[0001] Die Erfindung betrifft eine Matratze, aufweisend einen Kern und einen Bezug, wobei
der Kern in Längsrichtung der Matratze erstreckende Schichten umfasst, wobei eine
Mittelschicht zwischen einer ersten und einer zweiten Deckschicht angeordnet ist.
[0002] Eine gute Matratze muss verschiedene Aufgaben erfüllen, die einander zum Teil widersprechende
Eigenschaften erfordern. Eine ihrer Aufgaben ist es, den auf ihr liegenden Körper
zu stützen. Hierfür muss sie über eine ausreichende Härte verfügen. Andererseits soll
sie möglichst bequem sein und ein komfortables Liegen ermöglichen. Die Auslegung einer
Matratze ist somit immer ein Kompromiss zwischen unterschiedlichen Anforderungen.
[0003] Bei einer gut ausgelegten Matratze sollte der von der Matratze dem Körper entgegengebrachte
Widerstand spürbar sein, aber als angenehm empfunden werden. Hierzu ist es erforderlich,
dass sich die Matratze der Kontur einer auf ihr liegenden Person möglichst gut anpassen
kann. Dabei ist zu beachten, dass eine Person im Schlaf ihre Position öfters verändert
und die Kontur eines in der Seitenlage auf der Matratze liegenden Menschen im Allgemeinen
stärker ausgeprägt ist als in der Rückenlage. Insbesondere das Becken und der Brustbereich
sollten in der Seitenlage von der Matratze aufgenommen und gestützt werden, ohne dass
sich Druckstellen bilden. Auf einer guten Matratze liegt die Person deshalb nicht
nur auf, sondern sinkt zum Teil in sie hinein. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass
sich die Matratze dem Verlauf der Wirbelsäule bis zum Kopf möglichst gut anpasst.
Hierdurch wird gewährleistet, dass der Rumpf der Person in Gänze aufliegt und die
Wirbelsäule vollständig gestützt ist. Dies erlaubt den Bandscheiben, sich während
der Nachtruhe entspannen können.
[0004] Neben der erforderlichen Elastizität der Matratze hängt der Schlafkomfort des Weiteren
davon ab, wie gut eine Matratze die vom liegenden Körper abgestrahlte Wärme aufnehmen
und die durch Körperschweiß entstehende Feuchtigkeit ableiten kann. Eine derartige
Anforderungen erfüllende Matratze ist aus dem Österreichischen Gebrauchsmuster 400/2014
bekannt
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Matratze vorzuschlagen, die einen
nochmals verbesserten Schlaf-Komfort bietet. Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Matratze
gemäß Anspruch 1. Vorteilhafte Ausführungsformen werden in den Unteransprüchen genannt.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Matratze gemäß Anspruch 1 ist im Kern zwischen der Mittelschicht
und der ersten Deckschicht eine erste Zwischenschicht und zwischen der Mittelschicht
und der zweiten Deckschicht eine zweite Zwischenschicht angeordnet, wobei die erste
Deckschicht, die zweite Deckschicht und die Mittelschicht aus einer Polymerdispersion,
insbesondere aus Naturlatex, ausgebildet sind und in Längsrichtung des Kerns vorzugsweise
durchgehend verlaufen. Der Kern der erfindungsgemäßen Matratze weist somit fünf übereinander
angeordnete Schichten respektive Lagen auf, die zur Ausbildung des von der Matratze
gebotenen Schlafkomforts zusammenwirken. Die Schichten können so jeweils auf bestimmte
Eigenschaften hin optimiert werden, die zur Ausbildung des Liegekomforts der Matratze
zusammenwirken. Da die erste Deckschicht, die zweite Deckschicht und die Mittelschicht
sich über die Grundfläche des Kerns erstrecken, verbessern sie zusätzlich die Stabilität
des Kerns.
[0007] Jede der beiden Deckschichten der Latex-Matratze bildet eine durchgehende Unterstützung
der jeweiligen Liegefläche des Bezugs aus, so dass die Matratze gewendet werden kann
und beidseitig nutzbar ist. Die Deckschichten gewährleisten damit zudem eine durchgehende
Stützung eines auf der Matratze liegenden Körpers. Aufgrund der einteiligen Ausbildung
der Deckschicht ist die Stützung einer Person auch unabhängig von der Lage ihres Körpers
auf der Matratze.
[0008] Zwischen den beiden Deckschichten ist die Mittelschicht angeordnet, wobei die der
Liegefläche entgegengesetzten Seite der Deckschichten die in der Mittelschicht ausgebildeten
Segmente übergreift. Die feste Verbindung der einzelnen Schichten erfolgt vorzugsweise
durch ein Verkleben der aneinander angrenzenden Oberflächen. Dies gewährleistet, dass
der Druck einer auf der Matratze liegenden Person nicht alleine durch die jeweilige
Deckschicht aufgefangen, sondern in die darunterliegenden Schichten abgeleitet wird.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die erste und die zweite Zwischenschicht
in quer zur Längsrichtung der Matratze angeordnete Segmente eingeteilt, die in Längsrichtung
aufeinander folgen, wobei benachbarte Segmente unterschiedliche Festigkeiten aufweisen.
[0010] Die Segmente der beiden Zwischenschichten verlaufen quer zur Matratzen-Längsrichtung,
wobei mit Längsrichtung der Matratze deren Ausrichtung vom Kopfzum Fußende gemeint
ist. Die segmentierten Zwischenschichten verbessern die Deformierbarkeit und damit
die Anpassungsfähigkeit der Matratze an die Kontur einer auf ihr liegenden Person.
So können die einzelnen Segmente aus Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften
gebildet werden, die insbesondere unterschiedliche Stauchhärten respektive Festigkeiten
aufweist. Durch die Auswahl von Materialien mit jeweils geeigneter Stauchhärte wird
die Deformierbarkeit der Zwischenschichten in Längsrichtung gesehen verändert. Dies
ermöglicht es, die Elastizität der Matratze auf den Körperbau eines auf der Matratze
in Längsrichtung liegenden Körpers und auf das damit einhergehende Flächengewicht
zu optimieren.
[0011] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weisen einzelne Segmente übereinander
angeordnete Abschnitte auf. Übereinander im Sinne dieser Anmeldung bedeutet, dass
die Grenze zwischen den übereinander angeordneten Abschnitten zumindest im Wesentlichen
parallel zur Liegefläche der Matratze verläuft. Die Unterteilung der Segmente in einzelne
Anschnitte erlaubt es, die Eigenschaften der jeweiligen Segmente noch besser einzustellen.
Indem für die Abschnitte Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften ausgewählt
werden, lässt sich der Liegekomfort des jeweiligen Segments durch das Zusammenwirken
der jeweiligen Material noch besser einstellen.
[0012] Vorteilhafterweise erstrecken sich einzelne Abschnitte über mehrere Segmente. Werden
bestimmte Materialeigenschaften in zueinander benachbarten Segmenten verwendet, können
die entsprechenden Abschnitte segment-übergreifend ausgebildet werden. Dies vereinfacht
die Struktur und erleichtert den Zusammenbau der Matratze.
[0013] Von Vorteil ist es auch, wenn die Abschnitte zumindest im überwiegenden Anteil aus
Naturlatex, Presskokos oder Kokoslatex gefertigt sind. Die drei Materialien sind natürlichen
Ursprungs und dünsten auch bei Erwärmung auf Körpertemperatur keine unangenehm riechenden
oder sogar gesundheitsbeeinträchtigende Stoffe aus. Aufgrund ihrer unterschiedlichen
Eigenschaften hinsichtlich ihrer Festigkeit und Elastizität., lassen sie durch die
Wahl ihrer Kombinationen in der Zwischenschicht der Liegekomfort des jeweiligen Segment
leicht einstellen.
[0014] Naturlatex ist strapazierfähig und elastisch, es geht also nach einer Krafteinwirkung
vollständig in seine ursprüngliche Form zurück.
[0015] Presskokos ist sehr luftdurchlässig und weist eine geringe Elastizität auf. Ein besonders
gut zu verarbeitender Presskokos umfasst gerade und gekräuselte Kokosfasern, die vernadelt
werden. Nach dem Vernadeln entsteht eine feste Schicht, welche zur Stabilisierung
auf einer Seite mit Latex besprüht wird Als besonders geeignet hat sich ein Naturlatexanteil
von ca. 20 % erwiesen. Anschließend wird der Presskokos vulkanisiert. Auf diese Weise
entsteht eher festes Produkt ohne Sprungkraft.
[0016] Kokoslatex ist sehr elastisch und kann flexibel eingesetzt werden. Bei einem vorzugsweise
eingesetzten Kokoslatex werden nur gekräuselte Fasern gelegt und mit Naturlatex besprüht.
Ein solcher Kokoslatex hat durchgehend dieselbe Struktur. Ein besonders geeigneter
Kokoslatex weist einen Naturlatexanteil von ca. 50 % auf. Hierdurch werden praktisch
alle Faser mit Latex verbunden, wodurch eine gleichmäßige Elastizität erreicht wird.
Nach dem Besprühen wird Kokoslatex gepresst und vulkanisiert.
[0017] Vorzugsweise sind zwischen den Abschnitten zumindest im Wesentlichen senkrecht zur
Mittelschicht verlaufende Aussparungen angeordnet, wobei die Aussparungen die Abschnitte
vollständig voneinander trennen. Die von der ersten und zweiten Deckschicht jeweils
zur Mittelschicht verlaufenden und an diese angrenzenden Aussparungen ermöglichen
auf einfache Weise eine Trennung der einzelnen Abschnitte. Ein besonderer Vorteil
der Aussparungen ist dabei, dass sie die einzelnen Abschnitte nicht nur trennen, sondern
auch voneinander beabstanden. Sie bilden somit einen Freiraum zwischen den einzelnen
Segmenten aus. In diesen Freiraum kann sich die an die Aussparung angrenzende Seitenfläche
des Segments wölben, wenn das Segment mit einem Spannungstensor beaufschlagt wird.
Indem sich die einzelnen Segmente nicht nur stauchen, sondern sich auch in den Freiraum
hinein elastisch verformen können, wird die Elastizität und damit der Liegekomfort
der Matratze weiter erhöht.
[0018] Ein weiterer wichtiger Vorteil der Aussparungen ist, dass sie quer zur Längsrichtung
der Matratze ausgerichtete Luftkanäle ausbilden, welche die Matratze belüften und
das Schlafklima verbessern. Der Luftaustausch in den Luftkanälen erfolgt dabei quasi
von selbst, verursacht durch die Bewegung einer auf der Matratze liegenden Person.
Jede Änderung ihrer Lage führt zu einer Deformation oder Entspannung der davon betroffenen
Bereiche der Matratze. In Folge stauchen oder entspannen sich auch die betroffenen
Abschnitte der Zwischenschichten. Dies hat eine Volumenänderung der an diese Abschnitte
angrenzenden Kanäle zur Folge. Eine Wölbung des gestauchten Abschnitts in eine der
Aussparungen hinein bedingt eine Verringerung des Volumens dieses Luftkanals. Bei
einer Entlastung zuvor deformierter Abschnitte wird das Volumen der Aussparungen wieder
vergrößert.
[0019] Da die Aussparungen in der Zwischenschicht angeordnet sind, also durch die Mittelschicht
und in Richtung der beiden Liegeflächen abdeckt sind, wird die Volumenänderung in
den jeweiligen Luftkanälen durch den angrenzenden Bereich der Deckschicht weiter verstärkt.
Der an den Luftkanal angrenzende Bereich wird bei einer Druckänderung analog zu dem
oben Gesagten verformt. Der so entstehende Ziehharmonika-Effekt bewirkt einen ständigen
Luftaustausch in den Kanälen und damit eine natürliche Klimatisierung der Matratze.
Für den Fall, dass die quer ausgerichteten Aussparungen die Segmente vollständig trennen,
weisen sie eine Öffnung an der Seitenfläche der Matratze auf, über welche der Luftaustausch
direkt erfolgen kann.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Segmente in quer zur Längsrichtung
angeordnete Liegezonen eingeteilt, die in Längsrichtung der Matratze aufeinander folgen,
wobei benachbarte Liegezonen unterschiedliche Festigkeit aufweisen. Da die Schichten
der Latex-Matratze zum Erreichen des gewünschten Liege-Komforts zusammenwirken, führt
eine Änderung der Festigkeit in der Mittelschicht zu einer Änderung des Liege-Komforts
der darüber angeordneten Liegefläche. Dies bewirkt, dass die in der Mittelschicht
ausgebildeten Liegezonen die Elastizität und damit den Liegekomfort der über ihr angeordneten
Liegefläche der Latexmatratze beeinflussen. Dieser Effekt wird genutzt, um die Liegefläche
der Matratze in Bereiche zu unterteilen, deren jeweilige Elastizität an die üblicherweise
dort positionierte Körperpartie einer auf der Matratze liegenden Person angepasst
ist. Die Liegezonen erlauben es somit, den Liegekomfort der Latex-Matratze auf die
jeweiligen Körperteile hin zu optimieren.
[0021] Vorzugsweise weist eine einzelne Liegezone ein oder mehrere Segmente gleichen Raumgewichts
und gleicher Längserstreckung auf, wobei die zwischen den Segmenten einer Liegezone
ausgebildeten Aussparungen die gleiche Längserstreckung aufweisen. Dieses Merkmal
erlaubt es, die jeweiligen Liegezonen homogen auszubilden. Die Festigkeit bzw. Elastizität
der gesamten Liegezone wird dabei bestimmt durch Raumgewicht des verwendeten Latex
sowie dem jeweiligen prozentualen Anteil von Segmenten und Aussparungen entlang der
Längserstreckung der Liegezonen.
[0022] Insbesondere ist es von Vorteil, wenn die Latex-Matratze spiegelsymmetrisch zu einer
senkrecht zur Liegefläche ausgerichteten Mittelebene der Latex-Matratze ausgebildet
ist, wobei die jeweils spiegelsymmetrisch zu einander angeordneten Liegezonen gleiche
Festigkeiten aufweisen. Aufgrund ihres spiegelsymmetrischen Aufbaus hat das Drehen
der Matratze um 180° keine Auswirkung auf die Position der jeweiligen Liegezonen.
Dies erlaubt einen Wechsel von Kopf- und Fußbereich der Matratze ohne die Position
und Anordnung der Liegezonen zu verändern.
[0023] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform umfasst die Latex-Matratze sieben
Liegezonen, wobei die Festigkeit der dritten und fünften Liegezone höher ist als die
der vierten Liegezone, wobei die Festigkeit der zweiten und sechsten Liegezone geringer
ist als die der vierten Liegezone, und wobei die Festigkeit der ersten und siebten
Liegezone höher als die der zweiten und sechsten Liegezone, aber niedriger als die
der vierten Liegezone ist. Mit dieser Aufteilung ist die Elastizität der einzelnen
Liegezonen optimal auf die jeweils zu erwartende Flächenbelastung ausgelegt.
[0024] Dabei zielt die zweite und sechste Liegezone auf den Schulter- bzw. Fußbereich, die
dritte und fünfte Liegezone auf den Taillen- bzw. Kniebereich und die vierte Liegezone
auf das Becken einer auf der Latex-Matratze liegenden Person. Mit dieser Einteilung
passt sich die Latex-Matratze an die einzelnen Körperpartien in allen Liegepositionen
bestmöglich an, ohne die Stützung des Körpers zu vernachlässigen. Vorteilhafterweise
wird die Position und/oder die Festigkeit der Liegezonen durch die einzelnen Segmente
der Zwischenschichten bewirkt. Die beiden Deckschichten und die Mittelschicht können
somit homogen ausgebildet sein.
[0025] Des Weiteren ist es von Vorteil, wenn die erste und die zweite Deckschicht unterschiedliche
Raumgewichte aufweisen. In diesem Fall kann die Elastizität der Liegefläche zusätzlich
durch Wenden der Latex-Matratze verändert werden. Soll die Latex-Matratze etwas härter
sein, wird die Latex-Matratze so gewendet, dass die Deckschicht mit dem höheren Raumgewicht
und der dadurch geringeren Elastizität die Liegefläche bildet. Ist eine geringere
Stützung und weicheres Liegen gewünscht, wird die Deckschicht mit dem geringeren Raumgewicht
und der damit einhergehenden geringeren Festigkeit gewählt. Die Latex-Matratze lässt
sich somit noch individueller auf den gewünschten Schlafkomfort einstellen. Dieser
kann beispielsweise bei Rückenproblemen oder in der Schwangerschaft vorübergehend
ein anderer sein als bisher bevorzugt.
[0026] Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn die erste und die zweite Deckschicht unterschiedliche
Stärken aufweisen. Auch dies führt zu einem unterschiedlichen Liegekomfort der beiden
Deckschichten und kann alternativ oder zusätzlich zu den unterschiedlichen Raumgewichten
der Deckschichten dazu eingesetzt werden, die Eigenschaften der beiden Liegeflächen
der Latex-Matratze voneinander abzugrenzen.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Bezug der Latex-Matratze quer zur
Längsrichtung angeordnete, insbesondere wellenförmig ausgebildete, Steppnähte auf,
wobei der Abstand zwischen zwei Steppnähten entlang Liegezonen höherer Festigkeit
enger ist als der Abstand entlang Liegezonen niedriger Festigkeit. Dieser insbesondere
elastisch ausgebildete Matratzenbezug unterstützt die jeweilige Elastizität und damit
die Anpassungsfähigkeit der Latex-Matratze. Auf diese Weise trägt er dazu bei, die
Anpassungsfähigkeit der Latex-Matratze an den auf ihr liegenden Körper noch weiter
zu verbessern.
[0028] Vorteilhaft ist es auch, wenn die beidseitig eine Auflageflächen der Matratze bildenden
Seiten des Bezugs aus Baumwoll-Strickstoff ausgebildet sind und mit Bauwoll-Vlies
unterfüttert sind. Dies verbessert die Feuchtigkeitsaufnahme der Matratze, so dass
die Latex-Matratze stets angenehm trocken bleibt.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die beide Auflageflächen der Matratze verbindende
Seiten des Bezugs aus Baumwolle Panama kbA* gefertigt, wodurch die Luftzirkulation
in den Aussparungen weiter begünstigt wird.
[0030] Besonders bevorzugte Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Latex-Matratze werden
im Folgenden anhand der in den Figuren gezeigten schematischen Darstellungen näher
erläutert.
[0031] Dabei zeigen
- Figur 1:
- Eine Ausführung der erfindungsgemäßen Matratze;
- Figur 2:
- Drei Schnitte durch die Matratze gemäß Figur 1 entlang der Linien A, C und D
- Figur 3:
- eine alternative Ausführung der erfindungsgemäßen Matratze,
- Figur 2:
- Drei Schnitte durch die Matratze gemäß Figur 3 entlang der Linien A, C und D
- Figur 5:
- einen Schnitt durch die Matratze entlang der Linie E in den Figuren 1 und 2
[0032] Die Figur 1 zeigt einen Längsschnitt durch eine Ausführungsform 1a der Matratze in
schematischer Darstellung. Die Figur 2 zeigt einzelne, der Einfachheit halber direkt
aneinander angrenzende Schnitte gemäß Figur 1. Der Kern der Matratze 1a ist disymmetrisch
ausgebildet, wobei die beiden Symmetrieebenen in Längsrichtung a der Matratze 1a gesehen
die entlang der Längsachse verlaufende Mittelebene B und die entlang der Querachse
verlaufende und senkrecht auf der längsebene stehende Querebene A des Kerns sind.
Die Linie A stell darüber hinaus, wie die Linien C-E, eine Schnittlinie dar.
[0033] Die insgesamt ca. 25 cm starke und sich in Längsrichtung a auf 200 cm erstreckende
Matratze 1a umfasst kernseitig die erfindungsgemäßen fünf Schichten, eine erste Deckschicht
2, eine erste Zwischenschicht 3, eine Mittelschicht 4, eine zweite Zwischenschicht
5 und eine zweite Deckschicht 6. Die Latex Matratze 1a ist insgesamt etwas weicher
ausgelegt und eignet sich damit besonders für leichte und/oder besonders bequem liegen
wollende Personen. Während die erste 2 und die zweite 6 Deckschicht jeweils 3 cm und
die Mittelschicht 4 2 cm stark sind, weisen die erste 3 und die zweite 5 Zwischenschicht
eine Höhe von ca. 7 cm auf. Die beiden Deckschichten 2, 6 bestehen aus Naturlatex
mit einem Raumgewicht von 75 kg/m
3, während die beiden Zwischenschichten 3, 5 aus unterschiedlichen Materialen zusammengesetzt
sind. Mit übereinander im Sinne dieser Anmeldung ist eine Anordnung gemeint, die bei
normaler Lage der Matratze eintritt, also wenn die Matratze gebrauchsfertig auf einer
ihrer Liegeflächen abgelegt ist.
[0034] In Längsrichtung a der Latex-Matratze 1a gesehen umfassen die Zwischenschichten 3,
5 mehrere, in Längsrichtung der Matratze aufeinander folgende Segmente 7. Die quer
zur Längsrichtung a ausgerichteten Segmente 7 durchlaufen in Längsrichtung die gesamte
Latex-Matratze 1a von einer Seite zur anderen. Sie weisen unterschiedliche, übereinander
angeordnete Abschnitte 8 und unterschiedliche Längen auf.
[0035] Insgesamt weist jede Zwischenschicht 3, 5 sieben verschiedene Segmente 7 auf. Im
Folgenden werden nur die Eigenschaften der ersten Zwischenschicht 3 beschrieben, die
Eigenschaften der zweiten Zwischenschicht 5 ergeben sich aus deren spiegelsymmetrischen
Anordnung entlang der Mittelachse B entsprechend. Die jeweils außen angeordneten ersten
Segmente 7.1 mit einer Länge von 25 cm weisen zwei übereinander angeordnete Abschnitte
8.1a und 8.1b auf. Der an die jeweilige Deckschicht 2, 6 angrenzende Abschnitt 8.1a
ist aus Naturlatex mit einem Raumgewicht von 85 von kg/m
3 ausgebildet. Der an die Mittelschicht 4 angrenzende Abschnitt 8.1 b besteht aus Kokoslatex.
[0036] Die zweiten Segmente 7.2 mit einer Länge von 33 cm sind in zwei Abschnitte unterteilt.
Der an die jeweilige Deckschicht 2, 6 angrenzende Abschnitt 8.2a ist aus Schafschurwoll
- Vlies mit einer Stärke von 500 g ausgebildet. Der Abschnitt des Schafschurwoll -
Vlies 8.2a ist ca. 1,1 cm dick und ist segmentübergreifend ausgebildet, er erstreckt
sich ebenfalls über die angrenzenden vier Segmente 7.3 bis 7.6, also insgesamt über
die fünf Segmente 7.2 bis 7.6. Der im Segment 7.2 unter dem Abschnitt 8.2a angeordnete
Abschnitt 8.2b grenzt an die Mittelschicht 4 an, besteht aus Naturlatex, ist 6 cm
stark und weist ein Raumgewicht von 85 kg/m
3 auf.
[0037] Die dritten Segmente 7.3 mit einer Längserstreckung von 20 cm weisen zwei übereinander
angeordnete Abschnitte auf, den segmentübergreifenden Abschnitt 8.2a, den darunter
angeordneten Abschnitt 8.3b, den an die Mittelschicht angrenzende Abschnitt 8.3d,
sowie den zwischen den Abschnitten 8.3b und 8.3d. angeordneten Abschnitt 8.3c. Der
jeweilige an das Schafschurwoll - Vlies 8.2a angrenzende Abschnitt 8.3b ist aus Naturlatex
gefertigt und weist ein Raumgewicht von 85 kg/m
3 auf. Die an die Mittelschicht 4 angrenzende Abschnitte 8.3d sind aus Presskokos und
jeweils 1 cm stark. Der jeweils darüber angeordnete Abschnitt 8.3c ist aus Naturlatex
mit einem Raumgewicht von 85 kg/m
3 ausgebildet und 2 cm stark. Die beiden Abschnitte 8.3c und 8.3d sind ebenfalls segmentübergreifend
ausgebildet, sie verlaufen entlang der Segmente 7.3 bis 7.5.
[0038] Das 40 cm lange vierte Segment 7.4 wird mittig durch die Querachse des Matratzenkerns
geteilt. Es umfasst die drei segmentübergreifenden Abschnitte des Segments 7.3 und
unterscheidet sich dahingehend vom Segment 7.3, dass der aus Naturlatex gefertigte
Abschnitt 8.4b ein Raumgewicht von 75 kg/m
3 aufweist.
[0039] Die in den Segmenten 7.2 bis 7.6 angeordneten Abschnitte werden durch Aussparungen
9 voneinander getrennt. Die schlitzartigen Aussparungen 9 durchlaufen vorzugsweise
die gesamte Breite des Kerns der Latex-Matratze 1a und wirken als Luftschächte, die
eine optimale Belüftung der Matratze ermöglichen.
[0040] Aufgrund der eingangs beschriebenen Ebenensymmetrie wiederholt sich der Aufbau des
Matratzenkerns in den Segmenten 7.5 bis 7.7. Dabei entspricht der Aufbau des Segments
7.3 dem des Segments 7.5, gleiches gilt für die Segmente 7.2 und 7.6, sowie 7.1 und
7.7.
[0041] Die Segmente 7 definieren die sieben Liegezonen der Matratze. Die erste und die siebte
Liegezone sind randseitig ausgebildet und bilden den kopfseitigen bzw. fußseitigen
Abschluss des Kerns der Matratze 1a aus. Die Zonen schaffen eine kompakte Stütze für
Kopf und Fuß. Die Anordnung in der zweiten bzw. sechsten Liegezone sind die für Schulter
und Unterschenkel ausgelegt. Sie ermöglichen insbesondere für die Schulter eine möglichst
gute Druckentlastung. Die daran anschließende dritte bzw. fünfte Liegezone ist die
auf die Lendenwirbel bzw. die Oberschenkel ausgelegten Zone , die wieder eine festere
Stütze ermöglicht. Zwischen der dritten und fünften Liegezone liegt die zentrale Liegezone
4 der Latex-Matratze 1a. Diese den Becken-Bereich betreffende Zone ist wieder etwas
weicher ausgelegt.
[0042] Der den Kern der Matratze 1a umgebende Bezug, respektive die Ummantelung weißt eine
Sommerseite und eine Winterseite auf. Die Sommerseite 11 ist 2 cm stark und besteht
aus Baumwoll- Vlies mit einer Stärke von 800g. Sie kann über vier entlang der Querseiten
der Matratze verlaufende Schenkel 11.a mit der Winterseite 10 verbunden werden. Die
Winterseite 10 ist etwas dünner ausgelegt und besteht aus Schafschurwoll-Vlies mit
einer Stärke von 800g. Zwischen Bezug und Kern kann eine Schicht Lavendel 12 eingestreut
sein. Lavendel fördert den Schlaf und bildet einen natürlichen Insektenschutz aus,
beispielsweise gegen Milben und Motten.
[0043] Eine Matratze 1b mit mittlerer Härte wird in den Figuren 3 und 4 gezeigt Im Unterschied
zur weichen Matratze 1a wurde auf die Abschnitte 8.3c aus 85 Naturlatex und 8.3d aus
Presskokos verzichtet. Hierdurch werden die dritte, vierte und fünfte Liegezone in
ihren Eigenschaften geändert. Die drei Liegezonen betreffen den Auflagebereich der
Oberschenkel, des Beckens und der Lendenwirbel. Um dort eine im Vergleich mit der
Matratze 1a höhere Härte zu ermöglichen wurde stattdessen ein die drei Segmente übergreifender,
3 cm hoher Abschnitt 8.4c aus Kokoslatex eingefügt.
[0044] Für eine noch härtere Ausführung der Matratze kann auf einfache Weise statt eines
Naturlatex mit einem Raumgewicht von 75 für die erste 2 und zweite 6 Deckschicht Naturlatex
mit einem Raumgewicht von 85 verwendet werden.
[0045] Die Figur 5 zeigt einen Schnitt durch eine Matratze 1a bzw. 1 b entlang der Linien
E-E von Figur 1 und 3. Gut zu sehen ist, dass die Aussparungen 9 die gesamte Breite
des Kerns durchlaufen. Eingefasst wird der Kern 13 durch die Schenkel 11a des Bezugs,
von denen hier zwei dargestellt sind.
[0046] Die genannten Bemaßungen und Materialeigenschaften der jeweiligen Schichten, Segmente
und Abschnitte der Matratze sind besonders vorteilhafte Ausgestaltungen, welche einen
ausgezeichneten Liegekomfort bewirken.
1. Matratze, aufweisend einen Kern und eine Ummantelung, wobei der Kern (13) sich in
Längsrichtung der Matratze erstreckende Schichten umfasst, wobei eine Mittelschicht
(4) zwischen einer ersten (2) und einer zweiten (6) Deckschicht angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen der Mittelschicht (4) und der ersten Deckschicht (2) eine erste Zwischenschicht
(3) und zwischen der Mittelschicht (4) und der zweiten Deckschicht (6) eine zweite
Zwischenschicht (5) angeordnet ist, wobei die erste Deckschicht (2), die zweite Deckschicht
(6) und die Mittelschicht (4) aus einer Polymerdispersion, insbesondere aus Naturlatex,
ausgebildet sind und in Längsrichtung des Kerns durchgehend verlaufen.
2. Matratze nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste (3) und die zweite (5) Zwischenschicht in quer zur Längsrichtung (a) der
Latex-Matratze (1a, 1 b) angeordnete Segmente (7.1 - 7.7) eingeteilt sind, die in
Längsrichtung (a) aufeinander folgen, wobei benachbarte Segmente unterschiedliche
Festigkeiten aufweisen.
3. Matratze nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass einzelne Segmente (7.1 - 7.7) übereinander angeordnete Abschnitte (8.1a, 8.1b, 8.2a,
8.2b, 8.3b - 8.3d, 8.4b - 8.3d, 8.5b - 8.3d, 8.6b, 8.7a, 8.7b) aufweisen.
4. Matratze nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass einzelne Abschnitte (8.2a, 8.3c, 8.3d, 8.4b, 8.4c) sich über mehrere Segmente (7.2
- 7.6) erstrecken.
5. Matratze nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abschnitte aus Naturlatex, Presskokos oder Kokoslatex gefertigt sind.
6. Matratze nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen den Abschnitten zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Mittelschicht (4)
verlaufende Aussparungen (9) angeordnet sind.
7. Matratze nach einem der vorangegangenen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste (2) und die zweite (5) Zwischenschicht spiegelsymmetrisch zu einander ausgebildet
sind, wobei die Symmetrieebene eine parallel zur Liegefläche ausgerichteten Mittelebene
(B) des Kerns ist.
8. Matratze nach einem der Ansprüche 2-7
dadurch gekennzeichnet,
dass Latex-Matratze (1a, 1b) sieben Liegezonen umfasst, wobei die Festigkeit der dritten
und fünften Liegezone höher ist als die der vierten Liegezone, wobei die Festigkeit
der zweiten und sechsten Liegezone geringer ist als die der vierten Liegezone, und
wobei die Festigkeit der ersten und siebten Liegezone höher als die der zweiten und
sechsten Liegezone, aber niedriger als die der vierten Liegezone ist.
9. Matratze nach Anspruch 8
dadurch gekennzeichnet,
dass die Liegezonen spiegelsymmetrisch zu einander ausgebildet sind, wobei die Symmetrieebene
eine senkrecht zur Liegefläche ausgerichtete Mittelebene (A) des Kerns ist, wobei
die jeweils spiegelsymmetrisch zu einander angeordneten Liegezonen gleiche Festigkeiten
aufweisen.
10. Matratze nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ummantelung (10, 11) des Kerns an ihrer ersten Seite (11), die an die erste (2)
Deckschicht angrenzt und an Ihrer zweiten Seite (10), die an die zweite (6) Deckschicht
angrenzt, aus unterschiedlichen Materialien ausgebildet ist, wobei die erste Seite
(11) insbesondere aus Schafsschurwoll-Vlies, die zweite Seite (10) insbesondere aus
Baumwoll-Vlies ausgebildet ist.
11. Matratze nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen der ersten Deckschicht (2) und einer aus Schafsschurwoll-Vlies ausgebildeten
ersten Seite (11) der Ummantelung Lavendel (12) eingestreut ist.