[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Walzen von Bandmaterial mit periodisch
veränderlicher Banddicke, wobei die Vorrichtung ein Walzgerüst mit einem Walzensatz
und einem Anstellsystem zur Einstellung des Walzspaltes des Walzensatzes aufweist,
welchem Walzspalt das Bandmaterial mit einer Ausgangsdicke eingangsseitig von einer
Abhaspel aus zugeführt wird und von welchem aus das Bandmaterial mit der jeweils gewollten
Enddicke ausgangsseitig einer Aufhaspel zugeführt wird.
[0002] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung zum
Walzen von Bandmaterial mit periodisch veränderlicher Banddicke, wobei die Vorrichtung
ein Walzgerüst mit einem Walzensatz und einem Anstellsystem zur Einstellung des Walzspaltes
des Walzensatzes aufweist, wobei dem Walzspalt das Bandmaterial mit einer Ausgangsdicke
eingangsseitig von einer Abhaspel aus zugeführt wird und von dem aus das Bandmaterial
mit der jeweils gewollten, durch den Walzspalt bestimmten Enddicke ausgangsseitig
einer Aufhaspel zugeführt wird.
[0003] Eine Vorrichtung gattungsgemäßer Art sowie ein Verfahren gattungsgemäßer Art sind
im Stand der Technik bekannt. Bei solchen Vorrichtungen bzw. Verfahren werden üblicherweise
Bandmaterialien aus Stahlbandmaterial verarbeitet. Insbesondere ist aus der
EP 1 121 990 B2 eine gattungsgemäße Vorrichtung bekannt. Hierbei wird im Stand der Technik eine Möglichkeit
aufgezeigt, mit der in wirtschaftlicher Art und Weise zu Coils aufgewickelte Metallbänder
unter Zug abgewickelt, in der Dicke reduziert und anschließend unter Zug wieder aufgewickelt
werden, wobei auf der Einlaufseite eine relativ konstante Banddicke vorgesehen wird
und eine periodisch veränderliche Banddicke auf der Auslaufseite erreicht werden soll.
In der angegebenen Druckschrift wird dies dadurch erreicht, dass zwischen Abhaspel
und Walzgerüst sowie zwischen dem Walzgerüst und der Aufhaspel jeweils eine Ausgleichs-
oder Tänzerrolle angeordnet ist, um die das Bandmaterial schleifenförmig herumgeführt
ist und die bei konstanter Umfangsgeschwindigkeit der den Walzspalt bestimmenden Walzen
des Walzgerüstes kraftgeregelt werden, um einen gewollten Bandzug aufzubringen. Zudem
ist erforderlich, dass die Haspeln drehzahlgeregelt sind.
[0004] Diese vorgeschlagene Vorrichtung ist zwar im Prinzip brauchbar, jedoch ist insbesondere
die Kraftregelung der Ausgleichs- oder Tänzerrollen nur mit einem relativ großem Zeitaufwand
möglich, so dass Walzfehler aufgrund der periodisch veränderlichen Banddicke nicht
schnell genug ausgeglichen werden können. Dies führt dazu, dass mit der Vorrichtung
erzeugte Bänder mit periodisch veränderlicher Banddicke wegen der hohen Bandlaufgeschwindigkeiten
fehlerhaft sind.
[0005] Auch ist die Drehzahlregelung der Haspeln aufwendig und kann ebenfalls zu Fehlern
beim Betrieb der entsprechenden Vorrichtung führen.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine alternative Lösung für eine entsprechende Vorrichtung bzw. ein entsprechendes
Verfahren zur Verfügung zu stellen, die bzw. das von den Merkmalen der Kraftregelung
einer Ausgleichs- oder Tänzerrolle sowie einer Drehzahlregelung der Haspeln keinen
Gebrauch macht und die in Anpassung an die hohen Banddurchlaufgeschwindigkeiten eine
schnellere automatische Einstellung des Walzspaltes und damit eine hohe Qualität eines
periodisch veränderlichen Bandmaterials erreichbar macht und zwar unter Berücksichtigung
der unterschiedlichen Bandgeschwindigkeiten am Einlauf und Auslauf des Walzspaltes.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, dass sowohl zwischen der Abhaspel
und dem Walzgerüst als auch zwischen dem Walzgerüst und der Aufhaspel eine Rollenanordnung
mit einer Tauchrolle angeordnet ist, um die das Bandmaterial herumgeführt ist, und
dass die Tauchrollen bei konstanter Walzendrehzahl der den Walzspalt bestimmenden
Walzen des Walzgerüstes in Abhängigkeit von der Anstellung der Walzen positionsgesteuert
sind, um die Geschwindigkeitsänderungen des Walzgutes am Einlauf und am Auslauf des
Walzgerüstes auszugleichen, und dass die Abhaspel und die Aufhaspel zuggeregelt betrieben
sind.
[0008] Gemäß der Erfindung sind die Tauchrollen unmittelbar durch die Einstellung des Walzspaltes
positionsgesteuert, was im Ergebnis zu einer deutlich schnelleren korrekten Einstellung
bei wechselnden Walzspalten führt und zu einem exakten Walzergebnis. Zudem sind sowohl
die Abhaspel als auch die Aufhaspel zuggeregelt betrieben, was für den Einsatz der
Vorrichtung besonders vorteilhaft ist.
[0009] Bevorzugt ist zudem vorgesehen, dass vor jeder Tauchrolle und hinter jeder Tauchrolle
eine Stützrolle für das Bandmaterial angeordnet ist, über die das Bandmaterial geführt
ist, und dass jede Stützrolle eine Bandlängenerfassungseinrichtung und/oder eine Bandgeschwindigkeitsüberwachungseinrichtung
aufweist.
[0010] Durch eine solche Anordnung und Ausgestaltung ist es möglich, die Position der Tauchrolle
nicht nur in Abhängigkeit von der Einstellung des Walzspaltes zu steuern, sondern
zusätzlich wird auch die jeweils erzeugte Bandlänge und die Bandgeschwindigkeit bei
der Verstellung der Tauchrolle mit berücksichtigt. Dies führt zu einem noch besseren
Ergebnis bezüglich des Walzvorganges.
[0011] Zudem kann vorgesehen sein, dass die Abhaspel und die Aufhaspel mit einer Zugmesseinrichtung
versehen sind, mittels derer die Stromzufuhr zu den Antriebsmotoren der Haspeln regelbar
ist.
[0012] Insbesondere kann auch vorgesehen sein, dass eine Maschinensteuerung vorgesehen ist,
die die Anstellung der Walzen für einen vorbestimmbaren Walzspalt erfasst und mittels
derer die Tauchrollen in Abhängigkeit davon positionssteuerbar sind.
[0013] Zudem ist bevorzugt vorgesehen, dass die den Walzspalt bestimmenden Walzen des Walzgerüstes
mit konstanter Walzendrehzahl umlaufen.
[0014] Ein erfindungsgemäßes Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass sowohl zwischen
der Abhaspel und dem Walzgerüst als auch zwischen dem Walzgerüst und der Aufhaspel
eine Rollenanordnung mit einer quer zur Laufrichtung des Bandmaterials verstellbaren
Tauchrolle angeordnet wird, um die das Bandmaterial herumgeführt ist, wobei die Tauchrollen
in Abhängigkeit von der Anstellung der Walzen des Walzgerüstes positionsgesteuert
werden, so dass durch die Positionsänderung Geschwindigkeitsänderungen des durchlaufenden
Walzgutes am Einlauf und am Auslauf des Walzgerüstes ausgeglichen werden, und dass
die Abhaspel und die Aufhaspel zugeregelt betrieben werden.
[0015] Hierbei ist bevorzugt vorgesehen, dass vor und hinter jeder Tauchrolle die Bandlänge
und die Geschwindigkeit des durchlaufenden Bandmaterials erfasst und einer Steuerung
für die Walzanlage zugeführt wird, aus den erfassten Daten Signale zur Positionserfassung
und/oder Korrektur der Position der Tauchrollen generiert werden.
[0016] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass zum Zwecke der Zugregelung der Haspeln
die Zugkräfte der Haspeln erfasst und die erfassten Daten einer Regeleinrichtung zugeführt
werden, mittels derer die Stromzufuhr zu den Antriebssystemen der Haspeln derart geregelt
wird, dass der Haspelzug jeweils den Erfordernissen aus den Betriebsparametern angepasst
wird.
[0017] Auch ist bevorzugt vorgesehen, dass die Anstellung der Walzen für einen vorbestimmten
Walzspalt erfasst und diese als Signale einer Steuereinrichtung zugeführt werden,
mittels derer die Tauchrollen in eine dem Walzspalt zugeordnete in der Steuerung als
Datenmuster abgelegte Sollbewegung versetzt werden.
[0018] Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass die den Walzspalt bestimmenden Walzen
des Walzgerüstes mit konstanter Walzendrehzahl betrieben werden.
[0019] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und im Folgenden
näher beschrieben. Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Walzen von Bandmaterial in Seitenansicht;
- Figur 2
- Besonderheiten einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung;
- Figur 3
- weitere Einzelheiten der erfindungsgemäßen Ausgestaltung.
[0020] In Figur 1 ist ganz allgemein eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Walzen von Bandmaterial
1 mit periodisch veränderlicher Banddicke dargestellt. Die Vorrichtung ist schematisch
in Seitenansicht dargestellt. Die Durchlaufrichtung des Bandmaterials ist bei 2 angegeben.
Die Vorrichtung umfasst ein Walzgerüst 3, von dem die wesentlichen Bestandteile, nämlich
ein Walzensatz mit zwei Walzen 4 und 5 gezeigt ist. Ferner ist schematisch ein Anstellsystem
6 gezeigt, welches zur Einstellung des Walzspaltes des Walzensatzes 4, 5 ausgebildet
ist.
[0021] Der Walzspalt, der insbesondere in Figur 2 und 3 gut ersichtlich ist, wird entsprechend
der zu erzeugenden gewünschten Banddicke eingestellt. Dem Walzspalt wird das Bandmaterial
1 mit einer Ausgangsdicke eingangsseitig von einer Abhaspel 7 aus zugeführt und von
dem Walzspalt aus wird das Bandmaterial 1 mit der jeweils gewollten Enddicke ausgangsseitig
einer Aufhaspel 8 zugeführt. Sowohl zwischen der Abhaspel 7 und dem Walzgerüst 3 als
auch zwischen dem Walzgerüst 3 und der Aufhaspel 8 ist eine Rollenanordnung mit jeweils
mindestens einer Tauchrolle 9 bzw. 10 angeordnet. Neben den Tauchrollen 9 bzw. 10,
die in Richtung der Bewegungspfeile 11 bzw. 12 beweglich sind, sind Bandführungsrollen
13, 14, 15, 16 angeordnet, wobei zwischen der Führungsrolle 13 und der Abhaspel 7
eine weitere Führungs- und Umlenkrolle 17 und ebenso zwischen der Führungsrolle 16
und der Aufhaspel 8 eine weitere Führungs- und Umlenkrolle 18 angeordnet. Das durchlaufende
Bandmaterial 1 wird jeweils um die Rollen 17, 13, 9, 14 bzw. 15, 10, 16, 18 herumgeführt.
[0022] Die Tauchrollen sind mittels jeweils eines Stellantriebes 19 bzw. 20 in Richtung
der Bewegungspfeile 11 bzw. 12 nach oben bzw. nach unten in der Zeichnungsebene gesehen
verstellbar und werden bei konstanter Walzendrehzahl der den Walzspalt bestimmenden
Walzen 4, 5 des Walzgerüstes 3 in Abhängigkeit von der Anstellung der Walzen 4, 5
positionsgesteuert, um die Geschwindigkeitsänderungen des Walzgutes, also des Bandmaterials
1, am Einlauf und am Auslauf des Walzgerüstes 3 auszugleichen. Die Abhaspel 7 und
die Aufhaspel 8 sind zuggeregelt betrieben.
[0023] Die vor jeder Tauchrolle 9 und hinter jeder Tauchrolle 10 angeordneten Stützrollen
13, 14 bzw. 15, 16, über die das Bandmaterial 1 geführt ist, weisen jeweils eine Bandlängenerfassungseinrichtung
und eine Bandgeschwindigkeitsüberwachungseinrichtung 21, 22 bzw. 23, 24 auf. Ferner
ist die Abhaspel 7 und die Aufhaspel 8 jeweils mit einer Zugmesseinrichtung ZM versehen,
mittels derer die Stromzufuhr, die bei 25, 26 angedeutet ist, zu den Antriebsmotoren
MA der Haspeln 7, 8 regelbar ist, um den Haspelzug den Erfordernissen aus den Betriebsparametern
angepasst zu halten.
[0024] Des Weiteren ist eine Maschinensteuerung 27 vorgesehen, die die Stellwerte für die
Anstellung der Walzen 4, 5 für einen vorbestimmbaren Walzspalt erfassen und verarbeiten
bzw. speichern und mittels derer die Tauchrollen 9, 10 in Abhängigkeit davon positionssteuerbar
sind. Dazu kommuniziert die Maschinensteuerung 27 mit dem Anstellsystem 6, mit den
Bandlängenerfassungseinrichtungen und Bandgeschwindigkeitsüberwachungseinrichtungen
21, 22, 23, 24 mit den Stelleinrichtungen 19, 20 für die Tauchrollen 9, 10, so dass
mittels der Maschinensteuerung 27 die Anstellung der Walzen 4, 5 für den vorbestimmten
Walzspalt erfasst und die Tauchrollen 9, 10 in Abhängigkeit davon positionsgesteuert
werden.
[0025] Die den Walzspalt bestimmenden Walzen 4, 5 des Walzgerüstes 3 werden mit konstanter
Walzendrehzahl betrieben. In der Zeichnung sind in Figur 1 oben die Bereiche konstanter
Geschwindigkeit des Bandmaterials 1 und veränderlicher Geschwindigkeit des Bandmaterials
1 einlaufseitig und auslaufseitig angegeben mit v
E=konstant, v
E=veränderlich, v
A=veränderlich und v
A=konstant.
[0026] Der gesamte Bereich von der Abhaspel 7 bis zum Walzgerüst 3 wird als Einlaufbereich
und der Bereich von dem Walzgerüst 3 bis zur Aufhaspel 8 als Auslaufbereich bezeichnet.
[0027] Die durch das Walzen von periodisch veränderlichen Banddicken bei konstanter Walzendrehzahl
entstehenden Geschwindigkeitsänderungen des Walzgutes (Bandmaterials 1) im Einlauf
und Auslauf des Walzgerüstes 3 werden durch die Bewegung der beiden Tauchrollen 9
und 10 ausgeglichen. Die Tauchrollen 9, 10 werden positionsgesteuert. Die Steuerung
erfolgt direkt aus der Anstellung der Walzen 4, 5 in Verbindung mit Signalen zur gewalzten
Bandlänge. Der Betrieb der beiden Haspeln 7 und 8 erfolgt zuggeregelt.
[0028] Ziel ist es, die Bewegung der Tauchrollen 9, 10 direkt aus den Betriebsparametern
des Walzvorganges abzuleiten. Auf diese Weise soll die Bewegungsrichtung und die Art
der Bewegung (konstante Geschwindigkeit, Beschleunigung oder Verzögerung) der Tauchrollen
9, 10 durch das Profil des gewalzten Materials bestimmt werden.
[0029] Was die Ansteuerung der Tauchrollenbewegung betrifft, so wird diese direkt aus den
Signalen für die Walzenanstellung sowie den Bandlängensignalen abgeleitet, die mittels
der Erfassungseinrichtungen 21, 22, 23, 24 erfasst werden.
[0030] Die Bewegung der Tauchrollen 9, 10 erfolgt periodisch. Jede Periode der Tauchrollen
9, 10 im Ein- und Auslauf ist zeitlich exakt einer Walzperiode zugeordnet.
[0031] Zur weiteren Erläuterung wird nun auf die Figuren 2 und 3 Bezug genommen.
[0032] Um die Bewegung T der Tauchrollen 9, 10 exakt zuordnen zu können, wird das Profil
des gewalzten Materials einer Walzperiode L in Segmente unterteilt. Die einzelnen
Segmente umfassen jeweils Bereiche mit konstanter Banddicke (a mit s
1 und b mit s
2) sowie mit veränderlicher Banddicke (Y und Z). Durch Ermittlung der Einzelquerschnitte
kann immer einem Segment im Auslauf ein querschnittsgleiches und somit massegleiches
Segment im Walzeneinlauf zugeordnet werden (a
E und b
E sowie y
E und z
E mit der Eingangsbanddicke s). Daraus ergibt sich für eine Walzperiode L die massegleiche
Bandlänge im Einlauf L
E.
[0033] Aus den einzelnen Segmenten einer Walzperiode lässt sich eine durchschnittliche Banddicke
s
M im Auslauf errechnen. Diese durchschnittliche Banddicke ist ein Äquivalent für die
durchschnittliche Geschwindigkeit im Walzenauslauf (V
AM) und bestimmt somit auch die durchschnittliche Geschwindigkeit im Einlauf (V
EM). Die Haspelgeschwindigkeiten in dem Ein- und Auslauf entsprechen dann jeweils diesen
durchschnittlichen Geschwindigkeiten, so als ob unter konstanten Bedingungen das einlaufende
Band der Dicke s auf die Dicke s
M abgewalzt würde.
[0034] Die segmentweise Betrachtung der Verhältnisse zwischen durchschnittlicher Banddicke
und der Dicke in einem Segment lässt einen Rückschluss auf das jeweilige Geschwindigkeitsverhältnis
zu. Je größer die Dickenunterschiede sind, desto größer ist auch der Geschwindigkeitsunterschied
in diesem Segment des Walzenauslaufes.
[0035] Für den Walzeneinlauf sind ebenfalls die Bewegungen der Walzenanstellung und somit
das Walzprofil maßgebend für die aktuelle Geschwindigkeit. Bei konstanter Walzengeschwindigkeit
und gleichbleibenden Zügen ist bei geringer Stichabnahme die Einlaufgeschwindigkeit
höher als bei großer Stichabnahme. Den Segmenten im Auslauf lassen sich immer querschnittsgleiche
Segmente im Walzeneinlauf zuordnen. Aus den Segmenten einer kompletten Periode lässt
sich dann sowohl eine durchschnittliche Geschwindigkeit im Einlauf bestimmen, als
auch nach Segmenten zugeordnet die Bewegung der Tauchrollen 9, 10 ermitteln.
[0036] Die Art und Richtung der Tauchrollenbewegungen 11, 12 (konstante Geschwindigkeit
auf/ab, Verzögerung, Totpunkt oder Beschleunigung) ergeben sich somit aus den Walzparametern.
Um die Bewegung der Tauchrollen 9, 10 exakt dem Walzprozess zuzuordnen, wird das auslaufende
Walzprofil einer Periode L segmentweise verglichen mit einem volumengleichen Abschnitt
gleicher Länge L mit der durchschnittlichen Dicke s
M.
[0037] Das Segment b ist mit der Dicke s
2 dicker als die durchschnittliche Dicke s
M. Dies bedeutet, dass die Geschwindigkeit des auslaufenden Bandes v
A2 geringer ist als die durchschnittliche Geschwindigkeit v
AM. Um dies auszugleichen ist eine konstante Aufwärtsbewegung der Tauchrolle erforderlich.
Das Segment Z wird durch die Kreuzung der Dicke vom gewalzten Profil mit der mittleren
Dicke in zwei Abschnitte geteilt (Z
1 und Z
2). Im Bereich Z
1 wird die Dicke reduziert bis zur durchschnittlichen Dicke. Dies bedeutet, dass die
Geschwindigkeit des auslaufenden Bandes beschleunigt wird, bis zur durchschnittlichen
Geschwindigkeit v
AM. Im Kreuzungspunkt sind durchschnittliche Geschwindigkeit und Geschwindigkeit des
auslaufenden Bandes identisch. Für die Tauchrolle ergib sich daraus, dass die Aufwärtsbewegung
der Tauchrolle gebremst wird und im Kreuzungspunkt die Rolle ihren oberen Totpunkt
erreicht. Im Bereich Z
2 wird die Dicke weiter reduziert bis zur Dicke s
1. Die Geschwindigkeit des auslaufenden Bandes wird beschleunigt bis zur Geschwindigkeit
v
A1. Die Tauchrolle wird in diesem Bereich nach unten beschleunigt.
[0038] Das Segment a ist mit der Dicke s
1 dünner als die durchschnittliche Dicke s
M. Die Geschwindigkeit des auslaufenden Bandes v
A1 ist somit größer als die durchschnittliche Geschwindigkeit v
AM. Die Tauchrolle gleicht dies durch eine konstante Abwärtsbewegung aus.
[0039] Für das Segment Y gilt, dass die Geschwindigkeit des auslaufenden Bandes reduziert
wird bis zur Geschwindigkeit v
A2. Im Bereich Y
1 wird die Abwärtsbewegung gebremst bis zum unteren Totpunkt und im Bereich Y
2 wird die Tauchrolle wieder nach oben beschleunigt. Die Steuerung der Tauchrollenbewegung
im Einlauf folgt der Tauchrollensteuerung des Auslaufes.
[0040] Im Segment b
E ist die Geschwindigkeit des einlaufenden Bandes v
E2 höher als die durchschnittliche Geschwindigkeit und im Segment a
E ist die Geschwindigkeit v
E1 geringer.
[0041] Die Tauchrollenbewegung gleicht dies aus und geht im Segment b
E mit konstanter Geschwindigkeit nach oben und im Segment a
E ebenso nach unten. Die Segmente Z
E und Y
E sind ebenso durch Abbremsen, Totpunkt und Beschleunigen gekennzeichnet. Die Totpunkte
werden jeweils zeitgleich mit den auslaufseitigen Totpunkten gesteuert.
[0042] Um die Bewegungen der Tauchrollen zu überwachen und gegebenenfalls zu korrigieren,
sind jeweils die Rollen vor dem Einlauf und nach dem Auslauf einer Tauchrolle mit
Impulsgebern zur Bandlängenerfassung und Geschwindigkeitsüberwachung versehen.
[0043] Die Signale für die Tauchrollenbewegung können also exakt auf die Walzenanstellung
und somit auf das Walzprofil abgestimmt werden.
[0044] Korrekturen können zum Beispiel notwendig werden, wenn bei sehr schnellen Bewegungen
der Walzenanstellung der Einfluss der Walzendurchmesser so groß wird, dass die zusätzlich
im Einlauf verdrängten oder freiwerdende Materialanteile die Tauchrollenbewegung beeinflussen
oder wenn Dickenabweichungen des Bandes den Walzprozess beeinflussen.
[0045] Da die Bewegung der Tauchrollen sehr genau an die Walzenanstellung und somit an die
jeweilige Profiländerung angepasst werden kann, ist eine konstante Wickelgeschwindigkeit
und damit eine exakte Zugregelung für beide Haspeln problemlos möglich.
[0046] Es bleibt noch anzumerken, dass die im Ausführungsbeispiel dargestellten Vorgänge
nur ein Beispiel sind. Es sind auch mehr als vier Segmente für eine Walzperiode möglich.
[0047] Die Erfindung ist nicht auf die Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern im Rahmen
der Offenbarung vielfach variabel.
[0048] Alle in der Beschreibung und/oder Zeichnung offenbarten Einzel- und Kombinationsmerkmale
werden als erfindungswesentlich angesehen.
Stückeverzeichnis:
[0049]
- 1
- Bandmaterial
- 2
- Bewegungsrichtung von 1
- 3
- Walzgerüst
- 4
- Walze
- 5
- Walze
- 6
- Anstellsystem
- 7
- Abhaspel
- 8
- Aufhaspel
- 9
- Tauchrolle
- 10
- Tauchrolle
- 11
- Bewegungsrichtung von 9
- 12
- Bewegungsrichtung von 10
- 13
- Umlenkrolle
- 14
- Umlenkrolle
- 15
- Umlenkrolle
- 16
- Umlenkrolle
- 17
- Führungsrolle
- 18
- Führungsrolle
- 19
- Stelleinrichtung von 9
- 20
- Stelleinrichtung von 10
- 21
- Bandlängenerfassungs- und Bandlängengeschwindigkeitsüberwachungs-einrichtung
- 22
- Bandlängenerfassungs- und Bandlängengeschwindigkeitsüberwachungs-einrichtung
- 23
- Bandlängenerfassungs- und Bandlängengeschwindigkeitsüberwachungs-einrichtung
- 24
- Bandlängenerfassungs- und Bandlängengeschwindigkeitsüberwachungs-einrichtung
- 25
- Stromversorgung von 7
- 26
- Stromversorgung von 8
- ZM
- Zugmesseinrichtung
- MA
- Antriebsmotor
- 27
- Maschinensteuerung
- T
- Bewegung der Tauchrollen
- L
- Walzperiode
1. Vorrichtung zum Walzen von Bandmaterial (1) mit periodisch veränderlicher Banddicke,
wobei die Vorrichtung ein Walzgerüst (3) mit einem Walzensatz und einem Anstellsystem
(6) zur Einstellung des Walzspaltes des Walzensatzes aufweist, welchem Walzspalt das
Bandmaterial (1) mit einer Ausgangsdicke eingangsseitig von einer Abhaspel (7) aus
zugeführt wird und von welchem aus das Bandmaterial (1) mit der jeweils gewollten
Enddicke ausgangsseitig einer Aufhaspel (8) zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl zwischen der Abhaspel (7) und dem Walzgerüst (3) als auch zwischen dem Walzgerüst
(3) und der Aufhaspel (8) eine Rollenanordnung mit einer Tauchrolle (9, 10) angeordnet
ist, um die das Bandmaterial (1) herumgeführt ist, und dass die Tauchrollen (9, 10)
bei konstanter Walzendrehzahl der den Walzspalt bestimmenden Walzen (4, 5) des Walzgerüstes
(3) in Abhängigkeit von der Anstellung der Walzen (4, 5) positionsgesteuert sind,
um die Geschwindigkeitsänderungen des Walzgutes am Einlauf und am Auslauf des Walzgerüstes
(3) auszugleichen, und dass die Abhaspel (7) und die Aufhaspel (8) zuggeregelt betrieben
sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vor jeder Tauchrolle (9, 10) und hinter jeder Tauchrolle (9,10) eine Stützrolle (13,
14; 15, 16) für das Bandmaterial (1) angeordnet ist, über die das Bandmaterial (1)
geführt ist, und dass jede Stützrolle (13, 14; 15, 16) eine Bandlängenerfassungseinrichtung
und/oder eine Bandgeschwindigkeitsüberwachungseinrichtung (21, 22; 23, 24) aufweist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abhaspel (7) und die Aufhaspel (8) mit einer Zugmesseinrichtung (ZM) versehen
sind, mittels derer die Stromzufuhr zu den Antriebsmotoren (MA) der Haspeln regelbar
ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Maschinensteuerung (27) vorgesehen ist, die die Anstellung der Walzen (4, 5)
für einen vorbestimmbaren Walzspalt erfasst und mittels derer die Tauchrollen (9,
10) in Abhängigkeit davon positionssteuerbar sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die den Walzspalt bestimmenden Walzen (4, 5) des Walzgerüstes (3) mit konstanter
Walzendrehzahl umlaufen.
6. Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung zum Walzen von Bandmaterial (1) mit periodisch
veränderlicher Banddicke, wobei die Vorrichtung ein Walzgerüst (3) mit einem Walzensatz
und einem Anstellsystem (6) zur Einstellung des Walzspaltes des Walzensatzes aufweist,
wobei dem Walzspalt das Bandmaterial (1) mit einer Ausgangsdicke eingangsseitig von
einer Abhaspel (7) aus zugeführt wird und von dem aus das Bandmaterial (1) mit der
jeweils gewollten, durch den Walzspalt bestimmten Enddicke ausgangsseitig einer Aufhaspel
(8) zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl zwischen der Abhaspel (7) und dem Walzgerüst (3) als auch zwischen dem Walzgerüst
(3) und der Aufhaspel (8) eine Rollenanordnung mit einer quer zur Laufrichtung (2)
des Bandmaterials (1) verstellbaren Tauchrolle (9, 10) angeordnet wird, um die das
Bandmaterial (1) herumgeführt ist, wobei die Tauchrollen (9, 10) in Abhängigkeit von
der Anstellung der Walzen (4, 5) des Walzgerüstes (3) positionsgesteuert werden, so
dass durch die Positionsänderung Geschwindigkeitsänderungen des durchlaufenden Walzgutes
am Einlauf und am Auslauf des Walzgerüstes (3) ausgeglichen werden, und dass die Abhaspel
(7) und die Aufhaspel (8) zugeregelt betrieben werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass vor und hinter jeder Tauchrolle (9, 10) die Bandlänge und die Geschwindigkeit des
durchlaufenden Bandmaterials (1) erfasst und einer Steuerung (27) für die Walzanlage
zugeführt wird, aus den erfassten Daten Signale zur Positionserfassung und/oder Korrektur
der Position der Tauchrollen (9, 10) generiert werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zwecke der Zugregelung der Haspeln (7, 8) die Zugkräfte der Haspeln (7, 8) erfasst
und die erfassten Daten einer Regeleinrichtung zugeführt werden, mittels derer die
Stromzufuhr zu den Antriebssystemen der Haspeln (7, 8) derart geregelt wird, dass
der Haspelzug jeweils den Erfordernissen aus den Betriebsparametern angepasst wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Anstellung der Walzen (4, 5) für einen vorbestimmten Walzspalt erfasst und diese
als Signale einer Steuereinrichtung (27) zugeführt werden, mittels derer die Tauchrollen
(9, 10) in eine dem Walzspalt zugeordnete in der Steuerung als Datenmuster abgelegte
Sollposition verstellt werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die den Walzspalt bestimmenden Walzen (4, 5) des Walzgerüstes (3) mit konstanter
Walzendrehzahl betrieben werden.