesehen sein, wenigstens eine Kante und/oder wenigstens eine Ecke des
Auflageteils und/oder des Führungsteils abgestumpft, vorzugsweise abgerundet, auszubilden.
Dadurch können wirkungsvoll Schnittwunden eines beispielsweise unbedacht arbeitenden
Benutzers vermieden werden. Um Verletzungsgefahren weiter zu senken, kann auch vorgesehen
werden, die Kante, an welcher Auflage- und Führungsteil aneinander angrenzen, abzurunden.
Auch kann dadurch vermieden werden, dass das Auflageteil und/oder das Führungsteil
an ihrer Kante bei zu hohem Einpressdruck von sich aus Dämmmaterial einreißen oder
einschneiden.
[0020] Vorteilhaft ist auch, wenn wenigstens eine Kante, vorzugsweise an einer Breitseite,
des Auflageteils zu der dem Führungsteil gegenüberliegenden Seite hin abgewinkelt
ist, sodass einem Verhaken oder Beschädigen der plattenförmigen Materialien vorgebeugt
wird. Es kann auch in besonders vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen
sein, dass wenigstens eine Außenkante des Auflageteils und/oder des Führungsteils
einen Schneidschutz aufweist. Ein solcher Schneidschutz kann beispielsweise als Edelstahlprofil
ausgebildet sein. Edelstahl ist ein besonders haltbares Material, weshalb ein solches
Handwerkzeug besonders dauerhaft haltbar und einsetzbar bleibt. Insbesondere kann
mit einem Schneidschutz vermieden werden, dass versehentlich in das Handwerkzeug selbst
eingeschnitten wird bzw. das Handwerkzeug beim Schneiden zerstört wird.
[0021] Besonders vorteilhaft ist es des Weiteren, wenn das Handwerkzeug einstückig ausgebildet
ist. Beispielsweise kann das Handwerkzeug als Spritzgussteil gefertigt werden. Es
kann dazu eine Spritzgussform vorgesehen werden, die das Auflageteil, das Führungsteil
und den Griff einstückig ausbildet. Dadurch kann die Fertigung besonders kostengünstig,
einfach und schnell erfolgen. Dazu ist es zudem vorteilhaft, wenn wenigstens ein Element
des Handwerkzeugs aus Kunststoff gebildet ist. Beispielsweise kann der Griff aus Kunststoff
gebildet sein. Auch kann vorgesehen sein, das Auflageteil und/oder das Führungsteil
aus Kunststoff auszubilden. Dadurch kann das Handwerkzeug sowohl kostengünstig hergestellt
werden als auch ein geringes Gewicht aufweisen. Ein geringes Gewicht ist besonders
vorteilhaft, da dies eine einfache Handhabung des Handwerkzeugs selbst über mehrere
Stunden hinweg ermöglicht.
[0022] Auch kann das Handwerkzeug oder ein Teil des Handwerkzeugs, beispielsweise das Auflage-
und/oder das Führungsteil, aus einem Metall, beispielsweise Aluminium, gebildet sein.
[0023] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten
Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung,
die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigt, sowie aus den Ansprüchen.
[0024] Die in der Zeichnung dargestellten Merkmale sind derart dargestellt, dass die erfindungsgemäßen
Besonderheiten deutlich sichtbar gemacht werden können. Die verschiedenen Merkmale
können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen bei Varianten
der Erfindung verwirklicht sein.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführung des Handwerkzeugs in perspektivischer Darstellung;
- Fig. 2
- eine alternative Ausführung des Handwerkzeugs im Querschnitt;
- Fig. 3
- eine Detailansicht des Griffs des Handwerkszeugs gemäß der Ausführungsform der Fig.
2;
- Fig. 4
- eine Detailansicht des Handgriffbereichs des Griffs gemäß der Ausführungsform der
Fig. 3 bzw. der Fig. 2;
- Fig. 5
- eine Verwendung des Handwerkzeugs zum Ausmessen eines Sparrenabstands;
- Fig. 6
- eine Verwendung des Handwerkzeugs zur Markierung eines abzutrennenden Dämmmaterialstücks;
- Fig. 7
- eine Verwendung des Handwerkzeugs beim Durchtrennen von Dämmmaterial;
- Fig. 8
- eine Verwendung des Handwerkzeugs zum Aufnehmen und Transportieren von Dämmmaterial;
- Fig. 9
- eine Verwendung des Handwerkzeugs zum Einbau von Dämmmaterial zwischen zwei Sparren;
- Fig. 10
- eine Detailansicht der Verwendung aus Fig. 9 im Querschnitt.
[0026] Fig. 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung in perspektivischer Darstellung.
Ein Handwerkzeug 1 weist ein Auflageteil 2 auf, an das ein Griff 3 montiert ist. In
diesem Ausführungsbeispiel ist der Griff 3 als Handbügelgriff ausgebildet. Der Griff
3 weist in einem Griffbereich eine Rutschhemmung 6 auf. Die Rutschhemmung 6 ist als
wellenförmige Ausgestaltung in einem Bereich der Oberfläche des Griffs 3 ausgebildet.
[0027] Das Auflageteil ist plattenförmig ausgebildet und weist eine ebene Auflagefläche
15 auf. Senkrecht zum Auflageteil 2 ist an seiner Längsseite ein plattenförmiges Führungsteil
4 mit einer ebenfalls ebenen Führungsfläche 16 angeordnet.
[0028] Das Führungsteil erstreckt sich über die gesamte Länge des Auflageteils 2 und weist
eine Breite B
1 auf, die kleiner oder gleich der Dicke zu verarbeitender Dämmmaterialien ist. Die
Breite B
2 des Auflageteils 2 ist in diesem Falle entsprechend der Breite B
1 des Führungsteils 4 gewählt. Es versteht sich, dass die Breite B
2 des Auflageteils 2 auch größer oder kleiner als die Breite B
1 des Führungsteils 4 gewählt werden kann.
[0029] In diesem Ausführungsbeispiel sind alle freien Ecken 25, 26, 27, 28 des Auflageteils
2 und des Führungsteils 4 abgerundet. Dadurch sind sie abgestumpft, wodurch bei der
Bearbeitung unerwünschte Verletzungen eines Benutzers vermieden werden können. Zudem
wird vermieden, dass durch das Handwerkzeug 1 unbeabsichtigt Dämmmaterial beschädigt
wird.
[0030] An den freien Längskanten des Auflageteils 2 und des Führungsteils 4 sind ferner
Maßteilungen 7, 8 angebracht. Mit Hilfe dieser Maßteilungen 7, 8 können somit Längen
einfach abgemessen werden. Auf diesen Maßteilungen 7, 8 sind insbesondere in 0,5 Zentimeterschritten
hervorgehobene Markierungen angebracht, sodass Messungen mit einer Genauigkeit von
0,5 cm besonders rasch und einfach durchgeführt werden können.
[0031] Die Fig. 2 stellt eine weitere alternative Ausführungsform der Erfindung dar. Dazu
ist der Fig. 2 ein Handwerkzeug 1' im Querschnitt zu entnehmen. Das Handwerkzeug 1'
weist wiederum ein Auflageteil 2' und ein senkrecht dazu, d. h. in einem Winkel α
von in diesem Falle 90°, angeordnetes Führungsteil 4' auf. Die freien Längskanten
des Auflageteils 2' und des Führungsteils 4' sind jeweils durch einen Schneidschutz
9', 10', in diesem Ausführungsbeispiel als Edelstahlprofil ausgebildet, geschützt.
Dazu umfasst der Schneidschutz 9', 10' die jeweilige freie Längskante des Auflageteils
2' bzw. des Führungsteils 4'. Dadurch werden das Auflageteil 2' bzw. das Führungsteil
4' einerseits vor unerwünschten Schnitten bzw. Beschädigungen geschützt, andererseits
werden dadurch die Längskanten durch den Schneidschutz 9', 10' abgerundet und abgestumpft.
Somit kann bei einer Nutzung des Handwerkzeugs 1' eine unerwünschte Beschädigung von
Dämmmaterial zusätzlich vermieden werden.
[0032] An dem Auflageteil 2' ist ein Griff 3' angeordnet. In diesem Falle weist der Griff
3' sowohl einen Handgriffbereich 11' als auch einen Trittbereich 12' auf. Der Trittbereich
12' weist an seiner Oberfläche eine Rutschhemmung 13' auf. Die Rutschhemmung 13' ist
dabei als Strukturmuster mit regelmäßig angeordneten Erhebungen ausgebildet. Der Trittbereich
13' ist oberseitig am Griff 3' angeordnet. Mit anderen Worten ist der Trittbereich
13' zwischen der Verbindungskante des Auflageteils 2' und des Führungsteils 4' und
dem Handgriffbereich 11' angeordnet. Dabei reicht der Trittbereich 12' in den Handgriffbereich
11' hinein. Der Trittbereich 12' ist ferner schräg zum Auflageteil 2' angeordnet.
In diesem Ausführungsbeispiel beträgt der Winkel β zwischen Trittbereich 12' und Auflageteil
2' 45°. Sind zudem die Breiten B
1' und B
2' des Führungsteils 4' und des Auflageteils 2' gleich und liegt das Handwerkzeug 1'
mit den Längskanten des Auflageteils 2' und des Führungsteils 4' auf einem Dämmmaterial
auf, so ist der Trittbereich 12' zumindest annäherungsweise horizontal ausgerichtet.
Somit kann das Handwerkzeug 1' auch mit einem Fuß durch Auftreten auf den Trittbereich
12' sicher bzw. standfest in darunter befindliches Dämmmaterial eingedrückt werden.
In diesem Ausführungsbeispiel sind das Auflageteil 2' und das Führungsteil 4' einteilig
aus Metall, insbesondere Edelstahl gefertigt. Der Griff 3' ist an dem Auflageteil
2' mit Hilfe eines Befestigungsmittels 14', in diesem Fall einer Schraube, befestigt.
[0033] In der Fig. 3 ist eine Draufsicht auf den Griff 3' der Fig. 2 dargestellt. Zu erkennen
ist, dass der Griff 3' den Handgriffbereich 11' und den Trittbereich 12' aufweist.
Am Handgriffbereich 11' ist eine Rutschhemmung 6' in analoger Weise zur Rutschhemmung
6 des Ausführungsbeispiels der Fig. 1 vorgesehen. Der Trittbereich 12' weist die Rutschhemmung
13' auf. Der Fig. 3 ist ferner zu entnehmen, dass der Trittbereich 12' in einem Zentralbereich
eine Aussparung aufweist, sodass der sich in diesem Zentralbereich befindende Handgriffbereich
11' ergonomisch für ein sicheres Greifen der Hand optimiert ausgebildet ist.
[0034] In der Fig. 4 ist eine weitere Detailansicht des Handwerkzeugs 1' dargestellt. Zu
erkennen ist insbesondere der Griff 3' und hiervon wiederum eine Detailansicht des
Handgriffbereichs 11'. Zu erkennen ist insbesondere, dass der Handgriffbereich 11'
die Rutschhemmung 6' aufweist, die analog zur Rutschhemmung 6 des Ausführungsbeispiels
der Fig. 1 gebildet ist.
[0035] In den folgenden Fig. 5 bis Fig. 10 werden Verwendungen des Handwerkzeugs 1' beschrieben.
Es versteht sich, dass anstelle der Ausführungsform gemäß dem Handwerkzeug 1' auch
andere Ausführungsformen der Erfindung, insbesondere der gemäß dem Handwerkzeug 1,
analog verwendet werden können.
[0036] Die Fig. 5 zeigt zwei Dachsparren 20, 21, zwischen denen Dämmmaterial eingebracht
werden soll. Zunächst ist der Innenabstand zwischen den Dachsparren zu bestimmen.
Dazu wird das Handwerkzeug 1' quer zu den Dachsparren 20, 21 an die Dachsparren 20,
21 angelegt. Mit Hilfe der Maßteilung 7' oder 8' kann dann der Abstand zwischen den
Sparren 20, 21 ermittelt werden.
[0037] Die Fig. 6 zeigt nun eine Dämmplatte 22, an der das zuvor gewonnene Maß markiert
werden soll. Dazu kann das Handwerkzeug 1' entsprechend des ermittelten Maßes und
mit Hilfe beispielsweise der Maßteilung 7' an der Dämmplatte 22 angelegt werden. An
einer Seite der Dämmplatte 22 kann dieses Maß mit Hilfe eines Messers 23 an der Dämmplatte
22 markiert werden. Der Vorgang wird an der anderen Seite der Dämmplatte 22 wiederholt.
Dadurch sind zwei Markierungen an der Dämmplatte 22 vorhanden. Es versteht sich, dass
je nach Abmessungen der Dämmplatte 22 auf analoge Weise auch noch weitere Markierungen
an der Dämmplatte 22 mit Hilfe des Handwerkzeugs 1' nach Bedarf angebracht werden
können.
[0038] Anschließend (Fig. 7) wird das Handwerkzeug 1' entlang der Markierungen mit der Längskante
des Führungsteils 4' angelegt. Ein Benutzer kann mit einem Fuß auf den Trittbereich
12' treten und somit die Dämmplatte 22 entlang einer durch die Markierungen verlaufenden
Linie einpressen. Entlang der Längskante des Führungsteils 4' kann nun mit dem Messer
23 ein sauberer Schnitt durch die Dämmplatte 22 geführt werden und ein Dämmstreifen
24 mit den gewünschten Abmessungen von der Dämmplatte 22 abgetrennt werden.
[0039] Dieser Dämmstreifen 24 kann gemäß der Fig. 8 besonders einfach mit Hilfe des Handwerkzeugs
1' aufgenommen werden. Dazu wird das Handwerkzeug 1' an einer Kante des Dämmstreifens
24 mit seinem Auflageteil 2' auf den Dämmstreifen 24 aufgelegt. An einer Seite wird
der Dämmstreifen 24 mit dem Führungsteil 4' und an der anderen Seite mit einer Hand
eines Benutzers festgehalten bzw. aufgenommen.
[0040] Wie der Fig. 9 zu entnehmen ist, kann der Dämmstreifen 24 auf besonders einfache
Weise zwischen den Sparren 20, 21 angeordnet werden. Dazu wird zuerst der Dämmstreifen
24 mit der handseitigen Seite an einem Dachsparren 20 angelegt und mit Hilfe des Handwerkzeugs
1' am anderen Dachsparren 21 eingeführt bzw. eingeklemmt. Dadurch, dass das Handwerkzeug
1' den Dämmstreifen 24 längsseitig abstützt, wird dieser Einbauvorgang weiter erleichtert,
da der Dämmstreifen 24 formstabil gehalten wird und während des Vorgangs nicht abknickt.
[0041] In der Fig. 10 ist zur Verdeutlichung nochmals dieser Einführungsvorgang als Querschnittsansicht
dargestellt. Zu erkennen sind die beiden Dachsparren 20, 21, zwischen die der Dämmstreifen
24 eingebracht werden soll. An einer Seite des Dämmstreifens 24 befindet sich das
Handwerkzeug 1'. Durch eine einfache Dreh- bzw. Biegebewegung kann somit der Dämmstreifen
24 entlang des Dachsparrens 21 eingebracht werden. Dabei dient das Führungsteil 4'
mit seiner Einführkante 5' als Einführhilfe. Um eine randschlüssige Positionierung
des Dämmstreifens 24 an den Dachsparren 20, 21 zu gewährleisten, kann abschließend
mit Hilfe von Rüttelbewegungen am Handwerkzeug 1' nach Bedarf Dämmmaterial des Dämmstreifens
24 aufgefächert bzw. verteilt werden. Anschließend kann das Handwerkzeug 1' herausgezogen
werden. Der Dämmstreifen 24 ist somit passgenau an der gewünschten Position zwischen
den Dachsparren 20, 21 eingebracht. Eine wirkungsvolle Wärmedämmung kann somit erreicht
werden.
1. Handwerkzeug (1, 1'), insbesondere Schneide- und Montagehilfe, zur Verarbeitung bahnen-
oder plattenförmiger Materialien, mit einem Auflageteil (2, 2'), das eine ebene Auflagefläche
(15, 15') aufweist, und einem an dem Auflageteil (2, 2') angeordneten Griff (3, 3'),
dadurch gekennzeichnet,
dass an einer Längsseite des Auflageteils (2, 2') ein Führungsteil (4, 4') mit einer ebenen
Führungsfläche (16, 16') angeordnet ist, wobei die Führungsfläche (16, 16') und die
Auflagefläche (15, 15') einen Winkel α mit 0° < α < 180° zueinander aufweisen.
2. Handwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Auflageteil (2, 2') und/oder das Führungsteil (4, 4') plattenförmig ausgebildet
ist.
3. Handwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsteil (4, 4') senkrecht zum Auflageteil (2, 2') ausgerichtet ist.
4. Handwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Auflageteil (2, 2') und/oder das Führungsteil (4, 4') eine Maßteilung (7, 8,
7', 8') aufweist.
5. Handwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Griff (3, 3') einen Handgriffbereich (11'), vorzugsweise einen Handbügelgriff,
aufweist.
6. Handwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Griff (3, 3') einen Trittbereich (12') aufweist.
7. Handwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Trittbereich (12') schräg, vorzugsweise in einem 45°-Winkel, zum Auflageteil
(2, 2') ausgerichtet ist.
8. Handwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Trittbereich (12') und/oder der Handgriffbereich (11') eine Rutschhemmung (6,
6', 13) aufweist.
9. Handwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Kante und/oder wenigstens eine Ecke (25, 26, 27, 28) des Auflageteils
(2, 2') und/oder des Führungsteils (4, 4') abgestumpft, vorzugsweise abgerundet, ausgebildet
ist.
10. Handwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Außenkante des Auflageteils (2, 2') und/oder des Führungsteils (4,
4') einen Schneidschutz (9', 10') aufweist.
11. Handwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidschutz (9', 10') als Edelstahlprofil ausgebildet ist.
12. Handwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Handwerkzeug (1, 1') einstückig ausgebildet ist.
13. Handwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Element des Handwerkzeugs (1, 1') aus Kunststoff gebildet ist.