[0001] Die Erfindung betrifft ein Biegewinkel-Messverfahren an einer Biegemaschine sowie
eine Biegemaschine mit einer Biegewinkel-Messvorrichtung.
[0002] Optische Biegewinkel-Messverfahren basieren zumeist darauf, dass von einer Beleuchtungsvorrichtung
einer Biegewinkel-Messvorrichtung, ein Lichtmuster auf das umzuformende Blech gelenkt
wird und dieses Lichtmuster von einer Bilderfassungsvorrichtung der Biegewinkel-Messvorrichtung
erfasst wird. Zumeist sind die Bilderfassungsvorrichtung und die Beleuchtungsvorrichtung
voneinander distanziert angeordnet, sodass zwischen dem, auf das Blech einfallenden
Lichtstrahl und der Haupterfassungsrichtung der Bilderfassungsvorrichtung, ein Winkel
gegeben ist. Durch diesen Versatz und den sich dadurch einstellenden Winkel ist gewährleistet,
dass die Bilderfassungsvorrichtung das auf die Blechoberfläche projizierte Lichtmuster
unter einem Winkel erfasst, sodass sich während der Durchführung der Biegeumformung,
eine deutliche Änderung der Geometrie des projizierten Lichtmusters auf den sich aufbiegenden
Blechschenkel ergeben wird.
[0003] Um mittels eines derartigen, optischen Verfahrens eine möglichst genaue Erfassung
des sich einstellenden Biegewinkels zu erreichen, ist es von besonderem Vorteil, wenn
die Erfassung des projizierten Lichtmusters möglichst nahe der Biegekante am Unterwerkzeug
durchgeführt wird. Daher wird die Biegewinkel-Messvorrichtung rechtwinkelig zur Längserstreckung
des Unterwerkzeugs von diesem distanziert angeordnet und die Beleuchtungsvorrichtung
und Bilderfassungsvorrichtung in Richtung der Biegekante des Unterwerkzeugs verschwenkt.
Eine derartige Anordnung ist beispielsweise aus der
DE 20 2010 00 63 91 U1 bekannt. Nachteilig an einer solchen Ausbildung ist jedoch, dass die Ausrichtung
der Biegewinkel-Messvorrichtung zumeist nur für ein Unterwerkzeug bzw. für einige
wenige Unterwerkzeuge korrekt ist. Insbesondere ergibt sich durch die Breite der Unterwerkzeuge
das Problem, dass der Punkt des Übergangs vom Unterwerkzeug auf das Blech aus dem
Erfassungsbereich der Bilderfassungsvorrichtung wandern kann. Dieser Punkt entspricht
jedoch zumeist der Biegekante und stellt jedenfalls den zu erfassenden, interessanten
Bereich dar. Somit ist für unterschiedlich breite Unterwerkzeuge oftmals eine neue
Verschwenkung der Biegewinkel-Messvorrichtung erforderlich.
[0004] US 5,661,671 A offenbart eine Biegewinkel-Erfassungsvorrichtung, bei der eine gerade Linie auf eine
Oberfläche des Werkstückes projiziert wird und welche Oberfläche von einem Bilderfassungsmittel
aufgenommen wird. Es ist vorgesehen, die Erfassungsvorrichtung derart zu positionieren,
dass lediglich notwendige Linien erfasst werden, insbesondere jene Linie, die dem
Biegewerkzeug benachbart ist.
[0006] DE 199 30 745 A1 offenbart ein Verfahren und ein System zur Biegewinkelbestimmung, welches daraufhin
ausgelegt ist, das Bild eines auf ein Werkstück projizierten Lichtstrahles aus mehreren
Bildern exakt zu gewinnen. Dazu werden einem ersten Aufnahmebild, welches vor dem
Biegen des Werkstückes aufgenommen wird und einem zweiten Aufnahmebild, welches aufgenommen
wird, nachdem der Biegevorgang vollendet ist, Bildpunkten zugeteilt und diese spezifischen
Gruppen zugewiesen. Durch Vergleich des ersten und zweiten Bildes lassen sich jene
Bildabschnitte ermitteln die dem gebogenen Blech entsprechen und daraus der Biegewinkel
ermitteln.
[0007] JP 2014/012285 A offenbart eine Biegewinkel-Messvorrichtung mit einer Kamera, welche Kamera eine Werkzeugidentifikation
erfasst, um dadurch das verwendete Biegewerkzeug identifizieren zu können, und um
Korrekturwerte auszulesen, um einen gewünschten Biegewinkel korrekt herstellen zu
können.
[0008] Aus
CN 103 575 238 A ist eine Biegewinkelmessvorrichtung bekannt, bei der eine Lichtlinie bzw. Lichtpunkte
auf das Biegewerkzeug und das zu biegende Blech gerichtet werden. Aus den erfassten
Lichtpunkten wird der sich einstellende Biegewinkel ermittelt.
[0009] Aus der
DE 10 2007 056 827 B3 ist eine Vorrichtung bekannt, welche eine oder mehrere Biegewinkelmessgeräte umfasst,
welche aufgrund von Konstruktionsdaten und/oder Werkstoffdaten relativ zum Unterwerkzeug
positioniert werden. Zur Abdeckung unterschiedlicher Werkzeugbreiten ist offenbart,
dass die Messvorrichtungen auf rechtwinkelig zur Längserstreckung des Unterwerkzeugs
angeordneten Führungsschienen bewegt werden.
[0011] Der Nachteil des Standes der Technik besteht nun darin, dass zur Anpassung der Biegewinkelmessung
an unterschiedliche Unterwerkzeuge, die Biegewinkel-Messvorrichtung in ihrer verschwenkten
Ausrichtung in Bezug zum Unterwerkzeug geändert werden muss. Eine derartige Änderung
birgt jedoch stets die Gefahr, dass dadurch auch die Kalibrierung bzw. Referenzierung
der Biegewinkel-Messvorrichtung in Bezug zum Unterwerkzeug unbeabsichtigt verstellt
werden kann und somit die Gefahr einer Falschmessung des Biegewinkels gegeben ist.
[0012] Die Aufgabe der Erfindung liegt also darin ein Biegewinkel-Messverfahren zu schaffen,
welches für eine Vielzahl unterschiedlich breiter Unterwerkzeuge einsetzbar ist und
die Nachteile hinsichtlich einer Dejustage bei der Anpassung an unterschiedliche Unterwerkzeuge
vermeidet.
[0013] Die Aufgabe der Erfindung wird durch ein Biegewinkel-Messverfahren an einer Biegemaschine
gelöst. Bei der Biegemaschine handelt es sich insbesondere um eine Biegepresse oder
Schwenkbiegemaschine, wobei die Biegemaschine eine Biegewerkzeuganordnung aus zumindest
einem Ober- und einem Unterwerkzeug aufweist. Zur Durchführung der Biegeumformung
wird ein umzuformendes Bleche in die Biegewerkzeuganordnung eingelegt. Von einer Beleuchtungsvorrichtung
einer Biegewinkel-Messvorrichtung wird ein Lichtmuster auf einen Abschnitt abgegeben,
wobei der Abschnitt einteilig ist und einen Teilbereich auf einer Seitenfläche des
Unterwerkzeugs und des eingelegten Blechs umfasst. Von einer Bilderfassungsvorrichtung
der Biegewinkel-Messvorrichtung wird das Lichtmuster am Unterwerkzeug und am Blech
erfasst und von einem Analysemodul ein Biegewinkel aus dem erfassten Lichtmuster ermittelt.
Dabei wird ein Übergangsabschnitt zwischen Unterwerkzeug und Blech ermittelt, und
ferner, basierend auf dem Übergangsabschnitt, ein Teil-Erfassungsbereich im Erfassungsbereich
der Bilderfassungsvorrichtung ermittelt. Anschließend wird der Teil-Erfassungsbereich
von der als hoch-auflösende Kamera ausgebildeten Bilderfassungsvorrichtung, mit einer
Auflösung im Teil-Erfassungsbereich von zumindest 500ppi erfasst und während der Durchführung
der Biegeumformung, der sich aktuell einstellende Biegewinkel ermittelt. Der Biegewinkel
wird dabei aus der durch Reduktion des erfassten Abbildes auf den Teil-Erfassungsbereich
reduzierten, vom Analysemodul zu verarbeitenden Datenmenge ermittelt.
[0014] Das gegenständliche Verfahren kann sowohl für Biegepressen, als auch für Schwenkbiegemaschinen
verwendet werden. Auf die spezifischen konstruktiven Details dieser beiden Ausführungen
von Biegemaschinen wird hierin nicht weiter eingegangen. Unter der Biegewerkzeuganordnung
werden jene Elemente der Biegemaschine verstanden, die unmittelbar am Blech die Biegeumformung
durchführen. Zumeist wird ein Werkzeug der Biegewerkzeuganordnung in Relation zur
Biegemaschine in Ruhe sein, und ein Werkzeug wird, von einem Antriebsmittel angetrieben,
die Biegeumformung durchführen. In Anlehnung an die Biegewerkzeuganordnung einer Biegepresse
wird das feststehende Werkzeug als Unterwerkzeug bezeichnet.
[0015] Unter dem einteiligen, beleuchteten Abschnitt wird jener Bereich verstanden, in welchen
von der Beleuchtungsvorrichtung das Lichtmuster abgegeben wird. Dieser Bereich ist
derart ausgebildet, dass sich das Lichtmuster auf das Unterwerkzeug und das Blech
erstreckt, insbesondere jedoch über den Übergang vom Unterwerkzeug zum Blech.
[0016] Mit dieser Ausführung ist gewährleistet, dass mit nur einer Bilderfassungsvorrichtung
und insbesondere ohne diese verschwenken zu müssen, der Biegewinkel für eine Vielzahl
möglicher Biegewerkzeuganordnungen korrekt und genau erfasst werden kann.
[0017] Nach einer Weiterbildung wird der Übergangsabschnitt aus dem erfassten Lichtmuster
ermittelt. Diese Weiterbildung hat den Vorteil, dass das gegenständliche Verfahren
für jede Biegemaschine verwendbar ist, und insbesondere unabhängig von der Kenntnis
der verwendeten Werkzeuggeometrie wird. Die äußere Werkzeuggeometrie, insbesondere
der Übergang vom Werkzeugkörper auf das Blech, wird nach der gegenständlichen Ausführung
bei Bedarf ermittelt.
[0018] Von Vorteil ist diesbezüglich eine Weiterbildung, nach der von der Beleuchtungsvorrichtung
eine Lichtlinie abgegeben wird. Eine Lichtlinie zeichnet sich insbesondere durch eine
klar definierte Geometrie und somit eindeutige Erkennbarkeit aus. Auch kann durch
entsprechende Wahl einer hohen Lichtstärke, ein besonders guter Kontrast zur Umgebung
erreicht werden, was die Erkennbarkeit und somit die Zuverlässigkeit der Auswertung
verbessert.
[0019] Nach einer Weiterbildung ist auch vorgesehen, dass der Übergangsabschnitt durch Finden
einer Unstetigkeit der Geometrie im erfassten Lichtmuster ermittelt wird. Das Lichtmuster
wird derart ausgebildet sein, das der Übergang vom Unterwerkzeug auf das Blech zu
einer deutlichen und somit gut erkennbaren Störung der Geometrie des Lichtmusters
führt. Bevorzugt wird diese Analyse durch das Analysemodul durchgeführt. Wird gemäß
einer möglichen Weiterbildung eine Lichtline als Lichtmuster abgegeben, lässt sich
der Übergang als Knick im erfassten Abbild der Geraden erkennen.
[0020] Eine Weiterbildung besteht auch darin, dass der Übergangsabschnitt basierend auf
einer hinterlegten oder ermittelten Kennung des Unterwerkzeugs ermittelt wird. Dies
hat den Vorteil, dass mit dieser Kennung die werkzeugspezifischen Kenndaten zugreifbar
sind und somit der Übergangsabschnitt direkt zur Verfügung steht. Beispielsweise kann
die Kennung, bzw. können die mit der Kennung verknüpften Werkzeug-Kenndaten, in einem
Speichermittel der Maschinensteuerung hinterlegt sein.
[0021] Von Vorteil ist dahingehend eine Weiterbildung, nach der eine am Unterwerkzeug angebrachte
Werkzeugkennung von der Bilderfassungsvorrichtung ausgelesen wird. Die Werkzeugkennung
kann bspw. als 1D- oder 2D-Code ausgeführt sein. Die Werkzeugkennung kann dahingehend
ausgebildet sein, dass über diese Kennung eine Verknüpfung mit den spezifischen Werkzeugkenndaten
gegeben ist. Es ist jedoch auch möglich, dass diese Kennung selbst die Werkzeugkenndaten
enthält, so dass der Übergangsabschnitt und sich damit der Teil-Erfassungsbereich
unmittelbar festlegen lässt.
[0022] Nach einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass der Teil-Erfassungsbereich hoch-aufgelöst
erfasst wird. Dies hat den Vorteil, dass nach Bestimmung des Teil-Erfassungsbereichs,
der ja meist deutlich kleiner als der Erfassungsbereich der Bilderfassungsvorrichtung
sein wird, dieser Teilbereich dennoch ausreichend genau ausgelesen werden kann. Bevorzugt
wird eine Bilderfassungsvorrichtung verwendet, die im Teil-Erfassungsbereich eine
Auflösung von zumindest 500ppi aufweist. In einer bevorzugten Ausführung hat der Teil-Erfassungsbereich
am Blech eine physische Größe von 20x20mm, wobei dieser Bereich mit 400x400 pixel
erfasst wird.
[0023] Eine Weiterbildung besteht auch darin, dass der Teil-Erfassungsbereich so gebildet
wird, dass der Übergangsabschnitt im Randbereich des Teil-Erfassungsbereichs liegt.
Da zur Bestimmung des Biegewinkels jener Abschnitt des erfassten Lichtmusters von
Bedeutung ist, der vom Blech bis zum Übergangsabschnitt herrührt, hat diese Weiterbildung
den Vorteil, dass ein größerer Bereich zur Bestimmung des Biegewinkels zur Verfügung
steht, ohne des Teil-Erfassungsbereich unnötig zu vergrößern.
[0024] Nach einer Weiterbildung ist auch vorgesehen, dass die Biegewinkel-Messvorrichtung
längs des Unterwerkzeugs verschoben wird. Diese Ausbildung hat den Vorteil, dass dadurch
die Biegewinkel-Messvorrichtung in dem Bereich der Biegewerkzeuganordnung positioniert
werden kann, in dem der sich ausbildende Biegewinkel zu bestimmen ist. Ein weiterer
Vorteil liegt auch darin, dass die Biegewinkel-Messvorrichtung während des Einlegevorgangs
des Bleches in die Biegewerkzeuganordnung aus dem Arbeitsbereich bewegt werden kann.
Somit ist ein Schutz vor einer Beschädigung durch den Manipulationsvorgang mit dem
umzuformenden Blech möglich. Insbesondere von Vorteil ist jedoch, dass diese Verschiebung
die Ausrichtung der Biegewinkel-Messvorrichtung in Relation zum Unterwerkzeug und
zum Übergangsabschnitt nicht ändert.
[0025] Die Aufgabe der Erfindung wird auch durch eine Biegemaschine, insbesondere Biegepresse
oder Schwenkbiegemaschine gelöst, wobei die Biegemaschine eine Biegewerkzeuganordnung
aufweist, welche Biegewerkzeuganordnung zumindest ein Ober- und ein Unterwerkzeug
umfasst. Ferner umfasst die Biegemaschine eine Biegewinkel-Messvorrichtung, wobei
die Biegewinkel-Messvorrichtung eine Beleuchtungsvorrichtung, eine Bilderfassungsvorrichtung
und ein Analysemodul umfasst, wobei die Bilderfassungsvorrichtung zur Erfassung des
von der Beleuchtungsvorrichtung auf das Unterwerkzeug und auf das umzuformende Blech
abgegebenen Lichtmusters ausgebildet ist und das Analysemodul zur Ermittlung eines
Biegewinkels aus dem erfassten Lichtmuster ausgebildet ist. Die Bilderfassungsvorrichtung
ist dabei als hoch-auflösende Kamera, mit einer Auflösung in einem Teil-Erfassungsbereich
von zumindest 500ppi, ausgebildet und das Analysemodul ist zur Verarbeitung einer
durch Reduktion des erfassten Abbildes auf den Teil-Erfassungsbereich reduzierten
Datenmenge ausgebildet.
[0026] Somit ist gewährleistet, dass der gesamte Arbeitsbereich, der mit den unterschiedlichen
Unterwerkzeugen abgedeckt werden kann, mit nur einer Bilderfassungsvorrichtung abgedeckt
werden kann, ohne dass der Erfassungsbereich geschwenkt werden muss.
[0027] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren
näher erläutert.
[0028] Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine Biegemaschine mit einem Unterwerkzeug einer ersten Breite, zur Veranschaulichung
des gegenständlichen Verfahrens;
- Fig. 2
- eine Biegemaschine mit einem Unterwerkzeug einer zweiten Breite, zur Veranschaulichung
des gegenständlichen Verfahrens;
- Fig. 3
- eine Biegemaschine in perspektivischer Darstellung, zur Veranschaulichung des gegenständlichen
Verfahrens;
- Fig. 4
- a) und b) Die Ermittlung der Teil-Erfassungsbereiche aus dem gesamten Erfassungsbereich
für unterschiedlich breite Unterwerkzeuge.
[0029] Fig. 1 zeigt einen Teil einer Biegemaschine 1 mit einer Biegewerkzeuganordnung 2,
welche Biegewerkzeuganordnung 2 zumindest ein Oberwerkzeug 3 und Unterwerkzeug 4 aufweist.
Die weiteren Komponenten der Biegemaschine 1, insbesondere der Maschinenrahmen und
die Antriebsmittel zur Verstellung der Biegewerkzeuganordnung 2 und somit zur Durchführung
der Biegeumformung, werden nicht dargestellt, da sie für die Beschreibung des gegenständlichen
Verfahrens nicht von Bedeutung sind.
[0030] Bei der Vorbereitung der Biegeumformung wird ein umzuformendes Blech 5 in die Biegewerkzeuganordnung
2 eingelegt. Im dargestellten Fall ist in der Biegemaschine 1 ein Unterwerkzeug 4
mit der kleinsten möglichen Breite 6 angeordnet, was einen ersten Extremfall für die
Ausrichtung der Biegewinkel-Messvorrichtung 7 darstellt. Das andere Extrem, mit dem
breitest möglichen Unterwerkzeug, ist in Fig. 2 darstellt und beschrieben.
[0031] In dieser Konfiguration der Biegewerkzeuganordnung 2 muss gewährleistet sein, dass
der Erfassungsbereich 8 jedenfalls den Übergangsabschnitt 9 zwischen Unterwerkzeug
4 und Blech 5 im Erfassungsbereich 8 der Bilderfassungsvorrichtung 10 liegt. Gemäß
dem gegenständlichen Verfahren wird der Übergangsabschnitt 9 zwischen Unterwerkzeug
4 und Blech 5 ermittelt, und basierend auf diesem Übergangsabschnitt 9, ein Teil-Erfassungsbereich
im Erfassungsbereich 8 der Bilderfassungsvorrichtung 10 ermittelt.
[0032] In den Figuren 1 und 2 ist eine vereinfachte Form des Unterwerkzeugs, insbesondere
des Übergangsabschnitts 9, dargestellt. Der Übergangsabschnitt 9 wird nicht völlig
an der äußeren Kante des Unterwerkzeugs 4 angeordnet sein, sondern etwas zur Biegeausnehmung
des Werkzeugs versetzt, wie dies in Fig. 3 erkennbar ist. Da während des Biegevorgangs
das Blech an dieser Kante der Biegeausnehmung anliegt, ist es von Bedeutung, wenn
dieser Übergangsabschnitt 9 von der Biegewinkel-Messvorrichtung 7 gut und hoch-aufgelöst
erfasst werden kann.
[0033] Fig. 2 zeigt die Situation, wenn ein Unterwerkzeug 4 mit der größten möglichen Breite
6 in der Biegewerkzeuganordnung 2 verwendet wird. Auch in diesem Fall ist der Erfassungsbereich
8 der Bilderfassungsvorrichtung 10 der Biegewinkel-Messvorrichtung 7 groß genug, um
sowohl das Unterwerkzeug 4, als auch das in der Biegewerkzeuganordnung 2 angeordnete
Blech 5 zu erfassen, insbesondere den Übergangsabschnitt 9 zwischen Unterwerkzeug
4 und Blech 5.
[0034] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Darstellung des Unterwerkzeugs 4, welches in der
Biegemaschine 1 angeordnet ist. Das Unterwerkzeug 4 weist eine V-förmige Biegeausnehmung
12 auf, in welche das Blech 5 vom nicht dargestellten Oberwerkzeug gedrückt wurde.
Durch diese Krafteinwirkung auf das Blech 5 kommt es zur Umformung, sodass sich das
Blech 5 gemäß der durch die Biegeausnehmung 12 vorgegebenen Form, insbesondere die
Öffnungsweite der Biegeausnehmung, aufbiegen wird. Gemäß dem gegenständlichen Verfahren
wird von einer Beleuchtungsvorrichtung 11 der Biegewinkel-Messvorrichtung 7 ein Lichtmuster
13 auf einen Abschnitt auf der Unterseite 14 des Bleches 5 und auch auf einen Abschnitt
auf der Seitenwand 15 des Unterwerkzeugs 4 abgegeben. Gemäß einer bevorzugten Ausführung
ist das Lichtmuster 13 durch eine Lichtlinie 16 gebildet, welche Lichtlinie 16 auf
der Seitenwand 15 des Unterwerkzeugs 4 und auf der Unterseite 14 des Bleches 5 als
Linie deutlich zu erkennen ist.
[0035] Nach der gegenständlichen Ausführung ist nun vorgesehen, dass der Erfassungsbereich
8 der Bilderfassungsvorrichtung 10 groß genug ist, um alle mögliche unterschiedlichen
Breiten 6 des Unterwerkzeugs 4, das auf das Unterwerkzeug 4 und das Blech 5 projiziert
Lichtmuster 13 zu erfassen. Somit ist es möglich, jedes für diese Biegemaschine 1
verwendbare Unterwerkzeug 4 bzw. jede verwendbare Biegewerkzeuganordnung 2 einzusetzen,
ohne die Biegewinkel-Messvorrichtung 7 auf das aktuelle Unterwerkzeug 4 kalibrieren
zu müssen. Insbesondere ist es somit nicht erforderlich, die Biegewinkel-Messvorrichtung
7 in Relation zum Unterwerkzeug 4 um eine Längsrichtung 17 des Unterwerkzeugs 4 zu
verschwenken. Der für die Biegewinkelbestimmung relevante Übergangsabschnitt 9 liegt
somit immer im Erfassungsbereich 8.
[0036] Nach einer Weiterbildung ist auch vorgesehen, dass die Biegewinkel-Messvorrichtung
7 in Längsrichtung 17 des Unterwerkzeugs 4 verschoben werden kann. Mit dieser Weiterbildung
ist es möglich, den aktuellen Biegewinkel an mehreren Positionen längs des Bleches
5 zu bestimmen. Dies hat insbesondere dann den Vorteil, wenn ein sehr langes Blech
gebogen wird und längs des Bleches die Gefahr einer ungleichmäßigen Biegung entsteht.
Die Verschiebbarkeit wird beispielsweise dadurch erreicht, dass die Biegewinkel-Messvorrichtung
7 entlang einer Führungsvorrichtung 18 bewegbar ist, wobei die Bewegung bevorzugt
mittels eines Antriebsmittels erfolgt.
[0037] Die Fig. 4a und 4b zeigen wie aus dem Erfassungsbereich der Bilderfassungsvorrichtung
der Teil-Erfassungsbereich gebildet wird.
[0038] Fig. 4a repräsentiert dabei die Situation aus Fig. 1, Fig. 4b repräsentiert die Situation
aus Fig. 2. In Fig. 4 ist jeweils der gesamte Erfassungsbereich 8 der Bilderfassungsvorrichtung
dargestellt, wie dieser von der beispielsweise als CCD-Kamera ausgebildeten Bilderfassungsvorrichtung
aufgenommen wird. Von der Beleuchtungsvorrichtung wird ein Lichtmuster, bevorzugt
eine Lichtlinie, auf das Unterwerkzeug und das Blech abgegeben. In Fig. 3 ist erkennbar,
dass zwischen der Beleuchtungsvorrichtung 11 und der Bilderfassungsvorrichtung 10
ein Versatz besteht, sodass der Erfassungsbereich der Bilderfassungsvorrichtung 10
die auf das Blech 5 projizierte Lichtlinie 16 unter einem Winkel gegenüber der Projektionsrichtung
des Lichtmusters 13 erfasst. Aufgrund dieses Versatzes und der angewinkelten Bilderfassung,
ist der für das gegenständliche Verfahren interessante Übergangsabschnitt 9 als Knick
im erfassten Lichtmuster 13, 16 erkennbar. Diese Situation ist nun in den Fig. 4a
und 4b dargestellt. In den Abbildungen entspricht der waagrechte Teil der Lichtlinie
16 der Projektion der Lichtlinie auf die Unterseite 14 des Blechs, der ansteigende
Teil der Lichtlinie 16 entspricht der Projektion des Lichtmusters auf die Seitenwand
15 des Unterwerkzeugs 4.
[0039] Bei Verwendung eines Unterwerkzeugs 4 mit geringer Breite 6 wird dieser Übergangsabschnitt
9 an einer anderen Stelle im Erfassungsbereich 8 liegen, als dies bei einem breiten
Unterwerkzeug der Fall ist.
[0040] Nach dem gegenständlichen Verfahren ist nun vorgesehen, dass, basierend auf dem Übergangsabschnitt
9, ein Teil-Erfassungsbereich 19 im Erfassungsbereich 8 der Bilderfassungsvorrichtung
10 gebildet wird. Für die korrekte und zuverlässige Bestimmung des Biegewinkels während
der Durchführung der Biegeumformung ist es von Bedeutung, dass der Bereich des Bleches
gut erfasst wird, der möglichst nahe der Biegekante im Unterwerkzeug 4 liegt. Im erfassten
Abschnitt entspricht dies dem Bereich der Lichtlinie 16, welcher unmittelbar am Übergangsabschnitt
9 anschließt, in der Darstellung ist das der waagrechte Abschnitt der Lichtlinie 16
rechts des Übergangsabschnitts 9. Da lediglich dieser Bereich rechts des Übergangsabschnitts
9 von Interesse ist, der restliche Bereich des Erfassungsbereichs 8 keine, zur Ermittlung
des sich einstellenden Biegewinkels relevante Information enthält, wird dieser Teil-Erfassungsbereich
19 derart gebildet, dass der Übergangsabschnitt 9 und ein relevanter Abschnitt des
Lichtmusters 13 bzw. der Lichtlinie 16 im Teil-Erfassungsbereich 19 liegt. Nach der
anspruchsgemäßen Ausführung wird dieser Teil-Erfassungsbereich 19 von der Bilderfassungsvorrichtung
hoch-aufgelöst erfasst. Eine Reduktion des erfassten Abbildes auf den Teil-Erfassungsbereich
19 hat einerseits den Vorteil, dass die Erfassungs- bzw. Auslesegeschwindigkeit der
Bilderfassungsvorrichtung 10 deutlich höher ist, als beim Erfassen bzw. Auslesen des
gesamten Erfassungsbereichs 8. Zusätzlich reduziert sich durch den kleineren Teil-Erfassungsbereich
19 auch die vom Analysemodul zu verarbeitende Datenmenge deutlich, wodurch eine hohe
Verarbeitungsgeschwindigkeit erreicht werden kann. Dies wiederum ermöglicht eine sehr
genaue und zeitnahe Bestimmung des aktuellen Biegewinkels und somit eine Steigerung
des Durchsatzes durch die Biegemaschine.
[0041] Unter einer hohen Auflösung wird hierin verstanden, dass der Bereich des Lichtmusters
13 bzw. der Lichtlinie 16 zumindest ab dem Übergangsabschnitt 9 mit einer Auflösung
von zumindest 500ppi erfasst wird. Diese Auflösung ermöglicht es, sehr genau den Verlauf
der Biegelinie des Bleches im Bereich der Biegekante des Unterwerkzeugs zu bestimmen
und daraus den sich einstellenden Biegewinkel und gegebenenfalls auch eine zu erwartende
Rückfederung sehr genau und sehr schnell bestimmen zu können. Da ferner die Bilderfassungsvorrichtung
nicht mehr in ihrer relativen Ausrichtung zum Unterwerkzeug bzw. zum Blech verschwenkt
werden muss, um für unterschiedlich breite Unterwerkzeuge eingesetzt werden zu können,
lässt sich eine deutliche Steigerung der erreichbaren und reproduzierbaren Genauigkeit
bei der Bestimmung des Biegewinkels erzielen.
[0042] Mit dem gegenständlichen Verfahren wird somit eine Steigerung der Verarbeitungsgeschwindigkeit
und somit eine Erhöhung des Durchsatzes an umzuformenden Blech erzielt. Gleichzeitig
wird eine Langzeitstabilität der Biegewinkelbestimmung dadurch erreicht, dass mit
einer einfach ausgebildeten Biegewinkel-Messvorrichtung reproduzierbar eine hohe Genauigkeit
bei der Bestimmung des Biegewinkels erzielbar wird.
[0043] Abschließend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen
werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß
auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen
werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind diese Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
[0044] In der Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform des Biegewinkel-Messverfahrens gezeigt,
wobei wiederum für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie
in den vorangegangenen Figuren verwendet werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden,
wird auf die detaillierte Beschreibung in den vorangegangenen Figuren hingewiesen
bzw. Bezug genommen.
[0045] Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten des Biegewinkel-Messverfahrens,
wobei an dieser Stelle bemerkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten
Ausführungsvarianten derselben eingeschränkt ist, solange Ausführungsvarianten sich
den beigefügten Ansprüchen unterordnen lassen.
[0046] Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis
des Aufbaus des Biegewinkel-Messverfahrens dieses bzw. deren Bestandteile teilweise
unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert dargestellt wurden.
Bezugszeichenaufstellung
[0047]
- 1
- Biegemaschine
- 2
- Biegewerkzeuganordnung
- 3
- Oberwerkzeug
- 4
- Unterwerkzeug
- 5
- Blech
- 6
- Breite
- 7
- Biegewinkel-Messvorrichtung
- 8
- Erfassungsbereich
- 9
- Übergangsabschnitt
- 10
- Bilderfassungsvorrichtung
- 11
- Beleuchtungsvorrichtung
- 12
- Biegeausnehmung
- 13
- Lichtmuster
- 14
- Unterseite
- 15
- Seitenwand
- 16
- Lichtlinie
- 17
- Längsrichtung
- 18
- Führungsvorrichtung
- 19
- Teil-Erfassungsbereich
1. Biegewinkel-Messverfahren an einer Biegemaschine (1), insbesondere Biegepresse oder
Schwenkbiegemaschine, wobei die Biegemaschine (1) eine Biegewerkzeuganordnung (2)
aufweist, welche Biegewerkzeuganordnung zumindest ein Oberwerkzeug (3) und ein Unterwerkzeug
(4) umfasst,
wobei
• ein umzuformendes Blech (5) in die Biegewerkzeuganordnung (2) eingelegt wird;
• von einer Beleuchtungsvorrichtung (11) einer Biegewinkel-Messvorrichtung (7), ein
Lichtmuster (13) auf einen Abschnitt abgegeben wird, wobei der Abschnitt einteilig
ist und einen Teilbereich auf einer Seitenfläche des Unterwerkzeugs (4) und des eingelegten
Blechs (5) umfasst;
• von einer Bilderfassungsvorrichtung (10) der Biegewinkel-Messvorrichtung (7), das
Lichtmuster (13) am Unterwerkzeug (4) und am Blech (5) erfasst wird;
• von einem Analysemodul ein Biegewinkel aus dem erfassten Lichtmuster (13) ermittelt
wird;
• vom Analysemodul im erfassten Abbild ein Übergangsabschnitt (9) zwischen Unterwerkzeug
(4) und Blech (5) ermittelt wird;
dadurch gekennzeichnet, dass
• basierend auf dem Übergangsabschnitt (9), ein Teil-Erfassungsbereich (19) im Erfassungsbereich
(8) der Bilderfassungsvorrichtung (10) ermittelt wird;
• der Teil-Erfassungsbereich (19) von der, als hoch-auflösende Kamera ausgebildeten
Bilderfassungsvorrichtung (10), mit einer Auflösung im Teil-Erfassungsbereich (19)
von zumindest 500ppi erfasst wird;
• und dass während der Durchführung der Biegeumformung, der sich aktuell einstellende
Biegewinkel ermittelt wird;
• wobei der Biegewinkel aus der durch Reduktion des erfassten Abbildes auf den Teil-Erfassungsbereich
(19) reduzierten, vom Analysemodul zu verarbeitenden Datenmenge ermittelt wird.
2. Biegewinkel-Messverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsabschnitt (9) aus dem erfassten Lichtmuster (13) ermittelt wird.
3. Biegewinkel-Messverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass von der Beleuchtungsvorrichtung (11) eine Lichtlinie (16) abgegeben wird.
4. Biegewinkel-Messverfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsabschnitt (9) durch Finden einer Unstetigkeit der Geometrie im erfassten
Lichtmuster (13) ermittelt wird.
5. Biegewinkel-Messverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsabschnitt (9) basierend auf einer hinterlegten oder ermittelten Kennung
des Unterwerkzeugs (4) ermittelt wird.
6. Biegewinkel-Messverfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine am Unterwerkzeug (4) angebrachte Werkzeugkennung von der Bilderfassungsvorrichtung
(10) ausgelesen wird.
7. Biegewinkel-Messverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Teil-Erfassungsbereich (19) so gebildet wird, dass der Übergangsabschnitt (9)
im Randbereich des Teil-Erfassungsbereichs (19) liegt.
8. Biegewinkel-Messverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegewinkel-Messvorrichtung (7) längs des Unterwerkzeugs (4) verschoben wird.
9. Biegemaschine (1), insbesondere Biegepresse oder Schwenkbiegemaschine, wobei die Biegemaschine
(1) eine Biegewerkzeuganordnung (2) aufweist, welche Biegewerkzeuganordnung (2) zumindest
ein Oberwerkzeug (3) und ein Unterwerkzeug (4) umfasst;
wobei die Biegemaschine (1) eine Biegewinkel-Messvorrichtung (7) umfasst, welche Biegewinkel-Messvorrichtung
(7) eine Beleuchtungsvorrichtung (11), eine Bilderfassungsvorrichtung (10) und ein
Analysemodul umfasst;
wobei die Bilderfassungsvorrichtung (10) zur Erfassung des von der Beleuchtungsvorrichtung
(11) auf das Unterwerkzeug (4) und auf das umzuformende Blech (5) abgegebenen Lichtmusters
(13) ausgebildet ist und das Analysemodul zur Ermittlung eines Biegewinkels aus dem
erfassten Lichtmuster (13) ausgebildet ist; dadurch gekennzeichnet, dass die Bilderfassungsvorrichtung (10) als hoch-auflösende Kamera, mit einer Auflösung
in einem Teil-Erfassungsbereich (19) von zumindest 500ppi, ausgebildet ist;
und das Analysemodul zur Verarbeitung einer durch Reduktion des erfassten Abbildes
auf den Teil-Erfassungsbereich (19) reduzierten Datenmenge ausgebildet ist.
1. A bending angle measuring method on a bending machine (1), in particular a bending
press or a swivel bending machine, wherein the bending machine (1) comprises a bending
tool arrangement (2), said bending tool arrangement comprising at least one upper
tool (3) and one lower tool (4),
wherein
• a sheet metal (5) to be formed is inserted into the bending tool arrangement (2);
• a light pattern (13) is emitted onto a section by means of a lighting device (11)
of a bending angle measuring device (7), wherein the section is formed as a single
part and covers a sub-region on a lateral surface of the lower tool (4) and the inserted
sheet metal (5);
• the light pattern (13) on the lower tool (4) and on the sheet metal (5) is detected
by an image detecting device (10) of the bending angle measuring device (7);
• a bending angle is determined from the detected light pattern (13) by an analysis
module;
• in the detected image, a transition (9) between the lower tool (4) and the sheet
metal (5) is determined by the analysis module;
characterized in that
• based on the transition portion (9), a sub-detection region (19) in the detection
range (8) of the image detecting device (10) is determined;
• the sub-detection region (19) is detected by the image detecting device (10) designed
as a high-resolution camera with a resolution of at least 500ppi in the sub-detection
region (19);
• and in that during the bend-forming, the currently adjusting bending angle is determined;
• wherein the bending angle is determined from the amount of data to be processed
by the analysis module reduced to the sub-detection region (19) by reduction of the
detected image.
2. The bending angle measuring method according to claim 1, characterized in that the transition portion (9) is determined from the detected light pattern (13).
3. The bending angle measuring method according to claim 2, characterized in that a light line (16) is emitted by the lighting device (11).
4. The bending angle measuring method according to claim 2 or 3, characterized in that the transition portion (9) is determined by finding a discontinuity of the geometry
in the detected light pattern (13).
5. The bending angle measuring method according to one of claims 1 to 4, characterized in that the transition portion (9) is determined on the basis of a code of the lower tool
(4) that is stored or determined.
6. The bending angle measuring method according to claim 5, characterized in that a tool code applied to the lower tool (4) is read by the image detecting device (10).
7. The bending angle measuring method according to one of claims 1 to 6, characterized in that the sub-detection region (19) is designed such that the transition portion (9) is
located in the peripheral region of the sub-detection region (19).
8. The bending angle measuring method according to one of claims 1 to 7, characterized in that the bending angle measuring device (7) is displaced along the lower tool (4).
9. A bending machine (1), in particular a bending press or a swivel bending machine,
wherein the bending machine (1) comprises a bending tool arrangement (2), said bending
tool arrangement (2) comprising at least one upper tool (3) and one lower tool (4);
wherein the bending machine (1) comprises a bending angle measuring device (7), said
bending angle measuring device (7) comprising a lighting device (11), an image detecting
device (10) and an analysis module;
wherein the image detecting device (10) is designed for detecting the light pattern
(13) emitted by the lighting device (11) onto the lower tool (4) and onto the sheet
metal (5) to be formed and the analysis module is designed for determining a bending
angle from the detected light pattern (13);
characterized in that
the image detecting device (10) is designed as a high-resolution camera with a resolution
of at least 500ppi in a sub-detection region (19);
and the analysis module is designed for processing an amount of data reduced to the
sub-detection region (19) by reduction of the detected image.
1. Procédé de mesure d'angle de pliage sur une machine de pliage (1), plus particulièrement
une presse plieuse ou une machine de pliage pivotante, la machine de pliage (1) comprenant
une disposition d'outils de pliage (2), cette disposition d'outils de pliage comprenant
au moins un outil supérieur (3) et un outil inférieur (4),
• une tôle (5) à former étant insérée dans la disposition d'outils de pliage (2) ;
• un dispositif d'éclairage (11) d'un dispositif de mesure d'angle de pliage (7) émettant
un motif lumineux (13) sur une portion, cette portion étant formée d'une seule pièce
et comprenant une partie sur une surface latérale de l'outil inférieur (4) et de la
tôle (5) insérée ;
• un dispositif de détection d'image (10) du dispositif de mesure d'angle de pliage
(7) détectant le motif lumineux (13) sur l'outil inférieur (4) et sur la tôle (5)
;
• un module d'analyse déterminant un angle de pliage à partir du motif lumineux (13)
détecté ;
• le module d'analyse déterminant, dans l'image détectée, une portion de transition
(9) entre l'outil inférieur (4) et la tôle (5) ;
caractérisé en ce que
• sur la base de la portion de transition (9), une zone de détection partielle (19)
est déterminée dans la zone de détection (8) du dispositif de détection d'image (10)
;
• la zone de détection partielle (19) est détectée par le dispositif de détection
d'image (10) conçu comme une caméra à haute résolution, avec une résolution, dans
la zone de détection partielle (19), d'au moins 500 ppi ;
• et en ce que, pendant l'exécution du formage par pliage, l'angle de pliage actuel est déterminé
;
• l'angle de pliage étant déterminé à partir de la quantité de données à traiter par
le module d'analyse, réduite par la réduction de l'image détectée sur la zone de détection
partielle (19).
2. Procédé de mesure d'angle de pliage selon la revendication 1, caractérisé en ce que la portion de transition (9) est déterminée à partir du motif lumineux (13) détecté.
3. Procédé de mesure d'angle de pliage selon la revendication 2, caractérisé en ce que le dispositif d'éclairage (11) émet une ligne lumineuse (16).
4. Procédé de mesure d'angle de pliage selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que la portion de transition (9) est déterminée en trouvant une discontinuité de la géométrie
dans le motif lumineux (13) détecté.
5. Procédé de mesure d'angle de pliage selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la portion de transition (9) est déterminée sur la base d'un identifiant enregistré
ou déterminé de l'outil inférieur (4).
6. Procédé de mesure d'angle de pliage selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'un identifiant d'outil apposé sur l'outil inférieur (4) est lu par le dispositif de
détection d'image (10).
7. Procédé de mesure d'angle de pliage selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la zone de détection partielle (19) est formée de façon à ce que la portion de transition
(9) se trouve sur le bord de la zone de détection partielle (19).
8. Procédé de mesure d'angle de pliage selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le dispositif de mesure d'angle de pliage (7) est déplacé le long de l'outil inférieur
(4).
9. Machine de pliage (1), plus particulièrement presse plieuse ou machine de pliage pivotante,
la machine de pliage (1) comprenant une disposition d'outils de pliage (2), cette
disposition d'outils de pliage (2) comprenant au moins un outil supérieur (3) et un
outil inférieur (4) ;
la machine de pliage (1) comprenant un dispositif de mesure d'angle de pliage (7),
ce dispositif de mesure d'angle de pliage (7) comprenant un dispositif d'éclairage
(11), un dispositif de détection d'image (10) et un module d'analyse ;
le dispositif de détection d'image (10) étant conçu pour la détection du motif lumineux
(13) émis par le dispositif d'éclairage (11) sur l'outil inférieur (4) et sur la tôle
(5) à former et le module d'analyse étant conçu pour la détermination d'un angle de
pliage à partir du motif lumineux (13) détecté ;
caractérisé en ce que
le dispositif de détection d'image (10) est conçu comme une caméra à haute résolution,
avec une résolution, dans une zone de détection partielle (19), d'au moins 500 ppi
;
et le module d'analyse est conçu pour le traitement de la quantité de données réduite
par la réduction de l'image détectée sur la zone de détection partielle (19).