TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf eine Vorrichtung zur Feinbearbeitung
von optisch wirksamen Flächen. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung
zur Feinbearbeitung der optisch wirksamen Flächen an Brillengläsern, wie sie in sogenannten
"RX-Werkstätten", d.h. Produktionsstätten zur Fertigung von individuellen Brillengläsern
nach Rezept in großem Umfang zum Einsatz kommen.
[0002] Wenn nachfolgend beispielhaft für Werkstücke mit optisch wirksamen Flächen von "Brillengläsern"
die Rede ist, sollen darunter nicht nur Brillenlinsen aus Mineralglas, sondern auch
Brillenlinsen aus allen anderen gebräuchlichen Materialien, wie Polycarbonat, CR 39,
HI-Index, etc., also auch Kunststoff verstanden werden.
STAND DER TECHNIK
[0003] Die spanende Bearbeitung der optisch wirksamen Flächen von Brillengläsern kann grob
in zwei Bearbeitungsphasen unterteilt werden, nämlich zunächst die Vorbearbeitung
der optisch wirksamen Fläche zur Erzeugung der rezeptgemäßen Makrogeometrie und sodann
die Feinbearbeitung der optisch wirksamen Fläche, um Vorbearbeitungsspuren zu beseitigen
und die gewünschte Mikrogeometrie zu erhalten. Während die Vorbearbeitung der optisch
wirksamen Flächen von Brillengläsern u.a. in Abhängigkeit vom Material der Brillengläser
durch Schleifen, Fräsen und/oder Drehen erfolgt, werden die optisch wirksamen Flächen
von Brillengläsern bei der Feinbearbeitung üblicherweise einem Feinschleif-, Läpp-
und/oder Poliervorgang unterzogen, wozu man sich einer entsprechenden Maschine bedient.
Insofern soll im Sprachgebrauch der vorliegenden Anmeldung der Begriff "Polieren",
auch in Wortzusammensetzungen wie z.B. "Polierwerkzeug" od.dgl., Feinschleif- und
Läppvorgänge mit umfassen, in dem Beispiel also Feinschleif- oder Läppwerkzeuge.
[0004] Insbesondere handbeschickte Poliermaschinen in RX-Werkstätten werden meist als "Zwillingsmaschinen"
ausgeführt, so dass vorteilhaft die zwei Brillengläser eines "RX-Jobs" - ein Brillenglasrezept
besteht stets aus einem Brillenglaspaar - gleichzeitig feinbearbeitet werden können.
Solche "Zwillings"-Poliermaschinen sind beispielsweise aus den Druckschriften
DE 10 2009 041 442 A1 und
DE 10 2011 014 230 A1 bekannt, die im Hinblick auf die Maschinenkinematik den nächstgelegenen Stand der
Technik bilden.
[0005] Gemäß etwa der letztgenannten Druckschrift (siehe dort insbesondere die Fig. 1 bis
5) weist eine solche Poliermaschine ein Maschinengehäuse auf, das einen Arbeitsraum
begrenzt, in den zwei Werkstückspindeln hineinragen, über die zwei zu polierende Brillengläser
mittels eines Drehantriebs um im Wesentlichen parallel zueinander verlaufende Werkstück-Drehachsen
C1, C2 drehend angetrieben werden können. Werkzeugseitig hat die Poliermaschine eine
erste Linearantriebseinheit, mittels der ein erster Werkzeugschlitten entlang einer
Linearachse X bewegbar ist, die im Wesentlichen senkrecht zu den Werkstück-Drehachsen
C1, C2 verläuft, eine Schwenkantriebseinheit, die auf dem ersten Werkzeugschlitten
angeordnet ist und mittels der ein Schwenkjoch um eine Schwenk-Stellachse B verschwenkt
werden kann, die im Wesentlichen senkrecht zu den Werkstück-Drehachsen C1, C2 und
im Wesentlichen senkrecht zu der Linearachse X verläuft, eine zweite Linearantriebseinheit,
die auf dem Schwenkjoch angeordnet ist und mittels der ein zweiter Werkzeugschlitten
entlang einer Linear-Stellachse Z bewegbar ist, die im Wesentlichen senkrecht zur
Schwenk-Stellachse B verläuft, sowie zwei Werkzeugspindeln mit jeweils einem Werkzeugaufnahmeabschnitt,
wobei die Werkzeugaufnahmeabschnitte jeweils einer der Werkstückspindeln zugeordnet
in den Arbeitsraum hineinragen.
[0006] Jede Werkzeugspindel weist eine Spindelwelle auf, an welcher der jeweilige Werkzeugaufnahmeabschnitt
ausgebildet ist und die um eine Werkzeug-Drehachse A1, A2 drehangetrieben in einem
Spindelgehäuse gelagert ist, das seinerseits in einem Führungsrohr in Richtung der
Werkzeug-Drehachse definiert axial verschiebbar geführt ist. Während die Spindelgehäuse
der beiden Werkzeugspindeln an dem zweiten Werkzeugschlitten angeflanscht sind, sind
die Führungsrohre an dem Schwenkjoch angebracht, so dass im Ergebnis die Werkzeug-Drehachse
A1 bzw. A2 jeder Werkzeugspindel mit der Werkstück-Drehachse C1 bzw. C2 der zugeordneten
Werkstückspindel eine Ebene bildet, in der die jeweilige Werkzeug-Drehachse A1 bzw.
A2 bezüglich der Werkstück-Drehachse C1 bzw. C2 der zugeordneten Werkstückspindel
axial verschiebbar (Linearachse X, Linear-Stellachse Z) und verkippbar (Schwenk-Stellachse
B) ist.
[0007] Aufgrund der gegebenen Bewegungsmöglichkeiten gestattet die vorbekannte Poliermaschine
bei einem kompakten Aufbau die paarweise Bearbeitung von Brillengläsern sowohl mit
einer sogenannten "Tangential-Polierkinematik", bei der die mit den Werkzeugspindeln
axial zugestellten (Z) Polierwerkzeuge unter einem voreingestellten aber festen Schwenkwinkel
(B) der Werkzeugspindeln oszillierend mit relativ kleinen Hüben quer (X) über die
Brillengläser bewegt werden, als auch mit einer Polierkinematik, bei der die zugestellten
(Z) Polierwerkzeuge während ihrer oszillierenden Querbewegung (X) zugleich kontinuierlich
verschwenken (B), um der Flächenkrümmung der Brillengläser zu folgen, wobei die Brillengläser
und Polierwerkzeuge gleich- oder gegensinnig mit gleichen oder verschiedenen Drehzahlen
um ihre Drehachsen (A1, A2, C1, C2) angetrieben werden können (zumindest im Falle
der Polierwerkzeuge aber nicht müssen).
[0008] Insofern kann diese Poliermaschine schon vorteilhaft vielfältig eingesetzt werden.
Bei bestimmten, schwierig zu polierenden Materialien, wie z.B. Polycarbonat- oder
HI-Index-Materialien, ist es indes noch wünschenswert, zur Reduzierung der Polierzeiten
und/oder zur Erzielung bestimmter Flächenqualitäten mit unterschiedlichen Poliergründen
zu arbeiten, was bei dem vorbeschriebenen Stand der Technik einen Wechsel der Polierwerkzeuge
erfordern würde. Entsprechendes gilt, wenn sich die aufeinanderfolgend zu polierenden
Brillengläser in ihrer Geometrie (Flächenkrümmung, Durchmesser) deutlich unterscheiden.
So bedingte Werkzeugwechselzeiten ließen sich für die industrielle Fertigung zwar
durch den Einsatz automatisierter Werkzeugwechsler mit Werkzeugmagazinen deutlich
reduzieren, dies wäre jedoch mit einem hohen vorrichtungstechnischen Aufwand verbunden.
[0009] Die Druckschrift
EP 1 867 430 A1 offenbart schließlich eine Schleif- und Poliermaschine für insbesondere Linsen mit
zwei Werkzeugspindeln, die um eine gemeinsame Schwenkachse verschwenkbar sind.
AUFGABENSTELLUNG
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine möglichst einfach und kompakte ausgebildete
Vorrichtung zur Feinbearbeitung von optisch wirksamen Flächen an insbesondere Brillengläsern
zu schaffen, die möglichst vielfältig einsetzbar ist und damit unterschiedliche Bearbeitungsstrategien
erlaubt, ohne dass dies längere Prozesszeiten erfordert.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0011] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte
oder zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Patentansprüche
2 bis 21.
[0012] Erfindungsgemäß umfasst eine Vorrichtung zur Feinbearbeitung von optisch wirksamen
Flächen an insbesondere Brillengläsern als Werkstücken eine in einen Arbeitsraum hineinragende
Werkstückspindel, über die ein zu polierendes Werkstück um eine Werkstück-Drehachse
C drehend antreibbar ist, und zwei der Werkstückspindel zugeordnet und gegenüberliegend
in den Arbeitsraum hineinragende Werkzeugspindeln, an denen jeweils ein Polierwerkzeug
um eine Werkzeug-Drehachse A, A' drehend antreibbar und entlang der Werkzeug-Drehachse
A, A' axial zustellbar (Z) gehalten ist und die relativ zur Werkstückspindel gemeinsam
entlang einer im Wesentlichen senkrecht zu der Werkstück-Drehachse C verlaufenden
Linearachse X bewegbar und um verschiedene Schwenk-Stellachsen B, B' schwenkbar sind,
die im Wesentlichen senkrecht zu der Werkstück-Drehachse C und im Wesentlichen senkrecht
zu der Linearachse X verlaufen, wobei die Werkzeugspindeln in Richtung der Linearachse
X gesehen hintereinander angeordnet sind.
[0013] Dadurch, dass zunächst die Werkzeugspindeln in Richtung der Linearachse X gesehen
hintereinander angeordnet sind, baut die erfindungsgemäße Vorrichtung vorteilhaft
kompakt, was sie für den Einsatz als Polierzelle in einer Poliermaschine mit mehreren
erfindungsgemäßen Vorrichtungen prädestiniert. Dabei ist es einem einfachen Aufbau
der Vorrichtung wie auch im Hinblick auf die Energieeffizienz förderlich, dass beide
Werkzeugspindeln gemeinsam sowohl entlang der Linearachse X bewegbar als auch um die
verschiedenen Schwenk-Stellachsen B, B' schwenkbar sind, denn für jede dieser Linear-
bzw. Schwenkbewegungen wird somit nur ein Antrieb benötigt.
[0014] Schon eine Poliermaschine, in der nur eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Einsatz
kommt (Grundversion), ermöglicht verschiedene Bearbeitungsmethoden und ist damit sehr
flexibel: Hier ist zunächst festzuhalten, dass aufgrund der getroffenen Achskonstellation
(A, B, C, X, Z) sämtliche oben zum Stand der Technik bereits beschriebenen Polierprozesse
mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung an einem Werkstück durchgeführt werden können,
ggf. auch ohne eigenen Drehantrieb für das Werkzeug.
[0015] Werden an den zwei Werkzeugspindeln einer Vorrichtung verschiedene Polierwerkzeuge
eingesetzt, kann z.B. ein Vor- und Feinpolieren mit unterschiedlichen Polierbelägen
in einer Werkstückaufspannung erfolgen, was sehr kurze Polierzeiten bei gleichzeitig
erhöhter Flächenqualität ermöglicht.
[0016] Auch ist es möglich, verglichen zum eingangs geschilderten Stand der Technik den
Arbeitsbereich der Vorrichtung zu vergrößern, indem verschieden große (Werkzeug-Durchmesser)
und/oder verschieden gekrümmte (Werkzeug-Krümmungsradius) Polierwerkzeuge an den zwei
Werkzeugspindeln einer Vorrichtung eingesetzt werden. Somit können etwa sehr kleine
oder sehr große Werkstücke mit ggf. stark gekrümmten Flächen mit der Vorrichtung bearbeitet
werden, ohne hierfür einen Werkzeugwechsel vornehmen zu müssen, was folglich dem Erhalt
kurzer Gesamtprozesszeiten dienlich ist.
[0017] Bei einem Einsatz der Vorrichtung in der Rezeptfertigung von Brillengläsern können
darüber hinaus sowohl konkav gekrümmte als auch konvex gekrümmte Brillengläser mit
demselben Polierwerkzeug oder aber mit entsprechend der jeweiligen Brillenglaskrümmung
(cc bzw. cx) geformten Polierwerkzeugen poliert werden. Ein solcher Gemischtbetrieb
bei der Polierbearbeitung ist besonders bei den heutzutage zunehmend vorkommenden
Brillengläsern mit beidseitig asphärischen oder progressiven Flächen vorteilhaft.
[0018] Weiterhin ist es möglich, an beiden Werkzeugspindeln einer Vorrichtung ein identisches
Polierwerkzeug einzusetzen, so dass bei Verschleiß eines Werkzeugs, nach z.B. zuvor
festgestellter Anzahl polierter Werkstücke, ein automatischer Spindel- und damit Werkzeugwechsel
vorgenommen werden kann.
[0019] Eine weitere Bearbeitungsvariante mit einer Vorrichtung und identischen Polierwerkzeugen
wäre die, die Werkzeugspindeln während der Bearbeitung eines Werkstücks oder von Werkstück
zu Werkstück abwechselnd zu benutzen. Dies hätte den Vorteil, dass das jeweils nicht
benutzte Polierwerkzeug und die entsprechende Werkzeugspindel nebst Antrieb in der
Pause abkühlen könnten, mit den Effekten einer gleichmäßigen Abnutzung, eines kontrollierten
Maschinenwärmegangs und/oder erhöhter Werkzeug-Standzeiten.
[0020] Werden in einer Poliermaschine zum gleichzeitigen Polieren von wenigstens zwei Brillengläsern
entsprechend der Anzahl der gleichzeitig zu polierenden Brillengläser wenigstens zwei
erfindungsgemäße Vorrichtungen als Polierzellen eingesetzt (Ausbauversion), was zweckmäßig
durch modulartige Anordnung in einem gemeinsamen Maschinengestell erfolgen kann, werden
die möglichen Bearbeitungsstrategien noch vielfältiger. Zunächst muss, im Gegensatz
zu einer Poliermaschine gemäß dem eingangs geschilderten Stand der Technik, bei der
die zwei Werkzeugspindeln gegenüber den ihnen zugeordneten zwei Werkstückspindeln
stets gemeinsam linear- (X) bzw. schwenkbewegt (B) werden, bei der Bearbeitung nur
eines Brillenglases - was etwa zur Nacharbeit notwendig sein kann - die andere Werkzeugspindel
nicht ohne Funktion und in energetisch ungünstiger Weise mitbewegt werden.
[0021] Darüber hinaus kann in jeder Vorrichtung bzw. Polierzelle der Poliermaschine der
für das jeweilige Brillenglasrezept optimale Polierprozess, mit individuell wählbaren
Oszillationshüben, Oszillationsfrequenzen, Anstellwinkeln, Drehzahlen, Polierzeiten
und Polierdrücken, gefahren werden. Anders als im obigen Stand der Technik muss hier
kein Kompromiss eingegangen werden, der bei den vorbekannten Poliermaschinen letztendlich
zu längeren Bearbeitungszeiten als nötig und zu schlechteren Flächenqualitäten als
möglich führen kann.
[0022] Werden z.B. drei erfindungsgemäße Vorrichtungen als Polierzellen in einer Poliermaschine
eingesetzt, kann ein Brillenglaspaar mit individuellen Prozessparametern pro Brillenglas
in zwei Polierzellen gleichzeitig bearbeitet werden, während in der dritten Polierzelle
- bei geeigneter Werkzeugbestückung - zugleich "Sonderarbeiten", wie die Bearbeitung
spezieller Geometrien (z.B. große Durchmesser und/oder starke Krümmungen), Nacharbeit,
oder Rezepte mit nur einem Rezeptglas (wenn das zweite Brillenglas ein Serienglas
ist), durchgeführt werden können.
[0023] Bei der vorbeschriebenen Ausbauversion einer Poliermaschine können die einzelnen
erfindungsgemäßen Vorrichtungen im Maschinengestell z.B. sternförmig um eine zentrale
Bedienerposition herum angeordnet sein, was für die Maschinenbeschickung Vorteile
haben kann. Derzeit bevorzugt ist es indes, wenn die Vorrichtungen in einer solchen
Poliermaschine nebeneinander angeordnet sind, so dass die jeweiligen Linearachsen
X, X', X" im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen, was nicht nur eine platzsparende
Anordnung darstellt, sondern auch eine Automation insbesondere des Werkstückwechsels
vereinfacht.
[0024] So kann die Poliermaschine in einer noch weiter ausgebauten, automatisierten Version
eine Übergabestation mit ggf. einem Förderband, für die Ablage von Rezeptkästen zur
Aufnahme von zu polierenden und polierten Brillengläsern, eine Waschstation zum Waschen
der polierten Brillengläser und - zur weiteren Steigerung der Produktivität - ein
Portalhandlingsystem umfassen, mittels dessen die Brillengläser automatisch zwischen
den Stationen und den Vorrichtungen transportierbar und in der jeweiligen Station
bzw. Vorrichtung positionierbar sind. Falls kein Förderband eingesetzt wird, könnte
die Übergabestation auch so ausgestaltet werden, dass mehrere Rezeptkästen in vom
Portalhandlingsystem erreichbarer Position abgelegt werden könnten, oder in/auf der
Übergabestation ein Verschieben der Rezeptkästen mittels des Portalhandlingsystems
möglich wäre. Grundsätzlich wäre für die Werkstückhandhabung zwar auch ein Roboterhandling
oder Hexapodsystem denkbar, das auf einer Schiene vor den Polierzellen oder an einem
Laufwagen hängend vorne oberhalb der Polierzellen verschiebbar angeordnet werden könnte,
eine solche Lösung wäre jedoch ungleich teurer.
[0025] Das Portalhandlingsystem kann hierbei in einer vorteilhaften Ausgestaltung eine im
Raum bewegbare Saugereinheit zum Halten eines zu polierenden Brillenglases an der
zu polierenden optisch wirksamen Fläche sowie einen im Raum bewegbaren Mehrfingergreifer
zum Halten eines polierten Brillenglases an dessen Rand aufweisen. Der Vorteil der
Verwendung eines Mehrfingergreifers ist, dass dieser die polierte Fläche nicht berührt,
sondern nur am Rand des Brillenglases angreift, so dass beim Werkstückhandling die
Gefahr von Abdrücken oder Kratzern auf der polierten Fläche gebannt ist. Die Saugereinheit
hingegen kann als zuverlässige und robuste Lösung problemlos an Rohteilen zum Einsatz
kommen.
[0026] Grundsätzlich wäre es bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung als solchen möglich,
dass die Schwenk-Stellachsen B, B' einer Vorrichtung auf - bezogen auf die Linearachse
X - unterschiedlichen Höhen liegen, was - unveränderliche Höhe der Werkstückspindel
vorausgesetzt - von Werkzeugspindel zu Werkzeugspindel unterschiedliche Axialhübe
und/oder Schwenkwinkel der Polierwerkzeuge gestatten bzw. erfordern würde. Auch im
Hinblick auf die Möglichkeit der Verwendung von Gleichteilen bevorzugt ist es allerdings,
wenn die Schwenk-Stellachsen B, B' in einer gedachten Ebene liegen, die sich entlang
der Linearachse X oder parallel dazu erstreckt. Somit hat jede Werkzeugspindel die
gleichen kinematischen Randbedingungen; Werkzeughübe und damit Steifigkeiten sind
identisch, womit insofern Wahlfreiheit bei der Positionierung der Polierwerkzeuge
an der vorderen bzw. hinteren Werkzeugspindel besteht.
[0027] In einfacher und kompakter Ausgestaltung der Werkzeugoszillations- und Werkzeugschwenk-Bewegungsmöglichkeiten
mit tunlichst kurzen Verfahrwegen ist die Anordnung vorzugsweise so getroffen, dass
die eine Werkzeugspindel an einem vorderen Schwenkjoch montiert ist, das um die eine
Schwenk-Stellachse B definiert verschwenkbar an einem Werkzeugschlitten angelenkt
ist, während die andere Werkzeugspindel an einem hinteren Schwenkjoch montiert ist,
welches um die andere Schwenk-Stellachse B' definiert verschwenkbar an demselben Werkzeugschlitten
angelenkt ist, der seinerseits entlang der Linearachse X antreibbar bezüglich eines
Rahmens geführt ist, welcher den Arbeitsraum umgibt.
[0028] Vorzugsweise ist hierbei zum Bewegen und Positionieren des an zwei mit dem Rahmen
verbundenen Führungsstangen geführten Werkzeugschlittens ein bezüglich des Rahmens
ortsfester Drehantrieb vorgesehen, der mit einem Kugelgewindetrieb antriebsverbunden
ist, welcher eine drehbar gelagerte Kugelrollspindel aufweist, die mit einer drehfest
mit dem Werkzeugschlitten verbundenen Mutter eingreift. Prinzipiell wäre zwar auch
die Verwendung anderer Linearführungen und Antriebe, z.B. von Linearmotoren od.dgl.,
denkbar, die obige bevorzugte Ausgestaltung von Führung und Antrieb ist demgegenüber
aber preisgünstiger, bei hoher Steifigkeit und Unempfindlichkeit gegen Schmutz.
[0029] Grundsätzlich wäre es möglich, für die Schwenkbewegung jedes Schwenkjochs einen eigenen
Antrieb, z.B. einen jeweils zugeordneten Torquemotor vorzusehen. Vorzugsweise ist
allerdings zum definierten Verschwenken beider Werkzeugspindeln um die Schwenk-Stellachsen
B, B' ein Linearantrieb vorgesehen, der mit seinem einen Ende an dem einen Schwenkjoch
mit Abstand zur entsprechenden Schwenk-Stellachse B und mit seinem anderen Ende an
dem Werkzeugschlitten angelenkt ist, wobei das eine Schwenkjoch zudem mit dem anderen
Schwenkjoch über eine Koppelstange antriebsverbunden ist, die von den Schwenk-Stellachsen
B, B' beabstandet mit ihrem einen Ende an dem einen Schwenkjoch und mit ihrem anderen
Ende an dem anderen Schwenkjoch angelenkt ist. Somit besitzt die Vorrichtung in bevorzugter
Ausgestaltung vorteilhaft nur einen einfachen Antrieb zum Verschwenken von beiden
Werkzeugspindeln.
[0030] Was die axiale Zustellbewegung der Polierwerkzeuge angeht, ist es bevorzugt, wenn
jede Werkzeugspindel für die axiale Zustellung des jeweiligen Polierwerkzeugs entlang
der zugehörigen Werkzeug-Drehachse A, A' eine Kolben-Zylinder-Anordnung aufweist,
mit einem in einem Zylindergehäuse aufgenommenen Kolben, der in koaxialer Anordnung
mit einer Spindelwelle betätigungswirksam verbunden ist, die zusammen mit der Kolben-Zylinder-Anordnung
in einem Spindelgehäuse um die jeweilige Werkzeug-Drehachse A, A' drehbar gelagert
ist. Diese Konstruktion zeichnet sich insbesondere durch ein geringes Gewicht aus,
wodurch insbesondere Axialbewegungen mit hoher Dynamik gefahren werden können, was
wiederum kurze Bearbeitungszeiten bei sehr hoher Polierqualität ermöglicht, da das
Polierwerkzeug stets dem Werkstück folgen kann, auch bei relativ starken Abweichungen
von der Rotationssymmetrie am Werkstück.
[0031] Hierbei ist das Zylindergehäuse der pneumatisch betätigbaren Kolben-Zylinder-Anordnung
vorzugsweise zweiteilig ausgebildet und mit einer Laufhülse aus Mineralglas ausgekleidet,
in welcher der an seiner Lauffläche aus einem Graphitmaterial bestehende Kolben längsverschieblich
aufgenommen ist. Ein wesentlicher Vorteil eines solchen "Glaszylinders" resultiert
aus seiner sehr geringen Stick-Slip-Neigung: So kann die Vorrichtung auch mit sehr
geringen Polierdrücken feinfühlig arbeiten.
[0032] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann der Kolben der Kolben-Zylinder-Anordnung
ferner über einen dünnen Stab aus einem Federstahl zug- und druckfest mit der Spindelwelle
verbunden sein. Ein solches sehr leichtes und spielfreies Kraftübertragungselement
sorgt in einfacher Weise für eine radiale Ausgleichsmöglichkeit, wodurch es nicht
zu einem Klemmen kommen kann, falls die Mittelachsen des Kolbens bzw. der Kolben-Zylinder-Anordnung
und der Spindelwelle nicht korrekt fluchten.
[0033] Ist ein Drehantrieb am Polierwerkzeug gewünscht, kann das Zylindergehäuse außenumfangsseitig
mit einer Verzahnung zum Angriff eines Zahnriemens versehen sein, der über einen am
jeweiligen Schwenkjoch angeflanschten Motor mit Riemenscheibe antreibbar ist, um die
Kolben-Zylinder-Anordnung und damit die Spindelwelle um die jeweilige Werkzeug-Drehachse
A, A' zu drehen. Ein solcher Drehantrieb mittels Standardantriebselementen ist nicht
nur kostengünstig, sondern hat - gegenüber einem ebenfalls denkbaren, koaxial zur
Spindelwelle angeordneten Drehantrieb, wie im gattungsbildenden Stand der Technik
gezeigt und beschrieben - den Vorteil geringer bewegter Massen, was wiederum einer
hohen Qualität der polierten Fläche bei kurzen Prozesszeiten förderlich ist. Als weitere,
besonders verschleißarme Alternative zur Übertragung des Drehmoments von einem parallel
zur Spindelwelle angeordneten Drehantrieb auf die Spindelwelle ist auch der Einsatz
eines Zahnradgetriebes denkbar. Dabei kann antriebsseitig ein Zahnrad aus Stahl vorgesehen
sein, welches mit einem spindelseitigen, aus Kunststoff gefertigten Zahnrad gleicher
Größe kämmt (Übersetzungsverhältnis 1:1), wobei beide Zahnräder mit einer Schrägverzahnung
versehen sein können, so dass die Zahnradpaarung im Ergebnis auch sehr geräuscharm
läuft.
[0034] Entsprechende Massenvorteile gelten für eine bevorzugte Konstruktion, bei der zur
Drehmomentübertragung von dem Zylindergehäuse der Kolben-Zylinder-Anordnung auf die
Spindelwelle eine Nutwellenführung - also erneut kostengünstige Standardelemente -
vorgesehen ist, mit in der Spindelwelle ausgebildeten Führungsnuten und einer damit
über ein Axiallagerelement eingreifenden Flanschmutter, die drehfest mit dem Zylindergehäuse
verbunden ist.
[0035] Im weiteren Verfolg des Erfindungsgedankens kann das Polierwerkzeug einen axial-
und drehmitnahmefähig an der jeweiligen Spindelwelle befestigbaren Werkzeugaufnahmekopf
aufweisen, an dem ein Polierteller auswechselbar gehalten ist, wozu ein Grundkörper
des Poliertellers und der Werkzeugaufnahmekopf mit komplementären Strukturen zur axialen
Verrastung und zur Drehmitnahme des Poliertellers mit dem Werkzeugaufnahmekopf versehen
sind. Dies bewirkt zum einen eine unkomplizierte Austauschbarkeit des Poliertellers
sowie einen sicheren Halt des Poliertellers an der jeweiligen Werkzeugspindel, zum
anderen eine definierte, formschlüssige Drehmomentübertragung zwischen Werkzeugaufnahmekopf
und Polierteller während der Polierbearbeitung.
[0036] Hierbei kann der Werkzeugaufnahmekopf ein Kugelgelenk besitzen, mit einem in einer
Kugelpfanne aufgenommenen Kugelkopf, der an einem an der Spindelwelle der jeweiligen
Werkzeugspindel befestigbaren Kugelstift ausgebildet ist, während die Kugelpfanne
in einer Aufnahmeplatte ausgeformt ist, mit welcher der Polierteller verrastbar ist.
Dies ermöglicht auf einfache Weise eine Verkippung des Poliertellers gegenüber der
Spindelwelle der jeweiligen Werkzeugspindel bei der Polierbearbeitung, so dass der
Polierteller den unterschiedlichsten Brillenglasgeometrien, selbst z.B. zylindrischen
Flächen oder Progressivflächen mit hohen Additionen, leicht folgen kann. Darüber hinaus
gestattet die Verkippbarkeit des Poliertellers vorteilhaft die Durchführung von Polierprozessen
mit der bereits angesprochenen "Tangential-Polierkinematik", wobei sich der Polierteller
am Brillenglas winkelmäßig auszurichten vermag.
[0037] In einer bevorzugten Ausgestaltung kann der Kugelkopf eine Aufnahmebohrung für einen
Querstift aufweisen, der sich durch den Kugelkopf hindurch erstreckt und auf beiden
Seiten des Kugelkopfs mit zugeordneten Aussparungen in der Kugelpfanne eingreift,
um die Aufnahmeplatte drehmitnahmefähig mit dem Kugelstift zu verbinden. Eine derartige
Ausgestaltung des Kugelkopfs als Kardangelenk gestattet es auf einfache Weise, den
Polierteller drehend anzutreiben, was, verglichen zu einer ebenfalls denkbaren, bloßen
reibungsbewirkten Drehmitnahme des Poliertellers mit dem Brillenglas, wesentlich kürzere
Polierzeiten ermöglicht. Hinsichtlich Verkippbarkeit und Drehantriebsmöglichkeit Ähnliches
könnte zwar grundsätzlich auch mittels eines homokinetischen Gelenks realisiert werden,
dies wäre jedoch mit einem deutlich größeren Aufwand und höheren Kosten verbunden.
[0038] Weiterhin ist es bevorzugt, wenn sich die Aufnahmeplatte über ein elastisches Ringelement
an einem kugelstiftseitigen Abstützflansch derart federnd abstützt, dass der mit der
Aufnahmeplatte verrastete Polierteller bestrebt ist, sich mit seiner Mittelachse mit
dem Kugelstift und damit der Spindelwelle der jeweiligen Werkzeugspindel auszufluchten.
Hierdurch wird der Polierteller an zu starken Kippbewegungen gehindert, was sich zum
einen insbesondere während der Bewegungsumkehr bei dem erwähnten Oszillieren des Poliertellers
über dem Brillenglas günstig auswirkt, da der Polierteller nicht wegknicken und in
der Folge am Brillenglas verklemmen kann. Zum anderen ist eine solche elastische Abstützung
der Aufnahmeplatte des Polierwerkzeugs beim Montieren bzw. Aufsetzen des Poliertellers
von Vorteil, weil die Aufnahmeplatte mit leichtem Zwang eine definierte Lage einnimmt.
Das Zusammenfahren von Polierteller und Brillenglas kann darüber hinaus infolge der
elastischen (Vor)Orientierung der Aufnahmeplatte so erfolgen, dass der Polierteller
im Wesentlichen axial orientiert auf dem Brillenglas aufsetzt, und nicht etwa verkippt,
was bei besonders dicken bzw. hochbauenden Poliertellern zu Problemen führen könnte.
Grundsätzlich wäre es zwar auch möglich, eine solche (Vor)Orientierung des Poliertellers
mittels eines pneumatisch beaufschlagbaren Gummibalgs an der Aufnahmeplatte zu bewerkstelligen,
dies wäre jedoch ungleich aufwändiger.
[0039] In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Vorrichtung ist der Werkzeugaufnahmekopf
in einer axial eingefahrenen Stellung der Spindelwelle mit dem Zylindergehäuse oder
einem damit drehfest verbundenen Teil mittels einer Rasteinrichtung verrastbar. In
der eingefahrenen Stellung der Spindelwelle muss somit vorteilhaft keine Energie aufgewendet
werden - wie z.B. beim Anlegen eines Unterdrucks an die vorbeschriebene Kolben-Zylinder-Anordnung
der Werkzeugspindel - um den Werkzeugaufnahmekopf für beispielsweise einen Wechsel
des Poliertellers in der eingefahrenen Stellung zu halten. Zwar wären hierzu auch
andere Maßnahmen denkbar, wie etwa eine Haltelösung mit permanenter oder elektrisch
erzeugter Magnetkraft, diese wären aber aufwändiger und möglicherweise im Hinblick
auf eine einfache Erzielung geringer Losbrechmomente problematisch.
[0040] In zweckmäßiger, weil kostengünstiger und leichter Ausgestaltung kann die Rasteinrichtung
eine Mehrzahl von über dem Umfang des Werkzeugaufnahmekopfs verteilten, entlang der
jeweiligen Werkzeug-Drehachse A, A' vorstehenden Federvorsprüngen aufweisen, die formschlüssig
mit Nasen in eine Ringnut eingreifen, welche an dem Zylindergehäuse oder dem damit
drehfest verbundenen Teil ausgebildet ist. Derartige Teile können problemlos aus Kunststoff
hergestellt werden, bei größeren Stückzahlen ggf. auch spritzgusstechnisch.
[0041] Schließlich ist es besonders bevorzugt, wenn ein unterer Bereich des Arbeitsraums,
in den die Werkstückspindel hineinragt, durch eine aus einem Kunststoffmaterial einstückig
tiefgezogene Wanne mit stufenfreien Wandflächen begrenzt ist. Vorteile einer solchen,
ggf. auch hydrophob beschichteten Wanne bestehen neben deren Korrosionsbeständigkeit
darin, dass - im Vergleich zu einer ebenfalls denkbaren, geschweißten Edelstahlwanne
- das Poliermittel sehr gut abläuft, der Arbeitsraum leicht zu reinigen und gut dicht
zu halten ist.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0042] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf die beigefügten, teilweise vereinfachten bzw. schematischen und nicht
maßstabsgerechten Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer Poliermaschine für Brillengläser von schräg oben
/ vorne rechts mit drei parallel angeordneten, erfindungsgemäßen Vorrichtungen zur
Feinbearbeitung der optisch wirksamen Flächen der Brillengläser als Polierzellen,
einer Brillenglas-Waschstation rechts daneben, einem Förderband für Rezeptkästen sowie
einem Portalhandlingsystem zum Transport der Brillengläser, wobei zur Freigabe der
Sicht auf wesentliche Bauteile bzw. Baugruppen der Maschine und zur Vereinfachung
der Darstellung ins-besondere die Bedieneinheit und Steuerung, Teile der Verkleidung,
Türmechanismen und Scheiben, weitere Ab-lagen für Werkstücke und Werkzeuge, die Versorgungs-einrichtungen
(einschließlich Leitungen, Schläuche und Rohre) für Strom, Druckluft und Poliermittel,
der Poliermittelrücklauf sowie die Mess-, Wartungs- und Sicherheitseinrichtungen weggelassen
wurden;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht der von der Polier-maschine gemäß Fig. 1 getrennten,
dort rechten erfin-dungsgemäßen Vorrichtung von schräg oben / vorne links als separierte
Polierzelle, wobei sich ein Werkzeug-schlitten (Linearachse X) für die Werkzeugspindeln
in einer zurückgezogenen Stellung befindet und ein nach unten von einer Wanne begrenzter
Arbeitsraum mittels einer faltenbalgartigen Arbeitsraumabdeckung und einer Schiebetür
verschlossen ist;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 2 von schräg oben / hinten
rechts, bei der gegenüber der Darstellung in Fig. 2 die den Arbeitsraum begrenzenden
Teile (Wanne, Schiebetür, faltenbalgartige Arbeitsraumsabdeckungen) sowie die Werkstück-
und Werkzeugspindeln weggelassen wurden, insbesondere zur Veranschaulichung eines
Linearantriebs für die Schwenk-Stellachsen B, B';
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 2 von schräg oben / vorne
rechts, erneut unter Weglassung der den Arbeitsraum begrenzenden Teile sowie der Werkzeugspindeln
und zudem des Linearantriebs für die Schwenk-Stellachsen B, B', aber mit dargestellter
Werkstückspindel (Werkstück-Drehachse C), insbesondere zur Veranschaulichung von Schwenkjochen
(Schwenk-Stellachsen B, B') für die hintereinander angeordneten Werkzeugspindeln im
Werkzeugschlitten (Linearachse X);
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 2 von schräg unten / vorne
rechts, mit Darstellung sämtlicher Bewegungsachsen bzw. -möglichkeiten (Werkzeug-Drehachsen
A, A'; Schwenk-Stellachsen B, B'; Werkstück-Drehachse C; Linearachse X; Zustellachsen
Z, Z') für den Polierprozess;
- Fig. 6
- eine Längsschnittansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 2 ohne Weglassung von in Fig.
2 gezeigten Bauteilen, mit dem Werkzeugschlitten (Linearachse X) in der zurückgezogenen
Stellung, wobei zur Werkstückbeschickung im vorderen Bereich des Arbeitsraums die
Schiebetür geöffnet und die vordere faltenbalgartige Arbeitsraumabdeckung zurückgezogen
ist;
- Fig. 7
- eine der Fig. 6 hinsichtlich des Schnittverlaufs entsprechende Längsschnittansicht
der Vorrichtung gemäß Fig. 2, mit dem Werkzeugschlitten (Linearachse X) in einer für
einen Werkzeugwechsel vorgefahrenen Stellung, in der die Werkzeugspindeln nach vorne
geschwenkt (Schwenk-Stellachsen B, B') und zudem das Werkzeug an der hinteren Werkzeugspindel
ausgefahren ist (Zustellachse Z'), bei erneut geöffneter Schiebetür im vorderen Bereich
des Arbeitsraums, wobei gegenüber der Fig. 6 zur Vereinfachung der Darstellung an
den Werkzeugspindeln vorgesehene Faltenbälge weggelassen wurden;
- Fig. 8
- eine Längsschnittansicht der in dem teilweise aufgebrochen dargestellten vorderen
Schwenkjoch der Vorrichtung gemäß Fig. 2 aufgenommenen vorderen Werkzeugspindel mit
einem Polierwerkzeug, an dessen Werkzeugaufnahmekopf ein Polierteller lösbar gehalten
ist, der sich mit einer zu bearbeitenden Fläche in Bearbeitungseingriff befindet,
wobei sich das Polierwerkzeug in einer gegenüber der Werkzeugspindel ausgefahrenen
(Zustellachse Z), unteren Stellung befindet und der zugeordnete Faltenbalg zur Vereinfachung
der Darstellung weggelassen wurde; und
- Fig. 9
- ein Halbschnitt der vorderen Werkzeugspindel mit Polierwerkzeug gemäß Fig. 8 im unmontierten
Zustand, erneut ohne Faltenbalg zwischen Polierwerkzeug und Werkzeugspindel, wobei
sich das Polierwerkzeug mit dem Polierteller in einer gegenüber der Werkzeugspindel
eingefahrenen (Zustellachse Z), oberen Stellung befindet, in der der Werkzeugaufnahmekopf
des Polierwerkzeugs an der Werkzeugspindel verrastet ist.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DES AUSFÜHRUNGSBEISPIELS
[0043] In Fig. 1 ist - als bevorzugter Anwendungsfall bzw. Einsatzort einer Vorrichtung
10 zur Feinbearbeitung von optisch wirksamen Flächen cc, cx an Werkstücken, wie z.B.
Brillengläsern L (vgl. Fig. 8) - eine Poliermaschine mit 11 beziffert. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel sind entsprechend der Anzahl der zu polierenden Brillengläser
L drei solcher Vorrichtungen 10, 10', 10" mit jeweils identischem Aufbau in einem
gemeinsamen Maschinengestell 12 als Polierzellen angeordnet. Wie nachfolgend unter
Bezugnahme auf die Fig. 2 bis 7 stellvertretend für alle drei Vorrichtungen 10, 10',
10" anhand der in Fig. 1 rechten Vorrichtung 10 noch detailliert erläutert werden
wird, hat die Vorrichtung 10 eine in einen Arbeitsraum 13 hineinragende Werkstückspindel
14, über die ein zu polierendes Brillenglas L, welches üblicherweise mittels eines
Blockmaterials M an einem Blockstück S zur Aufnahme in der Werkstückspindel 14 gehalten
ist (siehe wiederum Fig. 8), um eine Werkstück-Drehachse C drehend angetrieben werden
kann. Ferner weist die Vorrichtung 10 zwei der Werkstückspindel 14 zugeordnet und
gegenüberliegend in den Arbeitsraum 13 hineinragende Werkzeugspindeln 16, 16' auf,
an denen jeweils ein Polierwerkzeug 18, 18' um eine Werkzeug-Drehachse A, A' drehend
antreibbar und entlang der Werkzeug-Drehachse A, A' axial zustellbar (Zustellachsen
Z, Z') gehalten ist. Die Werkzeugspindeln 16, 16' sind relativ zur Werkstückspindel
14 gemeinsam entlang einer im Wesentlichen senkrecht zu der Werkstück-Drehachse C
verlaufenden Linearachse X bewegbar und um verschiedene Schwenk-Stellachsen B, B'
schwenkbar, die im Wesentlichen senkrecht zu der Werkstück-Drehachse C und im Wesentlichen
senkrecht zu der Linearachse X verlaufen. Dabei sind die Werkzeugspindeln 16, 16'
in Richtung der Linearachse X gesehen hintereinander angeordnet. Dieser für die Vorrichtung
10 wesentliche Aufbau ist am besten in Fig. 5 zu sehen.
[0044] Bevor die einzelne Vorrichtung 10 ausführlich beschrieben wird sollen zunächst anhand
der Fig. 1 noch weitere Details ihrer Einbausituation in der Poliermaschine 11 erläutert
werden. Gemäß Fig. 1 sind die einzelnen, unabhängig voneinander betreibbaren Vorrichtungen
10, 10', 10" in dem Maschinengestell 12 modulartig - und als jeweiliges Modul ggf.
separat auswechselbar - in kompakter Weise so nebeneinander angeordnet, dass die jeweiligen
Linearachsen X, X', X" im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen. Diese Modulbauweise
erlaubt durch identische Baugruppen eine gemeinsame Fertigung mit entsprechenden Stückzahl-Vorteilen,
außerdem gestattet sie eine flexible Montage verschiedener manueller oder automatisierter
Varianten.
[0045] So ist in dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel rechts neben der Vorrichtung
10 eine an sich bekannte Waschstation 20 zum Waschen der polierten Brillengläser L
im Maschinengestell 12 montiert, und rechts daneben eine Übergabestation 21, hier
mit einem Förderband 22 versehen, für die Ablage von in der Brillenglasfertigung üblichen
Rezeptkästen 23 zur Aufnahme von zu polierenden und polierten Brillengläsern L. Mittels
des Förderbands 22 können die Rezeptkästen 23 entsprechend dem in Fig. 1 am Förderband
22 eingezeichneten Bewegungspfeil in der Poliermaschine 11 vor und zurück bewegt werden.
[0046] Des Weiteren weist die hier gezeigte automatisierte Variante der Poliermaschine 11
ein Portalhandlingsystem 24 auf, mittels dessen die Brillengläser L automatisch zwischen
den Stationen 20, 21 und den Vorrichtungen 10, 10', 10" transportiert und in der jeweiligen
Station 20, 21 bzw. Vorrichtung 10, 10', 10" positioniert werden können. Hierfür hat
das Portalhandlingsystem 24 eine im Raum bewegbare Saugereinheit 25 zum Halten eines
zu polierenden Brillenglases L an der zu polierenden optisch wirksamen Fläche cc sowie
einen im Raum bewegbaren Mehrfingergreifer 26 zum Halten eines polierten Brillenglases
L an dessen Rand. Die angesprochenen Bewegungsmöglichkeiten im Raum sind in Fig. 1
durch Bewegungspfeile x, y, z (horizontale bzw. vertikale Linearbewegungen) sowie
b (Kippbewegung um eine zur horizontalen Bewegungsrichtung y parallele Querachse)
angedeutet.
[0047] Genauer gesagt hat das Portalhandlingsystem 24 zwei x-Lineareinheiten 28, 28' für
die Erzeugung der x-Bewegung, die oben an der Poliermaschine 11 zu beiden Seiten des
Maschinengestells 12 angeordnet sind. Deren x-Schlitten 29, 29' tragen jeweils eine
Schwenkhalterung 30, 30', die unter Zuhilfenahme eines Pneumatikzylinders 31 eine
Verkippung einer an den Schwenkhalterungen 30, 30' angebrachten, das "Portal" bildenden
y-Lineareinheit 32 für die Erzeugung der y-Bewegung um ca. 20° ermöglicht. Durch diese
Maßnahme kann eine an einem y-Schlitten 33 der y-Lineareinheit 32 angebrachte z-Lineareinheit
34 aus der Vertikalen verkippt werden, um an eine in den Zeichnungen nicht zu erkennende
Werkstückspindel-Schrägstellung angepasst zu werden, die sich in dem im Maschinengestell
12 montierten Zustand der Vorrichtungen 10, 10', 10" ergibt. An der z-Lineareinheit
34 sind die Saugereinheit 25 und der Mehrfingergreifer 26 längsverschieblich montiert,
und zwar derart, dass sie mittels eines gemeinsamen Antriebs gegenläufig bewegt werden
können, d.h. wenn die Saugereinheit 25 nach unten gefahren wird fährt zugleich der
Mehrfingergreifer 26 nach oben und umgekehrt.
[0048] Insoweit ist für den Fachmann ersichtlich, dass ein zu polierendes Brillenglas L
mittels der Saugereinheit 25 des Portalhandlingsystems 24 aus einem Rezeptkasten 23
auf der Übergabestation 21 durch Verfahren der z-Lineareinheit 34 herausgehoben (z)
werden kann, sodann im Raum bewegt (b, x, y) und an der schräggestellten Werkstückspindel
14 der gewünschten Vorrichtung 10, 10', 10" zur Polierbearbeitung eingesetzt (z) werden
kann. Nach der Polierbearbeitung kann das fertig polierte Brillenglas L mittels des
Mehrfingergreifers 26 aus der jeweiligen Vorrichtung 10, 10', 10" herausgehoben (z),
zur Waschstation 20 transportiert (b, x, y) und in diese eingesetzt (z) werden, um
durch Waschen Poliermittelreste zu entfernen. Das saubere Brillenglas L kann abschließend
mittels des Mehrfingergreifers 26 aus der Waschstation 20 herausgehoben (z), zum jeweiligen
Rezeptkasten 23 auf der Übergabestation 21 bewegt (x, y) und darin abgesetzt (z) werden.
Die Brillengläser L können demnach so oder in analoger Weise mittels des Portalhandlingsystems
24 wie gewünscht bzw. notwendig zwischen den Vorrichtungen 10, 10', 10" und Stationen
20, 21 hin und her transportiert werden.
[0049] Zur weiteren Beschreibung der Vorrichtung 10 sei nun auf die Fig. 2 bis 7 Bezug genommen.
Gemäß insbesondere Fig. 4 ist der Arbeitsraum 13 der Vorrichtung 10 von einem Rahmen
36 umgeben, der z.B. als Schweißkonstruktion aus Stahlteilen ausgeführt sein kann.
Nach oben ist der Arbeitsraum 13 durch eine faltenbalgartige Arbeitsraumabdeckung
38 abdeckbar, nach vorne durch eine Schiebetür 39 verschließbar. Zum Öffnen des Arbeitsraums
13 für einen Zugriff von außen kann die seitlich geeignet geführte Arbeitsraumabdeckung
38 mittels eines Pneumatikzylinders 40 verschoben bzw. zurückgezogen werden. Auch
für die Bewegung der seitlich geführten Schiebetür 39 ist ein Pneumatikzylinder 41
vorgesehen, der geeignet zwischen der Schiebetür 39 und dem Rahmen 36 angelenkt ist.
Nach unten ist der Arbeitsraum 13 durch eine aus einem Kunststoffmaterial einstückig
tiefgezogene, geeignet am Rahmen 36 befestigte Wanne 42 mit stufenfreien Wandflächen
und einer Aufnahmeöffnung 43 für die Werkstückspindel 14 begrenzt (vgl. die Fig. 6
und 7), durch die sich die Werkstückspindel 14 am Umfang geeignet abgedichtet von
unten hindurch erstreckt, um in einen unteren Bereich des Arbeitsraums 13 hineinzuragen.
In den Fig. 6 und 7 ist ebenfalls eine Ablauföffnung 44 für das flüssige Poliermittel
zu sehen, die sich in dem im Maschinengestell 12 montierten, gegenüber der Darstellung
in den Fig. 6 und 7 nach links unten verkippten Zustand der Vorrichtung 10 am tiefsten
Punkt der Wanne 42 befindet.
[0050] Wie in den Fig. 3 bis 7 zu erkennen ist weist der Rahmen 36 eine Bodenplatte 45 auf,
an der die Werkstückspindel 14 unterhalb der Aufnahmeöffnung 43 in der Wanne 42 von
oben angeflanscht ist (siehe insbesondere die Fig. 4, 6 und 7). An ihrem in den Arbeitsraum
13 hineinragenden Ende hat die Werkstückspindel 14 eine Spannzange 46, die über einen
nicht näher dargestellten Betätigungsmechanismus betätigt werden kann, um ein auf
einem Blockstück S aufgeblocktes Brillenglas L axial fest und drehmitnahmefähig an
der Werkstückspindel 14 zu spannen. Mit 47 ist ein unterhalb der Bodenplatte 45 befestigter
Pneumatikzylinder für besagten Betätigungsmechanismus beziffert (vgl. die Fig. 5 bis
7), mittels dessen die Spannzange 46 auf an sich bekannte Weise geöffnet bzw. geschlossen
werden kann. Wie ebenfalls in den Fig. 5 bis 7 zu erkennen ist, ist ein Drehantrieb
48 - im dargestellten Ausführungsbeispiel ein drehzahlgesteuerter Asynchron-Drehstrommotor
- von unten an der Bodenplatte 45 angeflanscht. Ebenfalls unterhalb der Bodenplatte
45 ist der Drehantrieb 48 bei 49 mittels eines Zahnriementriebs mit der wälzgelagerten
Spindelwelle der Werkstückspindel 14 antriebsverbunden, so dass der Drehantrieb 48
die Werkstückspindel 14 mit vorbestimmter Drehzahl und Drehrichtung drehend anzutreiben
vermag (Werkstück-Drehachse C).
[0051] Oberhalb der Werkstückspindel 14 ist für die gemeinsame Bewegung der Werkzeugspindeln
16, 16' ein Werkzeugschlitten 50 vorgesehen, der entlang der Linearachse X antreibbar
bezüglich des Rahmens 36 geführt ist. Genauer gesagt ist zum Bewegen und Positionieren
des an zwei parallelen, mit dem Rahmen 36 auf gegenüberliegenden Seiten verbundenen
Führungsstangen 51, 52 geführten Werkzeugschlittens 50 ein am Rahmen 36 ortsfest montierter
Drehantrieb 53 vorgesehen, der mit einem Kugelgewindetrieb 54 antriebsverbunden ist.
Letzterer weist eine an beiden Enden drehbar gelagerte, axialfeste Kugelrollspindel
55 auf, die mit einer drehfest mit dem Werkzeugschlitten 50 verbundenen Mutter 56
eingreift. Hierbei ist der Werkzeugschlitten 50 gemäß den Fig. 3 bis 5 an der einen
Führungsstange 51 lediglich über ein Axiallager 57 (Kugelbuchse) geführt, während
er an der anderen Führungsstange 52 über zwei in Richtung der Führungsstange 52 axial
voneinander beabstandete Axiallager 58 (Kugelbuchsen) geführt ist, von denen in den
Fig. 2 und 4 lediglich das vordere Axiallager 58 zu sehen ist. Bei dem Drehantrieb
53 zum Bewegen des Werkzeugschlittens 50 handelt es sich um einen Servomotor, der
über z.B. eine Metallbalgkupplung 59 mit der Kugelrollspindel 55 verbunden ist. Die
so aufgebaute, im Wesentlichen horizontal verlaufende Linearachse X ist CNC-lagegeregelt;
zur Vereinfachung der Darstellung ist das zugehörige Wegmesssystem jedoch nicht gezeigt.
[0052] Wie am besten in den Fig. 2, 4 und 5 zu erkennen ist, ist der Werkzeugschlitten 50
als Rahmenkonstruktion ausgebildet, mit einer in einer Draufsicht gesehen im Wesentlichen
rechteckigen, inneren Öffnung 60 zur Aufnahme der beiden schwenkbaren Werkzeugspindeln
16, 16'. Hierbei ist die eine, vordere Werkzeugspindel 16 an bzw. in einem vorderen
Schwenkjoch 61 montiert, das um die eine Schwenk-Stellachse B definiert verschwenkbar
zu beiden Seiten der Öffnung 60 an dem Werkzeugschlitten 50 angelenkt ist, während
die andere Werkzeugspindel 16' an einem hinteren Schwenkjoch 62 montiert ist, welches
hinter dem vorderen Schwenkjoch 61 um die andere Schwenk-Stellachse B' definiert verschwenkbar
- erneut zu beiden Seiten der Öffnung 60 - an dem Werkzeugschlitten 50 angelenkt ist.
Die entsprechenden, auf beiden Seiten der Öffnung 60 vorhandenen, schlittenseitigen
bzw. jochseitigen Lagerstellen sind in den Fig. 4 und 5 bei 63 bzw. 64 zu sehen. Aus
der diesbezüglich schematischen Darstellung in den Fig. 6 und 7 ergibt sich zur Höhe
der Lagerstellen 63, 64, dass die beiden Schwenk-Stellachsen B, B' in einer gedachten
Ebene liegen, die sich entlang der Linearachse X bzw. parallel dazu erstreckt.
[0053] Für den Antrieb der Schwenkjoche 61, 62, d.h. zum definierten gemeinsamen Verschwenken
beider Werkzeugspindeln 16, 16' um die Schwenk-Stellachsen B, B' ist ein weiterer
Linearantrieb 65 vorgesehen, der mit seinem einen Ende an dem vorderen Schwenkjoch
61 mit Abstand zur entsprechenden Schwenk-Stellachse B und mit seinem anderen Ende
an dem Werkzeugschlitten 50 angelenkt ist. Genauer gesagt handelt es sich im dargestellten
Ausführungsbeispiel bei dem Linearantrieb 65 um einen handelsüblichen, sogenannten
"Elektrozylinder", mit einer Betätigungsstange 66, die über einen Drehantrieb 67 und
ein Getriebe 68 bei entsprechender Bestromung des Drehantriebs 67 ein- bzw. ausgefahren
werden kann. Wird der Drehantrieb 67 nicht bestromt, liegt im Getriebe 68 Selbsthemmung
vor, d.h. die Betätigungsstange 66 verbleibt bei - nicht übermäßigen - äußeren Kräften
in ihrer jeweiligen Ausfahrstellung; ein integriertes Messsystem kann die jeweilige
Position zurückmelden. Dieser Linearantrieb 65 ist an seinem antriebsseitigen Ende
an einer am Werkzeugschlitten 50 montierten Haltegabel 69 verschwenkbar gelagert,
während am anderen Ende des Linearantriebs 65 die Betätigungsstange 66 an einem gabelförmigen
Schwenkarm 70 verschwenkbar angreift, der an dem vorderen Schwenkjoch 61 befestigt
ist (siehe in diesem Bereich die Schrauben in den Fig. 2 bis 4). Zur Übertragung der
Schwenkbewegung von dem vorderen Schwenkjoch 61 auf das hintere Schwenkjoch 62 sind
die beiden Schwenkjoche 61, 62 über eine Koppelstange 71 antriebsverbunden, die von
den Schwenk-Stellachsen B, B' beabstandet, nämlich oberhalb von Letzteren mit ihrem
einen Ende an dem vorderen Schwenkjoch 61 (Lagerstelle 72) und mit ihrem anderen Ende
an dem hinteren Schwenkjoch 62 (Lagerstelle 73) angelenkt ist.
[0054] Insoweit ist ersichtlich, dass bei der wie oben beschrieben ausgebildeten Gelenkkette
ein definiertes axiales Aus- bzw. Einfahren der Betätigungsstange 66 dazu führt, dass
die Schwenkjoche 61, 62 in definierter Weise um die Schwenk-Stellachsen B, B' verschwenkt
werden, wodurch die zentrisch im jeweiligen Schwenkjoch 61 bzw. 62 angeordneten Werkzeugspindeln
16, 16' - in stets paralleler Ausrichtung zueinander - verschwenkt werden.
[0055] Weitere Einzelheiten zu den Werkzeugspindeln 16, 16' sind den Fig. 8 und 9 zu entnehmen,
die exemplarisch für die beiden, identisch ausgebildeten und am jeweiligen Schwenkjoch
61, 62 angebundenen Werkzeugspindeln 16, 16' die vordere Werkzeugspindel 16 (auch)
geschnitten zeigen.
[0056] Die Werkzeugspindel 16 besitzt ein Spindelgehäuse 74, über das die Werkzeugspindel
16 gemäß Fig. 8 von unten am Schwenkjoch 61 angeflanscht ist. Die in Fig. 8 dort gezeigten,
strichpunktierten Linien deuten eine Schraubverbindung an. Die weiteren Bauteile bzw.
Baugruppen der Werkzeugspindel 16 sind im Spindelgehäuse 74 über eine Lageranordnung
aus Wälzlagern drehbar gelagert, welche ein unteres Festlager 75 und ein oberes Loslager
76 umfasst, die mittels einer Distanzbuchse 77 voneinander beabstandet im Spindelgehäuse
74 montiert sind.
[0057] Für die axiale Zustellung (Zustellachsen Z, Z') des jeweiligen Polierwerkzeugs 18,
18' entlang der zugehörigen Werkzeug-Drehachse A, A' weist jede Werkzeugspindel 16,
16' eine Kolben-Zylinder-Anordnung 78, 78' auf (auch in den Fig. 6 und 7 angedeutet).
Die Kolben-Zylinder-Anordnung 78 hat einen in einem Zylindergehäuse 79 aufgenommenen
Kolben 80, der in koaxialer Anordnung mit einer gemäß Fig. 8 (und Fig. 7) aus dem
Spindelgehäuse 74 ausfahrbaren Spindelwelle 81 betätigungswirksam verbunden ist. Zum
Ausfahren der Spindelwelle 81 aus dem Spindelgehäuse 74 ist die Kolben-Zylinder-Anordnung
78 über eine handelsübliche Drehdurchführung 82 an dem in den Figuren oberen Ende
des Zylindergehäuses 79 pneumatisch beaufschlagbar. Dabei ist die Kolben-Zylinder-Anordnung
78 zusammen mit der Spindelwelle 81 im Spindelgehäuse 74 um die Werkzeug-Drehachse
A drehbar, wie bereits angedeutet.
[0058] Das Zylindergehäuse 79 ist gemäß den Fig. 8 und 9 ferner zweiteilig ausgebildet,
mit einem Gehäuseoberteil 83 und einem Gehäuseunterteil 84, die bei 85 aneinander
zentriert miteinander verschraubt sind. Hierbei ist im Inneren zur Auskleidung des
Zylindergehäuses 79 eine Laufhülse 86 aus Mineralglas aufgenommen, die im Gehäuseoberteil
83 unter Zuhilfenahme eines O-Rings 87 befestigt ist und in der der an seiner Lauffläche
aus einem Graphitmaterial bestehende Kolben 80 längsverschieblich aufgenommen ist.
Derartige, sehr leichtgängige und im Wesentlichen Stick-Slip-freie "Glaszylinder"
sind z.B. von der Firma Airpot Corporation, Norwalk, CT, USA kommerziell erhältlich.
Zur Vermeidung von Verklemmungen, die aus Achsfluchtfehlern der (idealerweise) koaxial
angeordneten Bauteile resultieren können, ist der Kolben 80 der Kolben-Zylinder-Anordnung
78 über einen dünnen Stab 88 aus einem Federstahl zug- und druckfest mit der Spindelwelle
81 verbunden, und zwar über die in den Fig. 8 und 9 oben und unten am Stab 88 gezeigten
Schraubverbindungen.
[0059] Das Gehäuseunterteil 84 des Zylindergehäuses 79 stützt sich oben in den Figuren drehbar
über das Loslager 76 in radialer Richtung am Spindelgehäuse 74 ab. In den Figuren
unten ist am Gehäuseunterteil 84 ein Labyrinthteil 89 vermittels einer Verschraubung
90 angeflanscht, welches dabei zusammen mit dem Gehäuseunterteil 84 den Innenring
des Festlagers 75 axial einspannt. Das Labyrinthteil 89 bildet, wie der Name schon
sagt, mit der Unterseite des Spindelgehäuses 74 bei 91 ein Dichtlabyrinth mit engen
Spaltmaßen aus und hat zudem radial innerhalb des Dichtlabyrinths 91 eine Ringaussparung
92 zur Aufnahme eines Dichtrings 93, dessen Dichtlippe ebenfalls mit der Unterseite
des Spindelgehäuses 74 dichtend zusammenwirkt.
[0060] Wie die Fig. 8 zeigt durchgreift das Gehäuseoberteil 83 des Zylindergehäuses 79 eine
im Schwenkjoch 61 ausgebildete Öffnung 94 und steht über diese in Fig. 8 nach oben
vor. Dort ist das Gehäuseoberteil 83 des Zylindergehäuses 79 außenumfangsseitig mit
einer Verzahnung 95 (vgl. Fig. 9) für den Angriff eines Zahnriemens 96 versehen. Der
Zahnriemen 96 ist über einen am Schwenkjoch 61 von oben angeflanschten, für jedes
Schwenkjoch 61, 62 ebenfalls baugleichen Motor 97 mit Riemenscheibe 98 antreibbar,
um die Kolben-Zylinder-Anordnung 78 und damit die Spindelwelle 81 im Spindelgehäuse
74 um die Werkzeug-Drehachse A in Drehzahl und Drehrichtung steuerbar zu drehen.
[0061] Zur Drehmomentübertragung von dem somit drehend antreibbaren Zylindergehäuse 79 der
Kolben-Zylinder-Anordnung 78 auf die Spindelwelle 81 ist weiterhin eine Nutwellenführung
99 vorgesehen, mit in der Spindelwelle 81 ausgebildeten Führungsnuten 100 sowie einer
damit über ein Axiallagerelement 101 - in den Fig. 8 und 9 lediglich durch eine dicke
Linie angedeutet, weil an sich bekannt - eingreifenden Flanschmutter 102, die in dem
Labyrinthteil 89 aufgenommen und daran mittels einer Verschraubung 103 angeflanscht
ist, so dass die Flanschmutter 102 drehfest mit dem Zylindergehäuse 79 verbunden ist.
Derartige Nutwellenführungen sind beispielsweise von der Firma Nippon Bearing Co.,
Ltd., Ojiya-City, Japan im Handel erhältlich.
[0062] Insoweit ist festzuhalten, dass die Spindelwellen 81, 81' der Werkzeugspindeln 16,
16' zu einer gegebenen Zeit unabhängig voneinander in Drehzahl und Drehrichtung steuerbar
um die Werkzeug-Drehachsen A, A' drehend antreibbar sind und/oder unabhängig voneinander
entlang der Werkzeug-Drehachsen A, A', ggf. auch sehr feinfühlig zustellbar sind (Zustellachsen
Z, Z').
[0063] Den Fig. 8 und 9 sind ebenfalls Einzelheiten zu dem - derzeit für den Einsatz an
dieser Vorrichtung 10 bevorzugten - Polierwerkzeug 18 zu entnehmen. Demgemäß besitzt
das Polierwerkzeug 18 einen Werkzeugaufnahmekopf 104 mit einer Aufnahmeplatte 105,
der axial- und drehmitnahmefähig - gleichwohl lösbar - an der Spindelwelle 81 der
Werkzeugspindel 16 befestigt ist.
[0064] An dem Werkzeugaufnahmekopf 104 ist ein Polierteller 106 auswechselbar gehalten,
wozu ein Grundkörper 107 des Poliertellers 106 und der Werkzeugaufnahmekopf 104, genauer
dessen Aufnahmeplatte 105 mit komplementären Strukturen 108 zur axialen Verrastung
und zur Drehmitnahme des Poliertellers 106 mit dem Werkzeugaufnahmekopf 104 versehen
sind. Diese durch die komplementären Strukturen 108 gebildete Schnittstelle zwischen
Polierteller 106 und Werkzeugaufnahmekopf 104 ist Gegenstand der Druckschrift
EP 2 464 493 B1, auf die an dieser Stelle bezüglich Aufbau und Funktion der Schnittstelle zur Vermeidung
von Wiederholungen ausdrücklich verwiesen sei.
[0065] Auf der vom Polierteller 106 abgewandten Seite der Aufnahmeplatte 105 besitzt der
Werkzeugaufnahmekopf 104 ein Kugelgelenk 109, mit einem in einer Kugelpfanne 110 aufgenommenen
Kugelkopf 111, der an einem an der Spindelwelle 81 der Werkzeugspindel 16 befestigbaren,
genauer an deren Ende einschraubbaren Kugelstift 112 ausgebildet ist. Die Kugelpfanne
110 hingegen ist in der Aufnahmeplatte 105 ausgeformt, mit welcher der Polierteller
106 verrastbar ist. Der Kugelkopf 111 hat im dargestellten Ausführungsbeispiel eine
Aufnahmebohrung 113 für einen Querstift 114, der sich durch den Kugelkopf 111 mit
abgerundeten Enden hindurch erstreckt und auf beiden Seiten des Kugelkopfs 111 mit
zugeordneten Aussparungen 115 in der Kugelpfanne 110 eingreift, um die Aufnahmeplatte
105 in der Art eines Kardangelenks drehmitnahmefähig mit dem Kugelkopf 111 und damit
mit der Spindelwelle 81 der Werkzeugspindel 16 zu verbinden.
[0066] Zwischen dem Kugelstift 112 und dem freien Ende der Spindelwelle 81 ist weiterhin
ein kreisringförmiger Abstützflansch 116 eingefügt und mittels des Kugelstifts 112
an der Spindelwelle 81 befestigt. Auf dem Abstützflansch 116 liegt ein elastisches
Ringelement 117 aus z.B. einem geeigneten Schaumstoff auf, über das sich die Aufnahmeplatte
105 des Werkzeugaufnahmekopfs 104 an dem kugelstiftseitigen Abstützflansch 116 derart
federnd abstützen kann, dass der mit der Aufnahmeplatte 105 verrastete Polierteller
106 bestrebt ist, sich mit seiner Mittelachse mit dem Kugelstift 112 und damit der
Spindelwelle 81 der Werkzeugspindel 16 auszufluchten.
[0067] Weiterhin ist in den Fig. 8 und 9 zu sehen, dass der Werkzeugaufnahmekopf 104 in
einer axial eingefahrenen Stellung der Spindelwelle 81 (vgl. Fig. 9) mit dem Labyrinthteil
89 - als mit dem Zylindergehäuse 79 drehfest verbundenen Teil - mittels einer Rasteinrichtung
118 verrastet werden kann. Die Rasteinrichtung 118 besitzt eine Mehrzahl von über
dem Umfang des Werkzeugaufnahmekopfs 104 verteilten, entlang der Werkzeug-Drehachse
A vorstehenden Federvorsprüngen 119, die formschlüssig mit Nasen 120 in eine Ringnut
121 eingreifen, welche an dem Labyrinthteil 89 ausgebildet ist. Somit kann das Polierwerkzeug
18 kraftlos durch Verrastung in einer eingefahrenen Stellung an der Werkzeugspindel
16 gehalten werden. Zur Erkennung der hochgefahrenen Position des Polierwerkzeugs
18 - und damit einer Werkzeug-Ladeposition der Werkzeugspindel 16 - ist ein Ringmagnet
RM im Kolben 80 der Kolben-Zylinder-Anordnung 78 eingeklebt, der mit einem Magnetsensor
MS (siehe die Fig. 2, 6 und 7) in der Nähe der Drehdurchführung 82 zusammenwirkt.
[0068] An dem Grundkörper 107 des hier dargestellten Poliertellers 106 ist eine im Verhältnis
zum Grundkörper 107 weichere Zwischenschicht 122 aus einem elastischen Material befestigt,
auf der ein Poliermittelträger 123 aufliegt, der die eigentliche, äußere Bearbeitungsfläche
124 des Poliertellers 106 bildet. Diese Ausgestaltung des Poliertellers 106 ist insofern
besonders, als die Zwischenschicht 122 wenigstens zwei Bereiche unterschiedlicher
Härte aufweist, die in Richtung der Mittelachse des Poliertellers 106 hintereinander
angeordnet sind, wobei der an den Grundkörper 107 angrenzende Bereich der Zwischenschicht
122 weicher ist als der Bereich der Zwischenschicht 122, auf dem der Poliermittelträger
123 aufliegt. Genauer gesagt sind die zwei Bereiche der Zwischenschicht 122 hier durch
voneinander verschiedene Schaumstoffschichten 125, 126 von jeweils - entlang der Mittelachse
des Poliertellers 106 gesehen - konstanter Dicke ausgebildet, nämlich einer weicheren
Schaumstoffschicht 125 auf dem Grundkörper 107, genauer dessen sphärischen Stirnfläche
127, und einer härteren Schaumstoffschicht 126 unter dem Poliermittelträger 123. Dabei
sind die einzelnen Bestandteile (107, 125, 126, 123) des Poliertellers 106 miteinander
verklebt. Dieser Polierteller 106, der universell für einen großen Bereich an Werkstückkrümmungen
einsetzbar ist, insbesondere seine konkrete Ausgestaltung und Dimensionierung, sind
Gegenstand der parallel, d.h. mit gleichem Anmeldetag eingereichten deutschen Patentanmeldung
DE 10 2014 XXX XXX.X, auf die an dieser Stelle diesbezüglich zur Vermeidung von Wiederholungen
ausdrücklich verwiesen sei.
[0069] Den jeweiligen Poliererfordernissen entsprechend können natürlich auch andere Polierwerkzeuge
bzw. Polierteller mit der Vorrichtung 10 verwendet werden. So wäre es z.B. möglich,
Werkzeuge gemäß der Druckschrift
US 7,559,829 B2 ohne eigenen Drehantrieb einzusetzen. In diesem Fall würden im Kugelkopf eines etwas
längeren Kugelstifts Aufnahmebohrung und Querstift ebenso entfallen wie der Abstützflansch
und das elastische Ringelement des hier dargestellten Polierwerkzeugs. Stattdessen
käme ein ähnlicher, aber im Durchmesser etwas größerer Flansch mit einer äußeren Radialnut
zur Aufnahme eines Faltenbalgs zum Einsatz. Da die Vorrichtung 10 die zwei hintereinander
angeordneten Werkzeugspindeln 16, 16' aufweist, wäre auch ein "Gemischtbetrieb" möglich,
mit einem aktiv drehangetriebenen Polierwerkzeug 18, wie in den Figuren gezeigt, an
der einen Werkzeugspindel 16 und einem lediglich "passiv" drehmitgenommenen Polierwerkzeug
gemäß etwa der Druckschrift
US 7,559,829 B2 an der anderen Werkzeugspindel 16'.
[0070] Die verschiedenen, mit der vorbeschriebenen Kinematik der Vorrichtung 10 durchführbaren
Polierprozesse - bei denen im Übrigen ein flüssiges Poliermittel über an der Werkstückspindel
14 vorgesehene Poliermitteldüsen 128 (siehe die Fig. 4 bis 7, in denen eine solche
exemplarisch für mehrere am Umfang der Werkstückspindel 14 verteilte Düsen dargestellt
ist) an die Eingriffsstelle zwischen Werkzeug und Werkstück zugeführt wird - sind
dem Fachmann hinlänglich bekannt und sollen daher an dieser Stelle nicht näher beschrieben
werden.
[0071] Eine Vorrichtung zur Feinbearbeitung von optisch wirksamen Flächen an insbesondere
Brillengläsern als Werkstücken umfasst eine in einen Arbeitsraum hineinragende Werkstückspindel,
über die ein zu polierendes Werkstück um eine Werkstück-Drehachse (C) drehend antreibbar
ist, und zwei der Werkstückspindel zugeordnet und gegenüberliegend in den Arbeitsraum
hineinragende Werkzeugspindeln. An den Werkzeugspindeln ist jeweils ein Polierwerkzeug
um eine Werkzeug-Drehachse (A, A') drehend antreibbar und entlang der Werkzeug-Drehachse
axial zustellbar (Zustellachse Z, Z') gehalten. Ferner sind die Werkzeugspindeln relativ
zur Werkstückspindel gemeinsam entlang einer im Wesentlichen senkrecht zur Werkstück-Drehachse
verlaufenden Linearachse (X) bewegbar und um verschiedene Schwenk-Stellachsen (B,
B') schwenkbar, die im Wesentlichen senkrecht zur Werkstück-Drehachse und im Wesentlichen
senkrecht zu der Linearachse verlaufen. Dabei sind die Werkzeugspindeln in Richtung
der Linearachse gesehen hintereinander angeordnet. Infolge der getroffenen Anordnung
baut die Vorrichtung sehr kompakt und ist vielfältig für verschiedene Polierprozesse
und -strategien einsetzbar.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0072]
- 10, 10', 10"
- Vorrichtung
- 11
- Poliermaschine
- 12
- Maschinengestell
- 13
- Arbeitsraum
- 14
- Werkstückspindel
- 16, 16'
- Werkzeugspindeln
- 18, 18'
- Polierwerkzeug
- 20
- Waschstation
- 21
- Übergabestation
- 22
- Förderband
- 23
- Rezeptkasten
- 24
- Portalhandlingsystem
- 25
- Saugereinheit
- 26
- Mehrfingergreifer
- 28, 28'
- x-Lineareinheiten
- 29, 29'
- x-Schlitten
- 30, 30'
- Schwenkhalterung
- 31
- Pneumatikzylinder
- 32
- y-Lineareinheit
- 33
- y-Schlitten
- 34
- z-Lineareinheit
- 36, 36', 36"
- Rahmen
- 38, 38', 38"
- Arbeitsraumabdeckung
- 39, 39', 39"
- Schiebetür
- 40, 40', 40"
- Pneumatikzylinder
- 41, 41', 41"
- Pneumatikzylinder
- 42
- Wanne
- 43
- Aufnahmeöffnung
- 44
- Ablauföffnung
- 45
- Bodenplatte
- 46
- Spannzange
- 47
- Pneumatikzylinder
- 48, 48', 48"
- Drehantrieb
- 49
- Zahnriementrieb
- 50
- Werkzeugschlitten
- 51
- Führungsstange
- 52
- Führungsstange
- 53
- Drehantrieb
- 54
- Kugelgewindetrieb
- 55
- Kugelrollspindel
- 56
- Mutter
- 57
- Axiallager
- 58
- Axiallager
- 59
- Metallbalgkupplung
- 60
- Öffnung
- 61
- vorderes Schwenkjoch
- 62
- hinteres Schwenkjoch
- 63
- schlittenseitige Lagerstelle
- 64
- jochseitige Lagerstelle
- 65, 65', 65"
- Linearantrieb
- 66
- Betätigungsstange
- 67
- Drehantrieb
- 68
- Getriebe
- 69
- Haltegabel
- 70
- Schwenkarm
- 71
- Koppelstange
- 72
- Lagerstelle
- 73
- Lagerstelle
- 74
- Spindelgehäuse
- 75
- Festlager
- 76
- Loslager
- 77
- Distanzbuchse
- 78, 78'
- Kolben-Zylinder-Anordnung
- 79
- Zylindergehäuse
- 80
- Kolben
- 81, 81'
- Spindelwelle
- 82, 82'
- Drehdurchführung
- 83
- Gehäuseoberteil
- 84
- Gehäuseunterteil
- 85
- Verschraubung
- 86
- Laufhülse
- 87
- O-Ring
- 88
- Stab
- 89
- Labyrinthteil
- 90
- Verschraubung
- 91
- Dichtlabyrinth
- 92
- Ringaussparung
- 93
- Dichtring
- 94
- Öffnung
- 95
- Verzahnung
- 96
- Zahnriemen
- 97
- Motor
- 98
- Riemenscheibe
- 99
- Nutwellenführung
- 100
- Führungsnut
- 101
- Axiallagerelement
- 102
- Flanschmutter
- 103
- Verschraubung
- 104
- Werkzeugaufnahmekopf
- 105
- Aufnahmeplatte
- 106
- Polierteller
- 107
- Grundkörper
- 108
- komplementäre Strukturen
- 109
- Kugelgelenk
- 110
- Kugelpfanne
- 111
- Kugelkopf
- 112
- Kugelstift
- 113
- Aufnahmebohrung
- 114
- Querstift
- 115
- Aussparung
- 116
- Abstützflansch
- 117
- elastisches Ringelement
- 118
- Rasteinrichtung
- 119
- Federvorsprung
- 120
- Nase
- 121
- Ringnut
- 122
- Zwischenschicht
- 123
- Poliermittelträger
- 124
- Bearbeitungsfläche
- 125
- weichere Schaumstoffschicht
- 126
- härtere Schaumstoffschicht
- 127
- Stirnfläche
- 128
- Poliermitteldüse
- A
- Drehachse vorderes Polierwerkzeug (drehzahlgesteuert)
- A'
- Drehachse hinteres Polierwerkzeug (drehzahlgesteuert)
- b
- Kippbewegung Portalhandlingsystem
- B
- Schwenk-Stellachse vorderes Polierwerkzeug
- B'
- Schwenk-Stellachse hinteres Polierwerkzeug
- C
- Werkstück-Drehachse (drehzahlgesteuert)
- cc
- zweite optisch wirksame Fläche
- cx
- erste optisch wirksame Fläche
- L
- Brillenglas
- M
- Blockmaterial
- MS
- Magnetsensor
- RM
- Ringmagnet
- S
- Blockstück
- x
- Linearbewegung Portalhandlingsystem
- X
- Linearachse Werkzeugschlitten (lagegeregelt)
- y
- Linearbewegung Portalhandlingsystem
- z
- Linearbewegung Portalhandlingsystem
- Z
- Zustellachse vorderes Polierwerkzeug (ungesteuert)
- Z'
- Zustellachse hinteres Polierwerkzeug (ungesteuert)
1. Vorrichtung (10) zur Feinbearbeitung von optisch wirksamen Flächen (cc, cx) an insbesondere
Brillengläsern (L) als Werkstücken, mit einer in einen Arbeitsraum (13) hineinragenden
Werkstückspindel (14), über die ein zu polierendes Werkstück um eine Werkstück-Drehachse
(C) drehend antreibbar ist, und zwei der Werkstückspindel (14) zugeordnet und gegenüberliegend
in den Arbeitsraum (13) hineinragenden Werkzeugspindeln (16, 16'), an denen jeweils
ein Polierwerkzeug (18, 18') um eine Werkzeug-Drehachse (A, A') drehend antreibbar
und entlang der Werkzeug-Drehachse (A, A') axial zustellbar gehalten ist und die relativ
zur Werkstückspindel (14) gemeinsam entlang einer im Wesentlichen senkrecht zu der
Werkstück-Drehachse (C) verlaufenden Linearachse (X) bewegbar und um verschiedene
Schwenk-Stellachsen (B, B') schwenkbar sind, die im Wesentlichen senkrecht zu der
Werkstück-Drehachse (C) und im Wesentlichen senkrecht zu der Linearachse (X) verlaufen,
wobei die Werkzeugspindeln (16, 16') in Richtung der Linearachse (X) gesehen hintereinander
angeordnet sind.
2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, wobei die Schwenk-Stellachsen (B, B') in einer gedachten
Ebene liegen, die sich entlang der Linearachse (X) oder parallel dazu erstreckt.
3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die eine Werkzeugspindel (16) an einem
vorderen Schwenkjoch (61) montiert ist, das um die eine Schwenk-Stellachse (B) definiert
verschwenkbar an einem Werkzeugschlitten (50) angelenkt ist, während die andere Werkzeugspindel
(16') an einem hinteren. Schwenkjoch (62') montiert ist, welches um die andere Schwenk-Stellachse
(B') definiert verschwenkbar an dem Werkzeugschlitten (50) angelenkt ist, der seinerseits
entlang der Linearachse (X) antreibbar bezüglich eines Rahmens (36) geführt ist, welcher
den Arbeitsraum (13) umgibt.
4. Vorrichtung (10) nach Anspruch 3, wobei zum Bewegen und Positionieren des an zwei
mit dem Rahmen (36) verbundenen Führungsstangen (51, 52) geführten Werkzeugschlittens
(50) ein bezüglich des Rahmens (36) ortsfester Drehantrieb (53) vorgesehen ist, der
mit einem Kugelgewindetrieb (54) antriebsverbunden ist, welcher eine drehbar gelagerte
Kugelrollspindel (55) aufweist, die mit einer drehfest mit dem Werkzeugschlitten (50)
verbundenen Mutter (56) eingreift.
5. Vorrichtung (10) nach Anspruch 3 oder 4, wobei zum definierten Verschwenken beider
Werkzeugspindeln (16, 16') um die Schwenk-Stellachsen (B, B') ein Linearantrieb (65)
vorgesehen ist, der mit seinem einen Ende an dem einen Schwenkjoch (61) mit Abstand
zur entsprechenden Schwenk-Stellachse (B) und mit seinem anderen Ende an dem Werkzeugschlitten
(50) angelenkt ist, und wobei das eine Schwenkjoch (61) mit dem anderen Schwenkjoch
(62) über eine Koppelstange (71) antriebsverbunden ist, die von den Schwenk-Stellachsen
(B, B') beabstandet mit ihrem einen Ende an dem einen Schwenkjoch (61) und mit ihrem
anderen Ende an dem anderen Schwenkjoch (62) angelenkt ist.
6. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jede Werkzeugspindel
(16, 16') für die axiale Zustellung des jeweiligen Polierwerkzeugs (18, 18') entlang
der zugehörigen Werkzeug-Drehachse (A, A') eine Kolben-Zylinder-Anordnung (78, 78')
aufweist, mit einem in einem Zylindergehäuse (79) aufgenommenen Kolben (80), der in
koaxialer Anordnung mit einer Spindelwelle (81, 81') betätigungswirksam verbunden
ist, die zusammen mit der Kolben-Zylinder-Anordnung (78, 78') in einem Spindelgehäuse
(74) um die jeweilige Werkzeug-Drehachse (A, A') drehbar gelagert ist.
7. Vorrichtung (10) nach Anspruch 6, wobei das Zylindergehäuse (79) der pneumatisch betätigbaren
Kolben-Zylinder-Anordnung (78, 78') zweiteilig ausgebildet und mit einer Laufhülse
(86) aus Mineralglas ausgekleidet ist, in der der an seiner Lauffläche aus einem Graphitmaterial
bestehende Kolben (80) längsverschieblich aufgenommen ist.
8. Vorrichtung (10) nach Anspruch 6 oder 7, wobei der Kolben (80) der Kolben-Zylinder-Anordnung
(78, 78') über einen dünnen Stab (88) aus einem Federstahl zug- und druckfest mit
der Spindelwelle (81, 81') verbunden ist.
9. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei das Zylindergehäuse (79)
außenumfangsseitig mit einer Verzahnung (95) zum Angriff eines Zahnriemens (96) versehen
ist, der über einen am jeweiligen Schwenkjoch (61, 62) angeflanschten Motor (97) mit
Riemenscheibe (98) antreibbar ist, um die Kolben-Zylinder-Anordnung (78, 78') und
damit die Spindelwelle (81, 81') um die jeweilige Werkzeug-Drehachse (A, A') zu drehen.
10. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 6 bis 9, wobei zur Drehmomentübertragung
von dem Zylindergehäuse (79) der Kolben-Zylinder-Anordnung (78, 78') auf die Spindelwelle
(81, 81') eine Nutwellenführung (99) vorgesehen ist, mit in der Spindelwelle (81,
81') ausgebildeten Führungsnuten (100) und einer damit über ein Axiallagerelement
(101) eingreifenden Flanschmutter (102), die drehfest mit dem Zylindergehäuse (79)
verbunden ist.
11. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 6 bis 10, wobei das Polierwerkzeug (18,
18') einen axial- und drehmitnahmefähig an der jeweiligen Spindelwelle (81, 81') befestigbaren
Werkzeugaufnahmekopf (104) aufweist, an dem ein Polierteller (106) auswechselbar gehalten
ist, wozu ein Grundkörper (107) des Poliertellers (106) und der Werkzeugaufnahmekopf
(104) mit komplementären Strukturen (108) zur axialen Verrastung und zur Drehmitnahme
des Poliertellers (106) mit dem Werkzeugaufnahmekopf (104) versehen sind.
12. Vorrichtung (10) nach Anspruch 11, wobei der Werkzeugaufnahmekopf (104) ein Kugelgelenk
(109) besitzt, mit einem in einer Kugelpfanne (110) aufgenommenen Kugelkopf (111),
der an einem an der Spindelwelle (81, 81') der jeweiligen Werkzeugspindel (16, 16')
befestigbaren Kugelstift (112) ausgebildet ist, während die Kugelpfanne (110) in einer
Aufnahmeplatte (105) ausgeformt ist, mit welcher der Polierteller (106) verrastbar
ist.
13. Vorrichtung (10) nach Anspruch 12, wobei der Kugelkopf (111) eine Aufnahmebohrung
(113) für einen Querstift (114) aufweist, der sich durch den Kugelkopf (111) hindurch
erstreckt und auf beiden Seiten des Kugelkopfs (111) mit zugeordneten Aussparungen
(115) in der Kugelpfanne (110) eingreift, um die Aufnahmeplatte (105) drehmitnahmefähig
mit dem Kugelstift (112) zu verbinden.
14. Vorrichtung (10) nach Anspruch 12 oder 13, wobei sich die Aufnahmeplatte (105) über
ein elastisches Ringelement (117) an einem kugelstiftseitigen Abstützflansch (116)
derart federnd abstützt, dass der mit der Aufnahmeplatte (105) verrastete Polierteller
(106) bestrebt ist, sich mit seiner Mittelachse mit dem Kugelstift (112) und damit
der Spindelwelle (81, 81') der jeweiligen Werkzeugspindel (16, 16') auszufluchten.
15. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 11 bis 14, wobei der Werkzeugaufnahmekopf
(104) in einer axial eingefahrenen Stellung der Spindelwelle (81, 81') mit dem Zylindergehäuse
(79) oder einem damit drehfest verbundenen Teil (89) mittels einer Rasteinrichtung
(118) verrastbar ist.
16. Vorrichtung (10) nach Anspruch 15, wobei die Rasteinrichtung (118) eine Mehrzahl von
über dem Umfang des Werkzeugaufnahmekopfs (104) verteilten, entlang der jeweiligen
Werkzeug-Drehachse (A, A') vorstehenden Federvorsprüngen (119) aufweist, die formschlüssig
mit Nasen (120) in eine Ringnut (121) eingreifen, welche an dem Zylindergehäuse (79)
oder dem damit drehfest verbundenen Teil (89) ausgebildet ist.
17. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein unterer Bereich
des Arbeitsraums (13), in den die Werkstückspindel (14) hineinragt, durch eine aus
einem Kunststoffmaterial einstückig tiefgezogene Wanne (42) mit stufenfreien Wandflächen
begrenzt ist.
18. Poliermaschine (11) zum gleichzeitigen Polieren von wenigstens zwei Brillengläsern
(L), mit einem Maschinengestell (12), in dem entsprechend der Anzahl der gleichzeitig
zu polierenden Brillengläser (L) wenigstens zwei Vorrichtungen (10, 10', 10") nach
einem der vorhergehenden Ansprüche angeordnet sind.
19. Poliermaschine (11) nach Anspruch 18, wobei die Vorrichtungen (10, 10', 10") nebeneinander
angeordnet sind, so dass die jeweiligen Linearachsen (X, X', X") im Wesentlichen parallel
zueinander verlaufen.
20. Poliermaschine (11) nach Anspruch 18 oder 19, mit einer Übergabestation (21), die
ggf. ein Förderband (22) aufweist, für die Ablage von Rezeptkästen (23) zur Aufnahme
von zu polierenden und polierten Brillengläsern (L), einer Waschstation (20) zum Waschen
der polierten Brillengläser (L) und einem Portalhandlingsystem (24), mittels dessen
die Brillengläser (L) automatisch zwischen den Stationen (20, 21) und den Vorrichtungen
(10, 10', 10") transportierbar und in der jeweiligen Station (20, 21) bzw. Vorrichtung
(10, 10', 10") positionierbar sind.
21. Poliermaschine (11) nach Anspruch 20, wobei das Portalhandlingsystem (24) eine im
Raum bewegbare Saugereinheit (25) zum Halten eines zu polierenden Brillenglases (L)
an der zu polierenden optisch wirksamen Fläche (cc) sowie einen im Raum bewegbaren
Mehrfingergreifer (26) zum Halten eines polierten Brillenglases (L) an dessen Rand
aufweist.
1. Device (10) for fine processing of optically effective surfaces (cc, cx) of, in particular,
spectacle lenses (L) as workpieces, comprising a workpiece spindle (14), which projects
into a work space (13) and by way of which a workpiece to be polished is drivable
for rotation about a workpiece axis of rotation (C), and two tool spindles (16, 16')
which are associated with the workpiece spindle (14) and project oppositely into the
work space (13) and on each of which a respective polishing tool (18, 18') is mounted
to be drivable for rotation about a tool axis of rotation (A, A') and to be axially
adjustable along the tool axis of rotation (A, A'), the tool spindles being movable
in common relative to the workpiece spindle (14) along a linear axis (X) extending
substantially perpendicularly to the workpiece axis of rotation (C) and being pivotable
about different pivot setting axes (B, B') extending substantially perpendicularly
to the workpiece axis of rotation (C) and substantially perpendicularly to the linear
axis (X), wherein the tool spindles (16, 16') are arranged one behind the other as
seen in the direction of the linear axis (X).
2. Device (10) according to claim 1, wherein the pivot setting axes (B, B') lie in a
notional plane extending along the linear axis (X) or parallel thereto.
3. Device (10) according to claim 1 or 2, wherein one tool spindle (16) is mounted on
a front pivot yoke (61), which is pivotably connected with a tool carriage (50) to
be capable of defined pivotation about one pivot setting axis (B), whereas the other
tool spindle (16') is mounted on a rear pivot yoke (62), which is pivotably mounted
on the tool carriage (50) to be capable of defined pivotation about the other pivot
setting axis (B'), the carriage in turn being guided with respect to a frame (36),
which surrounds the work space (13), to be drivable along the linear axis (X).
4. Device (10) according to claim 3, wherein provided for movement and positioning of
the tool carriage (50), which is guided on two guide rods (51, 52) connected with
the frame (36), is a rotary drive (53) which is stationary with respect to the frame
(36) and disposed in drive connection with a ball screw drive (54) having a rotatably
mounted ball screw spindle (55) which engages a nut (56) connected with the tool carriage
(50) to be secure against relative rotation.
5. Device (10) according to claim 3 or 4, wherein provided for defined pivotation of
the two tool spindles (16, 16') about the pivot setting axes (B, B') is a linear drive
(65) which is pivotably connected by one end thereof with one pivot yoke (61) at a
spacing from the corresponding pivot setting axis (B) and by the other end thereof
with the tool carriage (50), and wherein the one pivot yoke (61) is drivingly connected
with the other pivot yoke (62) by way of a coupling rod (71) which, at a spacing from
the pivot setting axes (B, B'), is pivotably connected by one end thereof with the
one pivot yoke (61) and by the other end thereof with the other pivot yoke (62).
6. Device (10) according to any one of the preceding claims, wherein each tool spindle
(16, 16') has for axial adjustment of the respective polishing tool (18, 18') along
the associated tool axis of rotation (A, A') a piston-cylinder arrangement (78, 78')
with a piston (80), which is received in a cylinder housing (79) and which is connected
in coaxial arrangement with a spindle shaft (81, 81') to be effective for actuation,
the spindle shaft together with the piston-cylinder arrangement (78, 78') being mounted
in a spindle housing (74) to be rotatable about the respective tool axis of rotation
(A, A').
7. Device (10) according to claim 6, wherein the cylinder housing (79) of the pneumatically
actuable piston-cylinder arrangement (78, 78') is of two-part construction and lined
by a guide sleeve (86) of mineral glass in which the piston (80), which at its guide
surface consists of a graphite material, is received to be longitudinally displaceable.
8. Device (10) according to claim 6 or 7, wherein the piston (80) of the piston cylinder
arrangement (78, 78') is tension-resistantly and compression-resistantly connected
with the spindle shaft (81, 81') by way of a thin rod (88) of spring steel.
9. Device (10) according to any one of claims 6 to 8, wherein the cylinder housing (79)
is provided at the outer circumference with a toothing (95) for engagement of a cogged
belt (96) which is drivable by way of a motor (97), which is flange-mounted on the
respective pivot yoke (61, 62), with a belt pulley (98) so as to rotate the piston-cylinder
arrangement (78, 78') and thus the spindle shaft (81, 81') about the respective tool
axis of rotation (A, A').
10. Device (10) according to any one of claims 6 to 9, wherein provided for torque transmission
from the cylinder housing (79) of the piston-cylinder arrangement (78, 78') to the
spindle shaft (81, 81') is a splined shaft guide (99) with guide grooves (100) formed
in the spindle shaft (81, 81') and a flange nut (102) which is engaged with the grooves
by way of an axial bearing element (101) and which is connected with the cylinder
housing (79) to be secure against relative rotation.
11. Device (10) according to any one of claims 6 to 10, wherein the polishing tool (18,
18') comprises a tool mounting head (104) which is securable to the respective spindle
shaft (81, 81') to be capable of axial and rotational entrainment and on which a polishing
disc (106) is exchangeably mounted, for which purpose a base body (107) of the polishing
disc (106) and the tool mounting head (104) are provided with complementary structures
(108) for axial detenting and for rotational entrainment of the polishing disc (106)
by the tool mounting head (104).
12. Device (10) according to claim 11, wherein the tool mounting head (104) has a ball
joint (109) with a ball head (111), which is received in a ball socket (110) and which
is formed on a ball pin (112) securable to the spindle shaft (81, 81') of the respective
tool spindle (16, 16'), the ball socket (110) being formed in a mounting plate (105)
with which the polishing disc (106) is detentable.
13. Device (10) according to claim 12, wherein the ball head (111) has a receiving bore
(113) for a transverse pin (114) which extends through the ball head (111) and engages
on either side of the ball head (111) with associated recesses (115) in the ball socket
(110) so as to connect the mounting plate (105) with the ball pin (112) to be capable
of rotational entrainment.
14. Device (10) according to claim 12 or 13, wherein the mounting plate (105) is so resiliently
supported by way of a resilient annular element (117) on a support flange (116) at
the ball pin side that the polishing disc (106) detented with the mounting plate (105)
seeks to self-align by its center axis with the ball pin (112) and thus the spindle
shaft (81, 81') of the respective tool spindle (16, 16').
15. Device (10) according to any one of claims 11 to 14, wherein the tool mounting head
(104) in an axially retracted setting of the spindle shaft (81, 81') is detentable
by means of a detent device (118) with the cylinder housing (79) or a part (89) connected
therewith to be secure against relative rotation.
16. Device (10) according to claim 15, wherein the detent device (118) comprises a plurality
of spring projections (119) which are distributed over the circumference of the tool
mounting head (104) and project along the respective tool axis of rotation (A, A')
and which mechanically positively engage with lugs (120) in an annular groove (121)
formed at the cylinder housing (79) or the part (89) connected therewith to be secure
against relative rotation.
17. Device (10) according to any one of the preceding claims, wherein a lower region of
the work space (13) into which the workpiece spindle (14) projects is bounded by a
trough (42) which is integrally deep-drawn from a plastics material and has step-free
wall surfaces.
18. Polishing machine (11) for simultaneous polishing of at least two spectacle lenses
(L), comprising a machine frame (12) in which in correspondence with the number of
spectacle lenses (L) to be simultaneously polished at least two devices (10, 10',
10") according to any one of the preceding claims are arranged.
19. Polishing machine (11) according to claim 18, wherein the devices (10, 10', 10") are
arranged adjacent to one another so that the respective linear axes (X, X', X") extend
substantially parallel to one another.
20. Polishing machine (11) according to claim 18 or 19, with a transfer station (21),
which optionally has a conveyer belt (22), for deposit of prescription boxes (23)
for reception of spectacle lenses (L) which are to be polished and which are polished,
a washing station (20) for washing the polished spectacle lenses (L) and a portal
handling system (24), by means of which the spectacle lenses (L) are automatically
transportable between the stations (20, 21) and the devices (10, 10', 10") and are
positionable in the respective station (20, 21) or device (10, 10', 10").
21. Polishing machine (11) according to claim 20, wherein the portal handling system (24)
comprises a three-dimensionally movable suction unit (25) for holding a spectacle
lens (L), which is to be polished, at the optically effective surface (cc) to be polished
and a three-dimensionally movable multi-finger gripper (26) for holding a polished
spectacle lens (L) at the edge thereof.
1. Dispositif (10) pour l'usinage de finition de surfaces optiques actives (cc, cx),
notamment sur des verres de lunettes (L) en guise de pièces d'oeuvre, comprenant
une broche porte-pièce (14) s'engageant dans un espace de travail (13), et par l'intermédiaire
de laquelle une pièce d'oeuvre à polir peut être entraînée en rotation autour d'un
axe de rotation de pièce (C), et
deux broches porte-outil (16, 16'), qui sont associées à la broche porte-pièce (14)
et s'engagent de manière opposée à celle-ci dans l'espace de travail (13), et sur
chacune desquelles est tenu un outil de polissage (18, 18') respectif en pouvant être
entraîné en rotation autour d'un axe de rotation d'outil (A, A') et en pouvant être
soumis à un déplacement d'avance axial le long de l'axe de rotation d'outil (A, A'),
et qui peuvent être déplacées en commun par rapport à la broche porte-pièce (14) le
long d'un axe linéaire (X) s'étendant sensiblement de manière perpendiculaire à l'axe
de rotation de pièce (C), et peuvent pivoter autour de différents axes de réglage
de pivotement (B, B') s'étendant sensiblement de manière perpendiculaire à l'axe de
rotation de pièce (C) et sensiblement de manière perpendiculaire à l'axe linéaire
(X),
dispositif dans lequel les broches porte-outil (16, 16') sont agencées l'une derrière
l'autre, vu dans la direction de l'axe linéaire (X).
2. Dispositif (10) selon la revendication 1, dans lequel les axes de de réglage de pivotement
(B, B') se situent dans un plan fictif, qui s'étend le long de l'axe linéaire (X)
ou parallèlement à celui-ci.
3. Dispositif (10) selon la revendication 1 ou la revendication 2, dans lequel une broche
porte-outil (16) est montée sur une console de pivotement avant (61), qui est articulée
sur un chariot porte-outil (50) en pouvant pivoter de manière définie autour d'un
axe de réglage de pivotement (B), tandis que l'autre broche porte-outil (16') est
montée sur une console de pivotement arrière (62'), qui est articulée sur le chariot
porte-outil (50) en pouvant pivoter de manière définie autour de l'autre axe de réglage
de pivotement (B'), le chariot porte-outil étant pour sa part guidé par rapport à
un cadre de structure (36), qui entoure l'espace de travail (13), en pouvant être
entraîné le long de l'axe linéaire (X).
4. Dispositif (10) selon la revendication 3, dans lequel il est prévu, pour déplacer
et positionner le chariot porte-outil (50) guidé sur deux tiges de guidage (51, 52)
liées au cadre de structure (36), un entraînement de rotation (53), qui est en position
fixe par rapport au cadre de structure (36) et est relié sur le plan de l'entraînement,
à une transmission par vis à billes (54) comprenant une vis à billes (55) monté rotative,
qui est en prise avec un écrou (56) lié de manière fixe en rotation au chariot porte-outil
(50).
5. Dispositif (10) selon la revendication 3 ou la revendication 4, dans lequel il est
prévu, pour le pivotement défini des deux broches porte-outil (16, 16') autour des
axes de réglage de pivotement (B, B'), un entraînement linéaire (65), qui est articulé,
avec une de ses extrémités, sur une console de pivotement (61) à distance de l'axe
de réglage de pivotement (B) correspondant, et, avec son autre extrémité, sur le chariot
porte-outil (50), et dans lequel ladite une console de pivotement (61) est reliée
sur le plan de la transmission d'entraînement, à l'autre console de pivotement (62),
par l'intermédiaire d'une tige de couplage (71), qui est articulée, à distance des
axes de réglage de pivotement (B, B'), par une de ses extrémités, à ladite une console
de pivotement (61), et, par son autre extrémité, à l'autre console de pivotement (62).
6. Dispositif (10) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel chaque broche
porte-outil (16, 16') comprend, pour le déplacement d'avance axial de l'outil de polissage
respectif (18, 18') le long de l'axe de rotation d'outil (A, A') associé, un agencement
à piston-cylindre (78, 78') avec un piston (80) logé dans un corps de cylindre (79)
et relié à un arbre de broche (81, 81') pour l'actionnement de celui-ci et en étant
disposé coaxialement à celui-ci, cet arbre de broche étant monté, en commun avec l'agencement
à piston-cylindre (78, 78'), dans un fourreau de broche (74), de manière rotative
autour de l'axe de rotation d'outil (A, A') respectif.
7. Dispositif (10) selon la revendication 6, dans lequel le corps de cylindre (79) de
l'agencement à piston-cylindre (78, 78') pouvant être actionné par voie pneumatique,
est d'une configuration en deux parties et est garni intérieurement d'une chemise
de coulissement (86) en verre minéral, dans laquelle est reçu en coulissement longitudinal,
le piston (80) réalisé en un matériau à base de graphite au niveau de sa surface de
coulissement.
8. Dispositif (10) selon la revendication 6 ou la revendication 7, dans lequel le piston
(80) de l'agencement à piston-cylindre (78, 78') est relié de manière rigide en traction
et en compression à l'arbre de broche (81, 81'), par l'intermédiaire d'une mince tige
(88) en un acier à ressort.
9. Dispositif (10) selon l'une des revendications 6 à 8, dans lequel le corps de cylindre
(79) est muni sur sa périphérie extérieure, d'une denture (95) destinée à la venue
en prise d'une courroie crantée (96), qui peut être entraînée par l'intermédiaire
d'un moteur (97) à poulie crantée (98), qui est bridé sur la console de pivotement
(61, 62) respective, pour faire tourner l'agencement à piston-cylindre (78, 78') et
ainsi l'arbre de broche (81, 81') autour de l'axe de rotation d'outil (A, A').
10. Dispositif (10) selon l'une des revendications 6 à 9, dans lequel pour la transmission
d'un couple du corps de cylindre (79) de l'agencement à piston-cylindre (78, 78')
à l'arbre de broche (81, 81'), il est prévu un guidage à cannelures d'arbre (99) comprenant
des rainures de guidage (100) réalisées dans l'arbre de broche (81, 81') et un écrou
à embase (102), qui est en prise avec ces rainures par l'intermédiaire d'un élément
de palier axial (101), et est relié de manière fixe en rotation au corps de cylindre
(79).
11. Dispositif (10) selon l'une des revendications 6 à 10, dans lequel l'outil de polissage
(18, 18') comprend une tête porte-outil (104), qui peut être fixée à l'arbre de broche
(81, 81') respectif en étant susceptible d'être entraîné axialement et en rotation,
et sur laquelle est maintenu de manière interchangeable un disque de polissage (106),
et à cet effet un corps de base (107) du disque de polissage (106) et la tête porte-outil
(104) sont pourvus de structures complémentaires (18), pour l'encliquetage axial et
pour l'entraînement en rotation du disque de polissage (106) avec la tête porte-outil
(104).
12. Dispositif (10) selon la revendication 11, dans lequel la tête porte-outil (104) possède
une articulation à rotule (109) comportant une rotule (111), qui est reçue dans un
coussinet sphérique (110), et est formée sur un tenon de rotule (112) pouvant être
fixé à l'arbre de broche (81, 91') de la broche porte-outil (16, 16') respective,
tandis que le coussinet sphérique (110) est formé dans un plateau de réception (105)
sur lequel peut être encliqueté le disque de polissage (106).
13. Dispositif (10) selon la revendication 12, dans lequel la rotule (111) présente un
alésage d'accueil (113) pour un tourillon transversal (114), qui s'étend à travers
la rotule (111) et vient en prise, des deux côtés de la rotule (111), avec des évidements
(115) associés dans le coussinet sphérique (110), en vue de lier le plateau de réception
(105) au tenon de rotule (112) avec capacité d'entraînement en rotation.
14. Dispositif (10) selon la revendication 12 ou la revendication 13, dans lequel le plateau
de réception (105) s'appuie élastiquement, par l'intermédiaire d'un élément annulaire
élastique (117), sur un flasque d'appui (116) côté tenon de rotule, de manière telle
que le disque de polissage (106) encliqueté avec le plateau de réception (105) ait
tendance, avec son axe central, à s'aligner avec le tenon de rotule (12) et ainsi
l'arbre de broche (81, 81') de la broche porte-outil (16, 16') respective.
15. Dispositif (10) selon l'une des revendications 11 à 14, dans lequel la tête porte-outil
(104) peut, dans une position axialement rétractée de l'arbre de broche (81, 81'),
être encliquetée avec le corps de cylindre (79) ou une pièce (89), qui y est liée
en rotation, au moyen d'un dispositif d'encliquetage (118).
16. Dispositif (10) selon la revendication 15, dans lequel le dispositif d'encliquetage
(118) comprend une pluralité de protubérances élastiques (119), qui sont réparties
sur la périphérie de la tête porte-outil (104) et sont en saillie le long de l'axe
de rotation d'outil (A, A') respectif, et qui, avec des mentonnets (120), viennent
en prise par complémentarité de formes dans une rainure annulaire (121) formée sur
le corps de cylindre (79) ou la pièce (89) qui y est liée de manière fixe en rotation.
17. Dispositif (10) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel une zone inférieure
de l'espace de travail (13) dans laquelle s'engage la broche porte-pièce (14), est
délimitée par une cuve (42), qui est obtenue d'un seul tenant par emboutissage d'une
matière plastique, et qui comprend des surfaces de paroi exemptes de décrochements.
18. Machine de polissage (11) pour le polissage simultané d'au moins deux verres de lunettes
(L), comprenant un bâti de machine (12) dans lequel sont agencés, conformément au
nombre des verres de lunettes (L) à polir simultanément, au moins deux dispositifs
(10, 10', 10") selon l'une des revendications précédentes.
19. Machine de polissage (11) selon la revendication 18, dans laquelle les dispositifs
(10, 10', 10") sont agencés côte à côte, de sorte que les axes linéaires respectifs
(X, X', X") s'étendent sensiblement de manière parallèle entre eux.
20. Machine de polissage (11) selon la revendication 18 ou la revendication 19, comprenant
un poste de transfert (21), qui, le cas échéant, comprend une bande de transport (22)
pour le dépôt de cases d'accueil (23) destinées à recevoir des verres de lunettes
(L) à polir et polies, un poste de lavage (20) pour le lavage des verres de lunettes
(L) ayant été polies, et un système de manutention à portique (24) à l'aide duquel
les verres de lunettes (L) peuvent être transportés automatiquement entre les postes
(20, 21) et les dispositifs (10, 10', 10"), et être positionnés automatiquement dans
le poste (20, 21) ou le dispositif (10, 10', 10") respectivement considéré.
21. Machine de polissage (11) selon la revendication 20, dans laquelle le système de manutention
à portique (24) comprend une unité à ventouse (25) pouvant être déplacée dans l'espace
et destinée à maintenir un verre de lunettes (L) à polir, au niveau de la surface
optique active (cc) devant être polie, ainsi qu'un préhenseur à doigts multiples (26),
pouvant être déplacé dans l'espace et destiné à maintenir un verre de lunettes (L)
ayant été poli, au niveau de son bord.