[0001] Die Erfindung betrifft Sitz- und Stützmöbel mit oder ohne Armlehne mit einem Sitz-
und Stützkorpus, der eine Sitzfläche und eine Stützfläche aufweist, die durch Verschwenken
des Sitz- und Stützkorpus einem Benutzer bereitgestellt werden.
[0002] DE 20 2008 017 742 U1 beschreibt ein Sitz- und Stützmöbel, welches einen Ständer und zumindest einen Sitz-
und Stützkorpus umfasst, wobei der zumindest eine Sitz- und Stützkorpus an dem Ständer
um zumindest eine horizontale Achse schwenkbar angeordnet ist. Hierbei umfasst der
Ständer mehrere Abschnitte, welche mittels Gelenken miteinander verbunden sind, sodass
der Ständer sowohl in eine horizontale als auch eine vertikale Ausrichtung des Ständers
veränderbar ist, wodurch zugleich eine Position des zumindest einen Sitz- und Stützkorpus
justierbar ist. Der Sitz- und Stützkorpus umfasst eine Sitzfläche und eine Stützfläche
und weist in einer Seitenansicht entlang der horizontalen Achse annähernd eine dreieckige
Form auf. Die Sitzfläche des Sitz- und Stützkorpus ist in einer ersten Endposition
einer Verschwenkung um die horizontale Achse im Wesentlichen in einer horizontalen
Ebene angeordnet, wobei die Sitzfläche in einer zweiten Endposition der Verschwenkung
quer zu der horizontalen Ebene angeordnet ist. Die Stützfläche des Sitz- und Stützkorpus
ist an einer der Sitzfläche benachbarten Seite des Sitz- und Stützkorpus angeordnet.
Hierbei bilden die Sitzfläche und die Stützfläche in etwa einen Winkel von 45° aus.
Zusätzlich zu der Justierung des Sitz- und Stützkorpus, welche vorstehend beschrieben
wurde, kann der Sitz- und Stützkorpus um die horizontale Achse in eine zweite Endposition
verschwenkt werden, sodass einem Benutzer anstatt der Sitzfläche die Stützfläche zugekehrt
ist, welche er bspw. zum Stehsitzen nutzen kann. Der Sitz- und Stützkorpus kann also
variabel an den Körper und die Bedürfnisse des Benutzers angepasst werden, sodass
dieser wahlweise auf dem Stützkorpus sitzen bzw. angelehnt stehen kann. Nachteilig
umfasst die Verstellung des Sitz- und Stützkorpus mehrere zeitaufwändige Arbeitsschritte,
zudem ergeben sich aus der Vielfalt der Verstellmöglichkeiten quasi eine unbegrenzte
Anzahl an möglichen Position und Orientierungen des Sitz- und Stützkorpus, sodass
es unter Umständen recht mühsam für den Benutzer ist, eine passende Position zu finden.
[0003] DE 10 2008 011 309 B3 zeigt ein drehbares und höhenverstellbares Sitzmöbel, welches einen Ständer und einen
Sitz- und Stützkorpus umfasst, wobei der Sitz- und Stützkorpus über ein Basisteil
mit dem Ständer verbunden ist. An dem Basisteil ist ein erstes Ende einer Feder angelenkt,
wobei die Feder mit einem zweiten Ende mit einer Lenkeranordnung gekoppelt ist, wobei
die Lenkeranordnung mit dem Sitz- und Stützkorpus gekoppelt ist. Der Sitz- und Stützkorpus
ist um eine horizontale Achse der Lenkeranordnung, welche in dem Basisteil gelagert
ist, schwenkbar angeordnet. Hierbei weist der Sitz- und Stützkorpus eine Sitzfläche
auf, die in einer ersten Endposition einer Verschwenkung um die horizontale Achse
im Wesentlichen in einer horizontalen Ebene angeordnet ist. Mittels einer Zwangsführung
ist eine Rückenlehne an die Sitzfläche gekoppelt, sodass eine Bewegung der Sitzfläche
die Rückenlehne entlang der Zwangsführung von einer ersten Endposition in eine zweite
Endposition verlagert. Nach einer Verschwenkung bzw. Verlagerung in die zweite Endposition
befindet sich die Sitzfläche noch immer im Wesentlichen in einer horizontalen Ebene,
wobei die Rückenlehne hierbei durch die Zwangsführung um etwa 30 Grad im Uhrzeigersinn
verschwenkt wird, sodass der Benutzer eine zurückgelehnte Sitzposition einnehmen kann.
Beim Verschwenken des Sitz- und Stützkorpus wird die Feder gespannt, sodass die Feder
die Verschwenkung des Sitz- und Stützkorpus zurück in die erste Endposition um die
horizontale Achse unterstützt.
[0004] JP H 07 236544 A zeigt ein Sitz- und Stützmöbel mit Armlehne, wobei das Sitz-und Stützmöbel einen
Sitz- und Stützkorpus aufweist, der auf einem Ständer um eine horizontale Achse schwenkbar
angeordnet ist. Der Sitz- und Stützkorpus weist dabei eine Sitzfläche auf, die in
einer ersten Endposition einer Verschwenkung um die horizontale Achse im Wesentlichen
in einer horizontalen Ebene angeordnet ist. Nach Verschwenkung des Sitz- und Stützkorpus
um die horizontale Achse in eine zweite Endposition ist die Sitzfläche quer zu der
horizontalen Ebene angeordnet. Das Sitz- und Stützmöbel umfasst weiter eine an einer
von der Sitzfläche beabstandeten Seite des Sitz- und Stützkorpus angeordnete Stützfläche,
auf die sich der Benutzer in der zweiten Endposition des Sitz- und Stützkorpus abstützen
kann. An dem Ständer ist ein erstes Ende einer Feder angeschlossen, wobei die Feder
eine Verschwenkung des Sitz- und Stützkorpus um die horizontale Achse unterstützt.
[0005] EP 1 116 626 A2 zeigt einen in einem Flurförderzeug vorgesehenen Fahrersitz, wobei der Fahrersitz
einen Sitz- und Stützkorpus aufweist, der um zumindest eine horizontale Achse schwenkbar
auf einem fest mit dem Fahrzeug verbundenen Ständer angeordnet ist. Der Sitz- und
Stützkorpus weist dabei eine Sitzfläche auf, die in einer ersten Endposition einer
Verschwenkung um die horizontale Achse im Wesentlichen in einer horizontalen Ebene
angeordnet ist. In einer zweiten Endposition der Verschwenkung um die horizontale
Achse ist die Sitzfläche quer zu der horizontalen Ebene angeordnet. Weiter umfasst
der Sitz- und Stützkorpus eine Stützfläche, die auf einer von der Sitzfläche beabstandeten
Seite des Sitz- und Stützkorpus angeordnet ist. Der Sitz- und Stützkorpus ist dabei
mittels einer Gasfeder in der Höhe einstellbar, wobei die Gasfeder mit einem ersten
Ende an dem Ständer und mit einem zweiten Ende an einer den Sitz- und Stützkorpus
tragenden Halterung angeschlossen ist.
[0006] CN 103 181 689 A zeigt einen Klappsitz, wobei der Klappsitz einen-Sitz- und Stützkorpus umfasst, der
verschwenkbar auf einem als Gestänge ausgebildeten Ständer angeordnet ist. Der Sitz-
und Stützkorpus weist dabei eine Sitzfläche auf, die in einer ersten Endposition der
Verschwenkung um eine parallel zu dem Ständer verlaufende horizontale Achse im Wesentlichen
in einer horizontalen Ebene angeordnet ist. Weiter weist der Sitz- und Stützkorpus
eine Stützfläche auf, die an einer von der Sitzfläche beabstandeten Seite des Sitz-
und Stützkorpus angeordnet ist. An den Ständer ist dabei ein erstes Ende einer Feder
und an dem Sitz- und Stützkorpus ein zweites Ende der Feder angeschlossen. Dabei unterstützt
die Feder die Verschwenkung des Sitz- und Stützkorpus um die horizontale Achse.
[0007] Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Sitz- und Stützmöbel mit oder ohne Armlehne
mit einer Sitzfläche und einer Stützfläche anzugeben, das eine zuverlässige und benutzerfreundliche
Bedienung ermöglicht.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Sitz- und Stützmöbel mit oder ohne Armlehne
mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Gemäß einem Aspekt der Erfindung ist ein Sitz- und Stützmöbel mit oder ohne Armlehne
geschaffen, welches einen Ständer und einen Sitz- und Stützkorpus aufweist, wobei
der Sitz- und Stützkorpus auf dem Ständer um zumindest eine horizontale Achse schwenkbar
angeordnet ist. Dabei ist ein verfahrbares Rollensystem an den Ständer angeschlossen,
weiches vorteilhaft gewährleistet, dass das Sitz- und Stützmöbel beispielsweise in
einem Büro nicht getragen werden muss, sondern leicht verfahren werden kann. Hierbei
weist der Ständer einen ausfahrbaren Stoppmechanismus auf, wobei der ausfahrbare Stoppmechanismus
ab einer vordefinierten Höhe aktivierbar ist. Dabei ist der Stoppmechanismus durch
eine vertikale Kraft auf den Sitz- und Stützkorpus auslösbar und blockiert dadurch
ein an den Ständer angeschlossenes verfahrbares Rollensystem. Diese vertikale Kraft
kann beispielsweise durch das Stehsitzen erzeugt werden. Die vertikale Kraft, die
dazu nötig ist, um den Stoppmechanismus auszulösen, ist zweckmäßig allerdings deutlich
kleiner gewählt als die Gewichtskraft eines typischen Benutzers, sodass beispielsweise
auch ein Kind den Stoppmechanismus leicht auslösen kann. Insbesondere ist die aufzuwendende
vertikale Kraft so klein, dass der Stoppmechanismus durch einen moderaten Druck der
Hände auslösbar ist und das verfahrbare Rollensystem blockiert. Hierbei weist der
Sitz- und Stützkorpus eine Sitzfläche auf, die in einer ersten Endposition einer Verschwenkung
um die horizontale Achse im Wesentlichen in einer horizontalen Ebene angeordnet ist,
wobei die Sitzfläche in einer zweiten Endposition der Verschwenkung quer zu der horizontalen
Ebene angeordnet ist. Hierbei weist der Sitz- und Stützkorpus eine Stützfläche auf,
die an einer von der Sitzfläche beabstandeten Seite des Sitz-und Stützkorpus angeordnet
ist. An den Ständer ist ein erstes Ende einer Feder angeschlossen, wobei an dem Sitz-
und Stützkorpus ein zweites Ende der Feder angeschlossen ist, und wobei die Feder
eine Verschwenkung des Sitz-und Stützkorpus um die horizontale Achse unterstützt.
[0010] Indem die Sitzfläche in einer ersten Endposition der Verschwenkung um die horizontale
Achse im Wesentlichen in einer horizontalen Ebene angeordnet ist, kann ein Benutzer
diese Sitzfläche in der Art und Weise eines herkömmlichen Bürostuhls nutzen. Vorteilhaft
ist nach der Verschwenkung des Sitz- und Stützkorpus die Stützfläche in einer derartigen
Position angeordnet, dass die Stützfläche, alternativ zu der Sitzfläche, durch den
Benutzer zum Zwecke des Stehsitzens verwendet werden kann. Vorteilhaft wird dadurch
erreicht, dass ein einziges Sitz- und Stützmöbel zumindest zwei verschiedene Nutzpositionen
für den Benutzer bereitstellt. Dadurch, dass die Sitzfläche in der zweiten Endposition
quer, vorzugsweise in etwa senkrecht zu der horizontalen Ebene angeordnet ist, ist
die Sitzfläche im Wesentlichen parallel zu dem Ständer in Richtung eines Bodens angeordnet
und behindert dadurch den Benutzer nicht, wenn sich dieser an der Stützfläche zum
Stehsitzen auflehnt. Dadurch, dass das erste Ende der Feder an dem Ständer und das
zweite Ende der Feder an dem Sitz- und Stützkorpus angeordnet ist, wird die Schwenkbewegung
vorteilhaft unterstützt, sodass ein Benutzer eine geringe Kraft zum Verschwenken aufwenden
muss, wobei andererseits vorteilhaft auch die Verschwenkung zurück in die erste Endposition
gedämpft wird, sodass Bauteile des Sitz- und Stützmöbels nicht unnötig belastet werden
und zugleich akustische Geräusche gedämpft werden.
[0011] Bevorzugt spannt die Feder den Sitz- und Stützkorpus in Richtung auf die zweite Endposition
der Verschwenkung vor. Ein Schwerpunkt des Sitz- und Stützkorpus ist dahingehend ausgestaltet,
dass die Feder, indem sie in Richtung auf die zweite Endposition der Verschwenkung
vorgespannt ist, den Öffnungsvorgang vorteilhaft unterstützt, sodass ein Benutzer
weniger Kraft für die Verschwenkung aufwenden muss. Zugleich wird ein unkontrolliertes
Verschwenken des Sitz- und Stützkorpus von seiner ersten Endposition in seine zweite
Endposition gedämpft.
[0012] Zweckmäßigerweise ist das erste Ende der Feder verschwenkbar an dem Ständer angeschlossen,
sodass die Feder vorteilhaft mitschwenkbar angeschlossen ist. Durch das verschwenkbare
Anschließen der Feder an den Ständer wird das erste Ende der Feder vorteilhaft an
dem stabilen Ständer gelagert, sodass Druckkräfte, welche bei einer Verschwenkung
des Sitz- und Stützkorpus entstehen, keine instabilen Bauteile beschädigen, sondern
von dem robusten Ständer aufgenommen werden. Das verschwenkbare Anschließen des ersten
Lenkers an den Ständer ermöglicht, dass die Feder die Schwenkbewegung des Sitz- und
Stützkorpus unterstützen bzw. abfedern kann. Um ein Drehmoment auf den Sitz- und Stützkorpus
auszuüben, ist zumindest ein Ende der Feder gegen ein außerhalb des Sitz- und Stützkorpus
angeordnetes Teil abgestützt.
[0013] Bevorzugt ist das zweite Ende der Feder verschwenkbar an dem Sitz- und Stützkorpus
angeschlossen. Vorteilhaft wird dadurch ermöglicht, dass die Feder mitschwenkbar angeordnet
ist und die unterstützende Kraftwirkung der Feder bei der Verschwenkung direkt auf
den Sitz- und Stützkorpus übertragen wird, ohne dass zusätzliche Bauteile verwendet
werden müssen.
[0014] Bevorzugt verläuft zumindest eine Gelenkachse der Feder parallel zu der horizontalen
Achse. Vorteilhaft wird dadurch erreicht, dass das durch die Feder erzeugte Drehmoment
optimal genutzt werden kann, um die Verschwenkung des Sitz- und Stützkorpus um die
horizontale Achse zu unterstützen.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Stützfläche und die Sitzfläche in
einem feststehenden Einschlusswinkel zueinander an dem Sitz-und Stützkorpus angeordnet.
Vorteilhaft ergibt sich daraus, dass der Sitz- und Stützkorpus einstückig ausgebildet
sein kann und dadurch eine hohe Stabilität aufweist. Diese hohe Stabilität ist deswegen
vorteilhaft, da nicht nur die Sitzfläche, sondern auch die Stützfläche beim Stehsitzen
das Gewicht eines Benutzers trägt. Alternativ ist es möglich, den Stütz- und Sitzkorpus
zweistückig auszubilden. Dies würde allerding ein zusätzliches Bauteil erforderlich
machen, welches die Sitzfläche und die Stützfläche stabil und sicher verbindet.
[0016] Vorteilhaft begrenzen die erste und die zweite Endposition einen Schwenkbereich,
der dem Einschlusswinkel zwischen der Stützfläche und der Sitzfläche entspricht. Im
Allgemeinen ist der Einschlusswinkel zwischen der Sitzfläche und einer Rückenlehne
bei einem Sitz- und Stützmöbel in etwa 90 Grad. Vorliegend befindet sich die Rückenlehne
auf der entgegensetzten Seite der Stützfläche, sodass die Sitzfläche auch mit der
Stützfläche einen Einschlusswinkel von in etwa 90 Grad ausbildet. Dadurch, dass der
Schwenkbereich diesem Einschlusswinkel entspricht, wird vorteilhaft gewährleistet,
dass die Sitzfläche in der zweiten Endposition parallel zur Erstreckung des Ständers
angeordnet ist und den Benutzer nicht in seinem Bewegungsspielraum behindert, wenn
er sich zum Stehsitzen auf der Stützfläche anlehnen will. Zudem wird dadurch gewährleistet,
dass die Sitz- und Stützfläche nach der Schwenkbewegung im Wesentlichen in der gleichen
horizontalen Ebene wie die Sitzfläche vor der Verschwenkung angeordnet ist, so dass
die Last des Benutzers mit wenig Momenten in den Ständer eingeleitet wird.
[0017] Bevorzugt ist die horizontale Achse in einem Kugelgelenk verwirklicht, wobei das
Kugelgelenk eine dreidimensionale Bewegung des Sitz- und Stützkorpus ermöglicht. Eine
dreidimensionale Bewegung des Sitz- und Stützkorpus aktiviert vorteilhaft die untere
Rücken- und Gesäßmuskulatur des Benutzers, wodurch diese gestärkt werden und möglichen
Rückenbeschwerden vorbeugt.
[0018] Alternativ ist die horizontale Achse in einem Eingelenk aufgenommen, wobei das Eingelenk
die Verschwenkung um die horizontale Achse ermöglicht. Vorteilhaft gewährleistet das
Eingelenk eine sehr stabile Art der Verschwenkung um die horizontale Achse, die Robustheit
und Langlebigkeit des Verschwenkungsmechanismus garantiert. Eine weitere alternative
gelenkige Verbindung kann z. B. durch ein Viergelenk bereitgestellt werden.
[0019] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Sitz- und Stützmöbels ist das erste Ende
der Feder nahe der horizontalen Achse angeschlossen. Hierdurch wird erreicht, dass
schon eine kleine Auslenkung der Feder ausreicht, um einen großen Verschwenkungswinkel
zu ermöglichen.
[0020] Zweckmäßigerweise ist das erste Ende der Feder außerhalb einer in der Regel vertikalen
Achse des Ständers angeordnet. Hierdurch wird vorteilhaft erreicht, dass das erste
Ende der Feder außerhalb des Ständers an den Ständer angeschlossen werden kann und
nicht in den Ständer eingebaut werden muss, sodass die Feder bei einer eventuellen
Fehlfunktion leichter austauschbar ist.
[0021] Bevorzugt ist das erste Ende der Feder außerhalb der horizontalen Achse angeordnet.
Hierdurch wird vorteilhaft erreicht, dass ein Drehmoment, welches durch die Feder
erzeugt wird, bezüglich der horizontalen Achse, einen Hebelarm mit einer Länge ungleich
Null zugeordnet bekommt, sodass die Federkraft die Verschwenkung um die horizontale
Achse unterstützen kann.
[0022] Bevorzugt ist das erste Ende der Feder in einer Basisebene unterhalb der horizontalen
Achse angeschlossen. Hierdurch wird vorteilhaft gewährleistet, dass ein Drehmoment
an den Sitz- und Stützkorpus bzgl. der horizontalen Achse wirkbar angreifen kann.
[0023] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist das zweite Ende der Feder nahe
der Stützfläche angeordnet.
[0024] Vorzugsweise ist das zweite Ende der Feder in einer Wanderebene oberhalb der horizontalen
Achse und vorzugsweise parallel zu der Basisebene angeordnet. Indem das erste Ende
der Feder unterhalb der horizontalen Achse in der Basisebene angeordnet ist und das
zweite Ende der Feder überhalb der horizontalen Achse in einer Wanderebene angeordnet
ist, wird ermöglicht, dass die Feder die Schwenkbewegung von der ersten Endposition
in die zweite Endposition durch den Benutzer unterstützt und zugleich die Verschwenkung
von der zweiten Endposition in die erste Endposition vorteilhaft dämpft, da die Feder
ein wirksames Drehmoment bzgl. der horizontalen Achse ausübt. Hierbei erfolgt die
Schwenkbewegung in eine Schwenkrichtung, welche durch die Federkraft vorgegeben ist.
[0025] Zweckmäßigerweise bildet eine der Stützfläche gegenüberliegende Seite des Sitz- und
Stützkorpus eine Rückenlehne aus. Vorteilhaft wird dadurch erreicht, dass sich der
Benutzer auch in der ersten Endposition in einer gemütlichen Position auf dem Sitz-
und Stützmöbel zurücklehnen kann.
[0026] Zweckmäßigerweise weist die Rückenlehne eine konkave Form auf, sodass sie sich der
Struktur des Rückens eines Benutzers auf angenehme Weise anschmiegen kann.
[0027] Bevorzugt sind die Stützfläche und die Rückenlehne mit unterschiedlichem Material
umkleidet. Vorteilhaft kann dadurch erreicht werden, dass die Stützfläche, welche
zum Stehsitzen verwendet wird und die Rückenlehne, welche zum Anlehnen verwendet wird,
zwei unterschiedliche Materialien aufweisen, die speziell an die Bedürfnisse von Unterbekleidung
wie etwa Hosen und die Rückenlehne an Oberbekleidung wie etwa Hemden oder Pullover
angepasst ist. Zudem ist die Möglichkeit gegeben, dass die Rückenlehne beispielsweise
mit einer Massagefunktion ausgebildet sein kann.
[0028] Alternativ sind die Stützfläche und die Rückenlehne mit identischem Material umkleidet.
[0029] Zweckmäßigerweise sind die Sitzfläche und die Stützfläche mit unterschiedlichem Material
ausgekleidet. Vorteilhaft kann dadurch erreicht werden, dass die Sitzfläche beispielsweise
mit einem Material umkleidet ist, welches bevorzugt in kälteren Wintermonaten verwendet
wird, wobei die Stützfläche mit einem Material umkleidet ist, welches besonders feuchtigkeitsdurchlässig
ist, sodass beispielsweise in warmen Sommermonaten Schweiß zügig von dem Benutzer
abtransportiert wird. Alternativ sind die Stützfläche und die Sitzfläche mit identischem
Material umkleidet.
[0030] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung umfasst der Sitz- und Stützkorpus eine formsteife
Tragstruktur, wobei die Tragstruktur die Sitzfläche und die Stützfläche verstärkt
und aussteift. Vorteilhaft gewährleistet die formsteife Tragstruktur einen stabilen
Sitz- und Stützkorpus. Bei herkömmlichen Stühlen wird die Hauptlast von der Sitzfläche
getragen, wohingegen die Rückenlehne bzw. die Stützfläche nur einen Bruchteil der
Gewichtskraft des Benutzers aufzunehmen haben und deshalb weniger formsteif und verstärkt
ausgebildet sein müssen. Vorteilhaft gewährleistet die formsteife Tragstruktur sowohl
eine Verstärkung der Sitzfläche als auch eine Verstärkung der Rückenlehne bzw. der
Stützfläche, da es vorgesehen ist, dass der Benutzer wahlweise sein Gewicht auf der
Sitzfläche bzw. auf der Stützfläche ablegt. Zu diesem Zweck ist sowohl die Sitzfläche
als auch die Stützfläche in der Lage, die volle Gewichtskraft des Benutzers zu tragen.
[0031] Bevorzugt umfasst die Tragstruktur winkelförmige Streben. Die winkelförmigen Streben
sind insbesondere deshalb vorteilhaft, da eine natürlich Sitzposition eines Benutzers
im Wesentlichen einen winkelförmigen Verlauf aufweist, sodass die winkelförmigen Streben
die Körperstruktur gut wiedergeben und abstützen können.
[0032] Zweckmäßigerweise ist die Tragstruktur einstückig ausgebildet. Vorteilhaft wird dadurch
gewährleistet, dass die Tragstruktur zeit- und kostengünstig herstellbar ist, da zusätzliche
Montagearbeiten entfallen. Alternativ kann die Tragstruktur jedoch auch zweistückig
oder mehrstückig ausgebildet sein.
[0033] Bevorzugt rotieren die Sitzfläche und die Stützfläche synchron um den gleichen Winkel.
Alternativ rotiert die Sitzfläche um einen kleineren Winkel als die Stützfläche, wodurch
vorteilhaft eine Kollision mit dem Ständer verhindert werden kann.
[0034] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung sind Anschlaggeräusche, welche bei der Verschwenkung
zwischen der ersten und der zweiten Endposition entstehen, durch einen Puffer, der
zwischen beweglichen Bauteilen angeordnet ist, akustisch dämpfbar. Hieraus folgt,
dass sowohl Bauteile des Sitz- und Stützmöbels geschont werden, da durch die Dämpfung
eine Materialschonung ermöglicht wird und dass der Stuhl einen hochwertigeren Eindruck
macht, indem die Verschwenkung möglichst leise vonstattengeht und dadurch auch beispielsweise
in einem Büro andere Mitarbeiter nicht gestört werden, wenn der Benutzer das Sitz-
und Stützmöbel von der ersten Endposition in die zweite Endposition und zurück verschwenkt.
[0035] Zweckmäßigerweise ist das Verschwenken durch einen Mechanismus triggerbar, der eine
Verriegelung löst. Bei diesem Mechanismus kann es sich wahlweise um einen Knopf, einen
Hebel oder auch eine elektronische Vorrichtung handeln, die die Verriegelung erst
freigibt, nachdem der Benutzer, ein Sensor oder ein anderes wohldefiniertes Auslösesignal
den Mechanismus triggert. Hierdurch wird vorgebeugt, dass sich das Sitz- und Stützmöbel
unbeabsichtigt von der einen Endposition in die zweite Endposition verschwenkt. Zugleich
wird aber auch die Möglichkeit bereitgestellt, dass der Sitz- und Stützkorpus zu einem
wohldefinierten Zeitpunkt automatisch verschwenken kann. Alternativ kann der Mechanismus
auch solange manuell betätigt werden, bis eine gewünschte Position erreicht ist. Wahlweise
kann es sich hierbei um eine der Endpositionen oder um eine Zwischenposition handeln.
[0036] Vorzugsweise ist die Stützfläche in einer zweiten Endposition in einer horizontalen
Ebene angeordnet. Dies ermöglicht, dass die Stützfläche durch einen Benutzer bequem
zum Stehsitzen geeignet ist.
[0037] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung weist die Stützfläche eine leicht konvexe Form
auf. Durch diese leicht konvexe Form wird ermöglicht, dass in der zweiten Endposition
die Stützfläche zum Stehsitzen geeignet ist, und sich die Stützfläche der Körperstruktur
eines Benutzers im Gesäßbereich anpasst. Alternativ kann die Stützfläche auch eine
im Wesentlichen flache Ebene ausbilden.
[0038] Bevorzugt ist die Feder durch ein Verriegelungsmittel verriegelbar. Die Feder unterstützt
die Schwenkbewegung von der ersten Endposition in die zweite Endposition und dämpft
die Schwenkbewegung von der zweiten Endposition zurück in die erste Endposition. Durch
ein Verriegelungsmittel, welches die Feder verriegelt, wird vorteilhaft gewährleistet,
dass die Unterstützung bzw. die Dämpfung nur nach Wunsch eines Benutzers und nicht
unbeabsichtigt eintritt. Sowohl in der ersten Endposition als auch in der zweiten
Endposition kann damit eine Verriegelung und Feststellung der jeweiligen Position
gewährleistet werden. Alternativ ist die Feder in einer beliebigen Zwischenposition
verriegelbar.
[0039] Zweckmäßigerweise ist das Verriegelungsmittel durch einen Betätigungsknopf freigebbar.
Dieser Betätigungsknopf ist vorzugsweise so angeordnet, dass dieser einerseits nicht
zufällig durch den Benutzer ausgelöst wird, aber andererseits auch gut erreichbar
ist, falls der Benutzer das Sitz- und Stützmöbel verschwenken möchte. Hierzu kann
beispielsweise eine der Sitzfläche abgekehrte Seite des Sitz- und Stützkorpus zur
Aufnahme des Betätigungsknopfs vorgesehen sein.
[0040] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die Feder in den Sitz- und Stützkorpus aufgenommen.
Dies hat den Vorteil, dass die Feder vor Beschädigungen von außerhalb durch den Sitz-
und Stützkorpus geschützt ist und dass beispielsweise vermieden wird, dass die Finger
eines Benutzers zwischen die beweglichen Teile der Gelenke, an welchen die Feder angelenkt
ist, kommen und dadurch verletzt werden.
[0041] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Sitz- und Stützmöbels ist die Feder als
Gasfeder ausgebildet. Vorteilhaft kann die Gasfeder die Verschwenkung durch einen
kleinen Federweg bereitstellen, zudem weist die Gasfeder eine vom Federweg nahezu
unabhängige Kraft auf. Alternativ kann die Feder auch als Schraubenfeder, Winkelfeder,
Schenkelfeder oder anderer Federtyp ausgebildet sein.
[0042] Bevorzugt ist der Ständer durch ein von der vorgenannten Feder unabhängiges Federsystem
höhenverstellbar. Hierbei ist das Federsystem in Richtung auf eine höhere Sitzflächenposition
vorgespannt. Schon bei bekannten Bürostühlen ist die Höhenverstellbarkeit eine wichtige
Eigenschaft, um das Sitz- und Stützmöbel auf die Bedürfnisse eines Benutzers anzupassen.
Vorliegend kommt weiter hinzu, dass, selbst wenn die Sitzposition an einen Benutzer
angepasst wäre, das Sitz- und Stützmöbel nach der Verschwenkung in die zweite Endposition
neu in seiner Höhe verstellt werden kann, um dem Benutzer ein angenehmes Stehsitzen
zu ermöglichen; dies wird vorteilhaft durch das höhenverstellbare Federsystem im Ständer
ermöglicht.
[0043] Zweckmäßigerweise ist das Federsystem in dem Ständer aufgenommen. Hierdurch wird
kein unnötiger Raum durch das Federsystem beansprucht, wobei das Federsystem zugleich
von dem Ständer umkleidet wird, sodass ein optisch ansprechenderes Erscheinungsbild
resultiert. Des Weiteren verhindert die Umkleidung des Federsystems, dass beispielsweise
Finger eines Benutzers zwischen die beweglichen Teile des Federsystems gelangen und
dadurch verletzt werden können.
[0044] Gemäß einem Aspekt der Erfindung ist ein Sitz- und Stützmöbel mit oder ohne Armlehne
geschaffen, welches einen Ständer und einen Sitz- und Stützkorpus aufweist, wobei
der Sitz- und Stützkorpus auf dem Ständer um zumindest eine horizontale Achse schwenkbar
angeordnet ist. Der Sitz- und Stützkorpus weist eine Sitzfläche auf, die in einer
ersten Endposition in einer Verschwenkung um die horizontale Achse im Wesentlichen
einer horizontalen Ebene angeordnet ist, wobei die Sitzfläche in einer zweiten Endposition
der Verschwenkung quer zu der horizontalen Ebene angeordnet ist. Der Sitz- und Stützkorpus
weist eine Stützfläche auf, die an einer von der Sitzfläche beabstandeten Seite des
Sitz-und Stützkorpus angeordnet ist, wobei der Ständer einen ausfahrbaren Stoppmechanismus
aufweist, und wobei der ausfahrbare Stoppmechanismus ab einer vordefinierten Höhe
aktivierbar ist.
[0045] Der ausfahrbare Stoppmechanismus ermöglicht vorteilhaft, dass das Sitz- und Stützmöbel,
an welches z.B. ein verfahrbares Rollensystem angeschlossen ist, sicher an einem Boden
festgestellt werden kann, sodass ein unabsichtliches Verfahren des Sitz- und Stützmöbels
verhindert wird. Der ausfahrbare Stoppmechanismus ist vorteilhaft erst ab einer bestimmten
Höhe aktivierbar, da bevorzugt der Stoppmechanismus nur in der zweiten Endposition
beim Stehsitzen eingesetzt werden soll, welche höher ist als die erste Endposition,
welche zum Sitzen verwendet wird. Ist der Sitz- und Stützkorpus des Sitz- und Stützmöbels
in der ersten Endposition, sitzt der Benutzer auf der Sitzfläche, sodass das Verfahren
des Sitz- und Stützmöbels durch das Rollensystem wie bei gängigen Bürostühlen sogar
erwünscht ist. Beim Stehsitzen in der zweiten Endposition jedoch ist es wünschenswert,
dass das verfahrbare Rollensystem blockiert wird. Dies wird durch den Stoppmechanismus
realisiert.
[0046] Bevorzugt ist der Ständer durch ein Federsystem höhenverstellbar, dies gewährleistet,
dass der Benutzer seine Wunschposition einstellen kann. Hierbei ist das Federsystem
in Richtung auf eine höhere Sitzflächenposition vorgespannt, sodass die Gewichtskraft
des Sitz- und Stützkorpus vorteilhaft gekontert wird.
[0047] In einer bevorzugten Weiterentwicklung weist das Federsystem den Stoppmechanismus
auf, wobei der Stoppmechanismus durch das Federsystem steuerbar ist. Dies gewährleistet
vorteilhaft, dass das höhenverstellbare Federsystem zugleich den Stoppmechanismus
steuert, sodass keine zusätzliche Einrichtung für das Feststellen eines Rollensystems
notwendig ist.
[0048] Vorzugsweise ist der Stoppmechanismus des Federsystems verriegelbar und durch einen
Mechanismus lösbar. Dies gewährt vorteilhaft, dass der Stoppmechanismus nicht unbeabsichtigt
gelöst wird, sodass sich das Sitz- und Stützmöbel durch das Rollensystem verfahren
lässt. Hierdurch wird verhindert, dass sich ein Benutzer beispielsweise an das Sitz-
und Stützmöbel anlehnt, welches der Kraft nachgeben und wegfahren würde, sodass unter
Umständen der Benutzer verletzt werden würde.
[0049] Bevorzugt ist ein der Sitzfläche abgekehrter Endbereich des Stoppmechanismus mit
einem bremsfähigen Material wie Hartgummi, Kautschuk, Plastik oder einem anderen bremsfähigen
Material umkleidet.
[0050] Gemäß einem Aspekt ist ein Sitz- und Stützmöbel mit oder ohne Armlehne geschaffen,
welches einen Ständer und einen Sitz- und Stützkorpus aufweist, wobei der Sitz- und
Stützkorpus auf dem Ständer um zumindest eine horizontale Achse schwenkbar angeordnet
ist. Der Sitz- und Stützkorpus weist eine Sitzfläche auf, die in einer ersten Endposition
in einer Verschwenkung um die horizontale Achse im Wesentlichen in einer horizontalen
Ebene angeordnet ist, wobei die Sitzfläche in einer zweiten Endposition der Verschwenkung
quer zu der horizontalen Ebene angeordnet ist. Der Sitz- und Stützkorpus weist eine
Stützfläche auf, die an einer von der Sitzfläche beabstandeten Seite des Sitz-und
Stützkorpus angeordnet ist, wobei an dem Sitz- und Stützkorpus ein Abdeckteil beweglich
angeschlossen ist, und wobei das Abdeckteil gegenüber dem Sitz- und Stützkorpus verlagerbar
ist, sodass auf einer der Stützfläche abgewandten Seite des Sitz- und Stützkorpus
durch das ausgefahrene Abdeckteil eine verlängerte Rückenlehne ausgebildet ist, deren
Oberfläche abschnittsweise aus dem Sitz- und Stützkorpus und aus dem Abdeckteil ausgebildet
ist.
[0051] Dies ermöglicht vorteilhaft, dass die Stützfläche bzw. die Rückenlehne beim Sitzen
in der ersten Endposition länger ausgebildet ist als beim Stehsitzen in der zweiten
Endposition. Hierdurch weist die Stützfläche einen geringeren Hebelarm auf, sodass
der Sitz- und Stützkorpus weniger stark belastet wird. Zudem kann die Rückenlehne
so gebaut werden, dass sie die Norm DIN EN 1335-1:2002-08 bzgl. einer Mindesthöhe
für eine Rückenlehne eines Bürostuhls erfüllt.
[0052] Bevorzugt ist das Abdeckteil über eine Kinematik an den Sitz- und Stützkorpus gekoppelt,
wobei die Betätigung der Kinematik an die Schwenkbewegung gekoppelt sein kann. Hierdurch
ist es möglich, dass das Abdeckteil bei der Verschwenkung von der ersten Endposition
in die zweite Endposition automatisch von seiner ausgefahrenen Stellung in eine eingefahrene
Stellung verlagert wird. Als Kinematik kommt z.B. eine Viergelenkkinematik in Betracht.
[0053] Weitere Vorteile, Eigenschaften und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen sowie aus der nachstehenden Beschreibung eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels.
[0054] Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt ein Sitz- und Stützmöbel in einer ersten Endposition in einer Seitenansicht.
- Fig. 2
- zeigt das Sitz- und Stützmöbel aus Fig. 1 in einer Seitenansicht in einer zweiten
Endposition mit einem ausgefahrenen Stoppmechanismus.
- Fig. 3
- zeigt eine Frontalansicht des Sitz- und Stützmöbels aus Fig. 1 in einer ersten Endposition.
- Fig. 4
- zeigt eine Frontalansicht des Sitz- und Stützmöbels aus Fig. 1 in der zweiten Endposition
bei noch nicht ausgefahrenem Stoppmechanismus.
- Fig. 5
- zeigt das Sitz- und Stützmöbel aus Fig. 1 in seiner zweiten Endposition in einer Frontalansicht
mit ausgefahrenem Stoppmechanismus.
- Fig. 6
- zeigt das Sitz- und Stützmöbel aus Fig. 1 in einer Seitenansicht bei teilweise ausgefahrenem
Abdeckteil.
- Fig. 7
- zeigt das Sitz- und Stützmöbel aus Fig. 1 in einer Seitenansicht bei vollständig ausgefahrenem
Abdeckteil.
[0055] Fig. 1 zeigt ein Sitz- und Stützmöbel 10 in einer ersten Endposition 12a in einer
Seitenansicht. Das Sitz- und Stützmöbel 10 umfasst einen Sitz- und Stützkorpus 14,
welcher in der Form eines Winkels, mit zwei im Wesentlichen senkrecht aufeinander
stehenden Schenkeln, ausgebildet ist. Ähnlich ist dies auch bei herkömmlichen Bürostühlen
der Fall. Der Sitz- und Stützkorpus 14 umfasst eine Sitzfläche 16, auf die sich ein
Benutzer mit seinem Gesäßbereich setzen kann. Auf einer Oberflächenseite des Sitz-
und Stützkorpus 14, an welcher die Sitzfläche 16 angeordnet ist, ist zudem eine Rückenlehne
18 angeordnet, an welcher sich ein Rückenbereich des Benutzers abstützen kann. Die
Sitzfläche 16 geht nahtlos an einem nach oben gebogenen Bereich des Sitz- und Stützkorpus
14 in die Rückenlehne 18 über. Vorliegend bilden eine Ebene der Sitzfläche 16 und
eine Ebene der Rückenlehne 18 in etwa einen Winkel von 90 Grad aus. Die Sitzfläche
16 verläuft im Wesentlichen entlang einer horizontalen Ebene, wohingegen eine Stützfläche
20 um Wesentlichen entlang einer vertikalen Ebene verläuft.
[0056] Auf einer der Rückenlehne 18 abgekehrten Seite des Sitz- und Stützkorpus 14 ist die
Stützfläche 20 angeordnet. Diese Stützfläche 20 kann von einem Benutzer bei einer
entsprechenden Verschwenkung des Sitz- und Stützmöbels 10 zum Stehsitzen genutzt werden.
Bezüglich einer vertikalen Linie, welche zwischen der Rückenlehne 18 und der Stützfläche
20 entlang des Sitz- und Stützkorpus 14 verläuft, ist die Rückenlehne 18 in einer
konkaven Form und die Stützfläche 20 in einer konvexen Form ausgebildet.
[0057] Der Sitz- und Stützkorpus 14 ist in einem Eingelenk 22 in einem Ständer 24 gelagert.
Das Eingelenk 22 umfasst eine horizontale Achse 26, um welche der Sitz- und Stützkorpus
- in Fig. 1 entgegen des Uhrzeigersinns - um circa 90 Grad verschwenkt werden kann.
[0058] Um eine solche Verschwenkung um die horizontale Achse 26 zu unterstützen, ist eine
als Gasdruckfeder ausgebildete Feder 28 an dem Sitz- und Stützmöbel 10 angeordnet.
Hierbei ist die Feder 28 an einem ersten Ende 30a über eine Gelenkachse 32a gelenkig
an den Ständer 24 angeschlossen und mit einem zweiten Ende 30b gelenkig mittels einer
zweiten Gelenkachse 32b gelenkig an dem Sitz- und Stützkorpus 14 angeschlossen. Die
Feder 28 ist vorliegend als eine Gasdruckfeder ausgebildet, welche in Fig. 1 in einem
vorgespannten Zustand gezeigt ist. Die Gelenkachse 32a der Feder 28 befindet sich
in einer horizontalen Basisebene, welche weiter von der Sitzfläche 18 beabstandet
ist als eine horizontale Ebene, die durch die horizontale Achse 26 verläuft. Die Gelenkachse
32b der Feder 28 befindet sich in einer horizontalen Wanderebene, welche weniger weit
von der horizontalen Ebene der horizontalen Achse 26 beabstandet ist als die horizontale
Ebene, die durch die horizontale Achse 26 verläuft. Die Wanderebene weist in der ersten
Endposition eine geringere Höhe als in der zweiten Endposition auf, da sie der Schwenkbewegung
folgt. Durch diese höhenversetzte Anordnung der Gelenkachsen 32a, 32b von der horizontalen
Achse 26 ist gewährleistet, dass die vorgespannte Feder 28 ein Drehmoment auf den
Sitz- und Stützkorpus 14 ausüben kann, welches die Schwenkbewegung im Uhrzeigersinn
um die horizontale Achse 26 unterstützt. So kann die Feder 28 den Sitz- und Stützkorpus
14 leicht in die zweite Endposition 12b verschwenken, welche in Fig. 2 gezeigt ist.
In Fig. 2 liegt die Feder 28 in einem entspannten Zustand vor. Bei einem Zurückschwenken
von der zweiten Position 12b in die erste Endposition 12a wirkt die Feder 28 nun dämpfend,
sodass Anschlaggeräusche oder Kräfte reduziert bzw. gedämpft werden.
[0059] Bevorzugt ist ein Verriegelungsmechanismus vorgesehen, der das Sitz- und Stützmöbel
sowohl in der Fig. 1 ersten Endposition 12a als auch in der Fig. 2 gezeigten zweiten
Endposition 12b verriegelt, sodass eine unabsichtliche Schwenkbewegung verhindert
wird. Hierzu blockiert der Verriegelungsmechanismus die Schwenkbewegung.
[0060] Der Ständer 24 ist vorliegend als höhenverstellbarer Ständer 24 ausgebildet. Aus
diesem Grund ist der Ständer 24 zweistückig ausgebildet. In dem Ständer 24 ist ein
Federsystem 34 aufgenommen, wobei das Federsystem 34 als ein höhenverstellbares Federsystem
34 ausgebildet ist und die Höhenverstellung des Sitz- und Stützmöbels 10 steuert.
Hierzu ist das Federsystem 34 zentral in dem Ständer 24 aufgenommen und von diesem
umkleidet, sodass ein optisch ansprechenderes Erscheinungsbild entsteht, aber auch
verhindert wird, dass beispielsweise Finger des Benutzers leicht zwischen bewegliche
Teile des Federsystems 34 gelangen können und der Benutzer hierdurch verletzt wird.
Vorliegend fällt die Achse des Federsystems 34 mit der vertikalen Achse 24 des Ständers
24 zusammen.
[0061] In einem unteren, dem Sitz- und Stützkorpus 14 abgewandten Bereich des Ständers 24
ist ein verfahrbares Rollensystem 36 mit fünf Rollen an den Ständer 24 angeschlossen,
sodass das Sitz- und Stützmöbel 10 auf einer Unterlage schnell und einfach durch den
Benutzer, welcher auf der Sitzfläche 16 sitzt, in der Art und Weise eines herkömmlichen
Bürostuhls verfahren werden kann.
[0062] Das Federsystem 34 umfasst zudem einen Stoppmechanismus 38. An einem dem Sitz- und
Stützkorpus 14 abgewandten Ende des Ständers 24 ist ein Endbereich 40 des Stoppmechanismus
38 angeordnet, welcher in Fig. 1 in einem eingefahrenen Zustand gezeigt ist, sodass
kein Kontakt mit einer ebenen Unterlage besteht und sich das Sitz- und Stützmöbel
10 durch das verfahrbare Rollensystem 36 verfahren lässt.
[0063] Fig. 2 zeigt den Sitz- und Stützkorpus 24 in seiner zweiten Endposition 12b, sodass
ein Benutzer die Stützfläche 20 zum Stehsitzen verwenden kann. Die Stützfläche 20
ist nun im Wesentlichen parallel zu einer horizontalen Ebene der Sitzfläche 16 aus
Fig. 1 angeordnet, wobei die Sitzfläche 16 in Fig. 2 im Wesentlichen parallel zu einer
vertikalen Ebene der Stützfläche 20 aus Fig. 1 angeordnet ist. Daraus folgt, dass
der Sitz- und Stützkorpus 14 im Wesentlichen einen Schwenkwinkel von 90 Grad umfahren
hat. Sowohl in Fig. 1 als auch in Fig. 2, also in beiden Endpositionen 12a, 12b der
Verschwenkung, ist die erste Gelenkachse 32a der Feder 28 in einer Basisebene angeordnet,
welche weniger weit von dem Rollensystem 36 beabstandet ist als die horizontale Achse
26. Sowohl in Fig. 1 als auch in Fig. 2, also in beiden Endpositionen der Verschwenkung
12a, 12b, ist die zweite Gelenkachse 32b weiter von dem Rollensystem 36 beabstandet
als die horizontale Achse 26. In der zweiten Endposition 12b zeigt eine Normale, welche
von einer Oberfläche der Rückenlehne 18 abgeht in eine Richtung, welche parallel zu
einer Erstreckung des Ständers 24 verläuft.
[0064] In der zweiten Endposition 12b weist die Stützfläche 20, ausgehend von einem Anfangspunkt,
welcher im Wesentlichen vertikal über dem Ständer angeordnet ist, bis zu einem Endpunkt
in Richtung des Rollensystems 36 eine leicht abfallende Krümmung auf, welche ein angenehmes
Stehsitzen zur Folge hat.
[0065] In Fig. 2 liegt das höhenverstellbare Federsystem 34 in einem ausgefahrenen Zustand
vor, hierbei ist das Eingelenk 32 weiter von dem Rollensystem 36 beabstandet ist als
in Fig. 1. Zudem zeigt Fig. 2, dass der Endbereich 40 des Stoppmechanismus 38 in einem
ausgefahrenen Zustand vorliegt, sodass der Endbereich 40 des Stoppmechanismus 38 mindestens
genauso weit von der horizontalen Ebene durch die horizontale Achse 26 beabstandet
ist wie eine der horizontalen Ebene abgewandte Seite des Rollensystems 36. Hierdurch
folgt, dass der Endbereich 40 des Stoppmechanismus 38 Kontakt mit einem Boden bzw.
einer Unterlage hat und dadurch ein Verfahren des Rollensystem 36 verhindert, sodass
das Sitz- und Stützmöbel einen festen Stand hat, wenn sich ein Benutzer zum Stehsitzen
auf die Stützfläche 20 anlehnt bzw. aufsetzt. Hierdurch wird ermöglicht, dass das
Sitz- und Stützmöbel 10 nicht unbeabsichtigt verrollen kann und das Verletzungsrisiko
für den Benutzer verringert wird. Hierzu besteht der Endbereich 40 des Stoppmechanismus
38 bevorzugt aus einem Material wie etwa Hartgummi, Plastik oder einem ähnlichen bremsfähigen
Material.
[0066] Fig. 3 zeigt das Sitz- und Stützmöbel 10 in einer Frontalansicht in der ersten Endposition
12a. In dieser ersten Endposition 12a ist der Endbereich 40 des Stoppmechanismus 38
eingefahren, sodass das Sitz- und Stützmöbel 10 durch das Rollensystem 36 verfahren
werden kann.
[0067] Fig. 4 zeigt das Sitz- und Stützmöbel 10 in einer Frontalansicht in der zweiten Endposition
12b, wobei der Ständer 24 dieselbe Höhe wie in Fig. 3 aufweist und noch nicht durch
das Federsystem 34 in eine abgesenkte Blockierposition verfahren wurde. In diesem
Zustand ist das Sitz- und Stützmöbel 10 noch nicht vollständig zum Stehsitzen geeignet,
da die Stützfläche 20 für einen normal großen Erwachsenen zu niedrig angeordnet ist.
In diesem Zustand kann das Sitz- und Stützmöbel 10 mittels des Rollensystems 36 noch
auf die bevorzugte Position entlang eines Bodens verfahren werden, in welcher das
Sitz- und Stützmöbel 10 zum Stehsitzen benutzt werden soll. So zeigt Fig. 4, dass
bei noch nicht höhenverstelltem Ständer 24 der Endbereich 40 des Stoppmechanismus
38 weiterhin eingefahren ist.
[0068] Fig. 5 zeigt das Sitz- und Stützmöbel 10 wiederum in einer Frontalansicht in der
zweiten Endposition 12b, wobei im Gegensatz zu Fig. 4 der Ständer 24 mittels des Federsystems
34 nun in seiner Höhe verstellt wurde, sodass ein größerer Abstand zwischen dem Rollensystem
36 und der Stützfläche 20 erreicht wurde. Nun befindet sich das Sitz- und Stützmöbel
10 in einer Höhe, dass die Stützfläche 20 von dem Benutzer zum Stehsitzen verwenden
werden kann. Um vorzubeugen, dass das Sitz- und Stützmöbel 10 nun unbeabsichtigt verfährt,
ist der Endbereich 40 des Stoppmechanismus 38 ausgefahren, sodass durch den Kontakt
des Endbereich 40 des Stoppmechanismus 38 mit einer Unterlage bzw. eines Bodens eine
Bremswirkung einsetzt, welche das verfahrbare Rollensystem blockiert.
[0069] Fig. 1 zeigt, dass der Sitz- und Stützkorpus 14 ein Abdeckteil 42 umfasst, welches
auf einer der Rückenlehne 18 abgewandten Seite des Sitz- und Stützkorpus 14 angeordnet
ist. Hierbei bildet eine Oberfläche des Abdeckteils 42 die Stützfläche 20 aus. In
Fig. 1 ist das Abdeckteil 42 in seiner eingefahrenen Position gezeigt, sodass ein
oberes Ende des Abdeckteils 42 nicht über den restlichen Sitz- und Stützkorpus 14
hinausragt.
[0070] Fig. 5 zeigt das Abdeckteil 42 in einer teilweise ausgefahrenen Position und Fig.
6 zeigt das Abdeckteil 42 in seiner vollständig ausgefahrenen Position. Durch das
vollständig ausgefahrene Abdeckteil 42 ist eine verlängerte Rückenlehne 19 ausgebildet,
die abschnittsweise aus dem Sitz- und Stützkorpus 14 und aus dem Abdeckteil 42 ausgebildet
ist.
[0071] Das Abdeckteil 42 ist wahlweise über einer Schiebeführung oder eine Lenkerkinematik
an den Sitz-und Stützkörper 14 angeschlossen, wobei die Schiebeführung bzw. die Lenkerkinematik
derart an die Schwenkbewegung des Sitz- und Stützkörpers 14 gekoppelt ist, dass das
Abdeckteil 32 je nach Endposition ausgefahren bzw. eingefahren ist.
[0072] Die Erfindung funktioniert nun wie folgt: Ein Benutzer kann das Sitz- und Stützmöbel
10 in der in Fig. 1 gezeigten ersten Endposition 12a zum Sitzen nutzen. In dieser
ersten Endposition kann der Benutzer je nach seinen Wünschen die Rückenlehne 18 mittels
des Abdeckteils 42 zu der verlängerten Rückenlehne 19 erweitern. Möchte der Benutzer
nun das Sitz- und Stützmöbel 10 in der in Fig. 2 gezeigten zweiten Endposition 12a
zum Stehsitzen nutzen, löst er eine Verriegelung, welche beispielsweise an der Feder
28 angeordnet sein kann, sodass die Schwenkbewegung um die horizontale Achse 26 freigegeben
wird. Nach dem Lösen der Verriegelung unterstützt die Feder 28 die Schwenkbewegung
in die zweite Endposition 12b oder kann bei entsprechend hoch gewählter Federkraft
die Verschwenkung um die horizontale Achse 26 selbstständig ausführen.
[0073] In der zweiten Endposition befindet sich das Sitz- und Stützmöbel 10 nun noch nicht
in einer geeigneten Höhe zum Stehsitzen. Vorliegend weist das Federsystem 34 die Eigenschaften
auf, dass es erst ab einer vordefinierten Höhe durch eine vertikale Druckkraft den
Stoppmechanismus 38 auslöst.
[0074] Zunächst liegt am Ende der Schwenkbewegung das Sitz- und Stützmöbel 10 in der Endposition
12b noch nicht in einer erhöhten höhenverstellten Position vor, sodass eine vertikale
Kraft, welche auf die Stützfläche 20 ausgeübt wird, noch nicht zu einem Ausfahren
des Endbereiches des Stoppmechanismus 40 führen würde, sowie es in Fig. 4 gezeigt
ist.
[0075] In der Folge verstellt das Federsystem 34 den Ständer 24 eine gewünschte Höhe, welche
beispielsweise der Höhe in Fig. 5 entspricht. Diese Höhe überschreitet nun die vordefinierte
Höhe, ab welcher das Federsystem 34 den Stoppmechanismus 38 ausfahren kann. Wird nun
eine vertikale Kraft auf die Stützfläche 20 ausgeübt, fährt der Endbereich 40 des
Stoppmechanismus 38 wie in Fig. 5 gezeigt aus und blockiert dadurch das verfahrbare
Rollensystem, wodurch das Sitz- und Stützmöbel 10 nun einen sicheren Halt für das
Stehsitzen bereitstellt. Hierbei stellt das Federsystem 24 sowohl die Höhenverstellung
bereit als auch die Eigenschaft den Endbereich 40 des Stoppmechanismus 38 ab einer
gewissen Höhenverstellung auszufahren.
[0076] Der Benutzer kann das Sitz- und Stützmöbel 10 nun in der zweiten Endposition 12b
verriegeln. Durch ein Lösen dieser Verriegelung kann das Sitz- und Stützmöbel 10 von
der zweiten Endposition 12b wieder zurück in die erste Endposition 12a verschwenken.
Hierbei dämpft die Feder 28 die Schwenkbewegung, d.h. die Feder 28 wird durch manuelles
Verschwenken gespannt. In einem nächsten Schritt löst der Benutzer den Stoppmechanismus
38, sodass das Sitz- und Stützmöbel 10 wieder mittels des Rollensystems 36 verfahrbar
ist und justiert den Ständer 24 auf eine gewünschte Sitzhöhe.
1. Sitz- und Stützmöbel mit oder ohne Armlehne, umfassend
einen Ständer (24), und
einen Sitz- und Stützkorpus (14), der auf dem Ständer (24) um zumindest eine horizontale
Achse (26) schwenkbar angeordnet ist,
wobei der Sitz- und Stützkorpus (14) eine Sitzfläche (16) aufweist, die in einer ersten
Endposition (12a) einer Verschwenkung um die horizontale Achse (26) im Wesentlichen
in einer horizontalen Ebene angeordnet ist,
wobei die Sitzfläche (16) in einer zweiten Endposition (12b) der Verschwenkung quer
zu der horizontalen Ebene angeordnet ist,
wobei der Sitz- und Stützkorpus (14) eine Stützfläche (20) aufweist, die an einer
von der Sitzfläche (16) beabstandeten Seite des Sitz- und Stützkorpus (14) angeordnet
ist,
wobei der Ständer (24) einen ausfahrbaren Stoppmechanismus (38) aufweist,
wobei der ausfahrbare Stoppmechanismus (38) ab einer vordefinierten Höhe aktivierbar
ist,
wobei der Stoppmechanismus (38) durch eine vertikale Kraft auf den Sitz und Stützkorpus
(14) auslösbar ist und ein an dem Ständer angeschlossenes verfahrbares Rollensystem
(36) blockiert,
wobei an den Ständer (24) ein erstes Ende (30a) einer Feder (28) angeschlossen ist,
wobei an dem Sitz- und Stützkorpus (14) ein zweites Ende (30b) der Feder (28) angeschlossen
ist, und
wobei die Feder (28) eine Verschwenkung des Sitz- und Stützkorpus (14) um die horizontale
Achse (26) unterstützt.
2. Sitz- und Stützmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (28) den Sitz- und Stützkorpus (14) in Richtung auf die zweite Endposition
(12b) der Verschwenkung vorspannt.
3. Sitz- und Stützmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschwenken durch einen Mechanismus triggerbar ist, der eine Verrieglung löst.
4. Sitz- und Stützmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Ende (30a) der Feder (28) verschwenkbar an den Ständer (24) angeschlossen
ist, und dass das zweite Ende (30b) der Feder (28) verschwenkbar an dem Sitz- und
Stützkorpus (14) angeschlossen ist.
5. Sitz- und Stützmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontale Achse (26) und zumindest eine Gelenkachse (32a; 32b) der Feder (28)
zueinander parallel verlaufen.
6. Sitz- und Stützmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Ende (30a) der Feder (28) in einer Basisebene unterhalb der horizontalen
Achse (26) angeschlossen ist und, dass das zweite Ende (30b) der Feder (28) in einer
Wanderebene oberhalb der horizontalen Achse (26) angeordnet ist.
7. Sitz- und Stützmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Stützfläche (20) gegenüberliegende Seite des Sitz- und Stützkorpus (14)
eine Rückenlehne (18) ausbildet.
8. Sitz- und Stützmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sitz- und Stützkorpus (14) eine formsteife Tragstruktur umfasst, und dass die
Tragstruktur die Sitzfläche (16) und die Stützfläche (20) verstärkt und aussteift.
9. Sitz- und Stützmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (28) durch ein Verriegelungsmittel verriegelbar ist, und dass das Verriegelungsmittel
durch einen Betätigungsknopf freigebbar ist.
10. Sitz- und Stützmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (28) in dem Sitz- und Stützkorpus (14) aufgenommen ist.
11. Sitz- und Stützmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (28) als Gasfeder ausgebildet ist.
12. Sitz- und Stützmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ständer (24) durch ein Federsystem (34) höhenverstellbar ist.
13. Sitz- und Stützmöbel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Federsystem (34) in dem Ständer (24) aufgenommen ist.
14. Sitz- und Stützmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Sitz- und Stützkorpus (14) ein Abdeckteil (42) beweglich angeschlossen ist,
und
dass das Abdeckteil (42) gegenüber dem Sitz- und Stützkorpus (14) verlagerbar ist,
sodass auf einer der Stützfläche (20) abgewandten Seite des Sitz- und Stützkorpus
(14) durch das ausgefahrene Abdeckteil (42) eine verlängerte Rückenlehne (19) ausgebildet
ist, deren Oberfläche abschnittsweise aus dem Sitz- und Stützkorpus (14) und aus dem
Abdeckteil (42) ausgebildet ist.
15. Sitz- und Stützmöbel nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kinematik des Abdeckteils (42) an die Schwenkbewegung gekoppelt ist.
1. A seating and support furniture with or without armrests, comprising
a stand (24), and
a seating and support corpus (14) which is arranged on the stand (24) such that it
is pivotable about at least one horizontal axis (26),
wherein the seating and support corpus (14) has a seat surface (16) which is arranged
in a first end position (12a) of a pivoting movement about the horizontal axis (26)
in a substantially horizontal plane,
wherein the seat surface (16) in a second end position (12b) of the pivoting movement
is arranged transversely to the horizontal plane,
wherein the seating and support corpus (14) has a support surface (20) which is arranged
on a side of the seating and support corpus (14) spaced apart from the seat surface
(16),
wherein the stand (24) has an extendable stopping mechanism (38),
wherein the extendable stopping mechanism (38) can be activated from a predefined
height,
wherein the stopping mechanism (38) can be triggered by a vertical force on the seating
and support corpus (14) and blocks a movable castor system (36) attached to the stand
(24),
wherein a first end (30a) of a spring (28) is attached to the stand (24),
wherein a second end (30b) of the spring (28) is attached to the seating and support
corpus (14), and
wherein the spring (28) supports a pivoting movement of the seating and support corpus
(14) about the horizontal axis (26).
2. The seating and support furniture as claimed in claim 1, characterized in that the spring (28) pretensions the seating and support corpus (14) in a direction of
the second end position (12b) of the pivoting movement.
3. The seating and support furniture as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the pivoting can be triggered by a mechanism which releases a lock.
4. The seating and support furniture as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the first end (30a) of the spring (28) is pivotably attached to the stand (24), and
that the second end (30b) of the spring (28) is pivotably attached to the seating
and support corpus (14).
5. The seating and support furniture as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the horizontal axis (26) and at least one articulation axis (32a; 32b) of the spring
(28) run parallel to one another.
6. The seating and support furniture as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the first end (30a) of the spring (28) is attached in a base plane below the horizontal
axis (26), and that the second end (30b) of the spring (28) is arranged in a moving-around
plane above the horizontal axis (26).
7. The seating and support furniture as claimed in one of the preceding claims, characterized in that one side of the seating and support corpus (14) opposite the support surface (20)
forms a backrest (18).
8. The seating and support furniture as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the seating and support corpus (14) comprises a rigid load-bearing structure, and
that the load-bearing structure reinforces and stiffens the seat surface (16) and
the support surface (20).
9. The seating and support furniture as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the spring (28) is lockable by a locking means, and that the locking means is releasable
by an actuating button.
10. The seating and support furniture as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the spring (28) is housed in the seating and support corpus (14).
11. The seating and support furniture as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the spring (28) is configured as a gas spring.
12. The seating and support furniture as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the stand (24) is height-adjustable by a spring system (34).
13. The seating and support furniture as claimed in claim 12, characterized in that the spring system (34) is housed in the stand (24).
14. The seating and support furniture as claimed in one of the preceding claims, characterized in that a cover part (42) is movably attached to the seating and support corpus (14), and
that the cover part (42) is movable in respect of the seating and support corpus (14),
so that on one side of the seating and support corpus (14) facing away from the support
surface (20), an extended backrest (19) is formed by the extended cover part (42),
the surface of said backrest being sectionally formed from the seating and support
corpus (14) and from the cover part (42).
15. The seating and support furniture as claimed in claim 14, characterized in that a kinematics of the cover part (42) is coupled to the pivoting movement.
1. Meuble d'assise et de support avec ou sans accoudoir, comprenant
une colonne (24), et
un élément d'assise et de support (14) qui est disposé monté sur la colonne (24) de
manière pivotante sur au moins un axe horizontal (26),
l'élément d'assise et de support (14) étant pourvu d'une surface d'assise (16) qui
est disposée sensiblement dans un plan horizontal dans une première position d'extrémité
(12a) d'un pivotement sur l'axe horizontal (26),
la surface d'assise (16) étant disposée en transversale au plan horizontal dans une
seconde position d'extrémité (12b) du pivotement,
l'élément d'assise et de support (14) étant pourvu d'une surface de support (20) qui
est disposée sur un côté, espacé de la surface d'assise (16), de l'élément d'assise
et de support (14),
la colonne (24) comportant un mécanisme d'arrêt extensible (38),
le mécanisme d'arrêt extensible (38) pouvant être activé à partir d'une hauteur prédéfinie,
le mécanisme d'arrêt (38) pouvant être déclenché par une force verticale agissant
sur l'élément d'assise et de support (14) et bloquant un système de rouleau mobile
(36) relié à la colonne,
une première extrémité (30a) d'un ressort (28) étant raccordée à la colonne (24),
une seconde extrémité (30b) du ressort (28) étant raccordée à l'élément d'assise et
de support (14), et
le ressort (28) favorisant le pivotement de l'élément d'assise et de support (14)
sur l'axe horizontal (26).
2. Meuble d'assise et de support selon la revendication 1, caractérisé en ce que le ressort (28) précontraint l'élément d'assise et de support (14) en direction de
la deuxième position extrémité (12b) du pivotement.
3. Meuble d'assise et de support selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le pivotement peut être déclenché par un mécanisme qui débloque le verrouillage.
4. Meuble d'assise et de support selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la première extrémité (30a) du ressort (28) est raccordée de manière pivotante à
la colonne (24), et en ce que la seconde extrémité (30b) du ressort (28) est raccordée de manière pivotante à l'élément
d'assise et de support (14).
5. Meuble d'assise et de support selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'axe horizontal (26) et au moins un axe d'articulation (32a; 32b) du ressort (28)
s'étendent parallèlement l'un à l'autre.
6. Meuble d'assise et de support selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première extrémité (30a) du ressort (28) est raccordée à un plan de base situé
au-dessous de l'axe horizontal (26) et en ce que la seconde extrémité (30b) du ressort (28) est disposée dans un plan d'excursion
situé au-dessus de l'axe horizontal (26).
7. Meuble d'assise et de support selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'une des surfaces de support (20), opposée à l'élément d'assise et de support (14),
forme un dossier (18).
8. Meuble d'assise et de support selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'assise et de support (14) comprend une structure porteuse de forme rigide,
et en ce que la structure porteuse renforce et rigidifie la surface d'assise (16) et la surface
de support (20).
9. Meuble d'assise et de support selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le ressort (28) peut être verrouillé par un moyen de verrouillage, et en ce que le moyen de verrouillage peut être libéré par un bouton d'actionnement.
10. Meuble d'assise et de support selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le ressort (28) est logé dans l'élément d'assise et de support (14).
11. Meuble d'assise et de support selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le ressort (28) est conçu comme un ressort à gaz.
12. Meuble d'assise et de support selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la colonne (24) est réglable en hauteur par un système à ressort (34).
13. Meuble d'assise et de support selon la revendication 12, caractérisé en ce que le système à ressort (34) est logé dans la colonne (24).
14. Meuble d'assise et de support selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un élément de couvrement (42) est raccordé de manière mobile à l'élément d'assise
et de support (14) et en ce que l'élément de recouvrement (42) est déplaçable par rapport à l'élément d'assise et
de support (14) de telle sorte qu'un dossier allongé (19) est formé par l'élément
de recouvrement déployé (42) sur un côté, opposé à la surface de support (20), de
l'élément d'assise et de support (14), la surface dudit dossier étant constituée par
endroits de l'élément d'assise et de support (14) et de l'élément de recouvrement
(42).
15. Meuble d'assise et de support selon la revendication 14, caractérisé en ce qu'une cinématique de l'élément de recouvrement (42) est couplée au mouvement de pivotement.